Dies.Das.Asanas: Spagat, mal anders!

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© Henryk Berlet, oooyeah.de

Ich liebe Yogafotos, die stutzig machen. Wie bei einem „Brain Teaser“ (zu Deutsch: einer besonders kniffligen Knobelaufgabe): Man muss noch ein zweites und drittes Mal hinsehen, bis es klick macht und man seinen Augen trauen darf. Ein Paradebeispiel dafür ist diese Variante von Urdhva Prasarita Eka Padasana.

Als herausfordernde Haltung bietet der gebundene stehende Spagat viel „Spiel-Raum“ für fortgeschrittene Yogis. Mithilfe von Gurten kann man sie prinzipiell aber auch für Anfänger zugänglich zu machen. Hier spielen ganz verschiedene Elemente ineinander und es gibt einiges zu entdecken und erforschen: Die Vorwärtsbeuge wird kombiniert mit der Dehnung des Oberschenkels und einer gebundenen Rückbeuge (wie zum Beispiel auch in der Königstaube). Das Ganze sieht für Außenstehende vielleicht ulkig aus, da Gesicht und Hintern (vielmehr eine Hälfte davon) in die gleiche Richtung blicken. Für den Praktizierenden ist die Perspektive natürlich eine andere. Die Balance ist wegen der Drehung anspruchsvoller als beim einfachen stehenden Spagat, zugleich intensiviert die Verbindung von Hand und Fuß die Dehnung der Oberschenkelvorderseite. Je nachdem welches Ziel man verfolgt, wird man den Fokus darauf legen, die Balance zu spüren. Man wird versuchen, die Atmung in der Vorwärtsbeuge zu beruhigen und zu vertiefen oder daran arbeiten, die Leisten zu mobilisieren – bis eventuell beide Beine in komplett unterschiedliche Richtungen zeigen.

MACHT DAS SPASS?
Ja! So verrückt es auch aussieht, fühlt sich dieser gebundene Spagat doch ganz wunderbar an, wenn auf körperlicher Ebene verstanden wird, wohin die Reise geht.

MUSS ICH DAS KÖNNEN?
Nein. Diese Asana bietet sich besonders dann an, wenn Uttanasana (Vorwärtsbeuge im Stand mit geschlossenen Beinen) und stehender Spagat schon leicht fallen. Die Vorteile der gebundenen Variante sind zahlreich: Das Gehirn beruhigt sich, Leber und Nieren werden stimuliert, außerdem dehnt und kräftigt sie Beinrückseiten, Waden, Oberschenkel, Knie und Fußgelenke.

WAS MUSS ICH DAFÜR TUN?
Für diese Haltung ist ein gutes Warm-up notwendig, unter anderem mit folgenden Asanas: Uttanasana (Vorwärtsbeuge aus dem Stand), Prasarita Padottanasana (Vorwärtsbeuge aus der stehenden Grätsche), Padangushthasana (Hand-Großzeh-Haltung), Adho Mukha Shvanasana (herabschauender Hund), Janu Shirshasana (Kopf-Knie-Haltung), Pashchimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen) und jegliche Übungen, die die Oberschenkelvorderseiten dehnen.

SCHRITT FÜR SCHRITT

© Henryk Berlet, oooyeah.de

1 Beginnend in Uttanasana (Vorwärtsbeuge aus dem Stand) stützen Sie sich auf die Fingerspitzen und strecken Ihr rechtes Bein nach hinten (ähnlich wie für Krieger 3). Beugen Sie Ihr Standbein, um Ihre linke Schulter so weit wie möglich hinter den linken Unterschenkel zu schieben.

2 Drehen Sie die rechte Hüfte möglichst weit auf, indem Sie die Zehenspitzen Richtung Decke schicken. Ihre rechte Hand ist Ihr Anker für die Balance. Sie können sich über die Handfläche oder die Fingerspitzen unterstützen.

3 Beugen Sie Ihr rechtes Knie, greifen Sie mit der linken Hand Ihren rechten Fuß und gleiten Sie allmählich tiefer in den Hüftöffner, mit der Idee, das rechte Knie zur Decke schauen zu lassen.

4 Entspannen Sie den Nacken. Bleiben Sie 5 bis 10 Atemzüge lang in der Haltung. Anschließend wiederholen Sie das Ganze auf der anderen Seite.

Variante mit Gurt: Falls Sie den rechten Fuß nicht greifen können, fangen Sie ihn mithilfe eines Yogagurts oder Bademantelgürtels wie mit einem Lasso ein.

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