YOGA JOURNAL sticht in See

Die Steinlechner Bootswerft in Utting am Ammersee, 31 Grad, bayerisches Vorzeigewetter: Beste Voraussetzungen für einen Teil der YOGA JOURNAL-Redaktion die feste Matte unter den Füßen zu verlassen und in eine neue Erfahrung einzutauchen. Unter Anleitung des deutschen SUP Yoga-Pioniers Percy Shakti Johannsen (Namasté Yoga Herrsching) und ausgestattet mit speziell für die Yogapraxis auf dem Wasser entwickelten Boards begrüßten wir die Sonne diesmal zwischen Schilfufer und Ausflugsschiffen. Die Übungslevels: zwischen eingerostet und sehr erfahren. Das Fazit: „Sthira Sukham Asanam“ mit neuer Herausforderung und hohem Spaßfaktor!
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SUP Yoga: Insel der Seligen oder trendige Spielerei?
PRO
Innen und Außen verschmelzen, es entsteht echte Verbindung mit der Natur: Diese Möglichkeiten des Yoga werden beim SUP Yoga besonders greifbar – spätestens beim unvermeidlichen Platscher ins Wasser. Doch genau dieses „Risiko“ ist es, was mir einen inspirierenden Schub für meine Praxis gebracht hat: Hier hat Routine keine Chance. Den sicheren Hafen der Yogamatte zu verlassen und sich auf vermeintlich unsicheres Terrain zu begeben, lädt ein, sich selbst, die eigene Experimentierfreude und die Asanas völlig neu zu entdecken. Überraschenderweise hatte ich auf dem Board mehr Mut zu wackligen (Umkehr)Haltungen als im gewohnten Unterricht. Die Vorstellung, ins Wasser zu kippen schreckt mich weniger, als im Studio auf den Boden oder an die Wand zu knallen. Abgesehen davon, dass es unglaublichen Spaß macht, bekommt auf dem Board alles eine neue Bedeutung – das Stehen, das Schauen, die Intention. Um mich herum der See, das Brett als kleine Privatinsel und Ausrichtung in die Sonne: Genussreicher kann Loslassen nicht sein. – Christina Raftery
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KONTRA
Yoga boomt und neuerdings boomt auch Stand up Paddeln. Da liegt es auf der Hand, beides zu kombinieren. Für mich macht es trotzdem keinen Sinn. Dabei liebe ich SUP. Es ist einfach wunderbar, auf dem Wasser zu sein und fernab vom lärmigen Ufer Paddelzug für Paddelzug dahinzugleiten. Wenn ich dann irgendwo an einen abgelegenen Steg komme, dann übe ich auch gerne ein bisschen Yoga oder meditiere. Aber Yoga auf dem Wasser? Da bin ich selbst auf dem besten SUP-Yoga-Board vor allem damit beschäftigt, das Gekippel zu kontrollieren, mich zu stabilisieren und nicht abzutreiben, ich muss vorbeifahrende Schiffe und deren Bugwellen im Blick haben – und mir womöglich überlegen, welchen Anblick ich den Strandbesuchern biete. Eine konzentrierte oder gar kontemplative Praxis sieht anders aus. Mag sein, dass der Trainingseffekt beim SUP-Yoga super ist, aber ein wirkliches Loslassen ist in den meisten Haltungen unmöglich. Mein Fazit: SUP Yoga ist eine spaßige Spielerei, die eigentliche Praxis findet auf der Matte statt. – Stephanie Schauenburg

Fotocredit: Eliane Drömer/Starboard

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