#11 Körperbilder

Carmen Schnitzer spricht über Körperwahrnehmung und Schönheitsideale

Unser grobstofflicher Körper hat in unserer Gesellschaft einen sehr wichtigen Stellenwert. Hier in Europa wären die meisten wohl gerne schlank, gebräunt, faltenfrei und fülliges Haar ist auch gerne gesehen. In den meisten Yogaphilosophien wird der Körper aber lediglich als Instrument angesehen, den die Seele gebraucht, um ihre Erfahrungen auf der physischen Ebene zu machen. Man soll ihn pflegen und mit ihm üben, die Optik ist aber grundsätzlich unbedeutend.

Schaut man sich die Yogaszene mal an, wird man jedoch schnell merken, dass im Grunde auch hier das gleiche Schönheitsideal propagiert wird, wie im Rest der Gesellschaft. Das Titelthema der aktuellen Ausgabe vom YogaJournal lautet „Mein Körper“. So hat sich auch Redakteurin Carmen Schnitzer mal intensiv damit beschäftigt und spricht in dieser Folge mit Susanne über Körperbilder.

Schwarzer Vollkornreis mit Berberitzen

Die Beeren der Berberitze oder Sauerdorn sind leicht säuerlich und gelieren gut. Daher werden sie auch gerne zu Marmelade oder Gelee verarbeitet. Doch die scharlachroten Beeren können so viel mehr: Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Dahlienchips und Berberitzenreis“, in dem sich Judith Gmür-Stalder, Kathrin Fritz und Maurice K. Grünig raffinierte Rezepte zum Thema „Köstliches aus Wiese, Wald und Garten“ ausgedacht haben.

Was sind Berberitzen, auch Sauerdorn?

Spitze Dornen schützen die scharlachroten länglichen Beeren des Strauches vor allzu forschem Zugriff. Beim Sammeln derselben sollte man besser dicke Handschuhe tragen. Im Frühling blüht die Berberitze hellgelb. Holz und Wurzeln enthalten einen zitronengelben Farbstoff, das giftige Berberin. Die Rinde wurde früher zum Färben verwendet. Die essbaren Pflanzenteile sind die Beeren. Beim Pressen der Beeren ist darauf zu achten, dass die Kerne nicht zerdrückt werden, weil sonst der Saft bitter wird. Sammelzeit ist der Frühsommer und Herbst. Die Beeren sind reif, wenn sie bei leichtem Druck platzen. Wichtig: Außer den roten Beeren sind alle Pflanzenteile, besonders die Wurzeln, giftig.

Die getrockneten Beeren werden in der sogenannten Levante-Küche, der Küche der aufgehenden Sonne, zum Säuern und Aromatisieren von Gerichten verwendet.

Reis mit Berberitzen
Foto: Maurice K. Grünig

Zutaten für 4 Personen

Ca. 2 Liter Wasser

200 g schwarzer Vollkornreis

25 g Butter (oder pflanzliche Alternative)

1–2 Handvoll Berberitzen, frisch oder getrocknet

Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Garnitur Butterflocken, Fleur de Sel und Pfeffer aus der Mühle.

Zubereitung

  1. Das Wasser aufkochen, den Reis beifügen und 45–50 Minuten köcheln lassen. Dann abgießen und mit der Butter und den Berberitzen mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  2. Den Reis auf Teller verteilen, mit den Butterflocken, Fleur de Sel und Pfeffer garnieren.

Dahlienchips und Berberitzenreis Buch atVerlag

Essen, was die Natur uns gibt. Von diesem uralten Prinzip haben die Autorinnen sich leiten lassen. Sie sind raus in die Natur und haben ihre Sinne geöffnet für alles, was wächst, duftet und blüht. Sie haben gesammelt und geerntet – Blüten, Kräuter, Wurzeln, Harz – und schließlich in der Küche experimentiert und verfeinert.

Dieses Buch inspiriert dazu, sich auf einzigartige Weise mit der Natur zu verbinden. Beim Sammeln und Zubereiten – und schon vorher: Bereits die stimmungsvollen Fotos lassen uns staunen über das, was die Natur uns gibt.

Das Buch „Dahlienchips und Berberitzenreis – Köstliches aus Wiese, Wald und Garten“ mit 90 raffinierten Rezepte und 30 Pflanzenporträts ist im at Verlag erschienen (352 Seiten, 40 Euro).


Meditation mit NUJA: 7 Minuten Fokus auf den Atem

Isabel und Elisa von NUJA verbinden geführte Meditationen mit atmosphärischen Harfenklängen und sanften Vocals. Dabei entstehen wundervolle Klangwelten, die deine Intention unterstützen und tiefe Emotionen wecken.

Die klassische Harfenistin Isabel Goller und die Sängerin und Komponistin Elisa Godino wollen mit NUJA Meditation Achtsamkeit und das Meditieren für alle Menschen greifbar machen: „Das Thema Meditation soll für alle zugänglich sein, auch wenn man damit bis jetzt noch nicht in Berührung war. Für mich ist Meditation mittlerweile wie Zähneputzen, eine tägliche Hygiene für die Seele. Wir können beispielsweise im Zug meditieren, während des Kochens, beim Spazieren oder vor dem Einschlafen, es geht dabei um die Achtsamkeit des Moments“, erzählt Elisa. Warum das so ist, wie die Meditationen entstehen und wie Musik auf unser Gehirn wirkt, haben uns die beiden unheimlich sympathischen Musikerinnen im Interview erzählt. Und sie haben uns auch gleich eine ihrer Meditationen zum Mitmachen mitgebracht (Video unter dem Interview).

Elisa und Isabel, ihr seid beide Berufsmusikerinnen, Musik ist also ein essentieller Teil eures Lebens. Welchen Platz nimmt das Thema Meditation bei euch ein?

„Meditation ist die tägliche Hygiene der Seele“ – Isabel Goller (links) und Elisa Godino (Foto: Vilma Pflaum)

Elisa: Das Thema Meditation ist für mich vor einigen Jahren während der Studienzeit
aufgetaucht, als ich nach einem Werkzeug suchte, das meine innere Unruhe und Stress lösen sollte. Die ersten Erlebnisse mit Meditation hatte ich daraufhin in einem 8-wöchigen MSC (Anm. der Red. „mindful self compassion“) Kurs, indem ich Meditation mit einem starken Fokus auf Selbstmitgefühl kennenlernte. Daraufhin habe ich den MBSR Kurs nach Kabat Zinn absolviert. Die Erfahrungen, die ich im Kurs gemacht hatte, waren sehr prägend. Das Wissen und die Praxis aus diesen Kursen ließen Meditation für mich zu einer alltäglichen Sache, einer täglichen psychischen Hygiene, entwickeln. Es ist mein innerer Ort der Ruhe und Innehaltens, den ich nicht in meiner Umgebung oder Mitmenschen suchen muss, sondern in mir selbst finden kann.

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Ihr untermalt eure Meditation mit ganz besonderer Musik. Dabei entstehen unheimlich schöne Klangwelten. Wirkt Meditation mit Musik besser? Geht sie tiefer?

Isabel: Da Musik das limbische System im Gehirn anspricht, welches für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, wirkt sie direkt auf unsere Emotionen und kann Einfluss auf diese haben. Musik schafft es Gefühle hervorzurufen, deinen Fokus zu verschieben und sie gibt dir Zeit und Raum für deine Meditationsübung. Musik in Meditation verfolgt eine bestimmte Intention: Sie möchte dich in deiner Meditation unterstützen. Das ist für uns als Musikerinnen spannend, denn die Musik hat einen bestimmten Zweck – damit kommen auch bestimmte musikalische Mittel zum Zug. Mit den unterschiedlichen Hintergründen Jazz, Pop und Klassik, war dieser Kompositionsprozess besonders spannend und ließ uns auf neue Klangwelten stoßen.

Hebt das Meditieren mit Musik uns auf eine andere Bewusstseinsebene?

Isabel: Ich denke das spannende am Meditieren mit Musik ist, dass eine visuelle Ebene
angesprochen werden kann. Mir persönlich ist es beispielsweise schon öfter passiert, dass ich durch eine bestimmte Stimmung in der Musik, Bilder vor meinem inneren Auge gesehen habe und mich ganz darauf einlassen konnte. Musik kann somit die Inspiration oder Fantasie fördern und schafft es sehr direkt unseren Fokus zu verschieben. Interessant finde ich es aber, dass es keine allgemein gültige Wahrnehmung von Musik gibt. Sie hängt sehr stark von den kulturellen Prägungen oder musikalischen Umfeld ab. Es ist also nicht möglich Meditationsmusik zu produzieren, welche für alle Menschen funktioniert und alle Menschen auf ihrem Weg unterstützt.

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Und welche Menschen möchtet ihr mit eurem Projekt NUJA erreichen?

Isabel: Mit NUJA Meditation wollen wir Meditationsmusik gestalten, welche die Intentionen der Meditation unterstützen soll und unserem klang-ästhetischen Anspruch als Berufsmusikerinnen entspricht.

Wie kann ich mir den Entstehungsprozess eurer Meditationen vorstellen?

Elisa: Alle Elemente eines musikalischen Zyklus entstehen im gleichen Zeitraum. Der
Unterschied zwischen der textlichen Ebene und der musikalischen ist, dass der Inhalt der
Meditation im Laufe des Arbeitsprozesses fixiert wird und sich dann nicht mehr verändert, da wir den Text ja auch übersetzen. Die musikalische Ebene kann sich aber von der anfänglichen Skizze bis zum fertigen Track sehr wohl ändern. Es kommen manchmal noch Klangebenen dazu, oft lassen wir ganze Teil weg, weil sie für die fertige Meditation dann doch nicht passen. Das ist das Schöne am Komponieren von NUJA, wir arbeiten musikalisch sehr prozessorientiert und komponieren oft aus der gemeinsamen Improvisation heraus, sehr aus dem Moment also.

Eure Meditationen veröffentlicht ihr auf English, Deutsch und Italienisch. Aber auch Ladinisch und Südtirolerisch sind dabei. Warum gerade diese Sprachen?

Elisa: Ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Projektes ist der Gedanke der Inklusion, sowie die Grundannahme, dass das Meditieren bei jedem Menschen eine Bereicherung sein kann. Wir stammen beide aus Südtirol, einer italienischen Provinz mit deutschsprachigen sowie ladinischen beziehungsweise rätoromanischen Bevölkerungsanteil. Der Umgang mit mehreren Sprachen wurde uns also in die Wiege gelegt. Die Intention hinter der Verwendung des Südtiroler Dialektes war, dass wir dadurch auch Menschen mit wenig oder keinem „Meditationshintergrund“ in Südtirol eine vielleicht etwas „nähere“ Version geben wollten und dadurch der Ansporn zum Meditieren möglicherweise etwas wächst. Wir wollen auch die Musik so zugänglich wie möglich gestalten und zur Verfügung stellen und auch Inklusionsgedanken nicht außer lassen. NUJA kann überall gestreamt werden und ist kostenlos abrufbar.

Eure Meditation trägt den Titel „Gratitude“. Zur Zeit wichtiger denn je … Warum habt ihr euch für das Thema Dankbarkeit entschieden?

Isabel: Es war mir ein Herzensanliegen das Thema der Dankbarkeit anzugehen. Ich bin überzeugt, dass die regelmäßige Übung in Dankbarkeit mehr Zufriedenheit und vielleicht sogar ein glücklicheres Lebensgefühl mit sich bringen kann. Wie wir auch in GRATITUDE sagen: „Durch den Fokus auf bestimmte Gedanken und Gefühle, werden diese genährt und können wachsen, unabhängig davon welche Gedanken es sind.“ Wenn wir also den Fokus auf die Wertschätzung der positiven Dinge im Leben legen, nehmen diese automatisch mehr Platz ein. Die Dankbarkeitsmeditation ist auch aus wissenschaftlicher Sicht erforscht und trägt zur mentalen Gesundheit der Menschen bei. Dankbarkeit regt unseren Hypothalamus an – dies haben Wissenschaftler in einer Studie des National Institutes of Health herausgefunden. Durch den Hypothalamus werden Prozesse wie Wachstum, Nahrungsaufnahme, Wasserhaushalt, Stoffwechsel, Schlaf und Appetit angeregt.

Lies auch: Wie du mit Dankbar mehr Freude in deinem Leben kultivierst.

Wofür seid ihr persönlich denn im Moment besonders dankbar?

Elisa: Ich bin sehr dankbar für mein offenes, inspirierendes Umfeld an Menschen, welche mir die Möglichkeit geben, mich in all meinen Facetten zu erleben und entfalten zu dürfen.

Isabel: Für mich ist es die Freiheit, die ich in meinem Leben leben kann, für die ich am meisten dankbar bin. Als Musikerin beschäftige ich mich täglich mit Themen, die mich erfüllen. Das gibt mir ein großes Gefühl der Freiheit.

NUJA: Geführte Achtsamkeitsmeditation


Die Meditationen EASE und GRATITUDE von NUJA Meditation sind auf den Plattformen Spotify, YouTube, Soundcloud und der Meditations-App Insight Timer zu finden.

Hands-off: 8 innovative Selbst-Assists

Dank clever eingesetzter Hilfsmittel kannst du auf ganz ähnliche Weise deine Ausrichtung in Asanas verbessern, wie das dein Lehrer oder deine Lehrerin im Unterricht mit Tipps und Korrekturen tut. Hier zeigen wir die besten Ideen für acht klassische Haltungen.

Virabhadrasana 1 – Heldenhaltung 1

 Selbst-Assists Virabhadrasana 1 - Heldenhaltung 1

DAS ZIEL Mehr Raum im vorderen Hüftgelenk, also zwischen dem Oberschenkel und dem Beckenkamm des vorderen Beins.

DER TRICK Platziere einen Block knapp unterhalb des vorderen Knies und schiebe ihn mit dem Schienbein gegen die Wand.

DER EFFEKT Die Aktivität beim Schieben gegen den Block stabilisiert das Becken und hilft, den Beckenkamm in die entgegengesetzte Richtung zum vorderen Schienbein zu bewegen.

Virabhadrasana 2 – Heldenhaltung 2

 Selbst-Assists Virabhadrasana 2 - Heldenhaltung 2

DAS ZIEL Die korrekte Beckenausrichtung finden, ohne in den Hüftgelenken einzusacken.

DER TRICK Der vordere Oberschenkel findet Halt auf der Sitzfläche eines Stuhls. Dabei ist es wichtig, die richtige Höhe einzurichten. Wähle lieber einen nicht zu hohen Stuhl und erhöhe ihn mit gefalteten Decken.

DER EFFEKT Die Unterstützung des Stuhls hilft, die Außenkante des hinteren Fußes besser am Boden zu verwurzeln. So entsteht ein solider Ausgangspunkt dafür, sich kraftvoll von den Beinen her aufzurichten und die Gesäßmuskeln einzusetzen. Gleichzeitig wird die Vorderseite des vorderen Oberschenkels (Quadrizeps) etwas entlastet, so dass auch andere Muskelgruppen in ihrer Aktivität spürbar werden.

Pashasana – Die Schlinge

Pashasana - Die Schlinge Selbst Assist

DAS ZIEL Annäherung an die tiefe Drehung dieser Haltung.

DER TRICK Platziere einen Block einen knappen Meter vor der Wand und setze die Fersen darauf ab. Du stehst mit dem Rücken zur Wand, wenn du nun die Knie beugst, um in die Hocke zu gelangen. Richte dich einatmend lang auf, dann lege ausatmend die rechte Hand an die Wand und verwurzele dich über die Fersen. Mit der nächsten Einatmung hebst du den linken Arm, ausatmend legst du den Ellenbogen oder Unterarm außen ans rechte Knie. Achte auf viel Länge in der Wirbelsäule und weite das rechte Schlüsselbein vom Brustbein her Richtung Wand. Dabei das rechte Schulterblatt sinken lassen.

DER EFFEKT Der Block hilft nicht nur, die Drehung zu vertiefen, er erzeugt auch eine Dehnung von Plantarfaszie (Fußsohle) und Achillessehne.

Vrikshasana – der Baum

Vrikshasana - der Baum Selbst Assist

DAS ZIEL Stabilität im Becken, mehr Kraft und Aufrichtung in der Hüfte des Standbeins.

DER TRICK Platziere einen Block zwischen Knie und Wand und arbeite bewusst an der Auswärtsrotation des angewinkelten Beins, indem du den Block gegen die Wand schiebst. Dabei aktivierst du die Muskulatur am Hüftgelenk des Standbeins.

DER EFFEKT Die Stütze erleichtert neben der Auswärtsdrehung auch das Gleichgewicht. Dadurch kann man die Asana länger halten und dabei bewusst an Ausrichtung und Kräftigung arbeiten.

Shalabasana – die Heuschrecke

Shalabasana - die Heuschrecke Selbst Assist

DAS ZIEL Mehr Bewusstsein und weniger Spannung im oberen Rücken und Schultergürtel.

DER TRICK Verwende einen langen Yogagurt und mache eine kleine Schlaufe für deine Füße. Aktiviere in der Bauchlage zunächst Beine, Becken, Po und unteren Bauch, um Beine und Schambein fest gegen die Matte zu schieben. Dann greifst du den Gurt mit beiden Händen, beugst die Ellenbogen und wanderst mit den Händen am Gurt entlang Richtung Füße, während sich Oberkörper und Beine Stück für Stück heben. Dabei rollst du die Schultern weg von den Ohren, der Kopf folgt nur der Bewegung der Wirbelsäule.

DER EFFEKT Mehr Leichtigkeit und Weite, aber auch mehr Kontrolle in dieser intensiven Rückbeuge.

Ardha Chandrasana – der Halbmond

Ardha Chandrasana - der Halbmond Selbst Assist

DAS ZIEL Bessere Ausrichtung von Schultergürtel und Körperrückseite.

DER TRICK Übe mit dem Gesicht zur Wand. Die untere Hand setzt du auf einen Stuhl, die Finger der oberen Hand wandern langsam an der Wand nach oben. Drücke dabei die Fingerspitzen beider Hände aktiv gegen den Widerstand von Wand und Stuhl, sodass du die Position des Schultergürtels im Bezug zum Raum genauer wahrnimmst. Das hilft dir, den Rumpf möglichst parallel zur Wand auszurichten.

DER EFFEKT Das Feedback der beiden Stützpunkte erleichtert nicht nur die Ausrichtung, es hilft dir auch, die untere Flanke lang zu strecken und den Oberkörper als Ganzes in eine Fläche zu bringen. Gleichzeitig erhöhst du die Stabilität der Hüfte im Standbein.

Eka Pada Rajakapotasana – die einbeinige Taube

Eka Pada Rajakapotasana - die einbeinige Taube Selbst Assist

DAS ZIEL Vertiefung der Haltung in Schultergürtel und Hüften.

DER TRICK Knie dich rücklings vor einen Stuhl und lege Fußgelenk oder Schienbein des einen Beines an den vorderen Rand der Sitzfläche. Den anderen Fuß setzt du nach vorn, wie in einem Ausfallschritt. Strecke einen Arm nach hinten, dabei bewegst du dich vom Schultergelenk her und drehst den Oberarm nach außen. Sobald du die Hand an die Lehne gelegt hast, hebst du die Ellenbogen und Brust. Dann beugst du den Kopf nach hinten und führst die zweite Hand zum Stuhl. Wenn möglich, wandere mit den Händen noch etwas weiter an der Lehne entlang nach unten. Dabei die Stabilität im Becken wahren und beide Flanken lang ziehen. Nun kannst du vorsichtig den Kopf näher Richtung hinterer Fuß bewegen.

DER EFFEKT In dieser Variation fällt es leichter, das Becken zu stabilisieren und sich über beide Flanken nach oben zu strecken.

Parivritta Janu Shirshasana – Gedrehte Kopf-Knie-Haltung

Parivritta Janu Shirshasana – Gedrehte Kopf-Knie-Haltung Selbst Assist

DAS ZIEL Verwurzelung des ausgestreckten Beins und Streckung der Flanken.

DER TRICK Lege eine gefaltete Decke über das ausgestreckte Bein und darüber einen zusammengelegten Klappstuhl. Dabei platzierst du die Lehne dicht an der Hüfte auf dem Oberschenkel. Das Gewicht des Stuhls hilft dir, das Bein zum Boden hin loszulassen und zu verwurzeln. Wenn du dich nun zur Seite des ausgestreckten Beins neigst, drehst du den unteren Arm nach außen und legst die Hand an die vorderen Stuhlbeine. Dann streckst du den oberen Arm lang nach oben und führst ihn an oder in Richtung der hinteren Stuhlbeine. Beide Bewegungen sollen helfen, die Flanken in der Seitbeuge vom Becken weg lang zu strecken und auf Zug zu bringen. Je nach Beweglichkeit lasse den Stuhl kurz los, um einen Block so darauf zu platzieren, dass du den Kopf ablegen kannst. Ziehe die Stuhllehne noch etwas dichter heran und rolle beide Flanken, Brust und Kopf vorsichtig Richtung Decke.

DER EFFEKT Der durch den Stuhl erzeugte Zug hilft, sich in der Haltung gut verwurzelt zu fühlen und sich in sie hinein zu öffnen und zu weiten.


JEN MURPHY ist Autorin, Redakteurin und Yogini. Sie lebt in Colorado. Als Model stand STEPH SCHWARTZ vor der Kamera. Die Yogalehrerin aus Boulder ist eine engagierte Verfechterin vom Unterricht mit Hilfsmitteln: „Sie unterstützen den bewussten Atem, bauen Selbstvertrauen auf und helfen, die eigenen Grenzen zu erkunden und zu verschieben.“

Playlist des Monats: The Sat Nam Sessions

The Sat Nam Sessions ist das musikalische Projekt der Kundalini Yoga- & Meditationslehrerin und Sängerin Mitali Chatterjee-Ehrenbrand und ihrem Ehemann, dem Musiker, Coach und Yogalehrer Robert Ehrenbrand. Für die Playlist des Monats haben Robert und Mitali einen Mix aus eigenen Liedern, einem brandneuen Oasis-Cover und Songperlen befreundeter Künstler zusammengestellt – wirklich anders und hörenswert.

Yoga-Playlist Sat Nam Sessions

Neben ihren eigenen Songs beinhaltet diese Playlist Tracks von Mitalis und Roberts viel zu früh verstorbenen Lehrerin Guru Jagat, Mitalis Lehrer White Sun, engen Freunden wie Pritam Siri oder Sunniai oder Lieblings-Mantra-Songs wie Soul Prayer von Snatam Kaur. Die Playlist ist eine Einladung yogische Sounds, innere Transformation, Freundschaft und Liebe zu zelebrieren. Das ist nicht immer leise: Auch Elektro-Rock Versionen von den Stereobrothers feat. Guru Jagat mit treibenden Riffs und Schlagzeug-Einlagen sind dabei. The Mantra Revolution continues – viel Spaß beim Reinhören.

Tipp: Den brandneuen Mantra Track und das Oasis Cover von „She is Love“ hören wir in der Redaktion auf repeat – einfach nur schön.

Das sind The Sat Nam Sessions

Foto: Seth Abea @theafrocanario

Basierend auf der tiefen Liebe zueinander und der Hingabe zu yogischen Technologien und Mantra Meditation, erschafft das Duo einzigartige Sound Vibrationen, um die meditative Erfahrungen ihrer Hörer zu vertiefen und deren Bewusstsein zu erweitern. Mehr Infos unter www.thesatnamsessions.com und auf Instagram.

Über Robert Ehrenbrand

… Vater. Ehemann. Yogi. Autor. Wirtschaftspsychologe. Coach & Trainer. Fighter. Musiker (Bassist der US-amerikanischen Band „Boysetsfire“ und Gitarrist des Mantra-Projekts „The Sat Nam Sessions“). All das und noch vieles mehr ist Robert Ehrenbrand. Vor allem aber wird Robert von der tiefen Leidenschaft angetrieben, anderen zu helfen, ihre innewohnenden Potentiale wieder zu erwecken. Menschen dabei zu unterstützen physisch und vor allem mental stärker zu werden, ist Roberts erklärtes Ziel.

Robert betreibt seit seinem siebten Lebensjahr Kampfsport und seit seiner frühen Jugend intensiv Yoga und Meditation. Aufbauend darauf verbinden sich in seinem BecomingMe Yoga & Coaching System Technologien aus dem Yoga mit intensiven Meditationstechniken, aktivierenden Atemtechniken und dynamischen Übungen. Der Aufbau von innerer Kraft und Dynamik stehen hierbei im Mittelpunkt. Im März 2021 erschien Roberts erstes Buch „Die Kraft des Suchens – Dein Weg zu physischer und mentaler Stärke“ im AURUM/Kamphausen Verlag. Robert hält international Seminare, Klassen, Workshops, Retreats und Coachings ab. Mehr zu Robert auf www.robertehrenbrand.de und auf Instagram.

Über Mitali Chatterjee-Ehrenbrand

Mitali ist Mama, Ehefrau, Kundalini Yoga- und Meditationslehrerin, Holistische Mentorin für Frauen, Human Design Reader und Musikerin. Sie ist in einem künstlerischen und kreativen Umfeld aufgewachsen und war immer von Musik, Tanz und yogischen Technologien umgeben. Ihre indische Herkunft führte sie ganz organisch dazu Yoga zu unterrichten und Mantra Musik als Sängerin der Sat Nam Sessions zu erschaffen.

Mitalis Lebensweg hat ihren Glauben in die Kraft von Mantra, Meditation, Breathwork und Yoga und die Wichtigkeit ein offenes Herz zu haben, stetig vertieft. Sie sieht sich als immer währende Schülerin und liebt es, für und mit anderen tiefe und kreative, gemeinschaftliche Erfahrungen zu erschaffen. Mitali unterrichtet international Klassen, Workshop und Retreats und bietet Mentoring und Human Design Readings an.

Mehr zu Mitali unter www.the-holistic-space.com und auf Instagram.

#10 Yogastile: Iyengar Yoga

Susanne im Gespräch mit Michael Forbes

Diese Woche schaut Susanne sich Iyengar Yoga genauer an. Iyengar Yoga gilt als fordernder und körperbetonter Yogastil. Der Fokus liegt auf der präzisen Ausführung der Asanas. Dafür wird mit verschiedenen Hilfsmitteln, wie Gurten, Kissen oder Blöcken gearbeitet. Zu Gast ist Yogalehrer Michael Forbes. Er übt schon seit 40 Jahren Iyengar Yoga und ist vom Begründer der Tradition, B.K.S. Iyengar, persönlich ausgebildet worden. Er erklärt, warum Iyengar Yoga bei der korrekten Körperhaltung ansetzt und erzählt von seiner Zeit in Indien bei B.K.S Iyengar. Willst du wissen wie er den großen Yogameister erlebt hat?

Die 5 Bandhas – Im Fluss der Lebensenergie

Bilder von HAROLD PEREIRA

Energetische Verschlüsse – die sogenannten 5 Bandhas – regeln nach yogischer Vorstellung den Energiefluss im Körper. Yoga mit Bandhas ist für viele Yogis ungewohnt sanft, aber dieser achtsame Zugang zu den Bandhas hilft, mehr Freiheit im eigenen Körper und mehr Leichtigkeit im Leben zu finden.

Im Prinzip stellt man sich ein Bandha also so vor wie das Ventil an einem Fahrradschlauch: Es leitet Luft ins Innere und verhindert, dass sie wieder entweicht. Kann Prana gut fließen, dann verleiht das dem physischen Körper Stabilität und Leichtigkeit. Gleichzeitig sollen auch emotionale Blockaden in den Chakras gelöst werden.

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen der Arbeit mit den Bandhas im traditionellen und modernen Yoga

Im traditionellen Yoga arbeitet man sehr systematisch auch auf energetischer Ebene mit den Bandhas: Man aktiviert beim Pranayama (Atemarbeit) bestimmte Muskeln. Dadurch sollen energetische Verschlüsse (Bandhas) erzeugt werden, die die Lebensenergie (Prana) in den zentralen Energiekanal (Sushumna Nadi) entlang der Wirbelsäule lenken und dort halten. Im modernen Yoga hat sich seit einiger Zeit ein sanfterer Zugang zu den Bandhas durchgesetzt: Man unterrichtet sie eher im Zusammenhang mit Asana als im Pranayama und vor allem mit deutlich geringerer Intensität.

Irgendwann wurde mir klar: durch die energetische Arbeit mit den Bandhas wollen wir auch einfach sein – wie bei Meditationsübungen – dabei hilft mir nur Weichheit und nie Kraft oder gar Gewalt: Nur indem ich Spannung in der Umgebung der Bandhas löse, anstatt Spannung zu erzeugen, kann ich das sanfte, spontane Aufsteigen von Prana spüren. Auch bei meinen Schülern kann ich es deutlich wahrnehmen: Wenn sie die Bandhas auf diese Weise einsetzen, dann werden ihre Bewegungen fließender und jede einzelne Haltung wirkt weiter und offener.

Außerdem bietet diese Art von Arbeit auch einen Schutz gegen schlechte Ausrichtung und Verletzung: Sobald ich es mit einer Asana übertreibe, verliere ich das Gefühl für die Energie im zentralen Kanal. Versuche es selbst: Mit den folgenden Übungen lernst auch du, die Bandhas wahrzunehmen und sanft zu aktivieren.

Die 5 Bandhas

Die drei Haupt-Bandhas (1-3) sind entlang der Wirbelsäule angesiedelt. Die gemeinsame Aktivierung dieser setzt auf- und absteigende Energie gleichzeitig frei und erweckt so die Kundalini-Energie.

1. Jalandhara Bandha – Kehlverschluss: Zieht man das Kinn zur Brust, dann wird Prana abwärts Richtung Nabel gelenkt, anstatt nach oben in den Kopf zu steigen und durch den Schädel zu entweichen.

2. Uddiyana Bandha – Bauchverschluss: Hier kommen zwei Funktionen zusammen: Aufsteigende Energie wird in der Körpermitte weiter nach oben gelenkt, zugleich werden von Mula Bandha aufund von Jalandhara Bandha absteigendes Prana intensiviert.

3. Mula Bandha – Wurzelverschluss: Von der Mitte des Beckenbodens aus schiebt Mula Bandha die Energie nach oben Richtung Nabel und verhindert das Entweichen nach unten.

Hände und Füße – weniger starke, aber sehr nützliche Bandhas

4. Pada Bandha – Fußverschluss: Mit Hilfe von Pada Bandha kann man Energie von den Fußsohlen aus nach oben lenken. Das stabilisiert die Beine und erleichtert die Aufrichtung.

5. Hasta Bandha – Handverschlus: Hier leitet man Energie von der weichen Mitte des Handtellers aus nach oben, um Arme und Oberkörper zu stabilisieren und zu kräftigen.

8 Übungen zur Bandha-Praxis

Einen sanften, achtsamen Zugang zu den einzelnen der 5 Bandhas zu finden, erfordert Konzentration und Übung. Lass dich also nicht entmutigen, wenn du die Wirkung nicht gleich spürsz. Genau wie du eine komplexe Asana viele Male probieren musst, brauchst du auch für die Feinjustierung der Bandhas Zeit und Geduld.

1) Pada Bandha & Mula Bandha | Tadasana – Berghaltung

Tadasana die 5 Bandhas Stelle die Füße in hüftbreiten Abstand und ziehe die Oberschenkel sanft nach oben. Mit einer Einatmung lass die Wirbelsäule und Flanken in die Länge wachsen, die Stellung des Beckens bleibt neutral. Breite die Zehen weit aus. Mit einer Ausatmung löst du Spannung an den äußeren Rändern der Füße, ohne dass dabei die Fußgewölbe einsinken. Mit einer Einatmung richtest du die Aufmerksamkeit in die weiche Mitte der Fußsohlen und spürst, wie von dort ein sanftes Heben ausgeht – Pada Bandha. Spüre das Glück der Erdung. Erlaube dieser Energie, durch die Beine nach oben zu strömen. Als nächstes entspannst du ausatmend die Gegend um Schambein, Steißbein, Sitzknochen und an den Rändern der Beckenbodenmuskeln. Spüre zum Ende der Ausatmung zur Mitte des Beckenbodens und nimm wahr, wie sich dieser Punkt etwas oberhalb des Damms sacht hebt. Einatmend spürst du, wie diese Energie nach oben fließt – Mula Bandha. Weiterhin bleibst du mindestens 5 Atemzüge lang bei dieser Betrachtung und verbinde dich mit der im zentralen Kanal aufsteigenden Energie.

2) Mula Bandha | Ardha Uttanasana – Halbe Vorwärtsbeuge im Stehen

5 Bandhas Esther Ekhart Mit einer Einatmung hebe in Tadasana die Arme, ausatmend gibst du in den Knien etwas nach und beugst dich aus dem Hüftgelenk nach vorn. Einatmend streckst du die Wirbelsäule lang nach vorn, hebst die Brust und setzt die Hände unter deine Schultern auf Blöcke. Anschließend entspannst du ausatmend  bewusst die Ränder des Beckenbodens. Zum Ende der Ausatmung und mit der Einatmung beobachtest du ein sanftes, müheloses Heben aus der Mitte des Beckenbodens durch den zentralen Kanal – Mula Bandha. (Wenn es dir schwer fällt, diesen Energiefluss wahrzunehmen, drücke die Ränder des Beckenbodens einen Moment lang nach unten, um leichter Zugang zu finden. Im Anschluss löst du die Spannung wieder.) Bleibe 5 Atemzüge lang in der Asana.

3) Hasta Bandha | Marjaryasana und Bitilasana – Katze und Kuh

Esther Ekhart 5 Bandhas Richte im Vierfüßlerstand die gespreizten Hände unter den Schultern und die Knie unter den Hüften aus. Becken und Wirbelsäule sind neutral, der Nacken lang. Mit einer Ausatmung entspannst du die Ränder der Handteller, die Fingergelenke und die Handwurzeln zum Boden hin, um Druck aus den Handgelenken zu nehmen. Einatmend spürst du ein sanftes Heben und eine Leichtigkeit, die aus der weichen Mitte der Hände durch die Arme nach oben fließt – Hasta Bandha. Vielleicht kannst du diese Energie bis in den zentralen Kanal hinein spüren. Dann hebst du mit einer Einatmung Sitzknochen und Brust, während der Bauch nach unten sinkt (Kuh). Ausatmend rundest du die Wirbelsäule nach oben und lässt den Kopf sinken (Katze). Diesen Wechsel wiederholst du mindestens 5 Mal. Konzentriere dich auf die aufsteigende Energie.

4) Hasta Bandha, Mula Bandha & Uddiyana Bandha | Adho Mukha Shvanasana – herabschauender Hund

Esther Ekhart 5 Bandhas
Bilder von HAROLD PEREIRA
Stelle im Vierfüßler die Zehen auf. Ausatmend entspannst du die Ränder deiner Handflächen, einatmend lässt du die Energie aus der weichen Mitte der Hände aufsteigen – Hasta Bandha. Dann hebst du die Knie und schieben das Becken nach hinten in den herabschauenden Hund. Mit einer weiteren Ausatmung löst du die Ränder des Beckenbodens und spürst zum Ende der Ausatmung die Richtung Nabel fließende Energie – Mula Bandha. Durch die Umkehrposition kann sich der Bauch lösen. Mit einer Einatmung entspannst du bewusst die Bauchmuskeln und weitest den Brustkorb, um Raum für die aufsteigende Energie zu schaffen. Ausatmend ziehst du die Bauchhöhle sanft noch etwas dichter unter die Rippen – Uddiyana Bandha. Bleibe ebenfalls 5 Atemzüge lang in der Haltung. Mula und Uddiyana Bandha bedingen sich auf energetischer und physischer Ebene.

5) Pada Bandha, Mula Bandha & Uddiyana Bandha | Halbmond-Ausfallschritt

Esther Ekhart 5 Bandhas Für diese Übung, die 3 der 5 Bandhas aktiviert, ziehst du dem Hund ziehst du ausatmend den rechten Fuß nach vorn und setzt ihn neben die rechte Hand. Einatmend verwurzelst du die Füße nach unten und richtest den Oberkörper auf. Hebe die Arme und weite die Brust in eine sanfte Rückbeuge. Richte das vordere Knie über der Ferse aus, halte das hintere Bein leicht gebeugt und zieh die hintere Ferse über den Fußballen. Mit einer Ausatmung entspannst du die Ränder der vorderen Fußsohle. Einatmend spürst du den sanften Energiefluss nach oben, der von der Mitte des Fußes ausgeht – Pada Bandha. Der Atem kann nun entspannt weiterfließen: Die Erde trägt dein Gewicht, deine Gelenke stabilisieren es nur. Anschließend löst du mit einer weiteren Ausatmung die Ränder des Beckenbodens. Einatmend geschieht auch hier ein sanftes energetisches Heben von der Mitte her – Mula Bandha. Nun unterstützt du die energetische Aufwärtsbewegung, indem du einatmend die Rippen nach außen weitest. Dabei wirst du eine sanfte Kontraktion der Bauchmuskeln wahrnehmen – Uddiyana Bandha. Die Bauchhöhle bewegt sich in dieser Ausrichtung weniger deutlich nach innen als im Hund. Nach etwa 5 Atemzügen wechselst du über den Hund zur anderen Seite.

6) Mula Bandha & Uddiyana Bandha | Eka Pada Rajakapotasana – einbeinige Taube

Esther Ekhart 5 Bandhas Ziehe aus dem Hund das rechte Knie zur rechten Hand und bewege den rechten Fuß etwas nach links. Das linke Bein schiebst du gerade nach hinten und legst es ab. Falls nötig, stützt du die rechte Gesäßhälfte mit gefalteten Decken. Lege die Hände auf Blöcken ab. Der Oberkörper sollte so weit wie möglich aufgerichtet sein, ohne dass du dabei in den Hüftgelenken durchhängst. Eichte das Becken achtsam so aus, dass du eine Verbindung zwischen der Mitte des Beckenbodens und dem zentralen Energiekanal wahrnimmst. Entspanne die Ränder des Beckenbodens und spüre die aus der Mitte aufsteigende Energie – Mula Bandha. Dann weite die Rippen und erlaube dieser Energie, durch eine sanfte Aktivität der Bauchmuskeln weiter nach oben gezogen zu werden – Uddiyana Bandha. Beobachte mindestens 5 Atemzüge lang, wie die Bandhas Leichtigkeit, Stabilität und Kraft in Becken, Wirbelsäule und Brustkorb erzeugen. Dann wechselst du zur anderen Seite.

7) Mula Bandha & Uddiyana Bandha | Pashchimottanasana – Vorwärtsbeuge im Langsitz

Esther Ekhart 5 Bandhas Setze dich auf die Kante einer gefalteten Decke und strecke die Beine lang nach vorne aus. Richte mit einer Einatmung die Wirbelsäule lang auf. Dann neigst du das Becken sanft nach vorn und hinten, bis du die Verbindung zwischen der Mitte des Beckenbodens und dem zentralen Energiekanal spürst. Mit einer Ausatmung löst du jegliche Spannung an den Rändern des Beckenbodens. Einatmend nimmst du wahr, wie Prana aus seiner Mitte in den zentralen Kanal aufsteigt – Mula Bandha. Mit der nächsten Einatmung weitest den Brustkorb. Ausatmend lenkst du die Energie weiter im Rumpf nach oben – Uddiyana Bandha. Zugleich beugst du dich aus den Hüftgelenken lang gestreckt nach vorn. Lege die Hände an die Schienbeine oder greife nach den großen Zehen. Halte 5 Atemzüge lang die Verbindung zu dem Energiefluss, der mit jedem Atemzug in Ihrer Körpermitte aufsteigt.

8)Maha Bandha | Sukhasana – einfache Sitzhaltung

Nimm eine bequeme Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen ein. Mit einer sanften Ausatmung löst du die Ränder des Beckenbodens. Dann atmest du aus der Mitte des Beckenbodens tief und vollständig ein. Lege die Hände auf die Oberschenkel und beuge dich mit der Ausatmung nach vorn. Richte dich wieder auf ohne dabei einzuatmen. Die Hände drücken gegen die Beine, die Arme sind gestreckt. In diesem Zustand löst du erneut die Ränder des Beckenbodens. Dann ziehst du in einer Art vorgetäuschter Einatmung (es strömt keine Luft in die Lungen) die Energie aus der Mitte des Beckenbodens nach oben – Mula Bandha. Der Bauch wird nach innen gesaugt wie in der klassischen Version von Uddiyana Bandha und die Brust hebt sich Richtung Kinn. Hebe den Kopf vom Scheitel her und strecke den Nacken lang. Dann neigst du das Kinn Richtung Brust – Jalandhara Bandha. Dadurch schiebst du die aufsteigende Energie wieder etwas zur Körpermitte. Im Anschluss um Maha Bandha zu lösen und wieder einzuatmen, hebst du zuerst das Kinn, dann entspannst du den Bauch. Wiederhole die Abfolge noch 1 bis 2 Mal. Zum Abschluss der Sequenz für die Aktivierung der 5 Bandhas entspannst du dich mindestens 5 Minuten lang in Shavasana (Totenstellung). Dabei beobachtest du, wie sich der Energiefluss in deinem Körper verändert hat.

Die 5 Bandhas wurden von ESTHER EKHART verfasst. Sie unterrichtet seit über 25 Jahren Yoga und Meditation. Als Gründerin der Online-Plattform Ekhart Yoga ist sie international bekannt. Für diesen Artikel hat sie nicht nur als Autorin, sondern auch als Model fungiert.