Herbstgerichte gewinnen an Geschmack, Farbe und Nährwerten, wenn man das Gemüse nicht nur in Teilen, sondern im Ganzen verwendet.Tara Duggan erklärt dir hier, wie die „Von-der-Wurzel-zum-Stängel“-Küche funktioniert …
Text: Tara Duggan / Titelbild: Sara Remington
Die Erde ist locker und warm, als wir die winzigen Brokkolisetzlinge einpflanzen, die meine Schwägerin Jen in ihrem Gewächshaus gezogen hat. Sie zeigt uns, wie man die Erde rings um die zarten Stängel in einer behutsamen Bewegung anhäuft. Es erinnert mich an die Gesten, mit denen man ein Baby in seinem Bettchen zudeckt. Später wird Jen ihre Pflanzenbabys wässern und pflegen und sie wird hoffen, dass sie Wind, Schnecken und Raupen trotzen.
Diese Fürsorge für die kleinen Pflänzchen lässt mich das Gemüse, das ich esse, auf neue Weise wertschätzen – nicht nur wegen all der Arbeit, die darin steckt, sondern auch wegen seiner unglaublichen, sprießenden Lebendigkeit. Wenn ich auf Jen’s Biohof zu Besuch bin und dort leuchtend grüne Salatköpfe oder feste, süßliche Brokkolis ernte, dann fühle ich mich fast schon verpflichtet, das meiste aus jeder einzelnen Pflanze zu machen.
Jeder, der selbst einen Gemüsegarten hat oder viel auf dem Bauernmarkt einkauft, weiß vermutlich, was ich meine: Nahrungsmittel und die Ressourcen, die in sie hineinfließen, werden immer kostbarer. Sie zu verschwenden, fühlt sich einfach nicht richtig an. Und je mehr ich lerne, nicht nur mit Gemüseteilen, sondern mit der ganzen Pflanze zu kochen – also auch mit den knallroten Stängeln des Mangold, den holzigen Enden von grünem Spargel, den Blättern, die die Blumenkohlröschen umgeben – desto mehr Aroma, Inspiration und Befriedigung erlebe ich bei jedem Essen.
Ökonomische und ökologische Vorteile
Es gibt viele gute Gründe für diese „Von-der-Wurzel-bis-zum-Stängel-Küche“, also für das Prinzip, auch diejenigen Teile einer Pflanze zu verwenden, die zwar essbar sind, für gewöhnlich aber weggeworfen werden. Da ist die ökonomische Seite: Gerade wenn man Biogemüse kauft, gibt man im Lauf der Zeit ganz schön viel Geld dafür aus und sollte so viel davon haben, wie nur möglich. Auch die Umwelt ist ein wichtiger Aspekt: Studien zufolge landen bis zu 50 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel nie in menschlichen Mägen, dabei werden zum Beispiel in den USA die Hälfte der Landfläche und 80 Prozent des Wassers für die Nahrungsmittelerzeugung aufgewendet. Essbares wegzuwerfen, bedeutet also eine enorme Verschwendung von Ressourcen.
Das aber vielleicht überzeugendste Argument für die Verwendung der ganzen Pflanze lautet einfach: Die bislang verworfenen Reste deines Lieblingsgemüses können köstlich schmecken!
So verwendest du die leckeren „Reste“
Die dunkelgrünen Spitzen von Lauchstangen zum Beispiel brauchen zwar etwas länger, bis sie gar sind, dabei verwandeln sie sich aber in ein zart geschmortes Grün mit feinem Zwiebelaroma, das gerade Eiergerichten mehr geschmackliche Tiefe verleiht. Fenchelgrün und -strunk schmecken süßer als die Knolle und haben ein intensiveres Aroma. Wenn du Lakritz magst, könntest du den Fenchelstrunk zum Beispiel in feine Streifen schneiden und kandieren. Wenn es lieber herzhaft schmecken soll, dann menge den fein geschnittenen Strunk und das Grün stattdessen unter einen Salat mit Fenchelstücken, gehobeltem Parmesan, Zitronensaft und Olivenöl.
Und die Blätter von Rettichen und Radieschen entfalten als grüne Bestandteile in einem Salat mit Mais, Tomaten, Rettich und einem cremigen Dressing ein wunderbar pfeffriges Aroma. Auch die Blätter von rote Bete sind – genau wie Mangoldblätter, mit denen die Beten eng verwandt sind – kurz gedünstet eine Köstlichkeit. Die seidigen, dunklen Blättchen, die rings um den Brokkolistrunk wachsen, sehen ähnlich aus wie Spinatblätter und schmecken wie der süßeste Brokkoli, den sie je gekostet haben. Die geschälten Brokkolistrünke selbst sind süßlich und knackig. Ich knabbere sie gerne während des Kochens oder reibe sie in den Salat.
Sogar den Strunk vom Blumenkohlwerfe ich mittlerweile nicht mehr weg. Statt dessen schneide ich den gesamten Kopf in dicke Scheiben, die sich im Ofen oder in der Pfanne in fleischige Gemüsesteaks verwandeln.
Wohin mit übrigen Kräutern?
Übriggebliebene Kräuter im Mixer zu einer Würzsauce zu verarbeiten, ist die beste Art, etwas Tolles aus ihnen zu machen, bevor sie im Kühlschrank vor sich hin welken. Das Ergebnis ist eine aromatische Beigabe zu Hauptgerichten, Salaten und Suppen. Zerhacktes Koriandergrün zum Beispiel wird im Handumdrehen zu einer einfachen Salsa. Und mit Olivenöl und Zitronensaft fix püriertes Basilikum ist die simpelste Version von köstlichem Pesto.
Hat man erst einmal damit begonnen, auf diese Art zu kochen, kann man kaum noch damit aufhören – obwohl es schon ein gewisses Maß an Planung erfordert. Wenn du zum Beispiel Lauch für ein Rezept kaufst, das nur die weißen Teile verwendet, dann solltest du auch gleich überlegen, wann und wie du den Rest verwertest. Wenn du einen Bund rote Bete mitsamt Blättern kaufst, dann könntest du dir den Mangold für das Mittagessen am nächsten Tag gleich sparen. Und wenn du einen Bund Möhren zum Knabbern in den Einkaufskorb legst, dann brauchst du für das Tabouleh am Abend nicht mehr an Petersilie denken, weil du stattdessen das Grün der Karotten verwendest.
Diese Art, Mahlzeiten zu planen, ist mir immer mehr zur Gewohnheit geworden. Wenn ich zum Beispiel Spargel koche, dann hebe ich die holzigen Enden in einem Beutel im Gefrierfach auf. Wenn sich genug angesammelt hat, koche ich daraus eine aromatische Brühe für Spargelsuppe, die ich mit frischem Spargel, Sellerieblättern und einem Klecks Sahne verfeinere. Grüne Lauchspitzen sautiere ich mit anderem Gemüse zu einer würzigen Pastasauce. Und wenn ich mal eine hektische Woche habe und keine Zeit finde, Mangoldstängel sinnvoll zu verwerten, dann wandern sie einfach in die Gefriertruhe und werden irgendwann zu Gemüsebrühe.
Ein gutes Gefühl
Man könnte sagen: Das ist die wohl langsamste Slow-Food-Küche der Welt, aber das mehr an Zeit und Gedanken für diese bewusste Verwendung von Nahrungsmitteln zahlt sich aus in tollen Rezepten und einem besseren Gefühl. Egal ob ich in den Ferien auf Jen’s Bauernhof bin oder schnell nach der Arbeit ein Abendessen mache: Es fühlt sich einfach gut an, von der Wurzel bis zum Stängel zu kochen. Es hat meine Kreativität entfacht und mir die vielfältigen Aromen und Konsistenzen nähergebracht, die in jeder Pflanze verborgen sind. Jeder Teil eines Gemüses ist nützlich und kostbar – und das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
Ein Tipp zum Schluss:
Auf Bauernmärkten oder in Hofläden hast du die besten Chancen, „ganzes“ Gemüse zu finden. Bei der Großhandelsware in Supermärkten und sogar Bioläden werden Strunk und Blätter leider allzu häufig abgeschnitten – auch deshalb, weil man gerade an den Blättern gut erkennen kann, wie erntefrisch die Ware ist.
Die Autorin Tara Duggan hat unter dem Titel „Root-to-Stalk-Cooking“ (2013) ein Buch mit vielen Rezepten ihrer „Von-der-Wurzel-bis-zum-Stängel-Küche“ veröffentlicht. Auf unserer Webseite findest du einige davon:
So wie der Mond den Organismus nachts zur Ruhe einlädt, hilft dir auch diese zentrierende und zugleich kräftigende Sequenz, Körper und Geist zu mehr ruhiger Stabilität zu führen, Widerstandskraft aufzubauen und Erlebtes besser zu verarbeiten. Mit vielen Drehungen und der nährenden Qualität des Atems zielt sie besonders auf die Nabelregion ab: deine physische und energetische Mitte.
Sequenz: Patrick Broome / Fotos: Christian Boehm
Darum geht es
Stress im Alltag, Unruhe, Ängste, Gereiztheit und damit einhergehend Rückenschmerzen, Schlaf- und Verdauungsprobleme sind typische Symptome unserer Zeit. Der Mond steht symbolisch für den Geist und seine Aktivität und diese Praxis beruhigt und stabilisiert den Geist. Das ist auch das Ziel des traditionellen Yoga, entgegen der gängigen Annahme geht es also viel mehr um Stabilität als um Flexibilität, denn nur ein stabiler Körper und regelmäßiger Atem ermöglichen diese Ruhe der Gedanken und Gefühle. Dafür arbeitet diese Sequenz mit der nährenden Qualität des Atems: Samana Vayu.Diese Energie im Bereich der Nabel region wirkt zentrierend und balancierend und sorgt für körperliche sowie mentale Stabilität. Dabei wird nicht nur die Aufnahme von Sauerstoff und Nährstoffen erhöht, es verbessert auch die Art, mit Erlebtem und den daraus resultierenden Gefühlen umzugehen.
1. Dynamische Drehung im Liegen
Beginne im Liegen und ziehe beide Knie zur Brust. Breite dann die Arme zu den Seiten aus und senke mit einer Ausatmung beide Knie nach links bis knapp über die Matte, der Kopf dreht dabei nach rechts. Einatmend kehrst du zurück zur Mitte. Mit der nächsten Ausatmung gehen die Knie nach rechts, der Kopf nach links. Nach einigen Wiederholungen legst du die Knie auf der linken Seite ab. Erwecke die Kraft im Bauchraum durch 5–10 tiefe, bewusste Atemzüge. Dasselbe wiederholst du anschließend auf der zweiten Seite.
2. Knie zur Brust – Apanasana
Bewege die Knie mit einer Einatmung aus der Drehung zurück zur Mitte. Mit einer Ausatmung ziehst du sie dann zum Brustkorb. Dabei kannst du die Hände wie hier auf dem Bild an die Schienbeine legen oder schonend in die Kniekehlen. Achte in jedem Fall darauf, die Knie etwa 10 Zentimeter voneinander entfernt zu halten. Atme tief und bewusst in den Bauch und ziehe die Knie mit jeder Ausatmung etwas deutlicher zum Bauch. Halte dabei Nacken und Gesicht entspannt. (5–10 Atemzüge)
3. Dynamischer Hund –Adho Mukha Shvanasana
Richte im Vierfüßlerstand Arme und Oberschenkel senkrecht aus. Hebe mit einer Ausatmung die Knie und drücke dabei Zeigefi nger und Daumen fest gegen die Matte. Strecke die Beine und schiebe die Hüften nach oben in den herabschauenden Hund. Kehre dann langsam zurück in den Vierfüßler, während du auf 4 Takte einatmest. Mit 5 Takten Ausatmung schiebst du dich wieder in den Hund. Wechsle weiter zwischen Vierfüßler und Hund und verlängere dabei jedes Mal die Ausatmung. (Einatmung: 4 Takte. Ausatmung: 4, 5, 6, 7 bis 8 Takte.) Bleibe anschließend im Hund: Lasse den Kopf hängen, entspanne den Nacken und strecke den Rücken vom Nacken bis zur Lendenwirbelsäule in die Länge. (5–10 Atemzüge)
4. Dynamischer Stuhl – Utkatasana
Hebe im Stehen mit der Einatmung auf 4 Takte die Arme und senke das Becken in den Stuhl: Arme und Oberkörper sind gestreckt, die Hände schulterbreit, der Nacken ist lang. Beuge dich dann auf 8 Takte ausatmend langsam nach vorn. Dabei bleibt der Rücken lang, die Oberarme neben den Ohren. Berühre, wenn möglich, kurz den Boden oder Blöcke. Nach mindestens 4 Wiederholungen streckst du einatmend langsam die Beine und kommst zum Stehen, dann senkst du die Arme. Spüre kurz nach, nimm die Erdung wahr und das Pulsieren in der Rücken- und Beinmuskulatur.
5. Dynamische Pyramide – Parshvottanasana
Tritt mit dem linken Fuß einen großen Schritt zurück und drehe ihn um etwa 45 Grad. Aktiviere die Oberschenkelmuskulatur, richte deine Hüften parallel nach vorne aus und lege den rechten Handrücken an den unteren Rücken. Atme auf 4 Takte ein und strecke dabei den linken Arm am Ohr entlang nach oben. Dann beugst du den gestreckten Oberkörper mit der langen Ausatmung auf 8 Takte nach vorne. Gehe nur so tief, dass die Kraft aus Rücken und Beinen gehalten werden kann. Dann richtest du dich mit 4 Takten Einatmung wieder auf. (mindestens 4 Wiederholungen, endend in der Vorwärtsbeuge)
6. Gedrehtes Dreieck – Parivritta Trikonasana
Lege in der nach vorn gebeugten Pyramide die Hände beidseits des vorderen Fußes auf Blöcke oder den Boden und ziehe einatmend den Rücken lang. Drücke die linke Hand fest gegen die Unterlage, wenn du dich mit der nächsten Einatmung nach rechts aufdrehst. Wenn sich dein Nacken dabei entspannt anfühlt, richtest du den Blick zur oberen Hand. Die Arme sind lebendig und gestreckt, die Beine stark, die Hüftknochen parallel ausgerichtet. Halte viel Gewicht auf dem hinteren Bein, die Fußaußenkante schiebt nach unten. Atme tief in die transformative Kraft des Bauchraums. (5–10 Atemzüge)
Löse die Drehung auf, schiebe die Blöcke etwa einen halben Meter nach vorne und ziehe nochmals deinen Rücken lang. Hebe das linke Bein, wenn möglich parallel zum Boden. Dann drücke die linke Hand wieder fest gegen den Block und drehe dich ausatmend nach rechts auf. Die Wirbelsäule ist lang, beide Beine sind aktiviert, die hintere Ferse dreht etwas nach außen. Der Fokus auf der Bauchmitte hilft dir, die Balance zu halten. Spüre, wie sich Energie vom unteren Fuß zur Wirbelsäule bewegt und die beruhigenden und heilenden Kräfte der Körpermitte aktiviert werden. (5–10 Atemzüge)
8. Stehende Pyramide – Parshvottanasana
Löse die Drehung, setze den hinteren Fuß wieder in die Schritthaltung und beide Hände auf die Blöcke. Atme ein und ziehe die Wirbelsäule lang, mit der Ausatmung beugst du dich über das möglichst gestreckte vordere Bein und bewegst das Kinn Richtung Schienbein. Verankere den vorderen Fuß über die große Zehe fest am Boden und achte darauf, dass auch die hintere Fußaußenkante und Ferse fest nach unten drücken. Genauso aktiv schieben die Hände gegen die Unterlage. Vermeide es, in der Hüfte des vorderen Beins einzusinken und halte die Hüften parallel. Atme wieder tief in den Bauch. (5–10 Atemzüge)
Wiederhole nun Übung 05 bis 08 auf der anderen Seite!
9. Taucherdehnung – Uttanasana-Variation
Verschränke im Stand die Hände hinter dem Rücken zu einer festen Faust und rolle die Schultern zurück. Beuge Ellenbogen und Knie gerne leicht, wenn du nun nach einer tiefen Einatmung ausatmend in die Vorwärtsbeuge tauchst. Dabei ziehst du die Hände langsam über den Kopf und drückst sie fest gegeneinander. Dein Nacken ist lang und der Kopf hängt entspannt nach unten. (5–10 Atemzüge)
10. Stuhl – Utkatasana
Hebe mit der Einatmung Arme und Oberkörper und beuge mit der Ausatmung beide Beine in eine kraftvolle Hocke. Strecke dich lang nach oben, dabei sind die Hände schulterbreit. Dein Blick geht geradeaus, der Nacken ist lang. Atme tief und setze für zusätzliche Stabilität gerne mit der Ausatmung Mula Bandha, wenn du es kennst. (5–10 Atemzüge)
Setze die Füße parallel und mit leicht eingedrehten Zehen in eine Grätsche. Hebe die Arme mit einer Einatmung auf 4 Takte seitlich auf Schulterhöhe. Mit einer Ausatmung auf 8 Takte beugst du dich nach vorne, legst die rechte Hand auf einen mittig stehenden Block und breitest den linken Arm nach oben aus. Halte dabei den Kopf in einer Linie mit dem Oberkörper. Wenn es dein Nacken zulässt, blickst du zur oberen Hand. Betone beim Ausatmen das Einziehen des Bauches zur Wirbelsäule und drehe so noch etwas tiefer. Mit einer kräftigen Einatmung auf 4 Takte löst du die Drehung und richtest dich mit geradem Rücken wieder zum Stehen auf. Wiederhole diese Abfolge noch 2 Mal auf derselben Seite. Bleibe dann 5–10 Atemzüge lang in der Drehung und atme tief und gleichmäßig in den Bauch. Mit einer Einatmung richtest du dich auf, stützt die Hände auf den Oberschenkeln ab und spürst kurz nach. Dann wiederholst du die Übung mit Drehung nach rechts.
Lege die Hände in der Grätsche an die Hüften und lehne dich etwas zurück, bevor du dich ausatmend nach vorne beugst. Stütze deine Fingerspitzen zunächst auf Blöcken oder der Matte auf und strecke deinen Rücken lang. Dann platziere die Finger auf einer Linie mit den Zehen, atme aus und lasse den Scheitel auf die oder in Richtung der Matte sinken. Je sicherer der Stand, desto freier fließt der Atem im Bereich des Oberkörpers. (5–10 Atemzüge)
13. Kobra – Bhujangasana
Setze in Bauchlage deine Finger dicht an den unteren Rippen auf die Matte. Ellenbogen und Schulterblätter ziehen nach hinten und zueinander. Mit der Einatmung hebst du Kopf, Schultern und Brust leicht an. Bewege die Rippen etwas nach vorne, um Raum für die inneren Organe zu schaffen. Strecke die Beine nach hinten, schiebe Hüften, Beine und Füße fest gegen den Boden und atme bewusst in den Brustraum. Bei Schmerzen im unteren Rücken, setzt du die Hände weiter nach vorne. (5–10 Atemzüge)
14. Bogen – Dhanurasana
Greife jetzt nach deinen Knöcheln oder Schienbeinen, alternativ kannst du einen Gurt verwenden. Drücke Steiß- und Kreuzbein nach unten und verlängere dadurch deinen unteren Rücken. Mit einer tiefen Einatmung hebst du Brustkorb, Taille und Oberschenkel. Halte deine Arme gestreckt und rolle die Schultern zurück, die Schulterblätter ziehen nach innen. Spanne den ganzen Körper wie einen Bogen. Hebe dein Brustbein und vertiefe deinen Atem im Brustbereich. Der Nacken bleibt lang. (5–10 Atemzüge)
15. Herabschauender Hund – Adho Mukha Shvanasana
Löse den Bogen mit einer Ausatmung behutsam auf, lege die Beine kontrolliert wieder ab und entspanne dich einige Atemzüge lang in der Stellung des Kindes. Dann schiebst du dich mit einer Ausatmung zurück in den herabschauenden Hund mit leicht gebeugten Beinen. Ziehe dabei nochmals bewusst deinen unteren Rücken lang, um ihn zu entlasten. (5 Atemzüge)
16. Schlafender Schwan
Ziehe aus dem Hund dein rechtes Knie hinter dein rechtes Handgelenk und bewege deinen rechten Fuß ein wenig nach links. Schiebe das linke Bein lang nach hinten. Wenn du magst, legts du einen Block unter die rechte Gesäßhälfte, sodass du das Becken entspannt sinken lassen kannst. Stütze die Unterarme auf oder breite deine Arme lang gestreckt nach vorne aus und lege den Oberkörper ab. Dein Atem darf in dieser intensiven Hüftdehnung tief in den Unterbauch sinken und die Kraft im Becken wecken. Stress, Anspannungen und Ängste können sich lösen. (mindestens 10 Atemzüge, dann Seitenwechsel über den Hund)
17. Halber Drehsitz – Ardha Matsyendrasana
Beginne aufrecht sitzend mit nach vorne gestreckten Beinen. Stell deinen rechten Fuß außen neben das linke Knie. Drücke deine rechte Fußsohle fest gegen die Matte, richte mit der Einatmung die Wirbelsäule auf und drehe ausatmend den Oberkörper nach rechts. Umarme dein rechtes Knie mit dem linken Arm oder hake den Ellbogen außen am Knie ein. Die rechte Hand stützt sich am Boden oder auf einem Block auf. Statt allmählich tiefer in die Drehung zu gehen, arbeitest du eher an mehr Länge in der Aufrichtung – intensiv, aber entspannt und natürlich. (5–10 Atemzüge, dann Seitenwechsel)
18. Sitzende Vorwärtsbeuge – Pashchimottanasana
Rolle deine Oberschenkel im Langsitz sanft nach innen. Mit der Einatmung hebst du Oberkörper und Arme, ausatmend streckst du den Brustkorb lang nach vorne. Beuge die Knie so weit, dass du den Bauch auf die Oberschenkel legen und die Füße greifen kannst. Dabei kannst du die Kniekehlen mit einer Rolle stützen. Atme ruhig und tief in den Bauch und richte die Konzentration auf den Nabel. Bewusstes und tiefes Ausatmen vertieft die Beugung der Hüften, ziehe deshalb mit jeder Ausatmung den Bauch zur Wirbelsäule. Die Einatmung streckt den oberen Teil der Wirbelsäule. (15–20 Atemzüge)
19. Tiefenentspannung – Shavasana
Lege dich auf den Rücken. Eine gefaltete Decke unter dem Kopf hilft, deinen Nacken zu entspannen. Füße und Beine fallen ganz natürlich nach außen. Die Schulterblätter schmelzen in den Boden, deine Arme liegen entspannt etwas entfernt vom Körper, die Handflächen zeigen nach oben. Schließe deine Augen oder lege ein kleines Kissen über sie. Gib deinen Körper ganz der Entspannung hin. Beobachte, wie sich die Bauchdecke im Atemrhythmus hebt und senkt, und spüre intuitiv, wie Körper und Geist mit jeder Ausatmung ruhiger werden. Nach einiger Zeit fokussiere dich auf die nährende und heilende Kraft der Einatmung. (mindestens 10 Minuten)
20. Wechselatmung – Nadi Shodhana
Setze dich bequem hin und lasse den Atem eine Weile frei fließen. Hebe dann die rechte Hand und klappe Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche. Atme durch beide Nasenlöcher ein, verschließe dann mit dem Daumen dein rechtes Nasenloch und atme durch das linke aus. Atme durch dein linkes Nasenloch ein, verschließe mit Ringfinger und kleinem Finger das linke Nasenloch und atme rechts aus und wieder ein. Lege wieder den Daumen an und atme durch das linke Nasenloch. Wiederhole diese Abfolge, so oft du möchtest. Atme abschließend durch das linke Nasenloch aus, senke die Hand und verweile in einer stillen Wahrnehmung deiner Atmung. Wenn du etwas geübter bist, kannst du den Atem nach jeder Ein- und Ausatmung anhalten, solange es bequem ist (Kumbhaka).
21. Samana Vayu Kriya & Meditation
Spüre oder imaginiere das kollektive Licht aller Sterne, Sonnen und Galaxien, die uns umgeben: alle leuchtenden Kräfte des Himmels. Atme ein und stelle dir vor, dass du diese Kräfte dabei durch den Kopf und die Wirbelsäule hinunter bis zur Nabelmitte ziehst. Halte den Atem kurz an und stelle dir vor oder spüre, wie sich im Nabel ein helles Feuer entzündet. Atme aus mit der Vorstellung, dass sich die Kraft dieses Feuers als strahlendes Licht und Intelligenz in den Nabelbereich ausbreitet und auch die mit dem Nabel verbundenen Aspekte des Geistes durchflutet. (5–10 Atemzüge)
Nimm dir zum Abschluss Zeit für eine Meditation. Ich empfehle eine Mantra-Japa-Meditation mit dem Maha Mrityunjaya Mantra für Schutz, Heilung und Überwindung von Angst.
Patrick Broome ist eines der prominentesten Gesichter der deutschen Yogaszene. Er bildet seit vielen Jahren Yogalehrende aus und betreibt in München drei Studios. patrickbroome.de
Im Interview spricht Patrick Broome über emotionale Stabilität und Furchtlosigkeit. Hier findest du auch das Maha Mrityunjaya Mantra:
Zum 10-jährigen Jubiläum erwartet dich ein noch vielfältigeres, inspirierendes und feierliches Programm. Vom 17. bis 26. Oktober 2025 öffnet das Gasteinertal seine Arme für alle, die Kraft tanken, innehalten und im Rhythmus ihres Herzens ankommen möchten. //anzeige
Gastein – ein besonderer Kraftort
Der Oktober ist im Gasteinertal eine Zeit der Übergänge. Der Sommer verabschiedet sich, der Winter ist noch fern. Die Natur hält inne und lädt auch dich ein, einfach innezuhalten.
Die warmen Farben der Wälder, die klaren Tage und die frische Luft schaffen eine Kulisse, die den Körper belebt und den Geist beruhigt. Yoga in dieser Umgebung ist wie ein Spiegel: Die Natur zeigt, wie Wandel gelingen kann – sanft, harmonisch und kraftvoll zugleich.
Was den Yogaherbst Gastein so einzigartig macht, ist die Wahl der Plätze, an denen praktiziert wird. Kaum ein anderes Event bringt Yoga so konsequent nach draußen. Deine Matte rollst du im Kurpark, auf der Schlossalm mit atemberaubendem Blick über die Gasteiner Bergwelt, im kleinen Garten des Naturladens oder in der Nähe des Gasteiner Wasserfalles aus. Diese Kraftorte haben ihre ganz eigene Energie. Wer einmal den Sonnengruß mit Blick auf die goldene Herbstlandschaft praktiziert hat, weiß, dass sich innere Ruhe und äußere Schönheit gegenseitig verstärken. Yoga im Einklang mit den Bergen bedeutet auch, den eigenen Atem im Rhythmus der Natur zu spüren.
Über 300 Yogaeinheiten für jedes Level
Mehr als 300 Einheiten für Anfänger*innen & Geübte lassen dir freie Wahl. Du kannst deinen persönlichen Stundenplan frei gestalten und zwischen aktiven und ruhigen Tagen wechseln. Inspirierende Workshops bringen neue Impulse in deine Yogapraxis.
Deep Stretch & Alignment oder Yin & Sound Healing von Stretching Panda im Grand Hotel de l’Europe
Stressmanagement mit „The Work“ von Birgit Pedevilla im Hotel Norica Therme in Bad Hofgastein
Yoga-Jodelwalk von Johma Haslinger in Sportgastein
Genuss-Yoga von Flora Petri im KTVB in Bad Gastein
Human Design und Yoga mit Annkathrin Bauer im Kursaal in Bad Hofgastein
Ein besonderes Highlight bilden die „Good Vibes“-Workshops mit Marcel Clementi am 24. & 25. Oktober im Kongresszentrum Bad Hofgastein. Dynamische Einheiten, die Bewegung, Musik und Lebensfreude miteinander verweben. Hier wird Yoga spielerisch, leicht und zugleich kraftvoll erlebt – ein Angebot, das sowohl Anfänger als auch erfahrene Praktizierende inspiriert. Das 2-Tages-Ticket mit 4 Workshopeinheiten gibt es nur beim Yogaherbst in Gastein für unschlagbare € 90,- .
Yoga und Urlaub in Balance
Um den Aufenthalt so entspannt wie möglich zu gestalten, bieten die Yogapartner Unterkünfte im Tal spezielle Yoga-Pauschalen an. Diese beinhalten nicht nur die Übernachtung und Verpflegung, sondern auch eine Auswahl an Yogastunden.
3 Nächte: Einatmen, Ausatmen, Auftanken in einem Yogahotel inkl. Frühstück und 5 Yogaeinheiten ab € 265,00
4 Nächte: Yoga Intense in einem Yogahotel inkl. Frühstück und 10 Yogaeinheiten ab € 415,00
So wird der Yogaherbst nicht nur zu einer spirituellen Reise, sondern auch zu einem erholsamen Urlaub inmitten der Berge. Wandern, Wellness und kulinarische Genüsse ergänzen das Jubiläumsprogramm und machen die Zeit im Tal rundum wohltuend.
Thermalwasser als Begleiter
Seit Jahrhunderten ist das Gasteinertal für sein Thermalwasser bekannt. Schon die Kelten und Römer wussten um seine Wirkung, später machten Kaiser und Könige diesen Ort berühmt. Beim Yogaherbst wird dieses Naturgeschenk in das Programm integriert. Das warme Wasser entspannt Muskeln, beruhigt den Geist und wirkt regenerierend nach intensiven Yogastunden. Besonders eindrucksvoll ist die Kombination von Yogaeinheiten mit anschließendem Baden in der Felsentherme, Alpentherme oder in den Thermenhotels des Tals.
Einen besonderen Ausdruck findet diese Verbindung von Yoga, Spiritualität und dem Element Wasser in der Opening Ceremony – Wasserzeremonie mit Carmen Jedinger am 18. Oktober. In der einzigartigen Atmosphäre des historischen Kraftwerks am Wasserfall in Bad Gastein begibst du dich auf eine spirituelle Reise zur inneren Führung – begleitet vom heiligen Element Wasser. Der Eintritt erfolgt bei freier Spende, die traditionell einer guten Sache in der Region zugutekommt.
Das Geschenk an dich selbst
In einer Zeit, die von Hektik und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist, schenkt der Yogaherbst etwas Seltenes: den Raum, einfach zu sein. Zwischen Bergen und Thermalquellen, Ritualen und Tanz, Stille und Freude entsteht ein Erlebnis, das lange nachklingt.
Es ist eine Einladung, zu sich selbst zurückzukehren, neue Wege zu entdecken und die Essenz des Yoga inmitten der Natur zu spüren.
Hier darfst du loslassen, dich treiben lassen, in die Stille gehen oder in die Bewegung. Ein Geschenk an dich selbst, das weit über die zehn Tage im Oktober hinauswirkt. Wer einmal in der besonderen Energie des Tals geübt hat, nimmt einen Funken davon mit nach Hause – als Erinnerung, als Kraftquelle, als Inspiration.
Du bist am Kränkeln? Ein starkes Immunsystem, gekoppelt mit einer gesunden Ernährungsweise, kann die ein oder anderen Beschwerden verhindern. Und doch erwischt es selbst uns Yogi*nis manchmal. Wenn wir erste Symptome einer Erkältung verspüren, kann Yoga helfen – oder die Sache verschlimmern. Doch wie krank ist zu krank und was sollte man beachten?
Text: Anika Kedzierski / Titelbild: Andrea Piacquadio via Pexels
Innere Stimme oder innerer Schweinehund?
Bevor du auf Tipps anderer hörst oder dich mit falschem Stolz zur Yogastunde schleppst, achte auf die Signale deines Körpers. Hast du Fieber oder starke Schmerzen? Bleib im Bett und trinke viel. Bei Beschwerden, wie Schnupfen, Gliederschmerzen oder Kopfweh kann dich Yoga dabei unterstützen, schneller wieder fit zu werden. Hier liegt es also an dir, deine innere Stimme zu deuten.
Doch bitte denke immer auch an deine Mityogi*nis. Um Ansteckungen zu vermeiden, solltest du jetzt besser zu Hause praktizieren.
Rückzug der Sinne
Wenn dich schon der Weg vom Schlafzimmer in die Küche erschöpft, ist es ratsam keine Asanas zu üben. Vorallem bei erhöhter Temperatur oder Fieber solltest du auf Asana-Praxis und Pranayama verzichten. Wie wäre es stattdessen mit Pratyahara? In der Yogaphilosophie bezeichnet dieser Sanskrit-Begriff einen Zustand, in dem sich die Sinne nach innen zurückziehen und dort gehalten werden. Schalte also Handy und Laptop aus, erlaube dir mal nicht erreichbar zu sein und kuschele dich mit einem Tee ins Bett. So erholst du dich am schnellsten.
Taste dich an die Asanas heran
Wenn du dich neben Beschwerden wie Schnupfen, Halsweh oder Husten aber fit fühlst, kannst du die Yogamatte ausrollen und dich langsam an das herantasten, was deinem Köper gut tut. Vielleicht beginnst du die Yogastunde zur Abwechslung mal in Shavasana (eventuell mit einer Decke) und probierst das Krokodil oder die Brücke aus. Wenn du durch langes Sitzen oder Liegen verspannt bist, können diese Asanas den unteren Rücken dehnen und entlasten. Auch ein paar Durchgänge Katze und Kuh können Rückenschmerzen lindern. Führe jedoch nur Bewegungen aus, die sich gut im Rücken anfühlen.
Umkehrhaltungen können Schnupfen und Kopfweh verschlimmern
Wenn du dich nach diesen Asanas fit fühst, kannst du in deine normale Praxis übergehen. Generell empfiehlt es sich an solchen Tagen jedoch, dein normales Übungs-Level eine Stufe herabzusetzen. Manche empfinden Umkehrhaltungen bei einer verstopften Naseals unangenehm. Sie erhöhen den Druck auf die Nasen- und Stirnnebenhöhlen und können bestehende Kopfschmerzen noch verschlimmern. Teste es an einer Vorwärtsbeuge. Geht dir hier die Nase zu, verzichte in dieser Zeit am besten auf Umkehrhaltungen. Brummt dir der Kopf, kannst du stattdessen Asanas üben, die Schulter- und Rückenmuskulatur stärken. So sind die unvermeidlichen Schwierigkeiten des Alltags doch schon leichter zu tragen. Wenn du beim Üben deine Ausatmung verlängerst, verlierst du die Fixierung auf den Kopf und kannst belastende Gedanken besser loslassen. Ähnlich wie die 4-7-8 Atmung wirkt die verlängerte Ausatmung gegen Stress und Anspannungen.
Rückbeugen können nicht nur Verspannungen in Schultern und Nacken lösen, sie unterstützen auch das Atemsystem. Indem die Brustwirbelsäule nach hinten gestreckt wird, weiten sie den Brustkorb, dehnen Lungen- und Herzbereich sowie die gesamte Atemhilfsmuskulatur. Regelmäßiges Üben vertieft somit unsere Atmung und versorgt den Körper mit mehr Sauerstoff. Das befreit die Atemwege und fördert unsere Konzentration. Da das gesamte Verdauungssystem gestreckt wird, können sogar Probleme mit der Verdauung gelindert werden. So kannst du bei Atemwegsbeschwerden beispielsweise Bhujangasana, die Kobra, oder Matsyasana, den Fisch, in deine Praxis einbauen. Diese Asanas haben aufgrund der positiven Wirkung auf unser Atemsystem übrigens auch eine heilende Wirkung auf Asthma.
Neti und Jihva Dhauti – Zwei yogische Erkältungstricks
Zum Glück ist Yoga so vielfältig und nicht nur auf die Asana-Praxis zu beschränken. Ein toller, yogischer Tipp, die Nase zu reinigen oder einen Schnupfen vorzubeigen ist Neti, die Nasenspülung. Meine erste Erfahrung mit Nasenspülung habe ich beim Yoga-Retreat mit Berenice Seiss auf Mallorca gemacht. Seitdem vergeht kaum ein Morgen, an dem ich kein Salzwasser durch meine Nasenlöcher jage und ich behaupte fest, dass mich die regelmäßige Anwendung schon gesund durch die ein oder andere Erkältungswelle gebracht hat.
Anleitung Nasenspülung:
Fülle lauwarmes Wasser in ein Nasenspülkännchen und gebe etwas hochwertiges Salz dazu. Halte das Kännchen mit der Salzlösung an ein Nasenloch, lege den Kopf etwas schräg und lasse die Salzlösung einfach laufen. Es hilft, den Mund etwas zu öffnen, damit sich das Gaumensegel schließen kann. Bei einer Erkältung, kannst du deine Nase auch mehrmals täglich spülen. Bei Problemen mit Allergien, Heuschnupfen oder Staub kann die regelmäßige Nasenreinigung Wunder wirken.
Eine weitere yogische Anwendung, die eine Erklältung vorbeugen kann, ist Jihva Dhauti, die Zungenreinigung. Vor allem nachts lagern sich gerne Abfall- und Giftstoffe unserer Nahrung auf der Zunge ab. Bei einer Erkältung kommen auch Bakterien und Viren dazu.
Anleitung Zungenreinigung:
Für die Zungenreinigung brauchst du einen Zungenscharber aus Edelstahl oder einen Edelstahl-Löffel. Ziehe ihn jeden Morgen von hinten nach vorn über die Zunge und schabe den Belag ab. Das trägt dazu bei, dass deine Erkältung schneller verschwindet und wehrt zukünftige Bakterien-Attacken ab.
Soweit angenehm, kannst du bei einer Erkältung Pranayama üben – das geht auch super im Liegen. Kapalabhati, die Feueratmung, reinigt die Atemwege und unterstütze dabei, lästige Viren aus dem Körper zu katapultieren. Doch Vorsicht: Die Atemtechnik hat eine energetisierende Wirkung und stimuliert den Sympathikus. Das ist der Teil des Nervensystems, der für Aktivität steht. Daher ist Kapalabhati nichts für nervöse oder gestresste Menschen und sollte auch nicht am Abend geübt werden. Richtig gut wirkt sie dagegen, wenn man sich matt fühlt oder den Geist ankurbeln möchte.
Anleitung Feueratmung:
Setze dich aufrecht und bequem hin und finde zunächst deinen natürlichen Atemrhythmus. Atme bei der nächsten Einatmung in den Bauch ein und ziehe die Bauchdecke beim Ausatmen in raschen, rhythmischen Bewegungen nach innen. Das drückt die Luft aus den Lungen und erzeugt kurze, kraftvolle Ausatmungen. Diese Abfolge kannst du 20 bis 30 mal üben und danach zu deinem natürlichen Atem zurückkehren.
Summen gegen Heiserkeit
Bhramari ist die Bienenatmung und verdankt ihren Namen dem Summen, das man beim Ausatmen macht. Die Atemübung verbessert die Stimme, kann Hals-und Nasenerkrankungen vorzubeugen und die Atemwege reinigen. Außerdem schenkt sie Ruhe und Entspannung und hilft daher gegen Stress und Kopfschmerzen.
Anleitung Bienenatmung:
Setze dich aufrecht und bequem hin. Verschließe nun mit den Daumen sanft deine Ohren, lege die Zeigefinger leicht über die Augen, platziere die Mittelfinger seitlich an die Nasenflügel, die Ringfinger auf die Oberlippe und die kleinen Finger auf die Unterlippe. Dieses Shanmukti Mudra, das Verschließen der 7 Pforten, ermöglicht dir einen kompletten Rückzug der Sinne. Somit kannst du die innere Vibration der Bienenatmung besser wahrnehmen. Atme nun tief ein und immitiere beim Ausatmen das Summen einer Biene. Wiederhole diesen Vorgang etwa 8 mal und lasse die Augen danach noch einen Moment geschlossen um das Geräusch auf dich wirken zu lassen.
Yoga und das Immunsystem
Generell ist eine Erkältung ist ein schöner Weg, den Weg nach innen zu finden und mehr in sich hinein zu hören. Dazu gehört auch, auf die Signale des Körpers zu achten. Ist der Körper gestresst, schüttet er Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus – und die fahren das Immunsystem nach unten. Yoga ist ein meditatives Training, das den Geist beruhigt, Stress herunterfährt und daher das Immunsystem kräftigt– und das gibt den Viren im Körper erst gar keine Chance. Daher kannst du die ein oder anderen Beschwerden mit einer regelmäßigen Praxis vorbeugen.
Positive Aspekte einer Erkältung
Und wenn du doch mal mit einer Erkältung flach liegst, versuche es auch hier mit der Kraft der positiven Gedanken. Wie oft beschweren wir uns, dass wir keine Zeit haben? Jetzt haben wir sie. Heiße die Erkältung willkommen, jetzt ist sie ja eh da. Sehe sie als Reinigung für den ganzen Organismus und nutze das Zeichen des Körpers, um neue Energie und Kraft zu tanken. Es ist eine Gelegenheit zur Ruhe zu kommen und einen Gang zurück zu schalten. Vielleicht liegt auf deinem Nachttisch schon seit Monaten ein Buch, das du fertig lesen möchtest oder du machst dir ein schönes Hörbuch an. Wichtig ist nur, dass du dir die Zeit gibst die du benötigst. Eventuell kannst du mit Vitamin C, Echinacea oder anderen Mitteln aus der Naturheilkunde nachhelfen.
Übrigens: Im YOGAWORLD JOURNAL 05/2025 haben wir uns ebenfalls mit dem Immunsystem beschäftigt. Wie oben schon angedeutet, haben achtsame Selbstfürsorge und eine innere Haltung einen weiteren, nicht unbeachtlichen Einfluss auf unser Immunsystem. Hier kannst du dir das Heft bestellen, um mehr darüber zu erfahren.
Stress, Hektik, volle Terminkalender – manchmal sehnt man sich nur danach, einfach loszulassen, zu entspannen und wieder bei sich selbst anzukommen. Für Olivia Leicht war genau das der Wendepunkt in ihrem Leben: Nach Jahren in der Immobilienbranche fand sie über Yoga, Energiearbeit und schließlich Sound Healing zu ihrer wahren Berufung. Heute teilt sie ihre Leidenschaft für Klang und Kristallklangschalen in Workshops und Ausbildungen und zeigt, wie Musik Körper, Geist und Seele in Einklang bringen kann.
Yoga, Energiearbeit, Klang – das ist Olivia Leichts Welt. Nach Jahren in der Immobilienbranche fand sie über Yoga zum Sound Healing. Wir sprechen mit ihr über ihren Weg, ihre Leidenschaft und ihr Ausbildungsprogramm – und sie erzählt von den Momenten, die alles verändert haben.
YogaWorld: Olivia, dein Weg klingt unglaublich spannend. Wann war der Augenblick, an dem wusstest: „Ich muss etwas ändern“?
Olivia: Eigentlich waren es mehrere kleine Schlüsselmomente. Ich war beruflich und privat in einer extrem stressigen Phase, und dann kam auch noch die COVID-Pandemie. Ich erinnere mich genau: Ich saß zu Hause, erschöpft, und entdeckte auf einer amerikanischen Yoga-Plattform Sound Healing. Kaum zu glauben – innerhalb weniger Minuten konnte mein Körper alles loslassen: Anspannung, Sorgen, Ängste. Meine Gedanken wurden ruhig, meine Emotionen leicht. Ich dachte nur: „Moment mal, das geht wirklich?“ Es fühlte sich an wie ein kleines Wunder.
YogaWorld: Und das hat den Ausschlag gegeben, beruflich etwas Neues zu machen?
Olivia: Ja! Ich war gerade in einer Health-Coach-Ausbildung, hatte aber schon zehn Jahre Yoga unterrichtet und viele Coaching- und Energiearbeit-Ausbildungen hinter mir. Sound Healing war das fehlende Puzzlestück, das alles zusammenbrachte. Und plötzlich war klar: „Das ist meine Arbeit. Das will ich mit der Welt teilen.“
Yoga, Klang und die Magie des Loslassens
YogaWorld: Du unterrichtest seit über zehn Jahren Yoga. Was fasziniert dich daran bis heute?
Olivia: Yoga ist für mich Lebensstil. Ich starte fast jeden Morgen mit Yoga, selbst nur kurz. Diese bewusste Bewegung mit Atem und Intention bringt Kopf und Körper in Einklang, erdet mich, gleicht die Energien aus. Vor allem, wenn man selbst unterrichtet, ist es so wichtig, zuerst auf sich selbst zu achten – das spüren die Menschen.
YogaWorld: Und wie kam Sound Healing dazu?
Olivia: Yin und Restorative Yoga führen Körper und Geist in tiefe Entspannung – genau der perfekte Zustand für Klang. Kristallklangschalen helfen, aus dem Kopf ins Herz zu kommen, innere Ruhe zu finden, die eigene Intuition zu hören. Das Schönste: Man muss nichts tun, darf einfach sein – und es wird für einen getan. Viele meiner Teilnehmer*innen berichten nach einer Session, dass sie sich gelöst, leicht und gleichzeitig klar fühlen, fast wie nach einem tiefen, erholsamen Schlaf.
Ich erinnere mich an eine Frau, die nach der ersten Session Tränen in den Augen hatte. Sie sagte: „Ich wusste gar nicht, dass ich mich so fühlen kann.“ Das sind die Momente, die mir zeigen, dass das, was ich tue, wirklich berührt.
Und das ist auch der Grund, warum ich heute ausschließlich Sound Healing anbiete. Manchmal buchen mich Yoga Studios für die Kombination von Yin – beziehungsweise Restorative Yoga und Klang, was ich zu besonderen Events auch gerne unterrichte … Aber immer in Zusammenhang mit Sound. Da liegt ganz klar mein Fokus drauf.
STUDIO O – eine Oase mitten in Karlsruhe
YogaWorld: 2024 hast du das STUDIO O eröffnet. Was macht diesen Ort so besonders?
Olivia: Das STUDIO O ist mein Herzensprojekt. Eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Dicke Liegekissen, große Kristalle, Kristallklangschalen – alles ist vorbereitet, damit die Menschen einfach sein können.
„Ich liebe es, wenn Teilnehmer*innen nach einer Session aufstehen und ihre Augen leuchten. Manche sagen: „Es ist, als hätte ich die Welt draußen gelassen und bin endlich bei mir angekommen.“ Hier finden Workshops, Sound Healing Sessions, Meditationen, Cacao-Zeremonien und meine Sound Healing Ausbildungen statt. Es ist ein Ort, an dem Menschen wieder zu sich selbst finden.
Die 30h Sound Meditation Ausbildung – Praxis trifft Herz
YogaWorld: Was erwartet die Teilnehmer*innen deiner Ausbildung?
Olivia: Die Ausbildung ist praxisnah und transformierend, mit einem Mix aus Theorie, Praxis und Coaching. Sie besteht aus zwei Teilen: Einem zweitägiges Live-Wochenende im STUDIO O mit Musiktheorie, Spielen der Bowls und vielen Praxisübungen. Dann gibt es die Embodiement Calls: Hier geht es um Online-Coaching, individuelle Unterstützung und Fragen zu beantworten und darum, die Umsetzung zu begleiten.
Ich arbeite bewusst in kleinen Gruppen von maximal sechs Teilnehmer*innen. So kann ich individuell begleiten, jeder bekommt genau das Feedback, das er oder sie braucht. Vorkenntnisse sind nicht nötig – alles, was man für den Start braucht, wird vermittelt.
„Ich bin immer noch ganz beseelt vom Wochenende. Olivia hat so viel Wissen vermittelt und die kleine Gruppe war perfekt. Ich fange jetzt an, dieses Wissen in meine Arbeit zu integrieren.“ — Judith Harsch
„Das Sound Bowl Intensive Workshop war fantastisch. Olivia geht auf jeden ein, die Bowls sind hochwertig und die Erfahrung unvergesslich.“ — Petra Punthöler
Olivia: Es ist so schön zu sehen, wie Menschen nach der Ausbildung ihre ersten eigenen Sessions geben – mit Freude, Klarheit und Selbstvertrauen. Manche berichten, dass sie ihre Arbeit komplett neu erleben, weil Klang alles verändert.
Für wen ist die Ausbildung geeignet?
Olivia: Für Yogalehrer*innen, Coaches, Therapeut*innen – aber auch für alle, die Klang für sich selbst entdecken wollen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Es geht um Offenheit und das Herz, etwas Neues zu lernen. Jede*r nimmt etwas Eigenes mit: ein berufliches Standbein, ein Tool für die eigene Arbeit oder ein tiefes Geschenk für die eigene Praxis.
YogaWorld: Was würdest du jemandem sagen, der noch zögert?
Olivia: Wenn du diesen Ruf in dir spürst, vertraue deinem Herzen. Geh den Weg – und du wirst sehen, wie viel Leichtigkeit, Freude und Ruhe möglich ist. Ich sehe es so oft: Menschen kommen mit Zweifeln, und nach der ersten Session strahlen ihre Augen, ihr Herz ist offen, und sie fühlen sich verbunden – mit sich selbst, mit etwas Größerem, einfach mit dem Leben.
30h Sound Meditation Ausbildung – Alles auf einen Blick
Dauer: 30 Stunden | Teilnehmer:innen: max. 6 pro Gruppe | Vorkenntnisse: keine nötig
Aufbau:
Zweitägiges Live-Wochenende im STUDIO O, Karlsruhe
Musiktheorie & Klangwissen
Spielen der Kristallklangschalen (manuell & energetisch)
Eigene Sound Meditationen entwickeln & ausprobieren
Praxisübungen mit individuellem Feedback
Drei Monate Embodiement Calls (Online)
Begleitung bei der Umsetzung eigener Sessions
Fragen & Feedback in der Gruppe
Motivation & Sicherheit für den Start als Sound Healer
Module:
Sound Healing als moderne „Medizin“ – Wirkung von Klang auf Körper, Geist & Seele
Playing Bowls 2.0 – Technik & energetisches Spiel
Sound Meditationen gestalten & geben – eigene Sessions kreieren
Finde Deine Essenz – persönliche Ausdruckskraft & Energie entdecken
Kultiviere Deine Energie – eigene Schwingung bewusst einsetzen
Besonderheiten:
Original Alchemy Crystal Singing Bowls von höchster Qualität
Kleine Gruppen für persönliche Betreuung
Praxisnah & transformierend
Zertifikat & direkte Umsetzung eigener Sessions
Geeignet für:
Yogalehrer*innen, Coaches, Therapeut*innen
Menschen, die Klang für sich selbst entdecken wollen
Wenn du bereit bist, Klang in dein Leben oder deine Arbeit zu integrieren, ist jetzt der Moment, deinem Herzen zu folgen. Tauche ein in die Welt von Sound Healing mit Olivia Leicht und werde selbst Sound Healer – praxisnah, persönlich und transformierend.
Mit diesen Übungen für den Core kräftigst und stabilisiert du effektiv deine gesamte Rumpfmuskulatur. Dabei übst du, anders als bei den meisten Core-Sequenzen, ganz bewusst im Stehen, denn hier geht es nicht um einen gut definierten Waschbrettbauch, sondern um funktionellen Halt und dynamische Kontrolle in vielen Alltagsbewegungen.
Übungen: Lizzie Lasater und Mary Richards / Fotos: Dani Gruber
Core vs. Bauch
Der sogenannte „Core“ wird häufig missverstanden, als eine Umschreibung der Bauchmuskeln, dabei umfasst er „360 Grad„: von den geraden Bauchmuskeln an der Vorderseite, über die schrägen und quer verlaufenden an der Seite bis zu den Lenden und Gesäßmuskeln an der Rückseite des Rumpfs.
SO ÜBST DU
· Bewege dich langsam und lass alle Bewegungen von innen nach außen entstehen.
· Spüre genau hin. Nimm dabei wahr, wo innerhalb eines Bewegungsbogens du nachlässt oder dich „durchmogelst“.
· Setze dich der Anstrengung bewusst aus und steigere allmählich die Zeiten unter Spannung.
· Höre dabei immer auf die Signale deines Körpers und überschreite nicht deine Grenzen.
· Um deinen Core wirkungsvoll zu kräftigen, solltest du regelmäßig, mindestens einmal pro Woche üben. Dazu kannst du die Sequenz einzeln üben oder als Warm-up für deine Asana-Praxis einsetzen.
Die Somatic Strength Core-Sequenz
1. Katze-Kuh in der Hocke
Darum geht’s: Hier arbeiten die Bauchmuskeln im Verbund mit Beckenboden, Rücken, Oberschenkeln und Gesäß. So aktivierst und kräftigst du einen Großteil der Muskulatur, die den Rumpf stützt und bewegt.
So geht’s: Richte in einem stabilen, hüftbreiten Stand deine zweiten Zehen gerade nach vorne aus, beuge die Knie in eine Hocke und stütze die Hände oberhalb der Knie auf. Dann beginnst du, ausatmend deine Körperrückseite zu runden. Dabei senkst du den Kopf und ziehst das Steißbein nach vorn. Einatmend hebst du Kopf und Steißbein wieder und ziehst die Körpervorderseite lang. Versuche, die Bewegungen von Beckenboden aus zu initialisieren:Mit ihm ziehst du dein Becken ausatmend nach vorn und schiebst es einatmend nach hinten. Dabei drückst du deine inneren Organe abwechselnd fest zusammen und dehnst sie wieder aus.
8–10 Wiederholungen
2. Dynamisches Ardha Uttanasana
Darum geht’s: Bei dieser yogischen Variante des klassischen Kreuzhebens mit Gewichten wirken keine Scherkräfte auf die Bandscheiben, dennoch werden insbesondere der untere Rücken und die Gesäßmuskeln wirkungsvoll gekräftigt – beides integrale Bestandteile der Rumpfmuskulatur.
So geht’s: Richte auch hier den Stand hüftbreit ein, die zweiten Zehen zeigen nach vorn, die Basis liegt zwischen dem zweiten und dritten Zeh. Lege die Hände bequem an die Hüften und richte dich zu deiner vollen Größe auf, indem du die Rippen von der Taille aus nach oben ziehst. Beuge die Knie ein wenig, aber nicht zu viel, bevor du nun mit einer Ausatmung den gestreckten Oberkörper in die Waagerechte bringst. Dabei streckst du den Po nach hinten und hebst das Steißbein etwas. Einatmend hebst du den Oberkörper wieder in die Senkrechte. Führe die Bewegung langsam und kontrolliert und achte darauf, die Organe in der Vorwärtsbeuge nicht „sacken“ zu lassen, sondern sie aktiv im Bauch zu halten.
8-10 Wiederholungen
3. Raupe und Brett
Darum geht’s: In dieser komplexen Bewegungsabfolge müssen alle Bestandteile des Cores miteinander arbeiten – und zwar in äußerst funktioneller Weise. Das ist wichtig, denn stabil ausgeführte Vorwärtsbeugen begleiten uns überall im Alltag.
So geht’s: Stelle dich ans hintere Mattenende und beuge dich mit einer Ausatmung von den Hüftgelenken ausgehend nach vorn. Lege die Fingerspitzen auf den Boden und beuge dazu die Knie so weit, wie nötig. Wandere nun in der Einatmung mit den Händen nach vorn bis in die Brettposition: Rumpf und Beine bilden eine gestreckte Linie. Halte das Brett stabil mindestens einen Atemzug lang, bevor du ausatmend wieder mit den Händen zurück zu den Füßen wanderst. Mit der nächsten Einatmung richtest du dich wieder auf. Auch dabei bewegst du dich von den Hüftgelenken aus, hältst den Oberkörper möglichst lang und beugst die Beine so weit wie nötig. Die Arme kannst du in der Ausgangsposition hängen lassen oder du hebst sie und bewegst sie in Vorwärtsbeuge und Aufrichtung in Verlängerung des Oberkörpers. Beides macht die Übung deutlich anspruchsvoller.
4–8 Wiederholungen
4. Heldenhaltung 1 mit dynamischer Drehung
Darum geht’s: Auch in dieser Abfolge geht es weniger darum, allein die Bauchmuskeln anzufeuern, sondern die gesamte Rumpfmuskulatur in ihrem Zusammenspiel zu aktivieren. Anstatt also nur einzelne Muskeln zu kräftigen, verbesserst du auch Koordination und Geschmeidigkeit in vielen Bewegungen und findest müheloser zu einer harmonischen Aufrichtung.
So geht’s: Setze am vorderen Mattenrand stehend zunächst den rechten Fuß nach hinten in einen weiten Ausfallschritt. Dabei bleibst du auf dem Ballen stehen und drehst den Fuß nicht wie sonst in der Heldenhaltung. Hebe die Arme einatmend zu den Seiten bis auf Schulterhöhe und drehe in der nächsten Ausatmung den Oberkörper zum vorderen Bein. Bleibe einen Atemzug lang stabil in dieser Haltung. Dann löst du die Drehung mit einer Einatmung wieder und ziehst dein hinteres Bein kraftvoll nach vorn in Tadasana. Von dort aus wiederholst du die Abfolge mit dem linken Fuß beginnend. Um noch etwas mehr in die Kraft zu kommen, kannst du ein Gummiband verwenden, dass du in der Drehung zwischen deine Hände spannst.
3–6 Wiederholungen auf jeder Seite
5. Beinheben im Stehen
Darum geht’s: Diese Bewegung steckt im Ansatz in jedem einzelnen Schritt, den du machst. Sie aktiviert vor allem die Hüftbeuger, was bei vielen Beschwerden in Hüften und unterem Rücken entlastend wirkt, denn Aktivierung erleichtert danach auch die Entspannung der Muskeln. Gleichzeitig verbessert das Balancieren die stabilisierenden Kraft des Core.
So geht’s: Lege im Stand die Hände an die Hüften. Verlagere dein Gewicht auf den rechten Fuß und hebe dann das linke Bein langsam und kontrolliert, so weit es geht. Halte das Bein dabei so gestreckt, wie es möglich ist, ohne dass sich der Rücken rundet. Bleibe einen Moment lang stabil in der Position, dann senkst du das Bein wieder in die Ausgangsstellung. Wiederhole die Übung auf derselben Seite noch einige Male, bevor du zum anderen Bein wechselst. Achte darauf, auch den Bauch in der Bewegung zu festigen und den Nabel etwas nach innen und oben zu ziehen. Wenn es zu wackelig wird, kannst du dich seitlich mit der Hand an einer Wand abstützen.
8–10 Wiederholungen auf jeder Seite
6. Seitbeuge im Stehen
Darum geht’s: In den Seitbeugen beginnen wir, die zuvor aktivierte Rumpfmuskulatur an den Flanken wieder zu dehnen. Dabei berücksichtigen wir die natürliche Asymmetrie des Körpers und gleichen sie etwas aus.
So geht’s: Hebe aus dem Stand mit einer Einatmung beide Arme. Wenn du Rechtshänderin bist, greifst du nun mit der rechten Hand um das linke Handgelenk und beugst dich ausatmend nach rechts. Entsprechend beugst du dich als Linkshänderin zuerst nach links. Drehe dabei die Brust ein klein wenig – nicht zu viel – nach oben. Bleibe bis zu 3 Atemzüge lang in der Haltung, dann richtest du dich einatmend wieder auf und wechselst zur zweiten Seite. Wichtig: Beuge dich doppelt so oft oder doppelt so lange zu deiner dominanten Seite, denn die dabei gedehnte Flanke ist in der Regel etwas verkürzt.
2–3 Wiederholungen auf jeder Seite
7. Berghaltung mit Herzöffnung
Darum geht’s: In der abschließenden Übung dehnen wir die Muskulatur an der Vorderseite und schaffen Raum zwischen den Rippen.
So geht’s: Verschränke die Hände mit einer Ausatmung hinter dem Rücken oder verwende einen Gurt. Schiebe die Knöchel deiner Finger nach unten und ziehe die Rippen von der Taille weg nach oben, dann weitest du die Herzgegend einatmend in eine sanfte Rückbeuge. Lenke die Energie durch die Hände nach unten, während du gleichzeitig kraftvoll die Flanken streckst und das Brustbein hebst. Stell dir vor, wie du dabei die unteren hinteren Rippen abhebst und dich über diese Stütze hinweg nach hinten rollst. Ausatmend kehrst du wieder zurück in die Berghaltung, also den aufrechten Stand. Beim Wiederholen der Übung verschränkst du die Finger mit dem anderen Daumen vorn.
2–3 Wiederholungen
Mary Richards arbeitet seit über 20 Jahren als Yogalehrerin und -therapeutin. Sie gilt international als eine der führenden Expertinnen für Yogatherapie und lebt mit ihrem Mann in Virginia. yogawithmaryrichards.com
Auf den Fotos siehst du die Yogalehrerin Lizzie Lasater. Geboren in San Francisco lebt sie heute mit Mann und Zwillingen in Salzburg. lizzielasater.com
Lust auf mehr? Im ersten Teil dieser Reihe haben Lizzie und Mary die Prinzipien des Somatic Strength Training erklärt und Übungen für den unteren Rücken gezeigt:
Hast du schon einmal nach einer Art und Weise gesucht, um Blumenkohl ganz zu verarbeiten? Denn schließlich wollen wir alle gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen. Allerdings fehlt dafür oft das Wissen, welche Teile man jetzt konkret von einer Pflanze verwenden kann. Von der Wurzel bis zum Stängel ist deshalb eine besonders nachhaltige Kochart. Heute für dich: Blumenkohlsteaks. Dieses leckere Herbstgericht ist schnell zubereitet, schmeckt köstlich und ist dazu noch vegan.
Rezept: Tara Duggan / Foto: Sara Remington
Zutaten
Für 2 Personen:
2 EL Olivenöl zum Anbraten
2 Knoblauchzehen, besonders fein geschnitten
1⁄4 TL Chiliflocken
1⁄2 Blumenkohl, in 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten
Blumenkohl-Blätter, gewaschen und erstmal beiseite gelegt
Salz
1 Tasse Kirschtomaten, halbiert
2 EL Kapern, abgetropft
1 EL gehackte glatte Petersilie (Menge nach Belieben)
Zubereitung der Blumenkohlsteaks
Erhitze zuerst das Olivenöl – am besten in einer großen gusseisernen Pfanne bei mittlerer Hitze.
Schwenke Knoblauch und Chiliflocken darin, bis sie beginnen zu duften.
Lege dann die Blumenkohlscheiben nebeneinander in die Pfanne, sodass sie gleichmäßig den Boden berühren. Würze die Scheiben nun mit Salz und brate sie auf mittlerer Flamme etwa 8 Minuten, bis sie knusprig braun sind. Dann wenden und auch die Rückseite 8–10 Minuten braten.
In den letzten paar Minuten gibst du die Kirschtomaten, die Kapern und die Blumenkohlblätter in die Pfanne dazu und brätst sie solange mit, bis sie weich werden. Währenddessen hackst du die Petersilie.
Am Ende toppe dein Gemüse mit der gehackten Petersilie. Als Beilage eignet sich gut Kartoffelbrei oder Kartoffelspalten aus dem Ofen.
Die Kapern geben dem Gericht seinen einzigartigen Geschmack. Sie sind aber die Zutat, die du am leichtesten weglassen kannst. Oder falls du keine Kapern magst, füge vielleicht lieber ein paar Oliven oder geröstete Kerne als Topping hinzu.
Guten Appetit!
Die Autorin Tara Duggan hat unter dem Titel „Root-to-Stalk-Cooking“ (2013) ein Buch mit vielen weiteren Rezepten veröffentlicht. Koche auch du Von der Wurzel bis zum Stängel und lass dich von ihr inspirieren.
Die Freiheit der Frauen: Das ist ein großes Lebensthema der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Karoline Herfurth, das sich auch in ihren Filmen widerspiegelt. Im Videochat sprachen wir mit ihr über vermeintliche Körperideale, Sexualität und die Kraft der Gemeinschaft …
Interview: Carmen Schnitzer / Titelbild: Anne Wilk
Ihr Film „Wunderschön“ beschäftigte wsich mit Körperidealen und Schlankheitswahn aus der Perspektive von fünf sehr unterschiedlichen Frauen. 2025 kam der zweite Teil in die Kinos: „Wunderschöner“. Woher kam das Bedürfnis, die Geschichten weiterzuerzählen?
Ehrlich gesagt war dieses Bedürfnis zunächst gar nicht da. Wir haben doch alles erzählt, dachte ich. Dann aber war die Resonanz auf den Film sehr berührend, wir haben gemerkt, wie viele Menschen sich darin so abgeholt und gesehen gefühlt haben. So wuchs die Motivation, die Geschichten von Sonja, Julie, Leyla, Vicky und Frauke weiterzuentwickeln. Gleichzeitig hatten wir das Gefühl, dass beim Thema Körperdruck in den letzten Jahren auch gesellschaftlich einiges passiert ist, das wir mit aufnehmen wollten. Wir haben diesmal den Fokus etwas anders gesetzt.
Ein bisschen weg von der Schönheit hin zur Sexyness …
So ungefähr. Im ersten Teil war die große Frage: Was können Frauen tun, um weniger Zeit in den Körperdruck zu investieren, dafür mehr in sich selbst, die eigenen Wünsche und Ziele, die eigene Kraft, ihr Können. Diesmal beschäftigte uns die Frage: Warum landet der Fokus eigentlich immer wieder und mit solcher Brutalität überhaupt auf Frauenkörpern? Was ist das System dahinter, was der Ursprung – und warum ist es immer die Aufgabe von Frauen, diesbezüglich Lösungen zu finden? Schönheitsideale haben viel mit Sexysein und Fuckibilitiy zu tun. Aber was ist das eigentlich, für wen und warum? Man landet dann recht schnell beim Thema Sexualität. Das zu untersuchen, fanden wir spannend. Auch die Frage: Was hat Sexualität mit Freiheit zu tun? Das spitzt sich dann besonders in dem neuen Erzählstrang zu, in dem es um Prostitution geht …
Unter anderem wegen dieses Strangs habe ich den zweiten Film als irgendwie dunkler empfunden als den ersten. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob „dunkler“ das richtige Wort ist …
Schmerzhafter vielleicht. Das bringt die Thematik sicher mit sich. Auf der anderen Seite ist es mir sehr wichtig, dass man mit Hoffnung und einem kraftvollen Blick ins Leben aus dem Film gehen kann.
Das ist durchaus gelungen, finde ich.
Das freut mich. Ich finde im Leben liegen die schmerzhaften und schönen Dinge manchmal nah nebeneinander und ich glaube fest daran, dass man sich zusammenschließen kann, dass man gemeinsam noch mal eine ganz andere Kraft entwickeln kann als alleine und dass man so eben auch Türen öffnet für eine gute Sicht auf die Dinge. Ich glaube total daran, dass wir Menschen die Welt besser machen können, dass wir eigentlich alle gut zusammenleben wollen – und dass es beim Geschichten-Erzählen eben auch darum geht, diese optimistische Perspektive zu integrieren.
Filmstill aus „Wunderschöner“
Hauptsache sexy? Im Mittelpunkt von Karoline Herfurths aktuellem Film „Wunderschöner“ stehen sechs Frauen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Lebensumständen, die ihren Selbstwert nicht mehr an diesem Anspruch ausrichten wollen.
Den Film gibt es derzeit unter anderem bei Prime Video, Apple TV und Magenta TV im Stream.Hier geht es zum Trailer.
Filmstill aus „Wunderschöner“
Dabei spielt auch das Thema Verzeihen eine große Rolle, nicht wahr? Inwiefern können wir anderen verzeihen? Inwiefern uns selbst?
Im Film geht es zum Beispiel bei Milan und Sonja sicher auch darum, in dem ganzen Alltagswahnsinn und dem Druck, dem Eltern ausgesetzt sind, den liebevollen Blick füreinander nicht zu verlieren. Das hat sicher mit Verzeihen zu tun, aber auch mal mit einem Perspektivenwechsel. Was schafft der andere alles, was schaffen wir gemeinsam, wo geben wir uns etwas? Der Blick dafür geht im Alltag schnell mal unter.
Schwieriger wird Verzeihen bei dem Paar, bei dem der Mann zu einer sehr jungen Zwangsprostituierten geht …
Und wir lassen bewusst offen, ob das Verzeihen hier gelingt. Wir erzählen die Geschichte eines Mannes, dem die volle Dimension seines Handelns selbst erst bewusst wird – und was er ändern kann, damit seine Familie ihm eventuell verzeiht. Das wird einem ja in der Regel nicht einfach so geschenkt.
Ich halte es ja für sinnvoll, bei feministischen Themen die Männer mit ins Boot zu holen. Wie sehen Sie das?
Nun ja, Feminismus heißt ja zunächst mal einfach, jeden Menschen mit den gleichen Rechten ausstatten zu wollen – auch in Deutschland sind wir ja von Gleichberechtigung noch weit weg. Beziehungsweise in vielen Bereichen weiter weg, als wir denken. Das hat viel mit Prägung zu tun. Ich glaube, dafür ein Bewusstsein zu schaffen, ist ein erster Schritt, damit sich wirklich etwas ändern kann – und das ist für alle Menschen wichtig, denn sicher leiden auch Männer unter einem ungleichen System und könnten von mehr Freiheit und tatsächlicher Gleichberechtigung profitieren. Ich glaube fest daran, dass Augenhöhe der Weg zu einem schöneren, kraftvolleren Zusammenleben ist.
Das hoffe ich auch. Erstaunlicherweise scheint ja immer noch der Mann der „Norm-Mensch“ zu sein und die Frau die Abweichung davon. Es gibt zum Beispiel Kleidung – und es gibt „Frauenkleidung“. Als Frau kannst du problemlos im Hosenanzug auf die Straße gehen, als Mann im Blümchenkleid wirst du schief angeguckt …
Und das zieht sich durch die Gesellschaft. Der Standard, an dem sie sich ausrichtet, ist der männliche, auch bei alltäglichen Dingen wie Arbeitszeiten, dem Arbeitsrhythmus, der Gestaltung von öffentlichen Bereichen … Das aufzubrechen, verschiedenste Lebensrealitäten auch ins öffentliche Bild und in den Standard mit zu integrieren, das ist es, glaube ich, was uns weiter nach vorne bringt und was die Aufgabe der Zukunft ist.
Da stimme ich zu. Das Thema „nach vorne bringen“ bedeutet ja auch „etwas besser machen“. Die Frage, inwieweit das Streben nach einem „Besser“ in Bezug auf uns selbst sinnvoll ist, war auch ein Ausgangspunkt für diese Ausgabe: Ab wann kippt es hin zu einem ungesunden Selbstoptimierungswahn?
Ich glaube, der zentrale Punkt ist hierbei Wahrhaftigkeit. Sich selbst kennen, gesund leben wollen etc. sind ja erst mal gute Dinge. Die Frage ist: Geht es wirklich um mich oder um die Abdeckung einer bestimmten gesellschaftlichen Erwartung? Ich empfinde es als eine große Kunst, mir selbst so nah zu kommen, dass ich zum Beispiel merke, welche Bewegung mein Körper tatsächlich braucht, welche Ernährung, welchen Schlafrhythmus … Und zwar unabhängig von sozialen Anforderungen, Schönheitsidealen etc. Da gilt es, die Balance zu finden und zu erkennen, wann man sich von sich selbst entfremdet.
Filmstill aus „Wunderschöner“: In „Wunderschöner“ muss sich Mutter Sonja (Karoline Herfurth) neu orientieren.
Balance – das ist auch ein großes Yogathema …
Und ganz bestimmt kann Yoga helfen, den eigenen Rhythmus kennenzulernen, in einen Gleichklang und eine innerliche Aufgeräumtheit zu kommen. Und eben diese Fragen zu beantworten: Bin ich das? Macht mich das kraftvoll? Erfüllt es mich wirklich? Oder ist es eine Pflicht und ein Erfüllen von äußeren Anforderungen, die mir gar nicht entsprechen? Diese Unterscheidung kann nur jeder und jede für sich selbst treffen.
Was teilweise sauschwierig ist.
Auf jeden Fall! Allein schon, weil wir permanent umgeben sind von äußeren Anforderungen, von Körperbildern etc. … Es wird einfach so viel Geld damit verdient, mit der Diskrepanz zwischen einem vermeintlichen Ideal und der tatsächlichen Form von Menschen und Körpern. Das Bild, was wir im öffentlichen Raum wahrnehmen und das, was wir im Spiegel sehen, das ist so weit voneinander entfernt … Wir sind umgeben von einem permanenten Druck, einem permanenten Imperativ und einem falschen Versprechen: So sollst du aussehen, dann klappt’s auch mit dem Glücklichsein!
Was mir in Sachen Körperbilder viel Druck genommen hat, sind, so banal es klingen mag, Saunabesuche oder FKK.
Oh ja, oder überhaupt einfach ein Badesee! Das ist das Schönste, denn da siehst du einfach Menschen mit den unterschiedlichsten Körpern und merkst, dass wir alle nicht so aussehen wie auf Plakaten, auf Social-Media-Posts oder auch in den meisten Filmen. Wir sind es ja zum Beispiel auch gar nicht mehr gewohnt, dass Frauen normal altern und etwa Falten bekommen. Halle Berry macht sich aktuell dafür stark, dass älteren Frauen im Film mehr Beachtung geschenkt wird. Dann gibt es da noch Pamela Anderson, die Schlagzeilen macht, weil sie ungeschminkt über rote Teppiche spaziert – für Männer schon immer eine Selbstverständlichkeit!
„Die Hitze der Diskussion zeigt, dass etwas im Wandel ist. Da geht es um mehr als Körperbilder. Es geht darum, dass Frauen machtvoll und frei sein können.“
Und dann gibt’s wieder Anfeindungen, weil Halle Berry und Pamela Anderson ja trotzdem so attraktiv und „normschön“ aussehen …
Gut – dass Frauen es eh nur falsch machen können, ist ja ein alter Hut.
Sehen Sie dennoch Fortschritte in den letzten Jahren? Oder vielleicht eher das Gegenteil?
Ich glaube, dass Körperdruck und weibliche Sexualität unglaublich viel mit einer tatsächlichen Freiheit von Frauen zu tun haben. Und das ist, glaube ich, eine Wellen bewegung. Das Bewusstsein über diese Thematik wird immer größer, habe ich das Gefühl – aber dadurch gibt es auch immer mehr Widerstand. Das Patriarchat schlägt zurück, heißt es, und da ist schon was dran. Plötzlich bekommen etwa konservative Männlichkeitsbilder wieder Zulauf. Fortschritt führt eben immer auch zu Abgrenzung oder Gegendruck. Ich denke aber, die Hitze der Diskussion zeigt, dass etwas im Wandel ist. Und das ist ein unglaublich tiefgehender, struktureller Wandel. Da geht es um mehr als Haut- und Körperbilder. Es geht darum, dass Frauen machtvoll und frei sein können. Erst kommt das Bewusstsein, dann folgen die Strukturen. Ein langer und schwieriger Weg. Aber trotz der Rückschläge: Ich glaube, die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten.
Ihre Frage nach einem möglichen 3. Film-Teil tut Carmen Schnitzer (so gern sie ihn sehen würde) im Nachhinein leid, war Karoline Herfurth doch gerade erst fertig mit Teil 2 und hat sich erst mal ein Durchatmen verdient.
In Folge 11 unseres Podcast hat sich Carmen Schnitzer Körperbildern gewidmet und sich mit Körperwahrnehmung und Schönheitsidealen beschäftigt. Hier kannst du die Folge hören: