Ist Yoga politisch? Sollte es politisch sein? – Interview mit Anna Trökes

Frauen protestieren auf der Straße Politik

Yoga und Politik scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Doch Anna Trökes ist da anderer Meinung. In diesem Interview erklärt sie, wie uns die Yogaphilosophie bei politischen Handlungen unterstützen und die demokratischen Werte schützen kann.

Interview: Stephanie Schauenburg, Titelbild: Stefano Oppo/baseimage via Canva

„Yoga & Politik“: Das Titelthema im neuen YOGAWORLD JOURNAL

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-94-04-24-print-ausgabe

Anna, du sagst ganz klar: Yoga ist politisch. Warum?

Weil es um Bewusstheit geht. Die Bhagavad Gita sagt das ganz deutlich: Bewusstheit im Handeln, Bewusstheit im Tun. Wenn es wirklich Yoga ist, dann arbeiten wir genau daran: Körperbewusstheit, Atembewusstheit, Bewusstheit für den eigenen Geist, Bewusstheit im Umgang mit anderen und der Welt.

Ich finde, das ist alles per se schon politisch: Mit Yoga erschaffe ich mich zu einem bewussten Mitglied der menschlichen Gesellschaft, in der ich lebe. Dadurch lebe ich nicht nur mein Leben, sondern nehme auch ganz bewusst am gesellschaftlichen Leben und damit am politischen teil. Das ist ja auch die Botschaft der Bhagavad Gita: Arjuna will ganz unpolitisch sagen, „Nein, das ist mir alles zu viel, ich will diesen Krieg nicht.“

Bhagavad Gita-Krishna und Arjuna Denkmal
Foto: © creatoroflove via Canva

Aber Krishna erklärt ihm, dass er auch eine Pflicht hat, sich um die seinen zu kümmern, um das Recht, um den Dharma. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt: Dharma und Yoga gehören eng zusammen. Dharma (Pflicht) ist das, was uns als Menschen in dieser Welt und damit in der Gemeinschaft Halt gibt. Das ist auch die Idee von Demokratie, oder?

Arjuna muss aber nach meinem Verständnis auch abwägen zwischen verschiedenen Werten…

Er wägt ab zwischen seinen eigenen Vorlieben und dem, was für den Dharma Not tut, was getan werden muss. Es ist blöd, dass der Text das so dermaßen zuspitzt, dass es darum geht zu töten. Gleichzeitig macht Krishna aber deutlich, dass wir uns auf einer symbolischen Ebene befinden. Eigentlich geht es darum: Jedes Lebewesen in diesem ökologischen System der Erde hat seinen Platz, seine Bedeutung und damit auch eine Verantwortung.

Jetzt, wo wir in Europa wieder einen Krieg erleben, eröffnet sich neben der symbolischen Ebene aber doch auch wieder eine erschreckend konkrete: Wie weit muss ich gehen, um für die Meinen einzustehen? Oder auch für das, was ich für richtig halte …

Da wird es einem natürlich sehr mulmig, zumal wir einfach nicht mehr damit aufgewachsen sind. Die beiden Kriege, die hinter uns liegen, der zweite Weltkrieg, aber auch der erste waren absolut unsinnige Angriffskriege wie jetzt der Angriff der Russen auf die Ukraine. Es macht einen großen Unterschied, ob man angreift oder sich nur verteidigt. In letzter Zeit verteidigen wir ja auch unsere Werte und Gesellschaftsstrukturen gegen Rechtsruck, Rassismus und Unmenschlichkeit.

Ich spüre da ein großes Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass wir als Menschheit immer gewandert sind. Es gab nie ein Zeitalter ohne Migration, wir alle sind genetisch so bunt durchmischt, dass man fragen muss, was „Rasse“ oder „Volk“ überhaupt sein soll? Wie hätten wir uns kulturell ohne Migration jemals entwickeln können? Wenn ich das erzähle, schauen mich immer wieder Menschen völlig fassungslos an, nach dem Motto: „Da habe ich ja noch nie daran gedacht!“ Dabei ist die Anthropogenetik in dieser Hinsicht völlig eindeutig.

Wir haben vielleicht das Bedürfnis nach klaren, einfachen Wahrheiten und haben Schwierigkeiten zu ermessen und anzuerkennen, wie viel wir jeweils nicht wissen oder nicht verstehen. Oder auch: dass eine Meinung etwas völlig anderes ist als eine Wahrheit. Deswegen denke ich, du hast den Schwerpunkt ganz richtig gesetzt: Es geht um Bewusstheit.

Eberhard Bärr fragt in seinen Vedanta-Seminaren immer so schön: Willst du Recht haben oder glücklich sein? Man kann da zurückgehen auf die Kleshas und sich klar machen: Das sind Kämpfe, die das Ego ausficht. Da kommen Raga (Haben-Wollen) und Dvesha (Nicht-haben-Wollen), aber auch die Unsicherheit und Abhinivesha (Angst) ins Spiel – und das alles ist gegründet in Avidya: Nicht-Wissen.

Schon wenn man die Zeitung liest, sieht man: Die Mixtur dieser fünf Kleshas ist fast immer vorhanden, mal mehr mal weniger, aber meistens sehr intensiv. Und diejenigen, die sich die Mühe machen, diese Dinge wirklich zu durchdenken, wie etwa Metzinger oder Andreas Weber, gehen eben nicht diesen einfachen Weg, sondern wägen ab.

Warum haben wir denn als Homo sapiens sapiens das zweite sapiens mitbekommen? Das soll uns doch dazu befähigen, das eigene Denken zu überdenken und abzuwägen. Mit dem Klesha-Konzept können wir beobachten, wann die Störungen weniger werden und auch mal Ruhe geben. Da haben wir im Yoga wirklich tolle Konzepte.

Aber all das spielt ja auf der Ebene von Bewusstsein und nicht auf der des Handelns oder gar des politischen Engagements, richtig?

Aber Bewusstheit ist die Grundlage, um abwägen zu können, wo ich mich einsetze und wo ich mich zurückhalte. Es geht ja auch darum, ein anpassungsfähiges Gehirn zu entwickeln.

Es gibt aber andererseits auch immer wieder den Einwand, Yogis sollten sich eher um Verbindung und Harmonie bemühen, statt in den politischen Konflikt einzusteigen und Spaltung zu fördern …

Das würde ich nicht sagen. Ich gehe da zurück auf die Bhagavad Gita, wo Krishna zu einem klaren Nein auffordert: „So nicht! Unrecht muss beendet werden!“ Er sagt in diesem Zusammenhang sogar: „Sei ein Yogi!“ Arjuna soll rauskommen aus seinen Emotionen, er soll sich die Situation genau anschauen und dann klar Stellung beziehen.

Ich finde, das kann man ganz gut auf heute übertragen: Es geht hier um Werte, die wir uns erarbeitet haben. Die Demokratie ist nicht vom Himmel gefallen. Das müssen wir jetzt auch schützen und verteidigen.

Das gilt natürlich für alle Menschen, nur haben wir als Yogis, wenn ich dich richtig verstanden habe, besonders gute Werkzeuge, um da in einer Klarheit zu sein?

Genau. Wenn mir jemand argumentativ ans Bein pinkelt, kann ich bemerken, wie da mein Ego angefasst ist und dass wir uns auf dem Feld der Kleshas befinden. Es gibt aber auch etwas in mir, das ist davon nicht berührt. „Ich gebe niemandem das Recht, die Ruhe meines Geistes zu stören„, sagt der Dalai Lama, denn die brauche ich, um klar abwägen zu können.

Das ist genau, was Krishna macht: Er schickt Arjuna in Dhyana, die Meditation, und erst dann ins Handeln. Und er sagt ihm: „Nimm das alles nicht so persönlich, es geht hier um ein höheres Prinzip, um den Dharma, für den ich stehe.“ Es geht also um das Wohlergehen aller Wesen und den Fortbestand der Welt.

Ich glaube, was uns wirklich fehlt heutzutage ist ein Verständnis von Dharma, damit ich auch mein persönliches Svadharma erkenne. Für mich als Berlinerin, die 1952 geboren ist, bedeutet das, dass ich das riesige Glück hatte, nach einem Krieg in eine sich konstituierende Demokratie hineinzuwachsen, in der Pluralismus möglich geworden ist, in der ich jüdische Klassenkamerad*innen hatte und Menschen aus aller Welt kennengelernt habe – und wären die alle nicht da gewesen, wäre mein Leben wesentlich ärmer gewesen.

Ich habe die 1968er und diese extrem politische Zeit an der Freien Universität miterlebt, wo man diskutiert hat, dass die Fetzen flogen und das war so wichtig, um den Muff der alten Zeit mal rauszukehren. Jetzt kommt wieder ein neuer Muff auf und das ist so schrecklich: Die AfD möchte die Frauen wieder an den Herd schicken und sagt: Bevölkerungszuwachs machen wir Deutschen selber. Da kriegt man doch die Krätze!

Gleichzeitig habe ich aber auch den Eindruck, dass auf einmal wieder alles politisch ist und wir in so eine unglaublich reaktive Aufgeregtheit kommen, aus der nichts Gutes kommt …

Ja, genau! Nachdenken braucht Zeit. Wenn ich im Stress bin und mir jemand im Nacken sitzt, kann ich nicht mehr abwägen und klar denken. Das ist ein physiologischer Fakt. Dann kann ich nur noch reaktiv um mich schlagen. Ein anpassungsfähiges Gehirn kann ich nur entwickeln, wenn ich immer wieder in die Ruhe gehe. Nur so kann ich nachdenken: was ist der Kontext, wie gehe ich damit um, was ist jetzt klug.

Deswegen würde ich mich freuen, Yoga im Bundestag zu unterrichten. Das ist natürlich reines Wunschdenken, aber ich bin überzeugt: Gute Entscheidungen brauchen Klarheit – und die brauchen Ruhe. Ich würde mir auch wünschen, dass ganz genau erklärt wird, warum man von Politiker*innen nicht erwarten soll, dass sie sofort Entscheidungen treffen. Ich glaube, dieser permanente Druck macht die Politik so unwägbar und schwankend – und das wiederum macht natürlich alle völlig verrückt.

Bhagavad Gita - Politik und Yoga
Bhagavad Gita. Foto: © Imegenes de Jose Antona via Canva

Das müsste wirklich klar gemacht werden: Leute, ihr müsst unbedingt zurückrudern, wir kommen immer tiefer in dieses reaktive Gestrüpp hinein. Damit müssen wir dringend aufhören und wir müssen erklären, warum wir jetzt andere Wege beschreiten.

Das ist ganz schwierig, denn alle scheinen sich daran gewöhnt zu haben, aber ich glaube, Eile und Druckmachen sind abgrundtief dumm, weil sie für klares Denken unphysiologisch sind.

Da sind wir dann bei einer ganz anderen Dimension von Yoga und Politik: Hier geht es nicht um Aktivismus aufgrund einer bestimmten Ethik, sondern um yogische Mittel, die die Politik bereichern könnten. Beim modernen Aktivismus frage ich mich dagegen manchmal, ob wir dabei mehr gewinnen, als dass wir uns selbst ein bisschen besser fühlen?

Wahrscheinlich nicht. Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn Yogi*nis sich aufmachen würden, die rechte Szene zu unterwandern und dort auf subtile, subversive Weise für Mitgefühl, Offenheit und Verständnis zu werben. Was wir ja eigentlich bräuchten, wären Wege, vom spaltenden Bewusstsein zu einem möglichen Brückenschlag zu finden.

Die rechte Szene wird ja mehr und mehr zu einem Schatten. Und Schatten abzuspalten oder zu verdrängen, bringt eben nichts. Die Schatten müssen gesehen werden, in ihrer Not erkannt werden und auch wieder integriert werden – das wissen wir doch!


Foto: © Nela König

ANNA TRÖKES gilt nicht umsonst als die einflussreichste deutsche Yogalehrerin: Sie hat seit 1974 unzählige Menschen unterrichtet und über Jahrzehnte die Yogalehrerausbildung des BDY geprägt. Ihre über 30 Bücher und CDs wurden in 13 Sprachen übersetzt und haben viel zur heutigen Beliebtheit und Verbreitung von Yoga beigetragen. prana-yogaschule.de


Hier kannst du mehr von Anna Trökes lesen:

#109 Chronische Schmerzen lindern: Die transformative Kraft von Yoga – mit Gül Ruijter

Gül Ruijter

Praktische Tipps und wissenschaftliche Einblicke in die Schmerzbewältigung durch Yoga

Chronische Schmerzen können den Alltag erheblich beeinträchtigen und einen langen Leidensweg bedeuten. Rund 30 Prozent der Deutschen leiden einmal in ihrem Leben an chronischen Schmerzen, wobei die Dunkelziffer deutlich höher ausfallen dürfte. Doch es gibt Hoffnung: Yoga kann nicht nur die körperliche Gesundheit fördern, sondern auch bei der Bewältigung von chronischen Schmerzen eine äußerst wichtige Rolle spielen. In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ spricht Gastgeberin Susanne Mors mit der erfahrenen Yogalehrerin und Physiotherapeutin Gül Ruijter darüber, wie Yoga helfen kann, Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.

Gül teilt ihre Expertise zu den häufigsten Arten von chronischen Schmerzen und erklärt zunächst, wie Schmerzen entstehen. Dann schildert sie anhand verständlicher Beispiele, wie es dazu kommt, dass Schmerzen chronisch werden. Dabei geschieht es häufig, dass der Schmerz selbst zur Krankheit wird und dann nicht mehr rein körperliche Ursachen hat. An diesem Punkt kommt eine rein schulmedizinische Behandlung schnell an ihre Grenzen und eine ganzheitliche Yogapraxis ins Spiel. Erfahre wie Yoga nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional helfen kann, mit chronischen Schmerzen umzugehen. 

Neben dem theoretischen Hintergrund gibt Gül zahlreiche Praxistipps, wie man Yoga effektiv gegen Schmerzen einsetzen kann. Entdecke die heilende Kraft von Yoga.

Wusstest du, dass chronische Schmerzen am häufigsten im Rücken auftreten? Passend zum Thema hat Gül für das YOGAWORLD JOURNAL 04/2024 eine Übungsstrecke erstellt. Das Heft ist ab 25. Juni 2024 in unserem Online Shop erhältlich: https://yogaworld.de/shop/

Yoga & Face Yoga to Go – deine Praxis für unterwegs

David Lloyd Meridian Spa & Fitness - Yoga & Face Yoga to Go – deine Praxis für unterwegs

Yoga ist mehrere tausend Jahre alt und hat seinen Ursprung in Indien. Dort gilt Yoga als physische, geistige sowie spirituelle Praxis, die Körper und Seele in Einklang bringt. Um dieses Bewusstsein für die vielen Vorteile von Yoga zu fördern, haben die vereinten Nationen den International Yoga Day, welcher am 21. Juni gefeiert wird, ins Leben gerufen. //anzeige

Zu diesem Anlass hat sich Yoga-Expertin Agnes Wieczorek, Fitness Coach bei David Lloyd Meridian Spa & Fitness, eine kleine Yoga to Go Session ausgedacht. Egal ob im Büro, im Auto oder am Strand – die folgenden Übungen können von überall aus praktiziert werden.

Katze & Kuh

Die Yoga-Übung „Katze-Kuh“ (oder Cat-Cow Pose) ist eine sanfte und fließende Bewegung, die häufig als Aufwärmübung in Yogapraktiken verwendet wird. Diese Übung fördert die Flexibilität der Wirbelsäule und hilft, Verspannungen im Rücken und Nacken zu lösen. Dabei erfolgt beim Einatmen eine Bewegung des Rückens ins Hohlkreuz, während beim Ausatmen in den Rundrücken gewechselt wird.


Der Adler

Diese Übung dient der Öffnung von Brust und Schulter. Bei dieser Übung werden die Arme zuerst vor dem Körper ausgestreckt. Schließlich wird der rechte Arm über den Linken am Ellenbogen gekreuzt. Anschließend werden die Ellenbogen so gebogen, dass die Unterarme vertikal ausgerichtet sind und die Handflächen sich möglichst gegenüberliegen. Um die Handflächen zu einer Einheit zu bringen, werden die Handflächen zum Schluss flach aneinander gelegt.


Der Drehsitz

Die Sportübung „Drehsitz“ oder auch „Twist“ genannt, ist eine gängige Übung, die beispielsweise auch ganz einfach vom Bürostuhl aus gemacht werden kann. Einfach ein Bein über das andere schlagen, den gegenüberliegenden Arm am Oberschenkel anlegen und schließlich den Oberkörper drehen. Anschließend ist dann die andere Seite dran.


Das Nadelöhr

Die Übung „Nadelöhr“ ist eine sanfte Dehnung, die hauptsächlich die Muskeln der Hüften, Gesäß und des unteren Rückens anspricht. Dabei wird ein Fuß auf den Oberschenkel des anderen Beins gelegt, während die Arme den Knöchel des aufgelegten Beins eben wie ein Nadelöhr umschließen. Um eine Dehnung zu erzielen, wird der Oberkörper zusätzlich nach vorne gebeugt. Auch hier wird natürlich die Übung auf beiden Seiten praktiziert.


Die Rückbeuge

Der Name beschreibt eigentlich schon alles. Diese Art von Übungen ist bekannt für ihre Fähigkeit, die Wirbelsäule zu dehnen und zu stärken, die Brust zu öffnen und die Energie zu erhöhen. Der Effekt wird nicht nur durch Übungen wie beispielsweise den heraufschauenden Hund erzielt, sondern kann auch im Sitzen ausgelöst werden. Dazu einfach die Arme hinter dem Rücken ausstrecken, Hände verschränken und den Rücken durchstrecken.


Face Yoga

Agnes Tipp für die Morgen- oder Abendroutine: Face Yoga. Gesichtsyoga ist eine Form der Gesichtsgymnastik oder des Gesichtsmuskeltrainings, das darauf abzielt, die Muskeln im Gesicht zu stärken und die Haut auf natürliche Weise straffer erscheinen zu lassen. Gesichtsyoga ist eine Kombination aus Muskelanspannung, Muskelentspannung und sanften Massageeinheiten.

Übung 1: Entspannung der Stirn. Bilde mit deinen beiden Händen ein kleines C und streife langsam & sanft von der Mitte der Stirn nach außen. Fange am Haaransatz an und arbeite dich langsam zu den Augenbrauen.

Übung 2: Lockerung des Kiefermuskels. Bilde wieder mit beiden Händen ein kleines C und streife sanft deinen Wangenknochen entlang, von den Ohren bis zum Kinn.

Übung 3: Zur Entspannung des ganzen Gesichts und des Mundes. Nimm einen Stift und klemme ihn zwischen Nase und Mund. Bewege deinen Mund und lockere diesen ohne das der Stift dabei runterfällt.

„Diese kleinen Übungen für zwischendurch reichen völlig aus, um kurzfristig Stress zu reduzieren, die eigene Beweglichkeit langfristig aufrecht zu erhalten und sich einfach täglich etwas Gutes zu tun“, erklärt Yoga-Expertin Agnes Wieczorek.


Wer sich dann doch mehr Intensität wünscht, ist herzlich eingeladen, Agnes bei einer ihrer SPIRIT oder Yoga Classes bei David Lloyd Meridian Spa & Fitness zu besuchen.

Mehr Info: www.meridianspa.de

Zahlen und Fakten zum Weltyogatag

Weltyogatag

Der Internationale Yogatag oder Weltyogatag am 21. Juni soll Menschen Yoga auf der ganzen Welt näher bringen. Aber wieviele Menschen üben eigentlich in Deutschland Yoga – und wo tun sie das am liebsten? Interessante Zahlen und Fakten zum Weltyogatag sowie mehr zu seiner Geschichte…

Titelbild: Nadya Photo/Getty Images via Canva

Seit wann gibt es den Weltyogatag?

Die Idee des Internationalen Yogatages wurde erstmals vom indischen Premierminister Narendra Modi am 27. September 2014 während seiner Rede vor der UN-Generalversammlung geäußert, wo der indische Botschafter Asoke Kumar Mukerji eine Resolution zur Einführung des 21. Juni als Internationalen Yogatag vorstellte.

Das Datum des 21. Juni wurde gewählt, weil es auf die Sommersonnenwende fällt. Insgesamt wurde die Resolution, die den 21. Juni zum Internationalen Yogatag erklärt, von 177 Nationen unterstützt, was damals die höchste Zahl an Mitunterzeichnern für eine UN-Resolution darstellte.

Zum ersten Weltyogatag am 21. Juni 2015 übten fast 36.000 Menschen, darunter der Indische Premierminister Modi und viele andere hochrangige politische Persönlichkeiten aus der ganzen Welt, in Neu-Delhi 35 Minuten lang 21 Asanas, um den ersten Internationalen Yogatag zu starten, der inzwischen weltweit gefeiert wird.

Die kritische Sichtweise

Im Jahr 2024 findet der Weltyogatag nun schon zum 10. Mal statt – und immer mehr Menschen sind dabei. Eigentlich eine tolle Sache, wenn rund um den Globus Hunderttausende friedlich auf die Matten gehen und die verbindende Kraft des Yoga feiern.

Westliche Yogi*nis und Medien weisen allerdings auch immer wieder darauf hin, dass der Mit-Initiator des Weltyogatags, der indische Premierminister Narendra Modi, neben Völkerverständigung und Gesundheitsförderung auch eine politische Agenda mit der Aktion verbindet: Zum einen positioniert sich Indien international als Mutterland des Yoga und verteidigt seinen nachvollziehbaren kulturellen Anspruch auf die Lehre (Stichwort: kulturelle Aneignung). Allerdings stehen dahinter auch Motive der restriktiven hindunationalistischen Politik von Modi. Leider nicht alles shanti, shanti …

Der Weltyogatag in Zahlen

300 Millionen Menschen weltweit üben Yoga.

88 Milliarden Dollar ist der weltweite Umsatz der Yoga-Industrie.

13% der Deutschen praktizieren Yoga. Damit zeigt die Yogapraxis in Deutschland eine steigende Tendenz. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Anzahl mehr als vervierfacht (2014: 3 Prozent). Auch der Anteil der praktizierenden Männer hat sich erhöht. Während es 2018 noch 1,5% waren, sind es aktuell knapp 10%.

52% der Menschen weltweit üben Yoga, um ihre körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern. 54% beginnen mit Yoga, um Stress abzubauen.

5000 Jahre liegen schätzungsweise die ersten Wurzeln des Yoga in der Vergangenheit.

1975 – das Jahr, in dem die erste Ausgabe des US-amerikanischen „Yoga Journal“ erschien.

#1 – Grund für Yoga ist Verbesserung des körperlichen Empfindens.

21% – praktizieren Ashtanga-Yoga, womit dieser der beliebteste Yogastil in Deutschland ist.

86% der Befragten in Deutschland praktiziert Yoga zu Hause.

20% üben im Yogastudio,

13% besuchen Kurse an der VHS/im Sportverein oder bei anderen Bildungsanbietern und

9% üben im Fitness-Studio.

Die Quellen stammen aus verschiedenen Studien, unter anderem vom BDY und vom BYV.


Yogasutra – der Leitfaden für ein glückliches Dasein

Yogasutra die yogischen Schriften

Wenige antike Texte werden im modernen Yoga so oft zitiert und interpretiert wie diese 2500 Jahre alten Lehrsätze. Abseits gelehrsamer Kommentare zeigt unsere Autorin Sybille Schlegel im zweiten Teil unserer Reihe auf, wie das Yogasutra unsere Praxis – und unser Leben – damals wie heute bereichern kann.

Text: Sybille Schlegel / Fotos: Botamochi/Getty Images via Canva

„Yoga ist der Zustand, in dem man nichts vermisst“. Diese Definition von Brahmananda Sarasvati ist eine meiner liebsten – nicht nur für Yoga, sondern auch für Glück: ruhig, erfüllt, dankbar. Nichts, das einen irgendwohin treibt oder die Gedanken umtreibt. Ein Moment des Seins. Ohne nach dem Sinn und Zweck dafür zu suchen. Das Yogasutra des Patanjali ist ein Text, der uns dabei unterstützt, diesen Zustand zu finden und zu genießen.

Die Yogasutra auf einen Blick

* Verfasser: unbekannt, Patanjali ist ziemlich sicher eine mythologische Figur

* Entstehung: um 400 nach Christus

* Umfang: 195 Sutras (variiert je nach
Zählweise und Tradition)

Kernaussagen:
* Yoga ist ein Zustand der Geistesstille

* erfahrbar durch die achtgliedrige Yogapraxis

* stetes Üben verändert die Gehirnstruktur, bis die Geistesstille einfach wird

* Freiheit ist die Freiheit von den individuellen Geschichten und Sichtweisen,
die Leid verursachen

Schein, Leid, Erkenntnis

1786, nur wenige Jahre, bevor die französische Königin Marie-Antoinette ihren Hals unter die Guillotine legen musste, wurde sie Mittelpunkt eines Politthrillers: Es ging um ein Collier aus einzigartig reinen und großen Diamanten. Jeder einzelne war für sich schon ein Vermögen wert – und die gesamte Halskette sogar für den König zu teuer. Die sogenannte „Halsbandaffäre“ erzählt von politischem Kalkül, Prunksucht, Habgier, Diebstahl und Betrug, denn der unfassbare Wert der Glitzersteine holte in allen Beteiligten ihre dunkelsten Seiten hervor. Und das Ende der Geschichte war: jede Menge Blut.

Hat die Autorin vergessen, worüber sie schreiben wollte? Natürlich nicht. Die Halsbandaffäre gibt nur ein dankbares Beispiel dafür, wie die Welt der Sinne, der Wünsche, Sehnsüchte und des Wollens – wie der Fokus auf das scheinbar Wertvolle – in einen dynamischen Prozess des Verderbens führen kann.

Aber so funktioniert der Mensch normalerweise: Die Sinne geben einen Eindruck, der Geist knüpft daran eine Bewertung: Wollen oder Ablehnen (Raga oder Dvesha), und dementsprechend wird gehandelt. „Wegen Gier, Hass und dem Missverstehen darüber, was wirklich (wichtig) ist“, sagt auch der Buddha, „ist das Leben leidvoll.“ Aber das muss nicht zwangsläufig so bleiben:

„Zukünftiges Leid soll vermieden werden!„, fordert Patanjali. Und er erklärt auch, wie: Erstens muss man sich der Zusammenhänge bewusst werden, die zu Leid führen, und zweitens muss man die eigene Handlung und Geisteshaltung so verändern, dass Leid als Folge ausbleibt. Dafür, sagt Patanjali, muss man drittens: üben, üben, üben.

Patanjali – wer ist das und wenn ja, wie viele?

Statue des Hindu Gottes Patanjali
Patanjali-Statue. Foto: © JPL Designs/Getty Images via Canva

Bevor wir tiefer einsteigen, noch ein Blick auf den Verfasser des Yogasutra: Patanjali. In der antiken indischen Welt stößt man dreifach auf diesen Namen: Er wird genannt als Autor eines Werks über Sanskrit-Grammatik, eines Werks über Ayurveda und als Verfasser des Yogasutra.

Geprägt durch meine historische Vorbildung habe ich viele Jahre damit vertan, die falschen Fragen zu stellen: War Patanjali sein richtiger Name – oder vielleicht sogar ihr richtiger Name? Waren das drei Patanjalis oder einer für alles? Gibt es überhaupt den einen Verfasser oder ist der Text nicht eher eine Textesammlung? Es hat viel Zeit gekostet, keine Antworten darauf zu finden. Denn keiner weiß es mit Sicherheit.

Die Symbolik Patanjalis

Thesen gibt es zuhauf, aber keine hilft bei der Vermeidung von zukünftigem Leid. Meine Lehrerin Manorama dekodiert stattdessen lieber die Symbolik dieser mythologischen Figur „Patanjali“: Sie wird dargestellt als ein Wesen, das trotz eines menschlichen (Ober-)Körpers auf ewigem Sein (be)ruht, bildlich transportiert durch einen Schlangenkörper bauchabwärts.

Etliche Patanjali-Statuen halten außerdem das Rad der Zeit, die Muschel der Klang-Energie und das Schwert der Unterscheidungskraft in den Händen – anstatt diesen Kräften wie Otto Normalmensch zu unterliegen. In seinem Namen steckt das, was in die bittend geöffneten Hände (anjali) fällt (pat). Das bezieht sich zum einen auf den Mythos seiner göttlichen Geburt, zum anderen kann es auch eine Art Werbeversprechen sein: Wenn du Yoga verwirklichen willst, folge diesem (Leit-) Faden und es wird dir in die Hände fallen.

Lies auch: Die beliebtesten Yoga Symbole und ihre Bedeutung

Nehmen wir den Faden auf

Sutra bedeutet wörtlich übersetzt Faden. Handelsüblich ist ein Faden etwas, das Stoff miteinander verbinden, Löcher stopfen, Knoten binden, Weisheiten auf Sofakissen sticken und Perlen auffädeln kann. Ein Faden hat also verbindende, vereinende Eigenschaften. Ein roter Faden führt unseren Fokus durch eine Geschichte. Oder wie bei Ariadnes Faden durch ein mythologisches Labyrinth. Das ist das Bild, das ich in unseren Ausbildungen gerne für die Wirkkraft des Yogasutra verwende: Der Sutra-Faden bringt uns ans Ziel.

Man darf stehen bleiben oder sehr langsam gehen. Man sollte ihn aber weder loslassen noch woanders lang gehen. Was ist das Ziel unseres Yoga-Fadens? Glück! Und damit meine ich: innere Freiheit. Dieses Bild vom leitenden Faden ist meines Erachtens wesentlich hilfreicher, als zu wissen, dass Sutra eine altindische Textgattung ist: Sutras sind Leitfäden.

Sie sind kurz und knapp und derartig auf den Punkt formuliert, dass man sie gut auswendig lernen kann. Auch das Yogasutra verzichtet auf Schnörkel, kulturelle Symbolik, Personen, Dialoge oder ähnliches. Es sagt, was zu sagen ist. Man muss es reflektieren und interpretieren, aber einmal kapiert führt uns der Faden immer weiter durch die Lehre, verbindet Fragen mit Antworten, bis wir alles verstehen.

Yoga im Fadenkreuz

Yoga ist in diesem Text ganz einfach beschrieben: Es ist der Zustand, wenn die
Gedanken still sind, und es ist die Praxis, die dorthin führt. Eine typische „Leichter gesagt als getan“-Situation: Selbst das Denken des Wortes „nichts“, ist ja immer noch ein Gedanke. Patanjali gibt sein Bestes, um es uns in vier Kapiteln zu erklären:

1. What about? Samadhi Pada

Im Zustand der Gedankenstille bleibt nur noch der „Seher“ übrig, sagt Patanjali. Da mir das ein bisschen zu sehr nach Asterix klingt, übersetze ich es lieber mit dem oder der „Sehenden“. Das ist letztlich das pure Ich-Empfinden: „Ich bin“ – ohne jedes wer oder was. Normalerweise, sagt Patanjali weiter, identifizieren wir uns aber mit unseren Geschichten, Namen, Rollen, Vorlieben und Verletztheiten. All das, was der Geist für uns sammelt, in Erinnerungen sortiert und in Erwartungen oder Plänen projiziert, überdeckt das pure Seinsgefühl.

Es gilt also zuerst, den Zustand der inneren Stille kennenzulernen: Dazu gehört die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Denn die daraus entstehende Klarheit ist grundlegend, um die Bewegungen des Geistes zu bemerken. Und damit die Abwesenheit der Stille …

Das, was unsere Konzentrationsfähigkeit mindert, sollte daher bewusst verhindert oder abgelegt, alles, was sie fördert, gepflegt und integriert werden. Das Stillwerden wird als Prozess beschrieben, eine natürliche Veränderung durch stetes Üben.

Je stiller die Gedanken, desto deutlich hörbar wird die intuitive Weisheit. Sie kann unsere inneren Treiber nach und nach überschreiben, sodass das yogische Wachstum einfacher wird. Bis wir das Verbundensein mehr sehen als das scheinbare Getrenntsein. Bis das Individuelle als Teil des Universalen erlebt wird. Deep Sheep. Was dafür zu tun ist, erklärt das zweite Kapitel:

2. What to do? Sadhana Pada

Sich durch den Atem wieder mit sich selbst verbinden
Innere Ruhe finden. Foto: © Linderina/Getty Images via Canva

Bewusstseinserweiterung geschieht durch das Verfeinern und Ausweiten des eigenen Bewusstseins. Also die Antwort „Ja“ auf die Frage „Merkste selbst, wa‘?“. Übungsfelder sind der Umgang mit anderen (Yama), das Etablieren hilfreicher Eigenschaften (Niyama), feines Körperbewusstsein (Asana), Atemwahrnehmung (Pranayama) und das Entwickeln eines Bewusstseins über das Wirken der Sinne (Pratyahara).

Das sind die ersten fünf Freunde des achtgliedrigen Yoga von Patanjali. Alle Übungsfelder führen zum Zustand des Yoga, wie Kuchenstücke, die in die Mitte zeigen, sagt meine Lehrerin. Es sind keine Stufen, die man abarbeiten und aufsteigen kann. Jedes Üben in allen Feldern zahlt auf das gleiche Konto ein. Damit wird Yogapraxis 24/7 machbar. Und das ist nötig, weil wir das Vergängliche für ewig halten (oder gerne verewigen würden). Woraus Angst, Freude und Leid entstehen sowie das individuelle Ich-Empfinden.

3. What to expect? Vibhuti Pada

Die noch fehlenden drei sind noch feiner und finden im Inneren statt: Fokus (Dharana), Fokus halten (Dhyana) und Samadhi, das Auflösen von getrennter Ich-Wahrnehmung. In Samadhi ist man eingetunt auf die Frequenz der Weisheit und kann alle möglichen faszinierenden Effekte erleben wie zum Beispiel das Verstehen aller Sprachen, das Einfühlen in andere Körper, oder das Verstehen der Tiere.

Man sieht hier mehr das Wesen der Dinge und ihre Zusammenhänge und weniger die partiellen Details. Der Seher ist also auch ein Versteher. Aber Vorsicht, diese Fähigkeiten sind nicht, worum es geht …

4. What for? Kaivalya Pada

Wie fühlt es sich an, wenn man sich auskennt? Etwas versteht? Weiß, wo es den besten veganen Döner der Stadt gibt? Na klar: leicht, sicher und frei. Wie fühlt es sich an, wenn man nichts vermisst? Ruhig und frei. Wie fühlt es sich an ohne Angst? Absolut frei. Freiheit ist, worum es geht, sagt Patanjali. Uneingeschränkte Freiheit. Ungebunden, unabhängig.

So frei, dass es uns am Anfang unseres Yogaweges viel zu viel wäre. Denn dazu gehört auch die Freiheit vom eigenen Körper, ein Ich-Empfinden, das über den Tod des eigenen Körpers hinaus lebendig sein kann.

Wem das eher unheimlich ist, der kann aber beruhigt weiter auf die Matte gehen: Denn Nebenwirkungen wie Stressreduktion, ein gedehnter und gestärkter Körper, besserer Schlaf und ein bisschen mehr Gelassenheit und Empathie sind auch erstrebenswert. Und sie machen unser aller Miteinander definitiv zu einem glücklicheren Dasein.

Im ersten Teil unserer Reihe „Die wichtigsten Texte der Yogaphilosophie“ hat Sybille Schlegel die Bhagavad Gita unter die Lupe genommen:


Sybille Schlegel ist unsere Lieblingsautorin, wenn es um alltagstaugliche Texte zur Yogaphilosophie geht: So locker und leicht, so tief und wahr, einfach wunderbar! Dieser Text stammt aus unserer Reihe im YOGAWORLD JOURNAL „Die wichtigsten Texte der Yogaphilosophie“. Mehr über Sybille erfährst du auf ihrem Instagram Account. Live kannst du sie in Mainz erleben, im Hatha Vinyasa Parampa Studio, das sie gemeinsam mit Andreas Ruhula leitet.


Du willst noch tiefer in die Lehren der Yogasutra eintauchen? Hier geht es zu einer passenden Podcast-Folge mit dem Yogaphilosophie-Experten Dr. Eckard Wolz-Gottwald:

#108 Die Hatha Yoga Pradipika: Leitfaden für eine ganzheitliche Yogapraxis – mit Sukadev Bretz

Verstehe den historischen Kontext der Hatha Pradipika und entdecke ihre moderne Relevanz

Die Hatha Yoga Pradipika oder Hatha Pradipika ist ein Sanskrit-Text, der sich mit der Praxis des Hatha Yoga beschäftigt. Er wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert von Swami Swatmarama verfasst. Der Titel bedeutet übersetzt soviel wie „Licht auf Hatha Yoga“. Ganz in diesem Sinne bietet die Schrift eine umfassende Anleitung für die körperlichen und energetischen Übungen des Hatha Yoga, die im Vergleich zu anderen historischen Texten ihresgleichen sucht. Deshalb hat die Hatha Pradipika die moderne Yoga-Praxis tiefgreifend beeinflusst und wird als eine der wichtigsten Texte im Zusammenhang mit Yoga betrachtet. Um die vielen Facetten und die historische Bedeutung dieses Textes besser zu verstehen, hat Gastgeberin Susanne Mors einen echten Topexperten eingeladen: Sukadev Bretz, der Gründer und spirituelle Leiter von Yoga Vidya.

Sukadev gibt nicht nur einen Überblick über die Hauptinhalte und Lehren der Hatha Yoga Pradipika, sondern ordnet den Text auch historisch ein. Er erklärt, warum man die Schrift an vielen Stellen nicht wörtlich nehmen sollte, aber auch wie man die alten Weisheiten zeitgemäß interpretieren kann. So entfalten sich wahre Schätze für eine ganzheitliche Yoga Praxis. Hier geht Sukadev auf die Bedeutung der Asanas, der Pranayama-Techniken, der Mudras und der Bandhas ein. Außerdem äußert er sich versiert zur Rolle des Gurus – einerseits in der Hatha Pradipika und im historischen Kontext und andererseits in der heutigen Zeit. Zum Schluss verrät Sukadev warum es sich auch für Menschen, die gerne im Hier und Jetzt leben, lohnen kann, das Ziel der Erleuchtung nicht aus den Augen zu verlieren.

Dieses inspirierende und informative Gespräch bietet einen tiefen Einblick in die Hatha Yoga Pradipika und die Welt des Hatha Yoga. 

Du willst tiefer ins Thema eintauchen? Sukadev hat jüngst einen Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika verfasst: https://shop.yoga-vidya.de/de/yoga-vidya-verlag/buecher/hatha-yoga-pradipika-svatmarama

Sei 8samsam! Warum diese Yogamatte für Kinder uns begeistert

Yogamatten für Kinder

Nach Burnout und einem persönlichen Tief schmeißt Fei Schäfer ihren Job als Produktentwicklerin hin und begibt sich auf die Suche nach innerem Frieden. Dabei findet sie nicht nur sich selbst – in ihrem Kopf reift die Idee zu einer ganz besonderen Yogamatte für Kinder. Was die Sängerin Pink und das Kinderlied „Aramsamsam“ damit zu tun haben, erzählte uns die sympathische Mama und Unternehmerin mit chinesischen Wurzeln. //anzeige

„Wenn es dir nicht gut geht, warte nicht zu lange und hole dir Hilfe!“ Das hat Fei im vergangenen Jahr gelernt. Beruflich erfolgreich als Produktentwicklerin, privat glücklich als Mama zweier Töchter und Ehefrau, hatte sie, wie so viele andere Frauen, die starke Mehrbelastung durch Corona mit voller Wucht zu spüren bekommen. Als ihr Vater schwer erkrankt und sie gefühlt ohne Unterbrechung zwischen China und Deutschland hin und her fliegt, ist es irgendwann so weit – sie kann nicht mehr. Sie fühlt sich hin und hergerissen, ist nur noch gestresst. Schnell spürt sie, dass ihre Kinder unter der Situation leiden, und sie zieht sofort die Reißleine und geht für vier Wochen in eine Tagesklinik. Ihre Rettung, wie sich später herausstellt.

Die Idee: Yogamatten für Kinder, die Kinder auch gut finden

Fei kündigt ihren Job, entschleunigt ihr Leben und richtet ihren Fokus neu aus: Täglich Yoga, Meditation, Journaling und vor allem Zeit für ihre Kinder, lassen sie langsam wieder durchatmen. Und dann, als sie gerade selbst auf den Beginn ihrer Yogastunde wartet, hört sie das Lied „Cover me in Sunshine“, welches Musikerin Pink gemeinsam mit ihrer Tochter singt, und ihr kommt eine Idee: Yogamatten für Kinder. Schon während Corona begann Fei gemeinsam mit ihren Töchtern Anna und Lia Yoga zu üben – via Youtube, im eigenen Wohnzimmer. „Allerdings nervte es meinen Mann, dass immer die gleichen einfarbigen Yogamatten auf dem Boden herum lagen,“ schmunzelt sie. „Ich dachte: Warum entwickelst du nicht schöne, moderne, nachhaltige Yogamatten für Kinder, die man auch mal liegenlassen kann, weil sie einfach schön aussehen.“

Yoga für Kinder mit Elefanten, Leoparden & Co.

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Die Idee wurde konkreter und Produktentwicklerin Fei machte sich ans Werk. Sie hatte direkt Tiere im Kopf: „Tierformen ziehen Kinder maximal an und motivieren. Und eine Matte für Kinder muss doch eigentlich gar nicht rechteckig sein, oder? Sie kann ja auch die Form eines liegenden Leoparden haben.“ Das Material sollte nachhaltig sein, deswegen bestehen die Matten aus strapazierfähigem Naturkautschuk und einer weichen, leicht zu reinigenden Mikrofaser-Velours-Oberfläche. Sie sind zusammengefaltet so kompakt, dass Kinder sie ohne Probleme unter dem Arm tragen können. Auch bei der Verpackung achtet Fei auf Nachhaltigkeit und verwendet FSC-zertifiziertes Papier für den Versand. Und weil die Sicherheit der Kinder für Mamas und Papas an erster Stelle steht, sind die Matten auf Schadstoffe gemäß dem ÖKO-TEX Standard getestet. Großartiges Plus: Sie sind maschinenwaschbar und eignen sich für den Schonwaschgang bei 30 Grad.

  • Yogitier Yogamatten für Kinder
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  • Yogitier Yogamatten
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Ein Kinderlied steht Pate

Der Name „8samsam“ ist inspiriert von dem bekannten Kinderlied „Aramsamsam“, das ihre Tochter umdichtete. Für Fei verkörpert er einen entschleunigten und achtsamen Lebensstil, den Familien gemeinsam erleben können. Mit 8samsam will sie eine Marke schaffen, die Eltern und Kindern hilft, das Wohlbefinden zu verbessern und gemeinsam in die Welt von Yoga und Entspannung einzutauchen: „Unsere Starprodukte sind die YOGITIER Yogamatte für Kinder und unsere Family Sets. Die Matten verbinden fröhliche Tier-Designs mit hochwertigen Materialien und langlebiger Verarbeitung. Sie sollen dazu inspirieren, gemeinsam Zeit zu verbringen und aufeinander Acht zu geben. Unsere Produkte sollen nicht nur gut aussehen und sich gut anfühlen, sondern auch lange Freude bereiten. Deshalb legen wir Wert auf nachhaltige Materialien und umweltbewusste Verpackungen.“

Aus eigener Erfahrung hat Fei gelernt, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und für sich selbst zu sorgen … Und genau das möchte sie auch ihren Kindern mitgeben: Kinder, die früh lernen, auf sich selbst zu achten, haben eine Kraftquelle fürs Leben. Und wenn Mama und Papa die gemeinsame Zeit nutzen zu sich selbst zu kommen, gehen auch sie gestärkt durch den Alltag.


  • YOGA-MEMO aus Holz von Yogitier
  • YOGA-MEMO aus Holz von Yogitier

Neugierig geworden? Hier kannst du die wunderschönen Yogamatten für Kinder kaufen:

Du willst mehr erfahren? Dann folge Fei und Yogitier auf Instagram: @yogitier__8samsam


Die besten Yoga Events & Festivals im Sommer 2024

Der Yoga-Event-Sommer hat zwar schon begonnen, doch es stehen noch viele weitere tolle Veranstaltungen an. Hier haben wir dir unsere persönlichen Highlights im Juli, August und September zusammengestellt, bei denen du mit Gleichgesinnten ganz in den Yoga Spirit eintauchen kannst.


Cat & Cow 3. – 7. Juli

„5 Tage Yoga- & Healingurlaub“ am Mondsee – das klingt nach Balsam für gestresste Seelen, nicht wahr? Nichts wie hin!

Mehr Infos unter cat-cow.de


OM am See 5. – 7. Juli

Om am See Yoga Festival

Eins unserer Lieblingsfestivals erwartet in diesem Jahr einen ganz besonderen Gast: Die Bestsellerautorin und UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie wird am Eröffnungstag ihre Kunstausstellung eröffnen und während der ganzen Festivalzeit vor Ort sein – unter anderem, um vor dem Konzert von Deva Premal & Miten einen Vortrag über ihre Arbeit mit der Desert Flower Foundation zu halten.

Mehr Infos unter omamsee.com


German Kula Acroyoga Conference 11. – 14. Juli

Du wolltest schon immer mal Acroyoga ausprobieren? Dann ab nach Thüringen, wo Anfänger*innen ebenso willkommen sind wie erfahrenere Yogaakrobat*innen.

Mehr Infos unter germankula.de


Yoga Mela International Yoga & Sacred Musicfestival 15. – 20. Juli

Divinya Yoga Mela Festival

Authentische Freude, Freiheit und Hingabe kannst du im Juli in Südschweden in der spirituellen Gemeinschaft Divinya erleben. Dich erwartet ein nicht kommerzielles Event, das mitzugestalten du herzlich eingeladen bist.

Mehr Infos unter yogamela.org


Yoga.Tage 19. – 21. Juli

Die Festungsstadt Kufstein heißt Yogis aller Stile willkommen, zusammen zu kommen und drei Tage mit Yoga, Natur und Musik zu genießen. Gemeinsam lernt ihr inmitten der Tiroler Bergkulisse loszulassen, auf euch selbst zu hören und die Beziehung zu euch und anderen zu stärken. Die yoga.tage inspirieren zu einem entspannteren, gesünderen und achtsameren Leben.

Mehr Infos unter yoga-tage.at


5 Elements Festival 19. – 21. Juli

Lasse dich inspirieren und treiben durch die verschiedenen Event Areas, die den 5 Elementen zugeordnet sind. Die Workshops sind so aufgebaut, dass sie dazu führen werden, dass das Festival für dich als Community- und Gemeinschafts-Event und verbindendes Erlebnis erfahren wird. Wir wollen Vorurteile abbauen, Verbindungen schaffen und erhalten, und uns allen immer wieder bewusst machen, dass wir im Kern das gleiche sind: Menschen, die sich darüber freuen, vertrauensvoll, friedlich und fröhlich anderen Menschen zu begegnen in Offenheit und Liebe. 

Mehr Infos unter 5-elements-festival.com


European Yogafestival 3. – 11. August

Schon seit 1978 begeistert dieses Festival Yogi*nis aus ganz Europa und darüber hinaus. Hier wird Yoga in all seinen Facetten gelebt.

Mehr Infos unter europeanyogafestival.eu


Xperience Festival 16. – 20. August

Xperience Yoga Festival

Eine ganzheitliche Erfahrung yogischen Lebens – vom Praktizieren über Kochen bis hin zum gemeinsamen Genießen atmosphärischer Klänge … Alljährlich ein Genuss!

Mehr Infos unter xperience-festival.de


Europäischer Yogakongress Zinal 18. – 24. August

Das Who is Who der internationalen Yogaszene trifft sich alljährlich im Herzen der Schweizer Alpen – im letzten Jahr feierte die Veranstaltung bereits ihr 50-jähriges Jubiläum! Das Motto 2024 lautet „Prana – the Force of Life“, erwartet werden unter anderem Swami Maitreyi Sarswati aus Schweden und Siddharta Krishna aus Indien.

Mehr Infos unter europeanyoga.org


Summer of Love Festival 22. – 25. August

Summer of Love Yogafestival Schweiz

Vier Tage in den Schweizer Bergen mit über 120 Yogaklassen, Konzerten, Workshops, Vorträgen und Specials: Man muss kein Hippie sein, um sich nach solch einem Sommer der Liebe zu sehnen (darf aber natürlich)!

Mehr Infos unter stress-auszeit.ch


Yunion Yoga Festival 26. August – 1. September

Über 100 Workshops und Seminare warten im Spätsommer darauf, im Salzburger Land von dir besucht zu werden. Quasi ein Yoga-Retreat XXL, bei dem Urlaubsfeeling vorprogrammiert ist.

Mehr Infos unter yunion.de


Health. Hope. Happiness. 30. August – 1. September

Health.Hope.Happiness

Zum vierten Mal lädt Gründerin Merle Zirk ein, Gesundheit, Hoffnung und Glück zu teilen, miteinander zu wachsen und das Leben zu feiern.

Mehr Infos untern merlezirk.com


Yoga Bike Days 1. – 6. September

Für Yogis und Radfreunde wurden mit den Yoga Bike Days ein breites Programm zusammengestellt. Teilnehmende erhalten Einblick in die schönsten Plätze im Bike Paradies Leogang und können in individuellen Kursen ihre Technik verbessern. Daneben gibt es noch Yoga, Aquayoga, Atemtraining und Kaltwasserbaden für die mentale Power.

Mehr Infos unter mama-thresl.com


Mountain Yoga Festival 5. – 8. September

Mountain Yoga Festival

Magische Momente und positive Vibes verspricht dieses Festival inmitten einer atemberaubenden Berglandschaft. Oder sollen wir lieber sagen: in einer Berglandschaft, die zum tiefen Durchatmen einlädt?

Mehr Infos unter mountainyogafestivalstanton.at


Yogafestival Bodensee im Sommer 12. – 15. September

Du hast es nicht zur Frühlings-Edition dieses wunderbaren Festivals geschafft? Dann hast du jetzt erneut die Gelegenheit, die einzigartige See-Atmosphäre mit anderen Yogi*nis zu genießen!

Mehr Infos unter yogafestival-bodensee.de


Yoga Hike Days 22. -27. September

Yoga Hike Days

Vom 22.09.-27.09.2024 finden die Yoga Hike Days für Wanderbegeisterte und Yogis statt. Gestartet wird mit einer aktivierenden Yogaeinheit zum Warm-up, danach geht es mit einer geführten Wanderung hoch in die Berge. Kletterfans können sich am Klettersteig probieren. Zum Schluss wird die Muskulatur mit einer regenerierenden Yogasession und relaxender Sauna- und Himmelbeckenwärme entspannt.

Mehr Infos unter mama-thresl.com


Yoga, Wellness und Wein mit Elena Kohlmann 27. – 29. September

Wein – Yoga gibt uns die Möglichkeit absolut frei und undogmatisch, mit ganz viel Spaß auf die Matte zu kommen. Mit dem Wein Glas in der Hand genießen wir ganz bewusst den Wein und unseren Körper und verbinden uns auf edle Weise mit der Kraft der Natur.

Freue dich auf wundervolle, luxuriöse intensive 3 Tage mit der bezaubernden Elena. Finde den Ausgleich zwischen Genuss, Freude, Erholung, Kraft und Balance. In einem exklusiven Rahmen eines Yoga Luxus Wellness Retreats und das inmitten ursprünglicher Natur des Pfälzerwalds im 4* Hotel Pfalzblick Wald Spa Resort. Gönn dir die Erholung, die du verdienst.

Mehr Infos unter pfalzblick.de