Selbstfürsorge: Jenseits des Badeschaums

Was bedeutet Selbstfürsorge

Selbstfürsorge als politischer Akt? Im duftigen Selfcare-MeTime-Wohlfühl-Kosmos geht gerne mal unter, dass wir es mit einer Grundlage menschlichen Miteinanders zu tun haben. Warum es wichtig ist, sich um sich selbst zu kümmern, um gut handeln zu können.

Text: Carmen Schnitzer

Pastellfarbene Teetassen-Idylle, listenweise Tipps, Blumen, Schaumbäder und immer wieder entspannt lächelnde Menschen im Schneidersitz, die Hände zur Jnana-Mudra geformt: Wer das englische Pendant zur „Selbstfürsorge“, „selfcare“, in die Internet-Suchmaschine seines Vertrauens eingibt, den kann die Flut an Ergebnissen überwältigen. Gut 3 Milliarden Treffer spuckt etwa Google aus, bei Ecosia sind es 13,7 Millionen, weit über 34 Millionen Mal findet sich der Hashtag #selfcare auf Instagram. Derzeit gehört das Wort laut „Google-Trends“ zu den weltweit am häufigsten gesuchten Begriffen, und klar: Auf so einen Zug springen Produktmanager*in gerne auf, sie nennen Badeschaum „Zeit für mich“ und Kräutertees „Happy Mind“, während die Verlage uns mit Wohlfühl-Zeitschriften in Mandala- und Wolken-Optik beglücken.

All das ist offenbar Zeitgeist. Dabei haben wir es hier nur scheinbar mit einer Neuzeit-Erfindung zu tun. Die Philosophie hinter dem vermeintlichen Modewort „Selbstfürsorge“ ist schon Jahrtausende alt, und zwar nicht nur im indischen Yoga. Auch hier in Europa widmeten sich Denker bereits in der Antike dem Thema. Zentrale Begriffe sind dabei das griechische epimeleiaheautou bzw. das römische cura sui, die sich beide mit „Sorge um sich selbst“ übersetzen lassen. Der Philosoph Michel Foucault hat ihnen 1982 in mehreren Vorlesungen am Collège de France neue Aufmerksamkeit verschafft. Er wies unter anderem darauf hin, von welch zentraler Bedeutung für die Polis, also den Staat beziehungsweise die Gemeinschaft, es war, dass der Philosoph Sokrates (469–399 v. Chr.) die Bürger zur Selbst(für)sorge mahnte.

Es gibt ein fiktives Gespräch zwischen Sokrates und dem späteren Staatsmann Alkibiades, einem jungen, attraktiven Draufgänger, den es in die Politik zog. Nach und nach zeigt Sokrates ihm darin auf, dass es ihm dafür noch an Kompetenz, Bildung und klaren Grundsätzen mangele. Er rät ihm, zunächst einmal zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern, was wiederum Selbsterkenntnis voraussetze. Erst wer für sich selbst sorgen könne, könne auch ethisch gut handeln und sei einer Führungsrolle würdig.

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„Ich zuerst“ ist der falsche Weg

Damit wären wir bei einem bis heute weit verbreitetem Missverständnis, demzufolge das Kümmern um sich selbst gleichzusetzen ist mit Egoismus oder einem bloßem Kreisen um die eigenen Befindlichkeiten – einer Art „Achtsamskeitsspirale“, die sich auch in Yogakreisen durchaus mal beobachten lässt. Vielleicht kennst auch du jemanden, der vor lauter „Spiritualität“ und Innenschau die Welt um sich herum kaum noch wahrnimmt, oder dessen Interaktion mit anderen Menschen dir problematisch erscheint? Diese Gefahr sieht auch Dr. Tatjana Reichhart, die in ihrem Buch „Das Prinzip Selbstfürsorge“ unter anderem von dem Druck schreibt, den der derzeitige „Ich muss mich finden beziehungsweise optimieren“-Trend auslöst. „Wenn die Achtsamkeit instrumentalisiert wird im Sinne von alles ganz toll und gut zu machen – dann landen wir nicht bei dem, was mit Selbstfürsorge gemeint ist“, erklärt sie. Selbstfürsorge beziehe immer andere Menschen mit ein, bedeute nicht „Ich zuerst“, sondern auch Reflexion über die eigene Rolle in der Gesellschaft.

Das klingt kompliziert und tatsächlich gibt es kein schlichtes Rezept, dem man mal einfach folgen kann, um im besten Sinne selbstfürsorglich zu sein. Denn Zeiten ändern sich ebenso wie Menschen und Umstände, und so gilt es, das eigene, sich wandelnde Innere immer wieder neu auszuleuchten und in den Kontext zur sich ebenfalls wandelnden Außenwelt zu setzen. Und ja, das bedeutet auch: Arbeit an sich selbst. Nicht im Sinne eines ehrgeizigen Höher-schneller-weiter-Denkens, nicht, um immer „besser“ zu werden, sondern um im Einklang mit sich und der Umwelt zu bleiben beziehungsweise sich neu auszubalancieren.

Nur wer sich selbst hilft, kann anderen helfen

Warum ist  Selbstfürsorge so wichtig?
Selbstfürsorge bedeutet auch, sich Regenerationsphasen zu gönnen. Nur wenn dein Akku voll ist, kannst du dich auch gut um andere kümmern.

Wem das alles zu abstrakt klingt, dem hilft vielleicht ein konkretes Bild: Wenn im Flugzeug vor dem Start die Sicherheitshinweise gezeigt werden und davon die Rede ist, dass bei einem Druckabfall Sauerstoffmasken aus den Fächern über den Sitzen fallen, dann heißt es immer: „Setzen Sie sich erst selbst die Maske auf, bevor Sie Kindern und anderen hilfsbedürftigen Menschen helfen!“ Denn wenn du nicht mehr atmen kannst, ist auch dem Kind neben dir nicht geholfen. Im übertragenen Sinne heißt das: Wenn du nicht auf deine Energiereserven achten, wenn du dich nur für andere Menschen und Pflichten verausgabst oder Erfolgen nachjagst, ohne dir Regenerationsphasen zu gönnen, wird früher oder später der Punkt kommen, an dem du weder zur Hilfe noch zur Pflichterfüllung mehr fähig bist.

Etwas anders ist das in der Yogaphilosophie. Patanjali stellt im Yogasutra die Yamas, also die Grundregeln ethischen Verhaltens, die sich mit dem Außen beschäftigen (verkürzt: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkei, Nicht-Stehlen, Maßhalten, Begierdelosigkeit) vor die Niyamas, die sich auf das Selbst beziehen (Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Hingabe). Er geht also, wenn man so will, im Vergleich zu Sokrates einen umgekehrten Weg. Aber wie ist es denn nun „richtig“? Nun, dazu könnten wir uns darauf besinnen, dass es die harte Trennung von Innen und Außen, von Ich und Umwelt, von Zuerst und Danach im Grunde nicht gibt, dass Yoga Einheit bedeutet, Harmonie und Verbindung. Im konkreten Fall – etwa bei den Sauerstoffmasken im Flugzeug – ist es zwar wichtig, sich zuerst um sich zu kümmern, aber nicht im Sinne einer Hierarchie, sondern mit Blick auf das große Ganze.

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Philosophie und Alltag

Worte wie „zuerst“ oder „wichtig(er)“ sind demnach als Wortkrücken zu verstehen, die der einfacheren Kommunikation dienen, aber den tieferen Sinn einer Handlung nur bedingt erfassen. Doch weg von der Philosophie und hin zum Alltag: Was bedeutet Selbstfürsorge in einer Zeit, in der das kollektive Stresslevel hoch ist? Schon vor Corona, 2019, erreichte die Zahl psychisch bedingter Krankschreibungen einen neuen Höchststand: 260 Fehltage kamen laut des DAK-Psychoreports 2020 auf 100 Versicherte, das bedeutet seit 2000 einen Anstieg von 137 Prozent.

Woher kommt diese offensichtliche Überforderung mit dem Leben, der Welt? Warum fühlen wir uns so oft gehetzt, ruhelos, wo wir doch im Vergleich zu unseren Vorfahren so viele Möglichkeiten haben, Zeit zu „sparen„: Fürs Wäschewaschen haben wir Maschinen, mit der U-Bahn legen wir in wenigen Minuten mehrere Kilometer zurück, Nachrichten verschicken wir per Mausklick. Und doch fühlen sich viele überfordert, denn wir bekommen zwar einerseits Zeit „geschenkt“, haben aber andererseits zigmal mehr Möglichkeiten, sie einzusetzen, als wir tatsächlich können. Und diese Wahlmöglichkeit, die gleichzeitig ja auch eine Wahlpflicht ist, stresst.

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Stress ist nicht gleich Stress

Dabei ist Stress nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Stressforscher*innen unterscheiden zwischen positivem (Eustress) und negativem (Distress) Stress. Während ersterer zum Beispiel als Lampenfieber oder Aufregung vor einem Wettkampf zum Tragen kommt und uns kurzzeitig wacher und leistungsfähiger macht, belastet uns der Distress, wir fühlen uns überfordert, weil wir Dinge nicht zu unserer Zufriedenheit erledigen können, brennen aus oder plagen uns mit Ängsten herum. Jetzt zu Corona-Zeiten sahen und sehen sich leider viele diesem negativen Stress ausgesetzt, sei es wegen der Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Arbeit, wegen Existenzsorgen oder aufgrund von heftigen Differenzen mit Freund*innen, die zum Thema eine andere Haltung haben als man selbst.

Um diesem krank machenden Stress etwas entgegenzusetzen, ist Selbstfürsorge in diesen Tagen vielleicht wichtiger denn je. Denn um Herausforderungen und Rückschlägen standzuhalten, brauchen wir Resilienz (von lat. resilire: zurückspringen, abprallen). Zwillingsstudien legen nahe, dass diese psychische Widerstandsfähigkeit zu 30–50 Prozent genetisch bedingt ist. Frustrierend? Konzentrieren wir uns lieber auf die gute Nachricht: 50–70 können wir trainieren. Dazu gilt es, das eigene Denken und Handeln zu reflektieren, sich der eigenen Bedürfnisse klar zu werden, Glaubenssätze zu erkennen und gegebenenfalls zu modifizieren. Solche oft bereits in der Kindheit erlernte Glaubenssätze können zum Beispiel sein: „Ich werde geliebt, wenn ich Leistung bringe“, „Ich darf nicht schwach sein“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Das Erkennen solcher inneren Muster ist der erste Schritt hin zu einem selbstfürsorglicheren Verhalten.

Hilfreich: Meditation für ein heilendes Herz

Die nächsten Schritte führen uns dann durchaus mal raus aus der Komfortzone, wobei du dich nicht überfordern solltest. Das Prinzip kennst du im Grunde schon vom Yoga: Es geht darum, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren – was nicht bedeutet, es sich innerhalb dieser Grenzen gemütlich zu machen, sondern sie immer wieder auszutesten, etwas darüber hinauszugehen, aber auf keinen Fall zu viel.

Nachhaltige Freundlichkeit

Auf den Alltag bezogen kann das zum Beispiel heißen, dass du mal nicht so „nett“ reagierst, wie man es von dir gewohnt ist – weil du zum Beispiel eine Bitte abschlägst, die du sonst automatisch, aber vielleicht innerlich grummelnd erfüllt hättest (bis es irgendwann womöglich zum großen Knall gekommen wäre). Danach gilt es, die (kurzzeitige) Enttäuschung oder Verwunderung deines Gegenübers auszuhalten. Doch du wirst merken, dass das Leben weitergeht, du weiterhin respektiert und geliebt wirst – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als vorher. Denn die Freundlichkeit, die du entwickelst, wenn du selbstfürsorglich handelst, wird eine echte, nachhaltige und (selbst-)sichere sein, die sowohl dich als auch dein Gegenüber bereichert. Und auf diese Erkenntnis können wir nun gerne mit einer pastellfarbenen Tasse „Happy Mind“-Tee anstoßen!


Zu Beginn ihrer Recherchen hatte Autorin Carmen Schnitzer beim Thema „Selbstfürsorge“ viele Plattitüden im Kopf und Sorge, dass es zu wenig Substanzielles zu sagen gäbe. Am Ende sah sie sich gezwungen, ihren Text ordentlich zu kürzen …

Free Flow Playlist mit Hippie Vibes

Yoga Playlist Selen
Die Free Flow Yoga Playlist von unserem Covermodel Selen

Chillige Klänge, sanfte Rhytmen, Sonne im Herzen: Mit dieser Free Flow Playlist kannst du die Sommertage und deine Yoga-Praxis ganz wunderbar verbinden.

Sie sei ein „Hippie im Herzen“ sagt Selen Erman von sich selber: voller Wanderlust und Leidenschaft – zum Beispiel für Musik, Bewegung und ein Leben jenseits der Dogmen. Diese Kombination ihrer Leidenschaften hat sie uns in eine Playlist gepackt. In 90 Minuten kommst du den Velvet Hippie Vibes näher und wirst von den Liedern durch einen Bewegungsfluss getragen. Diese entschleunigen und bringen dich aus dem Kopf zurück ins Fühlen. Wenn du passend zur Free Flow Playlist nach einer Praxis-Strecke suchst, kommst du hier zu einer Mini-Practice für fließende Energie.

Free Flow Playlist

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Über Selen

Hippie Vibes mit Selen – Photo: Phil Pham (@philphamphoto)
Hippie Vibes mit Selen – Photo: Phil Pham (@philphamphoto)

Die Münchnerin mit türkischen und norddeutschen Wurzeln unterrichtet Vinyasa Yoga bei Patrick Broome und zierte bereits das Yoga Journal Cover. Viel mehr als einem bestimmten Stil folgen ihre Stunden dem Fluss des Atems, den Klängen von Musik und der Intuition. Ihr Ziel: „Vom Kopf ins Spüren kommen und erkennen, dass unsere wahre Natur pure Liebe ist.“ Om Shanti!

https://yogaworld.de/sunrise-flow/

Übrigens: Vielleicht willst du uns aber auch selbst mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich unter redaktion@yogajournal.de, auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.

Faszien-Taube für die Innenseiten der Arme

Faszien-Taube für die Arminnenseiten - Foto: Susanne Schramke
Seine Flügel ausbreiten und so friedlich durchs Leben fliegen wie eine Taube – in turbulenten Zeiten wie diesen eine besonders schöne Vorstellung. Damit du auch Veränderungen und neue Wege mit offenen Armen empfangen kannst, empfiehlt Amiena Zylla dir diese Faszien-Taube für die Arminnenseiten.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich waren die letzten Monate sicher die herausforderndsten, die ich mir vorstellen kann. Wer hätte gedacht, dass ein Virus die Welt so zum Stoppen bringen würde? Für mich persönlich war die Lockdown-Zeit gefühlt
einmal Hölle und zurück. Ich wollte mit aller Kräften mein Yogastudio am Leben erhalten und trotz 24/7 Arbeit versuchen, eine gute Mutter für meine kleine Tochter zu sein. Aber trotz der ganzen Hektik und dem Gefühl, manchmal alles hinschmeißen zu wollen, spürte ich auch einen gewissen inneren Frieden: Mehr denn je habe ich mir bewusst Gedanken darüber gemacht, was mein Wohl und das meines Kindes bzw. meiner Familie eigentlich ausmacht.

Der Stresslevel war zum Teil so hoch, dass ich genau in dieser Situation alles viel deutlicher vor Augen hatte: Was ist gut für uns und was nicht. Meine Entscheidungen fielen da ganz klar und ohne Zweifel. Dafür nehme ich mir zwar Zeit, aber es gelingt mir auch wieder ganz gut, auf mein „Bauchgehirn“ zu hören. Mir persönlich helfen dabei die öffnenden Übungen für die verschiedenen Faszienbahnen. Eine sehr entscheidende Bahn möchte ich dir hier vorstellen: die vordere Armlinie. Das Üben mit ihr wird uns dabei unterstützen, neue Wege mit offenen Armen zu empfangen.

Verlauf der frontalen Armlinien und Wirkung

Sie beginnen bei den Fingern, ziehen über die komplette Innenseite der Arme, weiter geht es über die vordere Seite der Schulter zur Brust, wo sie am Brustbein endet. Diese Übung stabilisiert und hält die Handgelenke flexibel, lindert das Karpaltunnel-Syndrom (Verengung der Nerven im Handgelenkstunnel), verbessert die Atmung und verschafft ihr mehr Raum.

Gleich mitmachen: 60 Minuten Faszienyoga mit Amiena Zylla im Video

Step by Step Anleitung

Faszien-Taube für die Arminnenseiten – Foto: Susanne Schramke
  1. Setze dich in den Fersensitz. Aus dieser Position lehne dich leicht nach vorne, hebe dein Gesäß etwas an und stütze dich mit den Händen am Boden ab.
  2. Strecke dein rechtes Bein nach hinten aus und schiebe deine linke Hand etwas weiter nach vorne. Dann drehe deinen rechten Arm im Schultergelenk nach außen, sodass die Fingerspitzen deiner rechten Hand nach hinten zum ausgestreckten Bein zeigen.
  3. Rotiere deine rechte Beckenhälfte leicht nach innen und senke sie in Richtung Boden ab. Dein Oberkörper ist dadurch minimal nach links gedreht.
  4. Bleibe etwa eine halbe Minute lang in der Haltung und beobachte die Dehnung an der Arminnenseite. Anschließend wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Tipp: Wie immer im Faszienyoga bist du eingeladen, mit der Haltung zu spielen: Bewege die rechte Schultern sachte nach innen und außen, drehe deinen Oberkörper mal mehr, mal weniger nach links, heben und senke dein Becken – alles ganz langsam und klein, so dass die Bewegungen von außen kaum sichtbar sind. Dennoch wirst du deutlich die verschiedenen Nuancen in der Wirkung spüren.

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Fragen oder Anregungen? Dann findest du Amiena Zylla hier: amienazylla.com & instagram.com/amienazylla

4 Asanas für jeden Tag

Keine Zeit für Yoga? Diese vier Übungen kannst du täglich und praktisch überall praktizieren. Denn eine gute Yogapraxis muss keine 90 Minuten dauern. Wir zeigen dir 4 Asanas für jeden Tag.

Die Vorzüge einer ausgiebigen Praxis sind unbestritten, aber auch kürzere Übungseinheiten können bei Verspannungen und Konzentrationsmangel wahre Wunder wirken. „Mache dich von dem Gedanken frei, dass eine Praxis unbedingt 90 Minuten dauern muss“, rät Yoga-Lehrerin Jane Austin aus San Francisco. „Schon der nach unten schauende Hund für sich ist eine eigenständige Praxis. Yoga wirkt immer. Schon mit wenig Aufwand lassen sich nachhaltige Effekte erzielen.“ Allein durch Konzentration auf den Atemfluss lässt sich dem Körper bereits Energie zuführen oder der Geist beruhigen. Diese 4 Asanas kannst du ohne großen Aufwand in deinen Alltag integrieren:

Happy Baby-Haltung


Happy_Baby_Haltung_Yoga

Beginne deine Praxis morgens bereits vor dem Aufstehen. Winkele die Beine in Rückenlage an und führe die Knie zur Brust. Greife die Außenkanten der geflexten Füße und öffne die Knie zur Seite. Lasse mit jeder Ausatmung die Knie näher zum Boden sinken. Entspanne Leisten und Hüften. Halte die Stellung für mindestens fünf Atemzüge.

Probiere auch mal diese Mini-Practice für die Hüfte.

Virabhadrasana III – Krieger III

Virabhadrasana_III_Krieger_3

Diese Position lässt sich zum Beispiel einbauen, während du den Tisch deckst oder abräumst. Stehe eine Armlänge vom Tisch entfernt und beuge den Oberkörper so weit nach vorne, bis er parallel zum Boden ausgerichtet ist. Greife die Tischkante – eventuell musst du ein wenig nach vorne oder hinten laufen, um den Oberkörper korrekt ausgerichtet zu halten. Hebe das rechte Bein nach hinten und oben, bis es mit dem Rücken eine Gerade bildet. Verlängere den Nacken und richte den Blick gerade nach vorne. Wenn du stabil stehst, löse die Hände von der Tischkante und verlängere durch die Fingerspitzen nach vorne. Halte die Übung für drei Atemzüge und setze dann das Bein zurück auf den Boden. Wiederhole die Haltung mit dem anderen Bein.

Video mit Ranja Weis: Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich lösen

Vorwärtsbeuge mit Streckung des Piriformis-Muskels


Vorwärtsbeuge_Yoga

Diese Übung lässt sich unauffällig zum Beispiel am Arbeitsplatz durchführen. Ihr Vorteil: Sie vitalisiert und entlastet Hüfte und Lendenwirbelsäule. Schlage das rechte Bein über das linke, so dass das rechte Fußgelenk direkt oberhalb des linken Knies aufliegt und das rechte Schienbein parallel zur vorderen Kante der Sitzfläche ausgerichtet ist. Umfasse die rechte und linke Außenkante der Sitzfläche und aktiviere das übergeschlagene Bein, indem du den rechten Fuß flext. Bewege mit der Ausatmung das rechte Knie in Richtung Boden und neige dich gleichzeitig mit geradem Rücken leicht nach vorne. Wechsele nach fünf Atemzügen die Beine.

Ardha Adho Mukha Svanasana – Halber nach unten schauender Hund



Ardha_Adho_Mukha_Svanasana_Yoga

Stelle dich vor deinen Schreibtisch, die Füße in hüftbreitem Abstand zueinander. Führe mit der Einatmung die Handflächen vor dem Brustbein zueinander. Strecke mit der Ausatmung die Arme an den Ohren vorbei zunächst in Richtung Decke. Neige dich dann nach vorne und greife die Tischkante. Eventuell musst du ein wenig nach vorn oder hinten gehen, um den Rücken parallel zum Boden auszurichten. Schiebe die Hüften nach oben und hinten. Ziehe die Schulterblätter an den Rücken, während du die Brust zu den Oberschenkeln neigst. Richte den Blick auf den Nabel und halte die Position zehn Atemzüge lang.

Lies auch: 10 Minuten Praxis – Verspannungen im Rücken lösen

Die gedrehte Vorwärtsbeuge

Gedrehte Vorwärtsbeuge
Hach, wenn es nur so einfach wäre, wie es auf dem Foto aussieht! Der Witz ist:
Irgendwann wird es tatsächlich leichter, sich so genüsslich in Pashchimottanasana hineinzuzwirbeln wie unsere Asana-Kolumnistin Jelena Lieberberg. Fragt sich nur wann.

Für manche sehr bewegliche Yogis und Yoginis kommt irgendwann die Frage: „Was nun?“ Das kann man philosophisch betrachten – Stichwort: Zufriedenheit oder Karma-Yoga, also Tun um des Tuns willen. Aber ich will es mal ganz praktisch auf der körperlichen Ebene angehen: Wie kann ich in einer Position, in der ich schon sehr tief drin bin, noch weitermachen? Was gibt es vielleicht noch zu entdecken?

In dieser Kolumne bemühe ich mich darum, dir immer wieder spielerische Möglichkeiten zu zeigen, wie kleine (oder auch mal größere) Veränderungen einen ganz neuen Blickwinkel auf Altbekanntes eröffnen. Dabei geht mir ganz klar nicht um „höher, schneller, weiter“ sondern eher um eine Erweiterung des Horizonts, bevor wir uns alle in Samadhi auflösen (zwinker zwinker). Pashchimottanasana, die Vorwärtsbeuge aus dem Langsitz, ist korrekt ausgeführt eine ganz wundervolle Übung.

Viele Einsteiger fürchten sie, denn sowohl die Dehnung der Beinrückseiten als auch die nötige Geduld und Hingabe sind erst mal eine ziemliche Herausforderung. Sobald es allerdings mühelos wird, kann man anfangen zu vertiefen und zu spielen: Irgendwann greift man hinter den Füßen um einen Yogaklotz oder mit einer Hand ums andere Handgelenk. Einen im wahrsten Sinne des Wortes spannenden neuen Dreh bekommt die Haltung in dieser Variante. Hier vereinen sich Vorwärtsbeuge, Twist und Seitdehnung – und plötzlich entsteht etwas ganz Neues. Ein leichtes Lächeln hilft auch hier, sich nicht zu verbissen an dieses Experiment zu wagen.

Vorbereitung für die gedrehte Vorwärtsbeuge

Zur Vorbereitung gehören Sonnengrüße sowie die verschiedenen Vorwärtsbeugen im Sitzen, allen voran natürlich Pashchimottanasana, außerdem intensive Twists wie der Drehsitz mit gestrecktem Bein oder mit angewinkeltem Bein, sowie Übungen zur Flankendehnung. Falls du in der klassischen Vorwärtsbeuge aus dem Langsitz, die Beine nicht strecken kannst, dich aber dennoch mal an der Drehung versuchen willst, hast du zwei Möglichkeiten: entweder die Knie beugen oder einen Gurt zu Hilfe nehmen.

Lies auch: Hilfsmittel im Yoga – notwendig? Und wenn ja, wie viele?

Step by Step in die gedrehte Vorwärtsbeuge

Gedrehte Vorwärtsbeuge
Die gedrehte Vorwärtsbeuge – Foto: Bella Lieberberg
  1. Wir beginnen, nachdem der Körper gründlich aufgewärmt ist, im Sitzen mit aufrechtem Rücken und gestreckten Beinen. Leite die aktive Vorwärtsbeuge ein, indem du mit der Einatmung Länge im Rücken schaffst und dich mit der Ausatmung aus der Kraft der Körpermitte nach vorne in Richtung Beine bewegst.
  2. Bleibe mindestens 2–3 Atemzüge lang konzentriert in dieser Haltung. Nutze deinen gesamten Körper und spüre genau, was die intensiver werdende Vorwärtsbeuge bewirkt.
  3. Für die Drehung nach links greife nun mit der rechten Hand diagonal zum linken Fuß und mit der linken Hand überkreuz zum rechten Fuß. Nutze die Kraft aus deiner Körpermitte, um behutsam immer deutlicher in die Rotation zu gehen.
  4. Sobald es möglich ist, lege den rechten Ellenbogen außen ans linke Knie. Dieses Widerlager hilft dir, die Drehung weiter zu vertiefen – vermeide es aber, dich mit Gewalt „hineinzuhebeln“.
  5. Die richtige Position für Kopf und Nacken ist die, mit der es dir gut geht. Klassischerweise orientierst du deinen Blick in Drehrichtung. Bleibe 2–5 Atemzüge in der Haltung, dann löse dich langsam heraus und wechsele zur anderen Seite.

Fragen oder Anregungen? Du findest Jelena Lieberberg auf instagram.com/kickassyogakickassyoga.net oder im Buch „KickAssAsanas“. Foto: Bella Lieberberg

Tipps vom Yogadude: Was verdient man als Yogalehrer*in?

ogadude Thomas Meinhof (c) Liza Meinhof 04

Der „Yogadude”“ Thomas Meinhof schreibt bei uns über das Thema Yoga & Business. Heute: Wir müssen über Geld reden. Was verdient man als Yogalehrer*in?

In der ersten Folge dieser Kolumne ging es ja darum, dass Yogalehrer*in in vielerlei Hinsicht ein Job wie jeder andere ist. Auch, was die Bezahlung betrifft. Aber was genau verdient man eigentlich als Yogalehrende*r? Wie in den meisten anderen Berufen auch, gibt es hier leider relativ wenig Transparenz. Es kann gut sein, dass man ein 300-stündiges Yoga Teacher Training absolviert, ohne auch nur im Halbsatz zu erfahren, mit welchem Stundenlohn man danach rechnen kann. Und selbst, wenn man jemanden aus dem Bekanntenkreis fragt, erhält man schwer einen repräsentativen Überblick – denn die Höhe der Entlohnung variiert nicht nur zwischen z.B. Fitnessstudios und Sportvereinen, sondern auch zwischen den Yogastudios untereinander.

Diese Faktoren bestimmen die Bezahlung beim Yogaunterricht

1. Die Anzahl der Schüler*innen

Viele Yogastudios (ca. 50 Prozent) entlohnen ihre Lehrer*innen gestaffelt: Je mehr Teilnehmende, desto höher das Honorar. Das ist eine faire Sache, weil das Studio an mehr Schüler*innen mehr verdient. Und der/die Yogalehrer*in hat einen Anreiz, dauerhaft eine gute Klasse abzuliefern. Einzige Ausnahme: Die Privatstunde. Da erhält man unter Umständen von der eine Person, die man unterrichtet, mehr Geld als von einem Studio für 20 Teilnehmer*innen.

2. Die Art des Unterrichts

Der Begriff „Stundenlohn“ impliziert natürlich, dass es für zwei Stunden Yogaarbeit mehr Kohle gibt als für eine. Es kann aber durchaus sein, dass man mit einem vierstündigen Workshop deutlich mehr verdient als mit vier Einzelstunden – wenn das entsprechende Studio (wie es üblich ist), die Einnahmen mit dem/der Yogalehrer*in teilt. Außerdem sind die meisten Leute bereit, für einen speziellen Workshop gerne etwas mehr zu bezahlen als für „normalen“ Yogaunterricht.

3. Die berufliche Qualifikation

In vielen Studios (ca. 40 Prozent) werden Yogalehrer*innen auch danach entlohnt, wie gut (bzw. wie lange) sie ausgebildet sind. Wer 800 Stunden Teacher Training, Apprenticeship etc. mehr auf dem Buckel hat, bekommt mehr als jemand, der im Urlaub mal schnell am Strand einen Yogalehrerschein gemacht hat. Und das ist auch okay, denn im Normalfall bekommt der Unterricht mit der Berufserfahrung eine andere Qualität. Auch hier ist Yoga übrigens mal wieder ein Job wie jeder andere.

Lies auch: Teacher Training – Checkliste für die Yogalehrerausbildung

Was verdient man als Yogalehrer*in?

Um es kurz zu machen: Wer mit Yoga reich werden möchte, sollte entweder aufhören zu schlafen und 24 Stunden täglich unterrichten. Oder es irgendwie schaffen, ausschließlich hoch bezahlte Privatstunden zu geben. Wichtig zu beachten ist auch die Tatsache, dass die meisten Yogalehrenden freiberuflich arbeiten und ihre Einkünfte selbst versteuern sowie selbstständig in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Von dem Betrag, den das Studio am Monatsende überweist, bleibt also nicht alles am Ende übrig.

So viel Geld bekommen Yogalehrende für den Unterricht

Für eine Stunde Yogaunterricht erhalten die meisten Yogalehrer*innen zwischen 30 bis 35 Euro. Darauf basierend gibt es für 75 Minuten zwischen 40 und 45 Euro netto und für 90 Minuten zwischen 45 und 50 Euro. Interessant ist die Tatsache, dass es bei der Entlohnung recht große Unterschiede gibt: Für 60 Minuten-Klassen werden in Einzelfällen nur 12 Euro überwiesen, am oberen Ende der Skala gibt es aber auch bis zu 75 Euro. Bei 75 Minuten sieht es mit 15 bis 51 Euro ähnlich aus, bei 90 Minuten gibt es eine Spanne von 18 bis 90 Euro.

(K)ein Job wie jeder andere

Im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmern müssen (freiberuflich tätige) Yogalehrende nochmal ganz genau nachrechnen. Denn von dem, was ihnen die Studios überweisen, bleibt nach Steuern, Versicherungen und Rente unter Umständen nur noch die Hälfte übrig. So muss man selbst bei relativ hoher Bezahlung ganz schön ranklotzen, um vom Unterrichten leben zu können. Und das ist dann wahrscheinlich auch der Grund, warum dieser wunderbare Beruf in den meisten Fällen als Nebenjob betrieben wird. Ob die Bezahlung für den Unterricht besser sein könnte? Das ist schwer zu sagen. Allerdings sind die wenigsten Studiobetreiber selbst außergewöhnlich wohlhabend (besonders in Pandemiezeiten) und die Preise für Yogaklassen auch nicht unbedingt zu günstig. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, etwas Transparenz in Höhe der Honorare zu bringen. So kann man am Ende selbst entscheiden, ob man die eigene Entlohnung als fair empfindet.

Lies auch: 7 Dinge, die richtig gute Yogalehrer ausmachen


Yogadude Kolumne

Thomas Meinhof, auch bekannt als „Yogadude“, ist studierter Betriebswirt, ausgebildeter Yoga-Lehrer und betreibt in München sein eigenes Yoga-Studio SHIVA SHIVA YOGA. Seit 2016 schreibt er regelmäßig auf seinem Blog „Yogadude“ über alle Themen rund ums Yoga, seit 2020 kann man ihn auch in seinem eigenen Nicht noch ein Yoga-Podcast hören. Im September 2021 erscheint sein Buch Selbstständig mit Yoga – von Businessplan bis Steuererklärung.

Nachhaltig schön! Die neue Yoga-Kollektion von Cara & PUMA

Cara Delevingne Puma Yoga

Cara Delevingne hat sich mit PUMA zusammengetan. Das Ergebnis: eine nachhaltige Yoga-Kollektion, die neben einem verantwortungsbewussten Herstellungsprozess mit einer voll ausgeglichenen CO2-Bilanz punktet. Und nebenbei auch noch richtig klasse aussieht. //anzeige

Sportmode ist nicht mehr nur Sportmode, vor allem bei Yoga-Klamotten müssen drei Dinge stimmen: Funktionalität, Nachhaltigkeit und Design. Genau da will PUMA mit seiner neuen Yoga-Kollektion „Exhale“, die in Zusammenarbeit mit Cara Delevingne entstand, punkten. Und dass genau das passiert ist, stellt Model, Schauspielerin und Aktivistin Cara klar: „Da Nachhaltigkeit sowohl für PUMA als auch für mich eine große Rolle spielt, war uns eine möglichst umweltschonende Entwicklung und Herstellung bei der Kollektion besonders wichtig. Diese Philosophie soll sich auch im Training mit Exhale widerspiegeln: Geist und Körper im Einklang, Raum für Frieden und Ruhe. Raum, um einfach auszuatmen.“ Ganz schön viel Anspruch an Tights, Top & Co. …

Cara Delevingne Puma Yoga
Cara Delevingne in der nachhaltigen „Exhale“-Kollektion von PUMA

„Forever Better“: Yoga und Umwelt

Viel Anspruch, ja. Aber wenn sich mit Cara und PUMA zwei Top-Player der Textilindustrie zusammentun, dürfen sie auch hochstapeln. Vor allem, wenn das Ergebnis eine Yoga-Kollektion ist, die nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten Blick überzeugt: Tops und Hosen bestehen aus mindestens 70% recyceltem Polyester und natürlichen Farbstoffen. Dazu kommt der besondere Fokus auf nachhaltige Produktion, den PUMA sich mit seinem „Forever Better“-Kodex auf die Fahne schreibt. Um unvermeidbare Emissionen auszugleichen, arbeitet das Label mit First Climate zusammen. Dabei werden CO2-Zertifikate für den Bau von kleinen Biogasanlagen für die ländliche Energieversorgung erworben, die als Ersatz für konventionelle Brennstoffe dienen.

Exhale-Kollektion: Lookbook

Ruhige erdende Farben, eine unaufgeregte Silhouette und eine gut durchdachte Funktion: Die neue Yoga-Kollektion „Exhale“ von PUMA und Cara Delevingne.

Wie sieht sie denn aber nun aus, die Exhale-Kollektion von der wir hier sprechen? Richtig gut, finden wir. Die Farben in zartem Hell- und Dunkelbraun und -blau erinnern uns an Natur, an Erde und Wasser. Das Design ist klar, wenig verspielt und lenkt nicht ab. Der Fokus liegt auf Funktionalität, wobei der Style trotzdem nicht zu kurz kommt. Dafür sorgen unter anderem die wunderschönen Stickereien, nach dem Vorbild von Caras Body-Art. Auch die Auswahl an Outfits kann sich sehen lassen: High-Waist-Tight, Tranings-Shirt, Studio-BH, Strick-Cover-up, Crop-Top, T-Shirt im Boyfriend-Style, Trikotanzug und Jogger – da ist für jeden was dabei. Mein Favorit ist die lässig geschnittene Trainingshose in Dunkelbraun in Kombination mit dem V-Neck Langarmshirt. Perfekt für eine Achtsamkeits-Meditation. Für kraftvolle und schweißtreibende Power-Vinyasa-Flows gefallen mir High-Waist-Short und Trainings-Shirt in hellem Blau. Welches Outfit ist dein Favorit?


Neugierig geworden? Mehr Infos zur nachhaltigen Exhale-Kollektion PUMA & Cara findest du auf: eu.puma.com

Sattvische Ernährung plus Rezept-Tipps

Sattvische Ernährung Ayurveda
Für den spirituell Suchenden empfehlen Yoga und Ayurveda eine reine Ernährungsform, die auch sattvische Ernährung genannt wird. Darunter versteht man in der ayurvedischen Diätetik eine sehr reine und naturbelassene Ernährungsform, die die geistige Verfassung des Menschen verbessern soll.

Deine Nahrung versorgt Körper, Geist und Seele mit allem, was für ein gesundes, glückliches und langes Leben notwendig ist. Je nachdem, welche Prioritäten du im Leben setzt, sollten deine Speisen individuell ausgewählt, kombiniert und zubereitet werden. Dadurch kannst du jene Teile des eigenen Wesens in ihrer gesunden Entwicklung fördern, die aktuell besonders im Fokus stehen.

Anhand der drei Gunas Tamas, Rajas und Sattva legt man die Ernährungskriterien so fest, dass Tamas und Rajas überwunden und Sattva gesteigert wird. Dadurch können die Klarheit des Geistes, die Reinheit der Gefühle und die Kraft des Körpers gestärkt werden.

Im Yoga stehen die drei Gunas Tamas, Rajas und Sattva für die Gemütszustände des Geistes:

Tamas herrscht während des Schlafes und beschreibt einen Geisteszustand, der von Trägheit und Unbewusstheit geprägt ist. Rajas herrscht tagsüber und wird durch Aktivität und Stimulation bestimmt. Sattva ist die Balance von Tamas und Rajas: ein ausgeglichener, kontrollierter Geisteszustand, in dem Bewusstheit, Intelligenz und ethische Werte vorherrschen.

Das oberste Ziel aller psycho-mental ausgerichteten Yoga- und Ayurvedapraktiken ist es, das Sattva-Guna zu stärken, um ein Leben in ganzheitlicher Gesundheit und spiritueller Verbundenheit zu führen.

Psychische Eigenschaften der Guna-Qualitäten

Die Gunas (Tamas, Rajas, Sattva), die eine Persönlichkeit dominieren, manifestieren sich jeweils durch bestimmte Eigenschaften und Vorlieben.

  • Sattva: moralische Stärke, Mitgefühl, Freundlichkeit, Geduld, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, Reinheit, Anpassungsfähigkeit, Freude am Studieren und gutes Wissen, gutes Gedächtnis, Zufriedenheit.
  • Rajas: Ungeduld, viele Wünsche und Begehrlichkeiten, Unzufriedenheit, Leidenschaft, Habgier, Trauer, Intoleranz, Eifersucht, Ängstlichkeit, Neigung zu Aggression, Pessimismus, Kritiksucht, großes Ego, starkes Verlangen nach Attraktionen und Ablenkungen.
  • Tamas: Ignoranz , Trägheit, wenig Temperament, Gier nach Primitivem, ausgeprägte Energielosigkeit und depressive Tendenzen, schwach ausgeprägte Intelligenz, Gedächtnisstörungen.

Sesam-Chutney zum Ausgleich von zu viel Tamas

Bei geistiger Trägheit, Schwere, Depressionen.

Zutaten:

100 g Sesamsamen
50 g Erdnüsse
1 Messerspitze Chilipulver
1 Messerspitze Trikatu (ayurvedische Gewürzmischung aus getrocknetem Ingwer, langem Pfeffer, schwarzem Pfeffer)
1 Prise Hing (Asafötida)
etwas Steinsalz

Zubereitung:

Sesamsamen und Erdnüsse in einem heißen Kochtopf anrösten. Gewürze und Salz zufügen, unter Rühren leicht rösten. Im Mixer zu einem Pulver mahlen. Dieses Chutney ist anregend und reinigend für den Geist. Je nach Geschmack können 1 bis 2 Teelöffel zu jeder Mahlzeit eingenommen werden.

Dattel-Toffee zum Ausgleich von zu viel Rajas

Bei Unruhe, Stress, Schlafstörungen, Aggressionen.

Zutaten:

250 g Datteln
100 g Rosinen
100 g Walnüsse
30 g Kandiszucker
5 g Shatavari
5 g Ashwagandha
1-2 TL Ghee

Zubereitung:

Die Datteln entkernen. Mit Rosinen und Walnüssen mischen und in einem Mixer zu einer Paste verarbeiten. Das Ghee in einem Topf erwärmen, die Dattel-Rosinen-Walnuss-Mischung zugeben und unter Rühren anschwitzen. Etwas Wasser zufügen und die Masse 10 Minuten lang einkochen lassen. Ab und zu umrühren. Den Kandiszucker mahlen, mit Shatavari und Ashwagandha mischen und unter die Masse rühren.

Alles zusammen nochmals im Mixer pürieren. Die Masse auf einem Teller oder Blech verteilen, abkühlen lassen und zu kleinen Toffees schneiden bzw. formen. Dieses stärkende Rezept für den Geist (Medhya-Rasayana) ist besonders ausgleichend und harmonisierend für das psychische Gleichgewicht. Es stärkt Konzen­trationsfähigkeit, Geduld, innere Ruhe und mentale Belastbarkeit.


Kerstin Rosenberg bildet als Ayurveda-Spezialistin und erfolgreiche Buchautorin Ayurveda-Therapeuten, -Ernährungsberater und psychologische Berater in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Mehr Infos unter: www.ayurveda-akademie.org