Playlist „Heart.Beat.Flow.“ von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Unsere Playlist des Monats kommt im November von Daniela Mühlbauer und Julia Meyer. Die beiden haben sich zusammen getan und ihren „Heart.Beat.Flow.“ kreiert, in dem sie Yoga mit Tanz kombinieren. Das kann man aus dieser schönen Playlist klar heraushören. Die Beats laden dazu ein, dich mit der Musik zu verbinden und so deinen persönlichen Flow zu finden.

Wie der Titel der Playlist schon aussagt, geht es in erster Linie um das Herz. Deine Praxis beginnt mit dem Song „Sacred Space“ von Young Marco. Schließ die Augen, verbinde dich mit deinem Herzen und spüre tief in dich hinein. Kannst du deinen Herzschlag fühlen? Komme immer mehr an, auf deiner Matte, in deinem Körper, in deinem „sacred space“.

Schon während des ersten Songs baut sich langsam ein Beat auf, der achtsam den Drang weckt, dich zu ihm zu bewegen. Danach folgt „Pure Space“ Sol Rising, der in der Vinyasa-Welt für seine elektronischen Flow-Untermalungen bereits gut bekannt ist. Das besondere an diesem Song ist, dass der Rhythmus einen Herzschlag imitiert. Eine perfekte Möglichkeit, in der Bewegung ganz bei dir und deinem Herzschlag zu bleiben.

Es geht ruhig weiter. Die Musik lädt ein, dich bewusst und langsam zu bewegen. Lass dich von der Musik sanft durch die Vinyasa-Praxis tragen. Erst mit „Love Me“ von DJ Taz Rashid baut sich Tempo auf. Der Flow wird dynamischer, doch die Magie bleibt. Denn es geht im Anschluss direkt mit Taz Rashid und seinem Song „Inspiration Drive“ weiter. Dieser Titel wird uns auch später im Flow nochmal begegnen. Das besondere daran: Der Song erinnert dich daran, durchgehend die Verbindung zu deinem Atem aufrecht zu erhalten. Wie er das schafft – höre selbst! Daher ist es absolut stimmig, dass der Song gleich zweimal in der Playlist auftaucht.

„Anmutig, berührend, intensiv – das ist Heart.Beat.Flow. Diese Playlist lädt dich dazu ein, in die Magie der Musik einzutauchen, um in deinen persönlichen Flow zu finden. Gemeinsam mit deinem Atem und der fließenden Vinyasa-Praxis gibst du dich deiner Gefühlswelt hin. Lass dich vom Beat der Musik leiten, um dich tief mit dir selbst zu verbinden.“

Daniela und Julia

Nach einem weiteren längeren Ausflug gemeinsam mit Sol Rising durch die Tiefen deines Flows und deiner Gefühlswelt, nimmt das Tempo der Musik langsam wieder ab. Hier erinnert dich der Interpret Haux erneut mit seinen Worten: „Listen to the heart beat.“ Wir lieben, wie perfekt die einzelnen Songs auf die Essenz dieser 60-minütigen Praxis abgestimmt sind.

Die beiden letzten Titel läuten Shavasana ein. Es wird ruhig. Nun ist es Zeit nachzuspüren, was diese tiefe Praxis mit dir gemacht hat.


Über Daniela Mühlbauer und Julia Meyer

Daniela Mühlbauer Julia Meyer
Ein Dreamteam: Daniela (links) und Julia (rechts)

Gemeinsam mit Julia und Daniela kannst du auf Workshops, Retreats und Events Heart.Beat.Flow.-Yoga erleben und deine Yogapraxis auf allen Ebenen vertiefen. Du wirst durch dynamische und choreographische Sequenzen geleitet, um auf allen Ebenen Raum zu schaffen. Durch den Flow und Elemente aus der Energiearbeit kannst du auf physischer sowie energetischer Ebene unter die Oberfläche schauen und so Stück für Stück mit dir selbst tiefer in Verbindung kommen. 

Folge @daniela.muehlbauer und @julia_flowandgrow auf Instagram, um keine kommenden Events von den beiden zu verpassen.

Daniela Mühlbauer

Daniela Mühlbauer ist Tanzvermittlerin, Choreographin und Yogalehrerin und kommt aus München. Während ihrer Tanzausbildung kam sie mit Yoga in Kontakt und war fasziniert von der Achtsamkeit, die der Praxis zugrunde liegt. In ihren Tanz- und Yogastunden möchte sie einen sicheren Raum schaffen, in dem die eigenen Grenzen und Fähigkeiten erforscht werden. Mehr über Daniela unter www.danielamuehlbauer.de.

Julia Meyer

Julia Meyer ist Yogalehrerin, Personal Trainerin und ehemalige Profi-Tänzerin. Sie möchte Menschen dabei unterstützen, in ihren ganz persönlichen (Lebens-)Flow einzutauchen und auf allen Ebenen zu wachsen. Dabei lehrt sie Techniken des Vinyasa Flow und der Energiearbeit, um eine ganzheitliche Metamorphose in Gang zu setzen. Mehr über Julia unter www.flow-and-grow.com.


Das war unsere Playlist des Monats Oktober:

#23 Minimalismus als Lebenskonzept

Rena Münch spricht über die heilende Wirkung des Wenigen

In dieser Folge von „YogaWorld“ dreht sich alles um Minimalismus. Im Podcast geht‘s ja immer wieder darum, wie wir Aspekte der Yogaethik in unseren Alltag integrieren können. Natürlich können oder wollen wir uns nicht alle in Höhlen, im Himalaya oder in den Wald zurückziehen und als Asketen den ganzen Tag meditieren. Aber auf die eine oder andere Weise kann man doch Verzicht üben. Das tun zum Beispiel Minimalisten und Frugalisten. So auch Rena Münch, die „Schatzmeisterin“, die ihr gesamtes Leben – privat und auch beruflich – minimalistisch gestaltet.

Rena erzählt davon, wie sie als Mentorin Menschen auf dem Weg in einen minimalistischen Lifestyle begleitet. Sie erklärt den Zusammenhang von Minimalismus und Frugalismus und erläutert die vielen Vorteile, die diese Konzepte mitbringen. Außerdem gibt sie zahlreiche Ausmiste- und Spartipps und spricht über die immense Bedeutung des Loslassens. Denn wenn wir materielle Dinge leichter loslassen können, wirkt sich das wiederum auf unseren Geist aus. Und das ist nicht der einzige Grund, warum ein minimalistisches Leben gut zu einer yogischen Lebenseinstellung passt.

Yogapraxis mit Beinprothese

Steven Medeiros setzt sich für soziale Themen wie die Gefängnisreform, Frauen- und LGBTQ-Rechte in Amerika ein. Obwohl es noch nicht lange her ist, dass er eher als schlechter Einfluss galt, ist Medeiros heute zu einem Vorbild für diejenigen geworden, die am Rande der Gesellschaft stehen. Als er mit 25 Jahren sein Bein verlor, veränderte sich sein Leben komplett. Und ja – Yoga ist eine seiner starken Stützen in schwierigen Zeiten. In diesem Artikel erfährst du, wie Steven zum Yoga fand. Dazu findest du eine Übungsreihe, die Steven Medeiros für Menschen mit Beinprothese entwickelt hat. Diese Yogasequenz ist stärkend, hüftbetont und hilft, Raum im unteren Rücken, in den Schultern und im Brustkorb zu schaffen.

Text und Sequenz: Steven Medeiros / Bilder: Winni Wintermeyer/Robert Sturmann

„Die Leute sagen mir immer: ‚Du bist der ausgeglichenste Mensch, den ich kenne'“, so Medeiros. „Und ich sage dann: ‚Heilige Scheiße! Das ist so weit von der Wahrheit entfernt!'“ Aber die Yoga- und Meditationspraktiken, die er in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, helfen ihm, in schwierigen Zeiten ausgeglichen und geerdet zu bleiben. „Im Moment gibt es in unserem Land so viele Rückschritte und all die Errungenschaften, für die wir gekämpft haben – für Menschen, die es am meisten brauchen: Farbige, Frauen, LGBTQ-Menschen – gehen verloren“, sagt er. Er weiß, dass es nicht leicht sein wird, Veränderungen herbeizuführen. Wenn die Überforderung ihn zu bremsen droht, helfen ihm seine Heilpraktiken, weiterzumachen. „Gleichmut, mein Lieblingswort, bedeutet Gelassenheit, während die Dinge um einen herum chaotisch und wild sind“, so Steven.

Wie ich zum Yoga kam

Zwischen 18 und 22 war ich wirklich am Boden. Ich hatte schon oft versucht, mein Leben umzukrempeln, aber ich habe immer nur die Symptome meiner Probleme bekämpft, nicht deren Wurzel. Ich hörte auf, mit fragwürdigen Leuten herumzuhängen, konnte endlich einen Job finden und auch behalten, hörte auf zu trinken und zu feiern. Aber ich war immer noch wütend und verletzt. Ich hatte das Trauma meiner Kindheit nicht aufgearbeitet. Da ich ein begeisterter Leser bin, ging ich häufig in Buchhandlungen und stieß dort auf ein Yogabuch. Ich hatte noch nie etwas von Yoga gehört, aber was ich las, faszinierte mich sehr. Ich begann, mich zu Hause selbst zu unterrichten. Es war herausfordernd und das gefiel mir. Ich bin ein sehr körperlicher Mensch. Ich habe Leistungssport betrieben und Karate geübt, also war Yoga eine weitere Challenge für mich. Ich hatte mich die meiste Zeit wie betäubt gefühlt – ich fühlte mich nicht lebendig. Aber jedes Mal, wenn ich Yoga mache, fühle ich mich körperlich besser. Dinge, mit denen ich mich auseinandersetze, vor allem mit den aktuellen Ereignissen, manifestieren sich oft körperlich – in meinem Unterkörper, meinem Kiefer und meinen Schultern. Diese Praxis hat mir geholfen, mich davon zu befreien, und ich weiß, dass sie immer funktionieren wird. 

Was Vergebung damit zu tun hat

Der Tod meiner Mutter hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf mein Leben. Ich begann, meinen Selbstwert in Frage zu stellen. War ich dazu bestimmt, so zu enden wie meine Eltern? Als Teenager hatte ich noch nicht begriffen, dass ich die Wahl hatte und welche Rolle sie in meinem Leben spielen würde. Nach dem Tod meiner Mutter geriet ich völlig außer Kontrolle. Ich verlor jegliches Interesse an Schule und Sport. Ich fing an, mit Drogen und Alkohol zu experimentieren und schloss mich den örtlichen Gangs an. Mein Leben sah düster aus. Mit 22 war ich erschöpft und suchte verzweifelt nach einer Veränderung und ich begann, nach Lösungen zu suchen. Da erhielt ich die Botschaft, dass ich meinen Eltern vergeben musste. 

Einfach so vergab ich ihnen von ganzem Herzen und ich fühlte mich sofort anders – wie ein neuer Mensch. Ich habe nie zurückgeblickt. Ich vergab nicht nur meinen Eltern die Dinge, die sie getan oder nicht getan hatten, sondern auch anderen, die mir ein Trauma zugefügt hatten, einschließlich der Menschen, die meine Mutter getötet hatten. Ich hatte so viel Wut in mir aufgestaut und diese als Treibstoff für einige meiner Verhaltensweisen benutzt. Aber als ich beschloss, zu vergeben, fühlte ich mich völlig befreit und das ermöglichte es mir, mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ich stürzte mich wieder auf Bücher und begann diesen Weg der Selbsthilfe, der tiefen Selbstbeobachtung und der Selbsterkenntnis zu gehen. Ich beschloss, alles beiseite zu legen, von dem ich dachte, dass es mich von meiner Entwicklung als Mensch und Vater ablenken könnte. Ich nahm die Beziehung zu meiner richtigen Familie wieder auf, denn in meiner Jugend war meine „Familie“ die Straße geworden. Und wenn man dort ist, denkt man, dass diese Leute deine „Ride-or-Die“-Freunde sind, aber das sind sie nicht wirklich. 

Heute spreche ich mit Jugendlichen und sage ihnen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Fehler. Wegen der Taten der Vergangenheit glauben wir, dass wir angesichts der bestehenden Systeme keine Zukunft haben. Aber ich habe beschlossen, mich davon nicht abhalten zu lassen – dass ich es trotz meiner Fehler wert bin, ein gutes Leben in Liebe zu führen. Also musste ich auch mir selbst vergeben, was es mir ermöglichte, frei in der Gegenwart zu leben, mit einem neuen Bewusstsein für mich selbst und andere.

Vergebung ist eine der wichtigsten Tugenden unserer Zeit. Lies hier mehr zu dem Thema.

Als ich mein Bein verlor

Urdhva Dhanurasana Steven Medeiros Robert Sturmann
Foto: Robert Sturmann

Ich hätte nie gedacht, dass ich es bis zu meinem 18. Lebensjahr schaffen würde. Und dann passierte mein Unfall, als ich gerade gut im Leben stand. Gerade als ich das Gefühl hatte, dass ich es geschafft hatte. Ich war sehr traurig und hatte Angst, dass ich meine Tochter nicht mehr sehen würde, weil ich nicht sicher war, ob ich überhaupt überleben würde. Als ich nach ein paar Operationen wusste, dass ich auf ein Überleben hoffen konnte, begann ich, darüber nachzudenken, wie mein Leben aussehen würde. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mir extra im Fernsehen eine Sendung über die Biomechanik des Gehens angesehen habe, weil ich wusste, dass ich das Gehen wieder lernen müssen würde. Ich hatte all diese normalen menschlichen Gefühle und Fragen: Werde ich jetzt jemanden finden, der mich um meiner selbst willen liebt? Wie wird der Sex sein? Wie wird es sein, sich fortzubewegen und alltägliche Dinge zu tun? Werde ich in der Lage sein, aufs College zu gehen? Das College erfolgreich abzuschließen? Aber ich wusste, dass ich großes Glück hatte, am Leben zu sein, und ich wusste, dass ich immer noch in der Lage sein würde, Dinge zu tun ich hatte keinen Hirnschaden. Ich war jung. 

Ich hatte eine neue Sichtweise auf das Leben gewonnen. Ich hatte diese Freude, die von mir ausging. Ich spürte eine Art Heiligenschein um mich herum, wie ein Leuchten. Es war spürbar. Die Leute bemerkten es; ich musste es ihnen nicht einmal sagen. Sie wurden von mir angezogen wie von einem Magneten. Überall wo ich hinkam, war ich tief berührt von den Menschen, die ich traf, und sie sagten etwas Nettes: „Du bist wunderschön.“ „Ich würde dich sofort heiraten.“ Zufällige Dinge. Ich lächelte immer von einem Ohr zum anderen, nur weil ich noch atmete. 

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Verlust meines Beins begann ich mit dem Studium. Ich war schon vorher ein guter Schüler, aber danach war ich ein noch besserer. Dadurch habe ich meine Prioritäten ein wenig besser gesehen und verstanden, dass das Leben einfach so vorbei sein kann. In einem Sekundenbruchteil können sich die Dinge ändern. Also habe ich mir überlegt, wie ich meine Zeit verbringe.

Wie ich meine Yogapraxis angepasst habe

Ushtrasana Steven Medeiros Robert Sturmann
Foto: Robert Sturmann

Nach dem Verlust meines Beins hatte ich Bedenken, jemals wieder Yoga machen zu können. Natürlich war meine Praxis nie mehr dieselbe, aber sie wandelte sich. Ich interessierte mich sehr für Restorative-Yoga. Am Anfang meiner Praxis dachte ich, alles müsse perfekt sein. Darum geht es aber überhaupt nicht. Heute sehen wir die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten Yoga praktizieren – und meine Praxis sieht vielleicht nicht so anmutig aus wie eure oder auch nur im Entferntesten so wie eure, aber das ist trotzdem okay. Meine Praxis ist meine Praxis. 

So verstehe ich Körperbewusstsein

Mein Unfall liegt 17 Jahre zurück und, abgesehen von den letzten Jahren, hatte ich in dieser ganzen Zeit keine Shorts getragen. Ich war sehr verunsichert, weil ich meine Prothese nicht zeigen wollte. Ich machte mir Sorgen, die Leute würden mich anstarren – was würden sie sagen, was würden sie denken? Immer wenn ich nach Hawaii fuhr, war es in Ordnung. Ich konnte kurze Hosen tragen, ohne diese Unsicherheiten zu spüren. Aber hier in der Bay Area war es ein Kampf. Ich wollte diese Unsicherheit endlich überwinden und wusste nicht so recht, wie ich es anstellen sollte. Ich hatte jahrelang mit Menschen, die mir nahe standen, darüber gesprochen und mir diese Geschichten über die Unsicherheit selbst durch den Kopf gehen lassen. Und eines Tages machte ich hier in der Bay Area eine Wanderung in kurzen Hosen. Niemand war auf dem Weg. Danach gingen wir zum Mittagessen in die Innenstadt von Berkeley. Anstatt meine Jogginghose wieder anzuziehen, um im Restaurant zu essen, entschied ich mich, meine Shorts anzubehalten. Und ja, die Leute haben geguckt und die Kinder haben Kommentare abgegeben, aber das ist normal. Letztendlich war es keine große Sache. Das war nur in meinem Kopf. Es ging nicht von heute auf morgen, aber danach trug ich hier und da kurze Hosen und es wurde immer leichter und leichter. Heute bin ich sogar an dem Punkt, an dem ich es jetzt sogar lieber mag. Das, was mich früher entmachtet hat, macht mich jetzt stark.


Powered Practice – Energetisierende Praxis

Diese stärkende, hüftbetonte Sequenz hilft, Raum im unteren Rücken, in den Schultern und im Brustkorb zu schaffen. Sie wurde von Steven Medeiros entwickelt, um dich zu befähigen, trotz der Herausforderungen des Lebens voranzukommen.

1. PASHCHIMOTTANASANA (sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Pashchimottanasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Beginne bequem auf deinen Sitzknochen. Halte mit beiden Händen einen Gurt und beuge dich dann mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorn. Du solltest eine angenehme Dehnung in den Beinrückseiten und im unteren Rücken spüren.

Hier erklärt dir Dr. Ronald Steiner das richtige Alignment von Pashchimottanasana.

2. UPAVISHTHA KONASANA, VARIATION (weitwinklige sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Strecke die Beine weit aus und drücke die Handflächen zusammen. Beuge dich aus der Hüfte nach vorne und halte den Rücken gerade. Wenn dein Rücken rund ist, setze dich auf einen Yogablock oder eine gefaltete Decke.

3. UPAVISHTHA KONASANA, VARIATION (weitwinklige sitzende Vorwärtsbeuge)

Yoga mit Beinprothese Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Weite die Dehnung aus, indem du die Arme bis zu den Knöcheln streckst. Wenn du die Knöchel nicht mit geradem Rücken erreichst, lehne dich nach vorne und greife nach den Schienbeinen oder irgendwo anders näher am Körper.

4. PARSHVA UPAVISHTHA KONASANA (seitliche sitzende Weitwinkelstellung)

Yoga mit Beinprothese Parshva Upavistha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Sitze aufrecht und beuge dich dann aus der Taille, strecke den rechten Arm nach oben und zum linken Fuß hin. Konzentriere deinen Atem auf die rechte Seite deines Körpers, wo du die Dehnung spürst. Wiederhole dies auf der anderen Seite.

5. BHEKASANA (Frosch)

Yoga mit Beinprothese Bhekasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Bringe aus dem Vierfüßlerstand deine Ellenbogen zum Boden. Bewege von hier deine Knie langsam und weit auseinander für eine bequeme, angenehme Dehnung. Lass dabei deine Hüfte direkt über oder ein Stück hinter deinen Knien.

6. USHTRASANA (Kamel)

Yoga mit Beinprothese Ushtrasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lehne dich im Knien zurück und greife die Ferse oder die Fußsohle. Verwende einen Block, falls du zusätzliche Stabilität brauchst. Wiederhole dies auf der anderen Seite.

7. UTTANA SHISHOSANA (Welpenhaltung)

Yoga mit Beinprothese Anahatasana  Steven Medeiros Uttana Shishosana
Foto: Winni Wintermeyer

Gehe aus dem Vierfüßlerstand mit den Händen nach vorne und lasse die Brust zum Boden hin schmelzen, während du die Stirn auf die Matte legst. Spreize deine Finger weit und drücke sie in die Matte – oder beuge die Ellenbogen, um deine Hände hinter den Kopf zu heben.

8. ARDHA BHUJANGASANA (Sphinx)

Yoga mit Beinprothese Ardha Bhujangasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Stütze dich auf die Ellenbogen und strecke die Beine hinter dich. Probiere aus, was sich besser anfühlt – die Beine zusammen oder auseinander. Atme in den Bereich, in dem du die Dehnung am meisten spürst und visualisiere, wie sich die Muskeln und Faszien entspannen.

9. SUPTA MATSYENDRASANA (Wirbelsäulendrehung in Rückenlage)

Yoga mit Beinprothese Supta Matsyendrasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege dich flach auf den Rücken und bringe die Knie Richtung Brust, mit Beinen und Füßen zusammen. Lass die Beine nach links fallen, beide Arme strecken zur Seite und der Kopf zeigt in die entgegengesetzte Richtung der Beine. Bleibe so lange, wie es angenehm ist, dann wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

10. MATSYASANA (Fisch)

Yoga mit Beinprothese Matsyasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege zwei Yogablöcke waagrecht auf den oberen Teil deiner Matte, einen zur Unterstützung der Schultern und einen für den Kopf. Lege dich zurück, so dass die Schultern zuerst auf ihrem Block landen und dann der Kopf. Richte dich so ein, bis es bequem ist.

11. APANASANA (Knie-zur-Brust-Haltung)

Yoga mit Beinprothese Apanasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Lege dich flach auf den Rücken und ziehe die Knie zur Brust. Das hilft, den unteren Rücken zu dehnen. Falls es nicht mit beiden Beinen gleichzeitig klappt, versuche es mit jeweils einem Bein, wobei du das gestreckte Bein flach auf dem Boden hältst.

12. SUPTA BADDHA KONASANA (gebundene Winkelstellung im Liegen)

Yoga mit Beinprothese Supta Baddha Konasana Steven Medeiros
Foto: Winni Wintermeyer

Mit dem Rücken flach auf dem Boden, bringe Knie nach oben und stelle die Füße auf. Lege die Fußsohlen zusammen, öffne die Beine weit und überlasse der Schwerkraft die Arbeit. Versuche, einen Klotz zwischen die Füße zu legen, falls das bequemer ist.


Titelbild: Robert Sturmann


Dieser Artikel ist ein Auszug der US Ausgabe des Yoga Journals September/Oktober 2020. In unserem aktuellen Heft Yoga Journal 06/2022 lautet das Titelthema „Heilung“.

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-84-06-22-print-ausgabe/

Yoga Journal Nr. 84 Titelthema „Heilung“– das neue Heft ist da!

Das neue YOGA JOURNAL ist ab sofort im Handel und als Online-Ausgabe erhältlich – ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne VersandkostenDiese Themen erwarten euch im neuen Heft…

Titelthema „Heilung“

Selten war das kollektive Bedürfnis nach Heilung größer als heute – und auch der riesige Erfolg von Yoga hat sicher mit dieser Sehnsucht zu tun: Körperlich, emotional, aber auch spirituell hat die Praxis sehr vieles zu bieten, was uns gesünder, resilienter und heiler macht. In dieser Ausgabe berichten wir über Somatic Yoga, Energielenkung, Nervenmobilisierung, den Trend zur Selbstheilung – und wir lassen Menschen zu Wort kommen, die im Yoga Unterstützung auf ihrem Heilungsweg erfahren haben.

Außerdem

Prof. Michael Bordt und Patricia Thielemann
  • Neumond-Yoga: Eine herzöffnende Praxis, die dich deinen Wünschen und Intentionen näher bringt
  • Nachdenken: Patricia Thielemann und Professor Michael Bordt SJ haben mit uns darüber gesprochen, was uns in Krisen trägt.
  • Alchemie des Atems: Ein Essay von Petros Haffenrichter zur Philosophie hinter Pranayama
  • Challenge: Die Praxis der Niyamas hilft dir, dein Ego zu besänftigen und zu deinem inneren Licht vorzudringen
  • und vieles mehr
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Covermodel Julia Pross

Julia Pross

Ihr kennt Julia vielleicht schon vom Moon Yoga Guide auf unserem Instagram Kanal. Im aktuellen Heft zeigt sie euch eine wunderbare Praxis für den Neumond. Die passende Playlist dazu hat euch Julia auch schon zusammengestellt. Hier geht’s zur Playlist

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Die Yoga Journal Online Ausgabe

Das neue Yoga Journal gibt es auch als Online Ausgabe. Ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne Versandkosten, direkt in unserem Online Shop. Lade dir einfach und bequem deine Wunsch-Ausgabe herunter – egal ob alt oder neu:

Ayurvedisches Rezept: Rüblitorte-Pfannkuchen mit Labné-Guss

Ein physisch und mental gesundes und ausbalanciertes Leben verspricht eine hohe Lebensqualität. In der traditionellen indischen Gesundheitslehre Ayurveda ist dieser Grundsatz fest verankert. Claire Ragozzino verbindet in ihrem Buch Living Ayurveda uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag. Für Claire ist Ayurveda ein Lebensstil, der es über Ernährung und Yogapraxis ermöglicht, sich selbst genau kennenzulernen und sich für neue Wege zu öffnen.

In der Ayurveda-Lehre sind der Verlauf der Jahreszeiten und die damit verbundenen vorwiegenden Doshas von zentraler Bedeutung. Im Herbst und Frühwinter führt trockenes und kaltes Wetter zu vermehrtem Vata. Im Spätwinter verstärkt feuchtkaltes Wetter Kapha. Achte genau darauf, wie sich deine Umgebung verändert und wie diese dich beeinflusst. Neben wärmenden, erdenden und reichhaltigen Lebensmitteln empfiehlt der Ayurveda im Frühwinter auch Wurzelgemüse und hochwertige Milchprodukte (falls erwünscht), um ausgeglichen zu bleiben. Beides findest du in Form von Karotten und Labné in diesem leckeren Rezept.

Hier findest du noch mehr ayurvedische Rezepte mit Wurzelgemüse.

Labné ist probiotischer Joghurt mit leicht saurem Geschmack – eine großartige gesunde Alternative zu einem Guss aus Frischkäse. Falls du kein Labné bekommst, kannst du auch Quark oder, als vegane Alternative, einen dicken Kokos-Joghurt nehmen.

Claire Ragozzino Rüblitorte Pfannkuchen Labné
So lecker sehen die Rüblitorte-Pfannkuchen aus. Foto: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje

Claire: „Wie der Name schon sagt, schmecken diese Pfannkuchen wie Rüblitorte und sind eine besondere Frühstücksleckerei, die ich gern an den Winterfeiertagen auftische. Frische geraspelte Karotten verleihen dieser Mischung Textur und Nährstoffe, während die
verdauungsfördernden Gewürze die Pfannkuchen köstlich schmecken lassen.“

Zutaten für die Rüblitorte-Pfannkuchen mit Labné-Topping

Für 4 Portionen Pfannkuchen:

2 Tassen Bio-Pfannkuchenmehl-Mischung nach Wahl
1 TL Zimtpulver
½ TL gemahlene Muskatnuss
½ TL gemahlener Ingwer
¼ TL Salz
1 Tasse geraspelte Karotte (etwa 1 große Karotte)
½ Tasse ungesüßte Rosinen
1 ½ Tassen Mandelmilch
1 Ei oder Ei weglassen, stattdessen 2 EL gemahlene Leinsamen in ¼ Tasse Wasser einweichen
2 EL Ahornsirup und mehr zum Servieren
2 EL Orangensaft
1 EL Orangenschale
2–3 TL Ghee oder Kokosöl, zum Braten
2 EL grob gehackte Pistazien

Für den Labné-Guss:

½ Tasse Bio-Labné oder frischer Quark oder Kokos-Joghurt
1 EL Ahornsirup
1 TL geriebene Orangenschale
Optional: 1 TL Orangenblütenwasser

Zubereitung

Pfannkuchenmehl-Mischung, Gewürze und Salz in einer großen Rührschüssel vermischen. Die geraspelten Karotten und Rosinen
zur trockenen Mischung geben.

In einer anderen Schüssel Milch, Ei, Ahornsirup, Orangensaft und Orangenschale mixen. Die feuchte Mischung mit der trockenen verrühren, bis alles eine gleichmäßige Konsistenz hat. Den Ofen auf 95 °C vorheizen, um die Pfannkuchen warm zu halten.

Zum Garen eine Grillplatte oder Pfanne anfangs auf mittlerer Flamme erhitzen; wenn sie heiß ist, auf mittlere bis kleine Stufe herunterschalten. Einen Klecks Ghee oder Kokosöl schmelzen, dann etwa ¼ Tasse Teig für jeden Pfannkuchen in die Pfanne geben. Bei niedriger Hitze langsam backen, bis der Pfannkuchen auf einer Seite goldgelb ist, dann wenden und auf der anderen Seite anbräunen. Den fertigen Pfannkuchen auf einem Backblech im Ofen warmhalten, während der Rest zubereitet wird. So weitermachen, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.

Für den Guss: Alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren. Abschmecken und nach Wunsch nachwürzen. Man bereitet ihn
am besten frisch zu. Dann werden die Pfannkuchen mit einem Löffel Labné-Guss, einigen gehackten Pistazien und etwas warmem Ahornsirup heiß serviert.

Dosha-Hinweise:

Pitta: Ingwerpulver weglassen.
Kapha: Ei weglassen, stattdessen 2 EL gemahlene Leinsamen in ¼ Tasse Wasser verwenden.

Kennst du deinen Konstitutions-Typ? Mach den Test und finde es heraus…

Dauer:

Vorbereiten: 15 Minuten | Zubereiten: 30 Minuten


Über die Autorin: Claire Ragozzino

Claire Ragozzino
Foto: © Claire Ragozzino

Claire Ragozzino ist ausgebildete Yogalehrerin und Ayurveda-Beraterin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zusammenführung von Yoga, Ayurveda und einer ganzheitlichen und natürlichen Ernährung mit einem modernen Lebensstil. Sie ist Autorin der beliebten Website Vidya Living und schreibt und fotografiert für Online- und Printpublikationen zu Themen wie Essen, Kultur und unserem Verhältnis zur Natur. Mehr über ihre Arbeit erfährst du auf www.vidyaliving.com.

Living Ayurveda Claire Ragozzino

Claire Ragozzino verbindet in ihrem Buch Living Ayurveda (Unimedica im Narayana Verlag) uralte ayurvedische Weisheiten mit unserem modernen Alltag.

Mit Yoga, Atemübungen, Ritualen und Praktiken sowie über 80 vegetarischen Rezepten führt sie durch die verschiedenen Jahreszeiten. Eine harmonische Kombination aus Kochbuch und Lifestyle-Handbuch, dass unser körperliches und seelisches Wohlbefinden verbessert und Balance und Energie zurück in den oft hektischen Alltag bringt.

Titelbild: © C. Ragozzino, C. Ballard, E. Baygulov, T. S. Ballje


Du möchtest mehr über Ayurveda erfahren? Dann empfehlen wir dir diese Podcast-Folge:

Oder klick dich durch unsere Auswahl an spannenden Artikeln zum Thema Ayurveda.

#22 Yogastile: Budokon Yoga

Fia Sonora über die Verbindung von Krieger*in und Yogi*ni

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ geht’s um Budokon Yoga. Das ist ein moderner Yogastil, der Elemente aus dem Kampfsport mit traditionellem Hatha Yoga verbindet. Dabei werden die Stellungen nicht gehalten, sondern dynamisch im Flow geübt. Susanne hat Budokon Yoga auf der letzten YogaWorld Messe in der Stunde von Fia Sonora kennengelernt. Fia hat „Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets“ studiert, wodurch sie ihre besondere Liebe zum Yoga und zum Sanskrit entdeckt hat.

Im Podcast erzählt Fia von ihrem Yogaweg und warum gerade Budokon Yoga ihr Leben verändert hat. Sie erklärt die verschiedenen Elemente des Budokon wie Martial Arts oder Tierbewegungen. Dann legt sie dar, wodurch sich in ihren Augen Budokon Yoga auch in seiner Wirkung von anderen Yogastilen abhebt. Fia verrät, was es mit dem inneren Krieger, der inneren Kriegerin auf sich hat und wie man diese/n durch Budokon mit der inneren Yogini, dem inneren Yogi verbinden kann.

Hummus aus Rote Bete und Granatapfel

Leuchtend rote Granatapfelkerne und intensive Rote Bete geben diesem Rezept seine unvergleichliche Farbe. Mach es dir daheim gemütlich und genieße diesen leckeren Rote Bete und Granatapfel-Hummus. Frisch, bunt, würzig und super gesund.

Der knallbonbonfarbene Aufstrich passt perfekt zu orientalischen Gerichten und knusprigem Fladenbrot. Alternativ kannst du auch einfach selbst backen und deine Küche mit dem Duft nach frischem Brot erfüllen – und vor allem selbst bestimmten, welche guten Zutaten du in dein Brot packst. Worauf du dabei achten musst, warum das so gesund ist und wie einfach ein „Thymian-Pfeffer-Brot“ zu machen ist, kannst du hier nachlesen: Brot backen – gesund, lecker, nachhaltig.

Zutaten für Rote Bete- und Granatapfel-Hummus

  • 1 Pfund Rote Bete, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 1 EL plus 1 TL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Naturjoghurt
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 5 EL Tahini
  • 2 EL Grenadine (Granatapfelsirup)
  • 2 EL Granatapfelkerne, gekühlt
  • 2 EL zerpflückte Minzeblätter
Bild via Canva

Zubereitung

  1. Heize den Ofen auf 250 Grad vor. Vermenge die Rote-Bete-Scheiben mit 1 EL Öl, Salz und Pfeffer und brate sie etwa 40 Minuten auf einem Blech, bis sie gar sind.
  2. Püriere den Knoblauch im Mixer. Dann gebe die abgekühlte Rote Bete, Joghurt und Zitronensaft dazu und püriere alles zu einer glatten Masse. Zum Schluss mische Tahini und Grenadine unter.
  3. Fülle den Hummus in eine Schüssel. Träufle 1 TL Öl darüber und streue Granatapfelkerne und Minze darüber.

Hier gibt’s ein weiteres leckeres Rezept:

Yoga next level mit dem Sensoboard

„Komm in deine Balance!“ Wie oft habe ich den Satz schon gehört … Balance spielt auf und abseits der Matte eine große Rolle im Yoga und mit dem Sensoboard der hessischen Manufaktur Sensosports hebst du deine Praxis diesbezüglich auf ein neues Level. Ich durfte das Balance Board testen und war überrascht, wie sehr es mein Yoga bereichert hat. //anzeige

Balance Boards sind ja an sich nichts Neues, was kann das Sensoboard also, was andere nicht können? Diese Frage hab ich mir schon beim Auspacken der Teile gestellt. Mein erster Gedanke: Sie sehen richtig gut aus – und sind ganz schön schwer. Doch genau das macht sie auch extrem stabil und das lerne ich später noch zu schätzen. Haptik und Optik sind richtig hochwertig und somit stört mich das Gerät auch überhaupt nicht in meinem Wohnzimmer. Im Gegenteil, es wird direkt zum Hingucker und sowohl Kinder als auch jeglicher Besuch steigt direkt auf und will nicht mehr runter. Genau so geht es mir auch.

Asanas auf dem Sensoboard: Instinktive Movements

Selbst ohne eine bestimmte Übung auszuführen macht das Brett einfach richtig Spaß. Ich beginne sofort, mich instinktiv zu bewegen, in die Hocke zu gehen, auf einem Bein zu stehen, die Balance zu finden. Dabei merke ich direkt, wie mein kompletter Körper in Bewegung ist, Muskeln sich automatisch anspannen. Dabei entsteht meine Lieblingsübung: Tadasana – die Berghaltung auf dem Brett. Natürlich kommt mit dem Sensoboard ein wenig Unruhe in die Asanas, aber genau das gefällt mir, weil es neue Impulse in meine Praxis bringt. Meine Aufmerksamkeit geht komplett in meinen Körper, ich muss unglaublich ruhig und fokussiert werden, damit ich die Asana auf dem Sensoboard halten kann. Auch Hund und Cobra fühlen sich komplett neu an. Die Arme sind auf dem Board und sofort spüre ich jeden Core-Muskel. Zu Beginn kann ich die Stellung kaum halten, weil die Belastung der Arme so ungewohnt ist.

Mittlerweile habe ich mich nicht nur daran gewöhnt, meine Muskulatur hat sich gestärkt – für mich ein super Fortschritt, weil genau das mein Schwachpunkt ist. Richtig gut gefällt mir auch die Variation der Brücke mit dem Board – und das will was heißen, denn ansonsten versuche ich genau diese Asana eher zu meiden. Auch ohne Yoga nutze ich das Board liebend gerne, weil es mich direkt in die Bewegung bringt. Und nicht nur ich, auch meine Kinder lieben es, instinktiv darauf herumzuturnen. Sie denken gar nicht lange nach, sondern bringen sich automatisch in verschiedenste Positionen und genießen „das Wackeln“ wie sie es nennen.

Sensoboard essential Eva vs. Surf & SUP Eva

Wen ich von DEM Board schreibe, habe ich verschwiegen, dass es 2 Boards sind. Das kleinere essential EVA und das große Surf & Sup Eva. Besser gesagt: Die Basis bleibt gleich, es sind 2 unterschiedliche Trägerplatten – aber dazu später mehr. Welche Variation sich nun besser für Yoga eignet? Meiner Meinung nach kleinere essential EVA. Ich finde bei dieser Version während den Asanas besser in die Balance und kann die kleinere Trägerplatte auch ganz am Rand greifen, was mir gerade bei den Armhaltungen den Einstieg leichter macht. Ganz missen möchte ich mein großes Board aber auch nicht mehr. Ganz unyogisch liebe ich es, beim Filme gucken auf dem Surf & SUP zu balancieren, egal ob sitzend oder stehend. Mir gefällt die durchgehende Bewegung und Beanspruchung meiner Muskeln (Übrigens: Unten im Artikel siehst du im Video, wie Übungen auf dem Sensoboard aussehen können).

Anders als normale Balance Boards: patentiertes System

Entwickelt wurde das Sensoboard von Moritz Martin, Sportwissenschaftler und unter anderem mehrmaliger Deutscher Meister in der olympischen Windsurfklasse und im Stand Up Paddling – der Mann kennt sich aus in Sachen Balance. Gemeinsam mit seinem Bruder und einem Kommunikationsdesigner haben sie das patentierte System entwickelt, welches das Board so besonders macht: Das obere Brett ruht auf einem Kugellager und ist durch Expander mit der Basis verbunden. Dieser Aufbau ermöglicht sehr schnelle Bewegungen und unvorhersehbare Richtungswechsel. Anders wie bei einem regulären Balanceboard mit Rolle bewegt sich das Sensoboard in alle Richtungen und genau das macht das Training so effektiv und vielseitig. Cooles Plus: Durch die einfach einstellbaren Expander kann ich Stabilität an Körpergewicht und Können anpassen. Außerdem lassen sich die Deckplatten austauschen, so dass du mit einer Basis mehrere Möglichkeiten hast – vom kleinen, kurzen Standard, bis hin zum XXL Surfboard – der Favorit meines Mannes. Neben Design und Funktionalität legen die Macher großen Wert auf eine nachhaltige Produktion: Die Boards bestehen hauptsächlich aus Holz und werden in der hessischen Manufaktur endmontiert. Die gesamte Wertschöpfungskette findet in Deutschland statt.

Yoga auf dem Sensoboard: So geht’s!


Mehr Infos: sensosports.de und @sensosports