Sivasakti Yoga

 Ananda Leone hat einen ebenso präzisen wie dynamischen Yogastil entwickelt: Sivasakti Yoga. Im Gespräch mit dem YOGA JOURNAL weist er auf die tantrischen Wurzeln des Hatha Yoga hin und beschreibt, welche Rolle die gegensätzlichen, sich ergänzenden Energien Shiva und Shakti in seinen Yogastunden spielen.

YOGA JOURNAL: Ananda, weshalb bezeichnest du deinen Yogastil als „Sivasakti Yoga“?
ANANDA LEONE: Im Unterricht finde ich sehr wichtig, einerseits die Tiefe und Vielfalt des Yoga zu erfahren, andererseits aber auch die Leichtigkeit und Sinnlichkeit des Tantra. Meine Stunden verstehe ich als allumfassend – ganz im Sinne der tantrischen Tradition werden alle Aspekte des Daseins angesprochen. Sivasakti Yoga bringt Körper und Geist zurück in Balance, zelebriert eine neu gewonnene und innige Beziehung zu uns selbst und dem Leben und inspiriert uns, die Fülle des Lebens zu genießen. Die Sivasakti-Sadhana besteht aus zwölf Teilen: Mudra (Geste), Puja (Reinigungsritual), dem Chanten von „Om“, Samkalpa (positiver Vorsatz), Krya (Aktivierung und Mobilisation des Körpers), Asana (Körperstellung), Hathena (Übung zur Verbesserung des Atemvolumens), Pranayama (Atemlenkung), Nispanda (Entspannung), Dharana (Konzentrationsübungen), Dhyana (Innenschau) und Mantra. All diese Teile sind wie durch einen roten Faden miteinander verbunden.

Wie kann man in einer Sivasakti-Yogastunde die Qualitäten von Shiva und Shakti erfahren?
Durch die Praxis von Sivasakti Yoga kann jeder eine Einheit mit sich selbst herstellen – und zwar über die Verbindung dieser beiden polaren Energien. In der Sivasakti-Sadhana erfährt man sowohl die Qualität von Shiva – zentrierend, erdend, muskulär, rational, introvertiert, maskulin und mit einem nach innen gerichteten Fokus – als auch von Shakti – ausdehnend, wachsend, organisch, feminin, intuitiv, emotional, extrovertiert und entfaltend. Keiner der Gegensätze ist wichtiger als der andere; vielmehr ergänzen sie sich optimal und verschmelzen miteinander. Aus dieser Erfahrung kann ein neues Bewusstsein für unsere göttliche Essenz entstehen. Durch dieses Bewusstsein können wir eine Art von Intimität zwischen den Qualitäten in uns kreieren: Wir erkennen, begreifen, akzeptieren und umarmen sie – und damit uns selbst – liebevoll.

Illustration: Carla Schostek


Yogacharya Ananda Leone liebt Yoga und praktiziert seit 30 Jahren mit viel Freude und Genuss. Er leitet die Yoga-Akademie und Yoga Sky in Berlin, die Yoga-Akademie in Wien und organisiert Yogareisen auf der ganzen Welt.

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