Sara Wragge: Die Liebe ist anders als das, was viele in Partnerschaften kennenlernen

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Heute gibt es wieder einen neuen Beitrag unserer Online-Serie “6 Fragen an…”, in der wir bekannten Yogalehrer*innen, Yogis und Yoginis Fragen zu Liebe, Herzschmerz, Selbsterkenntnis und Yoga stellen. Diese Woche antwortet Sara Wragge, Yogalehrerin und Thai Yoga Bodyworker. Zudem teilt sie ihr Wissen über vegane Ernährung, Yogaphilosophie und verschiedenen Heilungsmethoden auf  ihrer Website YOGANIC

1. Wenn du eine Stadt wärst, welche wärst du und warum?

Meine beste Freundin hat mir darauf eine schöne Antwort gegeben: Ich wäre wohl Venedig. Die Stadt mit den vielen kleinen Brücken und Inseln ist einzigartig und steht für meine Interessen, die trotzdem alles zusammenhalten und zu einem großen Ganzen machen. Es ist bunt und fröhlich und mein Temperament erinnert sie an eine kleine, alte fluchende Italienerin. Haha, ich mochte das Bild, das in meinen Kopf dazu entstand sehr.

2. Vervollständige den Satz: Wenn sich Yogis treffen, dann …

… sind sie wie alle anderen auch – ganz normale Menschen. Wobei wir Yogis manchmal schon in Gesprächen innehalten und uns vorstellen, was die Person gegenüber wohl gerade denkt. Das ist schon manchmal lustig. Wenn Yogis sich treffen ist es einfach schön. Yoga verbindet uns mit uns selbst und mit allen anderen um uns herum.

3. Verrätst du uns, was deine Tattoos bedeuten?

Der Adler auf meinem rechten Arm steht für meine Freiheitsliebe. Außerdem repräsentiert er Kraft, Ausdauer und geistiges Wachstum. Im spirituellen Sinn schwebt er der Sonne entgegen ins Unendliche und schafft die Verbindung zum Göttlichen.

“Tat tvam asi” ist mehr als ich es in Worte ausdrücken könnte. Es gehört zu den vier großen Mahavakyas und heißt übersetzt: Das bist du. Es erinnert mich daran, dass wir das Ewige und Absolute sind. Unsere Identifikationen über unsere Person, den Körper und unsere ganzen Gefühle und Gedanken sind so oberflächlich und es ist schwer zu begreifen, dass unser Kern alles ist, was ist. Schopenhauer schrieb dazu: “Das Tier, das du tötest, bist du selbst.” Ich fühle diese Verbundenheit zu Allem und mich berührt der Gedanke. Du bist ich und ich bin du und wir sind eins. Ich fühle mich einfach viel zu klein um das wirklich begreifen zu können, aber die Worte “tat tvam asi” stehen für meine Liebe zur Philosophie und der Spiritualität und das was sie für mich bedeutet.

Die Löwen auf meinem rechten Oberarm symbolisieren meine Eltern. Für mich sind es Löweneltern und ein Teil von mir. Meine Mutter ist die stärkste Person mit einem unglaublich großem Herzen. Wir sind seelenverwandt und haben den größten Spaß zusammen.  Mein Vater gibt mir immer das Gefühl, dass ich alles schaffen kann. Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass meine Eltern nie Zweifel an mir haben und mir ein gesundes Selbstvertrauen geschenkt haben, das mich auch durch schwere Zeiten getragen hat.

Dann habe ich noch “good vibes” und “float” auf meinem Arm stehen. Ein Zeichen für Vollkommenheit.

4. Was bedeutet für dich Liebe?

Etwas Bedingungsloses und Freies. Etwas, das da ist ohne laut zu sein. Ein tiefes Gefühl des Angekommen-Seins. Liebe ist voller Verständnis. Vor allem Freiheit.

5. Verrätst du uns dein Lieblingsbuch und warum?

Oh man, ich habe so viele… Ein absoluter Klassiker ist natürlich “Jetzt” von Eckart Tolle. Das war ein Buch, das mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht hat. Sowieso denke ich, dass Bücher kommen, wenn wir sie brauchen.

Ein weiteres ist “Liebe, Freiheit, Alleinsein” von Osho. Total inspirierend und weltoffen. Auch wenn manche Ansichten extrem erscheinen, kann man sich wunderbar einmal mit seinen eigenen Beziehungsidealen auseinandersetzten. Es ist interessant zu beobachten, wie viele Beziehungen auf Abhängigkeiten beruhen und wie oft man davon ausgeht, der Partner wäre da um einen ganz und glücklich zu machen. Das sind Erwartungen die wir nicht an andere abgeben können. Die Liebe ist anders als das, was viele in Partnerschaften kennenlernen.

Okay und noch ein letztes: “Peace Food” von Rüdiger Dahlke. Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und die Worte erreichen einen schnell. An Rüdiger Dahlke schätze ich besonders, dass er neben klaren und wissenschaftlichen Fakten auch den spirituellen Hintergrund in der veganen Ernährung aufgreift. Es geht viel um Energien und dem “Eins-Sein”. Wir können uns nicht davon frei machen und die Augen vor dem verschließen, was den Tieren angetan wird.

Was ist deine Kraftquelle?

Yoga, auf jeden Fall. Selbst zu praktizieren, aber erstaunlicherweise auch das Unterrichten. Danach sprudel ich immer voller Energie. Genauso geht es mir bei der Thai Yoga Massage, – das ist für mich pure Meditation. Eine weitere, riesige Kraftquelle ist mein Freund. Wir gleichen uns sehr gut aus und verstehen uns ohne Worte. Manchmal brauche ich auch nur ein paar Minuten tiefe Atmung und fühle mich wieder fit. Zu guter Letzt: Der Strand… das Meer! 


Sara Wragge ist Yogalehrerin und Thai Yoga Bodyworker. Auf YOGANIC teilt sie ihre Leidenschaft zur Yogaphilosophie, veganer Ernährung, healing Movement und allem was sie beschäftigt. Sie liebt die Inspiration, neues zu lernen und Verbindungen zu schaffen. Ihr Unterricht ist intensiv und trotzdem voller Leichtigkeit. Yoga sollte für alle sein und das ist es, worauf wir uns konzentrieren sollten.

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