Pfauenfeder de luxe – Dies.Das.Asanas

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Jelena Lieberberg zeigt die
Kolumnistin Jelena Lieberberg zeigt die "Pfauenfeder de Luxe"/ Foto: @fotome_official Gordon Schirmer

Wörtlich übersetzt bedeutet Pincha Mayurasana Pfauenfeder. Kerzengerade muss so eine schillernd schöne Feder nicht sein, eher stellt man sie sich mühelos und leicht gebogen vor. Hier probiert unsere Asana-Kolumnistin, wie weit man den Unterarmstand in Richtung Rückbeuge umdeuten kann – wenn man denn kann.

Rückenbeugen sind für viele Yogis ein Wagnis, oder, wie man im Englischen so schön sagt: ein Frenemy – zugleich friend and enemy, also Freund und Feind. Als Freund machen sie die Wirbelsäule kraftvoll und beweglich und bewahren uns so vor Fehlstellungen, Verspannungen und Haltungsschäden. Trotzdem trauen wir uns oft nicht so richtig an sie heran, denn – und hier kommt der Enemy-Part ins Spiel – übermäßige Rückbeugen können zu sehr unangenehmen Verletzungen führen. Als ich vor 5 Jahren mit dieser Kolumne begonnen habe, war die erste Hybrid-Haltung (so nenne ich jetzt einfach mal Kombinationen von Asanas, die nicht Teil des klassischen Yogaunterrichts sind) eine Handstand-Rückbeuge an einem Baum gelehnt. Eigentlich die gleiche Position wie auf diesem Bild, nur eben auf den Händen statt auf den Unterarmen. Im Unterarmstütz Pincha Mayurasana ist die Rückbeuge noch etwas schwieriger, da Brustwirbelsäule und Schultern sich intensiver öffnen müssen.

Pfauenfeder: Macht das Spaß?

Und wie! Allerdings muss man sich erst mal ganz schön überwinden, sein Herz kopfüber so weit zu öffnen – das ist nichts für Angsthasen. Am Anfang sollte man sich vielleicht von einem Partner helfen lassen. Muss man die Pfauenfeder unbedingt können? Auf keinen Fall! Wie immer gilt: Nur üben, was Spaß macht und was vor allem dem eigenen Körper und seinen Fähigkeiten entspricht.

Was muss ich für diese Asana können?

Voraussetzung ist der Unterarmstand vor der Wand. Wenn der mühelos klappt, können Sie sich mit den unten beschriebenen Schritten ins Abenteuer stürzen. Zuvor wärmen Sie aber Schultern und Brustwirbelsäule gründlich auf, etwa mit Katze-Kuh, Wirbelsäulenwellen, Delfin und Baby-Delfin.

Und so geht die Pfauenfeder step by step

  1. Setzen Sie die Unterarme so vor eine Wand (bitte keine Tür!), dass zwischen Fingern und Wand etwa eine Handbreit Platz ist. Bevor Sie sich wie gewohnt in den Unterarmstand kicken, heben Sie leicht den Kopf. Dann schieben Sie die Unterarme fest gegen den Boden, heben ein Bein und stoßen sich mit dem anderen ab. Beide Füße liegen an der Wand.
  2. Richten Sie den Blick nun wie auf dem Bild zwischen den Oberarmen nach vorn und schieben Sie Ihre Brust und die Achselhöhlen ebenfalls in Blickrichtung. Schultern und Brustwirbelsäule werden dabei aktiv geöffnet.
  3. Nun bewegen Sie den Po langsam Richtung Wand. Dabei kann es gut sein, dass Sie die Wand erstmal nicht erreichen. Das spielt keine Rolle. Konzentrieren Sie sich auf die Dehnung der Brustwirbelsäule und halten Sie den unteren Rücken möglichst lang und gelöst. Nach 5–10 Atemzügen senken Sie den Blick wieder zu Boden, heben den Po und stoßen sich mit einem Fuß von der Wand ab. Anschließend entspannen Sie sich in der Stellung des Kindes. Wenn Sie mögen, wiederholen das Ganze noch zweimal.

Lust bekommen? Hier gibt es noch mehr Asanas mit Step by Step-Eklärungen.

Noch mehr Asanas von Jelena Liebermann findet ihr auf www.instagram.com/kickassyoga

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