#17 Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan

Satya Singh erzählt von der Kraft der Energiearbeit

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ will Susanne mehr über Kundalini Yoga wissen. Das ist ein sehr traditioneller Yogastil, bei dem der Fokus auf Energiearbeit liegt. Dazu hat Susanne einen Gast eingeladen, der schon seit 47 Jahren Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan praktiziert: Satya Singh vom Yogazentrum Hoheluft in Hamburg.

Satya Singh spricht über Ursprung, Praxis und Ziel des Kundalini Yoga und erzählt dabei humorvoll aus seinem Leben. Er verrät, wie du den Zugang zu deiner Seele finden und ein Leben in wirklicher Fülle erlangen kannst. Unverblümt berichtet er, wie Kundalini Yoga ihm aus einer schweren Depression geholfen hat. Außerdem äußert er sich ehrlich zum Missbrauchsskandal um seinen einstigen Meister Yogi Bhajan und erklärt, wie er gelernt hat damit umzugehen.

Veganer Karottenkuchen mit Cashewcreme

Karottenkuchen vegan

Wunderbar nussig und saftig zugleich. Sophia Lewis von „Dear Doris“ hat mit diesem Karottenkuchen – inspiriert von ihrer Großmutter Doris – wieder etwas ganz Leckeres aus dem Hut gezaubert. Getoppt wird der Kuchen mit einer Cashewcreme als vegane Sahne-Alternative.

Sophia Lewis: „Meine Beziehung zu Kuchen reicht Jahre zurück, entstanden in den ersten 18 Jahren meines Lebens bei meinen Großeltern. Die Kuchendose von Oma Doris war immer voll, falls unerwartet Familie oder Besuch kamen und eine Tasse Tee und ein Gespräch wollten, was bei uns immer von Kuchen begleitet wurde. Als ich während der Pandemie anfing zu backen und die Rezepte zu aktualisieren, erkannte ich die wahre Ideologie des Backens, ein Akt des Gebens und ein Ausdruck von Freundschaft und Liebe. Angesichts der beeindruckenden Taille meines Großvaters würde ich behaupten, dass die Beziehung zwischen ihm und Doris blind funktioniert haben muss.“

Rezept für Karottenkuchen (8-10 Personen): 

Nussiger Karottenkuchen mit Cashewcreme
So lecker sieht der nussige Karottenkuchen mit Cashewcreme aus, wenn er fertig ist. Foto: Maximilian Bartsch
  • 3 EL Chiasamen
  • 100 g Kokosblütenzucker
  • 1 TL Vanillepulver
  • 275 g Karotten
  • 2 reife Bananen
  • 125 ml Walnussöl
  • 275 g gemahlene Haselnüsse
  • 110 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Zimt
  • 1⁄4 TL frisch geriebene Muskatnuss
  • 2 EL Backpulver
  • 75 g Kokosraspeln
  • 2 cm breites Stück Ingwer
  • 90 g Rosinen
  • Kokosöl zum Einfetten
  • 200 g Cashewnüsse
  • 400 ml Kokosmilch (aus der Dose)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Kokosöl
  • 2 TL Vanillepulver
  • 6 EL Ahornsirup
  • Prise Meersalz

Zubereitung

1. Am Vorabend den Chia-Ei-Ersatz zubereiten. Dazu 3 EL Chiasamen mit 200 ml Wasser mischen. Ich benutze dafür ein altes Glasgefäß. Nach dem Mischen schüttele ich das Glas und stelle es über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen hat die Masse eine Textur, die der eines rohen Eis sehr ähnlich ist. Die Mischung ist perfekt, um damit zu backen, weshalb ich sie immer im Kühlschrank parat habe. Als Ersatz für ein Ei reicht 1 EL davon aus.

2. Die Cashewkerne für mindestens 4 Stunden in Wasser einweichen, am besten über Nacht.

3. Den Backofen auf 160 °C vorheizen.

4. Esslöffel der am Vorabend zubereiteten Chia-Ei-Masse mit dem Kokosblütenzucker und Vanillepulver in eine Rührschüssel geben. Mit einem Handmixer oder einer Küchenmaschine gut verrühren.

5. Die Karotten waschen und raspeln.

6. Die Bananen mit einer Gabel zu einem Brei zerdrücken.

7. Den Bananenbrei mit dem Zucker und den Chiasamen 2–3 Minuten bei hoher Geschwindigkeit vermischen.

8. Dann das Öl und den frisch geriebenen Ingwer sowie die geriebenen Karotten hinzufügen. Nochmals 1–2 Minuten mischen.

9. Die restlichen Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen. Je ein Viertel der vorbereiteten Mischung unterheben. Gut mischen und dann das nächste Viertel hinzugeben, bis alle Zutaten zu einer glatten Masse vermischt sind.

10. Drei 15 cm große Kuchenformen mit Kokosöl einfetten. Die Mischung hineingießen und gut andrücken. Ich fahre gerne mit einem Messer um den Rand, um die Kuchenmischung von der Form zu trennen. Dies hilft, um den Kuchen nach dem Backen zu lösen.

11. Den Kuchen 80 Minuten im Ofen backen. Um zu prüfen, ob der Kuchen fertig ist, einfach ein Holzstäbchen mittig hineinstechen. Wenn beim Herausziehen kein Teig am Stäbchen klebt, ist er fertig.

12. Den Kuchen abkühlen lassen und anschließend aus der Backform lösen.

13. Das Kokosöl bei schwacher Hitze erwärmen, bis es flüssig ist.

14. Die Cashewnüsse abtropfen lassen und mit allen anderen Zutaten einschließlich dem warmen Kokosöl im Mixer oder einer Küchenmaschine vermischen. Bitte achte darauf, dass das Öl nur warm und nicht heiß ist.

15. Alle Zutaten vermischen bis eine weiche, glatte Paste entsteht.

16. Den ersten Kuchen mit einer Schicht Sahne bedecken, dann den nächsten Kuchen wie ein großes Sandwich darauflegen. Nochmals mit einer Schicht Sahne bedecken und die letzte Kuchenschicht darauflegen.

17. Den Rand des Kuchens ebenfalls mit der Sahne bestreichen und mit einem Kuchenglasurschaber oder einem flachen Holzspatel glätten. Ich finde diese Optik der unten zu sehenden fertigen Torte sehr modern – ähnlich wie ein hauchdünner Seidenstoff, der die Torte einhüllt.

18.  Nach Belieben mit Früchten dekorieren.


Über Sophia Lewis von Dear Doris

Foto: Gaby Schütze

2020 begann die Designerin, die traditionellen Backrezepte ihrer Großmutter Doris für Kuchen, Pudding und Brot zu modernisieren. Gemeinsam mit ihrer Tochter Gwenifer verlieh sie walisischen Klassikern ein veganes, zucker- und teils getreidefreies Update. Für Sophia sind ihre veganen Rezepte eine Herzensangelegenheit, mit dem ehrlichen Wunsch, wertvolle Alternativen zu bieten, die das Backen zelebrieren und gleichzeitig unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Mehr zu Dear Doris unter www.deardoris.de

Probiere unbedingt auch die leckere Schwarzwälder Kirschtorte von Sophia Lewis:

Yin Yoga für den Rücken

Twist, bend and yield: In diesem Video leitet dich Yogalehrerin Helga Baumgartner durch eine spannungslösende Yin Yoga Sequenz, die nicht nur dein Nervensystem beruhigt.

Fühlst du dich verspannt? Plagen dich Rückenschmerzen? Dann mach mit bei Helga Baumgartners Yin Yoga gegen Rückenschmerzen. In der 50-minütige Sequenz legt die Yogalehrerin den Fokus auf das Lösen von Spannung am Rücken und der Wirbelsäule. Yin Yoga bedeutet, wir üben mit möglichst passiver Muskulatur. Die Übungen finden hauptsächlich am Boden statt und werden je mehrere Minuten gehalten.

Du gehst durch einige Twists (Drehungen), genießt Vorbeugen (bends) und wirst vor allem loslassen und „schmelzen“ (yield). Die Sequenz ist für jedes Level geeignet. Übe immer achtsam. Achte bei Bandscheibendegeneration darauf, nicht tief in die Haltungen zu gehen und spüre zuerst wie diese Sequenz insgesamt auf dich nachwirkt – weniger ist oft mehr. Matte, Bolster, Decke und Blöcke – sei gern großzügig mit Hilfsmitteln!

50-Minuten Yin Yoga Praxis

Wenn du weitere Videos mit Helga üben möchtest, kannst du dich für 14 Tage mit dem Code „Helga“ kostenlos und absolut unverbindlich bei Yogamehome anmelden. Hier kannst du den Gutschein einlösen: www.yogamehome.org


Helga Baumgartner Yogaworld

Helga Baumgartner ist mit ihrem 650 h Studium bei Paul Grilley die Expertin für Yin Yoga. Die vielfach publizierte Autorin (Buch: „Yin Yoga„) unterrichtet Yoga seit 15 Jahren – auch mit Lehrauftrag. Helga ist eine gefragte Lehrerin auf Konferenzen und Festivals und bietet Yin Yoga Ausbildungen an. Mehr zu Helga findest du auf yinplusyoga.de und auf Instagram unter @helgabaumgartneryinyoga 


Jetzt Podcast mit Ranja Weis über Yin Yoga hören…

Kurz erklärt: Was bedeutet die Bhagavad Gita für moderne Yogi*nis?

Bedeutung der Bhagavad Gita

Viele kommen erst in der Yogalehrerausbildung mit dem Gesang der Götter in Berührung, so die wörtliche Übersetzung der Bhagavad Gita. Dabei ist die Bedeutung der Bhagavad Gita auch für moderne Yogi*nis immer noch aktuell. Deshalb findest du hier eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, Hintergründe und ihren Einfluss auf die Lebensphilosophie des Yoga, die wir so sehr schätzen.

Der Inhalt ist auf den ersten Blick weniger spirituell als ein echtes Epos. Wir treffen den Protagonisten Prinz Arjuna am Rande des Schlachtfeldes, wo über seine ganze Zukunft entschieden wird. Prinz Arjuna muss wegen seines eigenen Verwandten um den der Erbfolge nach ihm zustehenden Thron fürchten. Das lässt ihn zweifeln, ob er wirklich gegen den Thronräuber kämpfen will, da es sich um seine eigene Familie handelt.

Gottheiten an deiner Seite

Ihm zu Hilfe kommt die Gottheit Krishna. Er ist eine Inkarnation des Vishnu. Hier zeigt sich die in der Yogaphilosophie verbreitete Weltsicht der Wiedergeburten. So wie Menschen das Rad der Wiedergeburten durchlaufen, tun dies auch Gottheiten. Krishna ist in der Erzählung Arjunas bester Freund seit Kindertagen, offenbart sich jetzt aber als Gottheit. Auch die Lehre von Samsara, dem Rad der Reinkarnation wird im Buch eingeführt. (Diese stehen in dieser Zusammenfassung nicht im Vordergrund.)

Lies hier mehr über Wiedergeburten.

Gottheiten symbolisieren im Yoga keine von uns getrennte Entität. Wir können uns entscheiden, ob wir unserem göttlichen oder unserem dämonischen Anteil mehr Raum in unserem Leben geben wollen. Also steckt in uns allen sowohl das Potenzial zu einem reinen und göttlichen, wie auch zu einem gewaltsamen und grausamen Leben. Deshalb sind die in der Bhagavad Gita aufgelisteten Vorschläge für ein gutes Leben auch menschlich und lebensnah formuliert. Gottheiten erscheinen als Menschen. Im Hauptteil des Buches erklärt Krishna Arjuna vier Wege zur Erleuchtung und zu einem achtsamen Leben. Diese sind bis heute als die vier Margas im Yoga bekannt.

Die vier Margas

  • Raja Yoga: Der königliche Yogaweg und des 8-gliedrigen Pfad des Patanjali
  • Karma Yoga: Das Yoga der Handlungen
  • Jnana Yoga: Das Yoga des Wissens
  • Bhakti: Das Yoga der Hingabe

Lies hier mehr über die vier Wege des Yoga.

Daraus können wir schlussfolgern, dass es für ausnahmslos alle einen passenden Weg zur Spiritualität gibt. Jede*r kann dem Göttlichen auf ihre/ seine Weise dienen. Die Lehre der vier Yogawege macht die Bhagavad Gita heute zum bekanntesten Abschnitt der Veden, der Sammlung heiliger spiritueller Schriften aus Indien. Diese Bücher besitzen auch im Hinduismus eine große Bedeutung. Darin stecken noch mehr spirituelle Botschaften.

Podcast-Folge zur Bhagavad Gita mit Dr. Eckard Wolz-Gottwald

In dieser Podcast-Folge geht es um die Bhagavad Gita. Die gehört zu den wichtigsten alten Schriften für Yogis und Yoginis. Eckard Wolz-Gottwald, ehemals Dozent für Philosophie und Religionswissenschaft an der PTH Münster, Autor und Ausbilder, erklärt, warum die Bhagavad Gita bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Podcast-Folge zur Bhagavad Gita jetzt anhören…

Vereinbarkeit von Beruf(ung) und Spiritualität

Der Krieg, in dem sich der Prinz befindet, ist in diesem Buch nicht der Hauptteil, sondern der Rahmen oder die Voraussetzung, dafür, dass er spirituell wachsen muss. So ist es für uns Leser*innen auch im Leben. Es geht nicht wirklich darum, was scheinbar unsere größten Voraussetzungen im Außen sind. Sondern es geht darum, wer wir uns entscheiden zu sein in den Ungewittern des Lebens.

Arjuna kämpft gegen seine eigene Familie. Daraus lernen wir, dass wir selbst uns die ärgsten Feind*innen sind. Um diese dämonischen Anteile abzuschütteln müssen wir manchmal zu extremen Mitteln greifen. Das ist bei uns vielleicht eine Reinigungskur oder eine intensive Yogapraxis, bei der wir alles, was wir nicht mehr brauchen, ausschwitzen. Bei Arjuna ist es ein tatsächlicher Kampf im Außen.

Durch die Umsetzung der von Krishna dargelegten Richtlinien für ein gutes Leben gibt es für den Prinzen ein Happy End. Denn Arjuna gewinnt den Krieg um den Thron, wird aber kein Tyrann, sondern ein gütiger und gottesfürchtiger Herrscher. So kann er seine Spiritualität mit der Arbeit und seinen weltlichen Aufgaben verbinden.

Die Bedeutung der Bhagavad Gita in 5 Punkten:

  • Es gibt viele Wege hin zur Spiritualität, sodass für alle das Richtige dabei ist.
  • Du musst nicht dem Leben entsagen, um spirituell zu sein. Suche dir einen Beruf, wo du Gott durch einen Dienst an anderen Menschen dienst.
  • Im Yoga wohnen sowohl Gottheiten als auch Dämonen in uns. Wir entscheiden, wer wir sein wollen.
  • Die schlimmsten Dämonen lauern in uns selbst.
  • Um diese loszuwerden, müssen wir einen radikalen Wandel durchlaufen.

Text: Kerstin Thost | Foto von Thought Catalog von Pexels

Gesunde Kniescheiben: Mini Praxis von Dr. Ronald Steiner

Mit ein paar wenigen Handgriffen und Übungen förderst du das Gleichgewicht der Muskeln an den Kniescheiben. So erhalten die Faszienzüge eine ausgewogene Spannung und zentrieren die Patella in ihrem V-förmigen Gleitlager. Egal ob therapeutisch oder präventiv. Diese Übungen helfen dir, die Gesundheit deiner Knie zu fördern. 

Hinweis: Wenn du keine Beschwerden hast, beugst du mit diesen Übungen Erkrankungen vor und verbesserst deine Yogapraxis. Bei bestehenden Symptomen kann die Sequenz außerdem therapeutisch wirken. Du solltest deshalb mit deinem Arzt klären, welche Übungen für dich momentan geeignet sind. Lies vor den Übungen die Einleitung zum Thema gesunde Kniescheiben.

1. Längsfriktion

Setze zuerst deine Daumen innerhalb der Kniescheibe im unteren Drittel des Oberschenkels an. Fahre von dort aus mit den Daumenkuppen nach unten. Dabei folge dem natürlich ergebenden Faserverlauf. Deine Daumen finden nun von selbst den Weg entlang innerhalb der Kniescheibe nach unten bis zum Schienbein. Die selbe Bewegung wiederholst du anschließend an der Außenseite.

Effekt: Bereits nach kleineren Verletzungen verkleben sich Bindegewebsfasern häufig. Dann ist die Kraftübertragung gestört. Diese Technik wirkt auf die Faszien wie Haarekämmen. Die Fasern finden ihre Ausrichtung wieder und Verklebungen lösen sich.

2. Hautfaltentechnik

Hebe wieder im unteren Drittel des Oberschenkels und auf der Innenseite die Haut an und bilde mit den Fingern eine kleine Falte. Wenn du die Hautfalte hältst, dann bewege diese mit tippelnden Fingern nach unten Richtung Schienbein. Dabei folgst du wieder dem Faserverlauf an der Innenseite der Kniescheiben und im zweiten Durchgang an der Außenseite. Ist dieses Rollen mühsam oder nicht möglich? Dann löst du die Hautfalte immer wieder und nimmst eine neue auf.

Effekt: Diese Übung erzeugt einen leichten Unterdruck zwischen den Faszienschichten. So zirkuliert Flüssigkeit. Entzündungsstoffe werden abtransportiert und die Faszien mit neuen Nährstoffen versorgt. Heilung entsteht.

3. Patella-Kreisen

Achte jetzt darauf, dass deine Oberschenkelmuskel so entspannt wie möglich sind. Meist ist Sitzen mit leicht gespreizten Beinen am besten. Die Kniescheibe sollte sich nun in ihrem Gleitlager hin- und herschieben lassen. Genau dieses lockere Hin- und Herschieben ist bereits die Übung. Erforsche die V-Form der Rinne, in der die Kniescheibe gleitet, mit sanften, kreisenden Bewegungen.

Effekt: Gelenkflüssigkeit bewegt sich zwischen dem Knorpel dem Knie hindurch. Sie versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und schafft optimale Bedingungen, um sich selbst zu reparieren.

4. Klopfmassage

Vom leicht gegrätschtem Sitz streckst du jetzt aktiv dein Knie. In der Streckung bewegt sich die Kniescheibe nach oben, doch du erzeugst mit einer Hand einen deutlichen Gegendruck. Richte diesen Druck leicht schräg nach außen unten. So, dass vor allem die Innenseite des Oberschenkelmuskels dagegen hält. Sobald dieser Muskel maximal angespannt ist, klopfst du ihn mit deinen Knöcheln. Du spürst, wie sich der Muskel zunächst noch härter anspannt. Sobald die Muskelentspannung einsetzt Spannung, beendest du die Übung. Dabei wiederholst du das Patella-Kreisen (Übung 3). Wiederhole dies noch zwei weitere Male.

Effekt: Bei der Zentrierung der Kniescheiben spielt der innere Oberschenkelmuskel eine wichtige Rolle. Doch dieser Muskel neigt oft zur Abschwächung. Diese Übung aktiviert und kräftigt ihn. Beim Klopfen unter Anspannen werden leichte Kerben in den Muskel gedrückt. Der Muskeleigenreflex reagiert mit Aktivierung.

5. Streckung über die Rolle

Du legst dir für diese Übung oberhalb des Knies eine Rolle unter den Oberschenkel. Dafür eignet sich auch eine gerollte Yogamatte. Rotiere deinen Oberschenkel leicht nach außen. Dann streckst du dein Bein kraftvoll. Beziehe anschließend bewusst den Vastus Medialis mit in ein. Dies gelingt nachdem man geklopft hat besonders leicht. Um dem Muskel stärker zu aktivieren, kannst du das mit Übung 4 kombinieren. Halte die Spannung einige Augenblicke. Jetzt lässt du sie vollständig los. Wiederhole schließlich diese Übung, bis du den Vastus Medialis bewusst wahrnimmst.

Effekt: Der Vastus Medialis ist außerdem für das endgradige Strecken zuständig. Diese Funktion machen wir uns hier, um den Muskel effektiv zu kräftigen.

6. Ausrichtung im Stehen

Nutze das neue Bewusstsein für die Position der Kniescheibe und die Aktivität des Vastus Medialis im Anschluss für Asanas. So überträgst du dieses Körperwissen. Des Weiteren lernt der innere Oberschenkel, seine Funktion auch in anderen Bewegungen wahrzunehmen. Optimal kannst du das bei Standhaltungen erleben. Dabei ziehst du in jeder Haltung die Kniescheiben nach innen und oben.

Effekt: Wenn die Kniescheibe ihre Zentrierung verliert, gleitet sie meistens nach außen ab. Deshalb ist es wichtig, sie nach innen oben zu ziehen. Hierbei ist nicht die Kraft entscheidend, sondern die koordinierte Aktivität in der Bewegung.


Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Seine AYInnovation®-Methode baut eine Brücke zwischen der Tradition und progressiver Wissenschaft, zwischen präziser Technik und praktischer Erfahrung. www.AshtangaYoga.info


Podcast mit Dr. Ronald Steiner anhören…

#16 Yogaphilosophie: Die Bhagavad Gita

Dr. Eckard Wolz-Gottwald über das „Mehr“ im Yoga

In dieser Folge vom „YogaWorld Podcast“ hat Susanne sich kein geringeres Thema als die Bhagavad Gita vorgenommen. Die gehört nämlich zu den wichtigsten alten Schriften für Yogis und Yoginis. Unterstützt wird sie dabei von Dr. Eckard Wolz-Gottwald. Vormals Dozent für Philosophie und Religionswissenschaft an der PTH Münster, konzentriert er sich nun auf seine Tätigkeit als Autor und Ausbilder.

Eckard legt dar, warum die Bhagavad Gita, im Bezug auf Yoga, bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat. Er beschreibt konkrete Übungsszenarien, wie du mitten in deinem Alltag die alten Lehren umsetzen kannst. Außerdem plädiert er für eine klare Trennung von Yoga und Religion. Seiner Ansicht nach geht es im Yoga um das Hier und Jetzt. An die Wiedergeburt zu glauben, mache einen noch lange nicht zum Yogi. Willst du wissen, was die Bhagavad Gita zum Sinn des Lebens sagt?

Moon Cake: Veganer Mondkuchen zum Herbstmond

Passend zum September Vollmond am 10. September ist Mondkuchenfest, auch bekannt als Laternenfest oder Mittherbstfest. Traditionell werden dreizehn Mondkuchen zu einer Pyramide gestapelt, um die dreizehn Monde eines ganzen Jahres (zwölf Monde plus ein Zwischenmond) darzustellen. Dieses Variante des Rezepts ist nicht nur vegan, sondern auch noch glutenfrei.

Was genau ist Mondkuchen?

Mondkuchen sind als tang (rund) yuen (vollständig) bekannt. Die süßen Kekse werden traditionell aus süßem Klebreis hergestellt und symbolisieren Harmonie und Einheit im Familienhaushalt. Während dem Herbstmond ist es üblich, sie an Freunde, Mitarbeiter, Chefs und Kunden zu verschenken.

Die traditionelle Füllung ist entweder Lotusbohnenpaste oder eine süße rote Bohnenpaste. Der Kuchen ist sehr reichhaltig und dicht und wird normalerweise in vier Stücke geschnitten und zum Tee gegessen. Die Liste der möglichen Füllungen ist endlos, von Kokosnuss, bis zu grünem Tee, Durian oder Lotus, um nur einige zu nennen.

veganer Mondkuchen
Bild: Nataliya Vaitkevich – in der veganen Variante werden die Mondkuchen nicht ganz so goldbraun.

Zutaten für 12 Stück

Für den Keksteig
130 g Cashewbutter oder Erdnussbutter
240 g Kokosnussmehl
Für die Füllung
360 g Lotuspaste oder rote Bohnenpaste (gibt’s im Asiamarkt)
Für die Glasur
1 Teelöffel Kokosnussöl oder Erdnussöl, damit die Mondkuchen etwas mehr Farbe beim Backen bekommen. Optional schwarzen Sesam zum Dekorieren

Tipp: Im Asiamarkt gibt es spezielle Mondkuchenformen mit den traditionellen Verzierungen

Zubereitung Mondkuchen

Mondkuchen-Füllung vorbereiten:
Die Bohnenpaste portionieren, etwa 3-4 Teelöffel (ca. 30 g Portionen) der Füllung zu Kugeln rollen und zur Seite stellen.

Mondkuchen zubereiten:
– Cashewbutter/ Erdnussbutter und Kokosnussmehl mischen. Bei Bedarf 1-2 Esslöffel Kokosmehl hinzufügen, bis ein weicher, aber fester Teig entstanden ist. Den Teig eine Stunde ruhen lassen.
– Den Teig zu einer langen Wurst ausrollen und in 12 gleich große Stücke teilen.
– Jedes Teigstück zu einer runden Scheibe ausrollen, dann die vorbereitete Füllung mit einem Löffel in die Mitte legen und mit dem Teig umhüllen.
– Die Ränder nach oben falten und den Teig fest verschließen. Mit der Naht nach unten auf einem Backpapier auf die Arbeitsfläche legen.
– Mit etwas Kokosöl bepinseln und optional mit schwarzem Sesam dekorieren.

Wenn du eine Mondkuchenform hast, kannst du die gefüllten Teigtäschchen in die klassische Mondkuchenformen drücken und auf ein Backpapier legen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 12-15 Minuten lang backen. Am besten über Nacht in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag verzehren.

Gut zu wissen: In der veganen Variante werden die Mondkuchen nicht ganz so goldbraun. Wenn ihr die Teigtäschchen mit etwas Erdnussöl, statt Kokosöl vor dem Backen bepinselt, bekommen sie mehr Farbe.

Bilder: Nataliya Vaitkevich via Canva

Wie du mit der Vollmondenergie arbeiten kannst…
Erfahre mehr über den Mondkalender in dieser Folge des YogaWorld Podcast …

Ayurveda für Kinder: Ernährungstipps für die Kleinen

Ayurveda für Kinder
Ayurveda für Kinder

Kleine Kaphas, große Wirkung: Wir erklären Ernährungstipps für Kinder aus der Ayurveda-Lehre. Denn jedes Kind ist anders und besonders. Das spüren viele Eltern auch täglich am Essverhalten.

Auf Ayurveda-Workshops stellen verunsicherte Mütter immer wieder Fragen nach einer möglichst vernünftigen Ernährung für die Kleinsten. Aus Sicht des Ayurveda ist dies weit weniger komplex, als man zunächst annehmen möchte. Hierzu ein kleiner Ausflug in die ayurvedische Elemente-Lehre: Kinder sind hauptsächlich von den Wirkungen des Kapha-Doshas und den dahinter stehenden Elementen Wasser und Erde geprägt. Kapha steht für Wachstum, Ruhe und Stabilität. Für Kinder gelten diese Attribute besonders.

Immer das Gleiche essen wollen? Völlig normal für Kinder

Die Geschmacksrichtung, die sich aus Wasser und Erde zusammensetzt, ist süß. Aus diesem Grund haben viele Kinder einen starken Hang zum Süßen. In Kombination mit der Stabilität und Standhaftigkeit des Kapha-Doshas lässt sich erklären, warum Kinder problemlos über Wochen hinweg dasselbe Gericht essen können. Es ist Teil ihrer Natur. Eine weitere Eigenschaft des Kapha-Doshas ist Kälte. Warme Gerichte sorgen deshalb für Ausgleich, sie wirken beruhigend und stärkend auf die Kleinen. Es besteht also kein Grund zur Verzweiflung, wenn Kinder nur Pizza wollen. Die Lösung besteht darin, mit ihnen gemeinsam eine leckere, selbst gemachte Pizza zu backen.

Kinder sind kleine Gourmets

Kinder sind extrem anspruchsvolle und sensible Esser. Das liegt unter anderem daran, dass sie noch die meisten Geschmacksknospen auf der Zunge haben. Wie in vielen anderen Bereichen sind Kinder auch hier herrlich offen: Ihre Rückmeldung zu langweiligem Essen ist spontan und direkt – da kann schon mal der ganze Spinat durch die Küche fliegen. Ich kann alle Eltern nur ermuntern, in die Gewürzkiste (z.B. Paprika, süßes Curry) und ins Kräuterbeet zu greifen. Solange süßer Geschmack mit wärmendem Charakter dominiert, ist alles gut. Ayurveda für Kinder ist also gar nicht so kompliziert.

Salatverweigerer? Kein Grund zur Sorge

Entspann dich, wenn dein Nachwuchs keinen Salat will. Die kalten, trockenen, bitteren Eigenschaften laufen den Bedürfnissen vieler Kinder zuwider. Es ist, als ob man versucht, ein rundes Puzzlestück in eine eckige Öffnung zu pressen: hoffnungslos … Mehr Sinn macht es, sich auf die Natur der Kinder einzulassen. In feste Systeme werden sie früh genug gepresst. Vorher sind eine beerige Obstpizza oder ein Blätterteig mit Süßrahm und Gemüse eine viel genussreichere Erfahrung. Probier es doch einfach mal aus, wir haben hier ein leckeres Rezept für dich. Am besten bereitest du die die leckeren Teilchen gleich gemeinsam mit den Kindern zu – denn was Kinder selber schnippel dürfen, verspeisen sie danach doppelt so gern.

Ayurveda für Kinder: Blätterteig-Teilchen mit Schnipselgemüse

Ayurveda für Kinder
Volker Mehl kocht mit Kindern

(Ergibt etwa 6 bis 8 Teilchen)

eine Rolle Blätterteig
1 Becher Crème fraîche
1⁄2 TL Rohrzucker
1 kleiner Bund Schnittlauch
1 Prise Salz und Pfeffer
1 Paprika
1 Zucchini
2 Karotten
1 TL mildes Currypulver
Sonnenblumenöl oder Ghee zum Anbraten

Zubereitung:

Den Blätterteig ausrollen und mit einer Kaffeetasse leicht in den Teig drücken. Diese Umrisse mit einem Messer ausscheiden und den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Den übrigen Teig zu einem Bällchen formen, ausrollen und ebenso verarbeiten.
Schnittlauch in feine Röllchen schneiden, mit Crème fraîche, Salz und Pfeffer vermischen. Das Gemüse in dünne Scheiben schneiden, für 3 bis 4 Minuten glasig andünsten und mit dem Curry würzen. Crème fraîche gleichmäßig auf die Teigkreise aufstreichen, Gemüse darauf geben und bei 200 Grad in 10 bis 12 Minuten goldbraun backen.

Pizza für KinderRezept für fruchtige Obstpizza

(Ergibt etwa 15 kleine Pizzen)

Teig:
400g Weizen- oder Dinkelmehl
200ml Wasser
1 EL Olivenöl
20g frische Hefe oder ein Tütchen Trockenhefe
1 Prise Salz
1 Messerspitze Natron
1 EL Rohrzucker

Belag (Obst nach Belieben, z.B.)
2 Äpfel
1 Birne
100g Trauben
100g Kokosflocken
200g abgetropfte Kirschen aus dem Glas
2 EL Preiselbeermarmelade
1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung

Aus den Zutaten einen geschmeidigen Teig herstellen, eventuell noch etwas Wasser zugeben. Mit einem feuchten Tuch abdecken und zwei Stunden an einem warmen Ort stehen lassen. Den Teig gut durchkneten und nochmals für eine Stunde gehen lassen. Danach kleine Bällchen formen und diese flach ausrollen. Unser Tipp: Lieber etwas weniger Hefe in den Teig geben, dafür etwas länger gehen lassen. Das Natron sorgt dafür, dass der Teig weniger säuerlich nach Hefe schmeckt. Äpfel und Birnen in Scheiben schneiden. Kirschen mit Marmelade und Zitronensaft pürieren und damit den Teig bestreichen. Mit dem Obst belegen und den Kokosflocken bestreuen. Die Pizzen bei 200 Grad ca. 15-20 Minuten backen.


Weitere Informationen zum Autor Volker Mehl und seine Event-Termin findest du auf volkermehl.com

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