Worte werden zu Bildern

DJAYA ist ein alt-indonesisches Wort und bedeutet Sieg, Erfolg oder Aufblühen. Als gemeinsames Projekt von Yin-Yogalehrerin Tanja Seehofer und dem Musiker Yann Kuhlmann ist DJAYA ein Weg zu tiefem innerem Frieden.

Eure Hintergründe als Yogalehrerin und Komponist sind durchaus verschieden. Was hat euch für DJAYA zusammengeführt?

YK: Wir praktizieren beide seit Jahrzehnten Yoga. Und wir lieben natürlich Musik. Als ich das erste Mal in Tanjas Yin-Yogaklasse kam und ihre besonnene und ergreifende Stimme hörte, bekam ich den Eindruck, dass die Inhalte durch einen speziellen Klangraum noch tiefergehender transportiert werden könnten. So produzierte ich eine erste CD, die Tanja im Unterricht ausprobieren konnte.

Tanja, Yoga gilt als Praxis der Stille und vor DJAYA hast du ohne „Soundtrack“ unterrichtet. Hat sich dein Ansatz durch DJAYA verändert?

TS: Sehr schnell konnte ich feststellen, dass Yanns Musik die Menschen motiviert, noch tiefer in die Haltungen und Meditation zu gehen. Durch die besondere Art der Töne bekommt der Raum zwischen meinen Worten mehr Fülle. Ich kann mittlerweile mit weniger Sprache weit mehr Inhalt transportieren. Worte werden zu Bildern, Aussagen werden zu Erlebnissen. Ich komme mir vor wie in einer 3D-DolbyDigital-Yogastunde (lacht).

Welche Wirkung schreibst du den Klängen zu?

TS: Die ganze Welt ist Klang, Rhythmus, Schwingung, und so wirken auch die Schwingungsfrequenzen im menschlichen Körper auf Knochen, Muskeln, Faszien und die Körperflüssigkeiten. Die- se wohltuende Wirkung bringt uns in ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. So können die Yin-Attribute feiner erlebt und deutlicher zugelassen werden: Vertrauen, Loslassen, Empfangen, Hingabe, Geduld, Spüren – einfach Sein.

Es gibt viele von Musik begleitete Yogaklassen, je nach Stil kann sie verschiedene Funktionen haben. Was ist das Besondere an eurem Konzept?

YK: Es wird schnell deutlich, dass bei DJAYA die Musik keine unterhaltende oder lyrische Funktion hat, geschweige denn als freundliches Hintergrundrauschen eingesetzt wird. Je nach Asana spiele ich ein anderes Instrument, andere Skalen, andere Tempi, abgestimmt auf die Bedeutung und Funktion der Haltung in Bezug auf Chakra, Element und Anatomie. Das hilft dem Geist, aber auch dem Körper, inniger loszulassen und sich der „Aufgabe“ zu stellen. Wenn man da fünf Minuten verknotet am Boden liegt und sich denkt „Was mache ich da nur?“ wirkt die Musik, glaube ich, letztendlich auch sehr tröstlich (beide lachen).

TS: Die Instrumente und Kompositionen haben eine tiefenpsychologische Wirkung. Unser großer Erdton-Gong erinnert zum Beispiel daran, sich selbst zu erden. Die Sitar kann dich in die Höhen des fliegenden Adlers führen. Yann spielt im Prinzip Ostinati, also sich wiederholende, nur allmählich verändernde Musikphrasen, fast wie ein Mantra, so dass es auch mich manchmal ganz schön hineinzieht und ich überlegen muss, wo ich gerade war…(lacht)

Yann, was sind die besonderen Charakteristika der Instrumente, die du bei DJAYA einsetzt? Und welche Wirkungen haben deren spezifische Klänge auf Körper und Geist?

YK: Unsere Instrumente sind gemäß Kammerton A = 432,1 Hz gestimmt, das ist die traditionelle Frequenz des Om. Diese Stimmung entspricht der Frequenz des Erdentones, ihr werden entspannende und heilende Wirkungen nachgesagt. Der Gong hat spannungslösende und kreislaufstärkende Eigenschaften. Das Hackbrett (Santur) perlt wie sanft tropfendes Wasser. Ich habe meines auf eine Yin- und eine Yang-Seite umgebaut, entsprechend verwende ich es beispielsweise gerne für Drehungen. Weiterhin spiele ich in den Sessions unter anderem Sitar, Hand-Pan, Gitarre, Harmonium, Klangschalen, Kontrabass und Klavier, übrigens auch den Synthesizer, der mit seinen Oszillatoren und Filtern außergewöhnlich reiche Ober- und Untertonspektren erzeugen kann.

Inwiefern ist bereits das Spielen der Instrumente eine Praxis?

YK: Das Spielen eines Instrumentes bedeutet Konzentration, Beherrschung des Körpers und Einstimmung des Geistes auf einen Ausdruck, auf eine innere Haltung. Eine sehr spirituelle Angelegenheit, würde ich sagen.

Am 20. Oktober 2018 erschien das neue DJAYA-Album mit detaillierten Yin-Yogainstruktionen, erhältlich unter anderem auf djayayoga.de. Wer eine Live-Session erleben möchte, kann zwischen vielen Festivals und Workshops im deutschsprachigen Raum wählen. Weitere Infos, Termine und Musik finden sich ebenfalls auf djayayoga.de sowie auf YouTube unter „djaya yoga & music“.


FOTO: GORDON SCHIRMER

 

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Das Neueste

Aubergine all around the world – 3 köstliche Rezepte

Auberginen, Melanzani, Eierfrüchte, Eggplants: Im Supermarkt gibt es sie fast ganzjährig, aber jetzt im Juli ist Auberginen-Hauptsaison! Also schnell...

Box Breathing – Atemtechnik für mehr Ruhe, Fokus und innere Balance

Wenn wir gestresst sind, wird unser Atem oft flach und schnell. Fühlen wir uns hingegen ruhig und entspannt, verlangsamt...

Die Wissenschaft der Balance – und wie du sie trainierst

Wackelig oder stabil? Schräg oder gerade? Ob wir gut im Gleichgewicht sind oder im nächsten Moment umzufallen drohen, spüren...

Blick ins Jenseits – über das Leben nach dem Tod

Komme ich als Pinguin zurück, als Popstar oder als Stein? Werde ich vor ein Gericht gestellt und muss für...

Diese Kombi rockt: Yogasequenz für Kletterer

Klettern und Yoga haben vieles gemeinsam: zum Beispiel die enge Verbindung von Körper und Geist, das Spiel zwischen Kraft...

Neumondkalender 2026: So wirkt der Juli-Neumond im Zeichen Krebs

Wann ist Neumond? Den nächsten Neumond erwarten wir am 14. Juli 2026. Gegen 11:43 Uhr steht er im Zeichen Krebs....

Pflichtlektüre

Das könnte dir auch gefallen
Unsere Tipps