Meditation für Einsicht – Tag 5

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Ausgabe 2017/1

Nach Meditation zur ErdungMeditation für Zentrierung, Meditation für Klarheit und Meditation für Herzöffnung geht Elena Browers 5-Tage-Programm in die letzte Runde. Heute dreht sich alles um die Einsicht. Aufbauend auf den bisher erprobten Grundtechniken, können Sie einen stabilen Atem und einen freien Geist genießen und leichten Herzens wie aus der Vogelperspektive auf das Leben herabschauen. Die Asanas mobilisieren Nacken und Kehle und bereiten Sie darauf vor, die Meditation in vollem Umfang zu integrieren.

1. Salamba Shirshasana – Kopfstand-Vorübung, eventuell Kopfstand

Aus dem Vierfüßlerstand legen Sie die Unterarme am Boden ab. Achten Sie auf einen schulterweiten Abstand zwischen Finger und ziehen Sie den unteren kleinen Finger nach innen. Schmiegen Sie den Hinterkopf gegen die Hände und legen Sie die flache Partie der Schädeldecke am Boden ab. Rollen Sie die Schultern nach hinten, verwurzeln Sie die Unterarme fest am Boden und heben Sie die Knie. Wandern Sie mit den Füßen Richtung Arme. Zur Stabilisierung stellen Sie sich vor, dass sich die Schulterblätter gegenseitig wie Magnete anziehen. Strecken Sie die Mittellinie des Körpers von der Schädeldecke bis zum Becken in die Länge. Wenn Sie mögen, kommen Sie von hier aus in den freien Kopfstand. Bleiben Sie drei bis fünf tiefe Atemzüge lang in der Haltung, anschließend entspannen Sie sich eine Weile in der Stellung des Kindes.

2. Nacken-Dehnung

Nehmen Sie eine bequeme Sitzhaltung ein und legen Sie die rechte Hand sanft an die linke Seite des Kopfes. Die linken Fingerspitzen setzen Sie seitlich des Körpers am Boden ab. Lassen Sie das rechte Ohr behutsam Richtung Schulter sinken. Nach drei Atemzügen wechseln Sie die Seiten.

3. Nadi Shodhana Pranayama – Wechselatmung

Legen Sie die linke Hand entspannt auf den linken Oberschenkel. Daumen und Zeigefinger berühren sich. Die rechte Hand führen Sie vors Gesicht. Mit dem Daumen verschließen Sie sanft das rechte Nasenloch und im Wechsel dazu mit dem Ringfinger das linke. Um mit der Wechselatmung zu beginnen, schließen Sie das rechte Nasenloch und atmen langsam und vollständig durch das linke ein. Dann wechseln Sie die Fingerhaltung, atmen rechts aus und wieder ein und schließlich nach einem erneuten Wechsel der Finger wieder links aus. Diese Abfolge wiederholen Sie, ruhig und gleichmäßig atmend, möglichst 3 bis 5 Minuten lang. Die Übung harmonisiert die rechte und linke Gehirnhälfte, sie kann helfen, Stimmungen auszugleichen, Suchtverhalten zu durchbrechen, Kopfschmerzen und Angstzustände zu lindern. Außerdem bereitet sie Sie darauf vor, sich für Ihr höheres Selbst zu öffnen und in der schlichtesten Form von Bewusstsein zu meditieren.

4. Meditation

Richten Sie die Meditationshaltung möglichst entspannt ein – am besten in derjenigen Variante, die Ihnen in den vergangenen Tagen am besten gefallen hat. Bevor Sie beginnen, sprechen Sie das Adi Mantra aus dem Kundalini Yoga laut, leise oder in Gedanken: „Ong namo gurudev namo“. Es ruft die höchste Quelle aller Weisheit an, die großen Lehrer der Menschheit, aber auch all das, was wir dank unserer Familie, unseren Gefährten und unseren Tätigkeiten gelernt haben. Lassen Sie diese Weisheit 5, 10 oder 20 Minuten lang in sich wirken.


Ausgabe 2017/1Die New Yorkerin ELENA BROWER, die hier als Autorin und als Model fungiert hat, unterrichtet seit 1999 Yoga und Meditation. Dank internationaler Workshops, Online-Klassen und ihrem Buch „Die Kunst der Aufmerksamkeit“ hat sie auch in Deutschland eine große Fan-Gemeinde. Ein ausführliches Interview von Elena Brower finden Sie hier.


Fotos: Jeff Nelson

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