Acro-Yoga: Jeder kann fliegen! Yoga-Stil mit Suchtpotential

Acro-Yoga verbindet die Spiritualität und uralte Weisheit des Yoga mit der Verspieltheit und Dynamik der Akrobatik und der regenerativen, heilenden Kraft der Thaimassage. Acro-Yogi Mito FlyingMonkey erklärt uns, was den Yoga-Stil ausmacht und wie die Yoga-Praxis dabei aussieht.

Was erwartet mich beim Acro-Yoga?

Üblicherweise startet eine Einheit mit einer Yoga-Sequenz, um sich mit dem eigenen Körper zu verbinden und den Geist ruhig werden zu lassen. Danach werden in Partnerübungen Kommunikation, Teamwork und Vertrauen aufgebaut. So sind wir ideal vorbereitet, um im Akrobatik-Teil abzuheben. Am Ende einer Session bedanken wir uns beieinander und bei unserm Körper indem wir uns gegenseitig eine kurze Massage geben.

Wie genau muss ich mir den Akrobatik-Teil vorstellen?

Mit “Akrobatik” ist hier vor allem Partnerakrobatik gemeint. Eine am Boden liegenden Unterperson (“Base”) balanciert eine Oberperson (“Flyer”) auf Händen und Füßen durch verschiedene Haltungen und Bewegungen. Dabei wird der Flyer von einer dritten Person (“Spotter”) gesichert und unterstützt. Von der oben beschriebenen ersten Flugerfahrung kann es, in vielen kleinen Schritten, bis hin zu den extremen akrobatischen Figuren gehen. Meist geht es dabei aber recht verspielt zu. Wir testen und probieren dabei, wie wir noch aufeinander “herumkrakseln” können. Kreativität kommt dabei ganz von allein.

“Jeder kann fliegen!” Mito hält seine Workshops gerne auch in der Natur ab.

Für wen ist Acro-Yoga geeignet?

Man könnte meinen Acro-Yoga sei jungen, dynamischen und sportlichen Menschen vorbehalten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Acro-Yoga ist für alle Menschen mit einem normal beweglichen Körper zugänglich, unabhängig von Alter und sportlicher Vorerfahrung, Beweglichkeit oder Kraft. Man kann sich immer wieder überraschen lassen und staunen was gemeinsam alles möglich ist. Die Motivation und die Effekte können sehr vielseitig sein. Für die einen ist es vor allem ein Sport, eine verspielte, gesellige Art sich zu bewegen, den Körper zu spüren und ganz nebenbei Kraft, Beweglichkeit, Balance und Koordination aufzubauen. Andere begeistern die performativen und ästhetischen Aspekte. Wiederum andere verzaubert einfach das Gefühl von jemandem getragen zu werden, schwerelos die Herausforderungen des Alltags zu vergessen. Aber eins haben alle gemeinsam: Es macht enorm viel Spaß!

Kommt die Spiritualität beim Acro-Yoga nicht zu kurz?

Manchmal scheint die spielerische und körperliche Seite im Vordergrund zu stehen und man fragt sich wo der Zusammenhang zur Spiritualität des Yoga ist. Aber: Beim Acro-Yoga geht es nicht darum ein sportliches Ziel zu erreichen, sondern um die inneren Prozesse die durch die Praxis angestoßen werden. Dazu gehören natürlich Freude und Leichtigkeit, aber auch die Konfrontation mit Ängsten, Frust oder Ehrgeiz. Dabei wird tiefes Vertrauen aufgebaut – in sich selbst und die körperlichen Fähigkeiten, sowie auch in andere Menschen. Man kann Schritt für Schritt eigene Grenzen erforschen, lernen diese anzunehmen und auch angemessen zu kommunizieren.

Vertrauen in den Partner entsteht während der Acro-Yoga-Praxis automatisch.

Acro-Yoga fördert das Verbundensein

Beim Yoga geht es um Verbundenheit. Verbundenheit mit sich selbst, dem eigenen Körper, der eigenen Kraft und mit seinen Emotionen. Verbundenheit mit der Welt um uns herum. Verbundenheit mit dem Leben. Acro-Yoga bietet einen sicheren Rahmen um die Verbundenheit mit anderen Menschen, dem Boden (Erdung) und dem Himmel (Fliegen, Leichtigkeit) zu erfahren und zu vertiefen. Wenn wir erleben, wie alle um uns herum herausgefordert werden, aber sich dem stellen und dafür mit enormen Glücksgefühlen und Euphorie belohnt werden, dann bestärkt uns das und wir sind bringt uns einander näher.

Präsenz und Achtsamkeit

Beim Yoga geht es auch um Präsenz und Achtsamkeit. Wenn ich jemanden auf meinen Füßen balanciere (als Base) oder selbst gerade in allen Achsen durch den Raum bewegt werde, dann ist da kein Platz um über das Abendessen nachzudenken, die Arbeit oder Vergangenheit und Zukunft. Und dann steht man plötzlich wieder auf den eigenen Füßen und bekommt Gelegenheit den Effekten nachzuspüren und das Erlebte zu integrieren.

Voll im Hier und Jetzt: Beim Üben bleibt kein Platz für ablenkende Gedanken.

Intensives Gemeinschaftsgefühl

Wenn wir langsam immer vertrauter mit unseren Partnern und der Praxis werden, entsteht ein kreativer Tanz, der ohne viele Worte und Gedanken in der Bewegung fließt. Da immer drei Leute Acroyoga zusammen praktizieren, wächst schnell ein intensives Gemeinschaftsgefühl. An unzähligen Orten auf der ganzen Welt gibt es regelmäßig Treffen – “Jam” genannt – bei denen sich Acro-Yogis zusammenfinden, um ihre Leidenschaft zu teilen. Die Jams sind für Gewöhnlich non-kommerziell, jeder gibt und teilt einfach was er/sie kann und will.

Akrophoria Festival in München

Die meisten Workshops und Jams werden über Facebook (Gruppe Akroyoga München / Munich) und Whatsäpp organisiert. Auch in München gibt es eine rege Szene. Vom 26. bis 29. März 2020 gibt es eine wunderbare Gelegenheit in diese Community hineinzuschnuppern: beim “Akrophoria Festival” in München treffen sich blutige Anfänger und Fortgeschrittene zum “Fliegen”.


Mito FlyingMonkey ist zertifizierter Partner-Acrobatics.com Lehrer und fester Bestandteil der barefootyoga.me-Community. Seit 2014 teilt er seine Leidenschaft für Acro-Yoga, Handstand und Thai-Yoga-Massage regelmäßig auf Workshops, sowie weltweit auf Akrobatik & Yoga-Festivals. Seine Begeisterung für die vielfältigen Facetten von Acro-Yoga hat viele Gründe: Vom Wiederentdecken der Freude an Bewegung und Spiel, Gesundheit und Fitness, über Vertrauen, Teamwork und soziale Kompetenzen bis zu Spiritualität. Mitos Ingenieurs-Background zeigt sich in präzisen Anleitungen, technischem und biomechanischem Knowhow, sowie einer guten Portion forscherischer Neugier. Mehr Info: www.FlyingMonkey.eu

Fotos: Ishine Photography

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