Dies.Das.Asanas: Die verspielte Variation der Krähe

Krähen gelten unter den Vögeln als besonders intelligent und verspielt. Kein Wunder, dass sich auch die Yogakrähe nicht mit ein oder zwei klassischen Formen zufrieden geben sollte – findet zumindest unsere ebenso schlaue und verspielte Asana-Kolumnistin und erklärt, wie diese Variation der Krähe funktioniert.

Ich liebe die Vielfalt im Yoga. Ist es nicht wunderbar, dass es für jedes Alter und jede Lebenslage genau den richtigen Yoga-Stil gibt? Von still bis fließend, von sanft bis kraftvoll ist alles dabei. Wer also keine Lust auf Anstrengung und Kraftakt hat und sich zum Beispiel im Yin Yoga viel wohler fühlt, darf einfach nur die wunderschönen Blautöne genießen, die ich für dieses Foto auf Ibiza gefunden habe. All jene, denen Stabilität und Power am Herzen liegen, werden sich an den Spielmöglichkeit freuen, die ich Euch hier zeige: Auf dem Weg zur einbeinigen Krähe begegnet dem fleißigen Yogi und der fleißigen Yogini unter anderem diese Stellung der Beine.

Nervenkitzel der Balance

Variation Krähe Asana
Unsere Kolumnistin Jelena Lieberberg fotografiert von Sofia Gomez Fonzo

Sobald Geist und Seele auf einer Wellenlänge fließen, lässt sich der Körper nämlich auf das ein oder andere Abenteuer ein. Mich erinnert die Pose ein wenig an das Wahrzeichen von Sizilien, die Trinacria, ein Fabelwesen mit Kopf und drei Beinen. Diese Asana-Variante eignet sich für alle, die ihre Kräfte spielen lassen möchten und dem Nervenkitzel der Balance lächelnd trotzen. Das Schöne ist: Sobald man in Händen und Fingerspitzen das richtige Gefühl für den Schwerpunkt gefunden hat, kann man die Beine theoretisch in fast unmögliche Positionen bewegen – die nötige Kraft und Beweglichkeit natürlich vorausgesetzt.

Verspielte Variation der Krähe: Muss ich das können?

Natürlich nicht. Trotzdem sind der Kraftaufbau und das Spiel mit der Balance eine tolle Sache – selbst wenn man dabei auf allen Schnickschnack verzichtet und sich auf die klassische Krähe (Schritt 1 und 2) beschränkt.
Wärme Handgelenke, Schultern und die Rumpfmuskeln gründlich auf. Um für den „Fall des Fallens“ gewappnet zu sein, legen dir ein großes Sofakissen vor die Nase. So kannst du dich, wenn schon nicht graziös, dann doch immerhin weich abfangen.

Step by Step Anleitung

  1. Beginne mit einer Vorwärtsbeuge aus dem Stand und setze deine Hände schulterbreit auf den Boden. Aktiviere deine Hände und verwurzele sie kraftvoll am Boden. Dann hebe die Fersen, beuge die Knie und schiebe eines nach dem anderen fest gegen deine Oberarme.
  2. Verlagere vorsichtig das Gewicht nach vorn, bis sich die Zehen vom Boden lösen. In dieser Haltung versuchst du zunächst, die Fersen Richtung Po heranzuziehen.
  3. Sobald Schritt 2 mit Leichtigkeit klappt, versuchst du, ein Knie vom Oberarm zu lösen, in der Mitte zwischen den Ellenbogen schweben zu lassen und danach wieder auf dem Oberarm zu platzieren. Dasselbe wiederholst du auf der anderen Seite. Dabei stabilisierst du dich nicht nur mit den Bauchmuskeln, sondern vor allem aus der Kraft deiner aktiv arbeitenden Hände.
  4. Wenn das funktioniert, beginnst du nach einer kleinen Pause erneut in der Krähe (Schritt 1 und 2). Löse langsam und kontrolliert wieder ein Knie vom Oberarm und ziehe es in Richtung Himmel. Dann versuchst du, das gehobene Knie mit den Zehenspitzen des anderen Fußes zu berühren. Voilà! Nach 1-3 Atemzügen segelst du langsam und elegant zurück und wiederholst das Ganze auf der anderen Seite.

FRAGEN ODER ANREGUNGEN? Du findest mich auf instagram.com/kickassyoga, kickassyoga.net oder im Buch „KickAssAsanas„.

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