Stress im Psoas abbauen: Praxis Nela König

Der Psoas wird auch der Muskel der Seele genannt – durch anhaltenden Stress , Anspannung oder Trauer kann dieser Muskel stark verspannen und zu einer ganzen Reihe von Problemen führen. Die Berliner Yogalehrerin Nela König zeigt dir in diesem Yogavideo, wie du den Psoas mit Yoga lockerst.

Was ist der Psoas

Der Psoas setzt an der Lendenwirbelsäue an und zieht durch das Becken hin zu unserem Oberschenkelknochen. Er verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen. Durch ihn können wir aufrecht stehen und unsere Beine anheben. Der Psoas stabilisiert die Wirbelsäule, unterstützt den Rumpf und bildet eine Art Ablage für die Organe im Unterbauch. Außerdem ist der Psoas durch Faszien mit dem Zwerchfell verbunden, die sowohl den Atemreflex wie einen Angstreflex auslösen können. Er ist unmittelbar mit dem Reptiliengehirn, dem ältesten Teil des Hirnstamms und des Rückenmarks, gekoppelt. Anhaltende Stresssituatuonen bewirken ein chronisches Triggern und Straffen des Psoas.

Das Resultat können Rückenschmerzen, Bandscheibenprobleme, Knieschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Verdauungsstörungen sein. In diesem Yogavideo zeigt Yogalehrerin Nela König wie ihr Spannung und Stress im Psoas abbauen könnt. Dabei wird der Psoas intensiv gedehnt –  das ganze in einem fließenden, kraftvollen Flow. Ziel ist es wieder Erdung und Gleichgewicht zu finden und dich gleichzeitig zu dehnen und zu öffnen – so, dass die Energie wieder ungehindert fließen kann.

Yoga-Flow gegen Spannung und Stress

Yogalehrerin Nela König

Die Berlinerin hat ihre Leidenschaften zum Beruf gemacht: Fotografie und Yoga. „Jede Yogastunde birgt die Chance auf Heilung in sich – nicht auf einem intellektuellen Weg, sondern über das tiefe Spüren und die intensive Verbundenheit mit dem eigenen Ich, kann man in jeder Yogastunde den Weg zu Freiheit und Transformation finden. Ich habe 2009 meine Yogalehrer-Ausbildung bei Spirit Yoga gemacht. Seitdem bleibe ich neugierig, erforsche verschiedenste Stile und Traditionen und möchte nie aufhören zu lernen,“ erklärt Nela ihre Liebe zu Yoga.

Wenn du mehr über Nela wissen möchtest, dann schau doch mal hier vorbei:
Auf Instagram dreht sich fast alles ums Yoga: @nelakoenig
Auf der Webseite kannst du ihre fotografischen Arbeiten sehen: www.nelakoenig.com

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-71/

5 Dinge, die du über Osteopathie wissen solltest

Osteopathie und Yoga

Osteopathie und Yoga verfolgen ein gemeinsames Ziel. Wie das aussieht und welche weiteren Fakten du über die alternative Heilmethode wissen solltest, erfährst du hier.

Woher kommt die Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine manuelle, strukturelle Therapie, die von dem US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Osteopathen finden und lösen mit ihren geschulten Händen Funktionsstörungen des Körpergewebes, die bei den Betroffenen zu unterschiedlichen Symptomen führen können. Dem Osteopathen, der fundierte Kenntnisse in Anatomie und Physiologie besitzt, stehen dafür eine Vielzahl von Techniken zur Verfügung, mit denen Organe, Muskeln, Gelenke und Bindegewebe behandelt werden. Diese Techniken können vom Patienten sowohl als sanft, aber durchaus auch als schmerzhaft empfunden werden.

Wie wirkt Osteopathie?

Ist das Körpergewebe in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, bedeutet dies, dass der Stoffwechsel nicht genug versorgt ist: Körperflüssigkeiten wie Blut oder Lymphe können nicht mehr richtig fließen – damit ist ihre gesunde Funktion nachhaltig gefährdet. Der Körper versucht die Störung auszugleichen. Gelingt dies nicht, zeigen sich Symptome und der Mensch wird krank. Die Osteopathie dient also der Wiederherstellung und Erhaltung von Bewegung und Beweglichkeit des Gewebes im gesamten Organismus.

Möglichkeiten und Grenzen der Osteopathie

Die Osteopathie ist kein Allheilmittel. Lebensbedrohliche Erkrankungen gehören immer in die Hände eines Schulmediziners. Dennoch kann die Osteopathie im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit Unterstützung bieten. Sie leistet damit als umfassende Therapie einen wertvollen Beitrag, der über eine lediglich am Symptom ausgerichtete Behandlung hinausgeht.

Für wen ist Osteopathie geeignet?

Mit Osteopathie kann prinzipiell jeder Mensch behandelt werden – Neugeborene, ältere Menschen und generell Patienten aus jedem Lebensbereich. Dabei ist das Behandlungsspektrum groß. So werden neben den typischen Beschwerden am Bewegungsapparat (Ischias, Gelenkprobleme etc.) unter anderem auch Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus und viele andere Beschwerden behandelt.

In welchem Zusammenhang steht Osteopathie mit der Yoga-Praxis?

Osteopathie und Yoga verfolgen beide das gleiche Ziel: Sie stellen beim Patienten bzw. beim Übenden eine verbesserte Beweglichkeit her, vertiefen seine Atmung und gestalten die Bewegung des Körpers insgesamt fließender. Auf diese Weise sorgen beide Disziplinen für eine bessere Stoffwechsel-Aktivität im Körper und ergänzen sich auf ideale Weise.


Osteopathie ist für mich die medizinische Handwerkskunst des Aufspürens und Behandelns körperlicher Beschwerden,“ meint Angelo Dietze und hat uns diese 5 wunderbaren Fakten zusammengetragen. Er selbst ist Mitglied im Verband der Osteopathen Deutschlands und besitzt eine Privatpraxis für Osteopathie und Kinderosteopathie in Kiel.

Yogapionierin: Barbara Rütting

Yogapionierin_Barbara Ruetting

Während ihres bewegten Lebens ist Barbara Rütting ein Mensch geblieben, der sich nicht verbiegen lässt. Gerade deshalb ist die Schauspielerin, Politikerin und Autorin eine Pionierin des Yoga im ganzheitlichen Sinn.

Am Anfang herrschte die Idylle vom „Leben auf dem Ponyhof“. Barbara Rütting – alias Waltraud Goltz – wird als erstes Kinde eines Lehrerehepaars à la Montessori im ländlichen Wietstock an der Nuthe geboren. Eine heile Welt mit Kräuterschulgarten, Wanderungen und abendlicher Hausmusik. Der Papa spielt Geige, die Mama Klavier. Szenen wie aus einem Postkartenmotiv. Doch bereits im Teenager-Alter erlebt sie den Ausnahmezustand. Denn der Zweite Weltkrieg überschattet nun das Land. Die Idealisierung des regimtreuen Vaters und die jugendliche Begeisterungsfähigkeit verblenden ihre Klarsicht auf die Grausamkeit.

Gezwungenermaßen erwachsen

Die Bekanntschaft mit dem Anti-Nazi Hans Rütting, der sie mit der Wahrheit konfrontiert, weckt sie auf. Gemeinsam fliehen sie nach Dänemark. Das Leben der gut behüteten Siebzehnjährigen nimmt schlagartig einen neuen Kurs. Sie durchlebt den Verlust von Sicherheit, Kultur und Heimat. Dann geht sie mit dem Intellektuellen Rütting eine Scheinehe ein, um in Dänemark zu bleiben. Er stillt ihren Wissenshunger mit internationaler Literatur und beflügelt ihren Freigeist. Doch die Ehe ist ein Zwang. Und sie schafft es erst Jahre später, sich daraus zu lösen.

Etwa zu dieser Zeit beginnt Barbara Rütting, Yogastunden bei der Tänzerin Marussja Berg zu nehmen. Sie lernt, sich mithilfe der Übungen zu entspannen. Im Verlauf ihres unsteten Lebens kommt sie so immer wieder in der Gegenwart an. Morgens, abends und bei Panikattacken auch zwischendurch. Nach der Trennung von Rütting schlägt sie sich als Fremdsprachenkorrespondentin durch. Als sie nach Deutschland zurückkehrt, kann sie jeden Job gebrauchen. Deshalb geht sie nicht nur Blut spenden, sondern nimmt auch Komparsenrollen beim Film an.

Das Fräuleinwunder

Das Talent von Barbara Rütting wird schließlich entdeckt. Die „Geierwally“ ist eine Paraderolle. In den Wallace-Verfilmungen gibt sie die Femme fatale. Die Autodidaktin überzeugt als „Fräuleinwunder“. Der Prototyp einer jungen, attraktiven, und selbstbewussten Frau des Nachkriegsdeutschlands. Sie spielt sich dadurch hoch bis nach Hollywood. Egal ob in Rollen wie Sartres „Ehrbarer Dirne“ oder Büchners „Woyzeck“. Barbara Rütting hat sämtliche Neurotikerinnen der Weltliteratur nicht nur gespielt, sondern gelebt. Vielleicht sind es die Wechselbäder ihrer Beziehungen. Oder eine sich zunehmend auf materielle Werte beschränkende oder einfach nur die Sehnsucht nach der verlorenen heilen Welt.

Barbara Rütting beginnt nun, die Dinge zu hinterfragen. Außerdem hört sie auf, sich die Haare zu färben. So steigt sie aus dem Luxusleben aus und entsagt den Eitelkeiten der Schönen und Neureichen. Anschließend verlässt sie die Bühne und beginnt ein ganzheitliches Leben. Zunächst mit neuem Lebensabschnittsgefährten auf einem Pferdehof. Das Zusammenleben mit den Tieren festigt ihr Bewusstsein für den Vegetarismus und sensibilisiert sie für die dahinschwindende Artenvielfalt. Nachdem die Beziehung zerbricht, engagiert sie sich für ein Lebens- und Gemeinschaftsprojekt im Salzkammergut.

Auf den Barrikaden

Wie in ihren Rollen gibt sie alles. Es ist ein nervenaufreibendes und kräftezehrendes Pilotprojekt mit stimmungswankenden Partnern und unsicherer Finanzierung in der oberösterreichischen Provinz. Von den kleingeistigen Bürgern wird die mutige Visionärin höchstens belächelt. Einmal mehr verspürt Barbara Rütting das sprichwörtliche Unbehagen in der Kultur. Sie geht in den gesellschaftspolitischen Widerstand und auf die Barrikaden von Wackersdorf, Mutlangen & Co. In den 1980er-Jahren wird sie zur Frontfrau der Ökobewegung. Das Zitat der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wird zum Leitmotiv der leidensfähigen Vor- und Querdenkerin. „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Für ihre Überzeugung geht Barbara Rütting sogar in Untersuchungshaft und setzt ihre Gesundheit aufs Spiel. Ohne regelmäßiges Yoga, meint sie lakonisch, wäre sie schon längst tot. Das Yogasutra des Patanjali betrachtet sie als „roten Faden“ für einen ethisch-moralischen Lebenswandel, den sie in der Gegenwart vermisst.

Lach-Yoga und Meditation

Heute hält sie sich zunehmend mit Meditation über Wasser. Nach heftigen Wellenbewegungen kommt sie so  zur Ruhe. Von Osho hat sie damals gelernt, dass es nicht genügt, auf der Matte zu meditieren. Die Meditation muss Teil des täglichen Lebens werden. In Pune absolvierte sie auch ihre Ausbildung zur Lach-Yogalehrerin. Lachen ist seitdem ihre bevorzugtes Pranayama. Sie klärt den Geist, vertieft die Ausatmung und verbessert die Stimmung.

Die Wahl in den Bayerischen Landtag nach ihrer Rückkehr aus Indien hielt sie zunächst für einen Scherz. Doch tatsächlich saß sie als Abgeordnete der Grünen im Landtag. Dann folgte ein Burn-out und damit der Ausstieg aus der Politik. Nebenbei hat sie eine ganze Reihe von Kochbüchern und Ratgebern geschrieben. Diese machten vegetarische Vollwertkost en vogue und die ökologische Bewegung salonfähig. 2015 hat sie zudem ihre Autobiografie (Herbig Verlag) veröffentlicht. Der bezeichnende Titel: „Durchs Leben getobt.“

Barbara DeckerYJ-Autorin Barbara Decker traf ihre Namenskollegin während einer Lesung. Im Kreis von Vollwertkostanhängern, Tierschützern, Atomkraftgegnern, Vegetariern, Bewunderern und Neugierigen.


Foto: Manuela Liebler

Rezept für vegane Haferkekse

haferkekse vegan backen

Supersimple vegane Haferkekse für glückliche Blenderbesitzer – und andere, denn es geht auch ohne.

Diese Kekse von Yogalehrerin Flora Fink sind super schnell gemacht, vegan, ziemlich gesund und glutenfrei, wenn glutenfreie Haferflocken verwendet werden. Gerne können auch andere Haferflocken verwendet werden.

Zutaten und Zubereitung für 12 vegane Kekse

  • 3/4 Tasse (= klassische Kaffeetasse bzw. cup) Haselnüsse – im Mixer fein mahlen
  • 1/2 Tasse entsteinte Datteln (etwa 10 von der Sorte Deglet Nour) – dazugeben und mixen
  • Je 1 Esslöffel Kokosöl (weich oder zerlassen) und Ahornsirup in einer Schüssel mit dem Löffel verrühren, Nussmix dazugeben
  • 1 Tasse Haferflocken – im Mixer fein mahlen, untermengen
  • 1 Prise Salz, knapp 1 Teelöffel Zimt und 1/4 Tasse Wasser (damit gerne erst mal den Mixer reinigen, also rein in den Becher und schütteln oder kurz laufen lassen, um Reste auszuwaschen) – zum Mix geben, mit Löffel und dann Händen mischen
  • Aus je etwa 1 Esslöffel Teig einen runden Keks formen, im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ungefähr 10 Minuten backen, auskühlen lassen 

Und zum Schluss: Schokoguss

Für eine Schokoglasur in einer kleinen Schale oder Tasse einen Esslöffel Kokosöl im noch warmen Ofen schmelzen lassen, zwei Esslöffel Ahornsirup und etwa drei Esslöffel Kakao unterrühren, bis eine zähflüssige und glatte Masse entsteht, damit die Kekse verzieren.

Lust auf noch mehr Schokolade? Dann probiere doch auch mal diesen veganen Schokokuchen mit Rote Beete und Avocado.

Trau dich: Varianten für vegane Haferkekse

Wenn Flora backt, dann tut sie das meist intuitiv und traut sich, immer etwas Neues auszuprobieren. Kein Wunder, dass auch ihre superschnellen veganen Kekse in mehreren Variaten funktionieren.

1. Die Variante ohne Mixer: gemahlene Nüsse und Hafer- oder anderes Mehl verwenden, Datteln mit einem Messer fein hacken.

2. Die Variante ohne Backen: Wie bitte Kekse ohne backen? Ja. Funktioniert und schmeckt auch.

3. Die Variante ohne Kokosöl und Sirup: Etwas weniger saftig, aberfast genauso gut.

4. Weitere Varianten: andere Nüsse, Trockenfrüchte, Gewürze … eigentlich funktioniert so ziemlich alles! Trau dich und probiere einfach aus.

Lust auf noch mehr leckerer Rezeptideen? Dann folge Flora auf Instagram.

Yoga (Girl) Playlist von Rachel Brathen

Natürlich und nahbar: So begeistert Rachel Brathen ihre Internet-Fangemeinde. Das ist ihre aktuelle Yoga Girl Playlist. Foto: Ben Kane Photography
Natürlich und nahbar: So begeistert Rachel Brathen ihre Internet-Fangemeinde. Das ist ihre aktuelle Yoga Girl Playlist. Foto: Ben Kane Photography

Diese Yoga-Playlist kommt von der schwedischen Yoga-Lehrerin Rachel Brathen, die mit Mann und Kind auf der Karibik-Insel Aruba lebt. Von dort hat sie eine weltweite Yoga-Welle losgetreten und ist mit unglaublichen 2,1 Millionen Followern auf Instagram als @yoga_girl bekannt. Jeden Monat packt sie ihre Yoga-Lieblings-Songs in diese Yoga Girl Playlist. Das sind aktuell ihre Favoriten für einen 90-minütigen Vinyasa-Flow.

Die Yoga Girl-Community

Neben Mutter, Ehefrau und weltweit-gefeierter Yoga-Lehrerin ist Rachel noch vieles mehr. Sie bezeichnet sich als Serial Entrepreneur und selbst das ist noch untertrieben. Ihre Online-Platform oneOeight ist das erfolgreichste ‚crowd-funded‘ Yoga-Projekt aller Zeiten. Daneben hat sie zwei Non-Profit-Organisationen ins Leben gerufen: Sgt Pepper’s Friends, einer Tierauffangstation in Aruba und der Yoga Girl® Foundation, eine Stiftung, die Frauen und Kindern in Not hilft. Damit möchte sie ihrer Community etwas zurückgeben. Zudem hat sie vor über drei Jahren Island Yoga eröffnet. Das ist das größte Yoga-Studio der Karibik.

To Love and Let Go

Rachel Brathen Yoga Playlist

Oh, und nicht zu vergessen: Sie ist New York Times Bestseller-Autorin. Nach ihrem ersten Buch Yoga Girl – So findest du Freiheit und innere Balance hat sie nun ihr zweites veröffentlicht: „Ich bin so glücklich. Und stolz. Mein ganzes Herz liegt in diesen Seiten. In dem Buch stecken fünf Jahre der Heilung. Fünf Jahre, in denen ich gefühlt, geatmet und geschrieben habe. Ich kann es kaum abwarten, dass es Menschen in der Hand halten.“ Wir auch nicht – und das müssen wir auch nicht länger. Denn die deutsche Ausgabe von To Love and Let Go ist nun endlich auf dem Markt. Und passend dazu gibt es heute die Yoga Girl Playlist für euch.

Yoga Girl Playlist

Aruba-Feeling für zuhause

Du möchtest mehr von Rachel und ihrem Leben auf Aruba mitkriegen? Auf Instagram hält sie dich immer auf dem neusten Stand. „Ich liebe es, Teile meines Lebens mit der Welt zu teilen. Das tue ich tatsächlich auch jeden Tag über Social Media. Neben meinem Alltag kannst du mich hier auf meinen Reisen begleiten. Das gibt mir die Möglichkeit, mich mit der wundervollen Community zu vernetzen, die ich Zuhause nenne.“


Lust auf mehr Yoga-Musik? Die findest du hier!

Nichts ist in Stein gemeißelt – Yoga-Pionierin Anna Trökes

AnnaTrökes

Yoga war schon immer ein lebendiges System, weiß Anna Trökes. Seit über 40 Jahren ist sie in vielerlei Hinsicht als Pionierin in der Yogawelt bekannt. Viele Erfahrungen und 30 Bücher später erzählt sie YOGA JOURNAL, wie es dazu kam, dass die Praxis seit langem ihr Leben ist.

Eine Turnhalle, dicke Ledermatten und ein Inder, der wundersame Dinge tut. Es sind die 1960er-Jahre. Anna Trökes begleitet ihre Mutter zur Berliner Volkshochschule, die bereits etliche Yogakurse anbietet. Anna ist die jüngste Teilnehmerin, die älteste ist 80 plus. „Alle haben versucht, sich in den Lotussitz zu brezeln“, erinnert sie sich. Für sie als Kind gut machbar. Volkshochschulen und Universitäten sind damals in Deutschland die Vorreiter in Sachen Yoga. Bereits 1974 unterrichtet Anna selbst Yoga an der Technischen Universität.

Lange in Vergessenheit geraten

Aber bevor es dazu kommt, dass Anna Trökes sich für den Weg des Yoga entscheidet, ziehen noch Jahre ins Land. Die Mutter geht irgendwann nicht mehr in den Unterricht, und auch für Anna gerät das Ganze zunächst in Vergessenheit. Bis zu einem Unfall beim Training fürs Sportabitur. Die Wirbelsäule ist gebrochen und verheilt nur schlecht, Ärzte stellen ihr ein Leben im Rollstuhl in Aussicht. Im Verlauf der Reha fällt ihr Yoga wieder ein. Um sich zu erholen, fährt sie 1972 mit ihrer Mutter in den Club Med nach Mallorca. Dort übt sie jeden Tag mehrere Stunden Yoga und merkt wieder, wie gut es ihr tut.

Zufälligerweise findet dort gleichzeitig das Ausbildungscamp des französischen Yogalehrer-Verbandes statt. Sie lernt den Besitzer des Club Med kennen, Gérard Blitz, einen der großen Brückenbauer zwischen Indien und Europa und Schüler von Krishnamacharya. Der Funke ist entfacht. 1973 reist sie zum europäischen Yogakongress nach Zinal ins Wallis, ebenfalls von Gérard Blitz ins Leben gerufen. Durch Blitz lernt sie auch T. K. V. Desikachar kennen. Neben ihm prägen sie vor allem der französische Lehrer Patrick Tomatis, der in den späten 1970ern und Anfang der 80er in Deutschland sehr bekannt ist, sowie Anneliese Harfs und ihre allmorgendliche Yoga-Radiosendung im Südwestfunk. Auch die Lehren vom „Yoga der Energie“ nach Roger Clerc und Iyengars „Licht auf Yoga“ sind wichtige Einflüsse.

Bis sie ausschließlich von Yoga leben kann, ist es noch ein weiter Weg: Die für das Lehramt ausgebildete Pädagogin fährt in Berlin Taxi, übersetzt Bücher aus dem Französischen und unterrichtet Yoga an verschiedenen Orten. Heute kann sie schmunzelnd sagen: „Statt Deutsch und Geschichte habe ich eben Yoga unterrichtet.“ 1984 beauftragt sie der Berufsverband der Yogalehrenden (BDY), die Lehrerausbildung auf neue Füße zu stellen. Sie entwickelt ein Bausteinsystem und begleitet die Lehrergruppen über viele Jahre hinweg, so wächst sie immer mehr in die Arbeit des BDY hinein.

Yoga früher und heute

„Früher war Yoga langsam. Über die Jahre ist er schneller, sportlicher geworden.“ Vielleicht zu schnell? Anti-Stress Yoga heißt nicht umsonst eines der aktuellen Bücher von Anna Trökes. Ein dynamischer Flow habe zwar den Effekt, den Geist kurzfristig woanders hinzubringen, im Grunde bleibe das Nervensystem aber im Betriebstempo des Alltags, meint Trökes. Ihr Credo: „Es ist wichtig, Yoga zu einer Achtsamkeitspraxis werden zu lassen.

Die Motivation, Yoga zu üben, sieht sie damals wie heute in der Sehnsucht nach Entspannung.  Die umfassende Verbreitung findet sie positiv: „Wenn Menschen sich wirklich darauf einlassen, es ernst nehmen und umsetzten, kann sich einiges in der Welt verändern.“ In jedem Fall geändert hat sich nach Trökes Auffassung die Sorglosigkeit, mit der früher geübt wurde: „Mit vielen Asanas ist man sehr unbedarft umgegangen. Diese Zeit der Unschuld ist vorbei.“ In ihrer Anfangszeit hat Anna in ihren Stunden noch regelmäßig Schulterstand und Pflug angeleitet. Doch mit den Jahren stellte sie fest, dass das nicht mehr geht: „Fast alle haben heute eine belastete Halswirbelsäule, was Haltungen wie den Pflug ungünstig macht.“

Eine neue Achtsamkeit

Der Lotossitz gehört für sie zur Kategorie „Wenn es leicht fällt, gerne!“ Wenn nicht, sei er tendenziell fatal: „Wir haben das früher auf Teufel komm raus gemacht. Dann kam wirklich der Teufel raus. Der Meniskus sprang einem entgegen. Es hat wirklich viele Langzeitschäden gegeben.“ Auch übermäßig lange Atempausen in Pranayama würde sie heute nicht mehr empfehlen: „Gerade in den letzten Jahrzehnten haben die Menschen in der Atemmuskulatur an Anspannung zugelegt.“ Wenn ihr bewusst wird, dass etwas nicht (mehr) gut tut, macht sie es anders. Im Yoga sei, wie sie betont, nichts in Stein gemeißelt.

In der Lehrerausbildung beim BDY achtet sie darauf, medizinische Grundlagen als festen Bestandteil einzubinden. Yoga müsse vor allem sicher sein. Auffallend für sie ist der Machbarkeitswahn, der im modernen Yoga entstanden ist: „Viele scheinen zu denken, dass mit viel Anstrengung und genügend Hilfsmitteln jede Asana zu meistern sei.“ In der Überzeugung, dass nicht jede Asana für jeden Menschen gut ist, gibt sie ihren Schülern die aufmerksame Beobachtung des Atems als Indikator an die Hand. „Wenn sich der Atem nicht entfalten kann, ist die Asana nicht passend.“

Gemeinsam Yoga üben

Happy Yoga

Neben Workshops und Ausbildungen hat Anna Trökes allein in den letzten 10 Jahren 30 Bücher und zahlreiche DVDs veröffentlicht. Ein ungewöhnlich hoher Output. Während sie schreibe, kristallisiere sich schon das Thema für das nächste Werk heraus, erzählt die Erfolgsautorin. Bei „Neuro-Yoga“ wurde ihr klar, dass die Glückswissenschaft im Yoga noch wenig Raum habe. „Nach der Yogastunde geht es uns besser, aber warum eigentlich?“ Deshalb soll es im nächsten Buch um die „Neurobiologie des Glücks“ gehen, Arbeitstitel: „Happy Yoga“. Ebenfalls plante sie eine Arbeit über Yoga und Verbundenheit. „Obwohl Yoga einzeln auf der Matte praktiziert wird, können sich Menschen auf diese Weise begegnen. Die Praxis macht sie achtsam für das Zusammensein.“


Nach ihrem Mittagessen mit Anna Trökes ist unsere YJ-Redakteurin Stefanie erleichtert. Sie fühlt sich in ihrer eigenen Intuition bestätigt, dass sie sich nicht in den Lotossitz brezeln muss, wenn es ihr nicht gut tut.

Josh Summers: Yin-Yoga – Wirkung und Übungstipps

Josh Summers Yin-Yoga

Mehr Balance in deiner Yogapraxis und deinem Leben? Yin-Yoga könnte die Antwort sein. Warum das so ist und was es mit der chinesischen Lehre von Yin und Yang auf sich hat, erklärt hier Josh Summers, einer der international renommiertesten Yin-Yogalehrer.

Als ich vor über 20 Jahren mit Yoga begann, war ich auf Anhieb begeistert von der rigorosen Disziplin und Selbstkontrolle, die Iyengar-Yoga in mir weckte. Ich übte täglich mehrere Stunden die Sequenzen, die B.K.S. Iyengar in seinem Buch „Licht auf Yoga“ beschreibt. Eine vegane Rohkost-Ernährung sollte zusätzlich meinen Körper von Giften reinigen und meiner Seele Flügel verleihen. Ich war überzeugt: Mit der richtigen Einstellung, guten Lehrern und konsequentem Üben war die Befreiung greifbar nahe.Heute weiß ich: Ich war damals auf dem besten Weg, mich in einen neurotischen Freak zu verwandeln.

Die Betonung von Exaktheit, wie sie im Iyengar-Yoga typisch ist, hatte auf ungute Art meine Kontroll-Tendenz verstärkt – und langsam aber sicher bekam diese Kontrolliertheit mein gesamtes Leben in den Griff. Erst als ich wegen schlimmer Rückenschmerzen begann, mich mit Akupunktur zu befassen, dämmerte mir, dass mir meine ehrgeizigen Intentionen womöglich mehr schadeten als nutzten. Ich begann eine Ausbildung zum Akupunkteur und lernte die Yin-Yang-Theorie kennen. Mir wurde klar: Ich war völlig yang-dominiert geworden.

Yin und Yang

Die aus der chinesischen Philosophie stammende Lehre von Yin und Yang ist eine einfache, aber ungemein hilfreiche Art, Erfahrungen zu analysieren und zu verstehen. Yin steht dabei für Empfänglichkeit, Duldsamkeit, Toleranz, Reflektion und Passivität. Zu den Yang-Qualitäten gehören Tatkraft, Führung, Streben nach Verbesserung, Leistung und Kontrolle. Aus Sicht der chinesischen Philosophie sind beide Qualitäten essenziell, keine ist besser als die andere. Erst wenn wir das Verhältnis zwischen ihnen verstehen, können wir Gleichgewicht und Harmonie finden.

Ich erkannte, dass ich mit meinem von Yang geprägten Drang, Körper und Ernährung zu kontrollieren, eine übermäßige Härte in mir erzeugt hatte. Um wieder in die Balance zu finden, begann ich mit Yin-Yoga – und plötzlich veränderte sich alles: Der Zugang zur Meditation fiel mir viel leichter und mein Körper begann, tief sitzende Spannungen zu lösen. Ich spürte, wie dieses Lösen nicht nur die Schmerzen in Rücken und Knien verschwinden ließ, es brachte meine Bewegungen zum Fließen und schenkte mir mehr Flexibilität. Ich begann, eine innere Weichheit und eine tiefe Entspannung wahrzunehmen, die viel länger anhielten als der gewohnte „30-Minuten-Yoga-Bliss“. Das vielleicht Wichtigste aber war: Ich wurde mir zunehmend meiner energetischen Verfassung bewusst.

Als in der Akupunktur-Ausbildung von fließender oder blockierter Energie die Rede war, hörte sich das für mich anfangs so abgehoben an wie Aura-Sehen oder Erinnerung an frühere Leben. Doch in der Yin-Praxis begann ich tatsächlich zu spüren, wie feine Energieströme durch meinen Körper kribbelten – das war kein esoterischer Kram, man brauchte nur das Vergrößerungsglas der Achtsamkeit, um sie tatsächlich zu erfahren. Und genau das geschieht auf ganz natürliche Weise im Yin-Yoga.

Was ist Yin-Yoga?

Beim Yin-Yoga geht es darum, Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen und zu harmonisieren – und das im Zusammenspiel mit anderen, eher yang-dominierten Praktiken. Vereinfacht könnte man sagen, dass Yang-Stile wie Iyengar, Ashtanga oder Vinyasa dynamische, rhythmische Muskelkontraktionen betonen. Die typischen Bewegungsabfolgen stimulieren, dehnen und kräftigen die Muskeln und ihre Faszien. Yin-Yoga dagegen betont passive, statische Haltungen, in die man sich mehrere Minuten lang hineinsinken lässt und dabei die Muskeln entspannt. Das stimuliert das dichte Bindegewebe in und um die Muskeln und Gelenke, es wird gedehnt und dadurch gekräftigt. Auf diese Weise ergänzt Yin-Yoga die Yang-Praxis – es ist also nicht als für sich stehender Stil gedacht, sondern als der balancierende Gegenpol.

Yin Yoga und Restorative Yoga

Neulinge fragen sich beim Yin-Yoga oft: Wie kann etwas, das aussieht, als müsste es sich toll anfühlen, manchmal so unangenehm sein? Vor allem beim Auflösen einer Yin-Haltung spürt man häufig eine ungewohnte Fragilität in der angesprochenen Körperregion – nicht weich und offen, sondern eher steif, manchmal sogar so, als ob man um ein Jahrzehnt gealtert sei. Ich nenne diesen Effekt „momentanen Gewebe-Kater“: Jedes Training, das die Muskeln zum Glühen bringt, schwächt die beanspruchten Strukturen kurzzeitig. In der nachfolgenden Ruhephase antwortet der Körper darauf, indem er das betreffende Gewebe stärkt, es wird also kräftiger und gesünder. Genau dasselbe passiert auch im Yin-Yoga – und das ist der entscheidende Unterschied zu Restorative Yoga: Yin zielt auf einen spezifischen, milden Stress ab, der die Gewebe kräftigt, mit Flüssigkeit versorgt und flexibler macht. Dagegen wird im Restorative Yoga der Körper so gestützt, dass er ohne eine nennenswerte Beanspruchung in eine tiefe Entspannung findet – zwei verschiedene Ziele, zwei verschiedene Erfahrungen.

https://yogaworld.de/yin-yoga-video-session-schenke-dir-eine-pause/

Studien belegen die Wirkung von Yin Yoga

Inzwischen belegen etliche Studien die Wirkung von sanfter Dehnung auf die Faszien: Kraft, Vitalität, Hydration und Beweglichkeit. Die amerikanische Wissenschaftlerin Helene Langevin konnte beispielsweise zeigen, dass zweimal täglich 10 Minuten Dehnung Entzündungen im Bindegewebe senken und eine gesunde Mobilität fördern. Der deutsche Faszienforscher Robert Schleip hat unter anderem herausgefunden, dass Bindegewebe, das 15 Minuten lang gedehnt wird, 30 Minuten später besser mit Flüssigkeit versorgt ist als vor der Dehnung. Natürlich bleibt man nicht 15 Minuten lang in einer einzelnen Yin-Haltung. Doch innerhalb einer ausgewogenen Sequenz summiert sich die Dehnung in einer bestimmten Region leicht auf diese Zeit.

Yin-Yoga fördert den Energiefluss

Yin-Yoga wirkt aber nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern auch und ganz besonders – auf der energetischen. Helene Langevin entdeckte, dass sich genau da, wo man traditionell Akupunkturpunkte verortet, auch intermuskuläre Faszienverbindungen befinden. Bindegewebe sind überhaupt die Heimat der Meridiane, also der feinen Energiebahnen der chinesischen Medizin. Indem es die Bindegewebe anspricht, fördert Yin-Yoga also den subtilen Energiefluss. Im Zusammenspiel mit der Akupunktur ist es aus meiner Erfahrung sogar in der Lage, tiefe energetische Blockaden zu lösen, ganz besonders an den Gelenken. Kann die Energie ungehindert und leicht fließen, dann bewirkt das innere Ruhe und Zufriedenheit. Das Nervensystem aktiviert den Parasympathikus, es geht in den Ruhe- und Verdauungsmodus. Deswegen berichten viele Yin-Yogis, dass sie sich nach der Yin-Praxis lange anhaltend entspannt und ruhig fühlen.

So übst du Yin-Yoga

Häufig wird gegenüber Yin-Yoga die Sorge geäußert, das Bindegewebe könne überdehnt werden. Das eigentliche Ziel der Übungen ist aber nicht extreme Dehnung geschweige denn maximale Beweglichkeit. Vielmehr soll ein moderater, gut dosierter Stress auf die Gewebe und Gelenke ausgeübt werden, der Mechanismen der Heilung und Kräftigung auslöst. Wie in allen Yogastilen gilt auch hier: Achtsamkeit und Geduld sind der Schlüssel zu sicherem Üben. Die folgenden fünf Prinzipien helfen dir dabei:

  1. Absichtsvoll bewegen
    Beim Einnehmen einer Yin-Haltung sollte dir bewusst sein, auf welche Körperregionen sie abzielt. Der sanfte, positive Stress, den du herbeiführen willst, sollte sich dumpf bis leicht schmerzhaft anfühlen – nicht sehr intensiv, aber doch etwas jenseits deiner Komfort-Zone. Passe jede Haltung so an, dass du die Empfindungen gut wahrnehmen, aber auch aushalten und dabei ruhig atmen kannst.
  1. Grenzen wahren
    Wenn auf einer Skala 10 für starken Schmerz steht und 0 für keine Empfindung, dann bleibe in jeder Haltung zwischen 2 und 4. Stechende, brennende oder elektrische Empfindungen, Taubheit oder unangenehmes Kribbeln sind deutliche Anzeichen dafür, die Pose abzumildern oder ganz wegzulassen.
  1. Muskeln bewusst entspannen
    In der Haltung entspannst du die Muskeln der angesprochenen Körperregion, damit sich die Wirkung vom Muskelgewebe auf die Faszien in und um die Gelenke verlagern kann.
  1. Längere Zeit still halten
    Die Intensität von Yin-Yoga entsteht in erster Linie durch die Dauer. Sie beginnen mit 2 bis 4 Minuten pro Haltung und steigern sich mit der Zeit auf 5 und mehr. Dabei behält das 2. Prinzip (Grenzen wahren) aber die Oberhand: Sobald die Empfindungen zu intensiv werden, löse dich aus der Haltung.
  1. Haltungen sehr langsam auflösen
    Unmittelbar nach einer Beanspruchung ist Gewebe geschwächt. Deshalb solltest du dich äußerst langsam und vorsichtig aus den Haltungen lösen und dir 1 bis 2 Minuten Zeit nehmen, um dich wieder zu kalibrieren, bevor du die nächste Haltung einnimmst.

JOSH SUMMERS ist Akupunkteur, Yin-Yogalehrer und Meditations-Coach. Er leitet Workshops und Fortbildungen in seiner Heimat Boston und den gesamten USA, ist aber auch vielfach in Europa zu Gast. Seinen sehr lesenswerten Blog und alle Termine findest du unter: joshsummers.net

Aus yogischer Sicht: Was ist überhaupt Energie?

Yoga und Energie

Dass hinter dem Thema Energie sehr viel mehr steckt als Strom aus der Steckdose und Atomausstieg, erleben wir Tag für Tag: Wenn die Sonne aufgeht und auf einmal Licht und Wärme sind, wo vorher Dunkelheit war. Wenn das Wasser aus der Dusche kräftig auf die Haut prasselt. Wenn im Yoga die Bewegungen mit einem Mal mühelos und leicht fließen. Aber auch wenn wir in ein „Energieloch“ fallen. Sogar in „zündenden“ Ideen steckt Energie. Genau wie in Musik, in Stimmungen und Beziehungen, wo wir in Resonanz stehen mit dem, was uns umgibt. Wir erklären, was es aus yogischer Sicht damit auf sich hat.

Es stimmt, was Albert Einstein sagt: „Alles ist Energie.“ Yogis erkannten das schon vor vielen Tausend Jahren. Ihr Konzept vom feinstofflichen Körper, von der Lebensenergie Prana und der Urkraft Shakti ist die Basis, auf der unsere Praxis gründet. Während die westlichen Naturwissenschaften erst allmählich begreifen, dass selbst die solideste Materie im Innersten aus schwingenden Energieteilchen besteht, haben Inder und Chinesen Krankheiten schon vor Jahrtausenden als Störungen im Energiefluss begriffen. Energien auch in ihren subtilen Formen wahrzunehmen, ist ein wichtiges Ziel im Yoga. Sie zu lenken und spirituell zu nutzen – vor allem indem wir hinter der Vielfalt an energetischen Erscheinungen ihre innere Verbundenheit erkennen – das macht Yoga wirklich aus.

Inneres Wirken

Das Wort Energie“setzt sich zusammen aus dem altgriechischen „en“ (innen) und „ergon“ (wirken). In der Antike wurde der Begriff rein philosophisch als eine „lebendige Wirksamkeit“ verstanden. Erst im 19. Jahrhundert fand er Einzug in die Physik. Stark vereinfacht gesagt definiert man Energie dort als ein Maß für die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten.

Feinstofflichkeit

Aus yogischer Sicht besteht der Mensch aus fünf Hüllen, den Koshas. Während Anna­maya Kosha den physischen Körper bezeichnet, stellt Pranamaya Kosha den feinstofflichen Energiekörper dar. Die noch subtileren Hüllen sind Manomaya Kosha (Gedanken und Gefühle), Vijnanamaya Kosha (höhere Intelligenz und Weisheit) und Anandamaya Kosha (Glückseligkeit). Gemeinsam umschließen sie Purusha, das innere Licht, den göttlichen Funken. Die Verbindung dieser Hüllen beruht auf →Prana.

Lebenskraft

Medizinisch und psychologisch gesehen beschreibt der Begriff Energie sowohl das körperliche Arbeitsvermögen als auch den inneren Antrieb eines Menschen, seine Handlungs- und Leistungskraft. Ohne Energie ist kein Organismus lebensfähig, wir brauchen sie unter anderem für Wachstum, Bewegung, Nerven- und Gehirntätigkeit. Wir gewinnen Energie dadurch, dass wir im Stoffwechsel Nahrung umwandeln (Energieumsatz).

Prana

Der Sanskrit-Begriff Prana bezeichnet sowohl den konkreten Atem als auch den metaphysischen Lebenshauch, der ein totes Objekt von wachsender und vergehender Materie unterscheidet. Diese Lebensenergie fließt im Körper nach yogischer Vorstellung durch ein feines Netz an Kanälen (Nadis), sie verdichtet sich in wirbelförmigen Knotenpunkten (Chakras) und wirkt in verschiedenen „Winden“ oder Energiearten (Vayus). Gemeinsam bilden diese Elemente den Energiekörper (→ Feinstofflichkeit).

Unendlichkeit

Naturwissenschaftler definieren Energie als physikalische Größe und messen sie in Joule. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Energieformen – etwa elektrischer, chemischer, thermischer oder kinetischer (sich in Bewegung ausdrückender) Energie. Nach dem Energieerhaltungssatz geht Energie in geschlossenen Systemen weder verloren, noch kann sie erzeugt werden, sie verändert nur ihre Form – und ist somit unendlich.

Bewegung

Zum Wesen der Energie gehört es, dass sie nicht nur der Antrieb von Bewegung ist, sie ist auch selbst ständig in Bewegung: Sie fließt zwischen Polen (Plus und Minus, Atemfülle und Atemleere, Yin und Yang, Ha und Tha), sie schwingt und strahlt in verschiedensten Frequenzen – eine unaufhörliche, vielgestaltige Vibra­tion, die den gesamten Kosmos erfüllt und zum Klingen bringt, von der Ebene der Galaxien bis hin zu der von Atomen und Elementarteilchen.

Licht

Neben → Bewegung sind Licht und Wärme sicher die für den Menschen bedeutsamsten Formen von Energie, sie sind uns viel mehr als nur elektromagnetische Wellen oder Energiequanten. Die Sonne galt seit Anbeginn menschlicher Kultur als Leben spendende Kraft, ihre Energie verehren wir Yogis mit Surya Namaskar, dem Sonnengruß. Auch spirituell beschreiben wir Energie als „inneres Licht“ und sprechen von „Erleuchtung“.

Shakti

Wörtlich bedeutet Shakti Kraft oder Energie. In der indischen Mythologie ist sie der weibliche Gegenpart zum männlichen Gott Shiva. Sie gilt als die Urkraft des Universums und als Inbegriff der schöpferischen Dynamik, die alle Erscheinungen hervorbringt. Nach tantrischer Lehre ruht am unteren Ende der Wirbelsäule Kundalini, eine schlangenförmigen Energie, die durch verschiedene Praktiken geweckt und zum Aufsteigen gebracht werden soll.