Playlist, die Herzen öffnet

Herzöffner im Yoga
Herzöffner im Yoga

Blockaden im Herzchakra? Drehe unsere Playlist für Herzöffner auf, rolle die Yogamatte aus und lasse dich in den Rockstar fallen. Diese Lieder öffnen den Herzmuskel und lassen ganz viel Liebe hinein. Wenn du dabei Lust auf mehr bekommst, kannst du diese Meditation für Herzöffnung von Elena Brower üben.

Musik, die Herzen öffnet

Du willst dir deine eigene Yoga-Playlist erstellen? Andrea „Qbi“ Kubasch gibt hier praktische Tipps, wie die Musikauswahl für die eigene Yoga-Stunde gelingt. Schickt uns eure Playlist und erklärt uns kurz, welche Intention oder welches Motto dahinter steckt. Vielleicht wird genau eure Yoga-Musik die Playlist von nächster Woche.

Tauchen und Yoga: Zwei Puzzleteile die passen

Life Aquatic Freediving & Yoga
Isabel verbindet Yoga und Tauchen miteinander. Hier mit Monoflosse für Meerjungfrauen-Feeling / Foto @standup_siggi

Sie ist Yogalehrerin und Freitaucherin, zog erst von München nach Thailand und eröffnete später in Kaş die erste Freediving- & Yogaschule direkt am türkisblauen Wasser der türkischen Ägäis. Hatha Yoga praktiziert sie nicht nur auf der Terrasse über dem Meer, sondern auch auf dem SUP. Einmal im Jahr tauscht Isabel Meditation gegen Massenansturm und arbeitet als Bedienung auf dem Oktoberfest. Uns verriet die junge Frau, wie Tauchen und Yoga sich ergänzen und warum die „Wiesn“ auch dazu passt.

Bereits als Kind praktizierte Isabel Yoga mit ihrer Mutter. Mit 18 Jahren fing sie dann mit Kundalini Yoga an. „Das war noch alles vor dem Yoga Boom und in meiner Gruppe waren fast nur ältere Frauen. Das war mit 18 etwas schwierig für mich. Auf der Schauspielschule hatte ich dann ein Jahr Tai Chi und war davon auch sehr begeistert. Wie beim Yoga spürte ich schnell, dass die Nadis – beziehungsweise im Tai Chi die Meridiane – in Bewegung kommen.“ Mit Mitte Zwanzig zog es die Münchnerin dann nach Thailand, wo sie als Tauchlehrerin arbeitete.

Tauchen und Yoga greifen ineinander

Ihr damaliger Chef leitete eine Yogaschule auf Koh Tao. Sie begann, sich wieder intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen: „Das bewusste Atmen und die Meditation haben mir innere Ruhe und ein besseres Körpergefühl verliehen. Tauchen und Yoga waren seit damals für mich eine wunderschöne Kombination.“ Ihr Yogalehrer Devrim war es auch, der Isabel den Anstoß gab, eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen. „Ich praktizierte sehr viel mit ihm, aber auch mit vielen anderen Yogalehrern auf Koh Tao. Viele von ihnen machten ihre Ausbildung mit Sivananda. Da ich in München auch eine ganze Zeit intensiv in einem Sivananda-Center praktizierte, entschloss ich mich, die Ausbildung mit Sivananda zu machen.“ Dem Hatha Yoga ist sie bis heute treu geblieben und unterrichtet auch die Gäste ihrer Freediving- & Yogaschule auf Kaş darin: „Mir ist es wichtig, dass meine Yogaschüler ein gutes Körpergefühl bekommen. Sie sollen bewusst auf ihre Atmung achten und lernen, zu entspannen. Alles andere kommt mit der Zeit.“

Abtauchen in eine andere Welt

Yoga und Tauchen
Isabel beim Tauchen im türkisblauen Wasser vor Kaş – Foto: @lifeaquatic_freediving_yoga

Durch ihren Mann Adnan kam Isabel zum Apnoetauchen. Adnan wuchs in Istanbul, direkt am Bosporus auf. Er tauchte bereits in seiner Kindheit ohne Schnorchel und Co. nach Muscheln in den Wellen des Kanals. Das Paar lernte sich in Thailand kennen und verbrachte jede freie Minute gemeinsam im Wasser. Nur mit Schnorchel und Maske, ganz ohne SCUBA-Equipment. Dieses Gefühl der Freiheit und Natürlichkeit weckte Isabels Liebe zum Freitauchen. Dank Yoga konnte sie sich besser auf den Apnoe-Zustand einlassen: „Vor allem jetzt, da wir gar kein SCUBA Diving mehr machen, sondern Freediving, wird Yoga immer hilfreicher und wichtiger. Pranayama, Entspannung, Meditation, Flexibilität und gesunde Ernährung sind für das Apnoetauchen der Nährboden und enorm wichtig.“

Apnoe funktioniert dank Meditation und Pranayama

Tauchen und Yoga

Je entspannter Taucher beim Freitauchen sind, desto angenehmer wird der Tauchgang. Dabei versuchen sie den Herzschlag zu senken, damit der Sauerstoff beim Luftanhalten langsamer verbraucht wird. So haben sie mehr Zeit unter Wasser. Die Entspannungstechniken aus dem Yoga helfen Isabel dabei. Meditation über Wasser hilft ihr, tief unten im Meer völlig loszulassen und sich gleichzeitig zu konzentrieren.

Mit Pranayama reinigt sie ihre Lunge. Das schafft eine Balance zwischen Körper und Geist und baut Stress und Anspannungen ab: „Durch Asanas und Dehnen werden wir flexibler und beweglicher und regulieren und verbessern unsere Durchblutung.“ Die Verbindung zwischen Yoga und Freediving scheint für das Paar tiefer zu gehen. Vor allem ist sie geprägt von einem starken Körpergefühl, einem intensiven Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Für Isabel und Adnan spielt auch die Location ihrer Schule „Life aquatic“ eine große Rolle. Das glasklare, türkisblaue Wasser vor Kaş, die Yogaplattform direkt auf den Felsen über dem Meer, die Ruhe, die Weite des Himmels. All das greift ineinander, rundet sich gegenseitig ab.

Ruhe und Entspannung für ihre Yogaschüler

Und auch ihre Gäste, egal ob Tauch- oder Yogaschüler oder eben Beides, sollen dieses Gefühl zu spüren bekommen. „Unsere Yoga Retreats sind für Jeden gedacht, der nach Ruhe und Entspannung in einer wunderschönen Natur sucht. Wir bieten eine Kombination aus Yoga, Entspannung, Pranayama und Meditation. Dazu kommen anderen Aktivitäten wie Wandern, Ausflüge zu antiken Städten, Stand up Paddling, Schnorcheln und eben Freediving.

Yoga Retreat Türkei

Alles wird organisiert, dabei bleibt der Charakter eines Individual-Urlaubs erhalten. „Es war mir wichtig, dass die Teilnehmer nicht isoliert sind, sondern Kaş und das Leben dort auch selbstständig entdecken können. Wir sind nur fünf Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt, aber du fühlst dich wie mitten in der Natur. Es gibt immer ein gemeinsames Frühstück, die Abende sind frei.“

Wenn es sich ergibt, gehen Isabel und Adnan abends mit ihren Gästen gemeinsam zum Essen. Alles geschieht freiwillig, Gruppenzwang Fehlanzeige.

Bierzelt und Yoga… Wie bitte???

Die Stille unter Wasser, das totale Loslassen, Meditation und Asanas bei Sonnenaufgang über dem glitzernden Meer. Eine Umgebung voller Ruhe, ursprüngliche Natur und die tägliche Besinnung auf die Fähigkeiten des eigenen Körpers. Und dann, für zwei Wochen im Jahr ein Kontrastprogramm wie es extremer nicht sein könnte: Während des Oktoberfestes in München gehört Isabel zur festen Besetzung der Bierzelt-Bedienungen. Ein Job, der heiß begehrt, nicht einfach zu bekommen und noch viel schwieriger durchzuhalten ist. Aber vor allem ein Job, der mit der Ruhe und Stille, mit Yoga und Freitauchen so rein gar nichts zu tun hat.

Yoga hilft im Zelt die Ruhe zu bewahren

Doch genau hier sieht die lebenslustige Yogalehrerin eine unerwartete Verbindung: „Bierzelt und Yoga sind totale Kontraste, aber gerade deshalb eine interessante Mischung. Im Bierzelt ist man mitten im Leben und begegnet Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Es ist unglaublich bunt und alles kann passieren, alles ist möglich. Yoga hilft mir, die Ruhe zu bewahren, wenn so viele verschiedene Menschen aufeinander treffen. Für mich ist es immer wieder ein interessanter Prozess, mich dem Leben und den Menschen, mit denen ich sonst vielleicht nie etwas zu tun hätte, mehr zu öffnen. Yoga bringt Menschen auch zusammen, aber auf eine andere Art und Weise.“ Für Isabel ist es ein Lernen über das Leben und die Menschen, wie auf einer Reise, die nie zu Ende geht.


Isabel und Adnan. Gründer von "Life Aquatic" Yoga und Freedving Schule

„Life aquatic“ von Adnan und Isabel ist übrigens die erste „Freediving & Yoga“-Schule im türkischen Tauchparadies. Retreats können das ganze Jahr über gebucht werden, die Saison geht von Frühling bis Anfang Winter Auch wenn das Selbstständig sein auch mal mit Stress verbunden ist, geht das Paar voll darin auf. Denn das Gefühl, den Job mit ganzem Herzen zu machen und das Lächeln ihrer Schüler nach einer Yogastunde, entschädigt für alle Anstrengungen. Die Retreats finden übrigens immer im Frühling und im Herbst statt. Mehr Infos unter www.lifeaquatickas.com oder auf www.facebook.com

Moritz Ulrich

Moritz ist einer der erfahrensten Jivamukti Yoga Lehrer, ausgebildet von Sharon Gannon und David Life, Leiter der internationalen 300h und 75h Yogalehrer*innen – Ausbildung, approbierter Arzt und leidenschaftlicher Mantra Chanter.

Er unterrichtet seit über 15 Jahren und erfüllt seine Klassen mit Raum schaffender Klarheit, sanftmütiger Präsenz und verständlichem Wissen. Er leitet die Jivamukti Yoga School – Peace Yoga in Berlin und hofft den Schüler*innen seiner Yogastunden hingebungsvoll zu Diensten sein zu können.

Mehr zu Moritz Ulrich unter moritzulrich.de

Jivamukti Chakra Tuning Express

Eine ganz besondere Klasse, die du so nur in der Jivamukti Yoga Tradition findest. Verbinde Asana, mit Affirmationen und dem Chanting von Bija Mantras, die den einzelnen Chakren zugeordnet sind. Eine Praxis die dein Leben verändern wird und dir die Chance gibt schon während der Klasse Transformation auf allen Ebenen zu spüren und zu erleben.

Offen für alle Level.


Moritz Ulrich auf der YogaWorld in München 2020:

Freitag, 17. Januar // 18:15 – 19:00 Uhr // Jivamukti Chakra Tuning Express // Ganesha Yogaspace


 

Antje Gruber

Antjes Yogaweg begann zur Jahrtausendwende in Indien. Viele frühere Kindheitserfahrungen, wie z.B. die buddhistische Gesänge bei einer Nachbarin aus Japan, ihre Liebe für Tiere und ihr Spaß an körperlicher Bewegung und Tanz bereiteten diesen Weg schon lange vor.

Alles ergab sich fast von alleine, wie im Fluss: das Theaterpädagogik Studium an der LMU in München war beendet, das erste einmonatige Jivamukti Yogateacher Training mit Sharon Gannon und David Life wurde in Upstate New York angeboten und bevor sich Antje um einen „richtigen“ Job hätte kümmern können, hatte sie so viele Yogastunden, dass sie keine Zeit für etwas anderes mehr gehabt hätte. Mit vollem Herzen nahm sie diese Herausforderung als Fulltime Yogalehrerin an und bleibt bis heute verwurzelt im Yoga Üben und Unterrichten. Von Beginn an war sie ein fester Bestandteil der Jivamukti Center in München, wurde advanced Jivamukti Yogalehrerin und seit 2005 leitet sie die Jivamukti Yogalofts in München mit.

Antjes Yogapraxis und Unterricht ist geprägt durch Jivamukti Yoga, Ashtanga Yoga, „Heart of Yoga“ von Mark Whitwell und Meditation. Die Schüler*innen mögen ihre liebevolle und heitere Art sowohl Yogainhalte als auch die Asana-Praxis zu vermitteln. Antje schafft es herausfordernde und schwierige Dinge mit einer Leichtigkeit zu vermitteln und Raum zu schaffen, dass Loslassen und Eintauchen geschehen kann. Egal was gerade beim dem*der Schüler*in brennt oder von der Yogapraxis ablenken könnte, Antje holt ihre Schüler*innen am Beginn der Stunde ab, schafft einen Rahmen der Konzentration, damit Yoga stattfinden kann und führt gekonnt durch die Yogastunde. So ermöglicht sie es den Schüler*innen, den Alltag etwas los zu lassen können, Yoga zu erfahren und gut gelaunt und gestärkt aus der Stunde zu kommen.

Antje unterrichtet regelmäßig in den Jivamukti Yogalofts in München und bietet mehrmals im Jahr einwöchige Yoga-Retreats und Yoga & Meditations-Wochenenden.

Wer mit Antje zu Hause Yoga üben möchte oder mehr wissen will, es gibt folgende Veröffentlichungen:

Yoga DVDs:
Yoga für Sportler mit Charly Steeb. Alle Level
Yoga für Anfänger (Basic & Gentle Level)

Meditations CD (mit geführten Meditationen und Savasana)

Buch: Go Vegan!
Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser Leben.
Marianne Halser (Hrsg.), riva Verlag

Antjes Dank gilt allen Lehrer*innen, die sie je getroffen hat und die ihr einerseits die Vielfalt des Yoga demonstriert und gleichzeitig doch alle das Gleiche gelehrt haben: Glück und Zufriedenheit stecken in uns!

JIVAMUKTI YOGA WORKSHOP 

Jivamukti Yoga ist ein dynamischer Yogastil. Körperliche Praxis, Konzentrations- und Atemübungen und der philosophische Dialog sind Teil einer jeden Yogastunde.Neben der intensiven körperlichen Praxis spielen im Jivamukti Yoga Musik, Philosophie, Meditation, Bhakti (Hingabe) und Ahimsa (Gewaltlosigkeit) eine große Rolle.

In den 45 min. gibt Antje einen Einblick in diesen Yogastil. Jedes Level und alle Neugierigen sind herzlich willkommen. Die Yogahaltungen werden mit dem Atem verbunden im Vinyasa-Stil geübt, es wird geschwitzt, sich in alle Richtungen bewegt und am Ende in Shavasana entspannt.


Antje Gruber auf der YogaWorld 2023 in München:

Samstag, 14. Oktober 2023 // 12:15 – 13:00 Uhr // Jivamukti Yoga // Vishnu Yogaspace


Dr. Patrick Broome

Patrick Broome
Patrick Broome

Dr. Patrick Broome, Diplom-Psychologe und Yogalehrer

Geboren in Deutschland, aufgewachsen in Kalifornien, lebt Patrick Broome in München. Er unterrichtet seit fast 20 Jahren, bildet international Yogalehrende aus und leitet seine eigenen Yogaschulen. Seit 2006 ist er Yogalehrer der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Er ist Autor von »Yoga für den Mann«, »Yoga für Alle«, »Mit Yoga Leben« und »Spirituelle Krieger«.

Mehr über Patrick erfährst du hier: www.patrickbroome.de

Offener Workshop „Yoga für Alle“, Samstag 14.Oktober, 14:15 – 15:00 Uhr

„Wir üben einfache und kraftvolle Sequenzen und Haltungen, die dir helfen dich zu spüren. Dabei geht es vor allem darum zur Ruhe zu kommen. Dir den Raum zu eröffnen in dem Heilung und Wunder passieren können, in dem du die Verbindung zum großen Ganzen spürst und dann aus dem Inneren heraus dein Leben bewusst gestalten kannst.“

Dr. Patrick Broome auf der YogaWorld 2023 in München:

Samstag, 14. Oktober  // 14:15 – 15:00 Uhr // „Yoga für Alle“ // Vishnu Yogaspace


Petros Haffenrichter

Petros Haffenrichter Messe YogaWorld München

Petros Yogi, Musiker, Träumer, Vater, Freund – vor allem Mensch und aufmerksamer Beobachter aller zusammenhängenden (aber oberflächlich scheinbar getrennten) Prinzipien mit einer musischen Gabe, dies spielerisch weiter zu geben. Er unterrichtet Yoga Asana, Pranayama, Meditationstechniken sowie Bhakti Yoga. Petros wird regelmäßiger Gast auf Yogafestivals weltweit und ist als Gastlehrer in zahlreichen Schulen aus verschiedensten Traditionen und Ländern bekannt. Er hat Hunderte von Yogalehrern weltweit ausgebildet und führt seit 20 Jahren Retreats in seiner Yogashala auf Kreta.

Es liegt ihm am Herzen, immer wieder dorthin zurück zu kommen, wo wir – unabhängig von äußeren Umständen – immer unseren Frieden finden: in unserem Herzen. Oft stehen uns auf diesem Weg unser Intellekt, unser Köper, unsere Erwartungen, Präferenzen, Abneigungen und Ängste im Weg. Yoga gibt uns die Möglichkeit, uns Schicht um Schicht von den Hindernissen zu befreien, die uns davon abhalten, uns selbst so zu erfahren, wie wir tatsächlich sind: Frei, wild, voller Liebe und Freude – ohne Konditionierung, ohne Angst.

In Naradas Bhakti Sutra wird Bhakti als „ununterbrochener Gesang“ an Gott beschrieben. Johann Sebastian Bach beschreibt sein Werk als „unbedingte Hingabe an Gott“. Gängig ist auch die Beschreibung unzähliger Musiker seit Anbeginn, ihr Werk als „durch Sie wirkenden Strom des göttlichen“ wahrzunehmen. Für den unsteten Geist wirkt das hingebungsvolle Herz wie ein Anker der Ruhe und verbindlichen Klarheit.
Kirtan in der Tradition des Bhakti Yoga ist der einfachste, sicherste, und effektivste Yogaweg und Petros einer der beliebtesten Kirtan – Künstler in Europa.

Interview mit Petros Haffenrichter:

Wie genau bist du auf den Weg von (Jivamukti) Yoga gekommen?
Über meinen Großvater. Er war der Mitgründer einer deutschen anthroposophischen Gemeinschaft. Dort galten Meditation und Yoga als Schlüsselemente für einen holistischen Lebensansatz. Auch mein Vater hat jeden Morgen Yoga praktiziert und deshalb hatte jedes Buch zu Hause zu tun mit Philosophie, Psychologie, Spiritualität oder Kunst.

Durch diesen Einfluss meiner Familie wollte ich mit all dem natürlich nichts zu tun haben. Aber trotzdem wollte ich lernen, wie ich meinen Atem länger anhalten kann, um länger unter Wasser zu bleiben. Mit 20 dachte ich dann: die Yogis wissen das wahrscheinlich am besten.

Deshalb bin ich dann in Griechenland zu einem Pranayama-Lehrer gegangen. Von da an war ich plötzlich Teil von verschiedenen Yogastunden. Asana, Pranayama, Konzentration, Dialog, Klang, Hingabe und die Verbindung zu Gleichgesinnten räsonieren mit mir und fühlten sich so vertraut an. Auf meinem Weg traf ich dann viele mehr oder weniger bekannte Kenner des Feldes. Ich genoss es wirklich, mit ihnen Zeit zu verbringen. Insgesamt vertraue ich darauf, dass deine Lebensaufgabe, dein Dharma, dich findet. Du solltest nur Tätigkeiten nachgehen, die dir Spaß machen. Ich unterrichte Jivamukti, weil es mir die Möglichkeit gegeben hat, Empathie zu entwickeln. Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Praxen heutzutage: Freundlichkeit, Gewaltlosigkeit, die Integrität des Lebens und unsere Verantwortung dieses zu ehren.


Hat dir Yoga dabei geholfen, Hindernisse in deinem Leben zu überwinden?

Es gibt keine wahren Hindernisse.

Was ist das Lohnendste am Yogalehrer-Dasein?
Satsang, die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten

Welche Yoga-Stile praktizierst, bzw. unterrichtest du?
Hatha/Raja, Karma, Bhakti und Jnana

Was ist das Besondere an diesen Yoga-Stilen?
Die Inklusivität

Wie oft praktizierst du Yoga?
Täglich.

Wie findest du Zeit oder Motivation, damit Yoga Teil deines täglichen Lebens ist?
Die Praxis findet im gesamten Leben, nicht nur auf der Matte statt.

Hast du irgendwelche Ratschläge für vielbeschäftigte Yoginis oder Yogis, die damit Probleme haben, sich Zeit für ihre Yogapraxis zu nehmen?
Hör auf zu arbeiten und verbringe stattdessen Zeit in der Natur. Am allerwichtigsten: Vertraue.

Hast du schon einmal gearbeitet oder arbeitest du gerade an Wohltätigkeitsprojekten, um etwas zurück zu geben?
Ich persönlich verstehe Yoga als ein Beitrag zur Erhöhung des kollektiven Bewusstseins. Somit ist teilen auf allen Ebenen eine der wichtigsten Eigenschaften im Leben.

Was ist dein Lieblingszitat über Yoga oder Spiritualität?
OM TAT SAT, was so viel bedeutet wie „Alles ist Teil es einen wahren Bewusstseins“.

Auf welche Art und Weise bringst du selbstloses Dienen in dein Leben? Welche Projekte für Wohltätigkeit oder Reichweite hast du in der Vergangenheit gemacht, machst du gerade, oder sind geplant?
Ich halte mich an die unterrichteten Weisheiten: Man sollte nicht von guten Taten reden, sondern sie vollbringen. Und natürlich wo und wann auch immer man kann sollte man teilen, was man kann.

Mehr zu Petros unter www.petros.biz


Petros Haffenrichter auf der YogaWorld 2020 in München:

Samstag, 18. Januar 2020 // 14:30 – 16:00 Uhr // Das Leben auf den Kopf gestellt // Special-Workshop Lotus Yogaspace

Hier gibt’s weitere Infos und Tickets zum Special Workshop mit Petros Haffenrichter auf der YogaWorld-Messe 2020.

Samstag, 18. Januar 2020 // 19:00 Uhr // Kirtan mit Petros & Friends


 

Montags-Mantra: Vergleichen ist der Dieb der Freude

Schon im Kindergarten hatten wir die im Auge, die schöner ausmalen und schneller rennen konnten. Im Erwachsenenalter hat sich am Vergleichprozess nicht viel geändert, außer dass es sich nun um Gehälter, die Traumfigur, die Sportlichkeit oder den Erfolg dreht. Vergleichen ist eine Denkgewohnheit und geschieht häufig unbewusst. Und obwohl uns ein kleiner Tritt in den Hintern ab und an ganz gut tut, geht es häufig über einen Motivationsschub hinaus. Es nagt an uns, frisst sich im Kopf fest und wirft Selbstzweifel auf.

Als ob im Alltag nicht schon genug Vergleiche lauern, werfen uns die sozialen Medien noch mehr Material vor die Füße. Für viele gehört Facebook zum Frühstück wie Kaffee. Wir scrollen durch den Newsfeed, sehen wer geheiratet hat oder wer zum fünften mal im Jahr Urlaub macht. Auf dem Weg zur Arbeit werden die Instagram-Stories der Blogger angeschaut, die mal wieder in einer Hängematte auf einer einsamen Insel liegen und so ihr Geld verdienen. Da fängt der Tag im Büro ja super an.

Doch wir vergleichen uns überwiegend mit Personen, über deren genaue Umstände wir nichts wissen. Wir nehmen ihre „Highlights“ und messen sie mit unserem Leben „hinter den Kulissen“. Dabei herrscht Backstage bei jedem Chaos. Die Inhalte der sozialen Medien sind nur ein kleiner Teil der Realität. Wissen wir immer, welche Geschichte und welche Persönlichkeit hinter einem Bild steckt? Niemand wird der Öffentlichkeit gerne seine Misserfolge mitteilen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen – doch niemand wird ein Bild davon auf Instagram stellen. Zumindest nicht ohne das Päckchen zu retuschieren und ein paar Filter drüber zu legen, um es zum Glänzen zu bringen.

Es gibt niemanden auf der Welt, der ist wie du. Niemand hat deine Fingerabdrücke, deine Stimme, dein Lächeln, dein Gesicht. Niemand hat deine Talente, Erfahrungen oder deine Gefühle. So viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, dass es keine Basis für einen Vergleich geben kann. Wir alle sind einmalig und einzigartig. Und das ist auch gut so. Die einzige Person, mit der wir uns messen sollten, ist die Person, die wir gestern waren.

Zudem macht vergleichen unglücklich. Egal wie viel wir haben, es wird immer Menschen geben, die mehr davon besitzen. Da verfangen wir uns leicht in einer Endlosspirale an negativen Gedanken, die uns nur unglücklich machen. Offen durch die Welt zu gehen, Inspirationen aufzusaugen und sich neue Möglichkeiten vor Augen zu halten ist sinnvoll und kann uns im eigenen Leben vorantreiben. Solange wir uns nur unter Kontrolle haben und keine Vergleiche ziehen.

Jeden Tag bekommen wir 86.400 Sekunden geschenkt. Und da es sicherlich genug in unserem eigenen Leben zu tun gibt: Wieso wertvolle Zeit und Energie verschwenden und uns Gedanken über andere machen?

Beim Yoga geht der Blick sowieso nach innen und kaum über die eigene Matte hinaus. Und wenn wir doch mal auf das perfekt gestreckte Bein der Nachbarin schielen: Inspirieren lassen, als Möglichkeit sehen uns selbst zu verbessern und den Blick wieder auf uns selbst richten.

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Komm gut in die neue Woche. Wenn dir noch das Wochenende in den Knochen steckt, wirst du mit dieser Mini-Practice in 10 Minuten ganz sicher fit.

Lernen von Karttikeya: Wecke den Krieger in dir

Karttikeya - Wecke den Krieger in dir
Foto by Rhett Wesley /unsplash

Wusstest du, dass Ganesha einen Bruder hat? Einen ziemlich mutigen und kämpferischen noch dazu? Karttikeya heißt der tapfere Götterjunge und wir können eine Menge von ihm lernen: furchtlos zu sein, selbstbewusst unseren Weg zu gehen und an unsere Fähigkeiten zu glauben. 

In fast allen Yogaschulen der Welt steht irgendwo ein Bild oder eine kleine Figur von Shivas Sohn. Meist ist das Ganesha, der Beseitiger der Hindernisse. Er repräsentiert die „Anfangsenergie“. Wir wenden uns an ihn, wenn wir mit etwas Neuem beginnen, damit er mit seinem Rüssel und seinem dicken Bauch alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen kann. Wenn wir dann gesegnet ein Projekt begonnen haben, kommen wir trotzdem immer wieder an den Punkt, an dem es irgendwo nicht weiter geht. Dann bekommen wir Angst, vielleicht doch die falsche Richtung eingeschlagen zu haben, den falschen Yogastil zu üben oder mit dem falschen Partner zusammen zu sein. Gott sei Dank hat Ganesha einen Bruder, der das Ruder übernehmen kann. Treten Sie ein, junger Herr Karttikeya!

Auch Götter haben mal Angst

Karttikeyas Geschichte beginnt noch vor seiner Zeugung und wie bei jeder guten Göttergeschichte ist auch hier ein Dämon im Spiel: In den düsteren alten Zeiten hatte der finstere Taraka so lange asketische Praktiken geübt, bis die Götter nicht umhin konnten, ihm einen Wunsch zu gewähren. Wie so oft, brachten sie sich dadurch selbst in größte Schwierigkeiten. Denn Taraka erbat sich nichts anderes als Unbesiegbarkeit. Nur ein Sohn Shivas sollte ihn besiegen können. Die Götter erschraken. Denn Shiva war damals als Asket bekannt, der nie seine Meditation verließ. Dass er sich dem Wunder der Liebe hingeben und ein Kind zeugen würde, schien völlig undenkbar. Nur war es jetzt zu spät, den gewährten Wunsch abzulehnen. Und so begann Taraka, die Götter zu terrorisieren und die Welt zu unterjochen. Wer dieser Taraka war? Wir kennen ihn im 21. Jahrhundert unter einem anderen Namen: Angst. Angst vor der Freiheit. Angst vor der eigenen Kraft. Angst vor der Lust. Angst hat viele Gesichter. Und der große Meditierende tat so, als ob ihn das alles nichts angehen würde.

Parvati und Shiva – Liebe wie ein Gewittersturm

Es klingt wie in einem kitschigen Roman, aber eine Frau mit der Kraft der Erde kann die Konzentration des größten Yogis aus dem Gleichgewicht bringen. Parvati – als Tochter des Berggottes Himavat geboren – war diese Shakti, die Shiva dazu bringen konnte, vom Meditationskissen hinab und ins Bett hinein zu steigen. Was dann passierte, können wir hier mit Worten nicht beschreiben. Zwar hatten die Götter sich gewünscht, dass Shiva und Parvati das Kind zeugen würden, das sie befreit. Aber der dazugehörige Liebesakt jagte ihnen ganz schön Angst ein. Die beiden fanden einfach kein Ende. Und es rumpelte so dermaßen in ihrer Kammer, dass die Grundfesten der Welt erschütterten. Wir alle kennen diese Energie, wenn wir verliebt sind. Die Welt schien für die beiden keine Rolle mehr zu spielen

Karttikeya: Jugend kennt keine Selbstzweifel

So schickten die Götter Agni, den Gott des Feuers, in Gestalt einer Taube, das Liebesspiel zu unterbrechen. Die beiden waren wenig erfreut, und Shivas Samen traf den Vogel in den Schnabel. Doch selbst der Feuergott wäre fast verbrannt an der Hitze von Shivas Kraft, und so ließ er die Tropfen in die Flussgöttin Ganga fallen. Diese trug ihn an Land. Leider erklärt die Mythologie nicht befriedigend, wie auf einmal der hübsche Karttikeya aus dem Samen entstand. Aber da er von sechs Schwestern gesäugt wurde, die laut Geschichte die Luft und den Raum verkörperten, wissen wir, dass dieser propere Jugendliche die Kraft aller fünf alle Elemente in sich vereinte. Und er wusste das auch. Karttikeya, oder Skandha, wie er in manchen Traditionen auch genannt wird, war zu jung um an sich zu zweifeln. Er sollte einen Dämon bezwingen. Was konnte er tun, als zu siegen? In ihm gab es nur diesen einen Gedanken: Auf in den Kampf!

Abhaya Mudra, der Geste der Furchtlosigkeit.

Wenn du bei deiner nächsten Reise in Süd-Indien in einem Tempel den jungen Krieger siehst, der auf seinem Pfau reitet, dann spürst du vielleicht ein bisschen was von dieser Unbändigkeit und Ungebändigtheit der Jugend in seinem Ausdruck. Er sieht immer so aus, als sei er ein Teenie-Gott. Und doch ist er in einer sehr machtvollen Position, als Gott des Krieges, bekannt. Seine Hand grüßt uns in Abhaya Mudra, der Geste der Furchtlosigkeit. Bei aller Liebe zur Besonnenheit, oft brauchen wir diese Kriegerkraft. Gerade auf der Yogamatte, auf dem Meditationskissen, in unserer Familie, im Beruf.

Auch in dir steckt dieser Krieger – Lass ihn raus

Wir können uns tausendmal ablenken lassen von Bedenken oder dem Wunsch, langsam voranzugehen, um nur nichts falsch zu machen. Das mag oft angemessen sein. Manchmal lähmt es uns. Wir müssen lernen zu unterscheiden, wann es hilfreich ist, vorsichtig zu sein, und wann es angemessen ist, sich mit Leib und Seele in die Schlacht zu stürzen. Karttikeya wurde in Wildheit gezeugt, und besiegte die Furcht ohne mit der Wimper zu zucken. Er machte sich keine Gedanken darum, ob er verlieren könnte. Und noch besser: Er hatte auch keine Angst davor, erfolgreich zu sein. Warum sollten wir davor Angst haben? Schreite in grenzenloser Liebe voran, und schau, was passiert. Erwarte nichts als ein Wunder. Du wirst überrascht sein.


Unser Autor Ralf Sturm arbeitet als Yoga- und Meditationslehrer sowie als Paar- und Sexualtherapeut in Berlin.