Die Yogapraxis ist zwar keine Schachpartie, aber auch auf der Matte bedingt jede Bewegung, jede Haltung, die nächste und übernächste. Es lohnt sich also, strategisch vorzugehen. In dieser Kolumne von Jelena Lieberberg erleben wir, wie sich Kraft und Mobilität der Hüftmuskulatur gegenseitig bedingen.
Text: Jelena Lieberberg / Foto: Theresa Bartmann
Eine starke Hüftmuskulatur ermöglicht kraftvolle Bewegungen, die das Becken stabilisieren: Flexion und Extension, Abduktion und Adduktion, Innen- und Außenrotation. Diese Stabilität ist die Grundlage für alle Bewegungen von Beinen und Füßen, man spricht dabei von der „kinetischen Kette der unteren Extremitäten“. Umgekehrt können instabile Hüften Funktionsstörungen in dieser kinetischen Kette hervorrufen und zu Verletzungen führen. Ein Beispiel: Ein schwacher mittlerer Gesäßmuskel (Gluteus medius) kann die stabilisierende Rolle des Oberschenkel-Bindenspanners (Tensor fasciae latae oder TFL) erhöhen. Das führt zu einer Verspannung des Iliotibialen Bandes (IT-Band), was wiederum bei Beinbewegungen die Zuglinie der Quadrizeps-Muskelgruppe verändern kann. Die Folge ist ein erhöhtes Verletzungsrisiko für das vordere Kreuzband.
Das Beispiel zeigt, wie wichtig nicht nur partielle Kraft ist, sondern vielmehr ein Gleichgewicht zwischen den Kräften verschiedener Muskeln. Dies gilt ganz besonders zwischen Muskeln, die im Team arbeiten: Agonisten- und Antagonisten. Genauso wichtig ist eine gute Balance zwischen Kraft und Mobilität. In dieser Kolumne schauen wir uns eine Variation der Halben Taube an, die genau das im Sinn hat: Statt wie in der klassischen Form nur passiv zu dehnen, erzeugen wir auch Halt. Es geht also nicht um Dehnung, sondern um Kraft in der Dehnung. Dabei arbeiten wir zugleich an der Außenrotation des vorderen Beins und der Innenrotation des hinteren Beins und kräftigen den großen und den mittleren Gesäßmuskel. Das Geniale daran: Diese Variante ist sogar Menschen mit wenig Mobilität der Hüften zugänglich, die in der halben Taube Schmerzen im Knie empfinden und es sogar verletzen können.
Macht das Spaß?
Meistens steht an dieser Stelle: „Auf jeden Fall!“. Hier bin ich ehrlich: Gezielt den Po zu dehnen und zu kräftigen, macht den meisten erst mal nicht sonderlich viel Spaß. Die nötige Disziplin für regelmäßige Wiederholungen wird aber belohnt: Nach dem Üben fühlt sich deine Becken- und Hüftregion wunderbar geschmeidig an.
Muss ich das können?
Natürlich nicht, aber diese Variante ist deutlich einfacher als die klassische Halbe Taube, es lohnt sich also, damit zu experimentieren und den Bewegungsradius deiner Hüften allmählich zu verbessern.
Was muss ich dafür tun?
Übe (anders als auf den Fotos) auf einer Matte oder einem Teppich, um deine Knie und Füße zu schonen. Wärme dich zuvor mit Hüftkreisen und Ausfallschritten auf und beobachte in der Haltung deine Gewichtsverteilung: Es ist sehr leicht zu schummeln und sich zur Seite zu lehnen. Versuche also, mit den Schultern über den Hüften zu bleiben.
Step by step
1. Beginne im Sitzen und richte zunächst dein rechtes Bein rechtwinklig vor dir aus und dann das linke ebenfalls rechtwinklig zur Seite. Ziehe dabei die Zehen beider Füße aktiv Richtung Knie, um die Knie zu schützen. (Wegen der vielen 90-Grad-Winkel wird diese Haltung auch 90/90 genannt.)
2. Um nun an der aktiven Außenrotation zu arbeiten, verschränkst du die Finger hinter dem Kopf und lehnst dich mit gestrecktem Rücken in Richtung rechtes Knie (siehe Bild oben). Nach 10–20 Sekunden kehrst du einatmend zurück zur Ausgangsposition, entspannst etwas und wiederholst die Übung dann noch 2 Mal.)
3. Um anschließend an der aktiven Innenrotation zu arbeiten, stützt du dich auf den Fingerspitzen ab und hebst aus der Kraft des Gesäßes deinen hinteren Fuß, ohne ihn dabei zum Po zu ziehen (siehe Bild unten). Halte auch hier 10–20 Sekunden lang, pausiere und wiederhole 2 weitere Male.
4. Löse die Sitzhaltung behutsam auf und übe dieselbe Abfolge nun auch auf der anderen Seite.
JELENA LIEBERBERG ist Osteopathin und Yogacoach in Berlin. Ihre eBooks, Retreats und Workshops findest du unter kickassyoga.com oder besuche Jelena auf Insta @kickassyoga.
Endlich: Es gibt wieder frisches Grünzeug – allen voran jungen Spinat, Feldsalat, Kerbel und Rucola. In ihren feinen Blättchen und Stielen stecken viel Aroma und gesunde Grünkraft. Genau richtig für diese Rezeptidee für einen grünen Schicht-Smoothie. Damit kann der Frühling kommen!
2. Feldsalat, Edamame, Mandeln, die Hälfte des Zitronensaftes und Banane mit Kefir im Mixer oder mit dem Pürierstab fein zerkleinern. Masse in vier Gläser füllen.
3. Spinat mit restlichem Zitronensaft und der Birne mixen und auf die hellgrüne Masse füllen.
4. Vegane Schlagcreme mit Meerrettich zu einer festen Masse aufschlagen, in Spritztülle füllen und ein „Häubchen“ auf den Smoothie setzen. Mit Spinatpulver und geriebener Zitronenschale bestreuen.
Tipp
Pflanzliche Schlagcreme gibt es auch als Pulver im Bioladen. Vorteil: In kleinen Päckchen abgefüllt ist es lange haltbar und muss nur mit einem Sojadrink Natur (oder einer anderen Milchalternative) zu einer sahneartigen Masse aufgeschlagen werden.
Federleicht ist die Schreibe unserer Food-Fee Erica Gebhart – und genauso heißt auch das Redaktionsbüro der freien Journalistin. Ganz wichtig: Von ihrem Schreibtisch darf es nie mehr als ein paar Schritte weit in die Küche sein. Mehr erfährst du auf ihrer Website feder-leicht.com
Wie wär’s mit einer anderen Variante eines grünen Smoothies? Schau doch mal hier vorbei:
Das neue YogaWorld Journal ist ab sofort im Handel und in unserem Online Shop erhältlich. Diese Themen erwarten dich im neuen Heft:
Titelthema „Freiheit“
Freiheit – wir alle verbinden wohl sehr ähnliche Gefühle mit diesem Begriff. Es geht um Weite, Ungebundenheit und Autonomie, um Aufbruch und um Raum für all das, was wir sein wollen, ausdrücken wollen. Es geht um Bewegungsspielraum, den man sich manchmal erst schaffen muss. Und zwar nicht nur symbolisch, sondern auch ganz konkret: Wir wollen das Gefühl haben, loslaufen zu können. Jederzeit. Gleich jetzt. Raus ins Freie.
Zugleich wissen wir natürlich, dass Freiheit auch eine Herausforderung ist: Ständig muss man neu entscheiden. Und sich die Konsequenzen klar machen. Yogaretreat auf Bali oder die eigene Mitverantwortung für die Umwelt ernst nehmen? Vogelfrei auf und davon oder doch lieber ins schützende Nest kuscheln? Wohin treibt mich mein Sehnen und Wollen überhaupt? Wäre echte Freiheit nicht sowieso eher im Nicht-Wollen zu finden, wie es die Yogaphilosophie ja lehrt? Ganz schön kompliziert. Auch ein schneller Blick auf die politische Großwetterlage ist nicht gerade geeignet, um ein heiteres Bild von frühlingshafter Freiheit zu malen: Überall Kräfte, die unsere freiheitliche Grundordnung unter Druck setzen und uns ziemlich klar machen, dass nichts davon selbstverständlich ist.
Foto: Razvan Narcis Ticu via Unsplash
Es gibt also viele gute Gründe, über Freiheit nachzudenken, zu sprechen und in ihrem Sinn zu handeln. Und ebenso viele Gründe, der Freiheit überall da nachzuspüren und sich an ihr zu freuen, wo wir sie ganz einfach finden können: bei jedem Blick in einen weiten Frühlingshimmel zum Beispiel, in der schwungvollen Bewegtheit eines morgendlichen Sonnengrußes, in jedem bewussten Atemzug, jedem freien Gedanken. Sie ist immer da. Draußen im Freien und tief in uns allen …
Außerdem in dieser Ausgabe:
Sonne tanken: Eine energetisierende Praxis mit Patrick Broome
Weck dein Herz auf: Annika Isterling zeigt, wie heilsam das gerade in diesen Zeiten ist
Foto: Nela König
Klingende Bewegung: Wie Musik die Asana-Praxis bereichern kann
Himmel, Erde, Mensch: Die buddhistische Lehre der 8 weltlichen Winde
Diagnose Brustkrebs: Wie Yoga unterstützen kann
Ayurveda & Wildpflanzen: Gesund kochen mit dem, was draußen wächst
… und vieles mehr.
Die YogaWorld Journal Online Ausgabe
Das neue YogaWorld Journal gibt es auch als Online-Ausgabe. Ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne Versandkosten, direkt in unserem Online Shop. Lade dir einfach und bequem deine Wunsch-Ausgabe herunter – egal ob alt oder neu:
Der Frühling symbolisiert zugleich den ewigen Kreislauf des Lebens und einen Neuanfang. Darum eignet sich diese Zeit besonders für Übergangsrituale und solche, in denen es darum geht, dem Leben in seiner Fülle mit freudiger Neugier zu begegnen. Probiere es aus. Wir haben drei Vorschläge für Frühlingsrituale für zu Hause.
Text: Carmen Schnitzer / Titelbild: Syda Productions via Canva
1. Frühlingsritual: Wachsen statt Loslassen
„Lerne loszulassen!“ Ein oft gehörter Tipp, nicht wahr? Dahinter steckt die Botschaft: „Lass die Vergangenheit nicht dein Jetzt bestimmen, mach dich frei von alten Wunden.“ Aber kann das immer funktionieren? Schließlich haben uns unsere Erfahrungen zu dem gemacht, was wir sind, sie sind quasi ein Teil von uns. Darum hier ein anderer Ansatz:Du musst deine Vergangenheit nicht loslassen, sondern darfst sie, im Gegenteil, annehmen. Nicht, um sich darin zu suhlen, wohl aber, um daran zu wachsen. Eine Unterstützung kann ein Ritual wie dieses bieten:
Wie der Phönix aus der Asche
So geht’s:
Notiere ein Thema, das dich belastet und zu dem du keinen Ausweg findest. Schreibe alles auf, ohne falsche Scham. Niemand außer dir selbst wird diese Zeilen zu Gesicht bekommen! Denn wenn du mit dem Schreiben fertig bist, verbrennst du den Zettel. Tu das an einem ruhigen, geschützten Ort, an dem du dich wohl fühlst und benutze dazu ein feuerfestes Gefäß, in dem du die Asche sammelst. Später mischst du sie mit Blumenerde und gegebenenfalls etwas Dünger, in die du Blumensamen (oder auch eine Jungpflanze) setzt.
Die „Gedanken-Asche“ ist nicht weg, spielt aber keine Hauptrolle mehr in diesem Prozess. Pflege die neue Pflanze gut und freue dich auf die ersten Triebe und Blüten. Sie symbolisieren die Kraft, die trotz und zum Teil auch wegen deiner Verletzungen in dir ruht, und zeigen, dass du immer wieder von Neuem „erblühen“ kannst. Auch nach einem langen, harten „Winter“!
2. Frühlingsritual: Frischer Wind
„Ein Eis!“, „Meinen Hund streicheln“, „Die Mama!“, „Wenn ich mit meinem Bagger spiele!“ Das antworten Kinder, wenn man sie fragt, was Glück für sie bedeutet. Kinder sind quasi die menschliche Entsprechung der kleinen, neugierigen Triebe, die im Frühling aus der Erde sprießen und darauf warten, zur zarten Blume, zum saftigen Gemüse oder auch zum robusten Kaktus zu werden. Kurz: Sie stehen für Neues, Unverbrauchtes und Zukünftiges.
Ist doch kinderleicht
So geht’s:
Frage kleinere und größere Kinder in deinem Bekanntenkreis nach ihrer Vorstellung von Glück. Schreibe die Antworten auf kleine Zettel, falte sie zusammen und lege diese in ein hübsches Glas. Zum Frühlingsbeginn (oder wann immer dir der Sinn danach steht) lädst du dir ein paar liebe Freunde ein und spielst „Glückslotterie“. Nacheinander zieht jeder von euch einen Zettel, liest ihn vor und sagt anschließend spontan, was ihm dazu einfällt. Anschließend dürfen auch die anderen ihre Gedanken dazu kundtun. Sinn des Ganzen? Ihr verlasst festgefahrene Denkmuster, bekommt neue Impulse – und werdet garantiert das ein oder andere Mal schmunzeln. Gibt’s einen besseren Start in den Frühling?
Weitere Frühlingsrituale für den Alltag? Hier geht es zu Reinigungsübungen und Ritualen der ayurvedischen Körperpflege:
Ein entspannendes Bad in warmem Wasser tut einfach gut – und es erinnert an die wohlige Geborgenheit eines Mutterleibes. Nicht umsonst spielt Wasser in vielen Religionen eine entscheidende Rolle!
Im Blüten-Bad
So geht’s:
Für das folgende Ritual mischst du dir zunächst ein Blüten-Ölbad.
Dazu gibst du frische, unbehandelte Blüten (etwa Rosenblätter, Lavendel, Jasmin) in ein verschließbares Gefäß und übergießt sie mit einem naturreinen Pflanzenöl (zum Beispiel Olive, Distel oder Mandel). Gib einen Emulgator (Mulsifan) dazu (ca. 10 ml auf 100 ml Öl), verrühre alles gut mit einem Schneebesen und träufle zum Schluss einige Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl in die Mischung. Verschließe das Gefäß und lasse es ein bis zwei Wochen an einem dunklen Ort ziehen.
In dieser Zeit nimmst du dir Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur. Stecke den ersten Kieselstein ein, zu dem du dich hingezogen fühlst – der erste Impuls ist in diesem Fall der richtige. Für das Ritual legst du den Stein an den Wannenrand. Gib einen ordentlichen Schuss deines Badeöls ins warme Wasser und lass dich in die Wanne gleiten. Schließe die Augen, atme den Duft ein und lausche dem sanften Plätschern des Wassers. Nun greifst du mit geschlossenen Augen nach dem Stein. Fühle seine Beschaffenheit. Erinnert er dich an dich selbst? An Eigenschaften, die du an dir magst oder aber solche, die du dir abgewöhnen willst? Inwiefern (nicht)? Beende das Bad nach ca. einer halben Stunde und überlege, wie du mit dem Stein weiter verfahren willst. Soll er für die kommenden Monate dein Begleiter sein oder willst du ihn bei nächster Gelegenheit wieder in der Natur aussetzen? Überlege nicht zu lange – im Grunde kennst du die Antwort bereits.
Carmen Schnitzer arbeitet als Journalistin und schreibt seit Jahren für das YOGAWORLD JOURNAL. Sie sollte pünktlich zum Frühlingsbeginn am 21. März auf die Welt kommen, ließ sich dann aber noch fünf Tage Zeit. Ihr persönliches Frühlingsfest aka Geburtstag feiert sie alljährlich als bunte Mottoparty. Erfahre mehr über die Autorin und besuche ihre Facebook-Seite.
Du möchtest mehr von Carmen Schnitzer lesen? Hier geht es zu einem Beitrag mit Übungen für mehr Körperwahrnehmung:
Wer bin ich? Wie kann ich glücklich und gesund leben? Was gibt meinem Leben einen tieferen Sinn? Diese Fragen beschäftigen uns alle früher oder später einmal im Leben.Ayurveda-Spezialistin ist Kerstin Rosenberg auf der Suche nach Antworten.
Text: Kerstin Rosenberg / Titelbild: Lucrecia Laurel von corelens via Canva
Die Krise als Chance
Entsprechend der kosmischen Gesetze ist unser Leben von Zyklen der Veränderung geprägt, die immer wieder der Neuorientierung und Selbstüberprüfung bedürfen. Eingeläutet werden die natürlichen Veränderungen häufig von Krisensituationen – wie Krankheiten, Trennung oder Misserfolg – die sich zu einem späteren Zeitpunkt als ein großer Segen entpuppen können. Nur durch die innere oder äußere Not haben wir den Mut und die Kraft aufgebracht, uns mit den unangenehmen Aspekten unserer Realität auseinanderzusetzen, die unsere Entwicklung hemmen. Damit bietet jede Krise die optimale Möglichkeit, Altes loszulassen und die eigene Persönlichkeit mit ihren unterschiedlichen Facetten und Fähigkeiten neu zu entdecken.
Erkennen der eigenen Grundkonstitution
Laut Ayurveda liegt der Schlüssel zu allen philosophischen und praktischen Sinnfragen des Lebens im Wissen um die kosmische und individuelle Natur. Um dieses Wissen zu erlangen, benötigen wir neben einem Yogaphilosophie-Studium auch einen guten Zugang zu unserem individuellen Persönlichkeitspotenzial. Dieses schlummert in unserer Grundkonstitution (Prakriti), welche auch als wahres Selbst bezeichnet wird. Entsprechend der individuellen Konstitution ist jeder von uns einzigartig und wir verfügen über einen großen Schatz an Fähigkeiten und Begabungen, die uns helfen, die eigene Lebensberufung zu entfalten. Gesundheit, Glück und Selbsterfüllung – all das basiert auf dem Erkennen der eigenen Grundkonstitution, von deren Ausdruck das harmonische Gleichgewicht unserer körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte abhängt.
Wenn unser Leben gelingt – in Freude, Leichtigkeit und Erfolg – so ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass wir in gutem Kontakt zu unseren inneren Kräften sind und mit unseren Handlungen (wie zum Beispiel Essen, Sprechen, Arbeiten) einen positiven Selbstausdruck unserer wahren Natur gefunden haben. Mit guter Intuition erkennen wir, was das Richtige für uns ist und wie wir ohne große Anstrengung viel erreichen können. Leiden wir hingegen unter körperlichen Beschwerden oder emotionalen Konflikten, so resultieren diese immer aus einer Störung der Kräfte, welche unsere Konstitution auf struktureller und psycho-mentaler Ebene prägen. Diese werden im Ayurveda Doshas genannt und als Vata, Pitta und Kapha genau beschrieben.
Dosha-Gleichgewicht herstellen
Dosha heißt übersetzt „Verunreiniger“ und dies impliziert bereits die funktionale Störung, die durch eine Dosha-Ansammlung auf der körperlichen und mentalen Ebene hervorgerufen werden kann: Immer dann, wenn sich zu viel Vata, Pitta oder Kapha ansammeln, verändert sich das ursprüngliche Kräfteverhältnis unserer Konstitution. Die daraus resultierende Störung (Vikriti) drückt sich in vielerlei Beschwerden aus, die wir direkt auf einen oder mehrere Verursacher – Vata, Pitta oder Kapha – zurückführen können.Damit haben wir anhand der Dosha-Analyse ein wunderbares Instrument zur Verfügung, um die Ursache von Problemen jeglicher Art zu erkennen und Lösungen zu definieren. Entsprechend des krankheitsverursachenden Doshas können wir gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Fremdbestimmung aufzuheben und das ursprüngliche Dosha-Gleichgewicht wieder herzustellen. Und darin liegt unser ganzes Glück!
Gesundheit aus dem Selbst heraus
Im Ayurveda wird Gesundheit nicht nur als ein statistischer Durchschnittswert oder ein allgemeines Wohlbefinden betrachtet, sondern als Zustand voller Vitalität, Widerstandskraft und Lebensfreude. Der ayurvedische Ausdruck für einen gesunden Zustand ist „Svastha“ – was soviel bedeutet wie „im Selbst verweilen“. Damit erklärt allein der Begriff Gesundheit (Svastha) seine spirituelle und ganzheitliche Bedeutung: Solange wir in Kontakt mit unserem wahren Selbst, unserer innersten Natur (Prakriti) sind, befinden wir uns in einem ausgeglichenen und kraftvollen Zustand auf allen Ebenen unserer Persönlichkeit. Um diesen Zustand wieder zu erlangen bietet uns die ayurvedische Heilkunst rationale, psychologische und spirituelle Therapieformen, mit deren Hilfe wir auf unterschiedlichste Weise unsere Störungen beseitigen können.
Bei allen körperlichen Beschwerden zeigen die rationalen Ayurveda-Therapien die größte und schnellste Wirkung. Mit gezielt eingesetzten Medikamenten, Ausleitungsverfahren, Ernährungsempfehlungen und Massagetherapien wird der Körper von krankmachenden Doshas befreit. Nach dem Prinzip „Gegensätze gleichen sich aus“ nutzen die rationalen Therapien immer ausgleichende Substanzen, um krankheitsauslösenden Eigenschaften zu beseitigen. So werden beispielsweise Vata-Erkrankungen, die von Kälte und Trockenheit hervorgerufen sind, durch erwärmende und befeuchtende Substanzen geheilt. Gegen saure und heiße Pitta-Beschwerden hingegen, wie Sodbrennen, Migräne oder Hautentzündungen, setzen wir bittere Nahrungsmittel und kühlende Öle ein.
Die Logik der rationalen Ayurveda-Therapie macht ihre Anwendung besonders einfach. Auch ohne langjähriges Ayurveda-Studium sind wir in der Lage, gestörte Dosha- Eigenschaften zu definieren und mit gegensätzlichen Qualitäten auszugleichen: Um Schwere (zum Beispiel Übergewicht) zu kurieren, benötigen wir mehr Leichtigkeit, welche durch anregende Trockenmassagen, eine fettarme Ernährung mit vielen Hülsenfrüchten und Blattgemüsen sowie ein dynamisches Bewegungsprogramm erzeugt wird. Leiden wir hingegen unter zu viel Dynamik, die sich zum Beispiel in Schlafstörungen äußert, so helfen schwere und erdende Therapien wie Fußmassage, Wurzelgemüse, Safranmilch und beruhigende Kräuter. Jeder Dosha-ausgleiche Therapieplan beruht auf diesen Prinzipien und kann beliebig variiert werden. Schwieriger hingegen ist es mit den psychologischen und spirituellen Therapien. Sie sind weitaus subtiler und es bedarf für ihre Umsetzung mehr als therapeutischer Fachkompetenz und Selbstdisziplin.
Geistige und emotionale Krankheitsursachen
Um unsere geistigen und emotionalen Krankheitsursachen zu entschlüsseln, begeben wir uns auf den Pfad der Erinnerung und Reflexion unseres wahren Selbst. Dazu versuchen wir uns zu erinnern, wie sich unsere ursprüngliche Konstitution während der Kindheit ausgedrückt hat und welche Faktoren dazu geführt haben, sich davon zu entfernen. Oftmals stoßen wir dabei auf schmerzhafte Erfahrungen, die zu einer krankhaften Veränderung der natürlichen Persönlichkeitsanteile führten. Wir haben gelernt, unsere ursprüngliche Natur zu unterdrücken und zu verbiegen, um Angst, Schmerz, Verletzung und Einsamkeit zu entkommen. All unsere enttäuschten Hoffnungen, erlittene Einsamkeit und schmerzhaften Verletzung liegen nun gespeichert in unserem Zell- und Dosha-Gedächtnis. Diese zu heilen, ist das Ziel der psychologischen und spirituellen Ayurveda-Therapien.
Ayurveda-Psychologie in der Praxis
In meiner persönlichen Beratungspraxis werde ich häufig von Menschen konsultiert, die eine individuelle Begleitung auf dem Weg zu ihrer wahren Natur wünschen. Mit Hilfe eines speziellen Konstitutionsfragebogens ermitteln wir ihre individuellen Dosha-Anteile und erkunden deren gesunde und kranke Manifestation. Dabei definieren wir die körperlichen Störungen anhand von Dosha-Ansammlungen, die sich in den Dhatus (Geweben) und Srotas (Kanälen) eingenistet haben, und die psychischen Problematiken anhand unterdrückter Dosha-Anteile, die im jetzigen Selbstausdruck nicht gelebt werden. Auf der Suche nach der ursprünglichen Grundkonstitution schauen wir uns Bilder aus der Kinderzeit an, erforschen die mentalen Konstitutionsmerkmale und sprechen über die persönlichen Erlebnisse, die in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen zu einschneidenden (und oftmals krankheitsauslösenden) Persönlichkeitsveränderungen geführt haben.
Um mit den abgespalteten Persönlichkeitsanteilen wieder in Kontakt zu kommen, nutzt die Ayurveda-Psychologie im Rahmen einer einfühlsamen Gesprächstherapie die Kraft des Wortes. Denn Worte sind dem Element Äther zugeordnet und verfügen damit über eine sehr durchdringende, erhellende und transformierende Energie. Das gesprochene oder geschriebene Wort ist äußerst machtvoll und kann zur Zerstörung oder zur Heilung eingesetzt werden. So resultieren viele Traumata unserer Vergangenheit nicht aus körperlichen Angriffen, sondern aus verbalen Verletzungen, die wir durch unbedachte, hasserfüllte oder verächtliche Worte erlitten haben.
Brücke zu unserem göttlichen Kern
Im Gegenzug hinterlassen auch liebevolle, einfühlsame und tröstende Worte des Verstehens tiefe Eindrücke in unserem Bewusstsein, durch die wir Heilung, Hoffnung und Liebe empfangen. Im klientenzentrierten Gespräch können verdrängte Erinnerungen sichtbar werden und verhärtete Emotionen aufweichen. Wir bauen eine Brücke zu unserem göttlichen Kern (Buddhi), aus dem heilender Segen entspringt. Diesen Moment zu erleben, ist für alle Beteiligten (Berater und Klient) ein großes Geschenk.
Doch nicht nur im therapeutischen Beratungsgespräch sind transformierende Bewusstseinsprozesse möglich. Auch das liebevolle Selbstgespräch ist ein Instrument der psychologischen und spirituellen Ayurveda-Therapie. Ob im inneren Dialog während eines Spaziergangs oder im Rahmen einer geführten Meditation: In der Stille entfaltet sich die erlösende und heilende Kraft aus dem Erkennen unseres Selbst. Ein weiteres, von mir häufig angewendetes Hilfsmittel für die subtile Selbstheilung ist die Kontaktaufnahme mit den ungelebten Persönlichkeitsanteilen durch Tagebuch- oder Briefschreiben. Oftmals ist es ganz erstaunlich, welche tiefen Wahrheiten und konstruktiven Lösungsansätze im Rahmen dieser „Selbstbriefe“ zu Tage kommen.
Die Lösung liegt in dir
„Die Lösung liegt in dir“ ist einer der wichtigsten Lehrsätze der ganzheitlichen Psychologie und tatsächlich weiß die Intelligenz unserer Seele am besten, wie sie uns wieder zu Gesundheit, Glück und Lebenskraft zurückführt, wenn wir sie nur einmal zu Wort kommen lassen. Gönnen wir uns also einen Moment der Stille, um auf unsere innere Stimme zu horchen.
Die drei Therapieformen im Ayurveda
Die spirituellen Therapieformen (Devavyapashraya Chikitsa) Mit den spirituellen Therapien können Menschen behandelt werden, die unter Krankheiten leiden, die nicht auf eine konventionelle Behandlung ansprechen. Oft liegen die Krankheitsursachen auf der spirituellen Ebene (unverarbeitete Traumata, negative Informationen verstorbener Familienmitglieder oder Ähnliches), die dann mit speziellen Ritualen, Meditationen (Mantra) und Gebeten erfolgreich im Transformations- und Heilungsprozess unterstützt werden können.
Die psychologischen Therapieformen (Sattvavajaya) Durch die richtige Philosophie, Meditationen und psychotherapeutische Maßnahmen fördert Sattvavajaya eine gelassene Geisteshaltung und hilft negative Gedanken und Konditionierungen auszuschalten, welche Krankheitsprozesse hervorbringen oder beschleunigen.
Die rationalen Therapieformen (Devavyapashraya Chikitsa) Die rationalen Behandlungsformen werden vor allem für die Störungen in den funktionellen und strukturellen Körperkomponenten eingesetzt. Sie verfolgen drei hauptsächliche Ansätze: 1. Vermeidung der Ursache (Nidana Pariarjanam) 2. Reinigung (Samshodanam) 3. Besänftigung (Samshamanam)
Autorin Kerstin Rosenberg bildet als Ayurveda-Spezialistin und erfolgreiche Buchautorin Ayurveda- Therapeut*innen, -Ernährungsberater*innen und psychologische Berater*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus.
Du liebst Yoga, Ayurveda und vegane Ernährung? Du möchtest zusammen mit anderen Yogi*nis tief in die Welt des Yoga eintauchen? Dann sei dabei bei der YogaWorld in Stuttgart, die im Rahmen der Stuttgarter Frühjahrsmessen vom 25. bis 27. April 2025 stattfindet.Sichere dir jetzt dein Ticket!
Titelbild: goo.gl/73nyq6 von Getty Images via Canva
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Eindrücke von der YogaWorld 2024. Foto: Anja Schnell
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Diese Yogalehrer*innen sind 2025 auf der YogaWorld in Stuttgart dabei
Dich erwarten auf der YogaWorld drei Tage vollbepackt mit kostenlosen Yoga Workshops in verschiedenen Yoga Spaces. Diese Yogalehrer*innen und noch viele andere sorgen mit ihrer langjährigen Erfahrung, ihrem Wissen und ihrer Begeisterung dafür, dass du unvergessliche Momente auf der YogaWorld-Messe erlebst:
Timo Wahl
Foto: Anja Schnell Fotografie
Timo Wahl unterrichtet Yoga seit 20 Jahren und ist aus der Yogaszene hierzulande nicht mehr wegzudenken.
“Yoga muss stets ein gangbarer Weg sein und bleiben – für jeden, der ihn beschreitet. Dies bedeutet für den Unterricht und die Ausbildung vor allem den Bezug zum Alltag herzustellen. Zu verstehen, statt auswendig zu lernen – Wissen muss immer auf eigener Erfahrung beruhen und stets auf seine aktuelle Gültigkeit und Richtigkeit überprüft werden.”
Wir freuen uns, dass Timo auch in diesem Jahr wieder in Stuttgart dabei ist!
Lisa Kauff ist Yogalehrerin, Gründerin von Monkey Yoga und Mutter von drei Kindern. Mit ihrem besonderen Fokus auf Vinyasa Yoga, Beckenbodentraining und Prä- und Postnatal Yoga versteht sie es, kraftvolle Flows mit viel Verständnis und Einfühlsamkeit für die Kraft des Körpers zu verbinden. Ihre Stunden sind geprägt von Wärme, Leichtigkeit und einer klaren Anleitung, die Anfängerinnen wie erfahrene Yogis gleichermaßen inspiriert. Sie liebt es, bei ihren Yogakursen, Yoga Retreats und in Onlinekursen Menschen auf ihrer Reise zu mehr Stärke, Balance und Gelassenheit zu begleiten – immer mit einem Lächeln und einem offenen Herzen.
Tanja Seehofer ist Bewusstseinsforscherin, Dipl. Mentalcoach und Human-Energetikerin. Sie unterrichtet Yogaklassen mit dem Schwerpunkt Yin Yoga, Yoga Nidra, Meditation, Burnout-Prävention und Stressmanagement sowie traumasensibles Yoga. Tanjas Unterricht ist geprägt von ihren heilsamen Selbst-Erfahrungen und inspiriert durch ihre Ausbildungen im Mentaltraining. Dies versucht sie authentisch, liebevoll und einfühlsam zu vermitteln.
Gemeinsam mit ihrem Partner Yann Kuhlmann hat sie DJAYA ins Leben gerufen: Hier wird Tanjas Yin-Yogastunde mit Yanns Live-Musik kombiniert. Alle Instrumente sind in der heilenden Erdton-Stimmung 432 Hertz gestimmt. Diese wirkt besonders harmonisierend und entspannend auf den Körper. Lass dir diese schöne Form des Soundhealing nicht entgehen! In diesem Jahr geht der Workshop sogar über volle 90 Minuten, sodass du richtig viel Zeit hast, am Ende des Messetages abzuschalten.
Veronika Rössl versteht Yoga als Wegweiser und als Hilfestellung für das richtige Leben, um den Alltag spielerisch gestärkt und mit Freude zu erleben. Yoga als Lebenselixier – für Körper, Geist und Seele. Seit 2002 unterrichtet Veronika hauptberuflich Yoga und gründete das beliebte MahaShakti Yoga Center in München. In ihren Stunden unterrichtet sie einen Mix aus klassischen Hatha-Yoga und Vinyasa-Yogarichtungen wie Ashtanga, Sivananda, Power Yoga und Anusara Yoga. Sie gestaltet die Asanas fließend, mit Fokus auf der Atmung. Veronikas Unterricht ist dabei immer getragen von Humor, Leichtigkeit und viel Lebensfreude, die ansteckend ist.
Als in Japan aufgewachsener Lebemensch entwickelte Kai Martin Treude früh eine Begeisterung für Menschen und Kulturen. Als Multitalent liebt er das Kochen, Musik, Gruppenprozesse und Bewusstseinsarbeit auf allen Ebenen. Seine Vorliebe für Energiearbeit und Meditation kommt auch in seinen Yogastunden und Coachings deutlich zum Ausdruck. Mit Wurzeln in der Zen-Meditation und seit 2009 als Yogalehrer & Coach unterwegs, erschafft Kai mit seiner herzlichen Art und poetischen Worten eine ganz besondere, stimmungsvolle Tiefe.
Fia Sonora hat ihren Namen durch ihre große Leidenschaft Capoeira verliehen bekommen. Er bedeutet “Tochter der Wüste”. Wie bei vielen von uns ist Yoga ihre Oase, denn Yoga lehrt sie nach Innen zu gehen, dabei den natürlichen Atemstrom in den Bewegungsfluss zu integrieren und die eigenen Grenzen zu erkennen. Diese Oase gedeiht und wächst am besten in einem Umfeld, in dem sie nicht nur körperlich, sondern vor allem auch geistig abgeholt wird –Budokon Yoga ist der Nährboden für alles, was Fia macht und mit Liebe teilt. So auch auf der YogaWorld in Stuttgart!
Aerial Yoga Workshops mit dem Team des Aerial Loft
Dieses Jahr wird es auf der YogaWorld wieder eine Aerial Yoga Area geben. Liebst du genauso wie wir das Gefühl, dich vom Tuch tragen zu lassen, zu schweben, mit der Schwerkraft zu spielen und auch mal kopfüber zu hängen? Das Team vom Aerial Loft in Ludwigsburg bietet mehrmals täglich unterschiedliche Workshop-Arten an: low- und high-flying Aerial Yoga, Aerial Yin Yoga, akrobatisches Aerial Yoga und Aerial Yoga & Akrobatik für Kinder zwischen 6-13 Jahren.
WICHTIG: Für die Aerial Yoga Workshops benötigst du ein extra Ticket zusätzlich zu deinem Messe-Ticket. Hier geht’s zu allen Tickets.
Ein weiteres Highlight sind auch in diesem Jahr wieder die Sound Meditationen mit Olivia Leicht. Die Crystal Sound Bowls erzeugen harmonische Schwingungen, die auf deine Gehirnwellen wirken. Bei der sogenannten Frequency-Following-Response reagiert dein Gehirn auf die Stimuli des Sounds und kann durch den Klang in den Alpha- und Theta-Zustand kommen. Die Gehirnwellen verlangsamen sich. Dies wird mit einem meditativen und friedlichen Zustand in Verbindung gebracht und es kann sich eine tiefe Ruhe in deinem Körper ausbreiten. Sie finden dreimal täglich (um 11, 14 und 16 Uhr) kostenfrei im Raum C7.3 statt. Schon ausprobiert?
Lerne die Lehrer*innen unserer YogaWorld Academy persönlich kennen!
Kennst du schon unsere YogaWorld Academy? Auf der kommenden Messe in Stuttgart hast du die Chance, drei unserer Lehrer*innen aus der Academy persönlich kennenzulernen und ihre Workshops zu besuchen!
Sandra Walkenhorst
Sandra Walkenhorst ist Dipl.-Sozialpädagogin, (Kinder-)Yogalehrerin, Coach und Autorin. Yoga gehört seit mehr als 30 Jahren zu ihrem Leben. Genauso lange arbeitet sie mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf; 20 Jahre als Lehrerin an einer Förderschule, mittlerweile als Teamleitung für Schulbegleitung/Teilhabeassistenz. Seit 2010 ist sie selbständig als (Kinder-)Yogalehrerin und Dozentin und bildet seit vielen Jahren erfolgreich (Kinder-)Yogalehrer und Coaches europaweit aus. Ihre Leidenschaft etwas zu bewegen, gepaart mit einer großen Neugierde und Empathie ist ihr Antrieb Menschen darin zu begleiten ihre einzigartigen Fähigkeiten zu entdecken. Egal ob groß oder klein begegnet sie Menschen stets auf Augenhöhe.
YogiCoach Marc Fenner wurde das erste Mal im Jahr 2006 von Swami Prakashananda durch Yoga Nidra geführt. Seitdem ist Yoga Nidra und sein persönliches Sankalpa ein fester Bestandteil seines Lebens und persönlichen Entwicklung auf dem Yogaweg geworden. So bietet Marc seit vielen Jahren Yoga Nidra Workshops, aber auch Yoga Nidra Aus- und Weiterbildungen an. Marc ist seit Jahren auf unseren Messen vertreten und wird auch in diesem Jahr wieder seine Yoga Nidra Sessions anbieten.
Stefanie Weyrauch ist Yogalehrerin (E-RYT 500h/AYA), Autorin und Coach. Ihr Herzensanliegen ist es, Frauen in der Zeitspanne von der Schwangerschaft über die Rückbildung bis hin zum Familienyoga zu begleiten. Seit 2015 bildet sie deutschlandweit in den Bereichen Pränatal & Postnatal Yoga sowie Kinderyoga & Teenyoga aus – und ist selbst Mutter von zwei Kindern. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt Stefanie sich mit Yoga und Meditation. Inzwischen leitet sie ihr eigenes Yogastudio “Yogastern” in der Wiesbadener Innenstadt. Sie teilt von Herzen gerne ihre Leidenschaft für Yoga und persönliche Erfahrungen für ihre Spezialgebiete.
Lust auf eine frühlingsfrische, vegetarische Vorspeise an Ostern, die garantiert Eindruck macht?Dann probiere diese köstlichen kleinen Lasagnerollen, geschichtet mit Spargel, Zitronen-Béchamel-Sauce und Kräuter-Pesto.
Rezept: Nancy Vienneau / Foto: Eva Kolenko
Zutaten für 30 Lasagne-Röllchen
220 g Lasagneblätter
400 g grüner Spargel (ca. 20 Stangen), in 5 cm große Stücke geschnitten
450 g Ricotta
¾ Tasse geriebener Parmesan
1 Knoblauchzehe, grob gehackt
1½ TL Salz
¼ TL schwarzer Pfeffer
1 Ei
60 g Spinat
2 TL Butter
1½ Mehl
1½ Tassen fettarme Milch
Saft einer Zitrone
¼ TL weißer Pfeffer
½ Tasse Bratöl, zusätzlich etwas zum Einfetten
1 kleiner Lauch, fein geschnitten
225 g Zuckerschoten
2 Frühlingszwiebeln
½ Tasse glatte Petersilie
20 frische Minzblätter, zusätzlich einige extra für die Deko
1 Tasse junger Rucola
6 TL fettarmer Naturjoghurt
Zubereitung:
Koche die Lasagneplatten wie auf der Packung beschrieben, lasse sie abtropfen und lege sie auf Backpapier aus. Bringe einen großen Topf Salzwasser zum Kochen und blanchiere den geputzten Spargel 1 Minute lang darin. Dann schrecke ihn kurz in einer Schüssel mit Eiswasser ab, lasse ihn abtropfen und stelle ihn zur Seite. Püriere Ricotta, Parmesan, Knoblauch, ½ TL Salz und schwarzen Pfeffer zu einer cremigen Masse. Gebe den Spinat dazu und mixe kurz weiter, bis der Spinat grob zerkleinert ist. Gebe die Masse in eine Schüssel.
Zerlasse bei mittlerer Hitze die Butter für die Béchamel-Sauce in einem Topf. Gebe Mehl dazu und lasse das Ganze 2 Minuten lang unter ständigem Rühren kochen. Gieße die Milch an, reduziere die Hitze und rühre ca. 10 Minuten weiter, bis die Sauce bindet und am Löffel haften bleibt. Rühre Zitronensaft und weißen Pfeffer unter und schmecke die Sauce mit Salz ab.
Heize den Ofen auf 180 Grad vor. Fette eine Gratinform mit Öl ein. Verteile die Ricotta-Mischung auf den Lasagneblättern und streue den Lauch darüber. Lege je zwei Spargelstangen auf ein Lasagneblatt und rolle das Ganze ein. Lege die Rollen mit der offenen Seite unten in die Gratinform. Gieße die Béchamel-Sauce darüber und backe die Lasagne 35 Minuten lang.
Pesto ohhhh Pesto …
Für das Pesto bringe einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser zum Kochen. Blanchiere die Zuckerschoten, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Minze und Rucola 1 Minute lang. Schrecke das Gemüse kurz in Eiswasser ab, schütte das Kochwasser aber nicht weg. Lasse das Gemüse abtropfen und zerkleinere es im Mixer. Gebe das Olivenöl, 2 bis 3 EL Kochwasser, Joghurt und 1 TL Salz in den laufenden Mixer und verarbeite das Ganze zu einem Mus (ist die Masse zu dick, gebe 1 bis 2 TL Wasser dazu.) Anschließend wärmst du das Pesto in einer Pfanne bei mittlerer Hitze unter Rühren auf. Achtung: Es darf nicht zu heiß werden. Löffele etwas Pesto über die gebackenen Lasagne-Röllchen und serviere die Röllchen mit ein paar Minzblättern als Deko.
Guten Appetit!
Dass aus Nancy Vienneau einmal eine passionierte Köchin, Catering-Unternehmerin und Kochbuchautorin werden würde, hat in ihrer Familie alle überrascht: Als Jugendliche war sie als ausgesprochene Kostverächterin bekannt.
Du kannst von Pasta und Pesto nicht genug bekommen? Dann probiere auch dieses leckere Rezept:
Der weibliche Zyklus ist wie eine innere Reise, die uns von einer Phase der Ruhe über kreative Aufbrüche bis hin zu kraftvoller Strahlkraft und wieder zurück zu einer Phase des Loslassens führt. Diese verschiedenen Stationen auf der Reise entsprechen den vier Jahreszeiten und werden jeweils von einer bestimmten Göttin begleitet. Die Schweizer Yogalehrerin Nora Kersten nimmt dich mit auf ihren ganz persönlichen Weg und teilt, was sich für sie verändert hat, seit sie begonnen hat, ihren Zyklus bewusst zu leben.
Text: Nora Kersten, Fotos: Radj Cesar
Ich habe lange Zeit meinen Zyklus nicht wirklich verstanden. Ich dachte, er bestehe einfach nur aus der Periode – die meist unangenehm war und irgendwie weg musste, damit ich „funktionieren“ konnte. Schon ab meiner Pubertät habe ich über ein Jahrzehnt lang die Pille genommen. Damit musste ich nicht bluten – und dachte, das sei praktisch. Doch heute weiß ich: Eigentlich habe ich innerlich geblutet. Ich habe mich immer weiter von meinem natürlichen Rhythmus entfernt. Von meiner Weiblichkeit. Von mir selbst.
Niemand hatte mir beigebracht, dass mein Zyklus viel mehr ist als das. Dass er in vier kraftvolle Phasen eingeteilt ist, die jede eine ganz eigene Energie, ein eigenes Geschenk mit sich bringt. Erst als ich Mama wurde, begann ich, mich mehr mit meinem Körper auseinanderzusetzen. Und irgendwann kam der Moment, in dem ich mich fragte: Wie wäre es, wenn ich nicht mehr gegen mich arbeite, sondern mit mir?
So begann meine Reise. Ich fing an, meine Energieverläufe zu beobachten. Und plötzlich ergab alles Sinn. Ich erkannte: Mein Zyklus ist nicht nur mein monatlicher Begleiter – er ist mein innerer Kompass. Er zeigt mir, wann ich loslassen darf, wann ich aufblühe, wann ich strahle und wann ich mich zurückziehen kann. Und vor allem: dass all das dazugehört.
Video: Raja Sababady
Die vier Göttinnen Kali, Sarasvati, Lakshmi und Durga begleiten mich heute durch diese innere Reise. Sie stehen für die vier zyklischen Phasen – für das, was wir oft unbewusst spüren, aber nicht benennen konnten. Durch die Arbeit mit diesen Archetypen und durch die Verbindung zu meiner Gebärmutter (meine Kinder nennen sie liebevoll die Zauberhöhle) habe ich eine tiefe Verbindung zu meinem Frausein gefunden.
Heute möchte ich diese Erfahrungen teilen – in der Hoffnung, dass du dich darin wiedererkennst. Dass du dich gesehen und gehalten fühlst. Denn jede von uns trägt diese vier Göttinnen bereits in sich. Wir müssen sie nicht „werden“ – wir dürfen sie erinnern.
KALI – Der Winter in uns (Periode/Menstruation)
Kali steht für das Ende und den Neubeginn. In dieser Phase – wenn wir bluten – lässt unser Körper los. Es ist ein innerlicher Rückzug, wie der Winter. Wir dürfen zur Ruhe kommen, langsamer werden.
Ich sage meinen Kindern in dieser Zeit: „Mamas Zauberhöhle macht sich gerade wieder schön.“ Wenn ich blute, reinigt sich mein Körper. Und das kann ganz schön müde machen – da will ich viel schlafen und kuscheln. Wie eine Bärenmama in ihrer Höhle.
Yogapraxis:
Jetzt tut sanftes, erdendes Yoga gut. Kein Power Yoga – stattdessen Restoratives Yoga. Zum Beispiel Supta Baddha Konasana, mit einer Wärmflasche auf dem Bauch, ein Kissen unter dem Rücken, zwei eingerollte Decken unter den Knien, Augenmaske, Kerzenlicht, sanfte Musik. Atmen. Spüren. Mantra singen hilft mir beim Loslassen, oft weine ich dabei und erlaube mir diese innere Reinigung und Klärung.
Hormonwissen:
Progesteron und Östrogen sind niedrig – unser Energielevel ist am tiefsten. Es ist völlig okay, wenn du dich nicht produktiv fühlst. Du bist trotzdem richtig.
Alltagstipp:
Plane in dieser Zeit keine wichtigen Meetings, große Entscheidungen bei der Arbeit, Fotoshootings, große Events oder andere soziale Verpflichtungen. Sag deinem Partner oder deiner Partnerin, wie es dir geht und was du brauchst. Lass dir eine Fußmassage schenken – Füße, Beckenboden und Kiefer sind verbunden und helfen beim Loslassen.
SARASVATI – Der Frühling in uns (Follikelphase)
Nach der Blutung beginnt der innere Frühling. Sarasvati steht für Klarheit, Kreativität, Neubeginn. Die Energie kehrt langsam zurück – Ideen sprießen, wir kommen ins Tun.
Ich liebe diese Phase! Plötzlich habe ich wieder Lust, neue Dinge anzugehen, To-Do-Listen abzuhaken, meine Wohnung umzustellen oder mich in kreative Projekte zu stürzen. Aber Achtung – Brahmacharya, sei liebevoll mit deiner neuen Energie, denn der Zyklus ist lang und du willst nicht alle deine Energie hier zurücklassen, sondern gut haushalten.
Yogapraxis:
Der Körper wird wieder aktiver. Fließende, kreative Sequenzen, Hüftöffner, sanfte Twists, Core-Aktivierung. Auch Pranayama, Journaling und Visualisierungen wirken jetzt besonders kraftvoll.
Hormonwissen:
Östrogen steigt – das macht uns mental klar, emotional stabil und offen. Aber Achtung: nicht gleich alles überladen. Energie ist da, aber sie wächst erst.
Alltagstipp:
Jetzt ist eine tolle Zeit, um neue Gewohnheiten zu etablieren oder ein Coaching zu beginnen. Vielleicht spürst du Lust auf Austausch – teile deine Pläne mit anderen. Und gleichzeitig: Sei gnädig, wenn noch nicht alles sofort klappt.
LAKSHMI – Der Sommer in uns (Eisprungphase)
Lakshmi – Göttin der Fülle, Liebe und Strahlkraft. In dieser Phase stehen uns alle Türen offen. Wir fühlen uns verbunden, attraktiv, kommunikativ. Ein innerer Hochsommer.
Aber: Nicht jede Frau spürt in dieser Phase Euphorie. Und das ist genauso okay. Auch ich kenne Zyklen, in denen ich trotz Eisprung keine Energie hatte. Statt mich falsch zu fühlen, frage ich heute: Was will mein Körper mir sagen? Wenn ich dauerhaft in dieser Phase ausgelaugt bin, ist das ein Hinweis, liebevoll hinzuschauen.
Yogapraxis:
Hier ist Power erlaubt! Dynamische Yoga Flows, herzöffnende Rückbeugen, stehende Haltungen. Alles, was dich strahlen lässt. Und: gemeinsam praktizieren – Sisterhood tut jetzt besonders gut.
Hormonwissen:
Östrogen ist am höchsten – das macht uns stark, klar, verbunden mit anderen. Wir sind belastbar und selbstbewusst. Der Körper sendet „Ich bin bereit“-Signale.
Alltagstipp:
Nutze diese Phase für schwierige Gespräche, Vorstellungsgespräche oder Paarzeit. Auch Intimität fällt jetzt leichter – wenn du dich danach fühlst. Und: Bleib in Verbindung mit dir selbst. Es ist kein „Müssen“ – sondern ein „Können“.
DURGA – Der Herbst in uns (Lutealphase)
Durga ist wild, weise und kraftvoll. Aber auch durchdringend ehrlich. In dieser Phase kommt alles ans Licht, was nicht stimmig ist. Die Energie zieht sich langsam zurück – es wird innerlich herbstlich.
Ich kenne diese Tage, an denen ich plötzlich spüre: Alles nervt mich. Ich kann nicht mehr. Früher dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht. Heute weiß ich: Durga zeigt mir, wo ich meine Grenzen übergangen habe. Manchmal hilft es, meine Wut auf gesunde Weise zu befreien – durch Bewegung, gezielte Atemübungen oder einfach mal laut zu singen.
Yogapraxis:
Etwas ruhiger, erdend, mit Fokus auf Beckenboden und Nervensystem. Yin-Elemente, sanfte Flows, vielleicht auch mal Wut-Release durch singen, schreien, schreiben oder tanzen.
Hormonwissen:
Progesteron dominiert – das macht uns empfindsamer, introvertierter, aber auch weise. Der Körper bereitet sich aufs Loslassen vor.
Alltagstipp:
Plane Zeit für dich ein. Sag öfter Nein. Räume auf – innerlich und äußerlich. Vielleicht kommt ein Thema in deiner Beziehung hoch. Sprich es an, aber liebevoll. Und sei sanft mit dir. Es darf auch mal alles zu viel sein.
Erkenne die Göttin in dir
Ich habe gelernt, mit mir selbst in Beziehung zu treten – durch den Zyklus. Und wenn ich das kann, kannst du das auch. Erkenne die Göttin in dir – in deinen vier Jahreszeiten, in deiner Zauberhöhle, in deinen Emotionen, deinem Körper, deiner Kraft.
Und wenn du Mama bist oder in einer Beziehung lebst – sprich darüber. Meine Kinder wissen heute, was in meinem Körper passiert. Das hat so viel Verbindung geschaffen.
Diese innere Reise verändert alles – nicht von heute auf morgen, aber Stück für Stück. Ich bin dankbar, dass ich diesen Weg gehen darf – und dass ich ihn mit dir teilen kann.
Mit Liebe, Nora
Über Nora Kersten
Nora Kersten, auch als „Yoga Nora“ bekannt, lebt und atmet Yoga mit jeder Faser ihres Wesens. Die gebürtige Albanerin ist zweifache Mama und lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, wo sie aufgewachsen ist. Sie arbeitet als Yogalehrerin, gibt regelmäßig Retreats und Workshops und bildet seit 2018 auch selbst Yogalehrende aus.
Wir arbeiten immer wieder gerne mit Nora zusammen. Lies zum Beispiel auch dieses Interview, in dem wir mit ihr über ihre transformierende Erfahrung mit Ayahuasca gesprochen haben: