Sadhana: 4 Tipps für die eigene Praxis

Regelmäßig selbst zu üben – im Alltag gar nicht so leicht umzusetzen. Dabei gilt Sadhana als das Herzstück des Yogawegs. Egal ob du schon eine Weile damit kämpfst oder dir gerade erst eine eigene Praxis aufbaust: Mit diesen Tipps umschiffst du die häufigsten Probleme.

„Ich finde oft nicht die Zeit zum Üben.“

Du weißt ja: Zeit findet man nicht, man nimmt sie sich. Aber keine Sorge: Für ein stabiles Sadhana musst du nicht jeden Tag 1 bis 2 Stunden üben. Plane lieber realistisch und mache dir bewusst: Drei Sonnengrüße und eine 5-Minuten-Meditation sind immer drin – und sie geben dir auch an sehr „vollen“ Tagen das gute Gefühl, geübt zu haben. Gleichzeitig gilt aber auch: Eine feste Zeit am Tag oder ein Wochenplan sind ein guter Ausgangspunkt, um der Praxis im Alltag Raum und Gewicht zu verleihen. Bleibe flexibel, wenn es mal nicht so funktioniert wie geplant: So kannst du dir zum Beispiel an einem chaotischen Tag einfach 10 entspannende Minuten am Abend gönnen. Wenn du krank bist, höre Mantras und übe in Gedanken. Das Entscheidende ist, dass du dich jeden Tag einmal innerlich mit der Praxis verbindest.

„Ich weiß nicht, welche Übungen ich machen soll.“

Suche dir eine Übungssequenz, die dir vertraut ist und Spaß macht. Von diesem Grundgerüst ausgehend kannst du je nach Laune, Bedürfnissen und zur Verfügung stehender Zeit variieren. Eine „runde“ Sequenz sollte nach dem Aufwärmen (z.B. Sonnengruß) verschiedene Asana-Grundtypen enthalten: Stehhaltungen, Sitzhaltungen, Vorwärtsbeugen, Drehungen, Rückbeugen und Umkehrhaltungen. Frage deinen Yogalehrer nach einem Übungsplan für zu Hause. Auch in unseren Yoga Videos findest du tolle Sequenzen. Plane immer einige Minuten zur Einstimmung und für einen meditativen Ausklang ein. Erst diese innere Ausrichtung ermöglicht es dir, wirklich bei dir anzukommen und nicht nur zu „turnen“.

„Ich lasse mich zu Hause sehr leicht ablenken.“

Lege zu Beginn der Praxis einen Zeitrahmen fest und nimm dir vor: Egal, ob ich konzentriert übe oder nicht, bevor diese Zeit verstrichen ist, gehen ich nicht von der Matte. Stelle äußere Störquellen von vorneherein ab: Dein Handy ist entweder auf lautlos oder ganz abgestellt und die Familie weiß: Jetzt bleibt die Tür eine Weile zu. Deine inneren Störquellen lassen sich nicht so einfach abstellen. Aber du kannst sie beobachten – und dabei eine Menge über dich lernen. Wenn du dich immer wieder dabei erwischt, dass du „mal eben schnell“ noch eine Nachricht tippst oder eine Waschmaschine belädst, dann lege dir stattdessen einen Zettel bereit, auf dem du die To-dos notierst. Nach der Praxis ist dann Zeit dafür.

„Nach ein paar Wochen lässt die Regelmäßigkeit nach.“

Habe Geduld mit dir selbst: Ups and Downs sind völlig normal. Wichtig ist nur, dass du auch dann den Faden nicht verlierst, wenn der erste Schwung nachlässt. Alles wird leichter, wenn es dir gelingt, dir das regelmäßige Üben wirklich zur Gewohnheit zu machen. Aus der Verhaltenspsychologie weiß man: Es dauert im Schnitt 66 Tage, bis man eine neue Gewohnheit etabliert. Diese Zeit ist nicht leicht, aber du kannst es schaffen. So wichtig eine gewisse Disziplin ist: Lasse nicht zu, dass das Üben ein weiterer Punkt auf deiner To-do-Liste wird! Gehe in deiner Praxis dahin, wo die Freude ist: Übe das, was dir Spaß macht, genießen die Gelegenheit, viel tiefer ins Spüren zu kommen als in der Yogastunde, und mache dir immer wieder bewusst: Diese Zeit ist ein Geschenk, das du dir selbst machst.

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