Übung zur Meditation: Die eigene Intention finden

Ab morgen wird alles anders! Gute Vorsätze kennen wir, aber wie nachhaltig sie wirken, ist die andere Frage. In der Meditation kannst du lernen, deine wahren, eigenen Intentionen zu finden. Danach kannst du sie so definieren, dass sie von innen her wirken und dich in deinem Handeln tragen. Dr. Richard Miller stellt eine Übung vor:

Nimm dir viel Zeit und Ruhe und geh im wahrsten Sinn „in dich“, wenn du die folgenden Fragen beantworten. Schreibe die Antworten in Stichworten oder ganzen Sätzen nieder. Du solltest möglichst konkret und in Bezug auf deine momentane Lebenssituation auch realistisch und umsetzbar sein:

Zu Beginn: Beantworte deine eigenen Fragen

*Was ist mein tiefster Wunsch an die Meditationspraxis?
* Wie viele Minuten will ich der Meditation pro Sitzung wirklich widmen?
* An wie vielen Wochentagen will ich wirklich üben?
* Bezogen auf eine bestimmte Meditationssitzung: Was ist mein tiefster Wunsch für und während dieser Meditation? Geht es dir zum Beispiel darum, dich für eine bestimmte Empfindung zu öffnen? Oder willst du ganz unbeeindruckt von dem bleiben, was in deinem Bewusstsein aufsteigt und versuchen, das Bewusstsein als solches wahrzunehmen?

Sind Kopf und Herz im Einklang?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast, schließe einige Minuten lang die Augen. Dann lies dir deine Antworten noch einmal durch und spüre nach, wie wahr sie sich auf intuitiver Ebene und in deinem Körper anfühlen: Sind sie für Bauch und Herz „richtig“ oder nur im Kopf? Kreise Schlüsselbegriffe ein, die eine besondere Resonanz erzeugen.

Definiere deine Intention als Tatsache

Nach einer weiteren Pause formulierst du nun jede Intention in einer prägnanten Aussage. Sage das, was du meinst und meine auch das, was du sagst. Dabei verwendest du die Gegenwartsform – genau so, als sei es bereits wahr. So registriert dein Unterbewusstsein die Intentionen als Tatsachen und nicht als Möglichkeiten und ihre Kraft, sich zu erfüllen, steigt. Schreibe also nicht „Ich werde an fünf Tagen jeweils 20 Minuten meditieren“, sondern „Ich meditiere fünfmal pro Woche 20 Minuten“.

Mache dein eigenes Motto daraus

Such dir eine, zwei oder vielleicht auch drei Intentionen aus, die du in eine kurze Formel oder ein Motto bringst. So wird beispielsweise aus „Ich meditiere dreimal pro Woche 10 Minuten“ schlicht „3 x 10“; statt „Ich bin sanft und mitfühlend zu mir selbst“ heißt es nun „Mitgefühl!“ und statt „Ich spreche in jedem einzelnen Moment meine Wahrheit“ nur noch „Wahrheit!“.

Bekräftige deine Intention

Wiederhole deine Intentionen innerlich zu Beginn jeder Meditation, zwischendurch und als Abschluss. Bekräftige sie immer mit dem gesamten Körper und Geist – als ein tiefes Gefühl, eine innere Gewissheit.

So geht’s weiter

Beobachte, was passiert, wenn du eine Intention mal nicht umgesetzt hast, etwa wenn du beim Zubettgehen feststellst, dass du heute meditieren wolltest, es aber noch nicht getan hast. Gut möglich, dass du dann ohne viel Widerstand noch mal aufstehst und das nachholst. Starke Intentionen lassen dich niemals im Stich, sie helfen dir, auf Kurs zu bleiben – vor allem dann, wenn sie nicht starre Vorsätze sind, die du mit deiner Willenskraft durchboxen musstest, sondern etwas Innerliches, das du mit Geduld und Liebe nährst.


Dr. Richard Miller Übung zur MeditationDr. RICHARD MILLER ist Gründungsvorsitzender des Integrative Restoration Institute (irest.us), Mit-begründer des internationalen Verbands für Yogatherapeuten, Arzt und Autor.

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