Somatic Strength – Teil 2: Übungen für starke Schultern

Mit dieser Sequenz kannst du deine Schultern effektiv kräftigen und mobilisieren. Damit schützt du sie nicht nur vor Verletzungen, ein kraftvoller, flexibler Schultergürtel bewahrt dich auch vor Spannungen im Nacken und Rücken. Sogar bei schon bestehenden Problemen können die Übungen eine wirksame Selbsthilfe sein.

Übungen: Lizzie Lasater & Mary Richards / Fotos: Dani Gruber

Die Yogatherapeutin Mary Richards empfiehlt diese Praxis bei unspezifischen Schulterschmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit, Problemen mit Rotatorenmanschette oder Bizepssehne und dem sogenannten „Handy-Nacken„. Ob sie auch bei ausgeprägteren Symptomen oder Verletzungen individuell sinnvoll ist, solltest du vorab medizinisch abklären lassen.

SO ÜBST DU

• Bewege dich langsam und lass die Bewegungen von innen nach außen entstehen. 

• Spüre genau hin. Nimm auch wahr, wo innerhalb eines Bewegungsbogens du nachlässt oder dich „durchmogelst“. 

• Setze dich der Anstrengung bewusst aus und steigere allmählich die Zeiten unter Spannung. 

• Höre dabei immer auf die Signale deines Körpers und überschreite nicht deine Grenzen. 

• Um deine Schultern wirkungsvoll zu kräftigen, solltest du regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, üben. Dazu kannst du diese Sequenz einzeln üben oder als Warm-up für deine Asana-Praxis einsetzen.

1. Einseitige Schulterpresse

Einseitige Schulterpresse

Darum geht’s: Anders als bei einem klassischen Push-up, bei dem Brust und Arme viel Last übernehmen, kräftigen wir hier gezielt die Schultermuskulatur (vor allem den Deltoideus). Dabei beginnen wir mit dem schwächeren Arm. 

So geht’s: Richte dir den Vierfüßlerstand ein. Dabei ist es eine gute Idee, deine Knie mit einer gefalteten Decke etwas weicher zu polstern. Setze deine Hände etwas breiter und zudem leicht vor deinen Schultern auf. Platziere einen Block flach unter deine nicht-dominante Hand und beginne nun, diesen Ellenbogen zu beugen, um die Brust zu senken und wieder zu heben. Versuche dabei, den Arm, der nicht auf dem Block steht, möglichst gerade zu lassen, sodass du die Anstrengung deutlich in der nicht-dominanten Schulter spürst. Wenn das für dich relativ mühelos möglich ist, kannst du (wie hier auf dem Foto zu sehen) den Abstand zwischen Knien und Händen vergrößern. Spüre selbst, wie viele Wiederholungen angemessen sind. Mit der Zeit kannst du dich sicher steigern. Anschließend übst du mit dem Block unter deiner dominanten Hand. 

Ziel: 10–20 Wiederholungen pro Seite

2. Push-ups auf Blocks

Pushups auf Blocks

Darum geht’s: Hier kräftigen wir etwas großflächiger die Muskulatur des Schultergürtels. Die Blocks geben uns dabei mehr Bewegungsfreiheit, was wiederum dafür sorgt, dass mehr Gewebe angesprochen wird und sich Kraft für die gesamte Bewegung bilden kann.

So geht’s: Lege nun beide Hände etwas mehr als schulterbreit auf Blöcke. Dabei drückst du die Daumen gegen deren Innenseite, um deine Handgelenke gut auszurichten. Beuge und strecke nun beide Ellenbogen gleichzeitig: Beim Absenken des Oberkörpers ziehst du die Schulterblätter zueinander hin, beim Aufrichten lässt du sie über den Rücken hinweg nach außen gleiten. Auch hier kannst du den Abstand zwischen Händen und Knien variieren: Je weiter auseinander, desto fordernder. Einfacher wird es dagegen, wenn der Oberkörper stärker aufgerichtet ist: Statt der Blöcke kannst du dich zum Beispiel auch auf Hockern aufstützen. 

In jedem Fall verankerst du deine Füße fest am Boden und achtest auf deinen Körper und seine Signale: Wie viel Kraft ist in diesem Moment vorhanden? Wie fühlt sich die Bewegung an? Es ist okay, wenn du mit einem einzigen Push-up beginnst. Die Form ist viel wichtiger als die Anzahl der Wiederholungen. Wenn die Kraft spürbar nachlässt, machst du eine Pause und versuchst es danach erneut. Versprochen: Mit der Zeit wirst du dich steigern. 

Ziel: 3 Sets mit je 10 Wiederholungen

3. Halbe Heuschrecke

halbe heuschrecke

Darum geht’s: Mit dieser Übung sprechen wir vor allem den Trapezius-Muskel an, der die Schultern stabilisiert und den Kopf hält. Damit arbeiten wir zugleich einer vorgeschobenen Kopfhaltung entgegen – dem umgangssprachlich „Handy-Nacken“ genannten Problem. 

So geht’s: Lege dich auf den Bauch. Wenn du magst, lässt du die Stirn leicht erhöht auf einer gefalteten Decke ruhen. Nimm die Füße bequem etwas auseinander und lasse zunächst das Kreuzbein und den unteren Rücken entspannt nach unten sinken und deine Beine schwer werden. Breite dann die Arme V-förmig nach vorne aus, mache Fäuste und setze sie so am Boden auf, dass die Daumen nach oben zeigen. Hebe und senke die Arme nun, als wolltest du mit deinen Daumenspitzen die Decke antippen. Beobachte, wie du dich durch den Bewegungsspielraum deiner Schultern hindurch bewegst. Dabei kannst du vielleicht wahrnehmen, wie die Schulter- und die Hüftachse zusammenwirken, etwa indem deine Gesäßmuskulatur anspringt. 

Ziel: 10–20 Wiederholungen

4. Latissimus-Zug in Bauchlage

Latissimus zug

Darum geht’s: Vielleicht kennst du den „Lat-Zug“ aus dem Fitness-Studio, wo er im Sitzen an Maschinen geübt wird. In dieser Variante arbeitet nicht nur der Latissimus, auch sämtliche Muskeln, die die Schulterblätter umgeben, sind aktiv und die Verbindung in den unteren Rücken hinein wird gekräftigt.

lat zug close up

So geht’s: Die Ausgangsposition bleibt dieselbe wie in der vorigen Übung: Bauchlage mit oder ohne Unterstützung für den Kopf und V-förmig nach vorn gestreckte Arme. Spanne nun einen Gurt zwischen deinen Händen auf und halte die Spannung, während du die Arme einatmend so weit wie möglich hebst. Dann beugst du ausatmend die Ellenbogen und ziehst den Gurt hinter deinen Kopf. Strecke die Arme mit der Einatmung wieder nach vorn und lege die Hände mit der Ausatmung ab. Achte dabei darauf, die Beine schwer am Boden liegen zu lassen. Wiederhole diesen Ablauf, bis du die Ermüdung spürst. Auch hier baust du mit der Zeit mehr und mehr Kraft auf.

Ziel: 3 Sets mit je 10 Wiederholungen

5. Der Krieger schiebt den Elefanten

krieger schiebt elefanten

Darum geht’s: Hier übertragen wir die Bewegung der vorigen Übung aus der Bauchlage in die Schritthaltung von Krieger 1. Dabei bewegen wir Schultern und Hüften miteinander und stabilisieren uns mit der tiefen Bauch- und Rumpfmuskulatur – eine fließende, ganzheitliche Bewegung, bei der alle für gesunde Schultern maßgeblichen Muskelgruppen harmonisch zusammenarbeiten.

krieger variante hände vor brust

So geht’s: Wähle einen für dich angenehmen Abstand für die Füße, der hintere steht diagonal, der vordere gerade und die Fersen befinden sich auf einer Linie oder etwas breiter auseinander. Beginne mit gestreckten Beinen und spanne erneut den Gurt so zwischen deinen Händen auf, dass deine Arme eine V-Form bilden. Hebe einatmend die Arme in die Senkrechte und ziehe dabei aktiv den Gurt auseinander. Ausatmend senkst du die Arme, beugst gleichzeitig die Ellenbogen und das vordere Knie und ziehst den Gurt vor deine Schlüsselbeine.

krieger variante arme gestreckt vor brust

Mit der nächsten Einatmung streckst du das vordere Bein wieder und schiebst die Arme horizontal nach vorn, bevor du sie wieder in die Senkrechte hebst. Wiederhole diesen Ablauf einige Male im Rhythmus deines Atems, bevor du deine Füße für die zweite Seite umsetzt.

4–8 Wiederholungen auf jeder Seite

6. Ellenbogen-Gleiten an der Wand

Darum geht’s: Mit dieser sanften Bewegung verbessern wir die Schulterbeweglichkeit, entspannen den Nacken und wirken der verbreiteten Haltung mit rundem Rücken und „hängenden“ Schultern entgegen.

ellenbogen gleiten an der wand

So geht’s: Stelle dich in einen komfortablen Abstand vor eine Wand. Verschränke deine Finger hinter dem Kopf und lege die Ellenbogen an die Wand. Gleite dann einatmend mit den Ellenbogen langsam an der Wand entlang nach oben, bis du deine Bewegungsgrenze erreichst. Dabei darf der Kopf gegen deine Hände nach hinten sinken. Bleibe einen Atemzug lang in dieser Streckung, dann lässt du die Ellenbogen ausatmend wieder nach unten gleiten. 

Wenn dir die Haltung mit hinter dem Kopf verschränkten Fingern nicht angenehm ist, dann versuche die auf dem Foto gezeigte sanftere Variante mit aneinanderliegenden Händen.

5–10 Wiederholungen

7. Unterstützte Schulterbrücke

unterstützte schulterbrücke

Darum geht’s: Hier dehnen wir Schultern, Achseln, Bauch und Brust. Dabei lösen wir tiefe Verspannungen an der Körpervorderseite. Vor allem die Pectoralis-Brustmuskeln, deren Aufgabe es ist, die Arme nach vorn zu bringen, sind im Alltag oftmals dauerhaft auf Zug, etwa am Schreibtisch oder beim Autofahren. Das verspannt nicht nur die Schultern, sondern auch Nacken und oberen Rücken.

So geht’s: Rolle je nach deiner Größe 2–4 Decken gefaltete Decken zu dichten Rollen auf und lege sie eng aneinander gepackt quer in die Mitte deiner Matte. Rutsche so weit mit der Sitzfläche an die Deckenrollen heran, dass du sie spüren kannst. Dann setze Hände und Füße auf und lege dich langsam über die Rollen. Richte dich so ein, dass die unteren Spitzen deiner Schulterblätter vom oberen Ende der Unterlage aus Richtung Boden sinken können, während das Becken vom unteren Ende der Rollen herabsinkt. Der Po liegt entweder am Boden oder schwebt knapp darüber. Lass die Knie bequem nach innen fallen und aneinander ruhen und breite die Arme entspannt zu den Seiten aus: T-förmig, V-förmig oder auch über Kopf mit gebeugten Ellenbogen, was immer dir gerade gut tut. 

Wenn sich diese Haltung nicht gut für deinen unteren Rücken anfühlt, verwendest du statt der 3 quer liegenden Rollen eine längere längs unter deiner Wirbelsäule. Löse die Haltung ganz behutsam auf, indem du dich langsam zur Seite rollst.

etwa 3 Minuten oder 36 ruhige Atemzüge lang

8. Katze-Kuh mit Drehung

katze kuh mit drehung

Darum geht’s: Bei dieser fließenden Bewegungsabfolge kombinieren wir verschiedene Aktionen in Schultern, Nacken, Rücken und Rumpf zu einem harmonischen Ganzen. Dabei spüren und integrieren wir die Effekte der vorigen Übungen und haben Gelegenheit, uns an der Komplexität und Vielfalt gesunder Bewegung zu freuen.

So geht’s: Beginne im Vierfüßlerstand. Dabei kannst du für mehr Bewegungsspielraum beide Hände auf Blöcke setzen. Runde ausatmend deinen Rücken nach oben und lass den Kopf sinken.

katze kuh mit seitlicher öffnung

Mit der Einatmung flachst du den Rücken wieder ab, ziehst einen Ellenbogen nach oben, drehst den Rumpf zur Seite und streckst zum Ende des Bewegungsbogens den Arm locker in Verlängerung der Schulter. Ausatmend setzt du die gehobene Hand wieder sanft ab und rundest den Rücken nach oben. Mit der nächsten Einatmung drehst du dich zur zweiten Seite. Wiederhole die Abfolge im Rhythmus deines Atems immer abwechselnd zur einen und anderen Seite und beobachte, wie sie mit der Zeit immer fließender und harmonischer wird. Abschließend übst du noch einige normale Katze-Kuh-Bewegungen und spürst zu deiner Mittelachse hin.

8–10 Wiederholungen auf jeder Seite


mary richards

Mary Richards arbeitet seit über 20 Jahren als Yogalehrerin und -therapeutin. Mit einer Mastertitel in Yogatherapie und ihrem Buch „Teach People, Not Poses“ gilt sie international als eine der führenden Expertinnen auf diesem Gebiet. Sie lebt mit ihrem Mann in Virginia, USA. Mehr auf yogawithmaryrichards.com und Instagram @yogawithmaryrichards

Auf den Fotos zu diesem Artikel siehst du die Yogalehrerin Lizzie Lasater. Geboren in San Francisco lebt sie heute mit ihrem Mann und kleinen Zwillingen in Salzburg. Sie hat etliche Online-Kurse entworfen und schreibt jeden Sonntag einen Gratis-Selfcare-Newsletter. Mehr auf lizzie.yoga und Instagram @lizzie.lasater


Lust auf mehr? Im ersten Teil dieser Reihe haben Lizzie und Mary die Prinzipien des Somatic Strength Training erklärt und Übungen für den unteren Rücken gezeigt:

Bereit noch tiefer einzutauchen? Bald gibt es den dritten Teil dieser Reihe mit Somatic-Strength-Übungen für den Core.

Ashramas – die 4 Lebensalter

September 2021

Alles zu seiner Zeit: Laut der traditionellen Lehren des Hinduismus verläuft ein spirituell ausgerichtetes Leben in vier aufeinander folgenden Phasen, den Ashramas. Jede Phase hat ihre eigenen Herausforderungen, die es voll und ganz zu er­leben gilt, bevor man in die nächste Phase eintritt.

Text: Stephanie Schauenburg / Titelbild: Nela König

Brachmacharya – Schüler*in

Wir legen den Grundstein, indem wir uns Wissen aneignen und tief in die spirituelle Praxis (Sadhana) eintauchen. Traditionell hieß das, eine mehrjährige Lehrzeit bei einem persönlichen Guru zu absolvieren.

Grihastha – Hausherr*in:

Wir bewähren uns in der Welt. Als Berufstätige, als Familienmitglieder und vielleicht auch als Eltern übernehmen wir Verantwortung und wachsen dabei in persönlicher, spiritueller und geistiger Hinsicht.

Vanaprastha – Einsiedler*in

Wir dürfen uns aus dem aktiven Leben zurückziehen und Verantwortung abgeben, um wieder mehr Raum für Spiritualität, Wissen und Weisheit zu haben – ein „Ruhestand“ und zugleich eine erneute Lehrzeit, die uns auf die letzte Phase vorbereitet.

Sannyasin Entsagende*r:

Wir lassen langsam und bewusst das irdische Leben los, wir lösen uns von materiellem Besitz und auch von der Anhaftung an unseren Körper. Was jetzt noch zählt, ist allein die geistige Freiheit.


Ein Gespräch mit Anna Trökes über das Älterwerden

Zum Weiterlesen: Im YOGAWORLD JOURNAL 05/2025 haben wir mit Anna Trökes darüber gesprochen, welche Bedeutung Zeit in der Yogaphilosophie hat. Die Ausgabe kannst du dir hier bestellen:

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-101-05-25-print-ausgabe/

Ist der Hype wirklich vorbei? Ein Blick auf die Yogaszene 2025

Schließende Studios und Yogalehrende, die sich andere Jobs suchen – auf der anderen Seite aber steigende Zahlen bei Online-Buchungsportalen: Was ist los in der Yogaszene? Ist der oft beschworene „Yoga-Hype“ wirklich vorbei, oder verändern sich nur Angebote und Nachfrage?

Text: Nici Tannert / Titelbild: Ryan Lane von Getty Images via Canva

Was bedeutet eigentlich „Yoga-Hype“?

Ein Hype ist ein Trend, ein Riesenrummel um etwas oder jemanden. Oberflächliche Begeisterung, die morgen schon von der nächsten Hysterie abgelöst werden kann. Viele haben deshalb zugestimmt, als Studioinhaber Patrick Broome im September 2022 im Online-Magazin Fuck Lucky Go Happy erklärte: „Der Yoga-Hype ist over!“ Sie spürten: Es ist Zeit, aus dem modischen Rummel und Getöse wieder auszusteigen und zum Kern von Yoga zurückzukehren.

Aber was bedeutet das eigentlich? Und kann man im Zusammenhang mit Yoga überhaupt von einem Hype sprechen? Wirtschaftlich betrachtet auf jeden Fall: Um die Jahrtausendwende begann ein regelrechter Yogaboom. Studios schossen überall aus dem Boden, zu den traditionellen Yogarichtungen gesellten sich immer neue Stile, Teacher Trainings waren selbst bei kleineren Studios ausgebucht, auch der Markt für Yogabekleidung und -hilfsmittel wuchs und wuchs. Und hinter all dem stand natürlich auch eine wachsende Zahl an Übenden, die Kurse und Schulen mit Leben füllten. Zwei Jahrzehnte lang dauerte dieser ungebremste Aufschwung, aber wie steht es heute?

Corona als Einschnitt für die Yogaszene

Keine Frage: Die letzten fünf Jahre waren für Yogalehrende sehr herausfordernd. Insgesamt fast zehn Monate lang blieben die Studios während der verschiedenen Corona-Lockdowns geschlossen. Viele Yogalehrer*innen haben in dieser Zeit auf Digitalisierung gesetzt, sie sind mit ihren Stunden online und später hybrid gegangen. Andere haben ihre Räume und Yogaklassen aufgegeben und sich neue Verdienstmöglichkeiten gesucht.

Inzwischen herrscht in den verbliebenen Studios zwar längst wieder normaler Betrieb, aber die Boom-Stimmung ist gebrochen: Viele Lehrende klagen, dass ihre Schüler*innen nicht so zurückgekommen sind, wie sie es vor der Pandemie gewöhnt waren: Statt feste Kurse und Abos zu buchen, wünscht sich ein wachsender Teil der Übenden heute mehr Flexibilität, was nicht nur die Planung erschwert, sondern oft ganz einfach bedeutet, dass die Klassen weniger regelmäßig und weniger zahlreich besucht werden. Auch gestiegene Energiepreise, die hohe Inflation und Mieterhöhungen machen Studiobetreiber*innen zu schaffen – und genauso auch ihren Gästen, denn sie müssen sich häufig fragen: Gibt mein Geldbeutel überhaupt noch jede Woche Yogastunden her?

Wirtschaftlicher Druck auf Studios und Lehrende

Das große Geld hat mit Yoga wohl nie jemand verdient – und ganz sicher war das auch nie das Ziel. Aber irgendwo gibt es natürlich auch eine Schmerzgrenze. „Ich übe fleißig, ich unterrichte fleißig, ich akquiriere fleißig – und das alles für die paar Kröten. Das ist schon echt frustrierend“, sagte mir neulich eine befreundete Yogalehrerin. Eine andere hat laut überlegt, sich wieder eine Teilzeitstelle zu suchen, weil sie sich schlicht erschöpft fühlt. Ihre resignierte Überlegung: „Vielleicht sind zehn Jahre Vollzeit-Yoga auch genug.“ Nicht wenige tolle, moderne Yogastudios stehen jetzt voller Pilates-Reformer – und die Yogalehrenden, die hier mal volle Klassen unterrichtet haben, verstehen die Welt nicht mehr.

Mehr zum Thema „Yoga und Geld“ und klare Statements verschiedener Yogalehrenden liest du hier.

Foto: Ryan Lane von Getty Images via Canva

Persönliche Geschichten aus der Yogaszene

Ist der Yoga-Hype also vorbei? Das habe ich bei meiner Recherche Mitte Januar (Anm. d. Red.: 2025; dieser Artikel stammt aus dem YOGAWORLD JOURNAL 02/2025) auch meinen Ausbilder Michael Forbes gefragt. Gemeinsam mit seiner Frau Margareta Eckl betreibt er ein großes Iyengar-Yogastudio in München. Meine Frage erreichte ihn mitten in einem großen Umbruch: „Wir downsizen gerade und ziehen in ein kleineres Studio.“ Wie bitte? Michaels Räumlichkeiten sind mir sehr vertraut: drei Übungsräume, einer davon 175 Quadratmeter groß, ein riesiger Aufenthaltsbereich, Yogaliteratur und -hilfsmittel ohne Ende. Wenn es dieses über lange Jahre erfolgreiche Studio bald nicht mehr gibt, beantwortet das dann meine plakative Frage vielleicht bereits? Wie kam es dazu, will ich wissen?

Michael erzählt, dass sich die ohnehin schon beträchtliche Miete nach Corona kontinuierlich erhöht hat. Gleichzeitig sind 30 bis 40 Prozent seiner Schüler*innen seither weggeblieben. Zwar kamen dafür Buchungen für Onlinestunden aus ganz Europa dazu, aber die konnten den Verlust nur teilweise ausgleichen. „Margareta und ich haben 24/7 gearbeitet, um das Studio am Leben zu halten. Das alles hat viel geistige Kraft gekostet.“

„Aufhören? Niemals!“

Ans Aufhören hat er dennoch nie gedacht: „Ich wollte immer zeigen, dass es möglich ist, ein Leben als Yogaübender zu führen und als Yogalehrer eine Familie zu ernähren. Und ich wollte einen Ort schaffen, wo sich eine Gemeinschaft bildet, wo man zusammen authentisch Yoga praktizieren kann. Das hat geklappt. Das klappt auch weiterhin“, sagt der 69-Jährige zuversichtlich. Ja, es wird wehtun auszuziehen, aber die neuen, kleineren Räumlichkeiten sind nur 300 Meter entfernt und weil sie deutlich günstiger sind, schaffen sie Platz für neue Ideen und Möglichkeiten. Michaels Resümee fällt also positiv aus: „Die Gesellschaft hat sich verändert. Wenn wir uns verkleinern, ist das eine Entscheidung für Nachhaltigkeit und Lebendigkeit. Es ist Zeit für eine Veränderung. Und das im Positiven.“

Michael Forbes

Yoga wächst trotz allem weiter

Doch während viele Studios schließen oder sich verkleinern, gibt es anderenorts durchaus Zuwachs. Seit 2022 veröffentlicht die österreichische Software-Firma Eversports jährlich eine Erhebung unter den Studios und Übenden, die bei der Buchungsplattform von Eversports ein Konto haben. (Falls du das nicht kennst: Damit kann man europaweit Sportangebote in der Nähe finden und sich direkt für eine einzelne Klasse einbuchen.) Der Geschäftsführer Hanno Lippitsch beobachtet, dass Yoga hier nach wie vor stark wächst: „Unsere Datenbank zeigt bei den Buchungszahlen für Yoga von 2023 auf 2024 einen Zuwachs von knapp 20 Prozent.“

Nun sagen die Zahlen einer Online-Buchungsplattform natürlich nicht unbedingt etwas darüber aus, wie viele Menschen tatsächlich Yoga üben, beziehungsweise Yogastunden besuchen. Deren genaue Zahl kennt niemand, genauso wenig weiß man, wie viele Yogaschulen, Studios oder Lehrer*innen es gibt, wie viele neu dazukommen oder wieder verschwinden. Aber zumindest für die Praktizierenden gibt es aufgrund von Marktforschungsumfragen Hochrechnungen. Und entgegen allen Unkenrufen aus der Yogabranche geht auch die Marktforschung davon aus, dass Yoga sich derzeit nicht etwa „gesund schrumpft“, sondern im Gegenteil weiter wächst: So übten laut Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse 2022 rund 3,37 Millionen Menschen in Deutschland „häufig“ Yoga und weitere 8 Millionen immerhin ab und zu – insgesamt also über 11 Millionen. Bei der ersten Erfassung 2018 waren es unter den häufig Übenden noch 2,64 Millionen, es gab also innerhalb von vier Jahren einen Zuwachs von fast 28 Prozent.

Auch wenn viele Menschen deutlich mehr auf ihren Kontostand achten müssen als noch vor einigen Jahren: Beim Yoga sparen sie also nicht unbedingt.

Wandel in der Yogalandschaft

Aber spannend ist das schon: Wenn gegenüber den 28 Prozent Wachstum, den die Marktforscher*innen für vier Jahre errechnet haben, der Zuwachs bei der Buchungsplattform Eversports in nur einem Jahr schon bei fast 20 Prozent liegt, dann scheint das auch zu belegen, dass es immer mehr Menschen zu unverbindlichen Drop-in-Klassen zieht – und damit weg von langfristigen Mitgliedschaften in einem einzelnen Studio oder festen Kursen bei einer bestimmten Lehrerin. Entsprechend hoch ist der Druck für die Studios, sich für Buchungen über externe Anbieter zu öffnen. Dafür setzen sie seit einigen Jahren nicht nur zunehmend auf Onlinebuchungen, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit sogenannten Aggregatoren wie Urban Sports Club oder Wellpass.

Aggregatoren und Pilates im Vormarsch

Der Eversports-CEO Hanno Lippitsch hat einen differenzierteren Blick auf die auch bei seinen Partner-Studios wachsende Zahl an Buchungen über Aggregatoren: „Ganz klar: Dadurch erhöht sich die Auslastung. Wir raten unseren Studios aber auch darauf zu achten, dass die Aggregatoren und das eigene Business in einer gesunden Balance stehen. Wenn man so Neukunden gewinnen kann, dann ist das gut. Aber wenn man eigene Mitglieder verliert, weil sie nur noch über die Urban-Membership ins Studio kommen, ist es auch gefährlich.“ Um sich nicht abhängig zu machen, rät er dazu, mit mehreren Anbietern zusammenzuarbeiten und die eigenen Mitgliedschaften mit Sonderkonditionen attraktiver zu gestalten. – Oder man verzichtet eben ganz auf Aggregatoren.

Neben online gebuchten Drop-in-Klassen und Aggregatoren-Abos zeigt der Eversports-Bericht aber noch andere interessante Trends: „Es gibt mehr und mehr Yogastudios, die Pilates in irgendeiner Form anbieten. Zusätzlich boomt im Moment Reformer-Pilates, wofür gerade viele neue Studios entstehen„, berichtet Lippitsch. Dagegen sind reine Online- und Hybridklassen offenbar wieder etwas auf dem Rückzug: Die Anzahl der Onlineyoga-Teilnahmen ist im Vergleich zum Vorjahr zwar gestiegen, sinkt aber prozentual gesehen innerhalb der gesamten Buchungen. Immer mehr Lehrer*innen setzen daher wieder mehr auf reinen Präsenzunterricht.

Was entscheidet über den Erfolg eines Yogastudios?

Aber wovon hängt es nun ab, ob eine Klasse voll ist oder nicht, ob ein Studio floriert oder nicht? Hanno Lippitsch und seine Marketing-Koordinatorin Paula Dobiasova von Eversports üben beide selbst viel Yoga. Sie sind überzeugt: Es liegt einzig und allein an der Persönlichkeit der betreffenden Lehrer und Lehrerinnen. Auch wenn der Wunsch nach Flexibilität offenbar ein starkes Motiv ist und unverbindliche Last-Minute-Buchungen zunehmen, letztlich ist die Bindung an bestimmte Lehrende also doch entscheidend. Das bestätigt auch die Datenbank von Eversports: Wer einmal eine Klasse gefunden hat, die wirklich passt, der kommt in der Regel immer wieder.

Und was sagt uns das alles nun über den angeblichen Hype und sein Ende? Vielleicht vor allem das: Yoga entwickelt sich womöglich nicht mehr so exponentiell wie eine Zeit lang, das Angebot ist vielfältiger und flexibler geworden, es verteilt sich auf viel mehr Lehrende und etliche Studios können sich nicht halten. Dennoch wächst es weiter – in die Breite genauso wie in die Tiefe.

Hype vs. Normalität: Yoga in der Zukunft

Die Leipziger Studioinhaberin Lisa Hakim behauptet sogar: „Yoga ist in Deutschland noch gar nicht richtig angekommen!“ Die 38-Jährige hat zwölf Jahre lang in den Vereinigten Staaten gelebt und ein Studio im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geleitet. Sie ist überzeugt: „Im Gegensatz zu den Deutschen wissen US-Amerikaner*innen, dass Yoga nicht nur der physischen, sondern auch der mentalen, also der ganzheitlichen Gesundheit dient. Und es ist ihnen bewusst, dass es dafür einer regelmäßigen Praxis bedarf.“

Lisa ist deshalb der Meinung, dass es gar nicht genug Yogastudios geben kann. „Ich glaube nicht, dass wir uns da gegenseitig im Weg stehen, denn wir haben ja alle das gleiche Ziel: Mehr Yoga braucht die Welt! Mehr Achtsamkeit braucht die Welt!“ In ihrem Leipziger Studio setzt sie deshalb auf Yogaunterricht zu allen Tageszeiten, in mehreren Sprachen und verschiedenen Stilen sowie auf einige Klassen auf Spenden-Basis, bei denen man auch für einen geringeren Preis üben kann. Sie hofft, dass sich das Bild, das man in Deutschland von Yoga hat, in den nächsten Jahren weiterentwickelt: weg von den Hippie-Esoterik-Stereotypen, aber auch weg vom schicken Fitness-Lifestyle mit Green Smoothies und teuren Yogaklamotten. „Ich wünsche mir, dass die Menschen Yoga einfach als etwas ganz Alltägliches in ihr Leben einbauen.“

Vom Trend zur ernsthaften Praxis

Diese wachsende Normalität jenseits des modischen Hypes hat auch viel mit einer gesunden Ernsthaftigkeit zu tun: Yoga nicht als Mode, sondern als Methodik, die nicht beliebig ist, sondern einer gewissen Hinwendung, Regelmäßigkeit und Tiefe bedarf. Michael Forbes ist das bewusst, vielleicht auch weil Iyengar-Yoga mehr noch als andere Stile sehr viel Commitment erfordert: „Yoga ist nicht mehr der letzte Schrei, wenn man ihn als oberflächliches In-Thema betrachtet. Aber da ist eine Substanz, die den Hype nicht braucht. Dass uns die Gesellschaft anerkennt und uns die Krankenkassen unterstützen, ist viel wichtiger.“

Die Praxis ist daher aus gutem Grund vielfältiger geworden, sie darf verschiedene Formen annehmen und flexibler sein, aber eines steht fest: Es ist gut, wenn der oberflächliche Hype vorbei ist und diese Ernsthaftigkeit im Yoga wieder zu einer Normalität wird, die weiter wachsen darf. Michael formuliert es so: „Eine echte Yogapraxis verändert das Leben. Und umgekehrt: Um sich eine echte Yogapraxis zu leisten, muss man Yoga wirklich in das Leben integrieren.“


Unsere Autorin, die Iyengar-Yogalehrerin Nici Tannert, freut sich über ihre teilweise weit entfernt lebenden Onlineschüler*innen, die nicht mehr nur alleine am Bildschirm üben, sondern sich in Gruppen zu Hause treffen und sie dann zuschalten. Mehr Info auf yogakraftwerk.de


„Komme ich heute nicht, komme ich morgen.“ Flexibler Drop-in vs. 10er-Karte. In diesem Artikel haben wir uns mit dem Thema Verbindlichkeit beschäftigt und gefragt, inwiefern sie mit echter Verbundenheit zusammenhängt:

Zeitmanagement & Yoga: Wie schaffst du es trotz Alltag auf die Matte?

Mutter und Kind üben Yoga

Wie können wir uns motivieren, unsere Yogapraxis aufrecht zu erhalten, wenn wir immer weniger Zeit haben? Müssen wir auf etwas verzichten, wenn Kinder ins Spiel kommen? Unser Autor geht der Sache anhand der alten Göttergeschichten auf den Grund und stellt fest: Die Entscheidung liegt bei uns.

Text: Ralf Sturm / Titelbild: Vitaly Gariev via Pexels

Als wieder mal Süßigkeiten aus der Küche verschwunden waren, stellte Krishnas Mutter ihren kleinen Sprössling zur Rede. Als sie in seinen offenen Mund schaute, um Reste vom Milchkuchen zu finden, sah sie nicht nur das Dessert. Sondern nach der Geschichte gleich das ganze Universum darin. Auf diese Weise brachte der kleine Krishna seine Mutter dazu, sich der Selbstverwirklichung zu widmen. Bei uns scheint es manchmal umgekehrt zu sein. Bevor die Kinder kamen, hatten wir es noch einfach, ins Yogastudio zu gehen oder im Wohnzimmer die Matte auszurollen. Jetzt ist entweder keine Zeit oder kein Raum da, um in Ruhe zu üben.

Wenn es nicht Kinder sind, dann werden oft auf einmal die beruflichen Anforderungen größer. Irgendwo tauchen früher oder später Gründe auf, die uns Zeit rauben und uns nach Erklärungen suchen lassen, warum Asanas auf einmal nicht mehr so wichtig sind. Wir haben kaum mehr Zeit, uns zur Meditation aufs Kissen zu setzen. Anfangs ist das kein Problem. Wir hatten ja auch die Lehren des Advaita Vedanta verstanden: Alles ist Eins. Das machte uns eine zeitlang noch stressresistent. Nach einigen Monaten ohne Praxis meldet sich aber auch der geduldigste Körper. Das früher geschmeidige Gewebe fühlt sich auf einmal verhärteter an als im vergangenen Sommer, als wir den Morgen noch mit Surya Namaskar begrüßt haben. Und dem Quengeln des Nachwuchses. Oder dem übervollen Schreibtisch am Arbeitsplatz begegnen wir auch nicht mehr so gelassen. Das Zeitmanagement für die Yogapraxis misslingt.

Zeitmanagement im Alltag: Der Alltag als Lehrer

Wie hat sich Krishnas Mutter die Zeit genommen, zu meditieren? Auf jeden Fall hatte sie mit ihrem Sohn eine große Inspiration. Die haben wir durch unsere Kinder auch. Wenn meine Schultern oder Rückenmuskeln sich melden, weil ich mal wieder die Kleinen durch unser großes Haus getragen habe, weiß ich, welche zwölf Übungen mir helfen. Und wenn die Tochter Zähne bekommt und uns das nachts lautstark wissen lässt, wird sie zu meiner Meditationslehrerin.

Foto: Vitaly Gariev via Pexels

Die alten Yogaschriften haben uns keine einfachen Tipps gegeben, an welchen Stellen wir Zeit einsparen können, um mehr Raum für unsere Praxis zu finden. Aber wenn uns die Anforderungen des Alltags zu überrollen scheinen, kann ein kurzes Lesen in Patanjalis Yoga-Sutren oder der Bhagavad Gita nicht schaden. „Yoga ist Geschick im Handeln“, heißt es da. Oder man bekommt wieder Lust auf das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist. Das findet man natürlich auch in jedem anderen guten Buch aus anderen Kulturen.

Warum Prioritäten entscheidend sind

Letztendlich muss das jeder Mensch für sich selbst umsetzen. Wenn es irgendwo weh tut, könnten wir zwar immer wieder eine*n Heiler*in aufsuchen. Der wirklich entscheidende Schritt auf die Yogamatte oder das Sitzen auf dem Meditationskissen, das kommt schließlich doch von uns selbst. Wir sind die einzigen, die uns wirklich mit dem Zeitmanagement helfen können. Und nur wenn es uns gut geht, können wir anderen dienen. Unseren Kindern oder unserem Partner oder der Partnerin.

Es ist die Intention, die uns trägt. Wenn das Zeitmanagement einmal wieder kippt, hilft die Frage: Was ist mir wirklich wichtig? Krishna hat seiner Mutter mit dem Abbild des kosmischen Spiels in seinem Mund einen schönen Anreiz gegeben, sich nicht nur ums Tagesgeschäft zu kümmern, sondern auch für ihre innere Stille zu sorgen. Ich helfe meiner Familie vielleicht am meisten damit, dass ich morgens eine halbe Stunde früher aufstehe und mich Shirshasana und Trikonasana widme. Dann geht es mir gut. Und meine Lieben freuen sich auch.


RALF STURMs Geschichten von den Göttern gibt es zusammen mit Yoga-Übungen von Katharina Middendorf im Buch und auf der CD „Götter-Yoga“. Mehr zu ihm und seiner Arbeit auf nivata.de

Zum Weiterlesen: Im YOGAWORLD JOURNAL 05/2025 dreht sich alles rund um das Titelthema „Zeit“. Wie wir mit dem ständigem Fluss der Zeit umgehen, warum effizientes Zeitmanagement nicht immer die Lösung ist und vieles mehr. Hier kannst du dir das Heft bestellen:

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-101-05-25-print-ausgabe/

Yoga bei Parkinson: Worauf es in der Praxis ankommt

Nach Alzheimer ist Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die Physiotherapeut*innen und Yogalehrer*innen Lena Braun und Daniel Völker erklären, was man über die Erkrankung wissen sollte – und worauf es in der Yogapraxis für Betroffene ankommt.

Text: Lena Braun und Daniel Völker / Titelbild: somedazeare von baseimage via Canva

Oft beginnt es mit so banalen Symptomen wie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Sehstörungen oder einer diffusen Zittrigkeit. Doch für etwa 400 000 Menschen in Deutschland lautete irgendwann die Diagnose: Morbus Parkinson. Meistens geschieht das laut Deutscher Parkinson-Gesellschaft zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr, bei jedem zehnten Betroffenen aber schon vor dem 40. Geburtstag. Die Symptome entwickeln sich oft nur sehr langsam und können von Person zu Person unterschiedlich sein, doch die Perspektive ist zunächst furchteinflößend: Parkinson ist nicht heilbar und verursacht einen langsamen Abbau von bestimmten Nervenzellen, insbesondere im Mittelhirn – mit der Konsequenz, dass man allmählich die Kontrolle über den eigenen Körper verliert.

Was bei Parkinson im Körper passiert

Weil die betroffenen Nervenzellen den Botenstoff Dopamin produzieren und dann zu wenig Dopamin vorhanden ist, gerät das System aus dem Gleichgewicht und die komplexen Schaltkreise wichtiger Hirnregionen funktionieren nicht mehr so, wie sie sollten. Zentral sind dabei die sogenannten Basalganglien, Kerngebiete des End-, Zwischen- und Mittelhirns, die vor allem für die Bewegungsplanung, -steuerung und -modulation zuständig sind, die aber auch wichtige Aspekte unseres Fühlens und Verhaltens regeln. Entsprechend vielseitig sind die Symptome: Am häufigsten sind Zittern (Tremor), ein erhöhter Muskeltonus mit Steifigkeit der Muskeln (Rigor), verlangsamte Bewegung (Bradykinese) sowie Instabilität und Gleichgewichtsstörungen. Betroffene zeigen vielfach einen nach vorne geneigten Oberkörper, ihre Hüftbeweglichkeit ist eingeschränkt und sie gehen unsicher in kleinen Trippelschritten, ohne die Arme mit zu bewegen. Neben solchen motorischen Aspekten können Symptome wie Müdigkeit, Depressionen, Angststörungen oder Schmerzen Parkinson-Patient*innen das Leben schwer machen.

Mit Parkinson leben

Die Parkinson-Forschung hat in der jüngeren Vergangenheit riesige Fortschritte gemacht. In erster Linie wird die Krankheit mit Medikamenten behandelt, die den Dopaminmangel ausgleichen und die neurologischen Störungen wirksam eindämmen können. Auch psychologische Unterstützung, Physio- oder Ergotherapie und überhaupt viel Bewegung tragen dazu bei, dass viele Patient*innen gut mit der Erkrankung klarkommen und ihr Verlauf sich verlangsamt. Das ermöglicht vielen über lange Jahre eine gute Lebensqualität. Dass auch Yoga ein sinnvoller Baustein in einer ganzheitlichen Strategie sein kann, rückt erst in letzter Zeit in den Fokus – und wird jetzt auch zunehmend durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.

Yoga bei Parkinson Symbolbild, verwackelte Frau sitzt auf einem Stuhl, somedazeare von baseimage
Foto: somedazeare von baseimage via Canva

Yoga und Parkinson – Symptomlinderung durch Praxis

So zeigt eine 2013 durchgeführte, mit Magnetresonanztomografie (MRT) gestützte Studie, dass schon ein achtwöchiges Yogaprogramm die Vernetzung der grauen Substanz im Gehirn stärkt. Diese Netzwerke spielen bei Morbus Parkinson eine wichtige Rolle. Darüber hinaus verbessert Yoga laut einer spanischen Studie von 2023 die Balancefähigkeit der Patient*innen. US-amerikanische Forscher*innen zeigten 2020, dass es bei wöchentlicher Praxis auch depressive Symptome von Betroffenen lindern kann. Eine weitere Untersuchung ergab 2019, dass Yoga sowohl die motorischen Fähigkeiten als auch die Lebensqualität bei Parkinson deutlich steigern kann. Die Autor*innen dieser Studie aus Hongkong betonen, dass dafür eine regelmäßige, auf Achtsamkeit ausgerichtete Praxis entscheidend ist.

All das unterstreicht etwas, das wir aus unserer eigenen Yogapraxis kennen: Regelmäßig und achtsam geübt kann Yoga sehr viel mehr sein als eine funktionale Gymnastik. Es wirkt ganzheitlich im gesamten Körper, in Seele und Geist – und das ist gerade bei einer so vielschichtigen Erkrankung wie Parkinson ein Vorteil von unschätzbarem Wert. Die Ziele sind dabei klar: Es geht um eine bessere Körperhaltung, das Training des Gleichgewichts, die Kräftigung der unteren Extremitäten, aber auch um den Abbau von Stress, die Linderung von Ängsten und Depressionen und darum, wieder mehr in die eigene Kraft und Eigenverantwortung zu kommen – mit anderen Worten: darum, in Bewegung zu bleiben.

Freezing – wenn plötzlich nichts mehr geht

Manchmal kann es bei Parkinson zu plötzlichen Wechseln zwischen guter Beweglichkeit und Unbeweglichkeit kommen. Das tritt häufig beim Gehen auf: Man bleibt „wie festgefroren“ stehen und hat Schwierigkeiten, weiterzugehen. Mehrere Faktoren können dieses Phänomen begünstigen: komplexe Bewegungen, Richtungswechsel, aber auch enge Räume, Stress, Angst oder die Kombination aus motorischen und kognitiven Aufgaben (z.B. sprechen und etwas tragen). Deshalb sollte man im Yoga darauf achten, ausreichend Platz zu haben, sich nicht eingeengt zu fühlen und nicht überfordert zu werden.

Eine für Parkinson angepasste Praxis

Trotzdem bleibt Parkinson eine chronische und progressive Krankheit und das bedeutet: Die Ausprägung der Symptome nimmt mit der Zeit zu. Die Mediziner*innen Margaret Hoehn und Melvin Yahr unterteilten den Verlauf in fünf Stadien – und die Yogapraxis sollte sich natürlich nicht nur an die individuelle Ausprägung der Symptome anpassen, sondern auch an diese Stadien und ihre besonderen Merkmale.

Yoga im Frühstadium: Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Im frühen Stadium 1 der Erkrankung liegt der Fokus darauf, das Selbstmanagement zu unterstützen, Inaktivität vorzubeugen und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern. Dazu eignen sich ganz besonders Stehhaltungen wie Virabhadrasana I und II (Krieger) sowie Trikonasana (Dreieck), die mit großen Armbewegungen kombiniert werden können, um das Gleichgewicht zusätzlich zu stärken. Bei Bedarf kann man sich an einem Stuhl oder an der Wand festhalten. Auf diese Weise kräftigt man die Beinmuskulatur, verbessert die Flexibilität der Hüften und fördert die Aufrichtung und Stabilität des Oberkörpers.

Yoga im mittleren Stadium: Förderung des Gleichgewichts

In den mittleren Stadien 2-4 besteht das Ziel darin, die Alltagsfähigkeit zu erhalten. Das wird zum Beispiel durch aktive Positionswechsel und die Förderung des Gleichgewichts erreicht. Sinnvoll sind zum Beispiel Übungen, bei denen man sich am Stuhl festhalten und den Transfer zwischen Boden und Stand üben kann, etwa eine abgewandelte Version des Sonnengrußes. In Übungen wie Setu Bandhasana (Schulterbrücke) werden die Hüftbeuger und die Brustwirbelsäule mobilisiert, was die Haltung und Beweglichkeit verbessern und erhalten hilft.

Yoga bei Parkinson, Symbolbild, zitternde Hände, Wirestock von Getty Images
Foto: Wirestock von Getty Images via Canva

Zwei Tipps gegen zitternde Hände:

Meditation oder auch Yoga Nidra können die Entspannung fördern und sind ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Praxis. Doch häufig stört das Zittern der Hände die Konzentration. Das Gewicht kleiner Sandsäcke auf den Händen kann hier helfen, das Zittern zu minimieren.

Zweite Möglichkeit: Die Hände bewusst bewegen und in die Meditation mit einbeziehen, zum Beispiel indem man sie einatmend weit öffnet und ausatmend schließt. Zweiteres ist auch eine gute Möglichkeit für eine beruhigende Mini-Mediation mitten im Alltag.

Yoga im späten Stadium: Vermeidung von Kontrakturen

Im fortgeschrittenen Stadium 5 liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt der Vitalfunktionen und der Vermeidung von Kontrakturen. Geeignet sind hier Übungen im Sitzen auf einem Stuhl oder in der Rückenlage auf dem Boden, bei denen der Fokus auf der Atmung, insbesondere der Einatmung, liegt. In allen Stadien empfiehlt sich eine Brahmana-Praxis, das bedeutet: ein energetisierendes, kräftigendes Üben. Dafür werden Asanas eher dynamisch ausgeführt, anstatt sie statisch zu halten. Ein weiterer Akzent liegt auf der Öffnung des Brust- und Schulterbereichs, es sollten also auch immer leichte Rückbeugen in der Praxis zu finden sein.

Atmung bei Parkinson

Ganz wichtig ist auch Pranayama: Eine betonte Einatmung hilft, die Energie ins Fließen zu bringen und kann Antriebslosigkeit, depressiver Verstimmung und der allgemeinen Bewegungsarmut entgegenwirken. Ein gutes Beispiel dafür ist Chandra Bedhana (Mondatmung): Diese Technik hat zugleich eine energetisierende und kühlende Wirkung und kann helfen, Unruhe zu reduzieren. Eine ruhige, gleichmäßige Atmung und ausgleichende Übungen wie Nadi Shodhana tragen dazu bei, das Nervensystem zu regulieren, was oft auch einen positiven Einfluss auf den Tremor hat.

Hier geht’s zum zweiten Teil dieses Artikels mit noch mehr Tipps für die Yogapraxis bei Parkinson und einer beispielhaften Stuhlyoga-Sequenz für die Stadien 2 bis 3:


Lena Braun ist Physiotherapeutin (M.Sc. Neuroorthopädie), Yogalehrerin und Yogatherapeutin in Ausbildung. In ihrem Münchner Studio ana.akazi unterrichtet sie Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Daniel Völker ist Physiotherapeut, Medizinpädagoge und Heilpraktiker. Er unterrichtet in Berlin Physiotherapeuten im Fachbereich Neurologie, Psychiatrie und Bewegungstherapie und gibt therapeutische Yogastunden.

Tipp: Gemeinsam haben Lena Braun und Daniel Völker ein Buch über Grundlagen und Didaktik von therapeutischem Yoga geschrieben. Es beschreibt, wie Yoga bei Erkrankungen wie MS, Long COVID, Parkinson oder HWS-Syndrom Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern kann. Therapeutisches Yoga. Evidence based practice und Assessments in Neurologie, Orthopädie und Innerer Medizin (Elsevier, 55 Euro)


Yoga kann die körperliche und mentale Gesundheit auf vielseitige Art unterstützen. Weitere spannende Informationen dazu findest du hier:

Pratyahara – der Rückzug der Sinne in der Praxis

Pratyahara
Foto von Retha Ferguson von Pexels

Überreizt, gestresst, unkonzentriert – so fühlt man sich im Alltag viel zu häufig. Seltsam eigentlich, dass wir Yogi*nis uns nicht viel bewusster einer alten Praxis zuwenden, die genau darauf eine Antwort kennt. Pratyahara, der Rückzug der Sinne. In dieser Beispiel-Sequenz lernst du, deine Sinne bewusst nach innen zu richten.

Text & Sequenz: Jennifer Rodrigue / Titelbild: RF._.studio _ via Pexels

So bereitest du dich auf die Pratyahara-Sequenz vor

Wärme zuerst den Körper auf und stimme dich innerlich ein, indem du Kind und Hund einige Male im langsamen Wechsel übst. Als Vorwärtsbeugen haben beide Asanas eine beruhigende Wirkung. Du regst die Sinne dazu an, sich von der äußeren Welt abzuwenden. So kannst du nach innen schauen und beobachten, wie du dich zu Beginn der Praxis fühlst. Wenn es dir schwer fällt, dich gleich am Anfang zu entspannen, dann versuche, mit ein paar Runden sanft und langsam geübtem Sonnengruß etwas überschüssige Energie loszuwerden. Wenn deine Atmung ganz von selbst lang und weich wird, bist du bereit für die folgende Übungsstrecke.

Halte während der Sequenz jede Position für 7 bis 10 Atemzüge, bevor du zur nächsten übergehst. Mit der Zeit kannst du auf 15 bis 25 Atemzüge erhöhen.

1. Balasana – Stellung des Kindes

Ziehe jetzt im Fersensitz die Knie etwas breiter als den Rumpf auseinander. Die Zehen berühren sich. Lass den Oberkörper für die Stellung des Kindes nach vorn auf die Oberschenkel sinken. Die Stirn ruht auf dem Boden, auf den Händen oder einem Kissen.

Spüre, wie die Oberschenkel schwer auf die Waden sinken und wie der gesamte Körper sein Gewicht an den Boden abgibt. Beobachte die Atembewegungen, ohne den Atem beeinflussen zu wollen.

Wie lange dauert wie Einatmung?
Wie lange die Ausatmung?
Und wie fühlen sich die Pausen dazwischen an?
Ist der Atem eher flach oder tief? Beginnen irgendwann die Gedanken zu rattern?
Empfindest du die aufgezwungene Ruhe als friedvoll oder eher als unangenehm?

Nach diesen Untersuchungen hebst du den Kopf kurz für einige Zentimeter an. Ziehe das Kinn etwas dichter zur Brust und lege die Stirn in dieser Haltung wieder ab. Dann löst du das Kinn wieder, so dass die Haut auf der Stirn sanft etwas Richtung Augen geschoben wird. In dieser Haltung richtest du die Aufmerksamkeit nach innen und folgst der Atembewegung.

Bleibe 7 bis 10 Atemzüge lang hier.

2. Adho Mukha Shvanasana – Herabschauender Hund

Strecke die Arme aus der Stellung des Kindes nach vorn und verwurzle die Hände in etwas mehr als schulterbreitem Abstand am Boden. Die Haut auf der Stirn ist zunächst noch sanft Richtung Augen geschoben, wenn du nun langsam Flanken und Arme lang machst, die Zehen aufstellst und dann das Becken nach oben steigen lässt in die Stellung des herabschauenden Hundes. Rolle die Schultern weg von den Ohren und halte den Nacken lang und weich. Entspanne deine Augen, indem du dir vorstellst, dass die inneren Lidränder zur Mitte des Kopfs hin schmelzen. Dabei sind die Augen sanft auf einen Punkt gerichtet oder geschlossen.

3. Shalabhasana – Heuschrecke

Lege dich auf den Bauch. Die Beine sind etwa hüftbreit voneinander entfernt, die Arme liegen mit nach oben zeigenden Handflächen längs des Körpers. Strecke dich vom Bauch bis in die Füße in die Länge. Spreize für die Heuschrecke die Zehen und weite die Fußsohlen. Mach den unteren Rücken lang, indem du das Steißbein sanft zum Boden ziehst und die Haut am unteren Bauch Richtung Nabel bewegst. Gleichzeitig wächst der Oberkörper durch die Schädeldecke lang nach vorn. Mit jeder Ausatmung schenkst du dem unteren Rücken erneut Länge. Mit jeder Einatmung streckst du die Beine nach hinten und den Oberkörper nach vorn. Dabei kannst du Kopf, Brust und Arme wie in der klassischen, aktiven Form der Heuschrecke heben oder am Boden liegen lassen.

4. Chandrasana – Halbmond

Du beginnst in Utthita Trikonasana (gestrecktes Dreieck) mit dem rechten Bein vorn und einem Block etwa 30 Zentimeter vor dem rechten Fuß. Mit einer Ausatmung beugst du das rechte Knie, verlagerst das Gewicht auf dieses Bein und setzt die rechte Hand auf dem Block ab. Mit einer Einatmung streckst du beide Beine und lässt das hintere Bein steigen. Wenn sich das sehr wackelig anfühlt, stelle dich mit dem Rücken zur Wand. Finde dein Gleichgewicht und beobachte dabei die Empfindungen in Haut, Muskeln und den Regionen um die Gelenke.

Versuche, das Becken etwas oberhalb des rechten Oberschenkelknochens schweben zu lassen. Entspanne dann bewusst den Atem und löse jedes krampfende Festhalten der Kiefergelenke. Über das gestreckte Dreieck und den Hund gelangst du wieder in die Stellung des Kindes. Erst wenn du dich wirklich bereit fühlst, übe die andere Seite.

5. Ardha Setu Bandha Sarvangasana – Halbe Schulterbrücke

Lege dich flach auf den Rücken und stelle die Füße etwa hüftbreit voneinander entfernt an, dabei sind Knie und Füße parallel zueinander ausgerichtet. Ziehe nun den unteren Rücken in die Länge, bevor du mit einer Ausatmung langsam und vom Bauch ausgehend das Becken hebst. Mit einer Einatmung lässt du sanft auch die Brust steigen und stellst dir dabei vor, Schultern und Oberarme vom Herzen aus nach außen zu drehen. Ist die Haltung vollständig eingerichtet, geht es wieder um die Entspannung der Sinnesorgane. Stell dir vor, du könntest die Ohrläppchen durch den Gehörgang zur Mitte des Kopfes hin schmelzen lassen.

Löse die Position, ruhe dich einige Minuten in Shavasana aus und nimm die bisherige Wirkung deiner Praxis wahr.

6. Janu Shirshasana – Kopf-Knie-Haltung

Du beginnst aufrecht sitzend in Dandasana (Stabhaltung). Schmiege die Sohle des rechten Fußes an die Innenseite des linken Oberschenkels und verwurzle beide Sitzknochen am Boden. Stütze die linke Hand seitlich neben der linken Hüfte am Boden ab und lege den rechten Arm lang auf das linke Bein. Nun beginnst du langsam, den Rumpf nach vorne sinken zu lassen, dabei gleitet die rechte Hand mit nach vorn Richtung linker Fuß und die linke folgt, sobald du dich vom Boden löst. Entspanne die Schädelbasis weg vom Nacken und lass die Stirn auf einem Hocker, einem Block oder dem linken Schienbein ankommen.

Dabei schiebst du die Haut der Stirn wie schon in Balasana Richtung Augen. Sobald du bemerkst, dass du dich in die Vorwärtsbeuge hineinstreckst oder -ziehst, entspanne bewusst die Haut, den Atem, die Kehle und jeglichen Ehrgeiz, tiefer in die Haltung zu kommen. Bevor du die Seiten wechselst, atme einen Moment lang in Dandasana.

7. Pashchimottanasana – Vorwärtsbeuge im Sitzen

Verwurzle anschließend in Dandasana erneut die Sitzknochen am Boden und richte die Sitzhaltung sorgfältig ein. Lass beide Beine von den Leisten aus nach vorne lang werden, bevor du dich aus den Hüftgelenken nach vorn sinken lässt. Entspanne Hüften, Oberschenkel und Bauch. Widerstehe auch hier dem Ehrgeiz, möglichst tief in die Haltung zu kommen. Stattdessen lässt du deine Stirn wieder auf einem Hocker, einem Block oder einer gefalteten Decke ruhen. Lege dafür deine Arme lang nach hinten ab und runde dich nach innen. Wenn du spürst, dass du tiefer gehen kannst, schiebe die Unterlage für den Kopf weiter nach vorn und mach sie niedriger.

Beobachte genau, ob dieser Impuls nicht vielleicht vom Geist ausgeht. Gib deshalb jeglichen Gedanken daran auf, dich anzustrengen und die Vorwärtsbeuge zu intensivieren. Stattdessen entspannst du den Nasenrücken und lässt deine Sinne im Rhythmus des Atems zur Ruhe kommen.

8. Shavasana – Totenstellung

Staple am oberen Ende deiner Matte zwei Blöcke übereinander. Lege dich auf den Rücken, die Blöcke ungefähr 7 bis 8 Zentimeter hinter dem Kopf. Lege ein längliches und etwas schwereres Kissen (oder einen kleinen Sandsack, falls du hast) auf die Blöcke, so dass ein Drittel auf deiner Stirn liegt und die Haut in Richtung Augen schiebt. Das beruhigt die Nerven. Das Gewicht des Kissens sollte gleichmäßig auf der rechten und linken Seite deines Kopfes ruhen und nicht auf die Nasengänge drücken.

Stell dir mit geschlossenen Augen vor, dass du direkt auf die Stelle siehst, wo das Kissen auf deiner Stirn ruht. Von diesem Punkt aus lass den Blick nach innen wandern. Stell dir vor, du bist unter Wasser, mitten im Meer, und siehst der Strömung deines Atems zu. Lassen den Atem ganz natürlich fließen und beobachte ihn einfach nur. Sinke immer tiefer in die Wahrnehmung deines Körpers und deines Atems hinein und bleibe 5 Minuten so liegen – oder auch länger.


Diese Sequenz stammt von Jennifer Rodrigue. Sie ist Yogalehrerin und Autorin in San Francisco und war bis 2013 Redaktionsleiterin beim amerikanischen YOGA JOURNAL.

In ihrem Intro-Artikel erfährst du noch mehr über Pratyahara und wie du den Körper in die Praxis miteinbeziehst:

Wie Meditation dein Gehirn beeinflusst

Auch wenn sie häufig etwas zu kurz kommt: Meditation ist ein wesentlicher Teil von Yoga. Arzt und Yogatherapeut Richard Miller erklärt, welchen Einfluss regelmäßige Meditation auf dein Gehirn hat und wie eine tägliche Praxis dir hilft, die alles verbindende Lebenskraft zu erfahren: Shakti. Plus: Anleitung für eine Shakti-Meditation. 

Text: Dr. Richard Miller / Bilder: Vlada Karpovich von baseimage via Canva

Jeder Mensch trägt das Potenzial von Kraft, Gelassenheit, Frieden, Freude und Stille in sich – ganz unabhängig davon, was gerade um ihn herum geschieht. Doch manchmal scheint es unmöglich, diese Quelle anzuzapfen. Hier kann Meditation helfen. Eine regelmäßige Praxis erleichtert es dir, etwa zu spüren, das wir im Yoga als universelle Lebenskraft oder Shakti kennen. Eine Art Urenergie, die nicht nur jedes Atom deines Körpers, sondern den gesamten Kosmos mit Leben erfüllt.

Wie Meditation das Gehirn beeinflusst

Das klingt jetzt abgehobener, als es tatsächlich ist. Man kann es auch mit neurowissenschaftlichen Forschungen erklären: Sie zeigen, dass Meditation bestimmte Verknüpfungen im Gehirn aktiviert, beziehungsweise deaktiviert. Diese Vielzahl untereinander verbundener Neuronennetze, schicken komplexe elektrische Signale durch die grauen Zellen. Mit anderen Worten: Mithilfe der Meditation können wir Neuronen anders verknüpfen und die Gehirntätigkeit neu ausrichten. So erlangen wir Zugang zu jenen Gefühlen, die Yogis traditionell mit dem Begriff Shakti beschreiben.

Das Gehirn im Leerlaufmodus

In den vergangenen Jahren sind unter anderem in der Fachzeitschrift „Frontiers in Human Neuroscience“ eine Reihe von Erkenntnissen zu diesem Thema veröffentlicht worden. Sie zeigen, dass während der Meditation (bei ausreichender Übung) das sogenannte Default-Mode-Netzwerk des Gehirns gehemmt werden kann. Darunter versteht man eine Art Leerlauf-Modus, in dem wir tagträumen oder unseren Gedanken nachhängen. Dieses Netzwerk erlaubt es dem Menschen, sich als Individuum mit einer eigenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrzunehmen. Aber auch über sich selbst nachzudenken und sich in Zeit und Raum einzuordnen. Gleichzeitig lässt es uns im Gedanken-Hamsterrad rennen und endlos um uns selbst kreisen.

Apropos Meditation: Dr. Richard Miller erklärt dir hier, wie du deine eigene Intention findest

Du bist Teil des Ganzen

Während das eigentliche Default-Mode-Netzwerk herunterfährt, bleiben drei andere Bereiche während der Meditation aktiv: Das Aufmerksamkeits- und das Kontrollnetzwerk sorgen für Konzentration und eine äußerst wache Wahrnehmung. Das dritte, auf die Gegenwart zentrierte Netzwerk, erzeugt oder verstärkt das Gefühl, dass alles um uns herum miteinander verbunden ist.  Jeder Mensch ist ein harmonischer Teil dieses großen Ganzen – wir verbinden uns mit der universellen Lebenskraft. Anders ausgedrückt: Wenn das Default-Mode-Netzwerk gehemmt wird, während bestimmte andere Netzwerke aktiv bleiben, fokussierst du dich. Du verlierst aber gleichzeitig das Gefühl, ein abgetrenntes Individuum zu sein. Stattdessen entstehen Weite und Raum, ein Gefühl von Verbundenheit mit dem gesamten Universum und tiefer Frieden.

Meditation, Vlada Karpovich baseimage via Canva

Eine Welt unendlicher Möglichkeiten

Den Erfahrungsraum, der sich dabei eröffnet, beschreibt Daniel Siegel, Mitbegründer des Mindfulness Education Center der Universität Kalifornien, als eine Welt „unendlicher Möglichkeiten und Erkenntnisse“. Denn dieser Raum birgt auch ungeahnte kreative Problemlösungen. Willst du die allem innewohnende Lebenskraft erfahren, bedarf es deiner Aufmerksamkeits-, Kontroll- und gegenwartszentrierten Netzwerke. Diese Erfahrung stärkt nicht nur deine Verbindung zur Außenwelt sondern auch die beteiligten neuronalen Netzwerke. So wird es dir immer leichter fallen, in ein Gefühl von Kraft, Frieden, Freude und Stille einzutauchen. Nach und nach entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn und du wirst die allem zugrundeliegende Energie spüren. Sie gibt deinem Leben eine Richtung und erfüllt es mit Sinn. Die Erfahrung von Shakti und wie Meditation dein Gehirn positiv beeinflusst, wird dich wie ein Magnet immer wieder zu deinem Meditationskissen ziehen.

Anleitung für eine Shakti-Meditation

Doch genug Theorie, kommen wir jetzt zur Meditations-Praxis: Formuliere zu Anfang der Meditation die Intention, dich mit der Urkraft Shakti zu verbinden. Dann beginnst du, deinen Körper von Kopf bis Fuß mithilfe der folgenden Übung zu scannen, mögliche Anspannungen zu erkennen und loszulassen.

1. Spüre nacheinander Kiefer, Mund, Innen- und Außenohr, den Bereich um die Augen, Stirn und Kopfhaut. Als nächstes sind Nacken, Hals, Schultern und Schulterblätter, Arme, Handflächen und Finger an der Reihe. Dann spürst du den oberen, mittleren und unteren Rumpf, Rücken, Becken und Kreuzbein, Hüfte, Beine und Füße.

2. Im zweiten Schritt versuchst du, alle Körperteile gleichzeitig wahrzunehmen: Körpervorder- und -rückseite, rechts und links, Körperinneres und Körperoberfläche. Stelle dir deinen gesamten Körper als schimmernde, vibrierende Energie vor, als ein leuchtendes pulsierendes Empfindungsfeld, das gleichzeitig nach innen und außen strahlt. Kehre immer wieder zur Wahrnehmung deines Körpers als leuchtendes Feld zurück, auch wenn die Gedanken abschweifen oder du anderweitig abgelenkt wirst.

3. Dann konzentrierst du dich auf deine Körperempfindungen. Nimm zum Beispiel wahr, wo du Anspannung erfährst und wie dein Atem mit der Ein- und Ausatmung durch dich hindurchströmt. Auf diese Weise hemmst du bewusst dein Default-Mode-Netzwerk und somit dein Zeit- und Raum-Empfinden und stärken das Aufmerksamkeits- und Kontrollnetzwerk. So kann letztendlich das auf die Gegenwart zentrierte Netzwerk anspringen, das dir einen Zugang zur universellen Lebenskraft eröffnet.

4. Lade jede einzelne Zelle deines Körpers ein, das Pulsieren der universellen Lebenskraft zu erfahren, die jedem Atom, Molekül und Partikel unseres Daseins Leben einhaucht – genau wie allen anderen Wesen und Erscheinungen des Universums.

5. Rufe noch einmal deine Intention in dir wach, bevor du nun 10 bis 20 Minuten in stiller Meditation sitzt. Wenn störende Gedanken aufsteigen, nimm diese wahr und lenke dann deine Aufmerksamkeit erneut auf die Wahrnehmung deines Körpers als vibrierende, strahlende, auch dir innewohnende universelle Lebenskraft. Bevor du die Meditation beendest, formulierst du die Intention, den ganzen Tag über eine Verbindung zu dieser Lebenskraft aufrechtzuerhalten.

Meditation, Vlada Karpovich basimage via Canva

Dranbleiben: Tägliche Meditation schafft Veränderung

Versuche eine Zeit lang täglich so zu meditieren, und beobachte, was sich dadurch in deinem Alltag verändert: Was geschieht zum Beispiel inmitten eines Gespräches, am Schreibtisch, beim Spazierengehen oder beim Zu-Bett-Gehen? Vielleicht spürst du für Momente plötzlich die universelle Lebenskraft, die jede Zelle deines Körpers durchflutet. Mach einfach weiter und spüre gleichzeitig diese leuchtende Energie und wie sie dich tief mit deinem Inneren und der Welt verbindet. Beobachte, wie diese Energie es dir ermöglicht, bewusst und gelöst zu (inter-)agieren, statt unbewusst zu reagieren und dich zu verspannen.


Meditation Gehirn Dr. Richard Miller

Autor Dr. Richard Miller ist Gründungsvorsitzender des Integra­tive Restoration Institute „iREst“, Mitbegründer des internationalen Verbands für Yogatherapeut*innen und Autor von „iRest Meditation and Yoga Nidra“. 

Noch mehr über Meditation erfährst du hier:

Energieausblick September 2025 – mit innerer Klarheit in die Erntezeit starten

Kristina Sacken Energieausblick

Der Spätsommer trägt eine ganz besondere Magie. In unserer neuen Artikelreihe gibt euch Medium Kristina Sacken, die eng mit der geistigen Welt verbunden ist, regelmäßig einen Energieausblick für den jeweils kommenden Monat. Dabei channelt sie extra für unsere YogaWorld Community. Los geht es mit dem September 2025. Und der ist mehr als nur der Übergang vom Sommer in den Herbst – er ist ein Wendepunkt …

Text: Kristina Sacken / Titelbild: Alicia Minkwitz

Nach einem intensiven ersten Halbjahr, das viele von uns innerlich durchgerüttelt hat, und einem Sommer, der vor allem der spirituellen Ausrichtung diente, beginnt jetzt die Phase, in der sich die Dinge sichtbar ordnen.

In dir wächst die Vorfreude auf das, was bald reif ist – und gleichzeitig ein leiser Druck, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die geistige Welt zeigt für diesen Energieausblick September 2025 ein deutliches Bild: Du stehst auf deinem Feld – und es beginnt zu blühen.

Doch bevor du in den gewohnten „Mach-Modus“ fällst, lade ich dich ein:
Bleibe kurz stehen. Atme. Spüre hin. Richte dich aus.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Welche inneren und äußeren Impulse im September wirken
  • Wie du deine Erntezeit bewusst vorbereitest
  • Warum meine kostenfreie Morgenmeditation dir jetzt den entscheidenden Fokus schenken kann

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1. Dein Feld wird sichtbar – die Energie kommt in Bewegung

Was du im Frühjahr und Sommer innerlich entschieden hast, zeigt sich nun im Außen: in Beziehungen, im Beruf, in deinem Körper. Es fühlt sich an, als hätte das Universum eine neue Frequenz eingeschaltet – Entscheidungen fallen leichter, Kommunikation wird klarer, und dein inneres JA beginnt Wirkung zu zeigen.

Dein Feld beginnt zu blühen.
Deine innere Klarheit zeigt Wirkung im Außen – und du darfst das staunend betrachten.

Ernte Symbolik Frau steht auf Feld und bewundert Ähren
Foto: SrdjanPav von Getty Images via Canva

2. Verbindung entsteht – nicht durch Worte, sondern durch Resonanz

Im Energieausblick September 2025 wird deutlich: nonverbale Felder verstärken sich. Menschen, die innerlich in einer ähnlichen Schwingung sind, finden zueinander. Es geht nicht mehr darum, mit Argumenten zu überzeugen – sondern darum, in einer Haltung zu sein, die andere berührt.

Das bedeutet auch: Die innere Arbeit trägt Früchte – ohne dass du sie laut benennen musst.

3. Körper, Energie und Alltag wollen jetzt übereinstimmen

Ein zentrales Thema im September ist die Verkörperung deiner inneren Wahrheit.
Was du im Geist erkannt hast, will jetzt durch deinen Körper gelebt werden – und der Körper meldet sich klarer, deutlicher, unmittelbarer.

Du spürst vielleicht:

  • eine neue Sensibilität gegenüber Gewohnheiten, die früher funktioniert haben, jetzt aber müde machen
  • mehr Wahrnehmung für deine Sinne, deine Haut, deine Nahrung, deinen Schlaf
  • ein zunehmendes Unbehagen bei allem, was nicht mehr zu dir passt – ob im Zeitmanagement, in sozialen Kontakten oder in deiner täglichen Struktur

Der Körper ist dein Kompass. Er sagt dir jetzt: So wie bisher geht es nicht mehr.

Frage dich:

  • Wie will ich wirklich leben?
  • Was nährt mich – körperlich, seelisch, energetisch?
  • Was ist Gewohnheit – und was ist Wahrheit?

Verkörperung bedeutet: Du lebst so, wie du dich innerlich bereits entschieden hast.

4. Der September ist das Tor zum letzten Quartal

Spirituell betrachtet öffnet sich im September ein kraftvolles Zeitfenster:
Es markiert den Übergang vom inneren Klären zum geerdeten Handeln.

Die geistige Welt sagt: Was du im September anstößt, wächst mit dir bis zum Jahresende. Es wächst nicht schnell – aber es wächst stabil.

Das können konkrete Schritte sein wie:

  • ein neues berufliches Angebot, das du jetzt veröffentlichst
  • ein Gespräch, das du nicht länger aufschiebst
  • eine Entscheidung, die du innerlich schon getroffen hast – jetzt aber aussprichst
  • oder einfach ein neues inneres Tempo, das du dir erlaubst, ohne dich zu rechtfertigen

Fazit: Der September ruft dich in deine gelebte Wahrheit

Der September 2025 ist kein Monat der lauten Schritte – sondern der verkörperten Klarheit. Was du innerlich erkannt, geklärt und entschieden hast, beginnt sich jetzt zu zeigen. Nicht durch Aktionismus, sondern durch Haltung.

Du stehst auf deinem Feld – und die ersten Früchte beginnen zu reifen.

Ernte Frau steht auf Feld mit Ähren in der Hand
Foto: irynakhabliuk via Canva

Die geistige Welt erinnert uns:

  • Dein Energiefeld wirkt.
    Es verbindet sich mit anderen, die ebenfalls klar stehen – und aus dieser stillen Resonanz entsteht Veränderung.
  • Dein Körper spricht.
    Er fordert Übereinstimmung. Zwischen deinem Tagesrhythmus und deiner Seelenführung. Zwischen Nahrung und Nährung.
  • Dein Alltag will wahrhaftiger werden.
    Nicht schneller, nicht lauter – sondern stimmiger.
  • Und dein Weg geht weiter – nicht als Sprint, sondern als Bewegung aus Tiefe.
    Was du im September bewusst in Gang bringst, wird dich bis Jahresende begleiten. Leise. Kraftvoll. Echt.

Jetzt ist die Zeit, nicht mehr zurückzuschauen – sondern loszugehen.
Nicht mit Druck – sondern mit Würde.
Nicht mit Hast – sondern mit Haltung.


Mini-Ritual für Klarheit im September

  1. Setze dich still hin.
  2. Lege eine Hand auf dein Herz, die andere auf deinen Unterbauch.
  3. Atme tief ein und aus.
  4. Sprich laut oder innerlich:
    „Ich stehe auf meinem Feld.
    Ich bin bereit, zu empfangen.
    Ich gehe in meiner Wahrheit – langsam, aber sicher.
    Ich bin Teil der Veränderung.
  5. Frage dich: „Was habe ich gesät – und was bin ich bereit, jetzt zu vollenden?
  6. Fühle die Antwort – und schreibe sie auf.

In meinem Video führe ich dich Schritt für Schritt durch dieses Mini-Ritual – so kannst du dich einfach zurücklehnen, mitmachen und sofort die Wirkung spüren:


Mein täglicher Kompass – die Morgenmeditation

Mein Geschenk an dich: Wenn du im September bewusst gehen willst – mit Haltung statt Hast, mit Klarheit statt Reaktion – dann brauchst du einen inneren Anker. Die tägliche Morgenmeditation unterstützt dich genau darin.

In nur 15 Minuten bekommst du:

  • Eine geführte, mediale Ausrichtung auf die Tagesenergie
  • Klarheit für dein Handeln
  • Ein gestärktes, geerdetes Energiefeld

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Teste die Morgenmeditation jetzt 2 Wochen kostenfrei

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Mehr Klarheit finden – auch über den September hinaus

Kristina Sacken Podcast Cover "Mit Herz und Verstand"

In meinem Podcast Mit Herz und Verstand findest du jede Woche:

  • Aktuelle kollektive Energie-Updates
  • Channelings aus der geistigen Welt
  • Praktische Tipps für die Integration medialer Impulse im Alltag

Gleich reinhören auf kristinasacken.com/podcast-mitherzundverstand


Über Kristina Sacken

Kristina Sacken Portrait
Foto: Franziska Krois

Kristina Sacken ist Medium, Juristin und Gründerin der Kristina Sacken Akademie. Sie begleitet vor allem Frauen in Umbruchsphasen dabei, ihre Medialität zu entdecken und als innere Kraftquelle im Alltag zu nutzen. Mit klarer, ruhiger Präsenz verbindet sie spirituelle Tiefe mit einem strukturierten, alltagstauglichen Ansatz. Neben Ausbildungen und Retreats bietet sie eine tägliche Morgenmeditation an und teilt in ihrem Podcast Mit Herz und Verstand aktuelle Energien und Botschaften aus der geistigen Welt.

Mehr erfahren auf kristinasacken.com und auf Insta @kristinasacken / @mediale_akademie

Im neuen YOGAWORLD JOURNAL 05/2025 ist Kristina unsere „Woman in Business“. In diesem Porträt erfährst du noch mehr über Kristinas Werdegang und ihre Arbeit:

https://yogaworld.de/produkt/yogaworld-journal-nr-101-05-25-print-ausgabe/