Rezept-Tipp: Rosenkohl Kastanien Pasta

Wir lieben die Rezepte aus den veganen Kochbüchern „Kochen ohne Knochen“ von Joachim Hiller und Uschi Herzer, da sie Veganismus mit Alltagstauglichkeit verbinden. Heute stellen wir dir dieses schnelle vegane Winterrezept für zwei Personen vor.

Zutaten für 2 Portionen

  • 200 g Maronen
  • 200 g Rosenkohl
  • 1 Packung Hafer- oder Sojasahne
  • 1 EL Hefeflocken
  • 250 g Pasta
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • pflanzliche Margarine
  • Salz und Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • frischer oder getrockneter Thymian
  • 1 EL Zucker oder Rohrohrzucker

ZUBEREITUNG

Rosenkohl putzen und kreuzweise am Stiel einritzen. Den Rosenkohl in Salzwasser ca. 5-8 Minuten bissfest kochen. Maronen zuerst im Ofen erhitzen, so dass sich die Schale leichter löst, dann schälen, in grobe Stücke hacken. Den Rosenkohl abgießen, kalt abschrecken, Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfel schneiden. Jetzt das Pastawasser anstellen. Derweil in einem kleinen Topf etwas Margarine zergehen lassen. Zudem Knoblauch und Zwiebeln darin andünsten, Sahne und Hefeflocken dazugeben und würzen.

In einer Pfanne jetzt Margarine zergehen lassen, Rosenkohl und Kastanien hineingeben und leicht anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Nun die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und mit der Sauce vermische. Anschließend auf zwei Tellern anrichten und Rosenkohl-Kastanien-Mischung hinzugeben. Guten Appetit!


Foto von Daniela Mohr. In der Kochbuchreihe „Kochen ohne Knochen“ von Joachim Hiller und Uschi Herzer sind bereits 5 Bücher erschienen.

Yoga auf dem Brett – Balance und Aufmerksamkeit

Yoga auf dem Balance Board

Schon mal von „Das Brett“ gehört? Die kleine Spielzeugmanufaktur TicToys aus Leipzig hat es als Spielzeug für Jung und Alt entwickelt. Bester Nebeneffekt: Das Brett eignet sich ganz wunderbar als Hilfsmittel für verschiedenste Yogaübungen. Wir zeigen dir, wie es funktioniert.

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Egal ob Kind oder Erwachsener: Das Brett, aufgebaut aus elf Buchenholzschichten, ist bis zu 120 kg Körpergewicht belast- und nutzbar. Durch eine spezielle Art der Produktion federt es. Weiche und sanfte Hüpfer und Schwingungen sind so ohne Probleme möglich. Yogis*inis, die das Balance-Board ausprobieren, werden schnell Ideen für die tägliche Praxis entwickeln. Wichtig ist ein fester Stand, mit Stoppersocken oder barfuß. Das Brett ist vollkommen ungiftig und wird in reiner Handarbeit in Deutschland hergestellt.

Das innere Kind berühren

Durch das Wippen, stellt sich beim Üben schnell spielerische Freude ein (Abhyasa). Mit Geduld, einer Portion Gelassenheit und einem nachsichtigen Umgang mit sich selbst (Ahimsa) wächst das Selbstwertgefühl während der Yogapraxis. Die Art des Bewegens auf dem Brett fördert ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Spielerisches Wiegen und Hüpfen unterstützen das Loslassen (Vairagya) und es kommt eine kindliche Freude auf, erklärt Yogalehrerin Andrea Pietsch.

Was kann das Brett?

Beim Üben mit dem Balance-Board wird vor allem Gleichgewicht geschult: Das Brett gibt sofort und ständig Feedback, ob die Aufmerksamkeit und die Konzentration ganz im Moment sind und die Ausrichtungen stimmen. Die Asanas werden mit dem Balance-Board optimal unterstützt und neu erlebt. Besonders vernachlässigte, tiefe Muskeln, vor allem in den Füßen und Beinen sowie der Beckenboden profitieren davon. Karanas/Vinyasas werden durch die Bewegung des Bretts noch fließender und schwingender empfunden. Für Yin Yoga Haltungen ersetzt es das Bolster, im klassischen Yoga das Bänkchen und gestaltet so das Üben abwechslungsreich. Dabei geht es nicht um akrobatische Übungen, sondern um eine aufmerksame und bewusste Praxis. „Yogagruppen setzen sich selten homogen zusammen, aber das Üben auf dem Brett ist für alle geeignet und meine Teilnehmer zwischen 20 und 70 lieben es,“ verrät Andrea Pietsch.

TicToys bietet das Brett in verschiedenen Farben und auf Wunsch auch mit einer Korkunterseite an. Mehr Infos unter: www.tictoys.de

Asanas auf dem Balance-Board

Das Brett ersetzt Sitzunterlagen und vereinfacht das Sitzen für Asanas, Pranajama und Meditation. Lenke zu Beginn deine Aufmerksamkeit auf den Atem, entschleunige und vertiefe ihn. Im Folgenden zeigen wir dir ein paar Asanas, die du auf dem Brett üben kannst. Plus: Mitmach-Video am Ende des Artikels von Andrea Pietsch.

Vajrasana – Fersensitz

Yoga auf dem Balance Board
Yogalehrerin Andrea Pietsch (links) zeigt den Fersensitz

Muktasana – Sitz mit überkreuzten Beinen

Muktasana

Ablauf Karana/Vinyasa dynamisch

Im folgenden stellen wir dir eine kleine Abfolge auf dem Balance-Board vor: Das Brett ist konkav. Trete mittig auf das Brett, ausgerichtet zur langen Brettseite. Langsam, in deinem Atemrythmus, wandern deine Füße bis zu den kurzen Brettkanten, dabei kommt das Brett in eine Wiegebewegung.

  • Yoga Balance Board

Richte deine Zehen nach vorne aus. Wiege weiter, und hebe dazu mit dem Einatmen entspannt die Arme über die Seiten – deine Mundwinkel nimmst du gleich mit. Mit dem Ausatmen lässt du sie wieder sinken. Deine Arme fühlen sich an wie große Adlerschwingen. Werde noch langsamer und weicher. Vielleicht spürst du, wie dieses Wiegen dein inneres Kind berührt? Mit dem nächsten Ausatmen finde dich in der Mitte ein. Schmiege deine Füße ans Brett, strecke die Beine, saugen deine Beinmuskeln an die Knochen. Stehe im Lot mit gegrätschten Beinen.

Astha karana – die acht Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule

Hier siehst du den Ablauf der Übung auf dem Balance-Board.

Bhujangasana – Kobra

Das Brett liegt konvex, vielleicht möchtest du dir eine Decke auflegen. Lege dich auf das Brett, der Nabel ist dein höchster Punkt. Deine Stirn ruht auf dem Boden. Setze deine Hände neben der Brust auf, die Ellenbogen weisen Richtung Füße. Die Fußrücken drückst du zum Boden. Mit dem Einatmen hebst du deinen Kopf mit langem Nacken. Das Brustbein zeigt nach vorne oben. Dein Rücken ist lang. Öffne den Mund leicht und atme ruhig weiter.

Yoga Balance Board

Hier ist die Unterstützung des Bretts besonders hilfreich: Ohne Einsatz des großen Gesäßmuskels (Gluteus maximus) kann die Kraft wirklich aus dem Rücken und dem Beckenboden generiert werden. Lege dich mit dem Ausatmen wieder lang ab. Spüre nach, schicke einen Entspannungsimpuls dorthin, wo die Bemühung war.

Weitere Asanas mit dem Balance Board

Wie du siehst wirkt das Balance Board unterstützend, erleichternd und ist ein prima Hilfsmittel für deine tägliche Yogapraxis. In der Galerie siehst du noch mehr möglich Asana-Variationen mit dem Brett.

Video: Erstes Vinyasa auf dem Balance-Board

In diesem Video zeigt Andrea Pietsch gemeinsam mit Pauline Luber, wie du das Brett in deine tägliche Yoga-Routine einbauen kannst und so dein Gleichgewicht und deine Konzentration schulst.


Autorin: Andrea Pietsch
Model: Pauline Luber

Ist Kaffee trinken als Yogi*ni in Ordnung? Ein Selbstversuch

kaffee

Passen Yoga und Kaffee zusammen? Was sagen Yogaphilosophie und Medizin dazu? Wieso widersprechen sich die beiden eigentlich? Und wie kann ich aufhören, wenn ich das möchte? Unsere Autorin Kerstin geht dem auf den Grund.

Achtsame (Kaffee-)Rituale

Zur Morgenroutine vielenr Yogi*nis gehören nicht nur Pranayama, Meditation und Yoga, sondern auch bestimmte Speisen und Getränke. Für viele gehört der Kaffee zu einem entspannten Morgen einfach dazu. Ganz nach dem Motto: But first, coffee. Viele schwören aber auch darauf, dass dynamisches Vinyasa Yoga den Kaffee ersetzt. Es gibt bestimmt so viele Meinungen zu Yoga und Kaffee wie es Yogi*nis gibt. Aber was ist der Grundwiderspruch?

Kaffee als softe Droge widerspricht meiner Ansicht nach grundsätzlich der Yogaphilosophie. Die Kaffee-Leistungs-Kultur ist doch das genaue Gegenteil von der Erweiterung des Bewusstseins und der Achtsamkeit, die wir im Yoga anstreben, oder? Immerhin nutzen wir Yoga, um aus den Gedankenkreisläufen auszusteigen. Kaffee trinken wir aber nicht nur zum Genuss. Wir hoffen dadurch auch besser zu funktionieren, wacher zu sein – egal ob im Büro oder Home Office. Kaffee gibt uns den Kick, wenn wir die Motivation verloren haben. Er putscht uns aber nicht nur bei Bedarf auf, sondern erhöht auch unser Stresslevel. Dadurch kommen wir in den stressigen Überlebensmodus, der auch Fight-or-Flight-Mode genannt wird. Um das besser zu verstehen, schauen wir uns den Zusammenhang zwischen Coffeinkonsum und körperlichen Prozessen an.

Körperliche Folgen von Coffein

Generell gilt Kaffee als anregend. Das betrifft alle möglichen Teile des Körpers: die Atmung, den Stoffwechsel, das Herz und das Gehirn. Genau deswegen ist er ja auch so beliebt. Kaffee gibt uns ein High, das nach einiger Zeit wieder abflacht. Dann wartet der Körper auf den nächsten Shot. Allerdings kann übermäßiger Konsum auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Das liegt an den Hormonen Adrenalin und Cortisol. Zudem schadet die enthaltene Säure den Magenschleimhäuten. Mehr über die Körperlichen Folgen liest du hier.

Wegen den gesundheitlichen Gefahren sollten auch Schwangere und Stillende keinen Kaffee trinken. Erhöhter Herzschlag, Schweißausbrüche und Nervosität? Das wirkt der Entspannung durch Yoga entgegen. Daher sollten Yogi*nis Kaffee wenn dann nach der Yogapraxis genießen.

Yogaphilosophie und Drogen

Gibt es in den Yogatexten Hinweise darauf, dass Kaffee nicht zum Yoga passt? Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich mal wieder in die Hatha Yoga Pradipika geschaut. Einer der klassischen Yogatexte spricht nicht explizit von Kaffee, rät dafür aber von Drogen und Alkohol ab. Auch rät die Schrift von sauren und ruhelosen Speisen ab. Wenn der Körper ein göttlicher Tempel ist, gilt es, ihn nach bestem Wissen und Gewissen zu pflegen. Aber es lohnt sich auch, dafür in die Nachbardisziplin Ayurveda zu schauen. Denn die drei Konstitutionen vertragen Kaffee unterschiedlich gut: Kann das gemächliche Kapha die Anregung gut vertragen, ist beim dynamischen Pitta und ruhelosen Vata Vorsicht geboten.

Andererseits: Die Zeiten haben sich verändert, seit Yoga und Ayurveda sich entwickelt haben. Deshalb habe ich eine Freundin gefragt, die im Zuge ihrer Yogapraxis auf Kaffee verzichtet. Statt des morgendlichen Kaffees übt sie lieber den Kopfstand. Sie verzichtet generell auf zu intensive Lebensmittel, weil sich ihre Energien durch Yoga verfeinert haben, und sie alles viel intensiver spürt. Von einem Kaffeeverbot im Yoga hält sie aber nichts. Denn so etwas Striktes führe wieder zu neuem Leistungsdruck.

Mehr über die belebende Wirkung von Umkehrhaltungen kannst du auch hier nachlesen.

Loskommen, aber wie?

Ich persönlich habe bereits mehrmals versucht, dem Kaffee abzuschwören. Vor allem, weil ich generell versuche, dem Leistungsdruck zu entkommen. Aber auch, weil ich für mein Alter zu viel Herzrasen habe. Mal habe ich kalten Entzug versucht. Dann bin ich die Sache schrittweise angegangen. Dabei habe ich Coffein jeden Tag mithilfe von Schwarztee und Rohkakao reduziert. Auch Vitamin C hat gegen die Kopfschmerzen eindeutig geholfen.

Aufgrund der Kopfschmerzen und anderen Entzugserscheinungen (SienceDaily) würde ich empfehlen, den Entzug im Urlaub oder einer ruhigeren Zeit zu machen. Dann haben wir auch mehr Zeit, um mit Yoga gegen zu steuern. Denn Yoga hilft wie jeder Sport, von einer Sucht los zu kommen. Unter anderem, weil das dadurch ausgeschüttete Adrenalin den Kaffee ersetzt.

Was ich aus meinen bisherigen Kaffee-Entzügen weiß: Das Umfeld ist wichtig. Erzähle am besten deinem Freundeskreis und der Familie von deiner Entscheidung. So wird der nächste Plausch beim Kaffee mit Freund*innen nicht zum Verhängnis -zumindest bei mir war das der Punkt, an dem der Entzug immer gescheitert ist.

Ausschlaggebend: die Intention dahinter

Für mich ist beim yogischen Kaffeekonsum die Intention entscheidend: Wieso trinken wir täglich Kaffee? Weil wir gar nicht mehr drüber nachdenken und einfach süchtig sind? Oder weil eine kleine Dosis in Kombination mit einem Ritual unsere Lebensqualität steigert? Durch Achtsamkeit gegenüber dem Körper, verstehe ich auch mein Inneres besser. Und die neu gewonnene Klarheit schenkt mir Mut, anschließend danach zu handeln.

Genießen in Maßen

Wie so oft lässt sich zu einem komplexen Thema nicht die eine Antwort finden. Yoga ist eben Freiheit und nicht Dogma. Deshalb ist Yogi*ni auch nicht nur, wer auf coffeinhaltige Lebensmittel verzichtet. Mich persönlich haben vor allem die Yogaphilosophie und die körperlichen Folgen neu motiviert. Ein erneuter Kaffeeentzug ist einer meiner Neujahrsvorsätze.

Dieses Mal habe ich keinen Anspruch, dass ich nie wieder Kaffee trinke. Aber ich möchte nicht mehr abhängig sein. Immerhin soll eine geringe Dosis Coffein bei Diabetes II und manche Krebsarten vorbeugend wirken. Maßvollen Konsum schlägt die Yogaphilosophie vor. Tatsächlich belegen auch Studien, dass kleinere und regelmäßige Mengen Coffein gegen Müdigkeit am wirksamsten sind (Apothekerzeitung).


Mehr zum Thema Kaffee und Yoga

Text: Kerstin Thost

6 Schritte in Savasana

Savasana

Hast du seine großartige Dokumentation „Der atmende Gott“ gesehen? Dann weißt du, dass Jan Schmidt-Garre damit nicht nur cineastisches Neuland betreten hat. Sondern er konnte auch seiner persönlichen Yoga-Praxis neue Impulse geben. In diesem Beitrag reflektiert er die Bedeutung der Totenstellung und leitet uns persönlich durch die 6 Schritte in Savasana.

Einer der großen Topoi der Yogaphilosophie, der mir während der Arbeit am „Atmenden Gott“ immer wieder begegnet ist, ist der achtgliedrige Weg des Patanjali. Auch Ashtanga-Weg (von Sanskrit ashta: acht, anga: Glied). Patanjali ist eine Schlüsselfigur in der Geschichte des Yoga. B. K. S. Iyengar widmete ihm einen Tempel in seinem Geburtsdorf. Pattabhi Jois nannte seine Yogaschule ihm zu Ehren Ashtanga Research Institute. Die Patanjali zugeschriebenen Yoga-Sutren, in denen sich der Gedanke des Ashtanga findet, sind ein philosophisches Traktat über Technik und Ziel des Yoga. Möglicherweise sind diese von verschiedenen Autoren zwischen dem 2. Jahrhundert vor Christus und dem 4. Jahrhundert nach Christus tradiert und zunächst nur mündlich überliefert.

Der achtgliedrige Pfad

Der Vers über den Ashtanga-Weg lautet in einer eindrucksvollen Begriffsballung „yamaniyamasanapra- nayamapratyaharadharanadhyanasamadhayostavangani“. Dieser benennt die acht Glieder des Yogawegs: seelische Reinheit, körperliche Reinheit, Körperbeherrschung, Atembeherrschung, Sinnesbeherrschung, Konzentration, Meditation und Erleuchtung. Üblicherweise identifiziert man diesen Yogaweg mit dem Lebensweg. Ist der Fokus auf das Positive am Beginn der Yogastunde nur billiger Ablasshandel odernarzisstischer Eskapismus. Aber die Yogaphilosophie lehrt, dass gute Gedanken nicht ohne Wirkung bleiben (ebenso wenig wie böse). Und seien es auch nur die wenigen am Anfang der Praxis. Das wäre das Yama, die erste Stufe des Yogawegs.

Es folgt Niyama, die Reinigung des Körpers. In der Krishnamacharya-Tradition zum Beispiel die Übung Kapalabhati, bei der mit heftigen Atemstößen Nase und Nebenhöhlen gereinigt werden. In diese Phase fällt interessanterweise auch das Gebot der Heiterkeit. Erst an dritter Stelle kommt das, was unter Yoga heute vor allem verstanden wird. Die körperliche Praxis der Asanas in statischer oder dynamisierter Form. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Asana ist „Sitz“. Denn ihre Funktion ist traditionell die Einübung der rechten Haltung für die höheren Stufen des Yogawegs. Nur der in den Asanas geschmeidig. Als moralisch gute und äußerlich reine Menschen vervollkommnen wir in der Jugend unseren Körper mit Yogaübungen. Wenden uns als Erwachsene anschließend unserem Inneren zu. Blenden die Außenwelt schließlich aus. Sammeln uns im Alter in Meditation und Hingabe, um am Lebensende die vollkommene Erkenntnis zu erfahren.

Der Weg von Außen nach Innen

Während der Arbeit am „Atmenden Gott“ vertiefte ich mich immer mehr in die Yoga-Praxis. Dabei versuchte ich die Anweisungen von Pattabhi Jois, Iyengar und Sribhashyam umzusetzen. Zudem tat sich mir noch eine andere Interpretation auf. Vielleicht ist der Yogaweg nicht nur der Lebensweg eines jeden von uns. Sondern auch der Weg jeder einzelnen Yoga-Praxis. Alle Lehrer bestehen am Anfang der Praxis auf der inneren Sammlung des Schülers, sei es in der in Indien üblichen Form des gesungenen Mantras. Der Yogi vermag den Meditationssitz „zugleich fest und leicht“ (sthirasukha) zu halten.

Stufe 4 ist danach das faszinierende Gebiet der Atemübungen (Pranayama). Es handelt sich dabei um das nach den Asanas das am weitesten verbreitete Glied des Yogawegs. Sie lenken die Aufmerksamkeit nach innen, wo das Bewusstsein nun mittels Pratyahara, einer geheimnisvollen, wenig erforschten Yogatechnik. Diese verschließt die Sinne als Fenster zur Außenwelt, sodass sich nach den rein geistigen Übungen Dharana (Konzentration) und Dhyana (Meditation) schließlich Samadhi einstellen soll. Das sagenumwobene Ziel des Yoga. In der Yoga-Praxis entspricht die fünfte Phase (Pratyahara) der Totenstellung (Savasana). Währenddessen liegt der Schüler regungslos auf dem Rücken und lässt die körperliche und geistige Praxis der vorausgegangen Minuten wirken. In den Yogastudios des Westens spricht man hier auch von Tiefenentspannung, die nach der oft körperlich fordernden Yogastunde höchst willkommen ist. Savasana heißt die schwerste Asana, wie oft zur Verwirrung der Schüler behauptet wird. Ich allerdings möchte Savasana jedoch nicht der Phase der Asanas, sondern des Pratyahara zuordnen. Denn hier lerne ich die Zurücknahme der Sinne. Oder noch zutreffender das Verschmelzen meiner mit der Außenwelt, so dass die Sinne ihre vermittelnde Funktion verlieren. Von den vielen beglückenden Erfahrungen und Erkenntnissen, die ich dem Yoga verdanke, ist Savasana die geheimnisvollste. Dazu braucht es 6 Schritte in Savasana.

6 Schritte in Savasana

1. Sinken

Ich lege mich auf den Rücken, die Arme neben den Körper. Ohne irgendetwas zu korrigieren, nehme ich die intuitive Position meines Körpers an. Ich registriere außerdem, wie die Schwerkraft ihre Arbeit tut und allmählich alle Glieder ins Gleichgewicht bringt. „Wir sollten in uns selber bequem sein, statt unsere Möbel bequem zu machen“, sagt Moshé Feldenkrais in einem seiner Vorträge nach Andrew Lutz. Deshalb vertraue ich darauf, dass ich das „zugleich fest und leicht“ finde. Auf der Matte ist diese Phase nicht spektakulär, weil die Variationen begrenzt sind. Im Bett oder auf einem Stuhl ist es schon anders. Zuhöchst mag es sogar im Stehen möglich sein, sich hinzugeben, ohne zu fallen.

2. Wahrnehmen

Ich durchwandere dann meinen Körper im Geiste, erspüre seine Grenzen und lege eine innere Landkarte an. Schmerzt die Schulter, spüre ich Zugluft am Fuß? Wo liegt das Bein auf, wo nicht, liege ich gekrümmt oder gerade? In welcher Haltung befinden sich Kopf, Mund, Zunge? Wo ende ich?

3. Lösen

Ich nehme nun jegliche Spannung aus den Muskeln, aus Stirn, Augen, Mund, Hals, Rumpf, Armen, Beinen. Mit einiger Übung gelingt es mir sogar, die Gedanken zu entspannen. Immer weiter spüre ich in die Enden des Körpers hinein. Dabei entdecke ich tiefer liegende, Anspannungen, die ich lösen kann. Ich begegne Echos früherer Entscheidungen, die sich im Körper abgelagert haben. Auch hier ist Form „sedimentierter Inhalt“ (Theodor W. Adorno). Es zeigt sich, dass diese Felder oder Knoten der Anspannung meine Individualität bilden. Und meine Geschichte, jenes Netz von Abgrenzungen, das mich im Wortsinn konturiert und mir Profil gibt. Indem ich sie löse, gebe ich meine Subjektivität auf und gewinne dafür die Teilhabe an etwas Größerem. Ist dieses Loslassen ein Ausfließen, ein Mich-Verlieren? Wahrscheinlich kann man es so empfinden. Ich aber erlebe das Loslassen als ein Angefüllt-Werden mit Nektar, der in mich strömt.

4. Schmelzen

Wo es mir gelingt, alle Spannung zu tilgen, lösen die Grenzen meines Körpers sich auf. Außen und Innen verschwimmen. Ich verschmelze mit Matte, Bett, Stuhl. Wie auf einem alten Geisterfoto, das denselben Körper in Doppelbelichtung zeigt, schwebe ich über mir. Was vorher Knie und Mund und Hände waren, ist jetzt ein einziger friedlicher Organismus. Und auch der nicht mehr, sondern nur noch eine Art Kraftfeld im Übergang vom Ich zur Welt. Jetzt werde ich nichts ändern. Jede Bewegung wäre überflüssig, was den Fluss zum Stocken brächte. Ich fiele zurück ins Individuelle, und augenblicklich würden sich die gefallenen Grenzen wieder aufrichten.

5. Zusehen

Gerade nach einer anstrengenden Asana-Praxis kann es schwerfallen, regungslos in der einmal eingenommen Haltung zu verharren. Und besonders auch dem verführerischen Impuls kleinster Bewegungen zu widerstehen. Gerade habe ich noch geschwitzt, und das Salz juckt auf der Haut. Ich versuche, den Reiz weder auszublenden, noch ihn in den Vordergrund treten zu lassen. Ich betrachte ihn gleichmütig. Wissend, dass er flüchtig ist. Und tatsächlich gibt er den Versuch nach einiger Zeit auf. Er lässt nach und löst sich schließlich ganz auf. So betrachte ich Wolken, die kommen und gehen. Und jede dieser Wolken lässt mich tiefer sinken und rückstandsloser schmelzen.

6. Anvertrauen

Es gibt seltenen Fällen, wo ich mich wirklich tief fallen lassen kann. Dann komme ich in einen Zustand tiefen Eins-Seins mit der Welt, in dem ich mich getragen weiß. Getragen wovon? Das ist wieder eine Deutung, sehr persönlich und wohl nicht übertragbar. Bei mir ist es ein Bild. Ich liege auf einem Blatt, einem großen Eichenblatt vielleicht, in der Hand Gottes. Diese Füllung meines Bildes verdanke ich dem Religionsphilosophen und Anthropologen Jörg Splett. Schildere ich hier, was Patanjali unter Pratyahara, dem fünften Schritt des Yogawegs versteht? Wörtlich bedeutet Pratyahara „fasten“. Desikachar übersetzt es in seinem Buch „Yoga – Tradition und Erfahrung“ mit „sich von dem zurückziehen, was einen ernährt“. Patanjali überträgt diesen Begriff auf das Verhältnis von Bewusstsein und Bewusstseinsgegenstand und definiert Pratyahara als das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt.

Unsere Sinne „lassen sich nicht mehr von ihren Gegenständen füttern“ (Desikachar). In Patanjalis Worten: „Im Pratyahara wenden die Sinne sich von ihren ureigenen Objekten in der Sinneswelt ab und nehmen stattdessen die Form des Bewusstseins an“ (Patanjali: Yoga-Sutren, Vers II, 54). Mit diesem Gedanken sind wir im Zentrum des Yoga, dessen Ziel es ist, das Denken von der kontingenten Welt der Erscheinungen zu emanzipieren. Nach Auffassung des Yoga verbirgt sich unter dem Anschein des Denkens „ein unbestimmtes ordnungsloses Flimmern, das sich aus den Empfindungen, den Worten und dem Gedächtnis speist. Die erste Pflicht des Yogi ist zu denken, das heißt, sich nicht denken zu lassen.“ (Mircea Eliade: „Yoga. Unsterblichkeit und Freiheit“). In der vollkommenen Yogahaltung wird nun nach Patanjali „das Bewusstsein nicht länger durch die Anwesenheit des Körpers gestört“ (Patanjali: Yoga-Sutren, Vers II, 48). Und sein Kommentator Vyasa (7. bis 8. Jahrhundert) schreibt dazu in den Yoga-Sutren in Vers II, 47. Die „Asana wird vollkommen, wenn die Anstrengung bei seiner Ausführung verschwindet und es keine Bewegung im Körper mehr gibt. Seine Vollendung wird erreicht, wenn der Geist sich ins Unendliche verwandelt, das heißt, wenn er die Idee des Unendlichen sich selbst zum Inhalt macht“.

Wenn ich in den 6 Schritten in Savasana, mit der Außenwelt verschmelze. Was tut dann noch mein Tastsinn? Er markiert eine Grenze, die sich aufgelöst hat. Wenn Innen und Außen eins sind und meine Sinne nicht mehr fokussieren, weil nichts mehr da ist, woran sie haften bleiben könnten. Was sind dann noch mein Tasten, Riechen, Hören? Ob ich höre oder nicht wird einerlei. Die Sinne werden zwar nicht ausgeschaltet. Aber sie werden aufgehoben. Ich ziehe sie im Sinne Patanjalis auf mich zurück. Wobei ich mich selbst zugleich in die Außenwelt hinein auflöse. Sie nehmen also „die Form des Bewusstseins an“. Dieses ist mit seinem Gegenstand eins geworden. Ein Bewusstsein, das keiner Sinne mehr bedarf, weil es selbst sinnlich geworden ist. Und die es umgebende Welt zugleich ganz und gar geistig.

Yoga als Überwinden von Grenzen

Einer der Zwecke der Yoga-Praxis ist das tägliche Überprüfen, Überwinden und Verschieben von Grenzen. Die Matte ist ein Probeschauplatz der Kämpfe des Lebens. Um welche Grenze geht es in Savasana? Solange wir jung und vital sind, stoßen wir an keine körperlichen Grenzen. Meist erkennen wir erst, wenn wir alt und schwach sind die Wahrheit. Dass die Kraft unserer Muskeln und auch die unseres Geistes nur scheinbar von uns stammen. Dass wir bei jedem unserer Schritte in Wirklichkeit geführt und getragen werden. Und es auch früher schon wurden, als wir uns stark wähnten.

Das absolute Getragen-Werden ist der Tod. Deshalb sind die 6 Schritte in Savasana die „schwerste Asana“. Nämlich das Einfühlen in den Tod. Das ist die tiefere Wahrheit des Namens Totenstellung. Er leitet sich nur äußerlich davon ab, dass wir wie ein Leichnam daliegen. Heinrich Zimmer schreibt dazu in „Yoga und Buddhismus“. „Ein Zustand des Unbewusstseins tritt ein, in dem Welt und Ich schwinden: sie sind nicht mehr. Ein Zustand vergleichbar dem traumlosen Schlafe ist willentlich hergestellt: alles als Gestalt individuell Umrissene, alles als Vorgang vergänglich Verfließende löst sich auf, zerschmilzt in seinem Gegensatze: einem Ungreifbaren, Gestalt- und Vorgangslosen. Das ist der physiologische Sprung ins innere Sein hinter der Individuation.“ In Savasana üben wir uns darin, „das Tor zum inneren Jenseits zu entriegeln“. Dadurch erfahren wir, dass Leben und Tod dialektisch ein und dasselbe sind: ein einziges. Dieses selige Getragen-Werden kann uns Yoga lehren.

Du hast die 6 Schritte in Savasana schon umgesetzt? Vielleicht bist du Yogalehrerin und willst du eine Massage im Savasana anwenden?


Kinderyoga: Eine spielerische Sequenz aus der Natur

In dieser kleinen Kinderyoga Sequenz erklärt Yogalehrerin Maja wie die saubere Luft zum Atmen entsteht und wieso es so wichtig ist, die Natur sauber zu halten. Ein großes Thema, spielerisch aufbereitet für kleine Yogis. In einem Mix aus Asanas, Achtsamkeit und Atemübungen können sich Kinder in die Rolle des großen, dicken Baumes versetzen, der draußen vor ihrem Haus steht.  

Leistungsdruck bei Kindern

Wenn man Kinder beim Spielen zuschaut, kann man beobachten, wie sie ganz in ihrem Spiel versinken und vollständig im Hier und Jetzt sind. Die Begeisterung und Neugierde die sie aufbringen und wie sie die Welt entdecken ist bewundernswert. Selbst ganz kleine Dinge lösen eine grenzenlose Freude in ihnen aus.

Leider fordert das Computerzeitalter seinen Tribut: Immer mehr Kinder verbringen ihre Freizeit mit elektronischen Medien. Dazu kommt der Leistungsdruck und Vergleiche mit anderen Kindern. Auch der immer schneller werdende Informationsfluss und die zahlreichen Aktivitäten neben Kindergarten und Schule, erstickt die Phantasie und untergräbt die Fähigkeit der Kinder, sich selbst zu entdecken. Dabei verlernen sie, sich kleine Ruhe-Inseln zu schaffen. Sie wissen manchmal nicht, wie sie mit ihren Emotionen umgehen sollen, die sich während des vollgestopften Alltags ansammeln.

Was bewirkt Kinderyoga

Yoga bringt Kinder wieder in einen Zustand des „Kind-sein-könnens“ zurück. Es bietet ihnen eine neue Welt, in der sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen können. Eine Welt, die ihnen ermöglicht, sich ohne Leistungsdruck und Vergleich spielerisch mit sich und ihrem Körper zu beschäftigen. Yoga gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. So lernen viele erstmals, wie sie den inneren „Druck“ loswerden können.

Warum ist Yoga gerade jetzt so wichtig?

Die Ungewissheit unserer aktuellen Zeit macht auch vor unseren Kindern nicht halt. Wenn schon wir oft nicht wissen wie es weiter geht, wie geht es dann unseren Kindern? Yoga und Achtsamkeit sind vor allem jetzt wunderbare Begleiter wenn es darum geht, ihnen Halt zu geben. Mit Kinderyoga kann man relevante Themen aufgreifen und sie kindgerecht in eine Yogastunde verpacken. Da viele Sportprogramm gerade auf Eis liegen, bringt Yoga zurück in die Bewegung und ermöglicht Kindern ihre Gefühle wahrzunehmen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. So schafft Yoga hilft kleine Ruhe-Inseln wenn es mal wieder stressig wird. Es ist eben auch für unsere Kleinsten als wahren Allrounder.

Kinderyoga: So wichtig ist unsere Natur

Du möchtest gerne mehr Kinderyoga-Videos sehen? Dann schaue doch mal bei Fox Kids vorbei.

Wer hier schreibt: Maja ist Mutter von 3 Kindern, Yogalehrerin und Inhaberin des Yoga Studio Fox aus Stuttgart. In Zeiten von Corona produziert sie Kinderyoga Videos und schenkt Kindern somit einen Lichtblick im Alltag und einen wunderbareren Anker. Mehr dazu findest du übrigens auch auf ihrem Instagram-Kanal.

Warte nicht auf Morgen: Warum du im JETZT leben musst

Leben im Hier und Jetzt
Leben im Hier und Jetzt

Monatelang im Krisenmodus und jetzt? Wann wird es endlich besser? Wann hört Corona endlich auf und wann bekommen wir unser normales Leben zurück? Noch nicht so bald, wie es aussieht. Gerade deswegen dürfen wir das HIER UND JETZT nicht vergessen.

2020 ist ein bemerkenswertes Jahr. Die Welt hat sich verändert. Damit meine ich nicht nur das globale große Ganze, sondern auch unsere kleine innere Welt. Selbstverständlichkeiten wurden zu Ausnahmen, digitale Treffen mit Freunden, Lockdown, Homeoffice und Coronatest zur neuen Normalität. Und wir alle versuchen uns in diesem veränderten Alltag neu zu orientieren. Neuen Halt zu finden, den wir in in dieser Form vorher nicht brauchten.

Doch da, wo wir früher auf die Hilfe und die Umarmungen von Familien und Freunden zählen konnten, stehen jetzt Kontaktbeschränkungen. Wo uns Jobs, Hobbys und Routine Sicherheit gaben, dealen wir jetzt mit Kurzarbeit, Lockdown und fast wöchentlich neuen Regeln. Dabei ist etwas dauerpräsent: das WARTEN.

Warten – die neue Normalität

Wir warten auf die neuen Zahlen, auf die Entscheidungen der Politiker, auf geänderte Vorgaben, auf die abflachende Kurve, auf den Impfstoff. Wir warten darauf, endlich wieder Feste feiern zu können und unsere Lieben in den Arm zu nehmen – hemmungslos, lustvoll, spontan. Am allermeisten warten wir auf Normalität. Die alte Normalität, so wie wir sie kennen und wie sie sich seit Kindertagen in unser Gedächtnis gebrannt hat.

Doch das Warten wird noch lange bleiben. Das Warten darauf, das bald alles wieder besser ist. Das Problem ist nur, dass wir dabei verpassen, was JETZT geschieht. Wir verpassen den Moment und wir verlernen, uns kleine Oasen inmitten dieses bemerkenswert fordernden Jahres zu schaffen. Glasklar wurde mir das, als ich heute die „Wunderbar Weiblich“ – Ausgabe des Yogaworld Journals in die Hand nahm. Ich fand einen Ausschnitt aus „Life at Midlife“ von Mary Anne Perrone und plötzlich fragte ich mich: Worauf warte ich eigentlich? Und vor allem warum? Das Leben findet heute statt, jetzt in dieser Sekunde. Mein Atem fließt. Mein Herz schlägt. Mein Kopf denkt. Mein Körper wartet nicht bis morgen, ich warte auch nicht mehr.

In der Lebensmitte

Ich warte nicht mehr auf eine besondere Gelegenheit;
Ich zünde die besten Kerzen an gewöhnlichen Tagen an.

Ich erwarte nicht mehr, dass das Haus sauber ist;
Ich fülle es mit Menschen, die verstehen, dass auch Staub heilig ist.

Ich erwarte nicht mehr, dass mich jeder versteht;
Es ist einfach nicht Ihre Aufgabe.

Ich warte nicht mehr auf die perfekten Kinder;
Meine Kinder haben ihren eigenen Namen, der so hell wie jeder Stern leuchtet.

Ich erwarte nicht mehr, jemand anderes zu sein,
das tat ich lange, doch ich überlebte.

Ich warte nicht mehr auf den richtigen Zeitpunkt;
Jetzt ist immer richtig.

Ich warte nicht mehr auf den anderen, der mich vollenden wird;
Ich bin dankbar, so warm, zärtlich gehalten zu sein.

Ich warte nicht mehr auf einen ruhigen Augenblick;
mein Herz kann immer still sein, wann immer es danach ruft.

Ich erwarte nicht mehr, dass die Welt in Frieden ist;
Ich habe mein Verständnis dafür und atme Frieden ein und aus.

Ich warte nicht mehr darauf, etwas großartiges zu tun;
wach zu sein, mein Sandkorn beizutragen ist genug.

Ich warte nicht mehr darauf anerkannt zu werden;
Ich weiß, dass ich in einem Heiligen Kreis tanze.

Ich warte nicht mehr auf Vergebung,
Ich glaube, Ich glaube

(Autor: Mary Anne Perrone)

Titelbild: Marina Vitale via unsplash

Originalfassung „Life at Midlife“

I am no longer waiting for a special occasion;
I burn the best candles on ordinary days.

I am no longer waiting for the house to be clean;
I fill it with people who understand that even dust is sacred.

I am no longer waiting for everyone to understand me;
It’s just not their task

I am no longer waiting for the perfect children;
my children have their own names that burn as brightly as any star.

I am no longer waiting for the other shoe to drop;
It already did, and I survived.

I am no longer waiting for the time to be right;
the time is always now.

I am no longer waiting for the mate who will complete me;
I am grateful to be so warmly, tenderly held.

I am no longer waiting for a quiet moment;
my heart can be stilled whenever it is called.

I am no longer waiting for the world to be at peace;
I unclench my grasp and breathe peace in and out.

I am no longer waiting to do something great;
being awake to carry my grain of sand is enough.

I am no longer waiting to be recognized;
I know that I dance in a holy circle.

I am no longer waiting for Forgiveness.
I believe, I Believe.

Autor: Mary Anne Perrone

Detox-Rezept: Ayurvedisches Kitchari von Dana Schwandt

Kitchari

Ayurveda-Expertin Dana Schwandt erklärt in ihrem Buch „EASY AYURVEDA – DAS KOCHBUCH“, wie du leckere, aromatische Gerichte aus der ayurvedischen Küche in höchstens vier Zubereitungsschritten umsetzen kannst. Wie zum Beispiel Kitchari: Die Speise wird zum Detoxen genutzt, da sie maximal nährend und gleichzeitig extrem leicht zu verdauen ist.

Dana Schwandt, Foto: Grit Siwonia

Dana baut Kitchari immer wieder in ihren Speiseplan ein: „Ich mache regelmäßig Phasen, in denen ich mehrere Tage am Stück morgens, mittags und abends Kitchari esse. Ich koche morgens einen großen Topf Kitchari und esse es über den Tag auf. Jeden Tag variiere ich das Gemüse und die Gewürze etwas.“ Neugierig geworden? Wir haben das Rezept aus Dana Schwandts Buch.

Zutaten Kitchari für 4 bis 6 Personen

½ Tasse Mung Dal
2 EL Ghee oder Kokosöl
½ EL Koriander
½ EL Kreuzkümmel
½ EL Kurkuma
½ EL Fenchelsamen
½ EL frischer Ingwer (geschält und gehackt)
¼ TL Zimt
1 Tasse Basmatireis
1 mittelgroße Süßkartoffel (geschält und klein geschnitten)
2 EL Kokosflocken
2 Handvoll Rosinen
2 Handvoll Spinat (gewaschen)
Salz · Zitronensaft+

Zubereitung Kitchari in 4 Schritten

  1. Mung Dal über Nacht in einer Schüssel mit Wasser einweichen. In ein Sieb abgießen und gut abbrausen.
  2. In einem großen Topf Ghee oder Kokosöl erhitzen und darin die Gewürze bei mittlerer Hitze kurz anbraten.
  3. Mung Dal mit Reis, Süßkartoffel, Kokosflocken und Rosinen dazugeben und mit Wasser auffüllen, bis alles gut bedeckt ist. Aufkochen lassen und zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 25 Minuten weich garen. Falls nötig, zwischendurch etwas Wasser hinzufügen. Wichtig: Nicht umrühren, sonst tritt die Stärke aus dem Reis aus, klebt am Boden und das Gericht brennt dadurch an!
  4. Den Spinat 5 Minuten vor Ende der Garzeit hinzugeben. Wenn die Linsen weich sind, mit 1 TL Salz und 1 Spritzer Zitronensaft abschmecken.

TIPP: Du kannst das Gemüse je nach Geschmack oder Saison variieren. Ich nehme gerne ein Gemüse, das unter der Erde wächst, und ein grünes Blattgemüse. Auch die Gewürze sind austauschbar.


Für Autorin, Lifedesign-Coach und Expertin für Ayurveda und Gewohnheitstraining Dana Schwandt von Ichgold hat das Interesse für den ayurvedischen Lebensstil vor etwa zwölf Jahren begonnen. Die Yogalehrerin wollte insbesondere die ayurvedische Ernährung, die darauf aus ist, Geist und Körper in das perfekte Gleichgewicht zu bringen, in ihren Alltag integrieren.

Foodfotografie: Julia Hoersch
Peoplefotografie: Grit Siwonia

Dana Schwandt
EASY AYURVEDA – DAS KOCHBUCH

176 Seiten, Hardcover
€ 24,99 (D) / € 25,70 (A)
ISBN 978-3-96584-002-7
Erschienen: 6.Januar 2020

Ranja Weis

Ranja Weis unterrichtet seit fast 20 Jahren Yoga mit dem Schwerpunkt Yin Yoga und Yoga Nidra. Darüber hinaus ist sie Lehrerin in Ausbildungen und Retreats, Beraterin in Unternehmen und Sprecherin auf Konferenzen.

Yoga ist für sie vor allem ein Weg zu mehr Bewusstsein, zur Fähigkeit, sich selbst und andere jenseits von Konzepten und Bewertungen wahrzunehmen. Und zu spüren, dass alles miteinander in Verbindung steht. Das führt nicht zwangsläufig sofort zur „Erleuchtung“, aber in jedem Fall zu mehr Toleranz, Mitgefühl und Liebe.

Mehr Infos auf ranjaweis.com und Instagram @ranjaweis


Ranja Weis auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart:

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Zur Einstimmung auf die Messe: In dieser Folge des YogaWorld Podcast führt dich Ranja Weis durch eine kurze Yin Yoga-Praxis zum Thema „Selbstliebe“.