Marcell Laudahn: „Ashtanga ist die ehrlichste Art sich in der eigenen Praxis widerzuspiegeln.“

Marcell Laudahn
Marcell Laudahn

Selbst im größten Trubel bleibt Marcell Laudahn entspannt. Seine Bewegungen sind ruhig, seine Stimme ist sanft. Als ich ihm im wuseligen Yogaworld Messe-Büro gegenüberstehe, färbt diese wunderbare Ausgeglichenheit sofort auf mich ab. Eigentlich wollten wir gerade ein Interview führen, leider ist so viel los, das keine Zeit dafür bleibt. Für Marcell kein Problem und das dem wirklich so ist, spüre ich. Zum Glück klappt es ein paar Wochen später doch noch. Denn was der Yogalehrer aus Bremen zu sagen hat, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Marcell wie kamst du zum Yoga?

Ich habe schon als Kind mitbekommen, wie meine Mutter Yoga praktiziert. Als Jugendlicher bin ich dann mal mit nem Kumpel mitgegangen. Da lagen wir dann – zwei Halbstarke inmitten älterer Damen auf Schafsfellen. Das war nicht so mein Ding. Jahre später hab ich dann in Neuseeland gearbeitet und ein Swami lebte auch dort. Der hat mir ein paar Sachen gezeigt und ich war ziemlich angefixt. Dann ging es schnell nach Indien, Thailand, Australien. Immer auf der Suche nach tollen Lehrern, die ich dann auch gefunden hab. 

Haben diese Lehrer deinen Yogaweg auch beeinflusst?

Ja, direkt waren das Sri Rudra Dev, Lance Schuler, Wiliam Holtby, Anna Trökes, Eberhard Bärr und Ronald Steiner. Indirekt sicherlich Krishnamatchaya, Iyengar, Pattabhi Jois und all die anderen da draussen. 

Und bei wem hast du deine Ausbildung gemacht? 

Als ich Mitte der Neunziger begonnen hab, gab es noch nicht wirklich viele Ausbildungen. Da ging man für längere Zeit zu einem bestimmten Lehrer und hat mit dem geübt und Zeit verbracht. So habe ich eine ganze Weile in Indien bei Sri Rudra Dev, bei Wiliam Holtby in Thailand und Lance Schuler in Australien verbracht. Meine erste Ausbildung hab ich dann bei meinem „Yogavater“ Lance Schuler gemacht. Dann wieder rumreisen und Zeit bei Lehrern verbringen. Bis ich in Deutschland sesshaft geworden bin und mir überlegt hab, dass ich mal was bräuchte, was hier anerkannt ist. So hab ich mich auf die Suche gemacht und bin in der ersten BDY Ausbildung von Anna Trökes und Ronald Steiner gelandet. Bezüglich Thai Massage hab ich viele Aus- und Fortbildungen in verschiedenen Schulen, wie z.B. Wat Pho, Sunshine House, Thai Massage School of Chiang Mai in Thailand gemacht, wo ich teilweise auch gearbeitet hab. 

Letztenendes bist du dann beim Ashtanga gelandet?

Es ist für mich die konsequenteste und ehrlichste Art und Weise sich in der eigenen Praxis widerzuspiegeln. Denn durch das regelmäßige Wiederholen der Sequenzen, merke ich, wie ich mich verändere und entwickeln kann. Die Ausrede, heute war eine Praxis nicht so gut, zählt nicht. Denn diese ist immer gleich. Das einzige was sich verändert, bin ich selber. Die Definition von Vinyasa, Bewegung folgt Atmung, wird nur umgesetzt, wenn du selbständig übst. Meines Erachtens kann dies nicht geschehen, wenn jemand eine Stunde anleitet. Es ist nie der Rhythmus einer ganzen Klasse. Kann es auch gar nicht sein, da wir alle einen individuellen Rhythmus haben.

Also ist es für alle eine Art Kompromiss?

Ja genau, ein Kompromiss der bis zu einem bestimmten Punkt stimmig ist. Das ist nicht schlecht, bitte nicht falsch verstehen! Doch möchtest du weiterkommen, brauchst du eine eigene Praxis. Irgendwann kommt man bei einem Lehrer an den Punkt, dass es nicht weitergeht. Und dann? Neuer Lehrer? Neue Schule? Oder stellt man sich der Erkenntnis, dass der einzige Lehrer den wir brauchen schon in uns ist. Dafür braucht es jemanden, der uns diesen Weg zeigt. Gehen muss ich ihn dann selber. Auch werden die Aspekte des Achtgliedrigen Pfades konsequent in der Praxis umgesetzt. Was hilft, diese in den Alltag zu integrieren. Und bitte, ich finde sogenannte Vinyasa Stunden großartig und unterrichte diese mit Leidenschaft. Aber wie heißt es doch so schön: Wenn du Spaß haben willst, geh zum Vinyasa. Wenn du etwas über dich lernen möchtest geh zum Ashtanga Yoga.

Wie müssen wir uns dann deine eigene Yoga-Routine vorstellen? 

Wenn wir von der Yoga-Routine auf der Matte sprechen: täglich Naulis und Kapalabhati, bevor die Asanapraxis losgeht. Das ist wie Zähneputzen für die Atemwege und den Bauch. Dann etwa 5 mal 90 Minuten Ashtanga Yoga, morgens vorm Unterricht. Also so gegen 6.00 Uhr. Manchmal weniger. Ich bin nicht mehr so strikt wie noch vor ein paar Jahren. Durch eine Verletzung konnte ich länger nicht intensiv üben und da lernt man eine Menge über sein Ego, die Identifikation mit der Praxis und das Loslassen. Nicht immer schön aber sehr heilend. Neben der Matte versuche ich die Konzepte des Patanjali in mein alltägliches Leben zu integrieren und umzusetzen. Mal klappt es besser mal nicht. Wie immer.

Klingt so, als hätte Yoga dein Leben bereichert.

Yoga hat mir sehr geholfen, die Verbindung zu mir zurückzugewinnen und mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Es hilft mir, das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen und das Drama klein zu halten. Yoga verändert mit der Zeit die Sicht auf die Welt und das kann zu Anfang ein wenig irritierend sein, ist aber ehrlich und bringt Leichtigkeit ins Spiel. Seit ich Vollzeit Yoga unterrichte, arbeite ich nicht mehr. Ich darf einfach teilen, was mir sehr am Herzen liegt und freue mich jeden Tag darüber. 

Marcell Laudahn
Marcell Laudahn

Also ein Job, der kein Job ist. Klingt perfekt. Was macht dich als Yogalehrer aus?

Ich glaube, dass ich die Fähigkeit habe die Leute einen Schritt weiterzubringen. Ich bringe sie liebevoll an ihre Grenzen. Ich versuche komplizierte Dinge einfach zu erklären und praktikabel umsetzbar zu machen. Mir wird nachgesagt, dass ich sehr motivierend bin. Das kombiniert mit einer Prise Frechheit macht einfach Spaß. Ich habe Spaß an dem was ich tue und das merkt man. Bei mir gibt es kein „Das kann ich nicht“. Jeder kann etwas. Das gilt es zu stärken und als Ausgangspunkt zu nehmen. Es geht auch nicht darum etwas zu können. Das ist einfach. Es geht mehr darum etwas auszuprobieren und seinen Horizont zu erweitern. Also über sich selbst hinauszuwachsen. Vielleicht physisch aber sicherlich emotional und energetisch.

Würdest du dich denn auch als spirituellen Menschen bezeichnen?

Ja, schon. Nicht religiös aber spirituell. Ich denke wenn man viel in Asien und anderen Ländern unterwegs ist und mit Spiritualität so intensiv konfrontiert wird, bleibt das nicht aus. Durch das Beschäftigen mit Yoga & Co. bekommt man einen direkten Bezug zu der Lebenskraft in uns. Spiritualität stammt von dem Wort „Spirit“ ab. Dieses bedeutet Geist, Seele – also das Leben in uns. Also glaube ich an das Leben generell, an das was uns alle eint, wenn ich sage, dass ich spirituell bin. Diese Definition sollte jeder für sich selber setzen.

Warum hast du zusätzlich noch die Ausbildung in Thai-Massage gemacht?

Ich habe schnell gemerkt, dass Thai Massage und Yoga sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Schaut man sich die Geschichte der Thai Massage an, wird schnell klar, dass viele Elemente aus Indien und dem Ayurveda übernommen wurden. Genau wie aus der Chinesischen Medizin. Ich könnte also sagen, das die Thai Massage ein „Best of“ dieser beiden Systeme ist. Ich habe seit Ende der Neunziger für über 10 Jahre mit verschiedenen Thai Massage-Schulen gearbeitet und sogar dort unterrichtet. So unterschiedlich sie auch waren, geeint hat sie die Idee, dass Energieblockaden zu Krankheit führen und diese frühzeitig gelöst werden müssen. Ähnlich in der Yogatheorie. Es geht um Harmonisierung der Energiekörper, um ganzheitlich gesund zu sein. Dies kann durch arbeiten auf Energielinien oder Dehnübungen geschehen. In der Wat Pho Tempelanlage stehen viele Statuen, die diese Übungen darstellen. Daraus ist übrigens Acro-Yoga entstanden. Durch die Thai Massage lernt mal als Lehrer sehr einfach einen Schüler mit Respekt zu berühren und zu bewegen. Das kann zu wunderbaren Assists führen

Die Assists baust du dann in deinem Unterricht ein – mittlerweile in deinem eigenen Yogastudio. Hattest du denn Bedenken ein Yoga-Studio zu eröffnen? 

Total. Ich habe 15 Jahre gehadert. Wusste aber, dass ich, wenn ich groß bin, ein Studio eröffnen möchte. Dann ist meine Tochter geboren, meine Oma ist gestorben und ich habe ein bisschen Geld geerbt. Da ich in meinem alten Job sehr viel weg war, konnte ich meiner Rolle als Vater nicht gerecht werden. Der Moment war gekommen, an dem es sehr schnell ging und ich das Yoma Ende 2010 eröffnet habe. Wahnsinn, wir haben tatsächlich Zehnjähriges dieses Jahr.

Klingt ganz so, als wäre es die richtige Entscheidung gewesen. Hast du ein paar ganz praktische Tipps zur Eröffnung eines Yoga-Studios?

Ja. Nichts überstürzen. Die Teilnehmenden meiner Ausbildungen bekommen ihre Zertifikate nur unter 3 Bedingungen: mindestens 3 Monate kein Studio eröffnen, nicht den Job hinschmeißen und nicht vom Partner trennen! Der Markt ist hart umkämpft und wer das negiert ist nicht ehrlich zu sich selber. Klar, wir haben oft einen wertschätzenderen Umgang unter Mitbewerbenden, aber Konkurrenz ist trotz allem da. Schreibt einen Businessplan und kalkuliert ehrlich. Wenn kein finanzieller Background da ist, sollte ein Studio nicht gleich als Vollzeitjob dienen. Dann wird es sehr schnell sehr stressig und die Freude weicht dem Druck seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen.

Was denkst du, wie lange sollte man unterrichten, bevor man ein Studio eröffnet?

Ich würde sagen, dass eine mindestens 10-jährige Unterrichtserfahrung vorhanden sein sollte, bevor ein eigenes Studio angestrebt wird. Denn das Unterrichten rutscht schnell in die zweite Reihe und weicht so tollen Sachen wie Buchhaltung, Organisation, Putzen, Netzwerke bilden und so weiter. Mir hat es sehr geholfen, mich mit anderen Yogalehrern in ähnlicher Situation auszutauschen oder mir Rat von erfahrenen Studiobetreibern zu holen. Auch ein interdisziplinäres Netzwerk aus Ärzten, Pilates-Lehrern, Meditations-Lehren, Physiotherapeuten, usw. ist sehr hilfreich, denn es zeugt von Kompetenz, wenn man seine eigenen Grenzen kennt und an eine entsprechende Adresse vermitteln kann. Ich habe auch nicht den Anspruch alle Interessierten bei mir zu behalten. Wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand nicht sicher ist, versuche ich herauszufinden, mit welcher Intention diese Person zum Yoga kommt. Dann verweise ich schon mal an andere Yogaschulen. Also ist es gut zu wissen, wer was und wie in deiner Stadt unterrichtet. Mit ist es lieber, dass die Leute mit einem guten Gefühl in einer anderen Schule landen, als dass sie sich bei mir nicht wohl zu fühlen und dann schon durch eine Mitgliedschaft gebunden sind.

Das erste Mal haben wir uns auf der Yogaworld in München getroffen und um uns herum herrschte ein gerade ein lautes Durcheinander. Was mir an dir sofort auffiel und was ich von Anfang an mochte: Du wirkst auch im Trubel absolut tiefenentspannt. Woran liegt das?

Ich habe früher im Veranstaltungsbereich gearbeitet und bin weltweit unterwegs gewesen. Wenn du wissen möchtest, was Stress in Kombination mit wenig Schlaf ist, mach das mal ne Weile. Dann nimmst du andere Sachen deutlich gelassener. Auch ein Kind großziehen hilft, gelassen zu bleiben, wenn es mal anspruchsvoll wird. Durch Yoga hab ich gelernt ruhig zu atmen. Wie hat Iyengar es formuliert? „Lernst du deinen Atem zu kontrollieren, lernst du die Kontrolle über dein Leben zu behalten.“ Und es stimmt. Im Stress atmen wir flach und schnell. Daraus folgt, dass wir zu wenig Sauerstoff bekommen und der Organismus reagiert mit Adrenalinausschüttung. Was weiterführend zu Hyperventilation oder Panik führen kann. Lernst du aber in solch einer Situation ruhig zu atmen, bleibst du auch ruhig. Und mal ehrlich, was bringt es, wenn alle wie angestochen rumlaufen? Egal was es ist, es wird vorbeigehen. Dann doch lieber entspannt, oder?


Du interessierst dich für eine Yogastunde bei Marcell? Dann klick doch einfach mal auf www.yo-ma.info.

Olivia Leicht

Tauche ein in tiefe Entspannung für Körper, Geist und Seele und komme ganz bei dir selbst an. Erlebe die transformierende Kraft der original Alchemy Crystal Singing Bowls auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart.

„Klang ist weit mehr als das, was Du hörst – er ist eine Kraft, die auf allen Ebenen Deines Seins wirkt. Sound Healing ist wie eine Reise zu Dir selbst, zu Heilung & mehr Bewusstsein.“

Über Olivia Leicht

Olivia’s Weg führte sie von einer erfolgreichen Karriere in der Immobilienbranche zu ihrer wahren Berufung als Sound Healerin.

Mit über 10 Jahren Erfahrung im Unterrichten von Yoga und Energiearbeit, mehreren internationalen Sound Healing Ausbildungen, unter anderem in den USA, bietet Olivia heute selbst regelmäßig Sound Healing Sessions, Events und Workshops zum Thema Sound und Kristallklangschalen an. Darüber hinaus teilt sie ihre Expertise auf großen Veranstaltungen, bildet Menschen zu Sound Healern aus und hat mit dem STUDIO O eines der ersten Sound Healing Studios des Landes eröffnet.

Ihre Mission ist es, Klang mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen und sie so dabei zu unterstützen, in ihre ganze Energie, Kraft und Weisheit zu kommen.

Sound Meditation mit Olivia Leicht

„Wünschst du dir tiefe Entspannung und innere Ruhe? Möchtest du einfach mal loslassen und neue Kraft tanken? Möchtest du die Verbindung zu dir selbst und deiner inneren Weisheit stärken?

Dann lade ich dich zu einer Sound Meditation Session auf der YogaWorld ein, um tief zu entspannen und dich wieder ganz mit dir selbst zu verbinden. ​

Sound Healing wird seit Tausenden von Jahren überall auf der Welt praktiziert und ist eine der ältesten Heilungsformen, die wir Menschen kennen.​ Alles auf der Welt besteht aus Schwingungen und Frequenzen. Auch dein Körper. Der harmonische und transformierende Klang der Kristallklangschalen wirkt auf zellulärer Ebene, um Körper, Geist und Seele wieder auszurichten und ins Gleichgewicht zu bringen und dein Wohlbefinden auf allen Ebenen zu steigern.

Denn Klang kommt da hin, wo nichts anderes hinkommt.

Die Teilnehmer*innen meiner Sound Meditationen berichten von tiefer Entspannung und Regeneration, Stressabbau, Klarheit, neuer Energie und dem Ankommen in der eigenen Mitte. Das alles passiert innerhalb kürzester Zeit und ohne aktives Zutun. Du darfst dich einfach nur hinlegen und sein. Der Sound wirkt von alleine.“

Wie das geht?

Die Alchemy Crystal Singing Bowls erzeugen harmonische Schwingungen, die auf deine Gehirnwellen wirken. Bei der sogenannten Frequency-Following-Response reagiert dein Gehirn auf die Stimuli des Sounds und kann durch den Klang in den Alpha- und Theta-Zustand kommen. Dies wird mit einem meditativen und friedlichen Zustand in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig wird der Klang von deinem Körper aufgenommen und weitergeleitet. Da dein Körper zu ca. 70% aus Wasser besteht, können die harmonischen Schwingungen der Kristallklangschalen ganz einfach durch und bis in die tiefsten Schichten in deinen Körper geleitet werden. Die harmonischen Schwingungen bringen Harmonie dort hin, wo Disharmonie besteht und unterstützen deinen Körper dabei seine eigene Balance (wieder) zu finden. Dabei kann sich eine tiefe Ruhe und Entspannung in deinem Körper ausbreiten.

Wenn du die Geheimnisse des Universums verstehen willst, denke in Begriffen von Energie, Frequenz und Schwingung.

– Nikola Tesla

Homepage: olivialeicht.de, lightbowls.de, soundhealing-studio.de
Instagram: @_olivialeicht, @lightbowls, @studio_o_karlsruhe
YouTube: Olivia Leicht Sound Healing
Kontakt: info@olivialeicht.de


Sound Meditationen mit Olivia Leicht auf der YogaWorld in Stuttgart (10.-12. April 2026):

Die genauen Zeiten findest du in Kürze hier!

Kostenfrei & ohne Anmeldung. First come – first serve.

Erfahre hier mehr über Olivia Leicht und entdecke ihre Immersions und Sound Meditation Trainings in unserer YogaWorld Academy!

Surf and Balance Playlist

Unsere Playlist der Woche entführt dich gedanklich in eine Strandbar und vermittelt trotzdem diesen yogischen Vibe. Genau dieses Feeling bekommst du auch in den Surf and Balance Yoga-Stunden der Lehrerin Vanessa.

Surfen und Yoga – ein Lebensgefühl

Neben Yoga-Retreats gibt es nun auch immer öfter Urlaube, die Surfen und Yoga verbinden. Und das aus gutem Grund. Die beiden verbindet ein ähnliches Lebensgefühl. Es geht um körperliche Aktivität aber auch um das richtige Mindset und die Verbindung zur Natur. Ohne Handy und ohne irgendwelchen Schnick Schnack. Die Surf and Balance Playlist versetzt dich genau in diese ungezwungene und lockere Stimmung. Mit ihren sommerlich entspannten Sounds macht sie vor allem erstmal gute Laune.

Surf and Balance Playlist

Du hast Lust bekommen und möchtest Surf and Balance Yoga einmal ausprobieren? Vanessa unterrichtet Yoga auf den Balance Boards von Strobel & Walter in München. Mehr dazu erfährst du hier.

Acro-Yoga: Jeder kann fliegen! Yoga-Stil mit Suchtpotential

Acro Yoga
Acro Yoga

Acro-Yoga verbindet die Spiritualität und uralte Weisheit des Yoga mit der Verspieltheit und Dynamik der Akrobatik und der regenerativen, heilenden Kraft der Thaimassage. Acro-Yogi Mito FlyingMonkey erklärt uns, was den Yoga-Stil ausmacht und wie die Yoga-Praxis dabei aussieht.

Was erwartet mich beim Acro-Yoga?

Üblicherweise startet eine Einheit mit einer Yoga-Sequenz, um sich mit dem eigenen Körper zu verbinden und den Geist ruhig werden zu lassen. Danach werden in Partnerübungen Kommunikation, Teamwork und Vertrauen aufgebaut. So sind wir ideal vorbereitet, um im Akrobatik-Teil abzuheben. Am Ende einer Session bedanken wir uns beieinander und bei unserm Körper indem wir uns gegenseitig eine kurze Massage geben.

Wie genau muss ich mir den Akrobatik-Teil vorstellen?

Mit „Akrobatik“ ist hier vor allem Partnerakrobatik gemeint. Eine am Boden liegenden Unterperson („Base“) balanciert eine Oberperson („Flyer“) auf Händen und Füßen durch verschiedene Haltungen und Bewegungen. Dabei wird der Flyer von einer dritten Person („Spotter“) gesichert und unterstützt. Von der oben beschriebenen ersten Flugerfahrung kann es, in vielen kleinen Schritten, bis hin zu den extremen akrobatischen Figuren gehen. Meist geht es dabei aber recht verspielt zu. Wir testen und probieren dabei, wie wir noch aufeinander „herumkrakseln“ können. Kreativität kommt dabei ganz von allein.

„Jeder kann fliegen!“ Mito hält seine Workshops gerne auch in der Natur ab.

Für wen ist Acro-Yoga geeignet?

Man könnte meinen Acro-Yoga sei jungen, dynamischen und sportlichen Menschen vorbehalten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Acro-Yoga ist für alle Menschen mit einem normal beweglichen Körper zugänglich, unabhängig von Alter und sportlicher Vorerfahrung, Beweglichkeit oder Kraft. Man kann sich immer wieder überraschen lassen und staunen was gemeinsam alles möglich ist. Die Motivation und die Effekte können sehr vielseitig sein. Für die einen ist es vor allem ein Sport, eine verspielte, gesellige Art sich zu bewegen, den Körper zu spüren und ganz nebenbei Kraft, Beweglichkeit, Balance und Koordination aufzubauen. Andere begeistern die performativen und ästhetischen Aspekte. Wiederum andere verzaubert einfach das Gefühl von jemandem getragen zu werden, schwerelos die Herausforderungen des Alltags zu vergessen. Aber eins haben alle gemeinsam: Es macht enorm viel Spaß!

Kommt die Spiritualität beim Acro-Yoga nicht zu kurz?

Manchmal scheint die spielerische und körperliche Seite im Vordergrund zu stehen und man fragt sich wo der Zusammenhang zur Spiritualität des Yoga ist. Aber: Beim Acro-Yoga geht es nicht darum ein sportliches Ziel zu erreichen, sondern um die inneren Prozesse die durch die Praxis angestoßen werden. Dazu gehören natürlich Freude und Leichtigkeit, aber auch die Konfrontation mit Ängsten, Frust oder Ehrgeiz. Dabei wird tiefes Vertrauen aufgebaut – in sich selbst und die körperlichen Fähigkeiten, sowie auch in andere Menschen. Man kann Schritt für Schritt eigene Grenzen erforschen, lernen diese anzunehmen und auch angemessen zu kommunizieren.

Vertrauen in den Partner entsteht während der Acro-Yoga-Praxis automatisch.

Acro-Yoga fördert das Verbundensein

Beim Yoga geht es um Verbundenheit. Verbundenheit mit sich selbst, dem eigenen Körper, der eigenen Kraft und mit seinen Emotionen. Verbundenheit mit der Welt um uns herum. Verbundenheit mit dem Leben. Acro-Yoga bietet einen sicheren Rahmen um die Verbundenheit mit anderen Menschen, dem Boden (Erdung) und dem Himmel (Fliegen, Leichtigkeit) zu erfahren und zu vertiefen. Wenn wir erleben, wie alle um uns herum herausgefordert werden, aber sich dem stellen und dafür mit enormen Glücksgefühlen und Euphorie belohnt werden, dann bestärkt uns das und wir sind bringt uns einander näher.

Präsenz und Achtsamkeit

Beim Yoga geht es auch um Präsenz und Achtsamkeit. Wenn ich jemanden auf meinen Füßen balanciere (als Base) oder selbst gerade in allen Achsen durch den Raum bewegt werde, dann ist da kein Platz um über das Abendessen nachzudenken, die Arbeit oder Vergangenheit und Zukunft. Und dann steht man plötzlich wieder auf den eigenen Füßen und bekommt Gelegenheit den Effekten nachzuspüren und das Erlebte zu integrieren.

Voll im Hier und Jetzt: Beim Üben bleibt kein Platz für ablenkende Gedanken.

Intensives Gemeinschaftsgefühl

Wenn wir langsam immer vertrauter mit unseren Partnern und der Praxis werden, entsteht ein kreativer Tanz, der ohne viele Worte und Gedanken in der Bewegung fließt. Da immer drei Leute Acroyoga zusammen praktizieren, wächst schnell ein intensives Gemeinschaftsgefühl. An unzähligen Orten auf der ganzen Welt gibt es regelmäßig Treffen – „Jam“ genannt – bei denen sich Acro-Yogis zusammenfinden, um ihre Leidenschaft zu teilen. Die Jams sind für Gewöhnlich non-kommerziell, jeder gibt und teilt einfach was er/sie kann und will.

Akrophoria Festival in München

Die meisten Workshops und Jams werden über Facebook (Gruppe Akroyoga München / Munich) und Whatsäpp organisiert. Auch in München gibt es eine rege Szene. Vom 26. bis 29. März 2020 gibt es eine wunderbare Gelegenheit in diese Community hineinzuschnuppern: beim „Akrophoria Festival“ in München treffen sich blutige Anfänger und Fortgeschrittene zum „Fliegen“.


Mito FlyingMonkey ist zertifizierter Partner-Acrobatics.com Lehrer. Seit 2014 teilt er seine Leidenschaft für Acro-Yoga, Handstand und Thai-Yoga-Massage regelmäßig auf Workshops, sowie weltweit auf Akrobatik & Yoga-Festivals. Seine Begeisterung für die vielfältigen Facetten von Acro-Yoga hat viele Gründe: Vom Wiederentdecken der Freude an Bewegung und Spiel, Gesundheit und Fitness, über Vertrauen, Teamwork und soziale Kompetenzen bis zu Spiritualität. Mitos Ingenieurs-Background zeigt sich in präzisen Anleitungen, technischem und biomechanischem Knowhow, sowie einer guten Portion forscherischer Neugier. Mehr Info: www.FlyingMonkey.eu

Fotos: Ishine Photography

Wir sind erst am Ziel, wenn wir keinen Weltfrauentag mehr brauchen!

Weltfrauentag
Weltfrauentag

Frauen steht auf! Feiert euch und eure Weiblichkeit. Stärken und Schwächen. Siege und Niederlagen. Reicht euch die Hände und macht euch breit. Denn heute ist unser Tag. Heute ist Weltfrauentag! Aber: Wir haben noch einen langen Weg vor uns …

Heute feiern die Medien den Weltfrauentag und gleichzeitig kämpfen tausende Mädchen, Frauen und Mütter mit ihren Kindern in Flüchtlingslagern ums Überleben – abhängig von der politischen Agenda männlicher Machthaber. Es ist Weltfrauentag und obwohl Artikel 26 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt, dass jeder Mensch ein Recht auf Bildung hat, ist es für 264 Millionen Kinder zwischen 6 und 17 Jahren nicht möglich in ihrem Heimatland eine Schule zu besuchen. Von den weltweit rund 750 Millionen Analphabeten, sind zwei Drittel Frauen, so die UNESCO.

Hinsehen: Dahin wo es weh tut

Ich könnte Seiten füllen mit Beispielen wie diesen, aber das ist an einem Tag wie diesem gar nicht so gerne gesehen. Eigentlich wollen wir heute hören und lesen, was wir Frauen alles erreicht haben. Welche Frauen sich in Führungspositionen hervortun und um wie viel besser die Chancen auf eine freie und selbstbestimmte Zukunft für junge Mädchen geworden sind. Wir wollen in der Fußgängerzone eine Rose geschenkt bekommen und in den sozialen Medien Zitate lesen, die das Frausein feiern: „Weiblichkeit ist Kraft„. Okay, einverstanden. ABER: Sollten wir an einem Tag wie heute nicht lieber in offenen Wunden bohren, Ungerechtigkeiten aufspüren und Ungleichheiten beleuchten? Sollten wir nicht wütend schreien, gemeinsam auf die Straße gehen und kämpfen für eine Welt, in der wir keinen Weltfrauentag mehr brauchen, weil wir das Thema Gleichberechtigung nicht mehr herausstellen müssen? Weil wir einfach gleichberechtigt sind?

Ein Irrsinn, dass die Hälfte der Weltbevölkerung immer noch für ihre Rechte kämpfen muss.

You go girl!

Nicht falsch verstehen: Wir MÜSSEN die erfolgreichen, mächtigen Frauen feiern. Sie sind Vorbilder für alle heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen, an sich zu glauben, nicht aufzugeben. Mach was aus deinem Leben! „YESSS!“ zu all den arbeitenden Müttern, zu den Frauen in den Chefetagen, in der Politik, auf dem Bau und in der Armee; zu den Arbeiterinnen an den Kassen, in den Cafés, zu den Zimmermädchen, zu den Lehrerinnen, Betreuerinnen – ganz egal, was ihr macht – You go girls! Was mich stört, ist der Unterton. Dieses: Du bist nur dann eine emanzipierte oder starke Frau wenn du einen tollen Job hast und dich in der „Männerwelt“ behauptest. Wenn du finanziell unabhängig bist.

Ist die Hausfrau weniger stark?

Was ist aber mit den Frauen, die eben genau das nicht WOLLEN. Die sich für ein Leben als Clan-Chef zuhause entscheiden. Sind sie wirklich weniger emanzipiert? Ist es nicht das, was unsere Selbständigkeit und Gleichheit ausmacht, nämlich FREI zu entscheiden, was wir wollen? Natürlich setzt es voraus, dass wir auch frei entscheiden können. Das unser soziales Umfeld mit freiem Zugang zu Bildung, den gleichen Chancen im Job, fairer Bezahlung und einem gesicherten Betreuungsnetz für Kinder, uns überhaupt erst die Möglichkeit gibt frei zu wählen. Doch auch wenn die äußeren Umstände optimal sind – warum fällt es uns immer noch so schwer unsere Träume und Ideen im Dschungel der Erwartungen und im Dickicht der „Eigentlich solltest du-Tiraden“ offen und frei zu kommunizieren?

Wenn ich könnte, würde ich zuhause bleiben.

Um nicht zu verallgemeinern nehme ich mich als Beispiel: Nach dem Abitur habe ich studiert, ein Volontariat gemacht, irgendwann geheiratet, zwei Kinder bekommen. Ich war vier Jahre in Elternzeit und habe anschließend wieder begonnen, halbtags zu arbeiten. Ich liebe meinen Job. Ich kann schreiben, kreativ sein, treffe viele interessante Menschen und höre spannende Geschichten. ABER: Wäre es finanziell machbar, würde ich im Moment lieber ganztags zu Hause sein, als mich halbtags zu zerreißen und trotzdem immer ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich hätte für meine Kinder ausreichend Zeit, könnte ehrenamtlich in Kindergarten, Schule und Gemeinde helfen und meinem Mann daheim den Rücken frei halten. Und ja, ich schreibe das absichtlich genau so, muss aber dazu sagen, dass ich einen Mann habe, der mich in wirklich allem unterstützt und frei wählen lässt. Deswegen würde ich mich auch nicht weniger gleichberechtigt, stark oder unausgefüllt fühlen. Es wäre mein Wunsch. Und ich höre schon von überall her: WIE KANNST DU NUR?

Lies dazu auch: Mann, Frau & Ayurveda – Sehnsucht nach dem Urweiblichen

Wir können es niemandem recht machen

Ich höre wie meine Freundinnen und die Frauen aus meinem Umkreis reagieren, wenn ich davon erzähle. Die Reaktionen reichen von einem ungläubigen Lächeln, über „du olle Hausfrau, wie im Mittelalter“, bis zu einem entsetzten „Wie kannst du nur so etwas sagen, nachdem wir Frauen so lange gegen das Heimchen am Herd-Image gekämpft haben?“. Schon sind wir beim nächsten Problem und es ist noch dazu ein hausgemachtes. Wir Frauen halten nicht zusammen. Wir bekämpfen uns, zicken uns an und ziehen übereinander her, als wäre es eine olympische Disziplin: Sie ist zu dick, zu dünn, zu oberflächlich, zu naseweis, zu eitel, zu schmuddelig, zu faul, zu ambitioniert, zu lange Single, zu anhänglich, zu wenig bei den Kindern oder will womöglich keine … Wir können es niemandem recht machen, am wenigsten uns selbst.

Reicht euch die Hände und macht euch breit!

Wir sind unserer eigenes Netz: Gemeinsam sind wir stark!

Beschreibe doch einmal, was du an dir gut findest. Lobe dich so richtig. Feiere dich. Du musst überlegen oder? Sicher fällt es dir leichter, deine Fehler zu sehen. Und genau das müssen wir ändern. Heute am Weltfrauentag hören wir einfach mal auf über unsere Fehler und die vermeintlichen Macken der anderen nachzudenken. Wir beginnen damit uns anzuhören, füreinander da zu sein. Wir sind unserer eigenes Netz. Wir müssen uns nichts beweisen, denn wir sind stark IN UNS und gemeinsam noch stärker. Wir hören auf uns klein zu machen und wachsen über uns hinaus. Wir sind laut, sagen unsere Meinung und zucken mit Schultern, wenn sie jemandem nicht gefällt. Egal ob wir Hausfrau, Politikerin, Handwerkerin, Friseurin, Mutter, Single, kinderlos, verheiratet, dick, dünn, Veganer oder Fleischereifachverkäuferin sind. Wir sind Frauen. Wir begegnen uns mit Liebe und entgegnen uns Respekt. Wir kämpfen gemeinsam für unsere Ziele, unseren Körper und das Recht auf Selbstbestimmung. Wir reichen uns die Hände und wir machen uns breit! So lange, bis wir den Weltfrauentag nicht mehr brauchen.

Entdecke die Kraft der Frauenkreise

Frauenkreis

Überall auf der Welt kommen Frauen wieder im Kreis zusammen und erwachen in ihre weibliche Kraft. Warum die weibliche Gemeinschaft so wichtig ist und was genau im Frauenkreis passiert

Dass wir im Kreise zusammenkommen ist natürlich kein Zufall. Der Kreis ist bei den Urvölkern die Grundlage für den Aufbau von Nomadenzelten und -lagern. Häuser, Felder, und Städteplanung der modernen Gesellschaft sind eher quadratisch angelegt. Der Kreis symbolisiert vieles: er steht für Einheit, das Vollkommene und somit das Göttliche. Als unendliche Linie ist er Symbol der Unendlichkeit. Wenn Menschen im Kreis zusammenkommen, drückt es für diese Gruppe in dem Moment Geschlossenheit und Ganzheit aus. Es schließt ein und grenzt aus. Ja! In der Tat schließen Frauenkreise Männer aus. 

Im Kreise unter Frauen

Warum nur Frauen? Das hat einen einfachen Grund. Wir wollen weibliche Qualitäten in der Gemeinschaft stärken. Egal in welchem Kulturkreis, traditionell gab es schon immer Phasen wo Frauen unter Frauen in regelmäßigen Abständen zusammen kamen – so wie Männer mit ihresgleichen auch. In vielen indianischen Traditionen, wie zum Beispiel der Lakota-Indianer, versammelten sich Frauen während ihrer Menstruation in Mondhütten – einem geschützten Ort des Rückzugs, um unter Frauen diese Zeit zu feiern und Visionen für den Stamm zu empfangen. 

Geschlechtertrennung stärkt

Doch auch hier in Europa, vor allem in den südlichen Ländern Europas ist das Sein unter seinesgleichen noch verbreitet. Wenn wir auf einen italienischen Dorfplatz schauen, sitzen die Männer oft auf der einen und die Frauen auf der anderen Seite; und nach getanem Tratsch und Austausch kommen Frau und Mann wieder zu Hause zusammen. Oft hören wir Beschwerden von Männern warum sie an unseren Treffen nicht teilnehmen dürfen. Erstens, es gibt Männerkreise, zweitens hat das Zusammenkommen mit dem gleichen Geschlecht nichts Trennendes, sondern etwas Stärkendes.

Erinnerung an die weibliche Kraft

Hierzulande kultiviert frau höchstens den Mädelsabend. Auch schön, übrigens! Im Frauenkreis geht es jedoch um mehr. Kathie Melua singt in ihrem Lied Perfect Circles „And even when I’m walking straight I always end up in a perfect circle“. „Selbst wenn ich geradeaus laufe, endet alles in einem perfekten Kreis.“ Das bringt es auf den Punkt! Frauen sind zyklische Wesen und sie können gar nicht anders! Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, es liegt uns im Blut. Wenn wir im Einklang sind, fällt es uns leichter mit den Zyklen zu leben. Alleine über unsere Verbindung mit unserer Menstruation, mit dem Mond und einem inhärenten zarten weiblichen Instinkt, der nah an der Natur ist, können wir (wieder) so viel lernen. Das ist nichts Neues – nur etwas, was in Vergessenheit geraten ist.

In diesem Artikel erklären wir, warum die Sehnsucht nach dem Ur-Weiblichen tief in uns steckt.

Frauenkreis

Frauen müssen einander unterstützen

Vielleicht sind viele deshalb müde, verloren und aufgerieben, fühlen sich zerrissen zwischen all den Rollen und den damit verbundenen Ansprüchen, die wir als Frau heutzutage vermeintlich erfüllen müssen. Denn in der linearen und funktionalen modernen Welt von höher, schneller, weiter hat das Annehmen von Kreisläufen und Rückzugsphasen wenig Platz. Genau das kultivieren Frauenkreise wieder! Das Annehmen. Den Zyklus. Den Kreislauf. 

Wir lernen uns wieder gegenseitig zu unterstützen – den Konkurrenzkampf abzulegen. Denn wenn eine Frau in ihre Kraft kommt hilft das dem großen Ganzen. Wenn eine Frau wieder in ihrem Licht scheint, gibt sie anderen Frauen die Erlaubnis dasselbe zu tun. Dazu gehört es Masken fallen zu lassen und sich verletzlich zu zeigen. Das geschieht weich und in einem sicheren Raum. Nichts wird gepusht (oder sollte nicht!) oder erwartet. Es geht um Vertrauen, Loslassen, chaotisches fließen lassen, annehmen. 

Die Magie der Weiblichkeit

Der meiste Zauber in einem Frauenkreis kann nicht geplant werden, er kann nur geschehen! Es geht um eine natürliche Rückverbindung mit der weiblichen Kraft. Dabei können viele Themen eine Rolle spielen: Geburt, Menstruation, Selbstliebe, Intimität, Intuition, Unabhängigkeit, Abgrenzung, Selbstwert und vieles mehr. Die Themen sind facettenreich. Es gibt genauso viele unterschiedliche Formen des Frauenkreises, wie es Frauen gibt. Ob Tanz, Singen Meditation, Kuscheln, Reden, Rituale. Jeder Kreis ist einzigartig. Es geht darum weibliche Qualitäten wieder zu leben, die das jahrtausendalte Patriachat in Vergessenheit gebracht hat. Wer anderes soll sich daran erinnern, wenn nicht wir Frauen?

Zurück zur Balance

Es geht nicht um Geschlechterkampf. Wie in unserem ersten Artikel bereits erwähnt, glauben wir fest daran, dass die Erde nur in Balance sein kann, wenn das Zusammenspiel zwischen weiblichen und männlichen Qualitäten im Einklang ist. Derzeit leben wir in einer Realität, in der männliche Qualitäten dominieren: Lineares Denken, Logik, alleiniges Vertrauen in die Wissenschaft, Erfolgs- und Konsumorientiertheit, sind nur einige Stichworte, die unsere Gesellschaft beschreiben. Wie immer geht es um Balance. Wenn ein Schiff erst mal zu weit auf eine Seite wankt, droht es zu kentern. So geht es mit unserem Planeten Erde auch. 

Frauenkreise – so wichtig wie nie

Genau deshalb sind die heutigen Frauenkreise von so großer Bedeutung. Oft wird die Befürchtung einer Überbetonung des Weiblichen – meistens von Männern – ausgesprochen. Dazu sagen wir nur: „Entspannt und freut Euch, Männer!“ Wenn Frauen wieder mehr in ihre weibliche Kraft kommen, kommen Männer auch wieder in die ihre. Das Ziel ist das große Ganze wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Lasst uns Katie Meluas Gesang folgen und alle gemeinsam in einem perfekten Kreis zusammen kommen. 

Dir ist noch nicht ganz klar was ein Frauenkreis ist? Da verhält es sich wie mit dem Yoga: am besten erfährst Du es selbst! 


Katrin Strohhäcker Yoga Retreat

Katrin Strohhäcker bietet neben ihren Vinyasa- und Yin-Yogastunden, Frauenkreise, Lomi Lomi Nui Massagen und spezielle Massagen für Frauen an. Des Weiteren bildet sie sich als Heilpraktikerin für Psychotherapie fort, um so ganzheitlich – auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene wirken zu können. Sie versteht sich als Begleitende, die Frauen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Entspannung, Weiblichkeit und Freiheit unterstützt. In ihre Arbeit fließen ihre bisherigen Erfahrungen aus Yoga, Tantra, Taoismus, altem Wissen, sowie viel Begeisterung, Mitgefühl und Liebe ein. www.shakti.yoga

Veronika Hausberger Yoga Retreat

Veronika Hausberger unterrichtet Yoga und Pranayama auf Deutsch und Französisch in München. In der Essenz geht es ihr um Bewegung – körperliche und geistige! Als angehende Heilpraktikerin für Psychotherapie begleitet sie Menschen und geht selbst den Weg zu mehr Freiheit, Frieden und Zufriedenheit. Sie ist ausgebildet in Intrapsychischer Systemarbeit (IPS) sowie der intensiven Rebirthing Atemmethode. Sie vertieft ihr Wirken durch kreativen Tanz, Trance Dance und Ahnenarbeit.

Vero und Katrin lernten sich beim Yoga kennen. Beide gehen seit 2015 gemeinsam den Weg der weiblichen spirituellen Praxis. Zusammen möchten sie Frauen durch Frauenkreise und Yoga Retreats an ihre zyklische Natur erinnern und sie dabei unterstützen sich mit ihrer Shakti-Kraft zu verbinden.

Jessamyn Stanley: Keine Lust auf patriarchale Beauty-Standards

Jessamyn Stanley
Jessamyn Stanley ist Yogalehrerin. Was am meisten zählt, ist und bleibt die persönliche Praxis – Tag für Tag seit 7 Jahren.

Ein Yoga, das zum Konsumartikel für dünne, weiße Akademikerinnen verkommt? Jessamyn Stanley hat es so satt! Wortgewandt und charismatisch verkündet die Yogalehrerin und spirituelle Vordenkerin, dass Yoga für alle ist – und zeigt uns selbstbewusst, wie sie das meint.

Nenne Jessamyn Stanley bitte nicht Yogini! Das ist der selbstbewussten 31-Jährigen sehr wichtig und sie ist allen dankbar, die diese Bitte berücksichtigen. Auch mir macht sie das bei unserer ersten Begegnung gleich klar – obwohl es noch etwas dauern wird, bevor sie mir erklärt, warum das so wichtig ist. Schließlich ist die US-Amerikanerin aus North Carolina seit einiger Zeit eine Frontfrau der amerikanischen Yogaszene, also theoretisch sehr wohl eine Yogini. Aber Jessamyn kämpft mit den Folgen ihrer wachsenden Bekanntheit. Sie hat sich noch nicht recht daran gewöhnt, dass Leute sie plötzlich im Bioladen, am Flughafen, auf Ämtern oder auch einfach auf der Straße ansprechen. „Sind Sie nicht diese Yogalehrerin aus der Tampon-Werbung?“, heißt es oft, seit sie als Testimonial für einen amerikanischen Menstruationsartikel-Hersteller auftrat.

„Hey, bist du nicht diese Yogini von Instagram?“

Manchmal fühlt sie sich davon nicht nur überrumpelt, sondern fast etwas erdrückt. Zwar postet sie fleißig und teilt gerne auch Fotos, auf denen sie in Unterwäsche komplizierte Asanas zeigt, trotzdem spürt sie eine gewisse Zerrissenheit zwischen den Ego-Streicheleinheiten, die Social Media mit sich bringt, und dem Yoga-Lifestyle, den sie eigentlich versucht zu leben. Denn der passt so gar nicht zusammen mit der fast schon hysterischen Bewunderung, die ihr zuweilen entgegenschlägt.

Jessamyn scheut kein Tabu

Jessamyn Yoga
Diese Frau hat die Kraft, die Yogaweltauf den Kopf zu stellen – und dabei geht es um sehr viel mehr als Body-Positivity.

Innerhalb weniger Jahre hat Jessamyn jede Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das Forbes Magazine berichtete über sie, USA Today, Brigitte und natürlich auch Yoga-Zeitschriften und Webseiten wie diese. 2018 ist sie sogar zur Yogaexpertin der New York Times avanciert. Derzeit nimmt sie die zweite Staffel ihres Podcast „Jessamyn Stanley Explains It All“ auf, außerdem plant sie eine Web-Serie, in der sie tabubehaftete gesellschaftliche und politische Themen aufgreifen will, darunter etwa die Legalisierung von Marihuana oder die Nachteile der Monogamie. Ihr erster Gast wird die Yogalehrerin Dana Falsetti sein, die wie Jessamyn Stanley selbst in der Body-Positivity-Bewegung aktiv ist.

Eine dicke, schwarze Frau, die Asanas zeigt?

Dass ihr so viel Aufmerksamkeit zuteil wird, wundert diesen energiegeladenen neuen Stern am Yoga-Himmel inzwischen überhaupt nicht mehr: Eine dicke, schwarze Frau, die Asanas zeigt? Das gibt einfach ein allzu ungewohntes, wenn nicht gar schockierendes Bild ab. Besonders in den USA, wo Yoga, so drückt sie es selbst aus, „tief verwurzelt ist in der weißen Oberschicht“. Wobei es in Deutschland und überhaupt in Westeuropa kaum anders aussieht. Unverblümt kritisiert Stanley die weit verbreitete westliche Form von Yoga, den damit verbundenen Druck und das Body-Shaming, denen, wie sie es nennt, „patriarchale, an Weißen orientierte Beauty-Standards“ zugrunde liegen.

Medialer Kreuzzug: Yoga für jeden Körper

Sich selbst bezeichnet sie konsequent nicht etwa als „kurvig“ oder „plus-size“, sondern als „fett“. Zum Beispiel in ihrem 2017 erschienenen Buch „Every Body Yoga“ oder auf ihrem Instagram-Account, wo sie vor einiger Zeit bekannte: „Es ist seltsam, plötzlich das fette Kind zu sein, mit dem sich die dünnen Kinder anfreunden wollen.“ Indem sie sich das Wort „fett“ zu eigen macht, nimmt sie es denen weg, die andere damit beschämen wollen. Unerschrocken und im wahrsten Sinn mit vollem Körpereinsatz zieht sie in einen medialen Kreuzzug. Ihr Ziel: die üblichen Erwartungen an einen „Yogakörper“ auf den Kopf zu stellen und damit Menschen Mut zu machen, die sich normalerweise nicht als Teil des Yogakosmos sehen würden.

„Oh, Yoga ist auch was für Dicke?!“

Yogalehrerin Jessamyn Stanley
Jessamyn Stanleys Körper zieren inspirierende Zitate, darunter das ihres Idols, der taub-blinden US-Autorin Helen Keller: „Das, was ich suche, ist nicht da draußen, sondern in mir.“

Aber natürlich hat Jessamyn Stanley ihren Instagram-Account nicht gestartet, um das Aushängeschild einer „Yoga für Fette“-Bewegung zu werden. Sie war schlicht auf der Suche nach Feedback für ihre Yogapraxis, mit der sie 2011 begonnen hatte. Wie viele andere Yoganeulinge fühlte auch sie sich nie wirklich wohl in den typischen Kursen. Meistens verdrückte sie sich in die hinterste Ecke und wünschte sich, unsichtbar zu sein. Genau das Gegenteil von dem, wofür sie heute steht! Damals hatte sie gerade ein Kunstmanagement-Studium beendet, war unsicher und fühlte sich irgendwie verloren. Yoga tat gut, vor allem nachdem sie beschloss, den Studios den Rücken zu kehren und innerhalb ihrer eigenen vier Wände weiterzuüben. Dabei nutzte sie die US-Ausgaben des YOGA JOURNALs sowie Internet-Kurse von Kathryn Budig und Amy Ippoliti. Ihre Fortschritte dokumentierte sie online, in der Hoffnung auf Hilfestellungen und Anregungen. „Allerdings bekam ich kaum echtes Feedback. Vielmehr kommentierten die Leute immer wieder: ‚Oh mein Gott, ich wusste gar nicht, dass Yoga auch was für Dicke ist!‘ Mich wunderte das anfangs, denn warum sollte es das denn nicht sein? Dicke machen schließlich die ganze Zeit irgendwelche Dinge, die auch Dünne tun!“

Menschen wollen echte Vorbilder

So erkannte Stanley langsam die Chance, der Welt ihre Vorstellung von „echtem Yoga“ mitteilen zu können – mitsamt den Narben, den Unsicherheiten und allem Drum und Dran. Im März 2015 absolvierte sie eine 200-Stunden-Ausbildung zur Yogalehrerin in Asheville, North Carolina. Zuvor hatte das People Magazine einen großen Bericht über die, wie sie sich selbst nennt, „fat femme“ (in etwa: „dicke, feminine Lesbe“) veröffentlicht. Darin sprach Jessamyn unter anderem darüber, wie sie das Geld für ihr Teacher Training über Crowdfunding generieren wollte. „Ganz offensichtlich braucht es jemanden wie mich“, argumentierte sie, „die Leute lechzen nach einer Lehrerin, die aussieht wie sie – oder zumindest nicht so aussieht wie alle anderen.

Jessamyn wollte nie Yogalehrerin werden

Der Erfolg gab ihr schnell Recht. Doch während wir so bei Churros und Latte in ihrer Wohnung in Durham sitzen, wo sie mit ihrer Partnerin und drei Katzen wohnt, erzählt sie mir, dass sie ursprünglich nie Yogalehrerin werden wollte. „Viele Leute haben mich gebeten, es zu tun – aber ich habe lange nicht verstanden, warum ausgerechnet ich die sein sollte, die unterrichtet.“ Stattdessen empfahl sie ihren Fans Lehrer, mit denen sie selbst gute Erfahrungen gemacht hatte. Erst als ihr Vater, der ihre Yoga-Ambitionen zunächst mit Skepsis betrachtet hatte, ihr anbot, bei der Finanzierung der Ausbildung zu helfen, nahm sie sich selbst endlich ernst. „Meine Eltern haben 3000 Dollar nicht einfach so herumliegen“, erklärt sie. „Dass mein Papa so einfühlsam war und merkte, wie wichtig es für mich war, gab mir irgendwie das Gefühl, dass da höhere Mächte im Spiel sind und es einfach so sein sollte.“

Übrigens: Auch Tao Porchon-Lynch mischte die Yogaszene auf. Mit 101 Jahren war sie die älteste Yogalehrerin der Welt. Freund und Fotograf Robert Sturman erinnert sich in Bildern.

Weniger eine Karriere als eine Mission

Laut Jessamyn lässt sich ihr Leben ziemlich gut einteilen in eine Zeit vor der Lehrerausbildung und eine danach: „Während der Ausbildung hatte ich einige Erlebnisse, die meiner Seele sozusagen geholfen haben, auszubrechen und sich zu befreien. Plötzlich bemerkte ich, wie viel ich verdrängt hatte, und dass Unterrichten für mich der Weg war, Yoga wirklich zu leben und so viel Licht wie möglich dorthin zu bringen, wo die Welt noch dunkel, hässlich und kompliziert ist – und das kann natürlich abfärben auf die Leute, die dort leben. Darum geht es beim Unterrichten nämlich wirklich für mich: Es ist weniger eine Karriere als eine Mission. Ein ‚Call to Action‘ sozusagen. Etwas, das dem Leben Sinn gibt.“

Auch Yogastar Kathryn Budig ist von Jessamyn begeistert

„Als ich mit der Ausbildung fertig war, hatte ich das Gefühl: ‚Okay, nun ist es an der Zeit, dass ich die Leute erreiche, die mich darum gebeten haben, sie zu erreichen.'“ Und das tut sie! Fast jedes Wochenende ist Jessamyn Stanley auf Achse, um dort zu lehren, wo man sie ruft, wo Schüler hungrig sind nach ihrer Spontaneität, Ehrlichkeit und ihrem frechen Unterrichtsstil. „Sie hat eine unglaublich authentische, erfrischende und witzige Art, die ich sehr an ihr bewundere“, lobt Yogastar Kathryn Budig. „Ich glaube, wir erreichen langsam ein Zeitalter, in dem Menschen weniger Plattitüden hören wollen und sich stattdessen Ehrlichkeit wünschen. Und Jessamyn verkündet ihre Botschaften schnörkellos und pur.“

„Yoga ist für alle!“

Yoga für Dicke
Mit ihren Texten und Podcasts erreicht Jessamyn Menschen, die noch nie einen Fuß ins Yogastudio gesetzt haben.

Jessamyn Stanleys Hauptziel ist es, dass mehr Menschen mit den unterschiedlichsten Körpern sich in Yogaklassen trauen – auch die, denen bislang vielleicht gar nicht bewusst war, wie gut ihnen Yoga tun würde. Dafür müssten wir nur alle endlich begreifen und leben, was Yoga eigentlich im Kern ausmacht. „So viele wagen sich bislang nicht in Yogakurse, weil sie darin die einzige Schwarze sind, der einzige Mann, die größte oder dickste Frau, der einzige Hauptschüler oder was auch immer. Das gibt ihnen das Gefühl, nicht dazuzugehören, und das ist so traurig, denn Yoga ist für alle!“

Mittlerweile ist auch Stanleys App „The Underbelly“ auf den Markt. Damit will sie ihre Yogaklassen für alle zugänglich machen, die über ein Smartphone oder einen Computer verfügen. Ihr ist klar, dass auch der Kauf einer App schon ein gewisses Privileg darstellt, doch sie bekennt: „Auch ich habe natürlich Rechnungen zu zahlen.“

Mehr Sein als Schein

An unserem letzten gemeinsamen Tag frage ich sie nach den Tattoos, die ihre Arme zieren. Eines davon ist das Staatsmotto von North Carolina: „Esse quam videri“, ein lateinischer Spruch, der so viel heißt wie „Mehr Sein als Schein“. Das Motto drückt genau das aus, wofür sie steht. Sage Rountree, die Mitinhaberin der Carolina Yoga Company, an der Jessamyn Stanley eine Weile unterrichtet hat, bringt es auf den Punkt: „Ihr geht es nicht darum, wie jemand oder etwas aussieht oder darum, sich in die fotogenste Pose zu werfen. Sie will wirklich echt sein und nicht ein makelloses Bild entwerfen, das möglichst echt wirkt.“

Und genau das ist auch der Grund, warum Stanley nicht gerne Yogini genannt wird. Echte Yogis und Yoginis, so ihre Überzeugung, leben in einem permanenten Zustand der Losgelöstheit – von materiellem Besitz, Sorgen, Vorurteilen. Nichts, was sie mit sich selbst in Verbindung bringt: „Es wäre vermessen und wirklich seltsam, würde ich behaupten, dass ich einen Weg gefunden habe, mich von solchen Bindungen zu lösen“, gibt sie zu. Aber hey – sie arbeitet daran!

Mehr Info: jessamynstanley.com


Die Autorin: Lindsay Tucker ist Redakteurin bei der US-Ausgabe des YOGA JOURNAL, doch sie schreibt auch für Hochglanzmagazine wie Glamour und Allure – Jessamyn hätte auch darin einen Platz.

Yoga Vorher Nachher: Was das Üben mit dir macht

Yoga Vorher Nachher
Fotos: Felix Krammer

Natürlich bewirkt Yoga mehr als entspannte Gesichtszüge, frische Haut und strahlende Augen. Dennoch ist der Yoga-Vorher-Nachher-Effekt bei einer Yogasession frappierend: Zu diesem besonderen Leuchten liefert der Fotograf und Yogalehrer Felix Krammer einige An- und Einblicke.

  • Yoga vorher nachher
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  • Was Yoga bewirkt
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  • So wirkt die Yogapraxis
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Yoga Vorher Nachher – Fotograf Felix Krammer im Interview

Felix, du hast fünf Yogaschüler vor und nach deiner Yogastunde fotografiert. Als Lehrer weißt du, was in der Stunde passiert ist, als Fotograf dokumentierst du die Wirkung. Worin besteht die „Verwandlung“?

Durch die Asanapraxis kommen wir wieder mit unserem Körper in Kontakt. Es entsteht Wärme, Spannungen lösen sich, wir spüren unsere Energie und reichern sie gleichzeitig an. Die gleichmäßige und tiefe Atmung hilft, noch mehr im Jetzt zu sein. Unsere Gedanken kommen zur Ruhe, der ganze Körper entspannt. Das macht uns gelassener, freudvoller und auch sanfter.

Kann man es wirklich fotografisch festhalten – das Gefühl „danach“?

Ich glaube schon. Bei einer Fotografie ist immer primär das Gefühl sichtbar, das zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme im Raum oder zwischen Fotograf und der zu fotografierenden Person vorhanden war. Es entscheidet darüber, ob ein Bild gefällt, oder besser gesagt berührt.

Wie war es, bei dieser Session zwischen deinen Rollen zu wechseln?

Als Fotograf habe ich mich heute nicht in der Rolle gesehen, ein schönes, themengerechtes Bild zu machen oder eine bestimmte Charaktereigenschaft herauszuarbeiten. Es ging mir um Momentaufnahmen: Hinstellen, scharf stellen, auslösen. Mein Fokus lag darauf, eine runde Yogastunde zu unterrichten, um dann das sichtbare Ergebnis fotografisch festzuhalten zu können.

Wie unterscheidet sich der Blick auf die Schüler, wenn du unterrichtest?

Sowohl beim Unterrichten als auch beim Fotografieren brauche ich ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und einen Blick, der in die Tiefe geht – nur so kann Verbindung entstehen. In beiden Situationen versuche ich, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, damit sich Anspannung lösen kann. Klarheit und Verbindung sind in beiden Fällen wichtig.

Was hältst du von der gängigen Yoga-Ästhetik in Medien wie Instagram?

Als Yogalehrer sehe ich es kritisch, wenn es nur um Asana-Gepose an tollen Orten geht oder um die Gleichung Handstand = Fortschritt im Yoga. Doch wenn ich als Fotograf erkenne, dass Emotion, Bild und Botschaft übereinstimmen und dass sie zeigen, was Yoga bewirkt, dann kann das Teilen dieser Erfahrung über Social Media beides zusammenbringen und wunderbar ergänzen.


Felix Krammer lebt in München und arbeitet als professioneller Fotograf in den Bereichen Beauty, Fashion, Portrait, Yoga und Werbung. Als Yogalehrer unterrichtet er unter anderem bei Patrick Broome Yoga, wo auch die Fotos für diesen Artikel entstanden. Mehr zu Felix unter: www.felix-krammer.de oder auf seinem Instagram-Account: felix.krammer.photography