Was bedeutet Ahimsa?

Was ist Ahimsa

a.him.sa / əˋhim,sa / Substantiv – Respekt für alle Lebewesen; Vermeidung von Verletzung und Gewalt – Ahimsa, der konsequente Verzicht auf Gewalt, ist das wichtigste ethische Prinzip des Yoga. Doch was bedeutet das konkret? Und wie können wir das in unser tägliches Leben hineintragen?

Wenn von Gewaltlosigkeit die Rede ist, dann geht es häufig um Gandhi oder Martin Luther King – um Menschen also, die im Angesicht von Unterdrückung bewiesen haben, welche ungeheuren Kräfte von einer friedlichen Bewegung ausgehen können. Gandhi wird sogar als „Vater der Gewaltlosigkeit“ bezeichnet, dabei hat er eigentlich im Zeichen einer viel älteren spirituellen Tradition Indiens gehandelt, als er gegenüber den britischen Kolonialherren die kulturelle und politische Identität des Landes forderte: Ahimsa. Für gewöhnlich wird dieser Sanskrit-Begriff mit „Gewaltlosigkeit“ übersetzt. Wörtlicher übertragen müsste es eher „Abwesenheit von Verletzung“ oder „Nicht-Verletzen“ heißen.

Ahimsa als ethisches Prinzip?

Als ethisches Prinzip finden wir Ahimsa schon in den Veden, den beinahe 4000 Jahre alten philosophischen und spirituellen Überlieferungen des alten Indien. Auch der legendäre Yogaweise Patanjali hat diese Schriften angeblich studiert und daraus das Yogasutra entwickelt. In diesem bis
heute ständig zitierten Quellentext gehört Ahimsa zum erstem der acht Glieder des Yoga: Yamas. Die Yamas sind Prinzipien der Selbstregulierung. Mit ihrer Hilfe sollen wir uns von Impulsen befreien, die uns immer wieder zu Opfern unseres eigenen Handelns machen. Man kann sich die Yamas als eine Art Reinigungstechnik für Körper, Geist und Persönlichkeit vorstellen. Ihre Praxis soll es uns ermöglichen, ein bewussteres, freieres Leben zu führen.

Aber nicht nur im Yoga spielt Ahimsa eine wichtige Rolle. Wir finden dieses Gebot auch in den religiösen Traditionen von Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Persönlichkeiten wie Gandhi lebten sogar nach der Devise Ahimsa Parama Dharma: „Gewaltlosigkeit ist das wichtigste aller Lebensprinzipien.“ Doch was bedeutet das für unser modernes Leben mit all seinen Pflichten und Zwängen? Wie konsequent können oder wollen wir uns zum Gewaltverzicht verpflichten? Und wie können wir Ahimsa ganz konkret im Alltag praktizieren – und erkennen, was es bewirkt?

Alltägliche Gewalt

Die Tatsache, dass Ahimsa im Yogasutra als eine der Praktiken von Yamas aufgeführt wird, deutet schon darauf hin: Konsequente Gewaltlosigkeit ist mit Arbeit verbunden, sie zu verwirklichen braucht Zeit und ein beständiges Üben, Überprüfen und Verbessern des Erreichten. Dabei klingt es erst mal ja ganz logisch und simpel: Ich will in einer friedlichen Umgebung leben und auch selbst niemandem Leid zufügen – und entsprechend sollte ich mich verhalten. Zum Beispiel sollte ich nicht gleich explodieren, wenn es mal nicht nach meinen Vorstellungen läuft. Genauso wenig sollte ich jemanden hintergehen, um zu bekommen, was ich mir sehnlich wünsche oder dringend brauche. Die meisten von uns finden es wohl auch falsch, sich im Supermarkt vorzudrängeln oder zu lügen. Aber sobald man versucht, sich wirklich konsequent daran zu halten, merkt man leider: Es ist in der Theorie viel einfacher als in der Praxis – und genau deshalb braucht es Übung.

Erst kürzlich habe ich im Café eine Szene beobachtet: Drei Frauen saßen während ihrer Mittagspause am Nachbartisch. Sie plauderten freundlich miteinander, tauschten sich über ihre Jobs aus und erzählten von anstehenden Reisen. Nach einer Weile verabschiedete sich eine von ihnen, weil sie zu einem Termin musste. Kaum war sie aus der Tür, begannen die anderen beiden über sie zu lästern. Es begann mit ein paar geflüsterten Kommentaren, aber im Nullkommanichts waren sie bei ziemlich deftiger Kritik und Spott angelangt. Was sie nicht bemerkt hatten: Ihre Kollegin hatte ihr Handy auf dem Tisch vergessen und kam noch mal zurück. Als klar wurde, dass sie ungewollt die Bosheiten gehört hatte, war das für alle drei sehr unangenehm. Sogar als Außenstehende konnte ich den durchdie verletzenden Worte verursachten Schmerz sehen und spüren.

Wenn Worte sich in Waffen verwandeln

Das zeigt: Verletzungen sind bei Weitem nicht nur das Resultat von körperlicher Gewalt. Worte, ein gewisser Ton, bestimmte Verhaltensweisen und sogar unausgesprochene Gedanken können sich in Waffen verwandeln. In den Veden wird daher zwischen drei verschiedenen Arten des Verletzens unterschieden:

  • kayaka („mit der Hand“, also physisch),
  • vacaka („ausgedrückt“, also verbal) und
  • manasika („im Geist“, also gedanklich).

Zwar wurde bei der Szene im Café niemandem körperlich wehgetan, aber die bösen Worte führten doch zu einem Schmerz, der auch körperlich spürbar war. Die geröteten Wangen der Frau sahen beinahe aus, als hätte jemand ihr ins Gesicht geschlagen. Sogar das flaue Gefühl in meinem eigenen Bauch fühlte
sich an, als hätte ich einen Hieb hinein bekommen. Die Blicke der drei Frauen zeigten auch, dass jeder von ihnen schmerzhafte Gedanken durch den Kopf schossen. Es war also auch geistig Leid entstanden. Mit anderen Worten: Man kann die drei Arten des Verletzens zwar theoretisch unterscheiden, dennoch sind sie untrennbar miteinander verwoben.

Wir leiden wenn wir anderen Schmerz zufügen

Und noch etwas hat mir dieses Erlebnis deutlich gemacht: Auch wenn man äußerlich betrachtet unterscheiden konnte zwischen jener, die verletzt wurde, und jenen, die ihr Schmerz zugefügt haben:
Im Grunde haben alle gelitten – und das nicht erst, als die Kollegin überraschend ins Café zurückkam. Anzunehmen, dass der Schmerz nur entstand, weil die Frau wider Willen Zeugin der bösen Worte
wurde, wäre zu einfach. Zwar hätte sie vermutlich nie von dem Gespräch erfahren und ihre Kolleginnen hätten sich nicht ertappt fühlen müssen, aber auf einer tieferen Ebene leiden wir immer auch selbst, wenn wir anderen bewusst oder unbewusst Schmerz zufügen. Das hängt damit zusammen, dass wir einen Kreislauf der Verletzung fortschreiben.

Wenn wir lächelnd das eine sagen und uns dann abwenden, um genau das Gegenteil zu sagen oder zu tun, dann gehen wir ziemlich wahrscheinlich davon aus, dass andere uns dasselbe antun. So tragen wir dazu bei, dass wir alle gegenüber unseren Mitmenschen ständig unsicher und in der Defensive sind. Ahimsa zu praktizieren bedeutet innezuhalten, genau hinzuschauen, mitzufühlen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Indem wir das tun, ermöglichen wir uns als Individuen aber auch als Menschheit ein stressfreieres, friedlicheres Leben. Wenn wir nichts zu verheimlichen oder zu bedauern haben, leben wir einfacher und freier – und genau darin besteht Yoga.

Lies auch die spannende Geschichte von Sophie: Yoga und Selbstliebe – „Ich wollte nicht mehr mit mir kämpfen“

Die Grundlage von Ahimsa

Gandhi soll gesagt haben: „Wenn man Gewaltlosigkeit nicht zuallererst in seinen persönlichen Beziehungen praktiziert, hat man sie völlig falsch verstanden. Genau wie Güte und Barmherzigkeit muss auch Gewaltlosigkeit zu Hause beginnen.“ Was allerdings nicht heißt, dass dieses Zuhause und unsere Interpretation von Ahimsa nicht von Mensch zu Mensch recht verschieden sein können. Die Veden ermutigen uns ausdrücklich dazu, das eigene Dharma, also den persönlichen Lebensweg, zu würdigen, während wir Ahimsa und andere ethische und spirituelle Prinzipien praktizieren.

Dabei ist die zwischenmenschliche Ebene für die meisten von uns sicher das naheliegendste und konfliktreichste Feld, um Gewaltlosigkeit zu üben. Doch ich selbst habe Ahimsa erst einmal anders kennengelernt: Meine Eltern haben meiner Schwester und mir immer vorgelebt, dass wir mit allen Lebewesen verbunden sind, sogar mit den scheinbar unbedeutendsten: Insekten bestäuben die Pflanzen, die wir essen, Vögel ernähren sich von Insekten, wir tragen zur Gesundheit unseres Planeten bei. Wenn wir Ahimsa praktizieren, indem wir liebevoll auch mit den kleinsten Kreaturen umgehen – zum Beispiel, indem wir eine Fliege aus der Wohnung ins Freie befördern, statt sie totzuklatschen –, dann beginnen wir mit der Zeit, die Welt anders wahrzunehmen: Wir sehen durch eine viel weitere Linse. Aber das ist nur meine persönliche Interpretation beziehungsweise die, mit der ich aufgewachsen bin. Andere Yogis setzen andere Schwerpunkte – und die Auseinandersetzung mit diesen verschiedenen Ansätzen ist bereichernd.

Was bedeutet Ahimsa für dich? Wo liegt dein Schwerpunkt? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar.


Autorin Rina Deshpande unterrichtet, schreibt und forscht über Yoga und Achtsamkeit. Sie hat indische Wurzeln, ist in Florida aufgewachsen und lebt heute in New York. Mehr Info: rinathepoet.com

Titelbild: Sunyu vias unsplash

Achtsamkeit im Familienalltag mit Kindern

Achtsamkeit Familie

Erwartungen loslassen und Präsenz fühlen: Jon und Myla Kabat-Zinn sind Experten in Sachen Achtsamkeit. Sie beschreiben den achtsamen Umgang mit sich selbst und der Umwelt auch als Kompass durch den Familienalltag. Hier erfährst du, wohin er dich führen sollte.   

Text: Christina Raftery / Titelbild: Benjamin Manley via Unsplash

Verklärte Blicke aus dem Auditorium, aufgeregte Erwartung, denn der Superstar der Anti-Stress Bewegung gibt sich die Ehre: Über eine solche Formulierung würde Jon Kabat-Zinn allerdings milde lächeln oder vielleicht etwas skeptisch über seine randlose Brille schauen. In Begleitung seiner Ehefrau Myla ist er auf Einladung von Arbor-Seminare zu einem seiner seltenen Workshops im deutschsprachigen Raum gekommen. Gemeinsam leitet das Ehepaar ein Seminar zum Thema „Mit Kindern wachsen“. Rührend umständlich – und ja, achtsam – helfen sie einander, die Mikrofone anzulegen. Um freiwillig oder unfreiwillig ihre Nähe zum Thema zu demonstrieren, haben einige Teilnehmer ihre Kleinkinder mitgebracht. Beim Großteil des Publikums, denen über 40, ist diese Phase des Familienlebens vermutlich eher am Ausklingen. Der Gesamteindruck ist lässig-alternativ, viele bewusst nicht gefärbte graue Haare: Die „Achtsamkeitsszene“ (wieder so eine Formulierung) hat, von diesem Workshop aus zu urteilen, keine so glänzende Oberfläche wie die urbanen Trend-Yogis – eine irgendwie erleichternde Beobachtung.

Der Achtsamkeits-Guru des Silicon Valley

Genau darum geht es Jon und Myla Kabat-Zinn, weißhaarige Eminenzen der Entspannung und lebende Verkörperung dessen, was sie nicht nur heute in die Familien tragen wollen: Urteilt nicht, entspannt euch, seid präsent, feiert den Augenblick und hört auf mit den Erwartungen. „Never mind“ – „Lasst gut sein“.  Meditiert, aber hütet euch vor dem Selbstzweck und macht keinen Kult daraus. Welchen Nutzen das wertfreie Verweilen im Moment hat und wie man es ins eigene Leben integriert, hat der Molekular-Biologe, Medizin-Professor und Urvater der „achtsamsbasierten Stressreduktions-Therapie“ (MBSR) zunächst durch buddhistische Meditation gelernt und dann eindrucksvoll für den Westen übersetzt. Zunächst war das eine Begleitmaßnahme für die Behandlung von körperlichen Erkrankungen, dann wurde eine breite, von ihrem so genannten „Alltag“ gestresste Masse auf die Methode aufmerksam. Der Erfolg machte Kabat-Zinn unter anderem zum Guru des Silicon Valley, und ein wenig erinnert der schlaksige Visionär auch an Steve Jobs.

Die Rolle des Lernenden

Gemeinsam mit Myla beschäftigt er sich seit einigen Jahren damit, die Achtsamkeitspraxis im Familienkontext zu verankern. „Alles, was ich heute weiß, habe ich durch die Elternrolle gelernt“, gibt Kabat-Zinn zu Beginn seines Vortrags zu. Das Leben, das er als „Labor“, als Raum für Experimentierfreude, sieht, werde durch Kinder nochmal interessanter. Im Gegensatz zur Wissenschaft gelten hier jedoch keine verbindlichen Formeln:

„Achtsames Elternsein ist kein Konzept, sondern Einstellung, Geisteshaltung und Praxis.“

Kabat-Zinns Statthalter in Deutschland ist der Achtsamkeitslehrer Lienhard Valentin, der in Freiburg den Arbor Verlag und die gleichnamige Seminarreihe begründet hat. „Wenn man sicher sein will, dass man von nichts eine Ahnung hat, sollte man sich Kinder zulegen“, so Valentin bei seiner Begrüßung. Als junger Vater fühlte er sich mit seiner Erfahrung in Meditation und Gestaltpädagogik bestens vorbereitet, außerdem kannte er alle einschlägigen Standardwerke: „Wie sich herausstellte, hatte mein Sohn aber keines dieser Bücher gelesen“.

Familienleben als Meditation

Zur entscheidenden Meditationspraxis wurde also das Familienleben, auch für die Kabat-Zinns, selbst Eltern dreier Kinder. Besonders Myla – die übrigens keinesfalls im Schatten ihres berühmten Mannes stehen sollte – setzt nicht auf die formale Meditationspraxis, sondern auf Intimität mit dem gegenwärtigen Moment und auf Resonanz mit dem eigenen Wesen und dem des Gegenübers. Sprich: Nicht nur stille Einkehr bei sich selbst, sondern bewusstes Erleben, gerne auch des Karottenschälens, Bauklötze-Aufräumens und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielens. „Uns steht so viel mehr Intelligenz zur Verfügung als nur das Denken“, bringt die langjährige Geburtsbegleiterin die Idee der Empathie ins Spiel, in der sich Verbindung und Menschlichkeit manifestierten.

Also Mitgefühl – aber bitte auch mit sich selbst: Achtsamkeit sei die „Vollkommenheit im Unvollkommenen“, keine Lösung der Dinge, sondern ein Weg, sie zu betrachten. Eine Praxis, keine gute Idee, sondern die Anregung zum neuen Umgehen mit alten Mustern. Das könne wie ein Muskeln trainiert werden, aber im Kontakt mit Kindern niemals als Mittel, „sie auf Spur zu bringen“. Eher als ständige Erinnerung, „dass wir okay sind“. „Anderenfalls werden sie Achtsamkeit den Rest ihres Lebens lang hassen“, warnt Kabat-Zinn humorvoll. Der überzeugte Yogi, der seit 20 Jahren regelmäßig übt, beschwört das Lernen durch Wiederholung, denn „jeder Moment ist frisch“.

Das Große und Ganze betrachten

Elternsein werde durch die eigenen Erfahrungen des Kindseins beeinflusst. Der Schlüssel zur Unabhängigkeit von diesen Ideen und den damit verbundenen Erwartungen liege darin, Urteile mitfühlend zu betrachten, sie von „Unterscheidungsvermögen“ abzugrenzen – und auch dies nicht zu beurteilen. Mit der entsprechenden inneren Einstellung seien – direktes Beispiel aus dem Salzburger Seminarsaal – störende Geräusche nur Geräusche, die zur jeweiligen Umgebung gehören. „Störend ist, was wir aus ihnen machen.“ Welch ein Kompass für den Kindergeburtstag und das Fußballspiel im Hinterhof!

„Im Kontakt mit unseren Kindern müssen wir vor allem in Kontakt mit uns selbst sein“, so die Kabat-Zinns. Achtsamkeit sollte kein Ziel sein, kein weiteres Soll, sondern ein sich langsam entfaltender Prozess. „Eine spirituelle Praxis, die aus der Idee von Unzulänglichkeit betrieben wird, kann starr werden. Man sollte die Methode nicht idealisieren, aber regelmäßig anwenden – wenn die Intuition sagt, dass dieses Instrumentenstimmen wichtig ist.“ Beim bewussten Familienleben gehe es nämlich nicht nur um Kinder und Eltern, sondern um das Große und Ganze: die Gemeinschaft, letztlich die ganze Welt.

Dabei ist Wirrwarr inklusive: „Chaos bedeutet nicht, unachtsam zu sein, sondern einfach menschlich.“ Noch so ein Lieblingssatz! Dieses Verständnis von Achtsamkeit bringt mehr Raum und Weite in Beziehung – genau so, wie Kinder die unschätzbare Gelegenheit bieten, sich selbst besser kennen zu lernen. Komplett verwerfen die Kabat-Zinns an diesem Wochenende die Idee der achtsamen Supereltern. Authentische Hinwendung statt Perfektion:

„Perfekte Eltern wären sehr schwierig für ein Kind“.

Dieser Artikel stammt aus dem YOGA JOURNAL 03/2017.


Jon und Myla Kabat-Zinns Standardwerk zum Thema heißt „Mit Kindern wachsen: Die Praxis der Achtsamkeit in der Familie“ (Arbor Verlag).

Mehr Info auf jonkabat-zinn.com

Wenn Yoga eine wichtige Rolle in deinem Leben spielt, ist es nur natürlich, dass du diese Begeisterung mit deinen Kindern teilst und ihnen Yoga mit auf den Weg geben möchtest. Hier geben wir dir ein paar wertvolle Tipps, wie gemeinsames Üben ihr Interesse wecken kann:

Vorbereitung für Rückbeugen

Wie bereite ich meinen Körper auf Rückbeugen im Yoga sowie im Alltag vor? Lerne Noras Routine kennen: Mit diesen Techniken wirst du deinen Rücken schonen, Verletzungen vorbeugen und dich bestens auf deine Peak Pose vorbereiten.

In ruhigen und klaren Worten erklärt dir Yogalehrerin Nora Kersten im Video, mit welchen Übungen du deinen Körper optimal auf tiefere Rückbeugen vorbereitest. So bekommst du ein besseres Gefühl für deinen Körper und stärkst gleichzeitig deinen Rücken. Die Übungen sind für jedes Level geeignet und jederzeit anwendbar. Viel Spaß!

Übrigens: Für deine Yoga-Routine hat Nora eine Playlist erstellt, die Vertrauen und Energie schenken soll. Die Songs beruhigen, vermitteln Geborgenheit und Stärke.

Für deine tägliche Inspiration schau doch auch mal auf Noras Insta und Co. vorbei. Dort findest du auch aktuelle Infos zu ihren Live Streams und Online-Klassen.
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Website: www.athleticflow.ch

Katerkur für Geist und Körper

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Oft blockieren uns Reue und Scham über Vergangenes noch lange in der Gegenwart – und das schon bei kleinen Peinlichkeiten. Aber: Wir können die Zeit nicht zurückdrehen und Gesagtes, Getanes und Geschehenes ändern. Unsere Gastautorin Jane Robertson, kennt das. Und: Sie teilt ihre Tipps gegen alkoholbedingten Kater mit uns. 

Die gemütliche Festlichkeit der Weihnachtszeit mit Glühwein und Gebäck, ausgelassene Silvesterparties mit allen Begleiterscheinungen und -getränken, und auch abseits dieser Daten ein Glas zu viel mit guten Freunden: Da gibt es doch nichts zu bereuen? Oder etwa doch? Wie fühlst du dich nach einer trunkenen Ausschweifungen? Klagen und schlechtes Gewissen über die Vergangenheit sind eine Flucht aus der Gegenwart und führen uns in eine Sackgasse. Ist wirklich das Geschehene das Problem oder eher die Gedanken, die es am Leben halten? Eckhart Tolle nennt als Grund vieler unserer Sorgen „zu viel Vergangenheit und nicht genug Gegenwart.“

Was lässt uns so unter Peinlichkeiten leiden?

Vor ein paar Jahren entdeckte ich dies für mich selbst. Auf der Hochzeit meines Cousins trank ich viel zu viel Champagner. Die Folge: Ein spektakulärer Sturz auf meinen High Heels und eine bizarre Tanzeinlage mit meinem Lieblingsonkel. Am nächsten Morgen wachte ich mit pochenden Kopfschmerzen auf und spürte Übelkeit – auch weil ich mich erinnerte, dass alles minutiös auf dem Smartphone meines Bruders festgehalten war. Ein weiterer Tag verging, mein Körper erholte sich, aber mein Geist brauchte eine ganze Woche, um die Peinlichkeit und das Bedauern loszulassen – und noch länger, um mir selbst zu vergeben. Im Englischen stammt die Wurzel des Wortes „regret“ aus dem germanischen Wort für „weinen“. Warum aber sollten wir die Vergangenheit beweinen, wenn es sie gar nicht mehr gibt? Es sind die Erinnerungen an das Passierte, die das Leiden verursachen, nicht das Ereignis an sich.

Fünf Monate nach der Hochzeit starb mein geliebter Onkel, mit dem ich so verrückt getanzt hatte. Da wurde mir eines klar: Hätte ich nicht so ausgelassen an der Feier teilgenommen, hätten wir gemeinsam nicht so viel Freude geteilt. Das schöne Erlebnis ist dankenswerterweise sogar in einem Film festgehalten. Ob ich es nun bedauere? Nein. Absolut nicht.

Yogische „Katerkur“

Du hast also ausgelassen gefeiert oder hast die Party noch vor dir? Denke daran, dass Reue und Selbstmitleid nicht weiter helfen. Stattdessen sind hier meine Lieblingstipps, den Kater auf yogische Weise zu kurieren.

  • Wasser, Wasser und noch mehr Wasser. Nimm viel Flüssigkeit zu dich. Das klingt banal, aber wird die Hauptarbeit erledigen.
  • Ingwer-Zitronen-Tee hilft bei Übelkeit und wärmt den geplagten Körper und die Seele.
  • Ätherische Öle: Probiere die himmlische Mischung aus Lavendel, Zitrone und Fenchel, entweder in einer Duftlampe oder einem entspannenden Bad. Gegen Kopfschmerzen hilft Tiger Balsam.
  • Restorative Yoga: Asanas müssen nicht immer dynamisch sein. Entschleunige deine Praxis und fühle dich wirklich in die Haltungen ein. Empfehlenswert sind Drehungen in Rückenlage, Kindhaltung oder Shavasana, die dich wieder neu mit deinem Körper verbinden. Eine wunderbare Restorative Yoga Sequenz findest du hier.
  • Schlafen oder gleich yogisch schlafen. Yoga Nidra, eine geführte Meditationssitzung, die der Wirkung von bis zu drei Stunden Schlaf entsprechen kann, unterstützt körperliche, mentale und emotionale Entspannung. Sie kann auf dem Boden oder im Bett liegend praktiziert werden.

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Jane Robertson, Yogalehrerin aus London, unterrichtet unter anderem im Como Metropolitan Hotel, das – Stichwort „Nichts bereuen“ – sowohl für seine Bar als auch seinen exzellenten Spa-Bereich bekannt ist. www.janerobertsonyoga.com

Neustart mit 11 Kundalini-Übungen

Neustart

Viele Übungsreihen aus dem Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan kann man gezielt für bestimmte Lebensthemen einsetzen. Passend zum Jahreswechsel legen wir Ihnen dieses Kundalini-Yoga für den Neustart ans Herz.

Am Beispiel einer bauchkräftigenden Kriya zeigen die Kundalini-Lehrer Kia Miller und Tommy Rosen, wie man Willenskraft und Energie fördert. Das lässt uns ungute Angewohnheiten aus eigener Kraft überwinden und einen Neustart wagen. Jetzt geht es los!

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1. Beinheben im Wechsel

Lege dich zuerst auf den Rücken. Wenn du deinen unteren Rücken schützen und unterstützen möchtest, legst du beide Hände unter das Becken. Ansonsten bleiben die Arme dicht neben dem Körper. Mit der Einatmung ziehst du den unteren Bauch nach innen und hebst das linke Bein in die Senkrechte, dabei zeigen die Zehen zur Decke. Ausatmend senkst du das Bein langsam wieder. So wechselst du mit jedem Atemzug zwischen rechtem und linkem Bein und steigere dich allmählich auf bis zu 3 Minuten. Diese Übung beginnt, die Energie am Nabel-Chakra zu entfachen. So gelingt der Neustart.

kundalini_beinneugung_Yogajournal2. Überkreuzheben

Du liegst weiterhin auf dem Rücken, die Arme längs des Körpers. Mit einer Einatmung ziehst du gleichzeitig das linke Knie zur Brust und führst den rechten Arm hinter den Kopf. Ausatmend legst du Bein und Arm wieder gestreckt ab. Auch hier wechselst du mit jedem langsamen, tiefen Atemzug die Seite und steigerst dich allmählich auf bis zu 3 Minuten. Dabei konzentrierst du dich auf das Nabel-Chakra, das hilft dir, die Energie hier weiter zu entfachen.

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3.  Variation nach unten schauender Hund

Bei dieser Version des Hundes berühren sich die Daumen und die Hände sind leicht nach außen gedreht. (Bei Schulterverletzungen übst du die klassische Form mit schulterbreit voneinander entfernten Händen.) Die Füße stehen in einem hüftbreiten Abstand. Aktiviere anschließend die Bauchmuskeln, um das Becken nach oben und hinten zu bewegen und Gewicht von den Händen zu nehmen. Atme nun langsam und tief und steigere dich allmählich bis auf 3 Minuten. Bei dieser Umkehrhaltung fließt die Energie Richtung Gehirn.

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4. Kobra

Danach legst du dich auf den Bauch und setzt die Hände unter die Schultern. Die Finger sind dabei gespreizt, dann verwurzelst du dein Schambein und deine Zehen am Boden, aktivierst die Beine und streckst das Steißbein Richtung Füße. Mit der Einatmung hebst du Kopf und Brust. Dabei bleiben die Ellenbogen gebeugt, die Brust ist geweitet und die Schultern sind entspannt. Atme tief und steigere dich allmählich bis auf 2 Minuten in der Kobra. Diese Haltung zieht die Energie Richtung Wirbelsäule und weitet die Brust.

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5. Yoga-Crunch für den Neustart

Lege dich des Weitern mit hüftbreit angestellten Füßen auf den Rücken. Verschränke außerdem die Hände hinter dem Kopf und ziehe die Ellenbogen nach außen. Dann zählst du während einer Ausatmung auf sechs, hebst dabei Kopf und Brust und ziehst den unteren Bauch nach innen. Einatmend zählst du wieder auf sechs und lässt den Kopf dabei langsam sinken. Übe im Atemrhythmus weiter und steigere dich bis auf 2 Minuten. Auch diese Haltung erzeugt Energie am Nabel-Chakra, dem Sitz der Willenskraft.

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6. Streckhaltung

Lege dann Beine und Arme in Rückenlage wieder ab. Strecke zudem den Nacken lang, hebe Kopf, Brust und Arme und ziehe das Kinn zur Brust. Finger und Blick sind zu den Zehen hin ausgerichtet. Der untere Rücken bleibt allerdings am Boden wenn du nun die Beine mit nach vorn gestreckten Zehen einige Zentimeter anhebst. (Sollte das Spannung am unteren Rücken erzeugen, dann lass die Fersen mit wenig Gewicht am Boden ruhen und legen die Hände unter das Becken.)

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7. Kolbenbewegung der Beine

Ziehe dann in Rückenlage beide Beine zur Brust. Die Arme liegen längs des Körpers und die Handflächen sind in die Unterlage geschoben. (Zur Unterstützung des unteren Rückens kannst du die Hände auch unter das Becken legen.) Mit einer Einatmung stößt du das linke Bein gestreckt nach vorn, so dass der Fuß einige Zentimeter über dem Boden schwebt. Ausatmend ziehst du das Knie wieder zur Brust. Diese kolbenartige Bewegung der Beine übst du im Wechsel bis zu 2 Minuten lang. Sie gleicht die Energie zwischen dem Nabel-Chakra und den unteren Chakras aus.

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8. Bogen

Beuge nun in Bauchlage die Beine und greife mit den Händen nach Fußgelenken oder -rücken. Mit einer Einatmung schiebst du die Schienbeine nach hinten und hebst zugleich Oberschenkel und Brust. Der Nacken bleibt dabei entspannt, während du die Position bis zu 2 Minuten lang hältst. Dann kehrst du mit einer Ausatmung in eine entspannte Bauchlage zurück. Die Übung zieht die Energie in die Wirbelsäule und verbessert die Verdauung, indem das Nabel-Chakra stimuliert wird.

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9. Kamel – öffne dich für den Neustart

Stelle dich dafür auf Knie und Unterschenkel und richte den Rumpf auf. Lege beide Hände ans Kreuzbein und ziehe den unteren Bauch aktiv nach innen, um den unteren Rücken zu stützen. Lass die Schulterblätter sinken und schiebe sie sanft gegen den Rücken. Mit einer Einatmung hebst du anschließend die Brust. Nur wenn es keine Spannungen in unterem Rücken und Nacken verursacht, löst du nun die Hände nacheinander vom Kreuzbein und legst sie auf die Fersen. Zudem kannst du den Kopf vorsichtig nach hinten sinken lassen. Nach maximal 1 bis 2 Minuten legst du die Hände wieder ans Kreuzbein und richtest dich behutsam auf. Diese Haltung hebt die in den vorherigen Übungen erzeugte Energie Richtung Herz-Chakra und kann ein Gefühl von Herzöffnung und Helligkeit hervorrufen.

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10. Variation der Stellung des Kindes

Das Gesäß liegt jetzt auf den Fersen und die Stirn am Boden. Nun ziehst du die Arme nach hinten und legst sie längs des Körpers ab. Jetzt entspannst du 1 Minute und atme in deinem normalen Rhythmus.

11. Totenstellung

Lege dich schließlich zur Tiefenentspannung Savasana auf den Rücken. Dabei zeigen die Handflächen möglichst nach oben, Beine und Füße sinken locker nach außen. Diese Haltung soll es dir erlauben, die Energie der Praxis vollständig zu integrieren und das Nervensystem zurückzusetzen. In etwa so, wie man ein wichtiges Dokument abspeichert. Dazu bleibst du 5 bis 7 Minuten lang liegen. Jetzt bist du bereit für den Neustart.


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KIA MILLER ist Yogalehrerin in der Tradition von Ashtanga Vinyasa Flow und Kundalini Yoga. Den daraus entwickelten Stil nennt sie Radiant Body Yoga. Ihr Partner TOMMY ROSEN ist Yogalehrer und hat sich auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisiert. Er ist sowohl in Hatha als auch in Kundalini Yoga ausgebildet, hat selbst vor 23 Jahren seine Drogensucht überwunden und ein Buch zum Thema verfasst. Die beschiebene Sequenz Kundalini-Yoga für den Neustart wurde von beiden gemeinsam entworfen. | Fotos: Joee Hancock

Yoga und der innere Schweinehund

Schlafzimmer Meditation Frau Yoga Schweinehund
Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

Die Bhagavad Gita gilt neben den klassischen Hatha Yoga-Texten und Patanjalis Yoga Sutra als eine der wichtigsten Schriften des Yoga. Zwar erfährt der Leser nichts über Asanas und nur wenig über Meditation, aber sie enthält klare Hinweise für das Handeln im Alltag. Was muss der innere Schweinehund hören?

Obwohl das Schöne an der Bhagavad Gita ist, dass es nicht um die Praxis einer Technik, sondern um eine innere Haltung dem Leben gegenüber geht, kann sie uns zu aktiveren Menschen machen. Wir müssen uns nur mit dem Dialog zwischen Krishna und Arjuna beschäftigen. Am Anfang der Geschichte sieht es erst einmal nicht danach aus. Für einen spirituellen Ratgeber beginnt die Bhagavad Gita sehr unkonventionell. Mit dem Klagen eines Kriegers, der nicht kämpfen will. Es heißt folgerichtig „Das Yoga der Mutlosigkeit“.

Wenn ich diese meine Verwandten kampfbereit in Schlachtreihe aufgestellt sehe, Oh Krishna, versagen meine Glieder, mein Mund wird trocken, mein Körper zittert, und mein Haar steht zu Berge. (I.28.-29.)

Kennen wir diesen Satz nicht allzu gut von uns selbst? Manchmal wissen wir, wir haben etwas zu tun, aber wir fühlen uns auf einmal wie paralysiert. Arjuna zählt über mehrere Verse gute Gründe auf, warum er das, was er begonnen hat, nicht mehr zu Ende führen möchte. Früher habe ich mich einmal gefragt, warum die Bhagavad Gita ein ganzes Kapitel darauf verschwendet, wie Arjuna sich beklagt. Sie hätte ja auch direkt mit klugen Ratschlägen beginnen können. Dann wäre sie aber wahrscheinlich nicht über so viele Jahrhunderte hinweg so populär gewesen, wie sie ist. Gerade weil sie kaum genaue Handlungsanweisungen gibt, ist sie solch ein kraftvoller Text. Die Verse rufen ein Gefühl beim Leser hervor, das den Wunsch nach Befreiung weckt.

Die Bedeutung

Krishna und Arjuna stehen in der Mitte eines Schlachtfeldes. Im übertragenen Sinne unterstützt die innere Göttlichkeit die menschliche Seele inmitten der Turbulenzen des Lebens. Die Schlacht der Bhagavad Gita ist ein Bild für den Kampf, der im eigenen Herzen stattfindet. Was Arjuna zu überwinden hat – und da geht es ihm wie uns – sind seine eigenen Widerstände dagegen, glücklich zu sein und sich gut zu fühlen. Er möchte es bequem haben und nicht mit alten Vorlieben brechen. Das möchten wir auch oft nicht, sind diese Gewohnheiten doch unsere alten „Verwandten“. Teile von uns selbst also – muss man die nicht einfach akzeptieren?

„Sage Du mir klar, was für mich richtig ist.“ (II.7.) Darum bittet Arjuna am Anfang des zweiten Kapitels. Krishna wird ihm und uns jedoch in der gesamten Schrift diesen Gefallen nicht tun. Er legt nicht fest, was „richtig“ oder „falsch“ ist, sondern überlässt uns die Wahl zwischen unterschiedlichen Wegen. Und – so ein Schlitzohr, dieser Gott – preist jeden der Wege als den Besten an. Dadurch scheint er sich im Laufe der insgesamt achtzehn Kapitel oft selbst zu widersprechen. Ist Gott also verwirrt? Nein, er weiß einfach, dass wir alle unterschiedlich sind. Und doch bleibt er nicht beliebig. Er will, dass wir eine Haltung einnehmen. Zunächst wird „Karma Yoga“ ausführlich beschrieben: Das Yoga des Handelns.

Dein einziges Recht ist es zu wirken, und keinen Anspruch hast du auf die Früchte deines Tuns; lass weder die Früchte deiner Handlung dir Motiv zum Handeln sein, noch wende dich zum Müßiggang. So handle, Oh Arjuna, und sei fest im Yoga, gib Bindungen auf, und bewahre Gleichmut in Erfolg und Misserfolg. Ausgeglichenheit im Geiste, Gleichmut wird Yoga genannt. (II.47.-48.)

Egal, womit wir beschäftigt sind und welche Bitte an uns herangetragen wird – es hilft uns, wenn wir bei der Durchführung nicht schon ständig angstvoll an das Ergebnis denken. Wenn wir uns stets fragen, ob etwas „gut“ oder „schlecht“ sein wird, erzeugen wir uns leicht Stress. Ein Beispiel: Wenn ich mir auf dem Meditationskissen darüber Gedanken mache, dass ich doch eigentlich weniger Gedanken haben möchte, verpasse ich den schönen Moment der Ruhe. Noch mehr blockieren wir uns selbst, wenn Zweifel an unseren Fähigkeiten uns schon von vorneherein daran hindern, mit etwas zu beginnen. Das wäre so, als würden wir sagen: „Ich bin leider zu unflexibel, um Yoga zu machen.“ Das „Just-do-it“-Motto aus der Werbung hätte gut von Krishna sein können. Er ist einer der ältesten Motivationstrainer.

Der innere Schweinehund

Dieser berühmte Tier hat – wenn wir das, was wir tun, als Karma Yoga praktizieren – keine Chance mehr. Eine Haltung des Gleichmuts gegenüber Erfolg oder Misserfolg hilft, unsere Aufgaben und Projekte mit leichterem Herzen anzugehen. Dabei sind wir bei der Durchführung nicht gleichgültig. Karma Yoga heißt auch: Während wir mit etwas beschäftigt sind, bringen wir uns mit unserer gesamten Achtsamkeit ein, und handeln nach unseren besten Fähigkeiten:

Daher tue ohne Verhaftung stets das, was getan werden muss; denn durch verhaftungsloses Handeln erreicht der Mensch das Höchste. (III.19)

Wenn wir jetzt durch Krishna gelernt haben, wie wir etwas tun sollen, bleibt die Frage: Was muss überhaupt getan werden? Gerade als Yogi läge es vielleicht nahe, sich mehr und mehr vom Schlachtfeld der Lebensaufgaben zurückzuziehen, um mehr Zeit für die eigene Praxis zu haben? Ist es das, was der innere Schweinehund hören muss? Weil er ein guter Motivationstrainer ist, lässt Krishna keinen Raum für Entschuldigungen:

Auch der Weise handelt gemäß seiner Natur; die Wesen folgen der Natur; was kann Einschränkung bewirken? (III.33.)

Das Fazit

Wir sollen der eigenen Natur folgen, im Sanskrit-Original Prakriti genannt. Wenn wir unsere Natur erkennen, finden wir heraus, was Krishna Swadharma nennt: Die eigene Pflicht. Nicht mehr – und nicht weniger.

Besser ist es, die eigene Pflicht unvollkommen als die Pflicht eines anderen gut zu erfüllen. Wer die Handlung vollzieht, die die Natur ihm auferlegt hat, lädt keine Schuld auf sich. (XVIII.47.)

Krishna kann für das Göttliche in uns selbst stehen. Und unser ureigenster Wunsch ist: uns selbst treu zu bleiben. Gerade bei Vorsätzen für das neue Jahr, ist das eine sehr hilfreiche Richtlinie. Indem wir unser ganzes Leben als Karma Yoga sehen, können wir alle unsere Aufgaben entspannter bewältigen.

Auch Hermann Hesses innerer Schweinehund hat sich von der Bhagavad Gita inspirieren lassen:

Darum kämpfe du und lieg nicht stille;
Dass du Kräfte regst, ist Gottes Wille!
Doch ob dein Kampf zu tausend Siegen führt,
Das Herz der Welt schlägt weiter unberührt.


Ralf Sturm lebt und arbeitet im Yoga Vidya-Seminarhaus in Bad Meinberg.

Hot Yoga (ehemals Bikram Yoga): Stil Guide

Hot Yoga

„38 Grad? Ihr seid ja verrückt!“ Dieser Satz, gepaart mit großen, ungläubigen Augen oder einer skeptisch hochgezogenen Augenbraue ist die häufigste Reaktion, die ich bekomme, wenn ich erzähle, dass ich Hot Yoga praktiziere und unterrichte.

Vielleicht klingt es für jemanden, dessen Wohlfühltemperatur zwischen 20 und 25 Grad liegt, verrückt, sich bei 38 Grad mit anderen in einen Raum zu stellen und Yoga zu üben. Für die meisten Inder ist das ganz normal. Die Wiege des Yoga erfreut sich in ihren subtropischen und tropischen Landesteilen zur warmen Jahreszeit Temperaturen von gut über 40 Grad. Die Temperatur war auch das erste, was mich ansprach, als ich zum ersten Mal von Hot Yoga hörte. Seit ich denken kann, liebe ich die Wärme, ich taue erst bei Temperaturen von über 20 Grad wirklich auf.

Mir war also sofort klar: Das muss ich ausprobieren. Und von der ersten Stunde an wusste ich: Ich bin endlich angekommen. Das ist das Yoga, nach dem ich so viele Jahre gesucht habe. Die Kombination von Wärme und Asanas tat mir gut. Schon nach der ersten Stunde hatte ich das Gefühl, als ob eine Putzkolonne meinen kompletten Körper von innen blitzblank geschrubbt hätte. Doch nicht nur mein Körper war bereits nach der ersten Stunde verändert. Ich war zwar völlig ausgepowert, doch mein Geist war ruhig und gelassen und meine Seele schwebte. Dieses wunderbare Gefühl habe ich auch Jahre später noch immer nach jeder Stunde. Das strahlen viele Hot Yoginis und -Yogis auch aus. Es gibt sogar einen Ausdruck dafür: „Bikram Glow“.

Was ist Hot Yoga?

Yogiraj Bikram Choudhury hat Hot Yoga entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Folge von 26 Hatha-Yoga-Asanas, eingerahmt von zwei Pranayama Übungen. Jede Klasse dauert 90 Minuten. Praktiziert wird in einem auf mindestens zwei Seiten verspiegelten Raum, der auf 38 bis 40 Grad und etwa 40 Prozent Luftfeuchtigkeit klimatisiert ist. Jede Atemübung und jede Asana werden zweimal hintereinander ausgeführt. Wir sprechen vom ersten und zweiten Set. Das erste Set dient dazu, die Asana zu entdecken. Man lernt, sie sauber aufzubauen und gleichzeitig in den Körper hineinzuspüren. Wie geht es mir heute mit dieser Übung? Das zweite Set ist dann dazu da, die Asana zu vertiefen – und zwar so tief, wie es am jeweiligen Tag, im jeweiligen Moment geht.

Die Asanas werden auf klassische Hatha-Yoga-Weise gehalten, es gibt keine fließenden Übergänge dazwischen. Jede Übung wird konzentriert und präzise eingenommen und wieder aufgelöst. Die erste Hälfte der Sequenz besteht aus stehenden Asanas. Nachdem der Körper vorbereitet ist, geht es auf den Boden. Dieser Übergang startet mit einem etwa zweiminütigen Savasana. Körper und Geist werden zur Ruhe gebracht und Energie für die Übungen am Boden getankt. In der Bodenserie folgt auf jede Asana eine kurze Entspannung. Durch diesen Wechsel von An- und Entspannung kann sich die heilende Wirkung des Yoga im Körper optimal entfalten. Abgeschlossen wird die Stunde mit einem finalen Savasana.

Es ist nie zu spät, es ist nie zu schwierig und du bist nie zu alt oder zu krank, um noch einmal ganz von vorne zu beginnen.

„Das ist doch langweilig, immer dieselben Asanas zu praktizieren.“

Darauf antworte ich mit einem klaren: Nein! Yoga ist ein Weg. Niemand kommt in eine Yogastunde und macht gleich alles absolut richtig. Je länger ich praktiziere, desto präziser werde ich in den Asanas. Ich kann mit der Zeit tiefer hineingehen, verstehe sie immer besser und erfahre immer intensiver, was sie für mich tun. Körper und Geist öffnen sich immer weiter und ich finde immer mehr Ruhe und Frieden in den Asanas. Im Hot Yoga führt jeder Schüler die Asanas auf seinem eigenen Level durch. Eben so gut, wie Körper, Kraft und Flexibilität es zulassen.

Bikram lernte bei seinem Guru Bishnu Charan Ghosh von Beginn an auch Yogatherapie. Die Reihenfolge der Übungen wählte er so, dass der Körper von oben bis unten und von innen nach außen durchgearbeitet wird. Jede Übung baut auf der vorherigen auf. Daher wird die Reihenfolge auch nie verändert. Die Sequenz öffnet jedes Gelenk, mobilisiert die Wirbelsäule, stärkt jeden Muskel. Auch die inneren Organe und Drüsen werden frisch durchblutet. Die Asanas sind so ausgesucht, dass jeder sie durchführen kann. Auch absolute Anfänger und Menschen mit Verletzungen. Der Fokus liegt dabei auf der Stärkung der Wirbelsäule. „A healthy spine equals a healthy life.“ Hilfsmittel werden nicht benutzt. Bikram ist der Überzeugung, dass Hilfsmittel einen davon abhalten, sich den durch Dysbalancen in Körper und Geist hervorgerufenen Herausforderungen wirklich zu stellen.

Weshalb die Wärme?

Der Schmied erwärmt das Eisen auch, bevor er es schmiedet. Würde er versuchen, kaltes Eisen zu formen, ginge sein Hammer kaputt. Genauso ist es mit dem menschlichen Körper. Wenn man ihn dehnen und formen will, muss man ihn zuerst gut aufwärmen und dann warm halten. Das Prana, die Lebensenergie, wird durch die erste Atemübung ins Fließen gebracht, die ersten paar Übungen fachen das innere Feuer an. Die Wärme von außen unterstützt das und verhindert, dass der Körper durch das Temperaturgefälle von der Körperkerntemperatur auf die Außentemperatur auskühlt. Der gesamte Körper, alle Muskeln, das Bindegewebe, die Sehnen und Gelenke, bleiben geschmeidig.

Die Wärme hat darüber hinaus aber noch andere physiologische Effekte. Aktivierung und Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, Aktivierung des Stoffwechsels, Unterstützung der Ausscheidung der Stoffwechselabbauprodukte durch vermehrtes Schwitzen, Stärkung des Immunsystems und Verringerung des Verletzungsrisikos. Da man in der Stunde stark schwitzt, ist es wichtig, viel zu trinken. Es empfiehlt sich, schon über den Tag verteilt ausreichend Wasser zu sich zu nehmen, um gut hydriert in die Yogastunde zu kommen. Nach der Stunde ist ein Ausgleich des Wasser- und Elektrolyt-Haushaltes erforderlich. In der Stunde selbst sollte man nicht viel trinken, da ein voller Wasserbauch bei den Übungen stört. Ein paar kleine Schlucke während der Stunde reichen völlig aus.

Neben der physiologischen hat die Wärme auch eine mentale Wirkung. Die Yogis sagen, dass der menschliche Geist wie ein betrunkener Affe ist: immer in Bewegung. Vor allem Anfänger sind in einer Hot Yoga Stunde stark damit beschäftigt, gegen die ungewohnte Wärme anzukämpfen. Fluchtgedanken, Visionen von einem Vollbad in Eiswürfeln oder Phantasien von einer frischen Brise am Meer sind ganz normal. Egal wie lange man vorher bereits Hatha Yoga praktiziert. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich an die Wärme. Man lernt, durch eine bewusste, tiefe und ruhige Atmung Körper und Geist zu beruhigen. Willenskraft, Konzentration und Selbstbewusstsein werden gestärkt. Und plötzlich ist der Punkt da, an dem es gar nicht warm genug sein kann, damit man sich in der Stunde wohl fühlt.

„Durch die Wärme erhöht sich die Verletzungsgefahr, weil ich mich überdehne.“

Das mag sich richtig anhören, physisch ist es falsch. Der Körper hat auch in der Wärme seine Grenzen der Flexibilität und der Belastbarkeit. Was zu Zerrungen und Überbelastungen führt, ist immer mangelnde Achtsamkeit. Mein Körper sendet in der Wärme dieselben Signale, wenn ich mich an meine Grenzen bewege. Diese Signale muss jeder, der ohne Verletzung möchte, unbedingt beachten und respektieren. In der Wärme bin ich flexibler als bei Raumtemperatur, da Muskeln, Sehnen und Bindegewebe gut durchblutet, warm und geschmeidiger sind. Euphorie, Ehrgeiz und Wettbewerbsgedanken lassen manche die Körpersignale missachten und zu tief gehen.

Warum der Spiegel?

Viele Menschen wundern sich über einen Spiegel im Yogastudio, denn er steht für Eitelkeit und Narzissmus. Die klassische historische Art, Yoga zu unterrichten, bestand darin, dass ein Lehrer sich mit einem Schüler beschäftigt. Leider ist es schwierig, Yoga auf diese Weise vielen Menschen zugänglich zu machen. Die Lösung fand Bikram darin, eine Folge von Asanas und Pranayamas zusammenzustellen, die jeder durchführen kann, die den ganzen Körper bearbeitet und so viele Krankheiten wie möglich heilen kann. Da es dem Lehrer in größeren Klassen unmöglich ist, während jeder Asana zu jedem Einzelnen zu gehen, benötigt der Schüler die Möglichkeit, sich anhand der Anweisung des Lehrers selbst zu korrigieren. Die Lösung: die Verspiegelung des Yogaraumes.

Der Spiegel ist – wie beim Ballett – ein Kontrollwerkzeug, um das häufig täuschende Körpergefühl immer wieder zu korrigieren. Wie die Übung Schritt für Schritt korrekt aufgebaut wird und wie das Alignment (die Ausrichtung in der Haltung) auszusehen hat, erklärt der Lehrer im Detail. Der einzelne Schüler kann seine Haltung selbst korrigieren, lernt sein Körpergefühl zu verbessern und ist nicht ständig auf die Hilfe des Lehrers angewiesen. Zudem hat der Spiegel einen mentalen und emotionalen Effekt. Ich werde 90 Minuten lang mit meinem Spiegelbild konfrontiert. Wenn ich mich auf diese Konfrontation einlasse, lehrt mich der Spiegel einiges: Er lehrt mich, mich so zu lieben, wie ich bin. Mit all meinen Macken und vermeintlichen Unvollkommenheiten. Er lehrt mich, meine Schönheit und Einzigartigkeit wieder zu erkennen. Er hilft mir, zu mir selbst zu finden und Seele und Körper wieder zu verbinden. Genau das ist Yoga: die Verbindung von Körper, Geist und Seele.

„Im Hot Yoga gibt es keine Spiritualität.“

Darauf möchte ich mit einem Zitat von B. K . S. Iyengar antworten: „Unser Ziel ist die Durchdringung des Geistes, aber um die Dinge zu Beginn überhaupt in Bewegung zu bringen, gibt es keinen Ersatz für Schweiß.“ Wer den kompletten yogischen Weg gehen möchte, will zur Selbst-Erkenntnis gelangen. Doch auch diese Reise zum Selbst beginnt mit einem ersten Schritt und das ist Hatha Yoga, das physische Yoga. Erst wenn der Körper gesund ist, können wir unseren Geist disziplinieren und schließlich zu unserem Selbst finden.

In einer Hot Yoga Stunde liegt der Fokus auf dem Körper, der nächste Schritt ist Raja Yoga, das Yoga des Geistes. Irgendwann habe ich in meiner Entwicklung ein Stadium erreicht, in dem eine Hot Yogaklasse für mich eine 90-minütige Bewegungsmeditation ist. Wer es geschafft hat, Körper und Geist zu disziplinieren, möchte vielleicht im nächsten Schritt mehr über die Philosophie und die Spiritualität des Yoga erfahren. Im Hot Yoga legen wir mit Hatha und Raja Yoga die Basis für den weiteren Weg der Selbst-Erkenntnis, den Grundstein für eine spirituelle Entwicklung. Wie und ob die spirituelle Reise weitergeht, ist jedem Schüler selbst überlassen. Jeder, der in eine Hot Yoga Stunde kommt, hat die Freiheit, seine eigene Form der Spiritualität zu entdecken – oder eben nicht.

Wichtige Grundsätze für die Hot Yogapraxis – und fürs Leben

In der Ausbildung wurde uns zu allererst beigebracht: No expectations, no judgement, no excuses.

✤ No expectations – Erwarte nichts. Deine Erwartungen limitieren deine Erfahrungen. Die Realität ist oft ganz anders, als du sie dir vorgestellt hast. Schränke dich nicht selbst ein. Sei einfach offen für alles und jeden.

✤ No judgement – Was auch immer mit dir körperlich, mental und emotional passiert, was auch immer dir beigebracht wird und auf welche Weise, wem auch immer du hier begegnest: Bewerte nichts und niemanden, sondern nehme alles und jeden mit offenem Herzen und offenem Geist an. Aus jeder Situation und von jedem Menschen kannst du etwas lernen.

✤ No excuses – Belästige deine Umwelt nicht mit Entschuldigungen oder Ausreden. Gebe immer dein Bestes, dann hast du alles gegeben. Du weißt (noch) gar nicht, was du alles vermagst.

Der harte Weg ist der richtige?

Hot Yoga hat mich körperlich, mental und emotional durch und durch positiv verändert. Viele Jahre im Vertrieb hatten mich zu einem übergewichtigen, unausgeglichenen und mitunter zynischen Menschen gemacht. Heute ist mein Körper dank Hot Yoga wieder in Form, stark, flexibel und beschwerdefrei. Emotional bin ich wieder ausgeglichen, zufrieden und glücklich. Mental bin ich viel stärker, traue mir deutlich mehr zu als früher und suche nicht mehr ständig nach dem Weg des geringsten Widerstandes. Der Weg des geringsten Widerstandes führt nach einem kleinen Umweg wieder an dieselbe Weggabelung zurück, an der man sich für den leichteren Weg entschieden hat. Nur hat man inzwischen Zeit und Energie verschwendet. Daher sollte man den schwierigeren Weg nehmen, denn auf ihm wird man wachsen, er führt zum Selbst.

Die „Hot RoOM“-Gemeinde wächst

Bis ungefähr Mitte der 1990er-Jahre hat Bikram nur wenige ausgewählte Schüler zu Lehrern ausgebildet. Dann hat er sich überzeugen lassen, einen Ausbildungslehrgang anzubieten. Mittlerweile gibt es weltweit mehrere tausend lizensierte Hot Yogastudios, die ausschließlich von ihm persönlich ausgebildete und zertifizierte Lehrer beschäftigen. Hot Yoga wird gerne als „Promi-Yoga“ abgewertet. Dass viele Prominente Hot Yoga lieben, mag mit daran liegen, dass Shirley MacLaine Bikram nach Los Angeles geholt und durch diese Verbindung natürlich sehr schnell in Hollywood Bekanntheit erlangte. Doch die Namen der prominenten Schüler sind eigentlich unerheblich. Sie haben – wie wir anderen auch – einfach nur erfahren, welche kleinen und großen Wunder diese Art von Yoga an uns vollbringt. Dafür lieben wir es und kehren immer wieder in den „Hot Room“ zurück.


Anmerkung zur Person Bikram Choudhurys

Dieser Artikel wurde 2020 aktualisiert. Schon lange wurden gegen den Guru Vorwürfe von sexualisierter Gewalt laut. Schließlich musste er sich vor dem Gericht für seine Taten verantworten, floh aber ohne die Geldstrafe in Milliardenhöhe zu zahlen. Daraufhin haben sich viele Yogastudios entschieden, Bikram Yoga in Hot Yoga umzubenennen. Diese Entwicklung hat uns auch dazu bewogen, im Artikel nur den Yogastil, nicht aber Bikrams Person näher zu beleuchten.


Autorin: Andrea Crnogaj absolvierte in jungen Jahren eine Ballettausbildung, doch Knieprobleme verhinderten eine Tanzkarriere. Im Yoga fand sie ein ähnliches „Seelenfutter“ wie im Tanz. Sie praktiziert seit 10 Jahren Hatha Yoga. 2008 betrat sie zum ersten Mal den „Hot Room“ des Münchener Hot-Yogastudios.

Foto: Matthias Lang Hamburg

Besinnlichkeit für Yogi*nis: Modern Mantra Playlist

Besinnlichkeit

Die dunkelste Zeit des Jahres ist da für Besinnlichkeit. Ob lesend auf dem Sofa, in tiefer Meditation oder bei einem warmen Getränk – wir haben dir eine Modern Mantra Playlist erstellt, mit der du das Jahr gemütlich ausklingen lässt.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Manchmal gibt es so viel zu verarbeiten, so viel zu fühlen, dass wir unserem Inneren die uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken müssen. Glücklicherweise hat die Yogatradition nicht nur Asanas hervorgebracht, um festgefahrene Energien wieder in den Flow zu bringen. Sondern du kannst auch die heilende Energie von Mantras nutzen.

Du kannst sie nutzen, um in das Gefühl von Verbindung zu kommen. Gerade in der Zeit von Isolation geben sie dir das Gefühl Teil einer größeren Gemeinschaft aus Yogis und Yoginis zu sein. Irgendwo auf der Welt singt bestimmt jemand anderes auch in diesem Moment genau zu diesen heiligen Silben. Damit auch du dich verwurzelt, geerdet und verbunden fühlst, findest du hier die Best of Modern Mantra Playlist.

Friede sei in dir – Om Shanti

Das ganze Team von Yoga World und Yoga Journal wünscht dir ein wunderschönes Fest. Voller Stille, Innehalten und Herzöffnung. Denn ob physisch oder im Geiste verbunden, Weihnachten ist und bleibt das Fest der Liebe und Besinnlichkeit!

Darf es als Ergänzung zur Playlist doch noch eine kleine Yoga Session sein?

Du suchst noch mehr Inspirationen für Musik zu deiner Yoga-Praxis? Die findest du bei uns. Egal ob Candle-Light Yoga, eine Yoga im Advent Playlist eine Playlist extra für Herzöffner.


Foto von Anastasia Shuraeva von Pexels | Text: Kerstin Thost