Ayurveda Ernährungstipps für den Sommer: So kühlst du dich von innen

30 Grad im Schatten, warme Sommerluft und laue Nächte – der Sommer zeigt sich von seiner intensivsten Seite. So sehr wir die sonnigen Tage lieben, manchmal wünschen wir uns doch ein bisschen Abkühlung. Genau dafür haben wir etwas für euch: unser kühlendes Ayurveda-Rettungsprogramm.

Text: Nancy Rones / Titelbild: jakkapan21 von Getty Images via Canva

Von innen kühlen

Heiße Sommertage: Sonnenbaden unter blauem Himmel, Grillpartys mit Freunden, Happy Hour auf der Dachterrasse. Klingt eigentlich super, aber manchmal wirkt all das auch ganz schön aufreibend. Die Folge: ein gereizter, im wahrsten Wortsinn überhitzter, ziemlich unerträglicher Zustand. Jetzt könnte man die Hitze verfluchen und den unangenehmen Zustand irgendwie aushalten. Oder man beherzigt die Weisheiten des Ayurveda, der 5000 Jahre alten indischen Heilkunst. Ein Sommer-Burn-out lässt sich nämlich leicht vermeiden, wenn man die feurige Pitta-Kraft etwas zügelt. Jeder Mensch trägt diese Energie in sich. Während langer, heißer Sommertage baut sie sich auf, entfacht Aggressionen, Hyperaktivität, Streitsucht, schwächt das Immunsystem und begünstigt Kopfschmerzen, bis man irgendwann nur noch erschöpft ist.

Im Ayurveda geht es darum, die verschiedenen Energien im Gleichgewicht zu halten: feuriges Pitta, luftiges Vata und erdiges Kapha (siehe unten). Diese Balance ist Voraussetzung für körperliche und geistige Gesundheit. Indem man die ayurvedischen Grundsätze in die Ernährung, Lebensweise – und Yogapraxis – integriert, kann man Pitta beruhigen, Hitzeperioden gelassen überstehen und den Sommer einfach nur genießen.

Die 3 Doshas

Mit diesem Überbegriff werden im Ayurveda drei grundlegende Energien bezeichnet. Jedes Dosha beeinflusst verschiedene Körperteile und Funktionen im menschlichen Körper.

Vata ist eine Mischung aus Äther (Raum) und Luft. Es reguliert das Nervensystem und überwacht die mentalen und motorischen Aktivitäten wie Denken, Laufen, sowie Kreislauf und Verdauung.

Pitta besteht aus Feuer und Wasser und ist verantwortlich für die Verdauung (von Nahrung wie auch von Emotionen), für Stoffwechsel, Intellekt, Sehkraft, Blut und Haut.

Kapha kombiniert Wasser und Erde. Es beeinflusst die Struktur und Form des Körpers (Muskel-, Knochen-, Organwachstum und vieles mehr) und ist verantwortlich für die Feuchtigkeit von Gelenken und Haut.

Hier erfahrt ihr noch mehr über Vata, Pitta und Kapha.

Die Zusammensetzung der Doshas ist individuell verschieden, sie begründet die persönliche Konstitution und ist verantwortlich dafür, wie ein Mensch auf Dysbalancen reagiert. Ein Übermaß an Pitta entfacht das innere Feuer, während dominantes Vata ein Gefühl von Unsicherheit und Zerstreutheit erzeugen kann und übersteigertes Kapha leicht zu Trägheit und Gewichtszunahme führt. Über die Lebensgewohnheiten hat man einen gewissen Einfluss auf die Balance der Doshas.

Typische Pitta-Symptome

Aufgrund der persönlichen Konstitution mag es jeder etwas unterschiedlich empfinden. Doch es gibt ein paar typische Hinweise darauf, dass der Pitta-Anteil zu hoch ist:

  • Wut und Gereiztheit
  • Ungeduld und Streitlust
  • ein Drang, sich vergleichen und andere herausfordern zu wollen
  • Verdauungsprobleme (Sodbrennen und Durchfall)
  • trockene, gerötete Augen
  • Dehydrierung
  • übersteigertes Schwitzen
  • unruhiger Schlaf
  • Ausschläge, Akne
  • Entzündung der Magenschleimhaut

Lebensmittel mit adstringierendem (zusammenziehendem), süßem oder bitterem Geschmack haben aus ayurvedischer Sicht anti-entzündliche Wirkung, sie kühlen den Körper von innen und bringen Pitta ins Gleichgewicht.

Adstringierend: 
Granatapfel, Cranberry, Hibiskus, Kichererbsen, grüne Bohnen, Kartoffeln, Alfalfa-Sprossen – all diese Nahrungsmittel haben laut Ayurveda eine gefäßverengende, trocknende Wirkung. Das ist hilfreich, wenn man leicht schwitzt. Die typisch adstringierende Wirkung, die den Mund trocken und leicht pelzig macht, wird durch pflanzliche Wirkstoffe, so genannte Polyphenole, erzeugt, die auch für ihre antioxidanten und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind.


Süß:

Die ayurvedischen Qualitäten von Süße – dick, feucht und kühl – wirken erdend, sie schenken Wohlbehagen und bremsen einen überreizten Organismus etwas herunter. Süße Nahrungsmittel wie Datteln, Mangos, Avocado, Basmati-Reis, Kokosöl oder Milch können neueren Studien zufolge sogar unmittelbare Glücksgefühle auslösen.


Bitter:

Aus ayurvedischer Sicht regen bittere Lebensmittel wie Aloe Vera, Kurkuma, Schwarztee, Kaffee, Löwenzahn und Spinat die Verdauung an. Dadurch werden Giftstoffe ausgeschieden, die Hitze und Entzündungen hervorrufen. Der Inbegriff bitterer Nahrungsmittel ist dunkles Blattgemüse. Es ist reich an Ballaststoffen, Magnesium und Sauerstoff und soll laut Ayurveda dafür sorgen, dass das Blut von Hitze erzeugenden Säuren gereinigt wird.

Doch nicht nur Lebensmittel helfen von innen zu kühlen. Hier verraten wir, wie „Kühl atmen“ und Meditation gegen die Hitze helfen.


Die Autorin dieses Artikels, Nancy Rones, arbeitet als freiberufliche Journalistin. Ihre Spezialgebiete sind Gesundheit und Lifestyle.


Noch mehr zu Ayurveda in der YogaWorld Podcast-Folge mit Dr. Annette Müller-Leisgang:

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