Dies.Das.Asanas mit Jelena Lieberberg: Krähe in Bewegung

Hopp, hopp, hopp – wenn man die Krähen in der Natur beobachtet, sieht man, dass sie meist in Bewegung sind und umherhoppeln. Diese dynamische Variante der eigentlich statischen Yogakrähe macht es wie ihr tierisches Vorbild, auch wenn dabei immerhin die Hände fest auf dem Boden bleiben. Unsere Kolumnistin Jelena Lieberberg zeigt dir, wie das geht …

Text: Jelena Lieberberg / Foto: Gordon Schirmer

Die Krähe bietet für alle Level Möglichkeiten, Kraft aufzubauen und sich an die diversen Armbalancen heranzutasten. Bei dieser spielerischen Variante geht es aber nicht bloß um Kraft, sondern auch um die Fähigkeit, genau zu spüren, wann sich der Körper über schlau gestapelte Knochen im Gleichgewicht befindet und die Schwerkraft für dich arbeitet statt gegen dich.

Wir unterscheiden im Yoga die Krähe (Kakasana, mit gebeugten Armen) und den etwas kniffligeren Kranich (Bakasana, mit gestreckten Armen). Einsteiger*innen lösen dabei zunächst nur einen Fuß vom Boden, bevor die Krähe mit beiden abhebt und “fliegt”. Außerdem kann man zu Beginn ein großes Kissen vor sich legen, sodass das Gesicht im Fall des Fallens weich aufkommt. Wer sich mit den Handgelenken schwer tut und auf der Suche nach einer behutsamen Möglichkeit ist, diese nach und nach strapazierfähiger zu erleben, der wird sich mit dem Üben der Krähe auf jeden Fall etwas Gutes tun!

Lies auch: Handgelenk-Anatomie mit Dr. Ronald Steiner

Wenn das alles keine Themen mehr für dich sind, wird die hier gezeigte Variante interessant: Da geht es um das Spiel der Gewichtsverlagerung, ein Knie löst sich, bewegt sich zur Mitte und wieder zurück, bis du vielleicht irgendwann ein Bein nach hinten in die einbeinige Krähe strecken kannst.

Macht das Spaß?

Auf jeden Fall. Allerdings erst dann, wenn die “normale” Krähe spielerisch leicht geworden ist. Es sieht einfacher aus, als es ist, weshalb wir uns hier langsam herantasten müssen.

Muss ich das können?

Diese Krähe in Bewegung ist (wie das Meiste) überhaupt kein Muss, denn eigentlich geht es immer nur um eine ausgeglichene, angemessene Praxis. Wer auf der inneren Reise zu mehr Kraft und Selbstbewusstsein ist, kann sich über diese Spielerei aber sehr schön auf den Weg zu den anspruchsvolleren Armbalancen machen.

Was muss ich dafür tun?

Wärme vor allem Handgelenke, Schultern und Bauchmuskeln gründlich auf! Denn ohne die Verbindung zur Körpermitte, wird es schier unmöglich, hier die Kontrolle zu behalten.

Step by step

1. Beginne im Stand auf deiner Matte und setze deine Füße auf einen schulterbreiten Abstand auseinander.

2. Senke das Becken in eine tiefe Hocke und versuche, deine Achselhöhlen über die Knie zu legen. Falls du dich fragst, wo du die Knie in der Krähe auflegen sollst: Das wäre die ideale Stelle.

3. Lehne dich nun etwas nach vorne und setze deine Hände schulterbreit auf die Matte. Mit dem Blick etwas nach vorne gerichtet und den Knien auf deinen Oberarmen, verlagerst du nun immer mehr Gewicht auf die Arme, bis die Füße irgendwann abheben. Bauch und Beine sind fest zueinandergezogen und der Rücken wird rund.

4. Um die Krähe jetzt in Bewegung zu bringen, konzentrierst du dich zunächst auf ganz kleine Gewichtsverlagerungen: Lehne dich ein wenig nach links, ohne dass sich dabei dein rechtes Knie vom Arm löst, und nach rechts und wieder nach links.

5. Sobald das gut klappt und du Vertrauen gewonnen hast, lehnst du dich auf die linke Seite und ziehst langsam das rechte Knie zur Mittellinie (für 1-3 Sekunden). Dann setzt du es wieder auf dem rechten Oberarm ab. Zu Beginn wirst du spätestens bei diesem Zurücksetzen vermutlich wieder auf die Füße fallen. Das macht nichts. Lass deine Krähe noch mal abheben und wiederhole die Gewichtsverlagerung auf der anderen Seite.


JELENA LIEBERBERG ist Osteopathin und Yogacoach in Berlin. Ihre eBooks, Retreats und Workshops findest du unter kickassyoga.com oder besuche Jelena auf Insta @kickassyoga.

Probiere auch gleich diese weitere verspielte Variation der Krähe aus:

Das Neueste

Alignment Check mit Timo Wahl: Kleine Kobra, große Kobra – oder beides?

Wie bei fast allen klassischen Asanas gibt es auch zur Kobra sehr verschiedene Ansichten: Soll sich die Schlange aus...

Zwei Wochen, die alles verändern: Meine Panchakarma Kur im Rosenberg Ayurveda Kurzentrum

Was bewirkt eine medizinische Panchakarma Kur wirklich? Yogalehrerin Ranja Weis hat zwei Wochen im Rosenberg Ayurveda Kurzentrum verbracht und...

Superfood-Rezepte mit Kurkuma, Kollagen, MCT-Öl und Proteinpulver

Wie wäre es mit einem Extra-Shot – oder einfacher gesagt: Darf es etwas mehr sein? Ein paar extra Nährstoffe...

Meditation bei Überforderung und Weltschmerz – warum sie gerade jetzt wichtig ist

Die Schlagzeilen machen Angst, und ihre Schlagzahl auch. Was nützt es da zu meditieren? Glauben wir wirklich, damit die...

4 einfache Morgenrituale für mehr Energie

Oh, happy day! Um besser gelaunt und gelassener in den Tag zu starten, hilft ein persönliches Morgenritual. Auch wenn...

Asana & Mudra – Sequenz mit Susanne Mors

In der Verbindung von Körperhaltungen und energetischen Gesten kann sich die Wirkung von Asanas vertiefen – und du lernst,...

Pflichtlektüre

Neumondkalender 2026: So wirkt der Februar-Neumond im Wassermann

Wann ist Neumond? Den nächsten Neumond erwarten wir am 17. Februar 2026. Um 13:01 Uhr steht er im Zeichen Wassermann....

Vollmondkalender 2026: So wirkt der Februar-Vollmond im Zeichen Löwe

Wann ist Vollmond? Den nächsten Vollmond erwarten wir am 1. Februar 2026. Um 23:09 Uhr steht er im Zeichen Löwe....

Das könnte dir auch gefallen
Unsere Tipps