Die Kraft der veganen Ernährung: LiveFresh Foodkur für dein Wohlfühlgewicht

LiveFresh Foodkur für dein Wohlfühlgewicht

In einer Welt, die sich zunehmend der Bedeutung einer gesunden Lebensweise bewusst wird, gewinnt die vegane Ernährung immer mehr an Relevanz. LiveFresh hat sich darauf spezialisiert, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu fördern. Die neue vegane Foodkur verspricht nicht nur Gewichtsverlust, sondern auch eine nachhaltige Steigerung des Wohlbefindens. Erfahre, wie du dein Wohlfühlgewicht erreichen kannst. //anzeige

Warum vegan?

Eine vegane Ernährung, die auf pflanzlichen Lebensmitteln basiert, bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl ethischer als auch gesundheitlicher Natur sind. Ethisch betrachtet bedeutet eine vegane Lebensweise, Tiere und ihre Lebensräume zu respektieren und zu schützen. Dies reduziert das Leid und die Ausbeutung von Tieren in der Lebensmittelindustrie.

Gesundheitlich gesehen ist eine vegane Ernährung reich an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, die zu einer gesunden Lebensweise beitragen. Zudem fördert der hohe Ballaststoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel die normale Funktion der Verdauung und trägt zur Gewichtskontrolle bei.

Auch ökologisch hat der Verzicht auf Fleisch, Fisch und andere tierische Erzeugnisse Vorteile, da du so einen geringeren CO2-Fußabdruck hinterlässt und weniger natürliche Ressourcen wie Wasser und Land verbrauchst.

Was ist die LiveFresh Foodkur?

LiveFresh Foodkur für dein Wohlfühlgewicht

Die LiveFresh Foodkur ist ein speziell entwickeltes Programm, das auf den Prinzipien der veganen Ernährung basiert und auf wissenschaftlicher Basis entwickelt wurde. Die Kur umfasst eine Reihe von ausgewogenen veganen Bowls, leckeres Low-Carb Porridge, gesunde Snacks, High-Protein Shakes sowie kaltgepresste Säfte. Alles sorgfältig zusammengestellt, um deinen Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

Bereits vor der Foodkur wirst du optimal auf die kommende Ernährungsumstellung vorbereitet. Während und nach der Kur erhältst du ganzheitliche Tipps für mehr Bewegung im Alltag sowie leckere und gesunde Rezept-Ideen. So lässt sich die Kur einfach in deinen persönlichen Alltag integrieren und du kannst langfristig dein Wohlfühlgewicht erreichen.

Die Vorteile der veganen LiveFresh Foodkur:

  • Wissenschaftlich fundiert: Die LiveFresh Foodkur wurde von der promovierten Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ulrike Fischer entwickelt und basiert auf den neuesten wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen. Die Kur entspricht damit der deutschen Diätverordnung und garantiert somit eine sichere und vor allem effektive Gewichtsreduktion.
  • Bequem und zeitsparend: Die Kur ist darauf ausgelegt, dir den Alltag zu erleichtern. Alle Mahlzeiten sind in wenigen Minuten fertig zubereitet – ohne dabei auf Geschmack oder Nährstoffe verzichten zu müssen. Du sparst Zeit bei der Planung und Zubereitung und kannst dich voll und ganz auf dein Wohlbefinden konzentrieren.
  • Lecker und abwechslungsreich: Die LiveFresh Foodkur bietet eine breite Palette an schmackhaften Mahlzeiten. Mit verschiedenen Porridges, Trinkmahlzeiten, Snacks und Abendgerichten wird jeder Tag zu einem kulinarischen Erlebnis, das nie langweilig wird.
  • Effektives Kaloriendefizit: Durch die speziell zusammengestellten, kalorienarmen Mahlzeiten erreichst du ein tägliches Kaloriendefizit von bis zu 800 kcal. Dies fördert eine gesunde und nachhaltige Gewichtsabnahme ohne Hungergefühl.
  • Rundum-sorglos-Paket: Mit der LiveFresh Foodkur erhältst du ein Komplettpaket, das alle notwendigen Mahlzeiten und Snacks beinhaltet. Du wirst durch die gesamte Kur geführt und begleitet, sodass du dich um nichts kümmern musst.

Starte in eine dauerhaft gesunde Lebensweise

Die LiveFresh Foodkur ist so konzipiert, dass sie einfach in den Alltag integriert werden kann. Ein typischer Tag könnte wie folgt aussehen:

LiveFresh Foodkur für dein Wohlfühlgewicht
  • 8:00 Uhr – Frühstück: Starte den Tag mit einem Low-Carb High-Protein Porridge und Zitronenwasser. Der Porridge ist in den Geschmacksrichtungen Apfel-Zimt, Schoko oder Waldfrucht erhältlich und sorgt für einen energiereichen Start in den Tag.
  • 12:00 Uhr – Mittagessen: Genieße eine leckere Trinkmahlzeit, einen Snack und eine Vitaminkapsel mit hohem Proteingehalt. Die Trinkmahlzeit gibt es in den Sorten Schoko, Vanille oder Waldfrucht und versorgt dich mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
  • 15:00 Uhr – Snack: Ein Bio Knabbersnack wie Veggie Mix oder Tamari Soja hilft, kleine Tiefs oder Hungerattacken zu überbrücken und liefert dir zusätzliche Energie.
  • 18:00 Uhr – Abendessen: Eine vollwertige Low-Carb High-Protein Mahlzeit und ein Sunshine Berry Shot bilden den Abschluss des Tages. Die Mahlzeiten sind schnell und einfach in maximal neun Minuten zubereitet und bieten dir jeden Abend eine neue, leckere Variante.

Möchtest du mittags lieber mehr essen? Kein Problem! Bereite die vegane Bowl schon zum Mittagessen zu und genieße die High-Protein Trinkmahlzeit abends. Gestalte deine Abnehmreise flexibel und passe sie deinen persönlichen Bedürfnissen und deinem Alltag an.

Mehr Info: livefresh.de


Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Salamba Sarvangasana

Ein Klassiker: der Schulterstand. Als Umkehrhaltung führt er uns in ein energetisch-meditatives Erleben. Allerdings birgt die Asana auch potenzielle Verletzungsgefahren. Daher sind eine gründliche Nackenvorbereitung und präzises Alignment während der Übung entscheidend.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung von Salamba Sarvangasana

In der Umkehrhaltung wird der Körper neu ausgerichtet, das stabilisiert die Wirbelsäule, kräftigt die Atemmuskulatur und verbessert den Blutrückstrom aus den Beinen zum Herzen. Letzteres ist bei Flüssigkeitsstau in den Beinen hilfreich und trainiert das Herz-Kreislaufsystem. BKS Iyengar schreibt der Übung außerdem die Verbesserung des Blutflusses zum Gehirn zu, was zu mentaler Klarheit und einer Steigerung der Merkfähigkeit führen soll. Traditionelle Hatha-Yogis sahen bei der Übung sogar einen Anti-Aging-Effekt.

So geht’s:

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Salamba Sarvangasana

Step 1: Hebe aus der Rückenlage mit einer Einatmung deine Beine und strecke sie senkrecht nach oben.

Step 2: Wenn die Senkrechte erreicht ist, kippst du die Beine etwas nach hinten und rollst den Rücken vom Boden weg.

Step 3: Stütze den Rumpf mit den Händen. Deine kleinen Finger sollten sich dabei berühren und entlang der Wirbelsäule nach oben weisen. Deine Füße sind gepointet. Die Fußrücken setzen also die nach oben strebende Gerade aus den Beinen fort.

Alignment Cues

Schulterblätter aktiv: Der Schulterstand ist kein Nackenstand. Um deine Halswirbelsäule zu schützen, ist es wichtig, dass du auf Schulterblättern und Hinterkopf stehst und zwischen den Schulterblättern etwas Abstand zum Boden hältst. Der Hinterkopf liegt auf, die Halswirbelsäule bleibt aber ebenfalls in der Luft. Das erreichst du, indem du die Schulterblätter aktiv nach hinten schiebst und den Hinterkopf bewusst gegen den Boden drückst.

Becken weit: Achte darauf, deine Iliosakralgelenke nicht zu verengen. Halte daher bewusst die Sitzbeinhöcker weit und strecke das Kreuzbein zwischen den Beckenhälften nach oben.

Rumpf aufspannen: Baue bewusst eine Spannung zwischen der Vorderseite des Beckens und dem Herzraum auf. Kreiere einen weiteren Spannungsbogen zwischen Kreuzbein und Hinterkopf. Ziehe einatmend vom Schambein und ausatmend von den Rippenbögen jeweils Richtung Bauchnabel. So entsteht Stabilität im Rumpf und deine Wirbelsäule erfährt Länge.

Spannung bis in die Füße: Leite deine Körperspannung bis in die Füße. Das gibt deinem gesamten Körper Stabilität und hilft dir, die Balance über deinen Schulterblättern zu finden.

Risiken

Der Schulterstand kann bei nicht ganz optimaler Ausführung und Vorbereitung zu viel Gewicht auf die Halswirbelsäule bringen. Das kann die filigranen Facettengelenke, die aus der Halswirbelsäule hervortretenden, Nerven und sogar das Rückenmark quetschen und schädigen. Umkehrhaltungen werden auch mit erhöhtem Glaukom-Risiko in Verbindung gebracht und können bei erhöhtem Blutdruck, bei vorheriger Schädigung der Blutgefäße im Gehirn und bei Einnahme von Blutverdünnern Hirnblutungen verursachen. Der erhöhte Rückstrom von Flüssigkeit aus den Beinen zum Herzen trainiert das Herz, kann es aber bei bestehender Herzinsuffizienz auch überfordern.

Vorsichtsmaßnahmen:

  • Kläre mögliche Vorschädigungen am Herzen, an den Augen und Hirn-Gefäßen mit einem Arzt oder einer Ärztin ab.
  • Bleibe im Schulterstand nur einige Atemzüge lang – nicht mehrere Minuten.
  • Kräftige Hals, Nacken und Schulterregion mit gezielten Übungen.
  • Achte dann auf gutes Alignment.

Alternative Form von Salamba Sarvangasana

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Salamba Sarvangasana - Alternative

Wenn du die wohltuende, regenerierende Wirkung der Umkehrhaltung genießen möchtest, aber kein Risiko eingehen kannst oder willst, lässt du das Becken am Boden (oder leicht erhöht auf Kissen oder Bolster) und streckst nur die Beine senkrecht nach oben.


DR. RONALD STEINER ist Arzt, Wissenschaftler und Sportmediziner sowie einer der bekanntesten Praktiker des Ashtanga Yoga. Mehr zu Ronald Steiner und Salamba Sarvangasana findest du auf ashtangayoga.info.


Auch im „YogaWorld Podcast“ war Dr. Ronald Steiner bereits mehrmals zu Gast. Wie z.B. in dem spannenden Zweiteiler über Yogatherapie:

Pancha Mahabhuta: So verbindest du dich mit den 5 Elementen

Pancha Mahabhuta, die 5 Elemente im Yoga

In der indischen Kultur und besonders im Ayurveda spricht man von fünf
Elementen, den Pancha Mahabhutas. Sie sind in allen Erscheinungen enthalten – auch in uns selbst. Besonders beim Outdoor-Yoga bietet sich die Gelegenheit, mit diesen 5 Elementen in Verbindung zu treten.

Text: Stephanie Schauenburg, Titelbild: Philippe Degroote via Canva

Das Element Erde (Prithivi)

Pancha Mahabhuta 5 Elemente und Yoga
Element Erde: Hier geht es um Stabilität und die Kraft der unteren Körperhälfte.

Barfuß über den Waldboden gehen, die Zehen tief in den heißen Sand graben, rücklings in einer Wiese liegen oder sich mit Händen und Füßen am Kletterfelsen emporhangeln – im Sommer spüren wir die Erde so deutlich wie sonst selten. Sie schenkt uns Nahrung, Struktur und Halt. Unser physischer Körper mit all seinen Knochen, Muskeln und Organen ist aus diesem Element, aus irdischer Materie geformt. Ihm verdanken wir die Möglichkeit zu wachsen, Kraft und Selbstvertrauen zu entfalten. Nicht umsonst sprechen wir in der Asana-Praxis so häufig davon, uns zu „erden“: Die Erde trägt uns dank der Schwerkraft in jeder Körperhaltung und jeder Lebenslage. Daher assoziiert man im Yoga vor allem Stehhaltungen mit dem Element Erde: Hier geht es um Stabilität und die Kraft der unteren Körperhälfte.

Anregung: Erforsche in einfachen Stehhaltungen wie Tadasana (Berg) und Vrikshasana (Baum) deine Verbindung zur Erde. Stelle dir vor, wie aus deinen Füßen Wurzeln wachsen, durch die mit jeder Einatmung die nährende Kraft der Erde in deinen Körper aufsteigt, während du dich ausatmend ihrem Halt immer tiefer anvertraust.

Das Element Wasser (Apas oder Jala)

Pancha Mahabhuta 5 Elemente und Yoga
Wasser steht für für Kreativität und Selbstausdruck.

Mit einem großen Platsch mitten hinein ins kühle Nass, schwimmen, planschen, viel trinken und auch mit den Augen ins große Blau eintauchen und stundenlang aufs Meer, den See oder Fluss schauen: Im Sommer zieht uns das Wasser fast magisch an. Die fließende Qualität dieses Elements, seine Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit lehren uns Akzeptanz und Mitgefühl. Auch in unserem Körper erfahren wir dieses Fließen, denn wir bestehen zu ca. 60-65 Prozent aus Wasser. Zudem hat Wasser eine dynamische Kraft, die den härtesten Stein zu formen vermag. Deswegen steht dieses Element auch für Kreativität und Selbstausdruck. Die dem Wasser zugeordnete Qualität der akzeptierenden Hingabe üben wir im Yoga bei Vorwärtsbeugen und Übungen, die die Hüften mobilisieren.

Anregung: Nimm Verbindung zu deiner eigenen Wassernatur auf, indem du dich sachte schüttelst, drehst oder auch wild hüpfst und tanzt. Stelle dir vor, dass diese Bewegungen die Flüssigkeiten in deinem Körper aufwühlen wie Wasser, das man in einer Flasche schüttelt. Danach stehst du still und beobachtest, wie die Bewegtheit sich ganz allmählich wieder legt.

Das Element Feuer (Tejas)

Pancha Mahabhuta 5 Elemente und Yoga
Wenn die Sonne abends glutrot untergeht, erleben wir das Feuerelement, seine Intensität und transformierende Kraft.

Man muss nicht unbedingt ein Lagerfeuer entfachen, um im Sommer dem Element Feuer nahe zu sein: Schon wenn morgens die Sonne aufgeht, wenn sie uns auf der Haut brennt und zum Schwitzen bringt, um dann abends glutrot unterzugehen, erleben wir das Feuerelement, seine Intensität und transformierende Kraft. Fast alle alten Kulturen haben die Sonne als Lebensspenderin verehrt, ihr Licht symbolisiert Intelligenz und Erkenntnis, zugleich steht ihr Feuer für Aktivität und Emotion. Auf körperlicher Ebene ist dem Feuerelement das Nervensystem zugeordnet. Weil auch das in der Körpermitte angesiedelte, sonnengelb dargestellte Manipura-Chakra zum Element Feuer gehört, stehen im Yoga all jene Asanas unter seinem Zeichen, die Kraft und Halt aus dem Bauch erfordern, ganz besonders fordernde Armbalancen.

Anregung: Die indischen Yogis haben eine wunderbare Form gefunden, um sich mit der Sonne zu verbinden: Surya Namaskar, den Sonnengruß. Am berührendsten ist es, ihn im Freien und mit Blick auf die auf- oder untergehende Sonne zu üben und dabei wahrzunehmen, wie sich der eigene Körper aufwärmt und sein Feuer entfacht.

Das Element Luft (Vayu)

Pancha Mahabhuta 5 Elemente und Yoga
Luft steht nicht nur für Klarheit, Frische und Leichtigkeit, sondern vor allem auch für Dynamik.

Vor die Tür treten und tief durchatmen, die Nase in den Wind halten oder am ganzen Körper spüren, wie eine sanfte Brise ihn umschmeichelt: Das Luft-Element ist sofort präsent, wenn man rausgeht „an die frische Luft“. Im Sanskrit-Wort zeigt sich, dass Yoga und Ayurveda dieses Element vor allem als Bewegung begreifen: Vayu bedeutet Wind. Entsprechend steht die Luft in dieser Tradition nicht nur für Klarheit, Frische und Leichtigkeit, sondern vor allem auch für Dynamik. Der rhythmische Wechsel von Expansion und Kontraktion in Atem und Herzschlag, aber auch der Tastsinn, die geistige Bewegung der Vrittis und die Intuition sind diesem Element zugeordnet. In der Yoga-Praxis ist die Bewegtheit von Vayu fast allgegenwärtig, besonders aber in herzöffnenden Rückbeugen, Umkehr- und Gleichgewichtshaltungen – und natürlich beim Pranayama, den yogischen Atemübungen.

Anregung: Mit dieser Atemübung im Freien machst du dir bewusst, wie sehr du über den Atem in jedem Moment mit der Welt verbunden bist. Dazu richtest du die Wirbelsäule auf und stimmst dich eine Weile auf deinen Atem ein. Dann beginne damit, dir den Atem als eine Art Tanz mit deiner Umgebung vorzustellen: Wenn du ausatmest, atmet der Raum um dich herum ein. Wenn du einatmest, atmet er aus.

Das Element Äther (Akasha)

Pancha Mahabhuta 5 Elemente und Yoga
Im Element Äther begegnen sich Leere und Klang, Helligkeit und Bewusstsein.

Das fünfte Element ist das subtilste. Am besten verstehen wir es vielleicht, wenn wir an einem schönen Tag in einen hohen, weiten Himmel hinein lauschen. Denn in Akasha, dem Äther oder Raum, begegnen sich nach indischer Vorstellung Leere und Klang, Helligkeit und Bewusstsein. Gleichzeitig steht dieses Element aber auch für das Prinzip von Verbundenheit, denn der Raum umschließt alle anderen Elemente. Erst in ihm können sie sich überhaupt manifestieren, also im wahrsten Sinn des Wortes „in Erscheinung treten“.

Anregung: Da das Äther-Element dem Klang und dem Hörsinn zugeordnet ist, liegt es nahe, sich ihm mit einem Mantra anzunähern. Mit dem Klang „OM“ im leeren Raum begann nach hinduistischer Vorstellung das Universum. Chante ihn mit geschlossenen Augen und lausche in deinen Körper hinein: Meistens kann man die Schwingung, die er erzeugt, gut wahrnehmen. Beim Chanten im Freien können wir uns dabei besonders schön bewusst machen, dass der Klang nicht nur in uns selbst schwingt, sondern auch durch den Raum ringsum. Ein modernes Mantra, das die umfassende und verbindende Qualität von Akasha wunderschön in Worte fasst, stammt von Luis Zett: „Im Samen der Baum. Der Baum im Raum. Der Raum in der Unendlichkeit. Unendlichkeit im Samen.“


#114 Praxischeck Pranayama Teil 1: Tiefe Einblicke und häufige Fehler – mit Ann-Sophie Briest

Ein noch so kleiner Impuls kann ein echter Gamechanger für deine Praxis sein

In dieser Folge des „YogaWorld Podcast“ tauchen wir tief in die Welt des Pranayama ein. Diese yogische Atemarbeit bietet sowohl Anfängern als auch erfahrenen Yogis eine wahre Schatzkammer an Möglichkeiten. Gastgeberin Susanne Mors schätzt Pranayama als einen wichtigen Teil ihrer eigenen Yogapraxis und freut sich besonders auf ihre Gästin, die Ärztin und Yogalehrerin Ann-Sophie Briest, weil diese ihre Fragen nicht nur aus der Perspektive einer Yogi*ni beantwortet, sondern ihre Antworten zusätzlich mit fundiertem medizinischen Wissen untermauert.

Gemeinsam beleuchten Susanne und Ann-Sophie die größten Do’s und Don’ts des Pranayama und liefern wertvolle Einblicke und praktische Tipps für deine eigene Atempraxis. Ann-Sophie erklärt die physischen, geistigen und energetischen Wirkungen des Pranayama und betont die Wichtigkeit einer regelmäßigen Praxis, um die vollen Vorteile zu erfahren. Sie beschreibt auch, worauf es bei der richtigen Sitzhaltung ankommt.

Außerdem erläutert Ann-Sophie die Rolle von Kumbhaka, der Atempause im Pranayama, und wie sie gezielt eingesetzt werden kann, um die Praxis zu vertiefen. Zudem sprechen die beiden Frauen über Mudras und Bandhas – spezielle Hand- und Körperhaltungen sowie energetische Verschlüsse, die die Wirkung der Atemübungen verstärken können. Du erhältst wertvolle Informationen zur Bedeutung und Anwendung dieser Techniken.

Im „Praxischeck Pranayama“ werden einzelne klassische Pranayama-Techniken näher beleuchtet und die häufigsten Fehler geteilt, die Menschen beim Pranayama machen, sowie Tipps, wie du diese vermeiden kannst, um deine Praxis sicher und effektiv zu gestalten. Der erste Teil dieser Doppelfolge endet mit Kapalabhati, der Schnellatmung. Im zweiten Teil geht es dann weiter mit der Wechselatmung.

Freue dich auf ein inspirierendes und lehrreiches Gespräch voller praktischer Tipps und wertvoller Impulse.

„Meine Botschaft ist Einigkeit“ – Interview mit Sam Garrett

Sam Garrett im Interview

Er trommelt, surft, fährt Skateboard, praktiziert Yoga und spricht viel über Spiritualität. Fast könnte man vergessen, wie erfolgreich Sam Garrett als Singer-Songwriter ist. Dass er sich bewusst allen Schubladen entzieht, wurde auch beim Interview nach seinem Tour-Stop in Berlin schnell klar. Dabei erzählte er von seinem spirituellen Lehrer Mooji, der Bedeutung der Rastafari-Kultur – und seiner Liebe zu einem ganz bestimmten Hörbuch.

Text: Lea Dlugosch / Fotos: Aiste Amari Jucyte-Urvake / Healingfestival CZ

Du bist aktuell auf Tour. Trotzdem strahlst du eine große Ruhe aus. Was erdet dich?

Es gibt da keinen wirklichen Trick. Oftmals denken wir, wenn wir etwas Bestimmtes tun, erhalten wir als Nebenprodukt innere Ruhe: zum Beispiel mit Yoga oder Meditation. Aber innerer Frieden ist tatsächlich unsere Natur. Gute Gewohnheiten sind schön, aber es geht darum, wer wir sind: Es ist unser natürlicher Zustand, glücklich und entspannt zu sein, wenn uns der eigene Geist nicht in die Quere kommt. 

Es geht also um die richtige Geisteshaltung?

Es ist weniger die Geisteshaltung: die kann negativ oder positiv sein. Es geht darüber hinaus. Es geht um den Seinszustand. Der Seinszustand kommt immer vor den Gedanken. Das Sein kommt vor dem Denken. Gedanken können sehr laut sein.

Das klingt sehr nach Yoga …

Ich liebe Yoga genauso wie Skateboarding, Surfen oder Trommeln und Singen. Es gibt so viele Dinge, die ich liebend gerne praktiziere, aber keines davon ist essentiell wichtig für diesen inneren Zustand. Ob gerade viel los ist im Leben oder ob innere Ruhe herrscht, ist irrelevant. Je länger ich auf dieser Reise namens Leben unterwegs bin, desto mehr erkenne ich das.

Wie empfindest du es, Musik zu machen, die Menschen auf dem Yogaweg ganz besonders zu erreichen scheint? 

Meine Musik reflektiert meine Wahrheit. Ich kann kein Lied singen, das nicht mein wahres Selbst oder meine Situation reflektiert. Ich mache Musik daher nicht für eine besondere Gruppe, auch nicht nur für spirituelle Menschen, sondern für alle. Spirituell zu sein, ist ein Stempel, der häufig mit der passenden Kleidung, den richtigen Freunden und einem bestimmten Lifestyle definiert wird. Es geht aber um etwas, das tiefer reicht als diese Definition von Identität.

Sam Garrett Interview

Das bedeutet in deinem Fall auch, Genre-Grenzen zu überschreiten. Du hast unter anderem früher in einer Punk-Rock Band gespielt, richtig?

Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Musik einer Richtung entspricht. Ich bin von so vielen verschiedenen Genres beeinflusst. Vieles, was in der Welt passiert, inspiriert mich. Meine Botschaft ist vor allem „Unity“ (Einigkeit). Wir müssen lernen, unsere Unterschiede zu respektieren. 

Du bist schon sehr früh in einen Ashram gegangen, hast dich schon als Teenager mit Achtsamkeit beschäftigt. Wie kam das?

Als ich sieben oder acht war, hatte ich einen wiederkehrenden Traum: Jede Nacht beim Einschlafen wurde mir meine Grenzenlosigkeit bewusst: Ich löste mich von meinem Körper und meinem Geist und spürte meine eigene Unendlichkeit. Ich identifizierte mich nicht mehr mit meiner körperlichen Anwesenheit, sondern erlebte pure Freiheit, Glückseligkeit und inneren Frieden. Dann kam ich plötzlich wieder zurück in meinen Körper und mein Zimmer und alles war wie vorher. Natürlich haben mich, wie jeden Teenager, auch Videospiele interessiert und ich habe Alkohol und andere Dinge ausprobiert. Aber diese nächtliche Erfahrung ist geblieben und hat mich immer wieder angestupst – als ob da noch mehr wäre.

Was passierte dann?

Als ich etwa 16 war, hatte mein Vater ein spirituelles Erwachen, was auch auf mich großen Einfluss nahm. Davor war er ein anderer Typ Mensch, aber als er Eckhart Tolles Buch „Die Kraft der Gegenwart“ entdeckte, passierte ein Wandel. Ich habe es mir dann als Hörbuch mit Kopfhörern angehört, während ich durch die Natur geradelt bin. Das hat etwas in mir verändert. Mein Vater und ich sind uns dadurch sehr nahe gekommen. Wir begannen Yoga und Meditation zu praktizieren und uns bewusster zu ernähren. Es hat meine ganze Familie beeinflusst.

Du bist später nach London gezogen und hast dort Mooji kennengelernt, deinen spirituellen Lehrer bis heute. Wie kam es dazu?

Eigentlich sah ich Mooji zum ersten Mal nach einem Nahtoderlebnis auf einer Indienreise. Er erklärte in einem Youtube-Video: „Du hast keinen Anfang und kein Ende, du bist reines Bewusstsein. Du bist unendlich, deine Natur ist Frieden, Liebe und Harmonie.“ Ich kannte das aus meiner Erfahrung als Kind, aber ich spürte es nicht mehr, sobald ich zurück in meinen Körper gekommen war. 

Ich glaube nicht an Zufälle. Menschen kommen aus einem bestimmten Grund zu einer bestimmten Zeit in dein Leben. Als ich Babaji, wie ich Mooji nenne, kennenlernte, war es so, als ob ich ihn schon immer gekannt hätte. Ich verstand das nicht in meinem Kopf, aber ich fühlte etwas in meinem Herzen. Es gab eine tiefe Verbindung zwischen uns beiden, aber auch viel, das noch vor uns lag.

Ihr seid stetig in Kontakt?

Babaji zu treffen war für mich eine erneute Erinnerung daran, warum ich hier bin und wer ich wirklich bin. Ich lebe jetzt in seiner Nähe. Je länger ich mit ihm auf dieser Reise bin, desto mehr kommt eine innere Weisheit dazu, die schwer in Worte zu fassen ist. 

Versuch es doch mal …

Man kann manche Dinge hören, sich sogar in Anwesenheit eines Meisters befinden oder eines Erleuchteten, aber ihr Geist ist noch zu stark. Viele bleiben an der Oberfläche, sie können nicht tiefer eintauchen. Aber wenn der Apfel reif ist, fällt er einfach vom Baum. Und so ist es auch zwischen uns gewesen. 

Sam Garrett im Interview
Foto: Aiste Amari Jucyte-Urvake / Healingfestival CZ

In deinem neuen Album „Forward to Zion“ klingen Reggae-Töne an. Du widmest dich auch textlich der Rastafari-Kultur.  Hat sich dein Interesse in diese Richtung verlagert?

Nicht unbedingt. Egal, welche Kultur und Tradition wir uns ansehen, wir finden die gleiche Wahrheit, weil es nur eine Wahrheit gibt. Sie hat viele Namen und kann von vielen Menschen auf verschiedene Weisen ausgedrückt werden. Es ist leicht, sich mit dem jeweiligen äußeren Ausdruck zu identifizieren und das Darunterliegende zu übersehen. Aber eigentlich sind wir alle vereint und leben unter derselben Sonne, demselben Mond und denselben Sternen, egal in welcher Kultur. 

Wie bist du zu Rastafari gekommen?

Rastafari kam für mich zu einer Zeit, als ich sehr verloren und verwirrt war: Der Lockdown machte es unmöglich, sich frei zu bewegen. Ich habe damals eine Wahrheit, eine Richtung gesucht. Rastafari bedeutet Freiheit und Frieden. Damit gehen wir weder nach links noch rechts sondern direkt geradeaus. Auf der Suche nach Klarheit bin ich auf Haile Selassie gestoßen, der für Rastafari steht (siehe unten).

Was bedeutet Rastafari für dich persönlich?

Rastafari ist wichtig, weil wir in einer Zeit von Täuschung, Korruption, Lügen und Irreführung leben, die die Menschen verwirrt und verloren zurücklässt. Wir leben im babylonischen, kapitalistischen System, das einigen wenigen nützt, während der Rest Mühe hat, die Familie zu ernähren. Rastafari ist eine Rebellion gegen das koloniale System, das versklavt, verwirrt und eine Art Gefängnis erschafft, in dem wir leben. Das ist jetzt gerade unheimlich wichtig. 

Wie würdest du diese Rebellion beschreiben?

Es ist eine gewaltlose Revolution. Es ist mir wichtig, nicht wegzusehen. In der spirituellen Welt geht es häufig darum, sich zu ergeben und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wir brauchen dieses innere Loslassen auch, sich einer höheren Macht, einem Gott zu ergeben. Das bedeutet aber nicht, dass ich angesichts von Korruption und dem Hunger der Welt einfach wegsehen kann. Ich kann nicht meinen Kopf in den Sand stecken und so tun, als existiere das alles nicht. Wir müssen als Brüder und Schwestern zusammenkommen und unsere Macht nicht an die Politiker abgeben, sondern erkennen, dass wir die Macht in uns selbst tragen.

Sam Garrett

Der Singer-Songwriter Sam Garrett ist Engländer, aber seine Musik ist auf der ganzen Welt zuhause. Sein 2023 in Hawaii produziertes neues Album „Forward to Zion“ entstand unter dem Eindruck von Pandemie und Lockdown und in der Begegnung mit der Rastafari-Kultur und deren vielleicht dessen Figur, Haile Selassie (1892-1975), der zugleich der letzte Kaiser von Äthiopien war. Besonders ein Zitat von Selassie ist Sam wichtig: 

„Wir müssen (…) unsere kleinlichen Vorurteile und Urteile übereinander begraben um einander unsere Zugehörigkeit, unsere Hingabe, unsere Loyalität und letztendlich unsere Liebe zu schulden, nicht den Nationen, Konzernen oder Regierungen, die versuchen uns auseinandertreiben und zu erobern, sondern unseren Brüdern und Schwestern innerhalb der menschlichen Familie und Gemeinschaft.„


Lea Dlugosh

Lea Dlugosch arbeitet als Kulturjournalistin in Berlin und unterrichtet dort in ihrem Studio Loni Yoga. Ihr besonderes Steckenpferd ist dabei Integrative Yogatherapie.


Lies auch unser Interview mit Mantra-Musikerin Simrit Kaur:

Yoga und Ernährung: Ein ganzheitlicher Weg zur inneren Balance

Yoga und Ernährung

In einer Welt, die von Hektik und Stress geprägt ist, suchen immer mehr Menschen nach Wegen, um innere Ruhe und Balance zu finden. Yoga und eine bewusste Ernährung sind dabei zwei wesentliche Säulen, die helfen können, Körper und Geist in Einklang zu bringen. In diesem Artikel erfährst du, wie die Kombination aus Yoga und einer ausgewogenen Ernährung deine Lebensqualität verbessern kann und welche Rolle dabei natürliche Hilfsmittel wie Cannabisöl spielen können.

Die Bedeutung von Yoga für Körper und Geist

Yoga ist mehr als nur eine Serie von Körperübungen. Es ist eine ganzheitliche Praxis, die darauf abzielt, das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen. Durch regelmäßiges Yoga können Stress und Anspannung reduziert, die Flexibilität und Stärke des Körpers verbessert und die geistige Klarheit gefördert werden. Atemübungen, Meditation und verschiedene Asanas (Körperhaltungen) tragen dazu bei, den Geist zu beruhigen und die Konzentration zu steigern.

Ernährungsprinzipien für eine bessere Yogapraxis

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für eine effektive Yogapraxis. Lebensmittel, die reich an Nährstoffen sind, unterstützen den Körper bei der Regeneration und geben ihm die nötige Energie. Hier sind einige Ernährungsprinzipien, die du beachten solltest:

  • Frische und natürliche Lebensmittel: Bevorzuge frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Samen. Diese liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die deinen Körper stärken.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Hydration ist essenziell. Trinke ausreichend Wasser und Kräutertees, um deinen Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen.
  • Leichte und bekömmliche Mahlzeiten: Vermeide schwere und fettige Speisen, die den Körper belasten und müde machen. Leichte, pflanzenbasierte Mahlzeiten sind ideal, um dich während der Yogapraxis leicht und energiegeladen zu fühlen.
  • Probiotika und fermentierte Lebensmittel: Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut und Kimchi können die Darmgesundheit fördern. Ein gesunder Darm ist essenziell für das allgemeine Wohlbefinden und kann auch die Yoga-Praxis unterstützen.
  • Vermeidung von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten: Reduziere den Konsum von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln. Diese können zu Energieschwankungen führen und die geistige Klarheit beeinträchtigen.

Die Rolle von Cannabisöl in einer ganzheitlichen Lebensweise

Cannabisöl als natürliches Hilfsmittel kann eine wertvolle Ergänzung zu Yoga und einer ausgewogenen Ernährung sein. Das Öl, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird, hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erregt. Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Cannabisöl vielseitige positive Effekte haben kann. Es wird häufig zur Linderung von Stress, Angstzuständen und Schmerzen eingesetzt und kann somit die Entspannungs- und Regenerationsphasen nach dem Yoga unterstützen.

Yoga und Ernährung: Praktische Tipps für den Alltag

Um die Vorteile von Yoga und einer bewussten Ernährung voll auszuschöpfen, ist es wichtig, diese Praktiken fest in deinen Alltag zu integrieren. Hier sind einige praktische Tipps, die dir dabei helfen können:

  • Morgenroutine: Beginne deinen Tag mit einer kurzen Yoga-Einheit und einem nährstoffreichen Frühstück. Dies gibt dir Energie und bringt deinen Geist in einen positiven Zustand. Ein Smoothie aus grünem Blattgemüse, Beeren und pflanzlichem Protein kann ein idealer Start in den Tag sein.
  • Planung und Vorbereitung: Plane deine Mahlzeiten im Voraus und bereite sie frisch zu. Dies hilft dir, gesunde Entscheidungen zu treffen und Versuchungen zu widerstehen. Ein Wochenplan mit gesunden Rezepten kann dabei sehr hilfreich sein.
  • Achtsamkeit üben: Sei achtsam, sowohl bei der Yoga-Praxis als auch beim Essen. Konzentriere dich auf deinen Atem und deine Bewegungen beim Yoga und genieße bewusst jeden Bissen deiner Mahlzeiten. Achtsames Essen fördert die Verdauung und kann helfen, Überessen zu vermeiden.

Hier findest du 12 weitere, schnelle Tipps für eine gesunde Ernährung.

Yoga-Übungen für mehr Balance und Energie

Bestimmte Yoga-Übungen sind besonders hilfreich, um innere Balance und Energie zu fördern. Der Baum (Vrikshasana) ist eine solche Übung, die dein Gleichgewicht verbessert und die Beine stärkt. Stelle dich dafür aufrecht hin, verlagere dein Gewicht auf ein Bein und lege den Fuß des anderen Beins an die Innenseite deines Oberschenkels. Finde deine Balance und strecke die Arme über den Kopf.

Eine weitere effektive Asana ist die Kobra (Bhujangasana), die die Wirbelsäule dehnt und die Brust öffnet. Lege dich dazu auf den Bauch, platziere die Hände unter den Schultern und hebe langsam den Oberkörper an, während du die Ellbogen nah am Körper hältst.

Schließlich ist die Brücke (Setu Bandhasana) eine Übung, die den Rücken und die Beine stärkt. Lege dich auf den Rücken, beuge deine Knie und lege deine Füße flach auf den Boden. Hebe Hebe das Becken so weit, bis dein Körper gerade ist. Diese Übungen können dir helfen, deine tägliche Yogapraxis zu bereichern und deine innere Balance und Energie zu steigern.

Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung deiner Ernährung

Neben einer ausgewogenen Ernährung können auch Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein, um sicherzustellen, dass du alle notwendigen Nährstoffe erhältst. Hier sind einige Ergänzungen, die besonders für Yogis von Vorteil sein können:

  • Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Gehirnfunktion und können Entzündungen im Körper reduzieren. Sie sind in Fischöl oder Algenöl enthalten.
  • Vitamin D: Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel ist wichtig für das Immunsystem und die Knochengesundheit. Vor allem in den Wintermonaten kann eine Ergänzung sinnvoll sein.
  • Magnesium: Magnesium unterstützt die Muskelentspannung und kann Muskelkrämpfen vorbeugen. Es ist in grünem Blattgemüse, Nüssen und Samen enthalten, kann aber auch als Ergänzung eingenommen werden.

Fazit

Yoga und eine ausgewogene Ernährung sind zwei kraftvolle Werkzeuge, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Die Integration dieser Praktiken in deinen Alltag kann dir helfen, mehr innere Ruhe und Balance zu finden. Yoga unterstützt dich dabei, Stress abzubauen, deine Flexibilität und Stärke zu verbessern und geistige Klarheit zu fördern. Eine bewusste Ernährung, reich an frischen und natürlichen Lebensmitteln, ausreichend Flüssigkeit und leicht verdaulichen Mahlzeiten, liefert deinem Körper die nötige Energie und fördert deine Gesundheit.

Zusätzlich können natürliche Hilfsmittel wie Cannabisöl, das bei der Linderung von Stress, Angstzuständen und Schmerzen helfen kann, deine Entspannungs- und Regenerationsphasen nach dem Yoga unterstützen. Achte darauf, deine Ernährung durch Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Magnesium zu ergänzen, um sicherzustellen, dass dein Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält.

Durch die tägliche Praxis von Yoga-Übungen wie dem Baum, der Kobra und der Brücke kannst du deine innere Balance und Energie steigern. Plane deine Mahlzeiten im Voraus, übe Achtsamkeit beim Essen und Yoga und beginne deinen Tag mit einer nährstoffreichen Morgenroutine.


Titelbild von Jannis Brandt auf Unsplash

#113 Beckenboden-Power: Dos und Don‘ts für Yogapraxis und Gesundheit – mit Heike Gross

Stärkung und Entspannung: Das solltest du unbedingt über die Basis deines Körpers wissen

Der Beckenboden ist ein oft vernachlässigter, aber wichtiger Teil unseres Körpers. Als Netzwerk aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe bildet er die Basis unseres Beckens und unterstützt Funktionen wie Blasen- und Darmkontrolle sowie die Stabilität des Körperkerns. Seine immense Bedeutung wird meist erst bei Problemen wie Harninkontinenz nach Schwangerschaft oder im Alter deutlich, wodurch gezielte Pflege und Training nötig werden.

Im „YogaWorld Podcast“ will Hostin Susanne Mors mehr über die Funktionen des Beckenbodens und seine Rolle in der Yogapraxis erfahren. Zu Gast ist Yogalehrerin und Heilpraktikerin Heike Gross, die die Beckenbodentherapie zu ihren Spezialgebieten zählt. Heike erklärt, welche Funktionen der Beckenboden erfüllt, warum er für unsere Gesundheit wichtig ist, woran man einen geschwächten Beckenboden erkennt und welche Faktoren zu Problemen führen können.

Natürlich sprechen Heike und Susanne auch darüber, wie Yoga den Beckenboden stärken kann. Heike teilt Techniken und Übungen, die bei Beckenbodenproblemen helfen, und erläutert, welche Vorteile es hat, den Beckenboden in die Yogapraxis zu integrieren. Sie gibt wertvolle Tipps, wie man den Beckenboden im Alltag einbeziehen kann, etwa beim Heben schwerer Gegenstände, und spricht über die Verbindung des Beckenbodens zu anderen Körperteilen sowie den Einfluss von Stress und emotionalen Blockaden auf diesen sensiblen Bereich.

Verwirrung, Klarheit, Einheit – vier Nath-Texte über Hatha-Yoga

Vier Nath-Texte über Hatha-Yoga

Ist Hatha-Yoga modernes Yoga? Ist es richtig, dass der Körper so im Mittelpunkt steht? Ein guter Weg, sich diesen Fragen zu nähern, sind die historischen Texte der Nath-Yogis, von denen die Hatha Yoga Pradipika (HYP) wahrscheinlich der bekannteste ist. Alles Theorie? Mitnichten! Wir nutzen sie für unsere Praxis, denn „das Lesen alleine bringt keinen Erfolg“, wie schon die Pradipika weiß. Sybille Schlegel nimmt in diesem Artikel vier verschiedene Nath-Texte genauer unter die Lupe.

Text: Sybille Schlegel, Titelbild: Daniel Adams/Studio India via Canva

Da hab ich mir ja was aufgehalst, denke ich, während ich die Goraksha Shataka auf dem Sitzfahrrad im Gym sitzend lese. Es ist der Nath-Text, den ich am wenigsten kenne bisher. Die Hatha Yoga Pradipika habe ich schon mal komplett übersetzt und unterrichte sie regelmäßig in unserem Teacher Training. Die Gheranda Samhita und die Shiva Samhita besitze ich als englische Ausgaben seit etwa 10 Jahren und habe sie mehrfach gelesen.

Für diesen Artikel nehme ich alle vier nochmal genauer unter die Lupe – und erwische mich bei wechselnden Gefühlen. Das kann durchaus passieren, wenn man die traditionellen Yogatexte des alten Indien rezipiert und deshalb beschreibe ich mal kurz meine Kontemplationen dazu, denn solche Reaktionen sind ganz normal und sollten uns nicht vom Studium der Weisheitslehren des Yoga abhalten:

1. Verwirrung: Im Gegensatz zum angenehmen Gefühl von Klarheit wühlt die Verwirrung Geist und Emotionen auf. Ich bin verwirrt, weil ich die Texte ziemlich unsystematisch finde. Weil ich die altindischen Symbole nicht kenne. 

2. Ärger: Ich gehöre definitiv nicht zur Zielgruppe der Texte, denn sie sind eindeutig für Männer verfasst. Auch die Sprache ist recht maskulin (was in den Übersetzungen deutlicher ist als im Original-Sanskrit). Harsch anmutende Anweisungen, Verbote, Praktiken, die Energien willentlich dominieren. Und immer wieder: Penis, Penis, Penis. Ich bleibe an den misogynen Stellen hängen, in denen Frauen als Ablenkung, Bedrohung, Objekt zur Ausführung von sexuellen Mudras beschrieben werden. Ich beginne zu überlegen, ob ich den Artikel absagen kann … 

3. Neugier: Wo ist der rote Faden? Was ist in den Texten gleich, was unterschiedlich? Wo liegt der Kern der Hatha-Lehre in der Tradition der Nath? 

4. Beklemmung: Die Warnungen zu den subtileren Techniken, bei denen man in die tiefsten, vegetativen Körperfunktionen eingreift, sind gruselig. Auch, wenn die Funktionalität der Natur entspricht, ist das bestimmt mit Vorsicht und Respekt zu genießen. Es ähnelt der medizinischen Wirkung von Giftpflanzen: Man muss die passende, individuelle Dosis kennen, damit die Wirkung positiv ist. Sonst ist die Macht zerstörerisch. 

5. Respekt: Ich werde mir bewusst, dass ich als westlicher, moderner Mensch trotz aller Bildung nicht viel weiß. Erst gegenwärtig beschäftigt sich die Wissenschaft mit den Effekten der Atmung, der Regenerationsfähigkeit von Nervengewebe und vielem anderem, das die yogischen Texte schon vor Hunderten von Jahren behandelten. Auch ist die Mystik des alten Indiens so vielfältig und fein, dass ein paar Semester Indologie nur auf der Oberfläche standhalten. Ich beschließe meine Empfindungen zu respektieren – und mehr noch die unergründlich tiefe Weisheit der Yogis, deren Worte die Jahrhunderte überdauert haben. 

Von außen – von innen

Fresco im Nath-Temple Indien
Fresco im Nath Tempel in Indien. Foto: Manakin/Getty Images via Canva

Eine mystische Bruderschaft, vier Texte und magisch anmutende Praktiken, die angeblich unsterblich, wunderschön und unwiderstehlich machen? Klingt wie aus einem Hollywoodstreifen, kommt aber aus dem indischen Mittelalter. Wie so oft kann man sich auch den historischen Wurzeln dieser vier Texte nur annähern, findet einen gewissen Zeitraum (8.-14. Jahrhundert), in dem sich der Plot hauptsächlich abgespielt und von dort bis ins Heute gezogen hat. Verschleiert vom Lauf der Zeit, verklärt von Yogatourist*innen, verrufen durch andere Yogatraditionen und von der indischen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts – doch wer waren eigentlich die sogenannten Nath-Yogis, deren Texte wir hier näher betrachten? 

Der amerikanische Pfarrer George Weston Briggs, der als Seelsorger im britischen Militär zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Indien tätig war, formt den Blick von außen: Sein Buch „Goraknath und die Kanpatha Yogis“ versucht aus der Perspektive der westlichen Kultur und mit der Methodik der sozio-kulturellen Wissenschaften zu beschreiben, zu beziffern.

Unterwegs wird aus oberflächlich-arrogant allerdings neugierig-respektvoll. Die Yogis mit den Ohrringen (Kanpatha) scheinen gut organisiert und gleichzeitig dezentral gewesen zu sein: Sie lebten in Männerbünden, als Einsiedler, als Familienoberhaupt. Viele huldigten dem Gott Shiva als höchstem Prinzip, andere folgten Vishnu, manche verehrten das weibliche Göttliche mehr. Die vielfältige Buntheit Indiens beginnt den westlichen Geist zu betören, der verzweifelt versucht, die eine Antwort zu finden und am mentalen Einordnen und Verstehen festzuhalten… 

– Hatha Yoga Pradipika 1.56

Die Legenden der Nath-Texte

Einige berühmte Persönlichkeiten der Naths sind bis heute mit Namen bekannt: Wie der sagenhafte Matsyendra, der von Shiva als Fisch die Lehren des Hatha gehört und dann zum Menschen gewandelt worden sein soll, um die Weisheiten weiterzugeben. Vermutlich verbirgt sich dahinter ein im shaktistischen Tantra verwurzelter Yogi, der von Goraksha aus dem „Tempel der Frauen errettet“ worden sei. Als gelernte Historikerin versinke ich hier gerne in der Attraktivität der Legenden.

Goraksha selbst soll maßgeblich an der Gründung der Nath-Yogi-Bruderschaften beteiligt gewesen sein. Man liest, er habe Hatha-Yoga vom anrüchigen Tantra befreit und mit dem Yoga des Patanjali vereinbar gemacht. Mystische Traditionen treffen auf indischen Kult-Mainstream. Und dann ist da noch Gheranda, von dem wir einen Text haben, aber so gut wie nichts wissen. 

Auch die Texte selbst formulieren flüsternd im Schatten, obwohl die Hatha Yoga Pradipika ihrem Namen nach („Licht auf Hatha Yoga“) doch Licht ins Dunkel bringen will. Aber leider: Beschreibungen, Andeutungen und Geheimhaltung wechseln sich ab. Körper und Energie, Form und Universum, Außen und Innen verschwimmen in ein großes Ganzes, das man nicht einfach so runterlesen kann im Urlaub auf der Strandmatte. Man wünscht sich regelrecht den Guru herbei, der einem – wie in den Texten angemahnt – die Zusammenhänge und Symbole erläutert.

Und hier liegt die innere Perspektive: Will man es wirklich wissen, braucht man eine Hatha-Tradition, in der die Lehre gelebt und geübt wird. Ich bin über meine Lehrer*innen der Krishnamacharya-Tradition verbunden sowie der von Sri Brahmananda Sarasvati. Krishnamacharya hatte als Sanskritist, Ayurveda-Arzt und Yogameister eine ebenso breite wie tiefe Kenntnis des Hatha-Yoga.

In der Weitergabe durch seine Schüler*innen spielen die Nath-Texte allerdings nur eine kleine Rolle. Sein Schüler A.G. Mohan übt in seiner Ausgabe der HYP sogar fast harsche Kritik an diesem Text. Vermutlich ist es so, dass man sich für die Innensicht auf Hatha-Yoga eine Tradition sucht, zu der man sich intuitiv hingezogen fühlt, die sich auf eine lange Linie von Lehrer*innen beruft, die ernsthaft und respektvoll ist. Und dann, über diesen Faden, lässt man sich dahin bringen, wo kein Faden mehr nötig ist. 

Vom Groben ins Feine

Vier Texte sind uns aus der Nath-Tradition bekannt und über Übersetzungen allgemein zugänglich: Hatha Yoga Pradipika, Gheranda Samhita, Goraksha Shataka und Shiva Samhita. Hier die wichtigsten Eckdaten und Inhalte kurz zusammengefasst:

Hatha Yoga Pradipika – Licht auf Hatha-Yoga

Verfasser: Yogi Svatmarama 
Aufbau: Asana, Pranayama, Mudra, Samadhi 
Inhalt: Lineage, Einleitung über die Unklarheit der Yogapraktiken als Ausgangspunkt für Text, 36 Asanas, 6 Kriyas, Anweisungen zu Lebensweise und Ernährung, 9 Pranayamas, 10 Mudras, Nada als Versenkungsobjekt, Anmerkungen zum Aufgehen im Selbst 

Gheranda Samhita – Die Sammlung des Gheranda 

Verfasser: Gheranda an seinen Schüler Candakapali 
Aufbau: Kriya, Asana, Mudra, Pratyahara, Pranayama, Dhyana, Samadhi 
Inhalt: Einleitung über die Notwendigkeit der Yogapraxis, 27 Kriya, 32 Asana, 25 Mudra, Pratyahara als Übung der inneren Unabgelenktheit, Anweisungen zu Lebensweise und Ernährung, 11 Pranayama, 5 Kontemplationen mit Visualisierung, Mantra und Mudra (Nyasa), Samadhi als Einheit mit Brahman 

Goraksha Shataka – Die 100 des Goraksha 

Verfasser: Goraksha (Lineage von Svatmarama, Schüler von Matsyendranath)
Aufbau: Teil 1 (der niedere Teil) – Asana & vorbereitende Praxis, Teil 2 (der höhere Teil) – Pranayama & Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi 
Inhalt: Kurze Einleitung, 6 Anga des Yoga, 2 Asana, Beschreibung von 6 Chakras, Beschreibung von 10 Nadi, Erweckung von Kundalini Shakti, Beschreibung der Lebensweise, 5 Mudra, 3 Bandha, Mantra-Praxis (Pranava), Nadi Shodhana, Wirkungen von Pranayama, Pratyahara, Dharana, Samadhi 

Shiva Samhita – Die Sammlung Shivas 

Verfasser: Shiva an Parvati
Aufbau: Das Prinzip des Lebens, Wissen, Praxis, Mudra, Meditation
Inhalt: Vedantische Lehre, Einheit von Körper und Universum mit Nadi-System, 10 Vayus, Vorbereitung zur Praxis, Nadi Shodhana, Anweisungen zur Ernährung, Wirkung von 16 Pranayama (die allerdings nicht genannt werden), Dharana-Praxis, 4 Asanas, 11 Mudra, Hinweise zur Praxis allgemein, Nada Yoga, Meditation, Erweckung von Kundalini Shakti, Beschreibung von 7 Chakras, Beschreibung Ida, Pingala und Sushumna, Anweisungen für verheiratete Yogis (Grhasta)

Sie sind alle ein wenig unterschiedlich, sie alle haben Gemeinsamkeiten: Hatha-Yoga dient dem Raja-Yoga und damit letztlich Samadhi. Das heißt, die Posen dienen nicht der Form, alles Atemanhalten nicht der reinen Dauer des Könnens, sondern sämtliche Techniken sollen letztlich die Energien oder die Funktionalität des Körpers optimal auf tiefe Meditation, Versunkenheit (Samadhi) einstellen. Inklusive des in den Texten hochgelobten Khecari Mudra, bei dem die Zunge an der Wurzel eingeritzt und dann langgezogen und durch den Rachen in die Nasenhöhle gesteckt wird.

Das Resultat: eine Art Winterschlaf. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren, Atmung und Herzschlag verlangsamt. Der Körper verzichtet dadurch auf die uns so bekannten Ablenkungen in der Meditationspraxis wie Hunger und sexuelle Bedürfnisse. Es existiert ein Bericht eines deutschen Arztes aus den 1930er-Jahren, in dem dieser höchst überrascht erklärt, dass Krishnamacharya bei einer seiner Demonstrationen über einen Zeitraum von fünf Minuten keinen Puls hatte und er ihn mit Sicherheit für tot erklärt hätte. Desikachar soll seinen Vater einmal gefragt haben, wie das geht. Dieser habe jedoch abgewunken mit den Worten, das sei nicht, was die Welt braucht. Bestimmt hat er recht … trotzdem ist es faszinierend.

Einssein mit Körper und Seele

Mudra-Beruhigung Körper und Geist
Mudra und Symbole findet man in allen vier Nath-Texten. Foto: Andy Krakovsky/Getty Images Signature via Canva

Die Hatha-Yogis verstanden physische Funktionen wie nur wenige nach ihnen: Alles, was den Atemfluss verlangsamt und damit die Regungen des Geists verringert, hat sie interessiert und wurde Teil ihrer Praxis: So das Drücken der Zunge gegen den Gaumen, was beim Kauen natürlich vorkommt und den Atem verlangsamt, um Verschlucken zu verhindern. Oder das Ausatmen und Anhalten der Atmung, das den Parasympathikus aktiviert.

Oder ganz einfach das Liegen in Shavasana, was meine Lehrerin ein „Mudra für Schlaf“ nennt: Die Haltung ist ein Signal für den Körper, gewisse Funktionen hochzufahren und andere runter. Je langsamer der Organismus, desto ruhiger der Geist, desto tiefer können Yogis und Yoginis eintauchen in das Einssein. 

Den physischen Körper pflegen

Ablenkung von der Versunkenheit ist unerwünscht, deshalb gilt es, den Körper mit besonderen Handlungen zu reinigen: In der HYP werden sechs sogenannte Karmas oder Kriyas beschrieben, in der Gehrenda Samhita gibt es 27 – vom Zungeschaben übers Zähneputzen bis hin zu Darmreinigungen mittels willentlichem Luftschlucken und Auspupsen oder dem Ausstülpen des Dickdarms in ein fließendes Gewässer. Kein Wunder, dass a) das Ganze unbeobachtet stattfinden sollte und b) Krishnamacharya als Ayurveda-Doktor von allgemeiner Anwendung warnte.

Asana hat den Grundzweck, den Körper leicht, flexibel und stark zu machen. Einzelne Positionen werden darüber hinaus als Kur, etwa für Verdauungsstörungen empfohlen. Pranayama soll die Fähigkeit zur Stille über die Atemstille trainieren, mit dem Effekt perfekter Versorgung der Zellen. Pratyahara, sonst eher bekannt aus dem Yogasutra, wird in der Goraksha Shataka beschrieben als das bewusste Wahrnehmen durch die Sinne und das ebenso bewusste Nicht-Reagieren darauf.

Mittels Mudra – einer Verbindung aus Körperhaltung, Kumbhaka (Atempause) und Bandha (Muskelkontraktionen in Verbindung mit dem Atemhalten) – soll sich Energie im Körper konzentrieren, um ein ruhendes Energiepotenzial zu erwecken. 

Ha und Tha

Das ist auch eine mögliche Erklärung für den Begriff Hatha: Ha steht für die aktive Energie und Einatmung (Prana Vayu), Tha für die passive Energie und Ausatmung (Apana Vayu). Prana Vayu wird durch die Sonne symbolisiert, Apana Vayu durch den Mond. Dadurch wird Ha auch zum Lautklang für Sonne und Tha (übrigens mit nach hinten gebogener Zunge ausgesprochen) zum Lautklang für Mond.

– Goraksha Shataka 1.40

Diese gegensätzlichen Energien zusammengebracht kreieren eine energetische Einheit. Und deren Kraft weckt wiederum Kundalini Shakti (wörtlich: die zusammengerollte Energie), die sich dann wie eine plötzlich geweckte Schlange aufrichtet und durch den Energiekanal der Wirbelsäule (Sushumna Nadi) emporsteigt und sich mit Shiva vereint. 

Ganz grob gesagt. Shakti gilt als Göttin, die sich im Tanz mit Shiva befindet: Tanzt sie fort, herrscht Dualität, kommt sie zurück, entsteht Einheit. Der Ursprung vieler traditioneller Tänze auf der ganzen Welt. Und so wird aus asketischer und akrobatischer Praxis plötzlich spirituelle Mystik. Die Einzelheiten der Lage von Kundalini Shakti, ihre Bewegung, die Beschaffenheit von Sushumna, die Veränderungen auf ihrem Weg nach oben für den Yogi sowie das Entstehen von inneren Klängen bei ihrer Vereinigung: All das wird in den Texten beschrieben. Details können variieren, daher finde ich, wenn man sich damit beschäftigt, sollte man alle lesen, das klärt hier und da schon ein paar Fragen.

Alle Texte führen zur Einheit

Die Shiva Samhita fällt inhaltlich uns systematisch etwas aus der Reihe, gibt aber gleichzeitig ein Fundament für die drei anderen. Shiva spricht hier zu Parvati, seiner Shakti. Das erste Kapitel ist eine Darlegung dessen, was Einheit ist. Das entspräche der Advaita Vedanta-Philosophie, heißt es in den Einleitungen. Neuerdings ist mir so etwas immer egaler. Aber was Shiva hier inhaltlich erzählt, ist klar und auf den Punkt.

Gemälde Shiva und Parvati
Gemälde Shiva und Parvati. Foto: ePhotocorp Getty Images via Canva

Er beantwortet, warum wir uns nicht in Einheit empfinden, wie das Karma da hineinspielt und was das eigentlich ist. Später im Text werden auch die Chakras genau beschrieben, ebenso die Vayus (Winde), die für Hatha-Yoga wichtigen Nadis – und Anweisungen für verheiratete Yogis. Die gab es nämlich auch und deren Frauen haben laut G.W. Biggs auch Hatha-Yoga geübt und als Witwen die Positionen ihrer Gatten in der Gemeinschaft eingenommen. (Puh, jetzt ist es raus. Ich wollte schon ewig mal diese Vorstellung myth-bustern, dass Frauen früher kein Yoga geübt hätten.)

Das Fazit, das keines ist 

Die Nath-Texte sind wunderbare Quellen für alle, die Yoga mit dem Körper oder über den Körper üben. Das Machen steht im Vordergrund, das „Wie machen“ erläutern die Texte. Optimal ist das Üben mit einem kompetenten Lehrer, denn nicht immer sind die Anweisungen ganz ausformuliert. Manche der Reinigungstechniken sind heute bereits Teil unserer täglichen Routine, andere heutzutage vielleicht nicht mehr ratsam. Sobald es an Pranayama und Mudra geht, ist ein andächtiges, vorsichtiges Herantasten hilfreich, denn hier beginnt man in die Tiefen des hormonellen Systems und der Körperfunktionen einzugreifen.

Und da wir meist keinen nach den Kriterien der Texte kompetenten Lehrer haben: piano piano, wie der Italiener sagt. Nur, weil was geht, heißt es nicht, dass man es ohne weiteres verträgt. Ein gesunder Körper, ein gesunder Geist, ein ausgeglichener Stoffwechsel, gute Atemkapazität und innere Ruhe sind wirklich etwas wert. In den Winterschlaf muss ich dafür nicht unbedingt.


Sybille Schlegel ist unsere Lieblingsautorin, wenn es um alltagstaugliche Texte zur Yogaphilosophie geht: So locker und leicht, so tief und wahr, einfach wunderbar! Dieser Text stammt aus unserer Reihe im YOGAWORLD JOURNAL „Die wichtigsten Texte der Yogaphilosophie„. Mehr über Sybille erfährst du auf ihrem Instagram Account. Live kannst du sie in Mainz erleben, im Hatha Vinyasa Parampa Studio, das sie gemeinsam mit Andreas Ruhula leitet.


Lese mehr von Sybille Schlegel und tauche tiefer in die Yogaphilosophie ein: