10 Maximen für Yogalehrer von Mark Stephens

Mark Stephens gilt seit einigen Jahren international als einer der profiliertesten Yogalehrer und Ausbilder. In dieser Artikelreihe spricht er zu Yogalehrern und verrät uns heute 10 Maximen für Yogalehrer, die man bei gutem Yogaunterricht in jedem Fall einhalten sollte. Sein wir mal ganz ehrlich: welcher Yogalehrer hätte sich nicht schon einmal Richtlinigen gewünscht?

1. Du sollst niemandem schaden, niemanden verletzen. Einerseits sind helfende Hände sind Teil des Yogaunterrichts. Andererseits sollten diese aber nur gegeben werden, wenn sie auch erwünscht sind. Aber nicht nur bei Adjustments ist Vorsicht geboten: auch die Übungen sollten flexibel den Schülern angepasst werden. 

2. Unterrichte, was du kennst, und nicht, was du nicht kennst. Kein Yogalehrer muss zwingend alle Umkehrhaltungen und Variationen der Krähe beherrschen. Allerdings ist es wichtig, dass du nur deine Stärken lehrst. Denn diese kannst du auch erklären.

Yogalehrer bleiben immer auch Schüler

3. Bleibe deiner persönlichen Praxis treu. Man sollte als Lehrer in jedem Fall auch Schüler bleiben. Denn sie ist der Grundstein, auf dem deine Beziehung zu Yoga aufbaut! Lies hier nach, wie eine Yogapraxis für LehrerInnen beibehalten wird. 

4. Wenn du praktizierst, dann praktiziere, wenn du unterrichtest, dann unterrichte. Außerdem sollten visuelle Demonstrationen sollten in jedem Fall angeboten werden, wenn auch nur in Maßen. Allerdings findet deine eigene Praxis unbedingt außerhalb deines Yogaunterrichts statt. 

5. Sei immer offen, zu lernen. Ganz besonders von deinen Schülern. Frage unbedingt um Feedback nach der Stunde. Vielleicht kommt jemand aus einem anderen Yoga-Stil und kennt andere Adjustments und Ausführungen einer Haltung. Tue auch hier nicht so, als würdest du alles wissen, sondern sei offen und ehrlich. 

6. Schaffe Raum für Stille. Nichts stresst die Schüler mehr als ein gestresster und abgehetzter Lehrer. Besonders am Anfang der Stunde ist Zeit für Stille und auch in den Asanas soll der Fokus darauf liegen, dass die Schüler abschalten können. Deswegen sollte eine besonders detaillierte verbale Beschreibung nur gezielt eingesetzt werden (Peak-Asana/ Anfängerstunden). 

7. Lasse deinen Schülern Raum für eigene Erfahrungen. Leiste Hilfestellung, aber gib ihnen trotzdem den eignen Raum auf der Matte. Genauso mit Meditationsanfängern und philosophischem Input: du kannst sie durch deine Worte zwar leiten, aber die Erfahrung müssen sie selbst machen. 

Yogaunterricht sollte nicht ganz zur Routine werden

8. Ermutige deine Schüler, Neues kennen zulernen. Schränke sie nicht ein und lass ihnen auch Raum dafür, dass sie an anderen Stunden teilnehmen. Biete ihnen auch an, Yoga mit einem anderen Stil oder Schwierigkeitsgrad zu besuchen. Wenn sie danach fragen, empfehle ihnen Bücher, die sie auf spiritueller Ebene weiterbringen können. 

9. Bleibe selbst offen für neue Herangehensweisen. Auch nach fünf Unterrichtsjahren kannst du immer noch dazu lernen. Bilde dich regelmäßig weiter, denn auch in Bereichen wie der Anatomie werden gibt es immer was neues.

10. Sei dir selbst gegenüber ehrlich, so wirst du in deiner Authentizität wachsen. Jeder Yogalehrer hat wie jeder andere Mensch auch seine Stärke bei anderen Aufgaben. Du musst nicht ein Ass in allen Bereichen wie Atemübungen, Meditation und Massagen sein. Allerdings kenne deine Stärken und wende diese im Unterricht anzuwenden. Darüber hinaus bilde dich bei den ausbaufähigen Bereichen weiter. Das reicht vollkommen aus. Deine Authentizität ist als Yogalehrende deine größte Stärke, denn sie hebt dich von anderen ab. 


Neben den 10 Maximen für Yogalehrer hat Mark Stephens bereits mehrere internationale Bestseller über den Yogaunterricht geschrieben. Sein neuestes Lehrbuch über Yogatherapie mit dem Schwerpunkt “Schlaf” erschien 2019 im Riva-Verlag. Er lebt in Kalifornien und unterrichtet weltweit, häufig in Deutschland, Österreich und der Schweiz. markstephensyoga.com

YogaWorld Journal 5/26
YogaWorld Journal 5/26

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