Tipps vom Yogadude: Was verdient man als Yogalehrer*in?

Das kleine 1x1 des Yogabusiness

Der “Yogadude”” Thomas Meinhof schreibt bei uns über das Thema Yoga & Business. Heute: Wir müssen über Geld reden. Was verdient man als Yogalehrer*in?

In der ersten Folge dieser Kolumne ging es ja darum, dass Yogalehrer*in in vielerlei Hinsicht ein Job wie jeder andere ist. Auch, was die Bezahlung betrifft. Aber was genau verdient man eigentlich als Yogalehrende*r? Wie in den meisten anderen Berufen auch, gibt es hier leider relativ wenig Transparenz. Es kann gut sein, dass man ein 300-stündiges Yoga Teacher Training absolviert, ohne auch nur im Halbsatz zu erfahren, mit welchem Stundenlohn man danach rechnen kann. Und selbst, wenn man jemanden aus dem Bekanntenkreis fragt, erhält man schwer einen repräsentativen Überblick – denn die Höhe der Entlohnung variiert nicht nur zwischen z.B. Fitnessstudios und Sportvereinen, sondern auch zwischen den Yogastudios untereinander.

Diese Faktoren bestimmen die Bezahlung beim Yogaunterricht

1. Die Anzahl der Schüler*innen

Viele Yogastudios (ca. 50 Prozent) entlohnen ihre Lehrer*innen gestaffelt: Je mehr Teilnehmende, desto höher das Honorar. Das ist eine faire Sache, weil das Studio an mehr Schüler*innen mehr verdient. Und der/die Yogalehrer*in hat einen Anreiz, dauerhaft eine gute Klasse abzuliefern. Einzige Ausnahme: Die Privatstunde. Da erhält man unter Umständen von der eine Person, die man unterrichtet, mehr Geld als von einem Studio für 20 Teilnehmer*innen.

2. Die Art des Unterrichts

Der Begriff “Stundenlohn” impliziert natürlich, dass es für zwei Stunden Yogaarbeit mehr Kohle gibt als für eine. Es kann aber durchaus sein, dass man mit einem vierstündigen Workshop deutlich mehr verdient als mit vier Einzelstunden – wenn das entsprechende Studio (wie es üblich ist), die Einnahmen mit dem/der Yogalehrer*in teilt. Außerdem sind die meisten Leute bereit, für einen speziellen Workshop gerne etwas mehr zu bezahlen als für “normalen” Yogaunterricht.

3. Die berufliche Qualifikation

In vielen Studios (ca. 40 Prozent) werden Yogalehrer*innen auch danach entlohnt, wie gut (bzw. wie lange) sie ausgebildet sind. Wer 800 Stunden Teacher Training, Apprenticeship etc. mehr auf dem Buckel hat, bekommt mehr als jemand, der im Urlaub mal schnell am Strand einen Yogalehrerschein gemacht hat. Und das ist auch okay, denn im Normalfall bekommt der Unterricht mit der Berufserfahrung eine andere Qualität. Auch hier ist Yoga übrigens mal wieder ein Job wie jeder andere.

Lies auch: Teacher Training – Checkliste für die Yogalehrerausbildung

Was verdient man als Yogalehrer*in?

Um es kurz zu machen: Wer mit Yoga reich werden möchte, sollte entweder aufhören zu schlafen und 24 Stunden täglich unterrichten. Oder es irgendwie schaffen, ausschließlich hoch bezahlte Privatstunden zu geben. Wichtig zu beachten ist auch die Tatsache, dass die meisten Yogalehrenden freiberuflich arbeiten und ihre Einkünfte selbst versteuern sowie selbstständig in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Von dem Betrag, den das Studio am Monatsende überweist, bleibt also nicht alles am Ende übrig.

So viel Geld bekommen Yogalehrende für den Unterricht

Für eine Stunde Yogaunterricht erhalten die meisten Yogalehrer*innen zwischen 30 bis 35 Euro. Darauf basierend gibt es für 75 Minuten zwischen 40 und 45 Euro netto und für 90 Minuten zwischen 45 und 50 Euro. Interessant ist die Tatsache, dass es bei der Entlohnung recht große Unterschiede gibt: Für 60 Minuten-Klassen werden in Einzelfällen nur 12 Euro überwiesen, am oberen Ende der Skala gibt es aber auch bis zu 75 Euro. Bei 75 Minuten sieht es mit 15 bis 51 Euro ähnlich aus, bei 90 Minuten gibt es eine Spanne von 18 bis 90 Euro.

(K)ein Job wie jeder andere

Im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmern müssen (freiberuflich tätige) Yogalehrende nochmal ganz genau nachrechnen. Denn von dem, was ihnen die Studios überweisen, bleibt nach Steuern, Versicherungen und Rente unter Umständen nur noch die Hälfte übrig. So muss man selbst bei relativ hoher Bezahlung ganz schön ranklotzen, um vom Unterrichten leben zu können. Und das ist dann wahrscheinlich auch der Grund, warum dieser wunderbare Beruf in den meisten Fällen als Nebenjob betrieben wird. Ob die Bezahlung für den Unterricht besser sein könnte? Das ist schwer zu sagen. Allerdings sind die wenigsten Studiobetreiber selbst außergewöhnlich wohlhabend (besonders in Pandemiezeiten) und die Preise für Yogaklassen auch nicht unbedingt zu günstig. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, etwas Transparenz in Höhe der Honorare zu bringen. So kann man am Ende selbst entscheiden, ob man die eigene Entlohnung als fair empfindet.

Lies auch: 7 Dinge, die richtig gute Yogalehrer ausmachen


Yogadude Kolumne

Thomas Meinhof, auch bekannt als “Yogadude”, ist studierter Betriebswirt, ausgebildeter Yoga-Lehrer und betreibt in München sein eigenes Yoga-Studio SHIVA SHIVA YOGA. Seit 2016 schreibt er regelmäßig auf seinem Blog “Yogadude” über alle Themen rund ums Yoga, seit 2020 kann man ihn auch in seinem eigenen Nicht noch ein Yoga-Podcast hören. Im September 2021 erscheint sein Buch Selbstständig mit Yoga – von Businessplan bis Steuererklärung.

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