Keine Panik: So bleibst du bei Partnerübungen gelassen

„Für die nächste Übung kommt bitte zu zweit zusammen“. Wenn im Yoga-Unterricht Partnerübungen angekündigt werden, freuen sich nicht alle Schüler auf die Unterstützung. So bleibst du bei Partnerübungen gelassen. Andere Reaktionen reichen von unbestimmter Skepsis bis hin zu blanker Panik. YOGA JOURNAL fragte die Münchner Yoga-Lehrerin Michaela Derra nach Tipps. Wie können wir die plötzliche Partner-Situation trotz tendenzieller Berührungsangst gelassen zu sehen und für die Praxis zu nutzen?

„Wenn einen Vorbehalte oder Angst lähmen, verhält man sich gerne wie das Kaninchen im Scheinwerferlicht. Zwar kann man Glück haben und das Auto fährt an einem vorbei. Doch die Chancen, dass man nicht überfahren wird, sind bedeutend größer, wenn man selbst die Beine in die Hand nimmt. Bei Partnerübungen kann dies folgendes heißen. Nicht warten, bis einem jemand zugeteilt wird. Sondern selbst aktiv werden und sich einen sympathischen Partner aussuchen. Meist genügt ein freundliches Lächeln. Damit ist man auch schon mitten in der Übungspraxis angekommen. Denn geht es um Kommunikation auf allen Ebenen.

Der Schlüssel: ehrliche Kommunikation auf allen Ebenen

Wo stehe ich? Wo steht der andere? Wie können wir unsere Fähigkeiten einsetzen, um gemeinsam Spaß zu haben und Neues zu lernen? Das sind die Fragen, um die es letztlich auch beim entschleunigten Alltag geht. In diesem Sinne ist eine Offenheit für eine Situation und einen Partner nätig, die uns auf den ersten Blick nicht ansprechen. Gerade dort, wo die Abneigung am größten ist, lassen sich oft die spannendsten neuen Erkenntnisse sammeln. Wichtig ist nur, sich immer wieder bewusst zu machen, dass der andere genauso ein Mensch ist wie man selbst. Auch er hat Stärken und Schwächen, will Leid vermeiden und strebt genau wie man selbst nach Glück.

Mit diesen Gedanken im Kopf entwickelt man automatisch mehr Verständnis, Akzeptanz und Mitgefühl. So kann es uns leichter fallen, uns auf den anderen einzulassen und uns selbst für die Berührung des anderen zu öffnen. Dann kann jede Hilfestellung eine neue Welt eröffnen. So bleibst du auch bei Partnerübungen gelassen. Nicht umsonst geraten Zuschauer nach der ultimativen Partner-Erfahrung einer Acro-Yoga-Präsentation ins Schwärmen. Das kann Kraft, Leichtigkeit, Flexibilität und Balance über Konzentration bringen. Außerdem Mut bis hin zu Vertrauen, Hingabe, Respekt und Liebe. Dafür lohnt es sich, Ängste zu überwinden.“


Michaela Derra ist zertifizierte Akhanda Yoga-Lehrerin. Sie unterrichtet in der Münchner Praxis für Physiotherapie Jörg Preuss. Als Pressechefin des Auktionshauses Ketterer Kunst gehören Kontakt und Kommunikation zu ihrem Alltag.

Foto von theformfitness von Pexels

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