Das Leben einer Frau verläuft in Zyklen – voller Energie, Klarheit und Tatkraft, aber auch mit Phasen des Wandels und der Erneuerung. Ayurveda sieht darin eine natürliche Bewegung, die uns leitet, stärkt und in jeder Lebensphase unterstützt. //anzeige
Bei NEUE WEGE begleiten wir Frauen auf diesem Weg seit vielen Jahren – mit Reisen, die Achtsamkeit, Ayurveda und Yoga miteinander verbinden und so Räume schaffen, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Gerade in der Peri- und Menopause schenkt der ayurvedische Ansatz wertvolle Impulse. Wenn sich hormonelle Prozesse verändern, eröffnet Ayurveda Wege, den Körper zu stabilisieren, den Geist zu beruhigen und neue Energie zu finden – im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen.
Balance im Wandel
Die Jahre des Übergangs sind eine Zeit des Neubeginns: Der Körper richtet sich neu aus, und mit der richtigen Unterstützung kann daraus neue Stabilität entstehen. Ayurveda begleitet diesen Prozess mit gezielten Routinen, Ernährung und Anwendungen, die Wärme, Ausgeglichenheit und Vitalität fördern.
Sanfte Rituale stärken dich in dieser Phase:
Abhyanga – tägliche Selbstmassage mit warmem Öl, die das Nervensystem beruhigt und Erdung schenkt.
Typgerechte Ernährung – warme, frische Mahlzeiten, die das Verdauungsfeuer stärken und Energie spenden.
Yoga & Atmung– sanfte Bewegungen und bewusste Atemübungen, die Klarheit und Ruhe fördern.
Ayurveda – Wissen für die Frauengesundheit
Im Ayurveda ist jede Frau einzigartig. Das Gleichgewicht der drei Doshas – Vata, Pitta und Kapha – bestimmt, wie wir Energie verarbeiten, mit Veränderungen umgehen und uns regenerieren. Mit individuell abgestimmten Anwendungen, Heilkräutern und Ernährung kann Ayurveda helfen, hormonelle Schwankungen auszugleichen, den Schlaf zu verbessern und emotionale Stabilität zu fördern.
Gerade in der Peri- und Menopause schenkt Ayurveda Halt und Orientierung – für mehr Gelassenheit, innere Stärke und Lebensfreude.
Yoga für neue Leichtigkeit
Yoga unterstützt den Körper in allen Phasen des Wandels. Sanfte Asanas, Hormon-Yoga und Atemübungen fördern Ausgeglichenheit, Stabilität und Klarheit. So wird jede Praxis zu einer Einladung, den eigenen Rhythmus zu spüren und Kraft aus der Bewegung zu schöpfen.
Retreats für deine weibliche Kraft
Ayurveda und Yoga entfalten ihre Wirkung besonders an Orten, die Raum für Ruhe, Regeneration und persönliche Begleitung bieten.
Taprana, Sri Lanka:Individuelle Ayurveda-Kuren in familiärer Atmosphäre mit Fokus auf Balance, Regeneration und Hormonharmonie.
Amal Tamara, Kerala (Indien):Präzise ayurvedische Medizin und authentische Betreuung in modernem Ambiente – ideal für tiefergehende Regeneration.
Zurück zu dir
Frauengesundheit bedeutet, die eigene Mitte zu stärken und den Körper bewusst zu begleiten. Ayurveda und Yoga bieten dafür kraftvolle Werkzeuge – sanft, individuell und ganzheitlich.
Hier findest du bei NEUE WEGE Inspiration und passende Reisen, um Deine weibliche Energie zu nähren und Dich ganz auf Dich selbst zu besinnen.
Viele Yogastile unterscheiden sich alleine aufgrund der Verwendung von Hilfsmitteln. Block, Gurt, Bolster, Decke? Immer wieder werfen diese Helfer einige Fragen auf: Brauche ich sie für meine Yogapraxis, wenn ich nicht im Studio üben kann? Welche sollte ich mir zuerst anschaffen? Wir beantworten deine Fragen rund um das Thema Hilfsmittel im Yoga.
Text: Kerstin Thost / Fotos: Cottonbro via Pexels
Unabhängig vom Level
Das Mindset ist weit verbreitet, dass Hilfsmittel grundsätzlich etwas für Yogaanfänger*innen sind. Auch ich habe mich schon öfter in Yogastunden beim Gedanken erwischt: „Die anderen wissen ja, dass ich Lehrerin bin. Dann kann ich doch jetzt hier keinen Block verwenden. Das zeigt nämlich, dass ich gar nicht so dehnbar bin.“ Aber: Die Erkenntnis, dass man ein Hilfsmittel zur Unterstützung braucht, zeugt von gutem Körperbewusstsein. Setzt du Hilfsmittel ein, zeigt das: Dir ist ist die Yogapraxis wichtiger als dein Ego. Hilfsmittel machen den Einstieg in manche Asanas leichter. Aber an der richtigen Stelle anzusetzen braucht Erfahrung und anatomisches Wissen, wie die Asana aufgebaut werden muss.
Mit Hilfsmitteln den Yogahorizont erweitern
Oft von dynamisch orientierten Yogi*nis belächelt: Yin Yoga. „Die verwenden ja so viele Hilfsmittel!“ Dabei lohnt sich der Blick über den Tellerrand. In den Yogastunden überrascht mich die Lehrerin oft mit einem für mich neuen Einsatz von Hilfsmitteln, der eine Asana komplett verändert. Ich habe immer das Bedürfnis, mir das aufzuschreiben und sofort in meine nächste Yogastunde zu übernehmen. Jetzt aber zu den einzelnen Hilfsmitteln:
Die Decke
Häufigste Nutzung
Egal ob im Studio oder Zuhause, eine Wolldecke ist oft vorhanden. Die Decke wird meistens fürs Shavasana zum Zudecken verwendet, damit du nach der körperlich aktivierenden Praxis nicht auskühlst. Mehrmals gefaltet ist sie eine polsternde Unterstützung für die verschiedensten Asanas. Im Meditationssitz oder zu Beginn der Yogastunde im Schneiderseitz unterstützt sie als gefaltete Unterlage die Aufrichtung der Wirbelsäule. Sie kann im Pflug oder Schulterstand den Nacken schützen. Unter das Knie untergelegt schont sie im Heldensitz, Vierfüßlerstand oder tiefen Ausfallschritt die Gelenke.
Man kann die gefaltete Decke ohne Schwierigkeiten rollen und als Ersatz für das Bolster (weiter unten beschrieben) verwenden. Damit kannst du die meisten der Asanas auch durchführen, für die du sonst das Bolster bräuchtest.
Die Blöcke
So werden Blöcke meistens genutzt
Blöcke sind das Hilfsmittel, das in jeder (Anfänger-)Klasse zum Einsatz kommt. Die Verwendungsweisen sind sehr vielfältig und ein Thema für sich. Denn Blöcke können fast in jeder Asana-Familie verwendet werden. Bei Vorbeugen legst du den Kopf entspannt darauf ab. In Rückbeugen z.B. im Liegen intensiviert ein Block zwischen den Schulterblättern die Herzöffnung. Standpositionen und sogar Balancen gewinnen durch Blöcke an Stabilität. Besonders beliebt ist ihr Einsatz auch in (stehenden) Twists, wo du die Hand darauf ablegst.
Der feine Unterschied zwischen Blöcken
Achtung, denn Block ist nicht gleich Block! Es gibt Blöcke verschiedener Materialien und damit auch verschiedener Eigenschaften. Blöcke aus weicherem Schaumstoff sind sehr leicht. Sie lassen sich durch ihre Weichheit auch wunderbar in Rückbeugen unterlegen. Allerdings findest du in Standpositionen wie dem gedrehten Dreieck mit weichen Blöcken kaum Stabilität. Stabilere Materialien wie Kork und Holz sind erst einmal „unbequemer“. Allerdings kannst du dich beispielsweise im Halbmond auf ihre Stabilität als Stütze verlassen. Beides hat also seine Vorteile. Überlege vor dem Kauf, was dir besonders wichtig ist.
Blöcke überraschend vielseitig
Blöcke erleichtern dir den Einstieg in Balancepositionen. Beispielsweise kannst du sie bei der einfachsten Stand-Balance-Asana verwenden: dem Baum. Dafür legst du den Block flach auf die Matte und stellst dich mit deinem Standbein darauf. Davon ausgehend baust du deinen Baum Schritt für Schritt nach oben auf. Du wirst feststellen: Du stehst wesentlich stabiler als sonst. Aber wieso? Sobald du erhöht stehst, erkennt dein Gehirn die Gefahr nach unten zu fallen. Dadurch bist du wesentlich konzentrierter, die Balance zu halten.
Für Yoga von Zuhause
Für digitales Yoga von Zuhause aus, wird meistens vorgeschlagen, Blöcke durch dicke und stabile Bücher wie Lexika zu ersetzen. Das geht auch teilweise, allerdings tauchen dabei Schwierigkeiten auf. Die beiden Bücher sollten eigentlich genau gleich hoch sein, damit bei Asanas wie der Pyramide (Intensive Flankenstreckung) keine einseitige Fehlhaltung entsteht. Zudem können Bücher nicht beliebig auf drei verschiedenen Seiten aufgestellt werden wie Blöcke, sondern nur flach oder dann gestapelt verwendet werden, um in der Höhe zu variieren.
Fazit: Sollte ich mir Blöcke zulegen?
Ich empfehle dir, dir auf jeden Fall für Zuhause Blöcke zuzulegen. Sie sind nicht teuer und vielseitig in jeder Yogapraxis einsetzbar. Achte nur darauf, dass du ein Material verwendest, welches zu dir und deiner Praxis passt. Du kannst sie sogar als Ersatz für einen Gurt verwenden, um zu lernen hinter dem Rücken zu binden. Dafür einfach mit beiden Händen jeweils eine Seite des Blockes greifen. Oder du vertiefst deine sitzende Vorbeuge damit, indem du den Block hinter deine Füße nimmst und die kurzen Kanten mit den Händen packst.
Das Bolster
Die häufigste Nutzung des Bolsters
Bolster dienen, wie der Name schon andeutet, zur Polsterung. Durch sie können die verschiedensten Asanas bequemer gestaltet werden – vor allem bei (sitzenden) Vorbeugen, bei denen viele Körperteile den Boden berühren. Das Bolster kann ähnlich wie die Decke das Knie schonen, wie der Block die Hüfte in der halben Taube gerade ausrichten oder beim Krokodil die Knie auffangen. Oder du legst in verschiedensten Vorbeugen deine Stirn darauf ab, wie in der halben Taube oder in der sitzenden Vorbeuge, wenn die entspannende Version mit rundem Rücken gewählt wird. Ebenfalls in der sitzenden Vorbeuge wie auch im Shavasana kannst du dir das Bolster in die Kniekehlen legen, um den unteren Rücken zu entlasten.
Übrigens: Im YOGAWORLD JOURNAL 06/2025 findest du den „Bolster Dance“, eine restorative Yogasequenz mit Lizzie Lasater. Hier kannst du dir das Heft bestellen:
Jein. Du kannst das Bolster durch eine gefaltete und dann gerollte Decke ersetzen. Für Asanas, bei denen die längliche Form nicht entscheidend ist, kannst du auch ein Meditationskissen benutzen, um beispielsweise deine Stirn abzulegen. Wenn du oft Stile wie Yin Yoga praktizierst, macht es sicher Sinn, dir ein Bolster für deine Yogapraxis zuhause zu kaufen.
Der Gurt
Die häufigste Nutzung des Gurtes
Grundsätzlich wird der Gurt meistens verwendet, um tiefe Dehnungen zu halten, sozusagen als Verlängerung des Arms. Einerseits hilft er dabei, mit den Armen zu binden. Binden bedeutet, dass sich in einer Asana hinter dem Rücken oder um ein Bein herum die Hände berühren können. Der Gurt kann hierbei den Abstand zwischen den Händen „überbrücken“ und bei häufigem Üben kann so der Abstand immer kleiner werden. Andererseits können auch Hüftöffner oder andere auf dem Rücken liegende oder stehende Beindehnungen damit verstärkt werden. Hier wird der Gurt beispielsweise um den Fuß gelegt, wenn die Hand diesen nicht erreichen kann, sodass das Bein noch gestreckt bleiben kann. Auch hier kann über die Zeit die Länge des Gurtes immer kürzer gestellt werden, damit die Hand eines Tages das gestreckte Bein greifen kann.
Der Gurt überraschend vielseitig
Den Gurt kannst du tatsächlich auch im Alltag nutzen. Wenn du viel am Schreibtisch sitzt, hilft er dir Nacken und Schultern zu entlasten. Ähnlich wie ein Holster kannst du ihn dir umschnallen. Dafür öffnest du den Gurt, legst ihn dir genau mit der Mitte in den Nacken. Die Enden hängen am Körper nach unten. Dann führst du beide Enden vorne an der Schulter entlang nach unten. Auf BH-Höhe führst du ihn hinter den Rücken, wo du beide Enden überkreuzt. Dann immer noch auf der Höhe deiner mittleren Rippen führst du ihn nach vorne und schließt ihn. Finde für dich die richtige Stärke. Deine Schultern sollten gut unterstützt sein. Allerdings darf der Zug im Nacken auch nicht zu stark sein.
Fazit: Ist ein Gurt unbedingt notwendig?
Auch hier gilt: Jein. Gürtel, dünne Handtücher oder Schals, welche möglichst stabil sind, können Zuhause den Yogagurt ersetzen. Wenn du allerdings öfter mit Gurt vor allem am Binden übst, lohnt es sich, einen richtigen Yogagurt zu haben. Denn dieser hat im Gegensatz zu Schal oder Handtuch eine Schnalle, die du flexibel verengen und weiten kannst, wodurch deine Handgelenke entlastet werden. Zudem ist er so fest gewebt, dass du keine Angst haben musst, ihn zu zerreißen.
Noch mehr Hilfsmittel
Jetzt weißt du schon mal über Block, Bolster, Gurt und ihre Alternativen Bescheid. Weitere Hilfsmittel im Yoga sind beispielsweise: ein professionelles Meditationskissen, der Feetup oder ein Augenkissen für Shavasana.
Lerne hier, wie du dir selbst ein Lavendelaugenkissen im DIY nähen und oder ein Mattenspray mixen kannst.
Wie verhält man sich eigentlich im Yogastudio?Eine gewisse Achtsamkeit sollte im Yoga ja eigentlich selbstverständlich sein. Weil es im Miteinander aber trotzdem immer wieder anders läuft, hier noch mal die wichtigsten Do’s und Don’ts für die Yogaklasse.
Titelbild: Aneta Lusina von Pexels
1. Komm pünktlich
Manchmal hat sich einfach alles gegen einen verschworen, der Chef, die Bahn, die Parkplatzsuche … Versuche, diesen ganzen Stress zu vermeiden, indem du zeitig aufbrichst und genug Luft hast, um ganz in Ruhe anzukommen. Wenn es dann doch mal später wird, dann warte im Zweifelsfall lieber noch kurz, bis die Klasse in Gang kommt, und platze nicht in eine stille Anfangsmeditation rein.
2. Alles aus?
Eigentlich völlig klar: Handys und andere Gadgets haben nichts im Übungsraum verloren und sollten auch in der Garderobe nicht endlos vor sich hinbimmeln. Trotzdem sieht man immer wieder mal Mitübende, die am Mattenrand „ganz kurz“ eine Nachricht tippen. Wenn es mal gar nicht anders geht (Angehörige im Krankenhaus, Bereitschaftsdienst …), dann schalte das Smartphone wenigstens lautlos und checke es nicht ständig.
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3. Einheit in Reinheit
Gerüche können extrem störend sein – und damit sind nicht nur Knofi, Kippen, muffige Sportklamotten oder Schweiß gemeint, sondern ganz besonders auch Parfüm und stark duftende Deos. Auch so etwas wie saubere Füße sollte selbstverständlich sein. Nicht umsonst wird Saucha (äußere und innere Reinheit) im Yogasutra als erstes der fünf Niyamas (Verhaltensregeln) genannt.
4. Warten als Übung
Wenn du schon mal seelig in Shavasana gelegen hast und dann völlig aus deiner Entspannung gerissen wurdest, weil vor der Tür die nächste Gruppe lautstark plauderte, dann weißt du: Not so nice! Nutze die Wartezeit vor der Klasse lieber als Einstimmung auf die Praxis: ankommen, atmen, schweigen, nach innen lauschen.
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5. Freie Platzwahl
Auch wenn Gewohnheiten nur allzu menschlich sind und du dich wahrscheinlich an einem Platz wohler fühlst als an einem anderen: Natürlich hast du keinen Anspruch auf deinen Lieblingsspot, auch nicht wenn du schon länger in die Stunde kommst als andere. Im Gegenteil: Sich auf eine neue Situation, einen ungewohnten Platz einzulassen, fördert deine Flexibilität vielleicht ebenso sehr wie eine tiefe Dehnung in Hanumanasana.
6. Achtsam ankommen
Achtsamkeit beginnt nicht erst mit dem ersten Sonnengruß, sondern spätestens, wenn du deine Matte ausrollst und dich auf deinem Platz einrichtest. Also am besten: behutsam, mit wenig Geräusch, ausreichend Abstand zur nächsten Matte und ohne ein Minenfeld aus Wasserflasche, Blocks, Notizbuch, Pulli, Decke und sonst was rings um dich. Wenn du all das wirklich brauchst, dann ordne es möglichst platzsparend und dezent.
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7. Drumrum statt drüber
Die Yogamatte ist während der Praxis so was wie die eigene Privatsphäre, ein Safe Space, der nur dir selbst gehört – und zwar ganz egal ob es eine geliehene Studiomatte ist oder deine eigene, von zu Hause mitgebrachte. Also bitte nicht quer über fremde Matten latschen – und zwar unabhängig davon, ob da gerade jemand ist oder nicht. Achte außerdem darauf, nicht dicht hinter dem Kopf von Mitübenden durchzugehen.
8. Konzentration
Mal ist man mehr bei der Sache, mal weniger, das ist ganz normal. Und manchmal ist es einfach sooo verlockend, der besten Freundin kurz was ins Ohr zu tuscheln. Oder einer unliebsamen Asana aus dem Weg zu gehen, indem man noch ein zweites Mal aufs Klo geht. Oder, oder, oder. Denk dran: Auch deine Mitübenden – und nicht zuletzt deine Yogalehrer*innen – bemühen sich um Konzentration.
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9. Bleib bis zum Schluss
Gerade wenn sich die Stunde in einem schönen Bogen tiefer Ruhe und Entspannung nähert, ist es besonders störend, wenn jemand zusammenpackt und „ganz unauffällig“ rausschleicht. Klar, manchmal (selten) geht es nicht anders. Sprich das in so einem Fall aber besser vorher ab und verlasse die Klasse dann vor Meditation und Abschlussentspannung und nicht erst mittendrin.
10. Zeit zum Aufräumen
Vielleicht hast du nach der Stunde noch was vor und willst zügig raus. Vielleicht hast du als Kundin oder Kunde auch gewisse Ansprüche in Sachen Service. Trotzdem: Sauber gefaltete Decken und ordentlich ins Regal geräumte Blocks und Kissen sind kein lästiger Dienst, sondern eher ein Ausdruck davon, dass du den gemeinsamen Raum eures Übens genauso würdigst wie die Praxis selbst – und die Stunde entsprechend achtsam beendest.
Sally Kempton (1943-2023) war eine der bekanntesten amerikanischen Meditations-Lehrerinnen. Fünf Jahrzehnte lang erforschte und lehrte sie die Weisheit des Vedanta, des Yoga und des kaschmirischen Shivaismus. Dieses Interview über Tantra und Shakti haben wir bereits im Jahr 2013 mit ihr geführt. Da es perfekt zum Titelthema „Weibliche Kraft“ im neuen YOGAWORLD JOURNAL 06/2025 passt, haben wir es nochmal aus den Tiefen des Archivs gekramt …
Text: Verena Hertlein /Titelbild: David Martinez
Fast zehn Jahre wurde Sally Kempton persönlich von dem indischen Meister Muktananda unterrichtet. Zwanzig Jahre lang führte sie ein klösterliches Leben, bis sie sich 2002 für ein „weltlicheres“ Dasein entschied, weil sie ihren Schüler*innen bei den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zur Seite stehen wollte.
YOGA JOURNAL: Sally, du unterrichtest seit Jahrzehnten Yoga und Meditation. Weshalb und auf welche Weise folgst du einem tantrischen Pfad?
Sally Kempton: Ich bin bereits seit etwa vierzig Jahren auf einem tantrischen Weg. Mein Guru war ein erleuchteter Meister, dessen Lehren auf dem kaschmirischen Shivaismus basierten. Diese Philosophie besagt, dass das gesamte Universum die Manifestation einer großen kosmischen Energie ist – Shakti. Diese Energie wird zu unseren Körpern, unserer Lebensenergie und zum physischen Universum. Dabei verschleiert sich Shakti in der Welt, indem sie unseren Geist und unsere Sinne nach außen lenkt und uns das Gefühl des Getrenntseins voneinander und vom großen Ganzen vermittelt.
Tantra lehrt, dass sich das alles ändert, sobald der enthüllende Aspekt der Shakti in uns geweckt wird. Traditionell wird dieses Ereignis häufig als Erwachen der Kundalini bezeichnet. Im kaschmirischen Shivaismus spricht man von „Shaktipat“ oder Übertragung von Shakti. In dem Augenblick, in dem diese Erweckung stattfindet, beginnt man, all die subtilen Energien im Körper in sämtlichen wundervollen Formationen zu erleben, welche die Yoga- und Meditationspraxis führen. Ich bezeichne dies als den wahren tantrischen Pfad. Eine innere Reise, auf der meine Praxis und meine Erfahrung von Yoga und Meditation von der Kundalini geführt werden.
Wie sieht die tantrische Annäherung an die Meditation aus?
Tantra lehrt viele Meditationsformen. Auch viele der beliebten modernen Meditationsarten, die buddhistischen eingeschlossen, kommen aus dem Tantra. Mantra-Rezitationen und Chakra-Meditationen stammen von tantrischen Praktiken ab, die den Atem und Visualisation nutzen, um die inneren Zentren zu öffnen und die Stille zu entdecken. Das Herz tantrischer Meditation ist die Erkenntnis, dass sich Shakti als unser Körper, unser Atem und selbst als die Energie hinter unseren Gedanken und Emotionen manifestiert. Das bedeutet, dass unser Körper, unser Atem und sogar unsere Emotionen Türen in erleuchtete Zustände sein können. Wenn wir erkennen, dass unsere Lebensenergie von Natur aus göttlich ist.
Tantra unterscheidet sich vom klassischen Yoga, weil es darauf abzielt, die Energie von Körper, Geist und Emotionen zu nutzen anstatt Verstand und Emotionen zu unterdrücken und das Körperliche abzulehnen. Das Ziel ist, die Energien derart zu unterstützen, dass sie sich von ihrem relativ dichten, nach außen gerichteten Zustand in eine subtilere Form verwandeln. Diese dehnt sich letzten Endes in eine Erfahrung der Einheit aus. Dies wird mithilfe der aktiven Kundalini möglich, die uns die Fähigkeit schenkt, während der Meditation tiefer in unser eigenes Innenleben zu blicken.
Tantra wird auch als Kult der Weiblichkeit bezeichnet. Warum werden die weiblichen Energien als wichtig angesehen?
Shakti ist das weibliche Antlitz des Göttlichen. Shakti ist mächtig. Im Tantra ordnet man Bewussheit Shiva zu, dem männlichen Göttlichen, die Schöpferkraft hingegen dem weiblichen. Daher sind alle Kräfte von Natur aus weiblich. Die tantrische Philosophie personifiziert die unterschiedlichen Formen göttlicher Kraft als individuelle Gottheiten. Jede von ihnen repräsentiert eine unterschiedliche Qualität. In der tantrischen Göttinnen-Praxis stimmen wir uns auf diese Kräfte in uns selbst ein, indem wir uns auf die personifizierten Energien beziehen.
Welche konkreten Techniken empfiehlst du, um die Göttinnen-Kraft in uns zu erwecken? Wie können wir unsere Verbindung mit der weiblichen Energie vertiefen?
Beginne, indem du dich auf die energetischen Ströme in deinem Körper einstimmst und lernst, ihnen zu folgen. Bemerke, wie sich deine Energien verändern und bewegen, wie dynamisch sie sind. Benenne diese Energien als Shakti, als göttlich-weibliche Kraft. Ehre deinen eigenen Energiefluss und deinen eigenen Atem als Verbindung zur Weiblichkeit. Dein Körper selbst ist Shakti. Und seine Göttlichkeit hängt nicht davon ab, wie du aussiehst oder wie du dich fühlst. Sobald du anfängst, deinen Körper, Atem und deine Gedanken als Shakti zu erkennen und zu ehren, bemerkst du, dass eine neue Leichtigkeit in dir entsteht. Das ist ein sehr natürlicher Prozess.
Atme und denke daran, dass du von Shakti geatmet wirst, von der göttlichen Weiblichkeit. Wenn du unter der Dusche stehst, fühle, dass du von der göttlichen Weiblichkeit in Form von Wasser gebadet wirst. Wenn du isst, fühle, dass die Nahrung Shakti und ein Geschenk der Weiblichkeit ist. Eine weitere Technik ist es, auf bestimmte Göttinnen-Energien zu meditieren, beispielsweise Durga, Lakshmi, Saraswati oder Kali. Du sitzt und stellst dir eine Göttin vor dir vor. Entweder als Figur oder als Energie. Atme mit dem Gefühl, dass du die Energie der Göttin einatmest. Bitte sie um ihre Weisheit, Einsicht oder Liebe.
In der tantrischen Philosophie ist die weibliche Energie für alle Veränderung verantwortlich. Welche Verbindung besteht zwischen der Hingabe an das Weibliche und der an den Wandel? Wie lässt sich diese Verbindung leben?
Sich dem Wandel hinzugeben, ist die große Aufgabe des Lebens. Wir beginnen, indem wir das akzeptieren wollen, was ist. Dann bitten wir das Göttliche, uns den Weg aufzuzeigen, der vor uns liegt. Ich mache das auf die Art, dass ich mir alle paar Stunden ein wenig Zeit dafür nehme, die Präsenz der göttlichen Weiblichkeit in meinem Körper, in der Luft, und in allen Ereignissen, die in meinem Leben auftauchen, wahrzunehmen. Ich versuche, sie in allem, was mir begegnet, zu ehren. Auch wenn mir das gerade nicht gefällt. Indem du das machst, wird dir ein Pfad gezeigt werden, der dich fließender und entspannter durch die Situationen deines Lebens führen wird. Diesen Zeichen solltest du folgen.
In deinen Seminaren sprichst du häufig darüber, dass gerade in Zeiten des Wandels schwierige Emotionen wie Angst oder Trauer hochkommen. Wie sollen wir diesen Emotionen begegnen? Was sind unsere Werkzeuge?
Unser erstes Werkzeug ist es, die Emotion zu fühlen. C. G. Jung hat gesagt. „Was du nicht fühlen kannst, kannst du nicht heilen.“ Finde also heraus, wie sich die Emotionen in deinem Körper anfühlen. Dann tauche in dieses Gefühl mit Akzeptanz ein. Erforsche es und nimm solche Regungen wie Druck oder Hitze wahr. Wie ist die Energie in und um die Emotion? Welche Gedanken tauchen in Zusammenhang mit dieser Emotion auf? Stelle dir dann eine Präsenz darum herum vor. Halte die Empfindung der Emotion im Inneren dieser Präsenz. Lass den unendlichen Raum mit der gefühlten Emotion verschmelzen. Lass alle Gedanken über diese Emotion immer wieder los. Bemerke, wie sich die Emotionen verändert, verlagert oder entspannt. Bleibe bei der Emotion und du entdeckst, dass sich selbst die schwierigsten Emotionen verwandeln, öffnen und auflösen können.
Sally Kempton schrieb regelmäßig für das amerikanische YOGA JOURNAL, veröffentlichte mehrere Bücher (z.B. „Awakening Shakti“) und unterrichtete weltweit Workshops und Retreats. Mehr Info auf sallykempton.com
Hier findest einen spannenden Artikel, in dem Sally erklärt, wie du lernst, deiner inneren Stimme zuzuhören:
Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist ab sofort im Handel und in unserem Online Shop erhältlich. Diese Themen erwarten dich …
Titelthema „Weibliche Kraft: Eine feministische Perspektive auf Yoga“
This is a man’s world – deshalb ist es wichtig und richtig, dass Frauen sich selbst und gegenseitig stark machen, in Verbindung gehen und die überkommenen Zwänge überwinden, auch im Yoga und mithilfe von Yoga. Aber reicht es, auf der Matte die „weibliche Urkraft“ zu befeuern und mehr Sisterhood zu leben? Oder geht es vielleicht um etwas ganz anderes?
Wie definieren wir Weiblichkeit eigentlich? Wie vermischen sich da biologische Merkmale, gesellschaftliche Prägungen und Rollenbilder? Was ist energetische Besonderheit, Shakti, was eher deren eindimensionale, kitschige Überhöhung? Und wie können Polaritäten auf harmonische Weise zusammenspielen? Diesen und vielen weiteren Fragen sind wir in dieser Ausgabe auf den Grund gegangen …
Außerdem in dieser Ausgabe:
Alles Shakti, oder was? Eine feministische Perspektive auf Yoga – und deren Auflösung
Energy Booster: Aktiv üben im Winter – mit Nina-Gyana Schweser
Die Sequenz mit Nina-Gyana Schweser weckt die Lebensgeister, kräftigt die Mitte und verbindet dich mit deinem inneren Anker. Foto: Nela König
Stabilität von innen: So wirkt neurozentriertes Yoga – von Svenja Borchers
Bolster Dance: Über sanfte Hingabe in die Weite – mit Lizzie Lasater
Besser schlafen: Worauf es ankommt und wie Yoga hilft – von Stephanie Schauenburg und Gabriela Bozic
Sanft dehnende, beruhigende Bewegungen können helfen, Körper und Geist am Abend in eine tiefe Entspannung zu führen – Gabi Bozic zeigt eine passende Praxis. Foto: Jasmin Breidenbach
Die Kraft des Rituals: Wie Pujas Verbundenheit fördern – von Salisha Aya
Wenn der Wind tanzt: Ayurveda-Tipps für die Vata-Zeit – von Isabell Kilian
… und vieles mehr.
Die YOGAWORLD JOURNAL Online Ausgabe
Das neue YOGAWORLD JOURNAL gibt es auch als Online-Ausgabe. Ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne Versandkosten, direkt in unserem Online Shop. Lade dir einfach und bequem deine Wunsch-Ausgabe herunter – egal ob alt oder neu:
In unserer neuen Artikelreihe gibt euch Medium Kristina Sacken, die eng mit der geistigen Welt verbunden ist, regelmäßig einen Energieausblick für den jeweils kommenden Monat. Dabei channelt sie extra für unsere YogaWorld Community …
Der November 2025 fühlt sich an wie ein Sprung ins Weite. Nach Wochen, in denen vieles konzentriert, dicht und anstrengend war, öffnet sich plötzlich ein Raum. Du hast dich durchgeschoben, durchgehalten, durchgesetzt – und nun kommst du auf diesem Weg oben an. Was folgt, ist der Moment, in dem du loslässt, abspringst und merkst: Es trägt dich.
Das Bild der geistigen Welt ist ein riesiges Trampolin. Du hüpfst hinein in eine Phase, die leicht, hell und überraschend mühelos ist. Die Spannung der letzten Monate löst sich, und du spürst eine neue Form von Vertrauen – in dich, in das Leben, in deinen Weg. Das, was du im Oktober mit Entschlossenheit mit deinem Traktor aufgebaut hast, bekommt jetzt Auftrieb. Plötzlich fließt es. Du fühlst dich getragen und merkst, dass du mehr Energie hast, als du dachtest.
Am Horizont ist schon das Licht von Weihnachten sichtbar. Du schaust zurück und erkennst, wie viel Kraft du gewonnen hast – durch Reibung, durch Fokus, durch das Dranbleiben. Jetzt darfst du dich in dieser neuen Leichtigkeit bewegen.
Wenn du dich auf diesem großen Trampolin umschaust, siehst du Menschen, die – genau wie du – gerade Energie tanken und nach vorn schauen. Einige setzen sich am Rand hin, um strategisch zu denken: Wie geht es weiter? Was will ich mit dieser neuen Kraft anfangen? Der November lädt dich dazu ein, mit Weitblick zu planen, ohne den Moment zu verlieren. Du kannst jetzt klar erkennen, was du im nächsten Jahr aufbauen willst.
Diese Zeitqualität öffnet dir ein besonderes Fenster: Deine Wahrnehmung ist weit, dein Denken klar, deine Intuition präzise. Die geistige Welt beschreibt es so, als könnten wir im November ein bis drei Jahre nach vorn schauen, ohne uns darin zu verlieren. Wir sehen nicht nur bis zum Jahresende, sondern auch, wie sich unsere Energie langfristig entfalten will – privat, beruflich, spirituell.
Der November trägt also zwei Bewegungen in sich: Zum einen die Freude am Hier und Jetzt, am Sprung, an der Leichtigkeit. Zum anderen den klaren, fast kristallinen Blick in die Zukunft. Es ist der Monat, in dem du ausprobieren darfst, was dich stärkt, und dich innerlich neu ausrichtest.
Wenn du diese Weite und Klarheit bewusst vertiefen möchtest, beginnt am 3. November mein Einsteigerkurs in die Medialität – eine Einladung, deiner eigenen Führung zu vertrauen und deine Intuition als verlässlichen Kompass zu erleben. In dieser Zeit, in der sich vieles ordnet und öffnet, lernst du, zwischen innerer Stimme und äußeren Einflüssen zu unterscheiden und wieder auf dein Gespür zu vertrauen. Der Kurs richtet sich an alle, die spüren: Ich will meiner Wahrnehmung mehr trauen – und sie als Stärke leben.Du lernst, Botschaften klar zu empfangen, Entscheidungen mit Sicherheit zu treffen und deiner Führung zu folgen – im Alltag, im Beruf, im Leben.
???? Einsteigerkurs in die Medialität – Start am 3. November Mehr Infos: kristinasacken.com
Außerdem lade ich dich ein, die Morgenmeditation 2 Wochen kostenfrei auszuprobieren. Es ist mein Geschenk an dich, damit du dich getragen, verbunden und klar durch diesen Monat bewegen kannst.
???? YogaWorld-Special: Teste die Morgenmeditation jetzt 2 Wochen kostenfrei
Kristina Sacken ist Medium, Juristin und Gründerin der Kristina Sacken Akademie. Sie begleitet vor allem Frauen in Umbruchsphasen dabei, ihre Medialität zu entdecken und als innere Kraftquelle im Alltag zu nutzen. Mit klarer, ruhiger Präsenz verbindet sie spirituelle Tiefe mit einem strukturierten, alltagstauglichen Ansatz. Neben Ausbildungen und Retreats bietet sie eine tägliche Morgenmeditation an und teilt in ihrem Podcast Mit Herz und Verstand aktuelle Energien und Botschaften aus der geistigen Welt.
Übrigens: Im neuen YOGAWORLD JOURNAL 06/2025 findest du ein spannendes Interview mit Kristina Sacken. Als erfahrenes Medium und Channeling-Expertin gibt sie uns einen Einblick, was mit den Seelen nach dem Tod passiert, warum sie Zeit beim Übergang brauchen dürfen und weshalb sie trotzdem immer in Verbindung bleiben. Hier kannst du dir das Heft bestellen:
Der Herbst ist eine Zeit des Übergangs und ein idealer Zeitpunkt für ein sanftes Detox-Programm, das Körper und Geist entschlackt und das System auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Hier die ganz persönlichen Tipps der Münchner Yogalehrerin Gabriela Bozic für ein „All Inclusive“-Kurzretreat der besonderen Art – nämlich in den eigenen vier Wänden.
Text: Gabriela Bozic / Titelbild: burst via Pexels
In erschöpften Phasen sehnen wir uns nach Ruhe und Schlaf, sind jedoch oft zu gereizt, um wirklich loslassen oder tief schlafen zu können. Finde dein natürliches Gleichgewicht und die Leichtigkeit des Seins wieder, indem du dir Zeit für ein Mini-Regenerations-Retreat zu Hause nimmst! Du musst nämlich nicht weit weg fliegen, um dich zu erholen. Man begegnet sowieso immer nur sich selbst, egal ob am Strand in Thailand, in einer Höhle im Himalaya oder im eigenen Wohnzimmer. Bei einer akuten Erschöpfung kann es sogar effektiver sein, zu Hause zu bleiben. In der Regel ist unser Zuhause ein Ort, an dem wir loslassen können und uns geschützt fühlen – der perfekte Ort für ein regeneratives Kurzretreat!
Stärke deine Lebensenergie
Die Inspiration für dieses Retreat lieferte mir eine uralte Yoga-Tradition: Kayakalpa verjüngt Körper, Geist und Psyche, indem es die Lebensenergie stärkt. Auf Sanskrit bedeutet „kaya“ Körper und „kalpa“ unsterblich. Die Wissenschaft des Kayakalpa beschreibt, auf welche Weise unser menschlicher Körper „unsterblich“ wird – es reinigt, nährt und belebt die einzelnen Bestandteile des Körpers, Geistes und der Psyche mit Ernährungstipps, Yoga- und Meditationstechniken. Drei Aspekte stehen dabei im Mittelpunkt: Die Jugend und Gesundheit des Körpers zu erhalten, dem Alterungsprozess entgegen zu wirken und den Tod solange hinauszuzögern, bis man spirituelle Perfektion erlangt hat.
Herbst-Detox: Die Vorbereitung
Reduziere bereits in den Wochen oder Tagen vor dem Retreat deinen Koffein-Konsum.
Erzähle Familie und Freunden von deinem Herbst-Detox-Plan, um ungestört zu bleiben, und schalte deine Abwesenheitsassistenten ein.
Bereite dich vor und kaufe alle Zutaten für die Mahlzeiten ein. Das Kitchari und die Gemüsebrühe solltest du schon im Vorfeld zubereiten, um jederzeit essen zu können.
Mache dich nicht mit einem „Schlafplan“ verrückt. Während des Retreats solltest du immer dann schlafen und ausruhen, wenn dir danach ist. Laut Ayurveda ist die beste Zeit zum Einschlafen um 22:30 Uhr und zum Aufwachen zwischen 6:00 und 6:30 Uhr morgens. Körper und Geist erhalten dadurch mehr Stabilität – fühle dich aber frei, deinen eigenen Rhythmus zu finden.
Nicht verpassen: Im neuen YOGAWORLD JOURNAL 06/2025 zeigt Gabriela dir eine Praxis, die dich perfekt auf einen erholsamen Schlaf vorbereitet. Ab 28.10.2025 im Handel erhältlich!
Beginne mit Entschleunigung
Die wichtigste Voraussetzung für das Mini-Retreat sind Ruhe und Rückzug. Achte darauf, dass du in diesen Tagen vollkommen für dich bist und mit niemandem sprichst – auch nicht am Telefon. Suche keinerlei Ablenkung in Form von Fernsehen, Radio, E-Mails, Büchern oder Musik. Mit anderen Worten: Lasse jegliche Stimulation von außen weg! Den Raum, in dem du schläfst, solltest du vollkommen abdunkeln können. Dein Körper wird sich nur dann völlig erholen können, wenn du ihm erlaubst, ganz abzuschalten. Unser Alltag ist normalerweise so angehäuft mit Stimuli, dass sich unsere Organe in einem konstanten Stresszustand befinden. Dadurch kann es zu einer Nebennierenschwäche kommen, die eine Ursache des Burn-Out-Syndroms ist.
Die richtige Ernährung
Iss während des Retreats bewusst und entwickle eine gute Beziehung zu deiner Nahrung: Sie soll uns im wahrsten Sinne des Wortes nähren und stärken, und nicht Kraft und Klarheit rauben. Deshalb solltest du während des Retreats bewusst auf Substanzen verzichten, die die Leber und den Geist belasten – also Alkohol, Koffein, Zucker, Salz und industriell verarbeitete Lebensmittel. Die hier vorgeschlagenen basischen Speisen sind auf die sanfte Entlastung des gesamten Organismus abgestimmt. Die Speisen sollten idealerweise aus frischen und zu 100 Prozent biologischen Zutaten sowie mit viel Liebe und Achtsamkeit vorbereitet sein.
Iss dich satt, aber nicht zu viel
Während des Retreats wirst du einmal täglich Haferbrei, zweimal am Tag Kitchari und zwischendurch Gemüsebrühe, heißes Wasser und Kräutertee zu dir nehmen. Iss so viel, dass du dich gesättigt, jedoch nicht zu voll fühlst, und unterstütze so dein Verdauungsfeuer. Nimm deine Mahlzeiten an einem ruhigen Ort ohne Ablenkung zu dir. Kaue dein Essen langsam und bewusst. Solltest du noch hungrig sein, iss als Nachspeise ein paar Bio-Apfelscheiben oder frisches Gemüse.
Tagesplan für deine Detox-Kur
Frühstück: Trinke direkt nach dem Aufstehen zwei Tassen warmes Wasser mit Zitrone und zwei Scheiben frischem Ingwer. Iss etwa 20 Minuten später eine Schüssel Haferbrei pur (ohne Salz, Zucker oder (Soja-)Milch).
Mittagessen: Eine Schüssel Kitchari. Trinke tagsüber zwischendurch Kräutertee und warmes Wasser. Solltest du trotzdem noch Hunger haben, kannst du Bioäpfel und frisches oder gedünstetes Gemüse essen.
Abendessen: Trinke 20 Minuten vor dem Essen ein Glas warmes Wasser. Dein Abendessen besteht aus einer Schüssel Kitchari und einer Schüssel Gemüsebrühe.
Haferbrei, Kitchari und Gemüsebrühe: Die Zubereitung
Einkaufsliste: Hafer- oder Reisflocken, brauner Reis, Mung-Dhal, Kombu-Meeresalgen, Äpfel, Karotten, Rote Beete, Zitronen, Gurken, verschiedenes grünes Gemüse wie Zucchini, Spinat und Grünkohl, Kräutertee, eine abführende Teesorte.
Haferbrei: Messe etwa eine halbe Tasse Haferflocken ab und gib sie zusammen mit zwei Tassen kaltem Wasser in eine mittelgroße Pfanne. Bringe die Flüssigkeit kurz zum Kochen und reduziere anschließend die Hitze auf ein Minimum. Lasse den Brei etwa 10 Minuten vor sich hinköcheln.
Kitchari: Messe 1 ½ Tassen Mungbohnen (die du zuvor mindestens drei Stunden eingeweicht hast, idealerweise über Nacht) und ½ Tasse braunen Reis ab, gib alles in einen großen Suppentopf und 10 Tassen Wasser zu. Füge ein Stückchen getrocknete Kombu-Meeresalge zu – dadurch wird die Konsistenz der Mungbohne positiv beeinflusst, so dass sie besser zu verdauen ist. Kurz aufkochen und dann für etwa eine Stunde köcheln lassen. Du kannst ein paar Stücke grünes Gemüse und etwas Zitronensaft hinzufügen. Bewahre die Reste im Kühlschrank auf: Du kannst das Kitchari über mehrere Tage hinweg verzehren.
Gemüsebrühe: Gib klein geschnittenes Gemüse sowie Kartoffel-und Karottenschalen in einen großen Topf und gib so viel gefiltertes Wasser hinzu, dass das Gemüse komplett bedeckt ist. Bringe den Inhalt zum Kochen und lasse ihn anschließend etwa eine Stunde lang bei geringer Hitze köcheln. Schütte die Suppe durch ein Sieb und trinke nur die Flüssigkeit.
Gabriela Bozic unterrichtet weltweit Workshops, Ausbildungen und Retreats. Mehr zu Gabi findest du unter www.gabrielabozic.com und auf Instagram.
Yoga abseits der Matte: Das lässt sich unterschiedlich gestalten, denn Yoga ist ein Lifestyle und bereichert unser Leben in verschiedenster Weise. Die berühmte Self-Care-Praxis ist ein großer Teil der Lehre und dazu darf man ruhig mal ein paar gemütliche Stunden auf der Couch beim Fernsehen verbringen. Schließlich gibt es so einige Filme und Dokumentationen, die unsere Yogapraxis auf eigene Weise bereichern. Wir haben dir die Favoriten der Redaktion herausgesucht, die auf deine To-Watch-Liste gehören. //anzeige
Der Yoga-Kult
Die dunkle Seite der Macht… Sie war charismatisch, witzig, inspirierend – auch bei uns im Heft kam sie bis zu ihrem frühen Tod 2021 regelmäßig vor. Doch hinter der lebensfroh-spirituellen Fassade soll es noch eine andere Guru Jagat gegeben haben. Eine, die sich irgendwann „der Dunkelheit angeschlossen“ haben soll. Das sagt ihre Mutter in dieser vierteiligen Doku-Serie. Trotz des mitunter etwas theatralischen Stils ein sehenswerter Blick auf die Schattenseiten des Wellness-Booms. Zu streamen über WOW/Sky.
The Yoga Teacher
Namaste, Nervenzusammenbruch! Manchmal muss es einfach eine Rom-Com sein, bei der man den grauen Herbst ausblenden und sich einfach nur entspannen kann. In diesem verhilft Yogalehrerin Ann (Heather Graham) anderen, ihre innere Mitte zu finden, steht aber selbst kurz vor dem Durchdrehen angesichts von Familien-Chaos, eines ungeschickten Händchens bei der Männerwahl und, und, und. Ein Lichtblick scheint der bodenständige Steve (Jonathan Brotherton) zu sein – hätte der nicht eine äußerst eifersüchtige 7-jährige Tochter (Ella Grace Helton) …
Der Salzpfad
Was bleibt, wenn alles verloren scheint? „Vielleicht sollten wir einfach laufen“, schlägt Raynor (Gillian Anderson) ihrem Mann Moth (Jason Isaacs) vor. Das Ehepaar steht vor dem Nichts: Durch ein riskantes Investment hat es Haus und Vermögen verloren, dazu kommt Moths Parkinson-Diagnose. „Laufen verschafft uns Zeit zum Nachdenken“, glaubt Raynor. Und so wandern die beiden los, mittel- und obdachlos, rund 1000 Kilometer die englischen Küste entlang … Ein leiser, eindringlicher Film nach der wahren Geschichte von Moth und Raynor Winn, die Letztere in ihrem gleichnamigen Bestseller verarbeitet hat.
Mein Weg – 780 km zu mir
Man müsse dorthin gehen, wohin das Herz einen führt, heißt es an einer Stelle in Bill Bennetts Spielfilm über seine Jakobsweg-Erfahrung. Im australischen Original klingt das „heart“, mit italienischem Akzent gesprochen, ein bisschen wie „hurt“, „Verletzung“. Und vielleicht ist das manchmal auch dasselbe. Tatsächlich hat der Schmerz etliche der Pilgerinnen und Pilger, die einem in diesem leise-humorigen Streifen begegnen, auf den Jakobsweg geführt. Die Krankheit der Ehefrau, eine vermeintliche Schuld, Sinnfragen … Einzig der Regisseur selbst, im Film verkörpert von der australischen Kinolegende Chris Haywood, weiß im Grunde gar nicht so genau, was ihn überhaupt hierher getrieben hat, er empfindet sich nicht mal als sonderlich spirituell veranlagt. Denn ja, der Film beruht auf wahren Begebenheiten – beziehungsweise auf dem Buch, das Bill Bennett über seine eigene Pilgerreise geschrieben hat. Während eines Spanienurlaubs mit seiner Frau Jen (gespielt von der echten Regisseurs-Ehefrau Jennifer Cluff) waren ihm ein paar seltsame Gestalten auf Pilgerschaft aufgefallen. Was trieb diese Verrückten hierher? So nutzlos er ihr Unterfangen fand: Nun wollte er selbst herausfinden, was es damit auf sich hat.
Nein, das ist nicht der erste Jakobsweg-Film und wird vermutlich auch nicht der letzte sein. Dennoch ist „Mein Weg – 780 km zu mir“ allein schon wegen seiner Authentizität und Wärme sehenswert. Man bekommt direkt Lust, selbst die Wanderschuhe zu schnüren und loszulaufen, um die Welt, andere Menschen und natürlich sich selbst zu entdecken.