In Erinnerung an Guru Jagat

Mit großer Trauer haben wir erfahren, dass Guru Jagat am 1. August ganz überraschend mit nur 41 Jahren in Los Angeles gestorben ist. Guru war ein moderner, populärer Guru, dazu (betont) weiblich. Ihre Variante des Kundalini-Yoga präsentierte die Amerikanerin als kraftvolle Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit – und traf damit nicht nur den Nerv der „Digital Natives“. YJ-Redakteurin Christina Raftery traf sie 2018 auf ihrer Buchtour und erinnert sich zurück. 

An diesem Tag genoss Guru sichtlich eine echte bayerische Brezen. Sie, die sonst nie Gluten zu sich nahm, hatte es auf der München-Station ihrer Deutschlandtour getan und erzählte minutenlang von der extremen Wirkung des wuchtigen Gebäcks auf ihr sensibles System. Dass das nicht nervte, sondern bestens unterhielt, sprach bereits vor der Veranstaltung für ihre Entertainer-Qualitäten. Optisch eine gesündere Version von Janis Joplin, verbreitete sie in ihren Workshops und ihrem Buch „Unbesiegbar leben“ Kundalini-Yoga als Rundum-Programm, in dem Gesundheit, psychische Kraft und spirituelle Präsenz auf besonders effektive Weise zusammenkommen. Spektakulär einfach klingende Beauty-Tipps („mit Beckenbodentraining zu Faltenfreiheit“) und Drei-Minuten-Kurzprogramme, die so ziemlich alles Unangenehme aus dem Leben räumen sollen, haben Guru Jagat eine große Fangemeinde beschert.

Bei ihr traf Turban auf Tablet: Sie unterrichtete in der traditionellen, weißen Kundalini-Kluft, doch mit griffbereitem Handy und spielte dabei Musik ihres eigenes Labels. Als Unternehmerin betrieb sie Studios in Los Angeles, New York und auf Mallorca, dazu den Videokanal Rama TV und professionelle Social- Media-Auftritte.

Begleitet wurde sie auf Tour von einem wuseligen Team. Ununterbrochen nestelte die Assistentin an der Technik, besorgte Cappuccinos und Smoothies, rückte Yogi Bhajans Foto auf dem Bühnenaltar zurecht. Diese Choreografie und Entourage hatte Guru Jagat vielleicht von ihren prominenten Schülerinnen übernommen: Stars wie Alicia Keys, Demi Moore und Kate Hudson übten regelmäßig mit ihr. Dass ihr dabei Community sehr wichtig war, das zeigen auch die Fotos im Buch „Unbesiegbar leben“: Stets umringt von einer weiß gekleideten, sympathischen Hipster-Clique, setzte Guru Jagat einen erfrischenden Kontrapunkt zu den Solo-Motiven anderer Lehrer, die sich gerne in akrobatischen Haltungen und Funktions-Leggings zeigen.

Durchaus selbstironisch und tief mit den Ideen ihres berühmten Lehrers verbunden, sah die mit damals 38 Jahren jüngste Kundalini-Yogalehrerin, die noch von Yogi Bhajan persönlich unterrichtet wurde, Yoga vor allem als Wissenschaft. Ihre optimistisch-blumigen Heilsver- sprechen konnten dabei durchaus „gaga“ klingen (Süddeutsche Zeitung). Doch der Schlüssel liegt in der Praxis: Die Übungen und Meditationen, die Guru Jagat an diesem Tag in München anleitete, hatten in ihrer Kompaktheit unmittelbare Wirkung. Genau wie ihre Person: Sie gab sich handfest, zugewandt, engagiert und humorvoll. Man fühlte sich auf Augenhöhe und konnte sich vorstellen, mit dieser Frau seinen Liebeskummer zu besprechen, Brillenshopping zu gehen (ihre eigene auffällige Sehhilfe stammte von Dolce & Gabbana) oder auch einen feministischen Diskussionszirkel mit veganen Snacks zu gründen. Guru Jagat modernisierte Kundalini-Yoga für junge Zielgruppen – und besonders für junge Frauen. Was übrigens ganz im Sinne Yogi Bhajans war, der Frauen wie sie als neue Führungskräfte im Yoga betrachtete.

Der beste Beweis für den Effekt ihres Kundalini-Yoga war sie tatsächlich selbst: Ausgeruht, gut gelaunt und tatsächlich faltenfrei vermittelte sie 2018 im Interview mit YOGA JOURNAL mit jedem Satz ihr Lieblings-Mantra: „Keep it simple“…

„Stars wie Alicia Keys, Demi Moore und Kate Hudson üben regelmäßig mit ihr.“

Das Besondere an Kundalini-Yoga scheint die unmittelbar sichtbare Wirkung der Übungen, der berühmte „Glow“. Auch du beschreibst Kundalini als ein besonders „effektives“ System. Wollen wir in einer Gesellschaft, die so sehr auf Effizienz setzt, Yoga nicht eher als Alternative, als Weg der Entspannung sehen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass es der Westen war, der Yoga mit dem Attribut „sollte“ versehen hat: Wir sollten inneren Frieden finden, wir sollten uns vegan ernähren, wir sollten insgesamt besser werden – das ist ein westlicher Überbau. Die großen Lehrer und Rishis denken an „könnte“: Was könnte passieren, wenn wir unsere Lebensweise optimieren, gesünder lebten, aus tieferer Kraft schöpften? Waskönnte heute passieren, wenn ich tiefer atme, in die Stille gehe… Mein Ziel ist, dass sich die Menschen solche Fragen stellen. Ich möchte sie motivieren, zum Yoga-Wissenschaftler ihrer selbst zu wer- den und ein Experiment einzugehen: Was funktioniert für mich?

Parallel beschäftigst du dich viel mit den Herausforderungen durch die neuen Technologien: das pausenlose Verfügbarsein und die Informationsflut, der wir nonstop ausgesetzt sind.

Wir Westler repräsentieren oft eine „Typ A“-Persönlichkeit, sind hoch organisiert, leistungsorientiert und immer im Wettbewerb. Es ist tief in unserer Kultur begründet. Yogi Bhajan war das bewusst. In seinem sehr realistischen Zugang zu Yoga hat er damit gearbeitet, statt es auszublenden oder negativ zu bewerten. Schließlich haben wir es heute mit Menschen zu tun, die die nächste Generation des Internet vorbereiten – und damit entscheidende Veränderungen bewirken werden, hoffentlich zum Guten.

Empfindest du eine davon als besonders dringend?

Jahrhundertelang sind alle Traditionen zur Kontemplation von Männern begründet worden, während die Frauen das System Familie erhielten. Hier wird es zu einer großen Verschiebung kommen, beziehungsweise: Wir sind schon mittendrin.

Yoga beschreibst du als Technologie, Werkzeug, Wissenschaft: alles männlich konnotierte Begriffe …Tatsächlich empfinde ich mich als analytische Natur und stand dem esoterischen „Fou fou“ in der Yogaszene und den Ritualen, von denen man nie die genaue Bedeutung erfuhr, immer etwas ratlos gegenüber. Wir leben in einem Zeitalter, in dem ein immenses Interesse am menschlichen Potential besteht. Wie können wir uns intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, wenn wir unsere eigene kaum erforscht haben?

Dein spiritueller Name trägt das Wort „Guru“ in sich, worunter man sich wohl eher einen strengen, bärtigen Inder vorstellt. Mit welcher Bedeutung füllst du dieses Wort?

Yogi Bhajan hatte viel Humor. Dass er mir als 21-jähriger Yogaschülerin den Namen „Guru“ gab, beweist es (lacht). Nein, ich glaube, dass ich ihn erhielt, weil er ernsthaft von dem Wechsel zu weiblicher Führungskraft in der Welt überzeugt war. Dazu kommt, dass wir in der Kundalini-Tradition davon überzeugt sind, dass der Klang eines Wortes dessen wahre Bedeutung und Kraft enthält. Wir verstehen Klänge als direkten Zugang zum Gehirn, die es regelrecht massieren und aktivieren. In der Aussprache des Wortes „Guru“, das in vielen unserer Mantras vorkommt, entsteht durch die Bewegung der Zunge eine Resonanz mit dem Hypothalamus, die die Chemie des Gehirn verändern kann.

„Letztlich empfinde ich alles, was beim Praktizieren wachgerufen wird, als mystische Erfahrung. “

Entsteht hier die Brücke zum Mystischen?

Das Chanten ist im Kundalini-Yoga sicher der wichtigste Teil der „Spiritualität“, wenn man so will. Ich habe meinen Namen bekommen, um mit ihm umzugehen, ihn zu rezitieren, über ihn zu meditieren. Er hat nichts mit einem „Guru-Trip“ zu tun. Aber natürlich bedeutet er „Lehrerin“, umfasst also auch ein Schicksal und eine Aufgabe.

Wie verändert sich die Aufgabe der spirituell Lehrenden heute?

Viele berühmte Yogalehrer haben in den letzten Jahren ihre Körper verlassen. Einige der Lehrer, die noch in ihrem Körper sind, enttäuschen ihre Schüler und stürzen von ihren Sockeln. Eine Veränderung scheint unausweichlich: Lehrer, die komplett im Mystischen aufgehen, sind nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen mit den Umständen umgehen, die uns umgeben. Mir hilft es, das Leben als Kunst und meinen Job als den einer Künstlerin zu begreifen. Je kreativer wir sind, desto glücklicher. Ein anderer Teil meines Anliegens ist Transparenz – gerade in einer Zeit, in der es keine Geheimnisse mehr zu geben scheint.

In deinem Buch „Unbesiegbar leben“ erreichst du das unter anderem durch Fotos, die nicht der gängigen Yogaästhetik entsprechen.

Das war mir ein großes Anliegen. In dem Maß, in dem große Teile des Yoga in der Wellness-Industrie aufzugehen scheinen, gleicht sich auch die Ästhetik an. Man denkt oft, man habe es mit der Mode-Industrie zu tun – aber nein, hoppla, es ist Yoga! Was mir fehlt, ist eine positive Einstellung zu allen Körperformen und vor allem Hautfarben. Letzteres ist nicht einmal in meinem eigenen Buch genug repräsentiert. Mir geht es um Schönheit jenseits von Alter und eine sexy Ausstrahlung, die nichts mit viel Haut oder halsbrecherischen Yogahaltungen zu tun hat. Das erzeugt so viel Druck!

Schönheitstipps gibt es dennoch reichlich in deinem Buch.

Ja, für die wahre Schönheit von innen, hoffe ich. Wir werden nie aufhören, uns für Ratschläge zu interessieren, wie wir besser und gesünder aussehen. Das ist – Stichwort „Wissenschaft“ (lacht) – Teil des X-Chromosoms.

Wie empfindest du es als Vertreterin eines traditionellen Stils, dass wir heute die Auswahl unter einer Vielzahl von Yogarichtungen haben?

Dass Kundalini in diesem Zusammenhang nicht verschwindet, sondern sogar immer populärer wird, ist für mich das Ergebnis harter Arbeit – und einer sehr ernst zunehmenden Tradition. Wir machen das schon ein paar Tausend Jahre lang (lacht)! Ich habe von erfahrenen Lehrern gelernt und lege bis heute meinen Mentoren Rechenschaft ab. Das ist ein Unterschied zu den selbst ernannten Stilgründern und Lehrern auf Instagram. Verstehe mich nicht falsch: Ich bin ein großer Fan der Chancen, die die sozialen Medien bieten, und ich nutze sie ausgiebig – aber ich lasse mich nicht von ihnen benutzen.


Ihre erste Begegnung mit Kundalini Yoga hatte YJ-Autorin CHRISTINA RAFTERY im Kino: Im „Woodstock“-Dokumentarfilm keucht ein heftig Pranayama übender Hippie „Das ist besser als Drogen“. Im Workshop mit Guru Jagat verkniff sich Christina eine solche Bemerkung, konnte die beflügelnde Wirkung aber nicht verhehlen.

FOTOS: EVE BREGMAN, LISSANDRA VASQUEZ

Schmeckt nach Urlaub: Tomaten-Ciabatta-Salat, Kräuter-Gnocchi & Rucola-Pesto

Tomaten Ciabatta Salat Toskana

Wir holen uns den Geschmack der Toskana auf unseren Teller: mit saftigen Tomaten, fluffigem Ciabatta, selbstgemachten Gnocchi, frischen Kräutern und sündig öligem Rucola-Pesto …

Natürlich wären wir lieber höchstpersönlich in der Toskana. Oder in der Provence. Oder in Andalusien – überhaupt einfach irgendwo anders, als immer nur daheim. Bis dahin lassen wir uns den Geschmack unseres Fernweh-Ziels einfach genüsslich auf der Zunge zergehen. Alle Angaben sind für 4 Personen.

Lauwarmer toskanischer Tomaten-Ciabatta-Salat

  • 25-30 Cocktail Tomaten
  • 6 Scheiben Ciabatta
  • Jeweils zwei Zweige frischer Rosmarin,Oregano und Thymian
  • 1 Stück Parmesan (nach Belieben)
  • 1 EL gemahlener rosa Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 100 ml Olivenöl
  • 4 EL Balsamico Essig
  • Basilikum zum Dekorieren

Zubereitung:

Die Tomaten vierteln und die Kerne entfernen. Die Rosmarin-Nadeln fein hacken, Oregano und Thymian vom Stengel abstreifen. Ciabatta in Würfel schneiden, Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das Brot darin anbraten. Wenn es eine goldgelbe Farbe bekommt, die restlichen Zutaten bis auf den Parmesan und das Basilikum zugeben und für weitere 3-4 Minuten unter gelegentlichem Rühren erhitzen. Vor dem Servieren nach Belieben frischen Parmesan über den Salat hobeln und mit Basilikum dekorieren.

Rezept-Tipp: Blumenkohlsteak mit Tomaten und Kapern

Kräuter-Gnocchi mit Rucola-Pesto

  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 500 g Mehl
  • 100 g Grieß
  • Jeweils ein Bund Schnittlauch und Petersilie
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Muskatnuss

Zubereitung:

Schnittlauch und Petersilie kleinhacken. Die Kartoffeln gar kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit Grieß, Mehl, den Kräutern, Salz und Muskat vermischen und zu einem glatten Teig verarbeiten. Anschließend aus dem Teig lange Rollen mit etwa 4 cm Durchmesser formen. Den Teig in Stücke schneiden, zu kleinen runden Bällchen formen und mit einer Gabel eindrücken. Die Gnocchi im siedenden Salzwasser gar kochen, bis sie oben schwimmen.

Lese-Tipp: Gesund essen im Krisenmodus – Vorbereitung ist Alles

Rucola-Pesto

  • 1 EL geröstete Pinienkerne
  • 200g frischer Rucola
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 TL Rohrzucker
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1/2 TL Meersalz
  • 1/2 TL gemahlener Pfeffer
  • 4 EL Orangensaft

Zubereitung:

Alle Zutaten mit Ausnahme des Olivenöls in eine Küchenmaschine oder klassisch in einen Mörser geben. Alles gut zerkleinern und anschließend sorgfältig mit dem Olivenöl vermengen.

OlivenölDIY-Tipp: Natürlich schön mit Olivenöl

Ayurveda & BBQ: Kochen und Karma – Plus: Die leckerste Süßkartoffel für den Grill.

Jetzt wird’s heiß: Wir erklären dir, warum Grillen und Ayurveda so gut zusammenpassen, was Kochen mit Karma zu tun hat und wie du ganz easy die leckerste Grill-Süßkartoffel plus Paprika-Nacho-Salat mit frischer Ananas zubereitest. Eins, zwei, GRILL …

Wenn man an ein klassisches BBQ denkt, tauchen vor dem inneren Auge schnell Bilder von Fleischbergen, Ketchup und Dosenbier auf. Dabei ist „Barbecue“ ursprünglich nur der Name für eine spezielle Technik der Fleischzubereitung und kann natürlich auf vegetarische Lebensmittel übertragen werden.

Traditionell bereitet man das Grillgut in einem so genannten Barbecue-Smoker zu: Bei dieser Art von Grill wird nicht direkt über dem Feuer gegrillt, sondern im heißen Rauch bei mäßiger Temperatur gegart beziehungsweise geräuchert. Im umgangssprachlichen Gebrauch bezeichnet man allerdings mit dem Begriff „Barbecue“ alle Formen von Grillpartys.

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Was BBQ mit Ayurveda zu tun hat? Tatsächlich ist es die Zubereitungsmethode, die aus Sicht des Ayurveda zu empfehlen ist. Sie fördert das soziale Zusammengehörigkeitsgefühl, Geselligkeit und Kommunikation. Beim traditionellen BBQ sitzt man gemütlich beisammen, während das Grillgut über mehrere Stunden langsam vor sich hin schmort, bis man zu essen beginnt.

Kochen und Karma

Im Sinne des Ayurveda hat das Zubereiten einer Mahlzeit auch eine karmische Bedeutung. Die Hinwendung an die Mitmenschen im Rahmen eines Festmahls erzeugt viel Positives und drückt Dankbarkeit für unsere Lebens-Mittel aus. Es müssen ja nicht gleich 108 Gänge wie bei einem traditionellen Hindu-Festmahl sein! Ein nettes Grillfest für Freunde zu organisieren, sie zu (er)nähren und stundenlang mit ihnen zusammen zu sitzen, ist eine gute Alternative. Wir stellen euch zwei Rezepte vor, die sich gut für ein BBQ eignen – eins für den Grill und einen Salat als Beilage:

Marinierte Süsskartoffel

(Für 4 Personen)

  • 1 große Süsskartoffel, geschält, halbiert und in Stücke geschnitten
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 TL Tandoori-Gewürzmischung
  • 1 TL gemahlenes süßes Paprikapulver
  • 2 kleine Lauchzwiebeln, klein geschnitten
  • 1 TL gemahlener rosa Pfeffer
  • 1/2 TL grobes Meersalz

Die Süsskartoffel mit allen Zutaten vermischen und mindestens drei Stunden lang ruhen lassen. Anschließend alles in eine Aluschüssel geben, abdecken und auf dem Grill bei nicht allzu großer Hitze 20 bis 25 Minuten schmoren lassen.

Auch lecker: Gegrillte Aubergine mit Miso-Glasur

Paprika-Nacho-Salat mit frischer Ananas

(Für 4 Personen)

  • Je zwei rote und gelbe Paprika, gewaschen, halbiert, entkernt und in Streifen geschnitten
  • Zwei fingerdicke Scheiben frische Ananas, in Streifen geschnitten
  • 50 g Nacho-Chips
  • 2 EL Nacho-Dip, je nach Geschmack mild oder scharf
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL süßer Balsamico-Essig
  • Etwas Salz und Pfeffer

Die Paprika- und Ananas-Stücke mit dem Nacho-Dip, Essig und Öl vermischen. 30 Minuten ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren die Nachos zugeben, vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Titelbild via unsplash.com // Pavan Trikutam

Yoga-Playlist für Atemübungen

Playlist Yoga Atemübungen

Pranayama ist der Sanskrit-Name für die yogischen Atemübungen, die den Körper und den Geist verbinden. Manche Yogi*nis machen ihre Atemübungen gerne im Stillen, andere lieben es dabei Musik zu hören. Mit dieser Playlist kannst du auch im hektischen Alltag sanft in deinen Atemrhythmus kommen.

Im Gegensatz zu den Asanas und beliebten Entspannungstechniken wie Meditation und Savasana, werden Atemübungen im Yoga häufig als Nebensache gesehen. Dabei spielt der Atem im Gesamtsystem des Menschen eine wichtige Rolle – mal ganz davon abgesehen, dass es ohne ihn kein Leben gäbe. Über die Atmung nehmen wir Sauerstoff auf; aus yogischer Sicht aber auch Prana, die Lebensenergie.

Auch spannend: Atemtechniken für Fokus und Klarheit

Bewusstes Atmen hilft uns wieder zur Ruhe zu kommen und kann bei Angstzuständen und Panikattacken helfen. Mithilfe einer regelmäßigen Pranayama-Praxis lernen wir, den Atem wieder bewusster zu kontrollieren und wahrzunehmen und so unsere Lebensenergie zum Fließen zu bringen. Hier findest du viele heilende Atemübungen, die du zu dieser Playlist machen kannst. Suche dir dafür ein ruhiges Plätzchen und schenke dir und deiner Atmung täglich ein paar Minuten Zeit und Aufmerksamkeit.

10 wichtige Tugenden für unsere Zeit

10 Tugenden für unsere Zeit

Max Strom schlägt einen Katalog aus zehn universellen Tugenden vor. Nicht im Sinne der klassischen Gebote und Verbote, sondern als eine Art Arbeitsvorlage, um deine eigene Ethik klarer zu definieren und am Leben zu erproben.

„Wir möchten die Welt verändern – doch der Teil der Welt, auf den wir den meisten Einfluss haben, sind wir selbst.“ Der amerikanische Yogalehrer und Ethik-Referent Max Strom weiß, dass die beste Möglichkeit zur Veränderung in uns selbst liegt. Deswegen gibt er uns einen Leitfaden an die Hand: 10 Tugenden die wir im Alltag allzu gerne außer Acht lassen.

1. Dankbarkeit

Bewusst kultivierte Dankbarkeit löst negative Emotionen auf und öffnet das Herz für Freundlichkeit, Respekt und viele weitere Tugenden. „Dankbarkeit ist nicht nur die größte Tugend, sondern die Mutter aller Tugenden.“ (Cicero)

Lies auch: Freude kultivieren? Dankbarkeit einladen!

2. Freundlichkeit

In diesem Begriff ist das Gebot der Gewaltlosigkeit (Ahimsa) in eine aktive Haltung gewendet – das beinhaltet auch, dass der Impuls zu verletzen überwunden wird. „Meine Religion ist einfach, meine Religion ist Freundlichkeit.“ (Dalai Lama)

3. Respekt

In Gesten des Respekt spürt ein Mensch, dass er gesehen und geschätzt wird – Respekt ist ein Ausdruck der Gleichwertigkeit aller Wesen. „Respekt ist die höchste Form der Liebe.“ (Sufi-Sprichwort)

4. Ehrlichkeit

Wer ehrlich in Worten und Taten ist, wird nicht lügen und nicht stehlen. Allerdings sollte Aufrichtigkeit auch nicht verletzen, sie muss mit Freundlichkeit einhergehen. „Ehrlichkeit ist das erste Kapitel im Buch der Weisheit.“ (Thomas Jefferson)

5. Tugendhafte sexuelle Beziehungen

Hier sollten sich immer die ersten vier Tugenden verkörpern – was auch bedeuten kann, dass man sich in Zurückhaltung üben muss. „Wenn einem die Treue Spaß macht, dann ist es Liebe.“ (Julie Andrews)

6. Einfachheit

Das buddhistische Konzept der selbst gewählten Einfachheit ist eine soziale und ökologische Tugend, vor allem aber ist es ein Weg zu Klarheit und Zufriedenheit. „Nicht was ich habe, sondern was ich tue, ist mein Königreich.“ (Thomas Carlyle)

7. Zufriedenheit

Im deutschen Wort „Zufriedenheit“ steckt nicht umsonst das Wort „Frieden“, es beinhaltet Genügsamkeit und Gelassenheit – auch in schwierigen Zeiten. „Ich habe gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde.“ (Apostel Paulus)

8. Disziplin

Eingeprägte Verhaltensmuster kann man nur mit Hilfe von Disziplin durchbrechen. So wie auf der Yogamatte müssen wir auch in der Ethik vor allem die Dinge üben, die uns schwer fallen. „Es werden mehr Menschen durch Übung tüchtig, als durch natürliche Anlage.“ (Demokrit)

9. Achtsamkeit

Im Zusammenhang mit Ethik bedeutet Achtsamkeit vor allem eines: die Folgen des eigenen Handelns für andere Lebewesen und die Umwelt zu berücksichtigen. „Die beste Weise, sich um die Zukunft zu kümmern, besteht darin, sich sorgsam der Gegenwart zuzuwenden.“ (Thich Nhat Hanh)

Zum Runterkommen: Achtsamkeitsmeditation – Fokus auf den Atem

10. Vergebung

Anderen zu vergeben, ist heilend, denn nichts kann einen glücklich machen, solange man Wut in sich festhält. „Groll zu empfinden ist, als ob man Gift trinkt und dann hofft, dass die Feinde daran sterben.“ (Nelson Mandela)


Lies auch die 10 Gebote des Yoga: Yamas und Niyamas von Max Strom erklärt.

Titelbild: Photo by Abigail Ducote on Unsplash

Übung: Intentionen für ein besseres Leben

Intention finden

Diese kleine Übung kannst du gut in deine übliche Meditationspraxis einbauen, sei es nun gleich zu Beginn oder indem du am Ende 5 Minuten anhängst, in denen du eine Intention kultivierst, von der du glaubst, dass sie dein Leben und die Welt besser macht.

Text: Sally Kempton / Titelbild: Giulia Bertelli via Unsplash

Denke zunächst über die Intention nach, die du ins Leben tragen möchtest. Frage dich: „Was will ich erschaffen, das dem höchsten Wohl für mich selbst, meine Familie und der Welt dient?“ Schreibe auf, was in dir aufsteigt. Dann formuliere eine Intention oder ein Gebet, das diesen Gedanken knapp und kraftvoll ausdrückt. Verwende dabei Präsens, also „ich lebe in Harmonie“ anstatt „ich werde leben“ oder „ich möchte leben“. Dann nimm diese Intention mit in die Meditation.

Bündele deine Aufmerksamkeit

Beginne die Sitzung, indem du mit der dir vertrauten Technik (Atem, Mantra oder anderes) zunächst deine Aufmerksamkeit bündelst und dich zentrierst. Lasse dir eine Weile Zeit, um deine Gedanken zu beobachten. Nimm wahr, wie sie aufsteigen und wieder verklingen. Erinnere dich daran: Diese Gedanken sind Energien. Jeder Gedanke hat die Kraft, meine Realität zu transformieren.

Pflanze eine Intention

Nimm einen einfachen Gedanken und folge ihm mit hoher Konzentration, bis er sich auflöst. Wähle dazu einen positiven Gedanken (etwa: „Ich liebe dich„) oder zumindest einen neutralen („Ich bin“). Wenn du dich voll auf das Wort oder den Satz konzentrierst, wirst du an der Stelle, wo er endet, mit der Zeit eine kleine Pause bemerken. Konzentriere dich auf diesen pulsierenden Leerraum in deinem Geist, diesen Sekundenbruchteil bevor ein neuer Gedanke aufsteigt. In diesen Raum der Stille pflanzt du deine Intention. Formuliere sie und lasse sie einige Atemzüge lang wirken.

Dann stellst du dir einige Atemzüge lang vor, du lebtest schon in dem Gefühl der Zufriedenheit, dass deine Intention sich vollständig erfüllt hat. Lasse dieses Leben in Fülle vor deinem inneren Auge entstehen: Sieh dich selbst in Frieden mit deinen Lieben, stell dir eine Welt vor, in der alle Menschen genug zu essen haben, sieh dein Kind umringt von guten Freunden.

Die stille Mitte in dir steckt voller kreativer Kraft

Dann lasse diese Vorstellungen wieder los und konzentriere dich auf das Ein und Aus des Atems an den Nasenflügeln. Oder du bleibst einfach präsent mit dem Raum in deinem Geist, wo sich deine Intention aufgelöst hat. Erkenne, dass dieser Raum, wo sowohl zufällige als auch schwere Gedanken wieder in ihren Ursprung zurücksinken können, voller kreativer Kraft steckt. Beobachte, wie diese stille Mitte in dir ständig etwas erschafft. Bewundere diese kreative Kraft deines Geistes und entscheide dich noch einmal dafür, diese angeborene Kraft zu nutzen: für Wachstum, Transformation und die Heilung deiner Welt.

Lies auch: Wie du mit der Kraft der Visualisierung deine Gedanken und Realität verändern kannst.

Tipps vom Yogadude: Finde deinen „USP“ – Marketing für Yogalehrende

Yogadude Tipps Marketing Instagram

Der „Yogadude“ Thomas Meinhof schreibt bei uns über das Thema Yoga & Business. Heute: Instagram und dein „USP“: Marketing für Yogalehrende

Willkommen auf dem Arbeitsmarkt: Wer sich als erfolgreiche*r Yogalehrer*in positionieren will, sollte mehr im Repertoire haben als Handstand-Fotos am Strand: Nur wer sich glaubhaft von anderen unterscheiden kann, hat dauerhaft eine Daseinsberechtigung. Denn Tatsache ist, dass du dich auf einem Markt durchsetzen musst: Dem Markt für Yogalehrende. Und der ist – auch wenn man da eine gewisse Sanftmütigkeit unterstellen kann – relativ hart umkämpft. Jedes Jahr spült eine Vielzahl an Yogalehrerausbildungen eine noch größere Vielzahl Absolvent*innen auf den Arbeitsmarkt. Alle hoch motiviert und bereit, vieles zu akzeptieren, nur um einen Fuß in ein Yogastudio zu bekommen. Und tja – gegen die alle musst du dich behaupten.

USP: Warum bist du einzigartig?

Es gibt bessere Motivationsreden als die Einleitung zu dieser Kolumne – aber man muss
auch mal realistisch bleiben. Und für den mentalen Wiederaufbau gibt es jetzt ein
besseres Argument: Du bist in diesem Universum einzigartig. Und das ist dein Kapital. Denn wenn du es schaffst, dich mit deinen individuellen Fähigkeiten und Vorteilen für andere Menschen interessant zu machen, gibt es niemanden, gegen den man dich eintauschen kann.

Lies auch: Yogadude – Ein Mantra für Yogipreneure

Und jetzt: Zeit für ein neues Buzzword

Die Rede ist von der „Unique Selling Proposition (kurz: USP)„. Man könnte auch ganz langweilig Alleinstellungsmerkmal dazu sagen, aber Marketingprofis lieben Anglizismen! Der USP ist also eine einzigartige Eigenschaft eines Produkts oder einer Dienstleistung, die einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz darstellt. Das kann etwas ganz Sachliches sein, sich aber auch nur auf das Design oder die emotionale Wahrnehmung beschränken. Finde heraus, was du besonders gut kannst und verbinde es mit einer guten Werbebotschaft. Das Wichtigste dabei aber ist: Bleibe zu 100 Prozent authentisch, sonst führt das am Ende zu „Produktenttäuschung“. Übersetzt auf Tinder: Nutze kein Foto aus deiner Schulzeit als Profilbild, wenn du über 20 bist. Übersetzt auf Yogalehrende: Verspreche kein Handstand-Training, wenn du selbst nicht über Kopf stehen kannst.

Lies auch: Was verdient man als Yogalehrer*in

Finde deine beste Version

Vielleicht gibt es ja etwas, das du besonders gut kannst und das mit Yoga erstmal nicht so viel zu tun hat? Es gibt Yogalehrende, die sich auf Radsportler als Schüler*innen spezialisiert haben, weil sie selbst leidenschaftliche Mountainbiker sind. Und es gibt Lehrer*innen, die ganz gut singen können, und deshalb in ihren Yogaklassen den Fokus auf Kirtan und Mantren legen. Es ist ganz einfach, als Yogalehrer*in jemanden zu kopieren, den man richtig gut findet und dem man vielleicht sogar etwas ähnlich ist. Aber du wirst dabei nie das Original sein. Vielleicht bist du in manchen Dingen sogar besser, aber du bist du und diese andere Person bist du eben nicht.

Und was sind deine Alleinstellungsmerkmale?

Möglicherweise ist es etwas Sachliches oder auch ein eher emotionaler USP. Ganz gleich, was es ist: Finde es heraus und dann rühr die Werbetrommel – ach was, hau auf die Pauke, so fest du nur kannst! Mit Instagram und Flyern, einer eigenen Website oder sogar einer eigenen Kolumne im Yoga Journal ;-).


Thomas Meinhof, auch bekannt als „Yogadude“, ist studierter Betriebswirt, ausgebildeter Yoga-Lehrer und betreibt in München sein eigenes Yoga-Studio SHIVA SHIVA YOGA. Seit 2016 schreibt er regelmäßig auf seinem Blog „Yogadude“ über alle Themen rund ums Yoga, seit 2020 kann man ihn auch in seinem eigenen Nicht noch ein Yoga-Podcast hören. Im September 2021 erscheint sein Buch Selbstständig mit Yoga – von Businessplan bis Steuererklärung.

Auszeit on Demand: So wirkt Online-Yoga auf Körper und Geist

Online Yoga Wirkung

Pia Neuburger ist leidenschaftliche Yogini und Yogalehrerin und hat sich für ihre Bachelorarbeit dem Thema „Benefits von Online-Yoga“ verschrieben. Sie konzipierte ein Feldexperiment in welchem eine Experimentalgruppe an vier aufeinanderfolgenden Tagen Online-Yoga praktizieren sollte, während eine Kontrollgruppe kein Yoga ausübte. Hier erzählt sie, was sie dabei Erstaunliches erfahren hat …

Aus meiner Sicht hat Yoga das Potenzial, unser Leben gesamtheitlich zu bereichern. Als ich mit Yoga begann, konnte ich die positiven Auswirkungen meiner regelmäßigen Praxis schnell spüren. Am prägnantesten äußerte sich das in meinen Prüfungsphasen an der Uni. Bevor Yoga ein großer Teil meines Lebens wurde, schaffte ich es nur schwer, in diesen herausfordernden Zeiten die richtige Balance zu finden – mein Fokus shiftete komplett auf die Leistung, die ich mir selbst abverlangte. So ließ ich in den Hochphasen wochenlang keine Verabredungen oder freie Stunden für mich zu.

Yoga kann uns helfen die richtige Balance zu finden

Als Yoga aber bereits fester Bestandteil meines Alltags war, war ausgeschlossen, dass ich in der nächsten Prüfungsphase aufhören würde, auf die Matte zu gehen. Meine innere Weisheit ließ mich deutlich spüren: Genau das ist es, was du in dieser Zeit besonders brauchst. Und so durchlief ich erst gegen Ende meines Studiums die stressfreiste aller Klausurenphasen. Die Stunden auf der Matte beraubten mich keineswegs wertvoller Minuten, in welchen noch mehr Theorien, Studien und Modelle in mein Hirn gepresst werden konnten. Sie schenkten mir Präsenz und Frieden. Ganz klar: Die Yogapraxis hilft dabei, das Vertrauen in das eigene Können zu pflegen und anstehenden Herausforderungen mit mehr Weitblick zu begegnen.

Die Umstellung auf Online-Yoga

Und dann kam die Pandemie. Die Yoga-Studios mussten schließen und waren mit der
Herausforderung konfrontiert, auf Online-Inhalte umzusteigen. Ich habe unglaublichen
Respekt davor, wie selbst die kleinsten Yoga-Studios ihre digitalen Formate aus dem Boden stampften. So wie alles im Leben bringt auch die Pandemie eine Chance mit sich: Durch die verstärkte Digitalisierung von Yoga-Angeboten wird Yoga noch zugänglicher, barrierefreier und flexibler in den Alltag integrierbar.

Und so soll es sein, denn – Yoga ist für jeden.

Auch wenn ich das gemeinsame Praktizieren in Studios vermisste, so fühlte ich dennoch, dass sich die positiven Auswirkungen von Yoga auch medial vermitteln lassen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit konnte ich dieses Bauchgefühl mit einem wissenschaftlichen Fundament untermauern. Hat man das Glück von einer tollen Professorin betreut zu werden, die selbst an den 30-Tage-Yoga-Challenges von Mady Morrison teilnimmt, ergibt sich die Möglichkeit, die eigene Passion mit dem Kommunikationswissenschaftsstudium zu verbinden und die Bachelorarbeit wird zu viel mehr: Sie wird zum Herzensprojekt. So untersuchte ich die Auswirkungen von Online-Yoga auf unser Wohlbefinden.

Yoga trifft auf Forschung

Ich konzipierte ein Feldexperiment in welchem eine Experimentalgruppe an vier aufeinanderfolgenden Tagen Online-Yoga praktizieren sollte, während eine Kontrollgruppe kein Yoga ausübte. In Kombination mit Befragungen im Vorfeld und im Nachgang erlaubt dieses Design Kausalschlüsse auf die Wirkweise der Online-Yoga-Praxis. Die anonymisiert erhobenen Daten meiner 180 Teilnehmer*innen wurden hierfür aufbereitet und durch Statistik-Programme gejagt, die letztendlich Aussagen hervorbrachten, welche wissenschaftlichen Standards entsprechen. Als ich den Output meiner Studie analysierte, bekam ich das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht: Das, was mir alle Yogis dieser Welt sofort unterzeichnen würden, spiegelte sich in meinen Ergebnissen wider. Online-Yoga trägt zur Erholung und Stressreduktion bei

Schon 15 Minuten machen einen Unterschied

An dieser Stelle verzichte ich auf einen ausufernden Statistik-Exkurs und komme gleich zum Wesentlichen: Meine Experimentalgruppe war nach den vier Tagen Online-Yoga erholter und stressfreier als meine Kontrollgruppe. Die Gruppen unterschieden sich signifikant voneinander. Signifikanz – das Wort, das Wissenschaftler-Herzen höherschlagen lässt: Denn hoch komplexe statistische Rechnungen entscheiden letztendlich darüber, ob die gefundenen Unterschiede tatsächlich relevant sind. Und das waren sie. Die Online-Yoga-Einheiten offenbarten ihre Wirkung und leisteten einen positiven Beitrag auf die Erholung und Stressreduktion der Praktizierenden. Nimmt man sich täglich nur 15 Minuten Zeit auf der Matte, kann das einen entscheidenden Einfluss auf unsere Lebensqualität ausüben. Wer sich nicht erholt, hat keine Chance aufgebrauchte Ressourcen wieder aufzufüllen, die gebraucht werden, um den Herausforderungen des Alltags standzuhalten. Stressreduktion und Erholung stehen hier in unmittelbarer Wechselwirkung: Es geht nicht darum, Stress vollständig vermeiden zu wollen, sondern effektiv mit Phasen der Regeneration entgegenzuwirken.

Yoga: Bewusstes Zeit nehmen

Der große Vorteil beim Yoga ist, dass diese Regeneration besonders bewusst geschieht. Wir nehmen uns achtsam Zeit, bei uns anzukommen und präsent zu sein. Zu oft vergessen wir, dass sich zu erholen, oftmals das Effektivste ist, das wir tun können. Werde dir bewusst, dass dein Körper neben den Phasen der Leistung ebenso Phasen der Erholung benötigt. Erholung hat absolut nichts mit faul sein zu tun, sondern stellt einen Grundpfeiler für ein gesundes Leben dar. Deine Zeit auf der Matte schenkt dir hierfür den Raum und ist somit auch immer wieder eine kleine Liebeserklärung an dich selbst – denn: Du bist es dir wert.

Deine innere Weisheit

Natürlich freue ich mich riesig über diese Ergebnisse, denn die bestätigen, was ich schon
längst wusste. Ich bin Yogalehrerin aus der tiefen Überzeugung heraus geworden, dass Yoga guttut. Dass Yoga heilsam ist. Dass Yoga positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat. In diesem Zuge habe ich mich während des Verfassens der Arbeit oft mit der Frage beschäftigt, warum wir uns so oft nach (wissenschaftlicher) Bestätigung für etwas sehnen, was wir tief in uns bereits für richtig empfinden. In meinem eigenen kleinen Kosmos hat mich meine Arbeit noch einmal mehr daran erinnert, dass jegliches Wissen, das wir brauchen, bereits in uns steckt. Unsere eigene Wahrheit ist letztendlich die, die zählt. Jedoch leben wir in einer Welt, in der Dinge, die nicht nachweisbar sind, als nicht existent abgetan werden. Deshalb bringt jede weitere Studie über die positiven Auswirkungen von Yoga einen essenziellen Mehrwert mit sich. Je mehr Erkenntnisse in diesem Forschungsgebiet erlangt werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Erkenntnisse in unserer Gesellschaft Beachtung finden. Ich möchte jedenfalls von einer Welt träumen, in der die Vermittlung von Pranayama und Mediation genauso selbstverständlich ist, wie die des kleinen Einmaleins.


Pia Neuburger

Autorin Pia Neuburger ist absolut überzeugt, dass Yoga nicht nur körperliche Benefits mit sich bringt, sondern auch das Leben im allgemeinen positiv beeinflusst. Kein Wunder also, dass sie sich auf yogaworld.de bereits die Frage stellte, wie Yoga die Beziehung beeinflusst.  Mehr Infos auf Instagram: @piayogalove. Porträtbild: Laura Schleich www.lauraschleichphotography.de.

Die vier Online-Yogaeinheiten, die Pia ihrer Testgruppe zur Verfügung stellte, sind jetzt auch auf Youtube zu sehen oder in unserer 4-Tage-Yoga Challenge mit Pia …