Essen gegen die Angst – wie die Psyche mit der Ernährung verbunden ist

Der Körper macht nicht mehr mit

Blähungen, ständige Müdigkeit, Ängste – lange Zeit nahm ich das alles einfach hin. Es war schlichtweg mein Alltag. Mit Anfang 20 hatte ich mich an meine chronischen Angstzustände gewöhnt und fand auch mein dadurch bedingtes gestörtes Essverhalten “normal”. Bis schließlich mein Körper nicht mehr mitspielte. Der Mangel an wichtigen Nährstoffen und die Überlastung mit Stoffwechselgiften hatten mein lymphatisches System angegriffen, das als Teil des Abwehrsystems dafür zuständig ist, Krankheitserreger, Fremdpartikel, aber auch Krebszellen auszuscheiden. Der Weckruf war brutal: Mit gerade mal 21 fanden Ärzte einen bösartigen Tumor in meinem Hals. So kam es, dass ich mich in dieser dramatischen Lebenssituation erneut dem Essen zuwendete – doch dieses Mal nicht um mein Leiden zu verdrängen, sondern um gesund zu werden.

Gesunde Alternativen für ungesunde Gelüste

Ich erinnerte mich an die Traditionen meiner australischen Heimat: Die Aborigines heilen seit jeher mit Pflanzen und Lebensmitteln. Auch meine Eltern hatten mir von klein auf den Wert von natürlichem, vollwertigem Essen zu vermitteln versucht. Statt also meinen seit Teenager-Tagen gewohnten Gelüsten zu folgen, begann ich, nach nährenden, selbstgemachten Alternativen zu suchen. Trieb mich die Angst beispielsweise dazu, etwas befriedigend Fettiges essen zu wollen, dann schnippelte ich Kartoffeln klein und garte sie in einem gesunden Öl. Egal ob Chicken Nuggets, Keksteig oder Pralinen: Ich fand vollwertige Lösungen aus natürlichen Zutaten und verwandelte so mein altes Stress- und Trostfutter in gesunden Genuss. Die Krebsdiagnose wurde zu einem Wendepunkt, an dem ich endlich die Motivation fand, meinen Lebensstil grundlegend zu ändern: Schluss mit Gummibärchen zum Frühstück, Fast Food mittags und abends und zwischendurch mal schnell eine komplette Schachtel Kekse, wann immer ich das Bedürfnis hatte, Stress und negative Gefühle auszublenden. Das Beste daran war: Ich hatte nicht mal das Gefühl, etwas zu vermissen, denn alles, was ich an Geschmack oder Konsistenz mochte, gab es auch in dieser naturnahen Ernährung.

Industrie-Food ist das perfekte Rezept für Angststörungen.

365 Tage lang wollte ich nur natürliche, unverarbeitete Lebensmittel zu mir zu nehmen. Um mich zu motivieren, dokumentierte meine Erfahrungen in einem Blog: The Earth Diet. Das Ergebnis hat mich selbst verblüfft: Schon nach drei Wochen hatte die Kombination aus Ernährungsumstellung und verschiedenen Entgiftungstherapien den Tumor um fast einen Zentimeter schrumpfen lassen. Woche für Woche bestätigten die Untersuchungen beim Arzt neue Fortschritte, bis sich das Geschwür am Ende des dritten Monates aufgelöst hatte. Gleichzeitig passierte aber noch etwas anderes, völlig Unerwartetes: Zum ersten Mal seit fünf Jahren erlebte ich längere Phasen ohne Angstgefühle. Es gab wieder ganze Tage, an denen mein Sympathikus, also der Teil des Nervensystems, der uns in Bereitschaft versetzt zu kämpfen, zu fliehen oder zu erstarren, nicht permanent in Aktion war. An denen ich zur Ruhe kam, mich erholen und mich auf meine Heilung einlassen konnte.

Neurotoxine und Neurotransmitter

Heute weiß ich: Bestimmte Lebensmittel wirken als Neurotoxine, sprich: Nervengifte (siehe unten). Sie reizen die Nerven, lösen Entzündungsreaktionen aus und rufen Ängste hervor. Mein seit Jugend angewöhntes Essverhalten hatte mich also jahrelang in einen Teufelskreis verwickelt: Als Reaktion auf Stressfaktoren hatte ich zu bestimmten, damals als tröstlich empfundenen Lebensmitteln gegriffen, die mich aber in Wirklichkeit noch ängstlicher gemacht hatten, indem sie meine Stressempfindungen verstärkt und mich in eine Abhängigkeit geführt hatten. Auch Scham spielte dabei eine große Rolle. Ich wusste natürlich, dass Junk Food nicht gut war, aber ich hatte das Gefühl, nicht darauf verzichten zu können. Das nahm ich mir selber übel, was den Teufelskreis nur weiter anheizte. Dahinter stand eine ziemlich vorhersagbare Kette von biologischen Ursachen und Wirkungen: Stress steht in Zusammenhang mit der Produktion von Cortisol, einem Hormon, das Appetit auf süße und kohlenhydratreiche Lebensmittel macht, die schnell in Energie umgewandelt werden können.

Evolutionsgeschichtlich eine sehr sinnvolle Idee, denn mit diesem Treibstoff ist der Körper besser gerüstet zu rennen, zu kämpfen und sich zu verteidigen, wenn der als prähistorischer Stressauslöser gerne angeführte Säbelzahntiger angreift. Der Stress, den wir heute erleben, erfordert nur selten körperliche Leistung, dafür sind wir aber, anders als unsere Vorfahren, ständig von Lebensmitteln umgeben, die viel zu viel schnell verfügbare Energie enthalten, leider aber meist in Form billiger, stark verarbeiteter Industrieprodukte. Die stören eine gesunde, harmonische Chemie im Gehirn, wirken sich negativ auf das endokrine System aus (also auf den Hormonhaushalt, der ja auch Emotionen, Entwicklung und Stoffwechsel steuert) und können Entzündungen und oxidativen Stress auslösen. Mit anderen Worten: meine frühere Ernährung war das perfekte Rezept für Angststörungen – und so dreht sich der Teufelskreis immer weiter.

Neurotoxine in der Nahrung

  • weißer Zucker und synthetischer Süßstoff
  • industrielle Zusatzstoffe (z.B. Süßungsmittel Isoglukose und diverse Konservierungsstoffe)
  • Transfette (meist menschen-gemachte ungesättigte Fettsäuren, besonders in Backwaren, Fast Food, Fertiggerichten, Süßwaren und Snacks enthalten)
  • Backwaren aus stark verarbeiteten Mehlen
  • künstliche Aromen und Farben

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