Mond und Yoga: Welche Verbindung besteht?

Mond und Yoga: Die Meinungen einzelner Yogalehrer gehen in Sachen Mond und Yoga auseinander: Spielt der Mond nun eine Rolle beim Üben – oder nicht?

Die Kräfte des Mondes

Wer beginnt, regelmäßig Yoga zu üben, wird feststellen, dass zahlreiche Faktoren einen Einfluss auf die eigene Yoga-Praxis haben. Alkohol, Koffein, Stress, Müdigkeit – aber auch unterschiedliche Mondphasen können sich auf Körperwahrnehmung, Konzentration und Leistungsfähigkeit auswirken. Der Mond ist unser nächster Erdtrabant und in den meisten Kulturkreisen dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Ein Mondumlauf um die Erde dauert mit rund 29 Tagen ähnlich lange wie der weibliche Zyklus. Früh schon erkannten die Menschen die Bedeutung der Mondkräfte: Er beeinflusst die Gezeiten, das Wachstum in der Natur, Schlafvermögen, Essverhalten, Schmerzempfinden und vieles mehr. Nicht selten kommen Babys nicht am errechneten Geburtstermin, sondern kurz vor- oder nachher – bei Mondwechsel – zur Welt. Der Mensch, der zu rund 70 Prozent aus Flüssigkeit besteht, ist allem Anschein nach den Kräften des Mondes ausgesetzt. Wenn du dich also fragst, ob der Mond und Yoga im Zusammenhang stehen: Ja. Indem du die Mondphasen im positiven Sinne für dich nutzt, kannst du die eigene Yoga-Praxis nachhaltig beeinflussen und vertiefen.

Mond und Yoga: Üben oder Nicht-Üben?

Schon im klassischen Yoga hatten Mondtage Tradition. Die besonderen Anziehungs- und Abstoßungskräfte von Voll- und Neumond wurden genutzt, um den Stoffwechsel des Menschen zu harmonisieren. An Vollmond- und Neumondtagen sowie an Ekadasi, dem jeweils elften Tag nach Voll- und Neumond, sollen Yogis den Überlieferungen nach fasten, meditieren und schweigen. Im Ashtanga-Yoga rät man von Yoga an Voll- und Neumond gänzlich ab: Um die Verletzungsgefahr möglichst gering zu halten, sind diese Tage übungsfrei. Adelheid Ohlig, die Begründerin des Luna Yoga, handhabt die Yoga-Praxis weniger streng. So schreibt sie in ihrem Buch „Die bewegte Frau“: „Meditieren und entspannen fallen mir bei Neumond besonders leicht und führen mich tiefer als sonst. Nimmt der Mond zu, habe ich das Gefühl, stärker und mutiger zu sein. Vollmondzeiten locken mich zum Tanzen und Träumen, zum Bewegen und Singen. Der abnehmende Mond macht mir die Flüssigkeiten meines Körpers bewusst. Im Dehnen spüre ich, wie sich Muskeln und Bänder entfalten. Übungen, die das Lymphsystem anregen, tun mir dann besonders gut.“ Demzufolge scheint es ratsam, das eigene Wohlbefinden zu beobachten, in welcher Verfassung der eigene Körper ist und wonach er sich sehnt. Wem etwa Meditieren schwer fällt, stellt unter Umständen fest, dass die Energie des Neumondes ihm zur Stille verhilft. So können die Kräfte des Mondes auf wohltuende und unterstützende Weise für die eigene Yoga-Praxis genutzt werden.

Im Einklang mit den Sternzeichen

Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt der Mondstand dar. Der Mond durchläuft bei seinem Umlauf um die Erde alle zwölf Sternzeichen in der immer selben Reihenfolge. Für die Yoga-Praxis ist es gut zu wissen, dass jede Körperzone von einem bestimmten Tierkreiszeichen regiert wird. Durchläuft der Mond beispielsweise das Tierkreiszeichen Stier, sind Ohren, Nacken und Hals sehr empfindlich, reagieren aber auch besonders gut auf wohltuende Übungen und Anwendungen. Im Zeichen des Steinbocks sind Gelenke, im speziellen die Knie, anfälliger als sonst. Hier gilt es, beim Üben achtsam zu sein und seine Grenzen nicht zu überschreiten. Im Tierkreiszeichen des Fisches freuen sich die Füße über Übungen, Zuwendungen und Massagen. Im Allgemeinen gilt die Regel: Alles, was man für das Wohlergehen jener Körperregion tut, die von dem Zeichen regiert wird, das der Mond gerade durchschreitet, ist wirksamer als an anderen Tagen. Adelheid Ohlig hat mit ihrem Buch „Yoga mit den Mondphasen“ ein umfassendes Praxisbuch geschaffen. Es eignet sich gut für Anfänger, die sich bislang nicht mit dem Mond beschäftigt haben. Zudem enthält es spezielle Übungen für die unterschiedlichen Mondphasen und jeden Mondstand.

Das Neueste

Essen gegen die Angst – wie die Psyche mit der Ernährung verbunden ist

Oft essen wir, um Ängste, Frust und Einsamkeit wegzudrücken – aber es geht auch anders: Hier liest du, wie...

Männer und Yoga: So bereichert die Praxis die Vater-Sohn-Beziehung

Was macht Yoga mit uns? Diese Frage stellte sich Wanda Bogacka-Plucinski nicht nur anhand der Beziehung zwischen Mutter und...

DIY-Tipp: Rutschfeste Füße beim Yoga

Perfekt gespreizt ist noch nicht perfekt gepflegt. Im Yoga richten wir den Fokus auf die Füße. Besonders bei Vorwärtsbeugen...

Be happy! 60 Minuten Vinyasa Flow mit Sinah Diepold

Lust auf Glücksgefühle? Dann ist dieser 60-minütige Vinyasa Flow mit überraschenden Kombinationen und einer großen Portion gute Laune genau...

Yogasutra I.1. Atha yoga anushasanam – Yoga ist Jetzt

Zu Beginn von Pantajalis Yogasutras steht im ersten Kapitel das erste Sutra wie eine Floskel: "Jetzt folgt eine Erklärung...

Seelennahrung: Geniale Schokobällchen

Liana Werner-Gray schreibt auf ihrem Blog The Earth Diet und ist zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden...
- Werbung -

Pflichtlektüre

Essen gegen die Angst – wie die Psyche mit der Ernährung verbunden ist

Oft essen wir, um Ängste, Frust und Einsamkeit wegzudrücken...

Dr. Ronald Steiner: 4 Übungen für eingeklemmte Handnerven

Diese yogatherapeutische Übungsreihe von Dr. Ronald Steiner verhilft einem...

Das könnte dir auch gefallen
Unsere Tipps