Mit dem Atem Innen- und Außenwelt verbinden

Das uralte Mantra „Ham Sa“ stammt aus dem Kriya Yoga und verbindet sich ganz natürlich mit dem Atem. Der Musiker und Kirtan-Sänger Philip Stegmüller stellt es uns vor.

Bei der Einatmung lassen Sie in Ihrem Geist „Ham“ anklingen, bei der Ausatmung „Sa“. Swami Shankarananda erläutert die Bedeutung dieser Silben so: „Ham“ bedeutet „Ich bin“ und bezieht sich auf die innere Welt. Mit „Ham“ bringen wir die Lebenskraft von außen nach innen. „Sa“ bedeutet „das“. Mit dem Ausatmen vertiefen wir unsere Verbindung mit der Außenwelt.

Diese Schwingung im Bewusstsein verbindet uns nach yogischer Vorstellung mit der Quelle, dem Schöpfergott Brahma. Dazu gibt es interessanterweise die bildliche Darstellung eines Schwans, er ist Brahmas Reittier. Laut den indianischen „Karten der Kraft“ von Jamie Sams und David Carson, steht der Schwan für den Willen, sich dem „Rhythmus anzuvertrauen, der das Universum bewegt, um so aus unseren physischen Körpern in die Traumzeit hinüberzuschlüpfen.“ Dieser Rhythmus ist unser Atem. In der Advaita Vedanta (der indischen Philosophie der Nicht-Zweiheit) steht der Schwan, wie auch der Lotos, für den Idealzustand des Seins: schwimmend auf der Welt der Illusion, ohne dabei durch Egoismus oder Materialismus nass zu werden.

Versuchen Sie, mindestens 20 Minuten mit dem Mantra zu atmen und zu meditieren. Den Atem dabei zu beobachten, ohne ihn zu beeinflussen, ist schon die erste Herausforderung. Bhagvan Das beschreibt in seinem Buch „It’s Here Now“ seine Erfahrung mit dem Mantra so: „Der Atem wird ein Vorhang von Energie, der sich vor und zurück bewegt. In der Mitte des Vorhangs ist eine Spalte, dort wird Ewigkeit erfahrbar.“

Philipp Stegmüller Philipp Stegmüller leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen in und um München. Vor Kurzem ist seine neue CD The Light In The Dark erschienen. Mehr Infos unter www.m-singing-circle.de


Titelbild: Amy Treasure/ www.unsplash.com

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