Dies. Das. Asana – Beschwingter Krieger

Yoga Adventskalender

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Leichtigkeit auch in schwierigen Haltungen zu empfinden, ist ein Leitfaden, der sich durch viele moderne Yogastunden zieht – und der sich (obwohl das oft viel schwieriger ist) auch im Leben widerspiegeln kann. Der beschwingte Krieger macht uns vor, wie diese Balance gelingt.

GORDON SCHIRMER
GORDON SCHIRMER

Der berühmte Vers „Sthira sukham asanam“ aus Patanjalis Yogasutra wird je nach Schule und Tradition etwas verschieden übersetzt. Manchmal heißt es, „Die Körperhaltung sollte stabil und angenehm sein“, dann wieder „Der Sitz ist fest und leicht“. So oder so: Wir werden aufgefordert, nach der Balance zu streben – zwischen knall- hartem Durchziehen (was auch bedeuten kann, für sich einzustehen und nicht klein beizugeben) und einer Weichheit, vor der wir uns manchmal fürchten, da wir meinen, dadurch die Zügel aus der Hand zu geben oder in der Unterspannung zu versacken. Der beschwingte Krieger ist für mich die perfekte Übung, um den Ausgleich dieser Gegensätze einzuüben: Zwar ist die Grundspannung deutlich spürbar, vor allem im vorderen Bein und den Adlerarmen, aber man nimmt auch wahr, dass Verkrampfen ins Ungleichgewicht führt. Stattdessen liegen die Arme wie Wurzeln ineinander und der ruhige, weiche Atem führt Sie in die Leichtigkeit – Lächeln inklusive.

Macht das Spaß?

JA! Da es bei dieser Hybrid-Haltung kaum möglich ist, wie ein gefällter Baum umzufallen, kann man spielerisch mit dem Heben der Ferse und mit den Adlerarmen experimentieren.

Muss ich das können?

NEIN. Der Mix aus Beinkraft und Mo- bilisierung von Schultern und oberem Rücken ist sicher inspirierend, aber natürlich kann man Krieger und Adler auch ganz klassisch einzeln üben.

Was muss ich dafür tun?

Zur Vorbereitung dienen Sonnengrüße, Krieger 2 und einfache Adlerarme im Stehen. Um das Heben der Ferse zu erleichtern, heben und senken Sie beide Fersen ein paarmal aus dem Stand. Das weckt die Kraft der Waden und Oberschenkel und fördert das Bewusstsein für die Bewegung.

Step by Step

  1. Sie beginnen im herabschauenden Hund. Heben Sie mit der Einatmung das rechte Bein und ziehen Sie den Fuß mit der Ausatmung an die Innenseite Ihrer rechten Hand. Mit der nächsten Einatmung richten Sie sich auf und segeln elegant in den Krieger 2, dabei dreht sich der hintere Fuß in die Diagonale.
  2. Vielleicht müssen Sie die Stellung der Füße und die Ausrichtung der Beine noch etwas korrigieren: Der Schritt sollte groß genug sein, dass das tief gebeugte vordere Knie maximal über dem Fußgelenk steht und nicht davor.
  3. Atmen Sie ein und kreuzen Sie den linken über den rechten Oberarm. Wenn möglich, kreuzen Sie auch die Unterarme, sodass sich die Handflächen berühren. Wenn nicht, können Sie einen Yogagurt oder einfach eine Socke zum Greifen benutzen. Atmen Sie tief in den oberen Rücken ein, dabei bewegen sich die Schulterblätter voneinander weg. Ausatmend schieben Sie die Ellenbogen weiter vor und etwas nach oben.
  4. Richten Sie den Blick nach vorne, das erleichtert die Balance. Spüren Sie beide Füße mit gleichem Gewicht auf der Matte.Dann heben Sie langsam die rechte Ferse. Im Bewusstsein Ihrer eigenen Kraft lassen Sie dem Atem freien Lauf und spüren die Leichtigkeit, die er mit sich bringen kann. Sobald diese Leichtigkeit verschwindet (und das Lächeln in ihrem Gesicht erstarrt), lösen Sie die Haltung achtsam auf, fließen durch ein Vinyasa und wiederholen das Ganze auf der anderen Seite.


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    Foto: Gordon Schirmer

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