Vollmondkalender 2026: So wirken der März-Vollmond und die Mondfinsternis im Zeichen Jungfrau

Wann ist Vollmond? Den nächsten Vollmond erwarten wir am 3. März 2026. Um 12:41 Uhr steht er im Zeichen Jungfrau. Welche Energien jetzt wirken und wie du diese am besten für dich nutzen kannst, erfährst du weiter unten im ArtikelHier ist eine Übersicht aller Vollmonde 2026, alle Daten mit Uhrzeit, Sternzeichen sowie einige Tipps für die Arbeit mit der Vollmondenergie.

Titelbild: bestgreenscreen von Getty Images via Canva

Der Mond übt schon seit Tausenden von Jahren eine starke Faszination auf die Menschheit aus. Immerhin regelt er mit seiner Kraft die Gezeiten und nimmt auch bei manchen Menschen Einfluss auf das Schlafverhalten. Er gilt als Symbol für weibliche Energie, Weisheit und Intuition. Die bewusste Auseinandersetzung mit den verschiedenen Mondphasen hilft dabei, dich mehr mit dir, der Erde und dem Kosmos zu verbinden.

Nutze die Vollmondenergie, um in die Reflexion zu kommen und Altes loszulassen. Nun ist eine gute Zeit, um dich sanft von all dem zu verabschieden, was dir nicht mehr dient.

Hier findest du Inspiration für dein Vollmond-Ritual:


3. Januar 2026: Vollmond im Zeichen Krebs

Am 3. Januar gegen 11:05 Uhr steht der erste Vollmond des Jahres im Sternzeichen Krebs. Der Januarvollmond, auch „Wolfsmond“ genannt, verstärkt das Bauchgefühl und die innere Wahrheit. In Kombination mit dem gefühlstiefen Wasserzeichen erwartet dich eine Energie, die nach innen gerichtet ist und Raum für Rückzug gibt. 

Achte darauf, dass gesunde Grenzen nicht zu Mauern werden. Stärke und Sanftheit sind keine Konkurrenten, sondern Teile von dir, die sich gut ergänzen. Du darfst jetzt reflektieren, wie du beides halten kannst. 

Was brauchst du, um dich sicher zu fühlen? Traust du dich, das zu zeigen? Traust du dich, dich zu zeigen? Nutze deine Gefühle als Kompass, der dich da hinbringt, wo du schon immer hin wolltest. 

Yoga-Tipp:

Yin Yoga oder Restorative Yoga beruhigen dein Nervensystem, lösen behutsam emotionale Spannung und lassen dich langsam weich werden.


1. Februar 2026: Vollmond im Zeichen Löwe

Am 1. Februar gegen 23:09 Uhr steht der Vollmond im Sternzeichen Löwe. Der zweite Vollmond des Jahres wird auch „Schneemond“ genannt und bietet Gelegenheit für Achtsamkeit, Selbstreflexion und persönliche Entwicklung. In Verbindung mit der feurigen Energie des Löwen lädt er besonders dazu ein, Emotionen wahrzunehmen und zu erforschen. Denn Klarheit wird erst dann wirklich kraftvoll, wenn sie das Herz nicht ausklammert. 

Fotocredit: RDNE Stock Project via Pexels, Symbolbild

Das Löwe-Feuer brennt stark und zuverlässig und schenkt einen Moment der Wärme in den kalten Wintermonaten. Es fordert dich auf, deine Gefühle zu überprüfen:

Was lodert gerade in dir?
Wo spürst du vielleicht nur ein leises Flackern?
Wo darfst du etwas nachlegen?
Wo fühlst du dich ausgebrannt?

Du bist die Hüterin/der Hüter deines Feuers. Sorge gut dafür, dass dir deine innere Wärme erhalten bleibt und achte darauf, dass sie weder erlischt noch zu einem Strohfeuer wird. Dabei entscheidest du ganz allein, was dir guttut und was nicht.

Yoga-Tipp:

Eine Yin-Yoga-Sequenz hilft dir, behutsam mit deinen Gefühlen in Verbindung und bei dir anzukommen. Achtsame Dehnungen, die mal sanft, mal intensiver sein können, und lange Haltungen geben dir Ruhe und genügend Raum für Wahrnehmung. 


3. März 2026: Vollmond im Zeichen Jungfrau (totale Mondfinsternis)

Am 3. März um 12:41 steht der Vollmond im Sternzeichen Jungfrau. Die intellektuelle und bodenständige Energie des Erdzeichens bringt ein Gefühl von Verlässlichkeit und Stabilität bei gleichzeitiger Scharfsinnigkeit. All das bringt uns im Optimalfall innere Klarheit und Ruhe. 

Traditionell wird der März-Vollmond auch Wurmmond oder Lenzmond genannt und symbolisiert als Vorbote des Frühlings Neubelebung und Wachstum.

Totale Mondfinsternis

Zudem erwartet uns ein seltenes Himmelsphänomen: Der Vollmond fällt mit einer totalen Mondfinsternis zusammen und leuchtet in rötlicher Farbe. Als sogenannter „Blutmond“ steht er im Schatten der Erde und versinnbildlicht einen kraftvollen Wendepunkt. Obwohl die spektakuläre Färbung leider nicht überall zu sehen sein wird, können wir die Finsternis trotzdem spüren. Intuition und Sensibilität können jetzt intensiver wahrgenommen werden.

Der Schnee des Winters taut endlich auf und legt offen, was darunter schon zu lange im Verborgenen liegt. Ein alter Zyklus schließt sich, ein neuer beginnt, und der Übergang ist fließend. Lass den Fluss des Lebens zu und verharre nicht in zu starren oder veralteten Vorstellungen. Es ist an der Zeit zu ändern, was sich ändern möchte. 

Foto: bestgreenscreen von Getty Images via Canva

Yoga Tipp:

Schaffe mit einem bewussten Flow Verbindung zwischen dir, deinen inneren Zuständen und Bedürfnissen und dem, was dich umgibt.


Die nächsten Vollmonde 2026 im Überblick:

2. April 2026 um 04:12 Uhr im Zeichen Waage

1. Mai 2026 um 19:24 Uhr im Zeichen Skorpion

31. Mai 2026 um 10:45 Uhr im Zeichen Schütze

30. Juni 2026 um 01:56 Uhr im Zeichen Steinbock

29. Juli 2026 um 16:35 Uhr im Zeichen Wassermann

28. August 2026 um 06:15 Uhr im Zeichen Fische (partielle Mondfinsternis)

26. September 2026 um 18:44 Uhr im Zeichen Widder

26. Oktober 2026 um 05:09 Uhr im Zeichen Stier

24. November 2026 um 15:50 Uhr im Zeichen Zwilling

24. Dezember 2026 um 02:27 Uhr im Zeichen Krebs


Du möchtest wissen, an welchen Tagen 2026 Neumond ist? Alle Daten und Tipps findest du in unserem Neumondkalender:

Du suchst eine neue Yogamatte? Darauf solltest du achten

Just Mats Neue Yogamatte kaufen

Die richtige Yogamatte kann tatsächlich den Unterschied machen. Sie gibt dir Halt, unterstützt deine Bewegungen und sorgt dafür, dass sich deine Praxis rundum stimmig anfühlt. Ob ruhige Yin-Session oder schweißtreibender Vinyasa-Flow: Wenn die Matte nicht passt, merkst du das sofort. //anzeige

Beim Kauf lohnt es sich deshalb, genauer hinzusehen und nicht nur nach Farbe oder Preis zu entscheiden. Ein paar Kriterien sind besonders wichtig und die schauen wir uns einmal in Ruhe an:

Grip & Rutschfestigkeit
Nichts ist störender als in der Krieger-Position langsam nach vorne zu rutschen. Eine gute Yogamatte bietet dir zuverlässigen Halt, selbst bei fließenden Sequenzen oder wenn deine Hände ins Schwitzen kommen.

Dämpfung & Stabilität
Deine Gelenke sollen gut geschützt sein, ohne dass du das Gefühl hast, im Boden zu versinken. Die ideale Matte schafft die Balance zwischen angenehmer Polsterung und stabiler Standfestigkeit. Das ist gerade bei Balance-Übungen ein echter Pluspunkt.

Material & Nachhaltigkeit
Auch das Material spielt eine große Rolle. Schadstofffreie, langlebige Varianten wie Naturkautschuk oder PU sind nicht nur angenehm in der Praxis, sondern auch eine bewusste Entscheidung für mehr Nachhaltigkeit.

Größe & Komfort
Je nach Körpergröße und Bewegungsradius kann eine Standardmatte schnell zu kurz oder zu schmal wirken. Etwas mehr Platz bedeutet oft auch mehr Freiheit in deiner Praxis.

Pflege & Alltagstauglichkeit
Eine Matte, die sich unkompliziert reinigen lässt und auch nach vielen Sessions noch gut aussieht, begleitet dich langfristig und macht einfach mehr Freude im Alltag.

Wenn du diese Punkte berücksichtigst, findest du eine Matte, die deine Praxis optimal unterstützt. Genau hier setzt übrigens die Just Mats PUREFLOW PRO Yogamatte an.

Mehr Halt, mehr Freiheit, mehr Fokus

Yoga ist Bewegung, Konzentration, Atmung und Präsenz. Die Matte, auf der du übst, kann beeinflussen, wie sicher und bewusst jede Bewegung gelingt. Eine unzuverlässige Unterlage kann ablenken, selbst bei der einfachsten Asana, und den Fokus stören.

Die Just Mats PUREFLOW PRO Yogamatte ist für eine intensive, vielseitige Yogapraxis konzipiert. Die PU-Oberfläche sorgt für außergewöhnliche Rutschfestigkeit, selbst bei schweißtreibenden Sequenzen, und gibt den nötigen Halt in jeder Balance. Mit spürbarer Stabilität unterstützt sie dich darin, dich voll auf deine Praxis zu konzentrieren.

Die Kombination aus hochwertigem Naturkautschuk und hautfreundlichem PU macht die Matte langlebig und robust. Sie ist frei von PVC, AZO-Farbstoffen, Phthalaten und schädlichen Weichmachern. Die 4,5 mm Stärke bietet die ideale Balance zwischen Dämpfung und Bodenkontakt, die 66 cm Breite schafft Bewegungsfreiheit und Komfort. Nach dem Ausrollen liegt sie sofort flach und fest am Boden.

Die PUREFLOW PRO ist für alle, die Yoga regelmäßig und intensiv üben, höchste Ansprüche an Grip und Verarbeitung haben und eine Matte suchen, die sie langfristig begleitet. Für sehr schweißintensive Praktiken wie Hot Yoga empfiehlt Just Mats ein Yogahandtuch.

Pflegeleicht und langlebig

Die Matte lässt sich mit einer weichen Bürste, Apfelessig-Wasser oder einem Yogamatten-Spray reinigen. Sie sollte nicht mit Seife behandelt oder in der Maschine gewaschen werden. Vor Sonne und Hitze schützen, feucht nur trocken aufrollen, Öle und Cremes vermeiden – so bleibt der Grip erhalten. Ein leichter, natürlicher Gummigeruch kann auftreten, nimmt aber mit der Zeit ab.

Ein besonderes Angebot für Yogastudios

Just Mats geht noch einen Schritt weiter und stellt ausgewählten Yogastudios ihre Matten kostenlos zur Verfügung. Die Matten können dauerhaft in Kursen eingesetzt werden und sind ein Geschenk von Just Mats. So können Studios hochwertige, rutschfeste Yogamatten direkt im Unterricht nutzen und den Teilnehmer*innen eine sichere, angenehme Praxis ermöglichen.

Alle Infos zum Studio-Angebot gibt es hier.

Mehr Infos: just-mats.de

Somatisches Yin Yoga – der Körper als Erfahrungsraum

Lärm, Trubel, Reizüberflutung – wir leben in einer Welt, die uns unentwegt nach außen zieht. Dabei verlieren wir leicht den Kontakt zu unserem inneren Erleben. In Verbindung mit somatischen Ansätzen und den Prinzipien der Vipassana-Meditation eröffnet Yin Yoga einen stillen Raum, in dem wir das Spüren und Hineinhorchen neu lernen können.

Text & Sequenz: Tanja Seehofer / Fotos: Barak Oussidi, Yann Kuhlmann (Sequenz)

Schon gewusst? Tanja Seehofer ist bei unserer YogaWorld-Messe in Stuttgart vom 10. bis 12. April 2026 mit dabei und wird dort gemeinsam mit Yann Kuhlmann einen Yin Yoga & Sound Medicine Workshop unterrichten. 
Hier findest du alle Infos zum Event!

Wenn die achtsame Beobachtung der Körperempfindungen im Mittelpunkt der Praxis steht, spricht man heute oft von „somatischem“ Yoga. Der aus dem Griechischen stammende Begriff Soma bezeichnet den Körper nicht als Objekt, sondern als gelebte, subjektive Erfahrung, also das, was wir von innen heraus wahrnehmen. Im somatischen Yoga erkunden wir also unsere Gedanken und Empfindungen und begeben uns in einen Zustand des Innehaltens, Spürens und Loslassens. Was wir dabei wahrnehmen, sind nicht nur Muskelspannung oder Dehnung, sondern auch die feinen Signale unseres Nervensystems:

Hier wirken Propriozeption (die Wahrnehmung von Körperhaltung und Bewegung im Raum) und Interozeption (das Spüren innerer Zustände wie Herzschlag, Temperatur oder Emotionen) zusammen. Das interozeptive Geschehen ist dabei immer individuell gefärbt – durch persönliche Erfahrungen, Erlebnisse, Prägungen oder auch Traumata.

So wirkt somatisches Yin Yoga

Beide Wahrnehmungsformen sind über das Fasziengewebe erlebbar, ein hochsensibles Netzwerk, das den gesamten Körper durchzieht. Es ist mit rund 250 Millionen sensorischen Nerven ausgestattet und gilt als wichtiger Träger von Informationen, Gefühlen und Erinnerungen. In den Faszien befinden sich sechsmal so viele Rezeptoren wie in der Muskulatur – darunter auch die sogenannten Ruffini-Körperchen, die durch achtsames Dehnen beruhigend auf das Nervensystem wirken. Gerade die Langsamkeit und die intensive Dehnung machen Yin Yoga aus somatischer Sicht also besonders wirksam: Wir lernen, nicht sofort zu flüchten, wenn etwas unangenehm wird, sondern mit einem gleichmütigen Geist in der somatischen Empfindung zu verweilen.

Auch die Vipassana-Meditation lehrt uns, inneren Vorgängen mit Gleichmut zu begegnen. „Alles entsteht und vergeht“, lautet dort ein zentraler Grundsatz. Man kultiviert emotionale Resilienz, indem man freundlich und ruhig in der Praxis verweilt. In der Stille können alte Glaubenssätze, wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich muss mehr tun“ an die Oberfläche kommen. Es geht nicht darum, diese Gedanken zu verdrängen, sondern sie im Körper zu verorten – und sie einfach da sein zu lassen.

Psychosomatik und Yoga

Dabei wirken Vipassana und Yin Yoga nicht nur psychologisch, sondern auch neurobiologisch: Beides fördert die neuronale Plastizität, hilft beim Verarbeiten von Emotionen im limbischen System und reguliert das autonome Nervensystem. Besonders interessant ist, dass viele unserer Empfindungen psychosomatischer Natur sind. Werden sie über längere Zeit nicht bewusst wahrgenommen, können sie sich als körperlicher Schmerz zeigen. In einer konsequenten Vipassana-Praxis tauchen dann sogenannte Sankharas auf – tief gespeicherte Reaktionsmuster, auch als Karmas bekannt. Vipassana soll hier wie ein Reinigungsprozess wirken: Das, was da ist, darf sich zeigen – und auflösen.

Für Menschen mit unverarbeiteten Traumata oder inmitten des Heilungsprozesses kann das extrem überfordernd sein. Dann sind andere Wege oft sinnvoller, etwa traumasensitives Achtsamkeitsyoga oder körperorientierte Therapieformen. Traumasensibler Yogaunterricht respektiert generell die individuellen Grenzen und schafft Sicherheit – auf verbaler, visueller und energetischer Ebene. Die Interozeption wird gefördert, wenn der Raum klar, freundlich und einladend gestaltet ist. Wenn wir mit ruhiger Stimme und entspannter Präsenz vermitteln: Hier darfst du dich sicher und geborgen fühlen. Oft hilft es, die Aufmerksamkeit zunächst auf angenehme Empfindungen zu richten, Stichwort: Ressourcen-Stärkung. Eine Skala von 1 bis 10 kann Übende dabei unterstützen, Intensitäten besser einzuschätzen. Dabei gilt: Nur bis zu dem Punkt gehen, wo noch Wohlwollen möglich ist, maximal bis zur 7.

Innere Verbindung als Ressource

Die Verbindung von somatischem Yin Yoga und Vipassana-Meditation ermöglicht eine Form verkörperter Achtsamkeit, die nicht über den Verstand gesteuert wird, sondern durch Spüren, Forschen und Fühlen entsteht. Wer sich darauf einlässt, lernt sich selbst neu kennen – und entwickelt ein tieferes Verständnis für das Zusammenspiel von Körper, Geist und Emotion. Es ist die tiefe Rückverbindung mit uns selbst, die uns zu unserem wahren Wesen führt – und uns Demut, Dankbarkeit und Selbstliebe lehrt.

SO ÜBST DU

Richte die Haltungen sorgfältig ein, auch indem du empfindliche Regionen (Knie, Nacken, Schultern) mit Kissen oder Blöcken stützt.

Bleibe dann, je nach deinen Bedürfnissen, 3–10 Minuten in der jeweiligen Haltung.

Beobachte in dieser Zeit ganz fein und von innen heraus deine Empfindungen und lass dich tief auf sie ein.

Nimm dir anschließend auch bewusst Zeit, um die Haltung sehr langsam und behutsam aufzulösen und sorgfältig nachzuspüren.

Wenn du magst, gleichst du den Körper in einer Gegenbewegung aus oder ruhst eine Weile in Shavasana aus, bevor du weiterübst.

1. Liegender Schmetterling

Yoga Asana Liegender Schmetterling, Tanja Seehofer

LEITSATZ:

„Ich bin bei mir, ich bin genug, ich bin sicher.“

Du beginnst in der Rückenlage mit aufgestellten Füßen und lässt die Knie ausatmend sanft zur Seite sinken, bis die Fußsohlen sich berühren, dabei kannst du die Oberschenkel mit Blöcken oder Kissen stützen. Hebe das Becken und lege die Hände für 1–2 Minuten unter dem Kreuzbein ab. Danach breitest du die Arme entspannt zu den Seiten aus.

Somatischer Aspekt:

Kannst du deine Fußsohlen aneinander fühlen? Sind sie warm oder kalt? Wo berühren sie sich? Welche Körperstellen berühren den Boden? Spüre in deine ausgestreckten Arme hinein und fühle deine Hände von innen heraus. Welche körperlichen Empfindungen nimmst du wahr? Vielleicht ein Kribbeln, Pulsieren oder Pochen? Spüre dann zur rechten Hand hin, atme von hier den Arm entlang in Richtung Herz ein und von dort den linken Arm entlang zur linken Hand wieder aus. Wiederhole diese Atemlenkung in beide Richtungen.

Ausgleichspose:

Knie zum Brustkorb

Vorsicht bei:

Bandscheibenerkrankungen, Schmerzen im unteren Rücken und Gebärmuttersenkung

2. Liegender Baum

Yoga Asana Liegender Baum, Tanja Seehofer

LEITSATZ:

„Wenn ich mich verwurzelt fühle, kann ich mich gefahrlos öffnen.“

Stelle in Rückenlage den rechten Fuß auf und lasse das Knie entspannt nach außen sinken. Die Fußsohle liegt an der Innenseite des linken Oberschenkels. Unterstütze den rechten Oberschenkel bei Bedarf mit einem Block oder Kissen. Führe einatmend beide Arme über die Seiten hinter den Kopfkrone und bringe die Handrücken aneinander. Lege die Arme ausatmend entspannt am Boden oder etwas erhöht auf einer gefalteten Decke ab. Nach dem Auflösen gehst du ohne Seitenwechsel weiter zu Übung 3.

Somatischer Aspekt:

Spürst du Asymmetrie, Weite, Ausdehnung – oder vielleicht auch gar nichts? Alles ist in Ordnung. Kannst du in deinem inneren Gleichgewicht bleiben? Lasse den Atem einatmend über die Flanken Richtung Achselhöhlen, Arme und Fingerspitzen fließen. Beim Ausatmen entspanne über Becken und Beine in Richtung Erde.

Vorsicht bei:

Schmerzen im unteren Rücken

3. Korkenzieher

Yoga, Tanja Seehofer, Übung Korkenzieher

LEITSATZ:

„Es darf sich alles entwirren, was nicht mehr zu mir passt.“

Greife mit der linken Hand das rechte Knie und breite den rechten Arm entspannt zur Seite aus, die Handfläche zeigt nach oben. Versetze das Becken ein Stück nach rechts, bevor du ausatmend das rechte Knie nach links Richtung Boden bewegst. Finde heraus, welche Position hier optimal für dich ist: Vielleicht ziehst du das Knie weiter hoch oder weiter abwärts oder legst einen Block darunter? Der Kopf sinkt locker zur rechten Seite, sofern es sich für deinen Nacken stimmig anfühlt. Anschließend wiederholst du Übung 2 und 3 seitenverkehrt.

Somatischer Aspekt:

An welcher Stelle nimmst du die Rotation der Wirbelsäule wahr? Dein Becken und das rechte Bein werden schwer. Du sinkst mit jeder Ausatmung tiefer in Richtung Boden. Was darf sich lösen, was darf gehen? Spüre von innen heraus Bauch, Becken, Beine und Atem.

Vorsicht bei:

Schwangerschaft, HWS- und Rückenbeschwerden

4. Libelle

Tanja Seehofer, Yin Yoga, Libelle Asana

LEITSATZ:

„Ich bin bei mir, ich darf mich sicher fühlen.“

Komme vorsichtig zum Sitzen und richte den Oberkörper auf. Wenn das mühsam ist, lege eine gerollte Decke unter die Sitzknochen. Öffne deine ausgestreckten Beine in eine Grätsche. Lasse die Füße weich, keine Spannung. Bei verkürzter Oberschenkelmuskulatur kannst du die Knie leicht beugen und/oder eine gerollte Decke unter die Kniekehlen legen. Lasse deinen Oberkörper dann mit einer Ausatmung entspannt nach vorn sinken. Ganz langsam. Spüre deine Grenzen. Höre auf deinen Körper. Lege deine Arme dort ab, wo es sich angenehm und weich anfühlt. Der Rücken darf rund werden, der Kopf schwer, falls es der Nacken erlaubt. (etwa 3 Minuten)

Somatischer Aspekt:

Erlebe dich von innen heraus. Möglicherweise zieht es an den Beinrückseiten? Ist es angenehm? Wie ist deine Stimmung? Lasse den Atem sanft in dein Becken fließen. Wie fühlt es sich an, wenn du dich ausdehnst? Du darfst Raum einnehmen, ohne dich erklären zu müssen. Beobachte die Bewegungen deines Atmens. Er kommt und geht ganz automatisch, ohne Anstrengung.

Vorsicht bei:

Schmerzen im unteren Rücken oder Bandscheibenerkrankungen (aufrecht sitzen bleiben oder an einer Wand anlehnen)

5. Sitzender Schmetterling

Sitzender Schmetterling Asana Yoga, Tanja Seehofer, Somatic Yin Yoga

LEITSATZ:

„Ich bin von unendlicher Liebe und Weisheit schützend umgeben.“

Greife aus der Grätsche der Libelle mit den Händen unter die Kniekehlen und winkle die Knie leicht an. Lasse die Fußsohlen sich berühren. Die Knie sinken sanft nach außen, ganz ohne Druck. Schiebe die Füße etwas vom Becken weg, wenn du mehr Weite möchtest. Lasse deinen Oberkörper dann ausatmend wieder ganz langsam nach vorne sinken. Die Arme ruhen mit gebeugten Ellenbogen auf den Unterschenkeln, Hände und Finger sind entspannt. Falls es der Nacken erlaubt, darf der Kopf nach vorne hängen. (etwa 3 Minuten)

Somatischer Aspekt:

Die Hüften öffnen sich, wenn der Geist weich wird. Langsamkeit ist der Schlüssel. Jede innere Bewegung ist eine Einladung zum Spüren. Vielleicht zieht es gerade im unteren Rücken, an den Oberschenkeln, oder ganz woanders? Schaue mit einem freundlichen Geist darauf, ansonsten ändere deine Position. Richte dann die Aufmerksamkeit auf die Sitzhöcker. Atme hier ein und lasse die Atmung über die Mittellinie deiner Körpervorderseite zur Kopfkrone streichen. Von dort fließt sie über die Mittellinie deiner Körperrückseite wieder herab.

Vorsicht bei:

Ischiasbeschwerden oder Bandscheibenvorfall (aufrecht sitzen bleiben oder an einer Wand anlehnen), bei HWS-Beschwerden Stirn auf einer Yogarolle ablegen

6. Raupe

Tanja Seehofer, Raupe Yoga Asana

LEITSATZ:

„Manchmal ist Rückzug keine Flucht, sondern tiefste Selbstfürsorge.“

Beginne im aufrechten Langsitz mit parallel nach vorne ausgestreckten Beinen. Bei verkürzten Beinrückseiten oder Knieproblemen legst du eine gerollte Decke unter die Kniekehlen. Mit einer Ausatmung lässt du den Rücken rund werden und sinkst nach vorne. Entspanne dich in die Position hinein. Lege die Arme mit gebeugten Ellenbogen seitlich neben den Beinen ab. Die Hände und Finger bleiben weich und entspannt. (etwa 3 Minuten)

Somatischer Aspekt:

Erlaube dir, alles zu fühlen, was da ist: Weichheit, Anspannung, Verspannung, Angst, Freude. Die Raupe ist ein Symbol für Transformation durch Hingabe. Nimm deine beiden Fußsohlen wahr: Pocht es, pulsiert es, oder etwas anderes? Atme durch deine Sohlen die Beine entlang in Richtung Becken ein und von hier aus wieder durch die Fußsohlen aus.

Vorsicht bei:

Bandscheibenvorfall (aufrecht sitzen bleiben oder sich an einer Wand anlehnen), bei HWS-/ Nackenbeschwerden ziehe das Kinn leicht in Richtung Brust, bevor du den Kopf sinken lässt oder lege die Stirn auf einem Bolster ab

7. Herzöffnung

Herzöffner, Yoga, Tanja Seehofer

LEITSATZ:

„Ich darf mich öffnen, ohne etwas beweisen zu müssen.”

Platziere zwei Blöcke auf deiner Matte: einen für den Hinterkopf hochkant und einen zweiten quer auf der Höhe der Schulterblattspitzen, den du auch mit einer gefalteten Decke polstern kannst. Setze dich mit aufgestellten Füßen davor und stütze dich mit beiden Händen ab, wenn du dich nun ausatmend langsam darauf legst. Korrigiere die Stellung der Blöcke, bis sich die Haltung stimmig anfühlt. Lege die Beine entspannt am Boden ab und breite die Arme locker zu den Seiten aus.

Somatischer Aspekt:

Fühle die Verbindung zu deinem Herzen. Spüre von innen heraus, wie es für dich schlägt. Mit jedem Atemzug schaukelst du sanft dein Herz auf und ab und wiegst es in deinem Inneren. Ein tiefes Vertrauen darf entstehen. Verletzlichkeit darf Raum finden. Ausgleichspose: Knie zum Brustkorb

Vorsicht bei:

Rückenschmerzen (gerollte Decke unter den unteren Rücken legen), Schulter- bzw. Nackenbeschwerden (nicht zu lange in der Haltung bleiben)

8. Shavasana

Tanja Seehofer, Shavasana, Somatic Yin Yoga

LEITSATZ:

„Ich bin. Ich lebe. Ich darf ruhen.“

Breite in Rückenlage die Arme entspannt am Boden aus, die Handflächen schauen nach oben. Die Füße liegen mindestens hüftbreit und sinken nach außen. Wenn du Beschwerden am unteren Rücken hast, lege eine Rolle unter die Kniekehlen. Schließe die Augen und lasse los.

Somatischer Aspekt:

Du darfst einfach nur da sein. Und genau das ist genug. Der Atem kommt und geht, ganz ohne Einfluss, ohne Wollen, ohne Tun. Nimm wahr, was dein Körper aus der Praxis mitgenommen hat. Hier wird besonders der Parasympathikus aktiviert, der dafür zuständig ist, den gesamten Organismus zu beruhigen.


Tanja Seehofer

Tanja Seehofer gilt als eine der renommiertesten Lehrerinnen und Ausbilderinnen für Yin Yoga. Auch in Mental Coaching und Traumasensitivem Achtsamkeitsyoga ist ihre Expertise bei vielen Aus- und Fortbildungen gefragt. tanjaseehofer.de

Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist da! Titelthema „Zufriedenheit“

cover yogaworld journal 02/2026 Patrick broome
Heft-Beitrag 02-2026 YOGAWORLD JOURNAL (Instagram-Post (4:5) - 1

Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist ab sofort im Handel und in unserem Online Shop erhältlichDiese Themen erwarten dich …

Titelthema „Zufriedenheit“

Der innere Frieden, der uns sagt: Es ist genug!

Wir haben wahrscheinlich noch nie so gut gelebt wie heute, gleichzeitig waren auch unsere Ansprüche wohl noch nie so hoch: Finanzielle Sicherheit, ein erfüllender Job, gute Beziehungen, Anerkennung, Gesundheit, Reisen, Freizeit, Harmonie und gutes Aussehen – eigentlich wollen wir alles und am liebsten immer, um zufrieden zu sein. 

Wann ist es einfach genug? In der Zufriedenheit steckt ja nicht zufällig das Wort „Frieden“. Wir haben uns auf die Suche danach gemacht, was diesen Frieden mit sich selbst und dem eigenen Leben eigentlich ausmacht: in der Neuropsychologie, in der yogischen Spiritualität und im Gespräch mit einem Zen-Mönch.

Foto: Kateryna Hliznitsova via Unsplash

Außerdem in dieser Ausgabe:

  • Feuerpraxis: Transformierend üben mit Patrick Broome
  • Erlebte Energie: So übst du mit den Bandhas – von Patrick Broome
  • Verbindung: Neurozentriertes Yoga Teil 3 – von Dr. Svenja Borchers
  • Ja zum Leben: Besser umgehen mit Sorgen
  • Periodensystem: Yoga im Einklang mit dem Zyklus
  • Aparigraha auf der Matte: Home Practice mit Bryony Cecil
  • „Ich fühle sehr intensiv“: Interview mit Sängerin Alice Merton
  • Festivalkalender 2026: Die besten Yoga-Events im Überblick

… und vieles mehr.

Unser Cover-Yogi Patrick Broome zeigt dir in dieser Ausgabe seine Feuerpraxis und das Üben mit den Bandhas. Foto: Christian Krinninger

Jetzt bestellen!

Filmtipp: „Das Flüstern der Wälder“

Filmtipp: "Das Flüstern der Wälder"

Was passiert, wenn du über achthundert Nächte im Wald verbringst – lauschend, wartend, eins mit der Natur? Der neue Dokumentarfilm DAS FLÜSTERN DER WÄLDER nimmt dich mit in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen. Dort verbringt Michel Munier immer wieder Tage und Nächte unter einer Tanne, die zu seinem Versteck geworden ist. Geduldig beobachtet er Füchse, Rehe, Hirsche, Luchse – und den geheimnisvollen König der Wälder: den Auerhahn.

Sein Sohn, der vielfach ausgezeichnete Wildtierfotograf Vincent Munier, teilt diese Leidenschaft seit seiner Kindheit. Gemeinsam mit seinem eigenen Sohn Simon begibt er sich auf eine berührende Reise durch die atemberaubende Natur. Der Film wird so zu einem stillen Dialog zwischen drei Generationen – und zu einer tiefen Reflexion über unsere Beziehung zur Natur.

Nach dem mit dem César ausgezeichneten Dokumentarfilm „Der Schneeleopard“ gelingt Vincent Munier erneut ein außergewöhnliches Kinoerlebnis. DAS FLÜSTERN DER WÄLDER ist eine poetische Ode an Flora und Fauna der Vogesen – ein Brückenschlag zwischen Mensch und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.

Ein Film für alle, die sich nach Stille sehnen. Für alle, die Achtsamkeit nicht nur auf der Matte, sondern auch im Wald finden. Und für alle, die sich berühren lassen möchten von der leisen Kraft der Natur. Einfach nur wunderschön …

Ab 19. Februar 2026 im Kino. //anzeige

So gibst du deiner Yogapraxis mehr Bedeutung – Tipps von Mark Stephens

Mark Stephens über Yamas und Niyamas
Photo by Oluremi Adebayo from Pexels

Yogalehrende haben viele Möglichkeiten, in ihren Stunden einen inneren Raum zu öffnen. Mark Stephens zeigt dir hier einige Techniken, die – auch beim persönlichen Üben – eine bedeutungsvollere Erfahrung fördern.

Text: Mark Stephens / Titelbild: Oluremi Adebayo via Pexels.com

1. Raum für Stille

Lasse deinen Schüler*innen mehr Raum für ihre eigenen Erfahrungen, anstatt ihnen mit vielen Worten deine eigenen Interpretationen und Vorstellungen überzustülpen. Jeder Yogi und jede Yogini sollte lernen, möglichst genau in sich selbst hineinzuhören und die Effekte der eigenen Praxis wahrzunehmen.

2. Yama und Niyama in der Yogapraxis

Die beiden Kernpunkte des Yoga Sutra mit ihren zehn Geboten helfen dir, die Yogapraxis zu vertiefen und zu bereichern. So kannst du sie auf deine Yogastunde und eine eigene Praxis übertragen.

Ahimsa (Gewaltlosigkeit)

Schmerz wird im Yoga manchmal als Freund bezeichnet. Das stimmt aber nur dann, wenn er als Wegweiser für eine sichere und nachhaltige Praxis genutzt wird. 

Satya (Wahrhaftigkeit)

Als Yogalehrer*in solltest du nur das unterrichten, was du wirklich kennst und schätzt. Für die Lehre gilt ebenso wie für die Praxis: „Sei dir selber treu.“

Brahmacharya (heilige Lebensweise, Keuschheit)

Nutze deine Energien auf ehrenvolle Weise – würdige deine eigene Integrität ebenso wie das Wohlergehen und die Sicherheit deiner Schüler*innen.

Asteya (Nicht-Stehlen)

Nimm dir nicht ohne Erlaubnis, was nicht dir gehört. Dazu gehören auch Ideen, Zeit und Kraft anderer Menschen.

Aparigraha (Nicht-Gier)

Öffne dich dafür, dass die Dinge zu dir kommen und sich dir als Möglichkeit erschließen, anstatt etwas zu erzwingen.

Saucha (Reinheit)

Stelle dir die Frage, wie das Streben nach Reinheit dein Leben beeinflusst: Was (und wer) hat darin Platz und welche Stoffe möchte ich in meinem Organismus haben?

Santosha (Zufriedenheit)

Sei bereit, in diesem Moment zufrieden zu sein, auch während die Praxis dich auf immer wieder neue Weise fordert.

Tapas (Eifer)

Auch während du Zufriedenheit und Genügsamkeit übst, verdient deine Praxis den größtmöglichen persönlichen Einsatz. Die Balance aus Stabilität und Mühelosigkeit ist dabei ein guter Wegweiser.

Svadyaya (Selbsterforschung)

Wer bin ich? Reflektiere während der Praxis fortwährend die Gesamtheit deine Erfahrungen. Lerne dich selbst in deinen emotionalen und geistigen Reaktionen kennen.

Ishvara Pranidhana (Hingabe an Gott)

Was ist der größere Zusammenhang? Denke über diejenigen Kräfte des Universums nach, die allem, was ist, Form und Bedeutung verleihen.

3. Spiritualität

Hier geht es nicht darum, bestimmte Gottheiten anzurufen oder mit Sanskrit-Begriffen und philosophischen Schlagworten um sich zu werfen, sondern um ganz einfache Dinge: Vor allem darum, mehr Selbstgewahrsein zu fördern. Zum Beispiel indem man sich selbst in jedem Atemzug spüren lernt. Oder indem man versucht, das ganze Leben mehr vom Herzen her zu betrachten, geduldig und freundlich zu sein und offen gegenüber Fehlern.


Mark Stephens ist ein international bekannter US-amerikanischer Yogalehrer und hat bereits mehrere internationale Bestseller über den Yogaunterricht geschrieben. Mehr über ihn und seine Arbeit auf markstephensyoga.com und auf Instagram @markstephensyoga

9 sinnvolle Yoga-Übungen bei Skoliose

Mit dieser kleinen Yogasequenz von Gül Ruijter kannst dich im Falle einer Skoliose auf mehreren Ebenen unterstützen: Es geht um achtsames Wahrnehmen (Übung 1), sanft weitende Atmung (Übung 2), um Länge und Stabilität (Übung 3–7) und um Beweglichkeit (Übung 8 und 9).

Text & Sequenz: Gül Ruijter / Übungsfotos: Viola Halfar

Bevor du mit den Übungen beginnst: Im Intro-Artikel findest du einen Überblick, wie Yoga bei Skoliose helfen kann und was man dazu bei der Yogapraxis beachten sollte:

1. Länge finden im Stand

Yoga-Sequenz bei Skoliose, Gül Ruijter, Baum Asana

· Stelle dich zunächst mit etwa hüftbreit entfernten Füßen auf die Matte (Berghaltung). Nimm bewusst deinen Stand wahr. Strecke dann mit der Einatmung bewusst die Wirbelsäule in die Länge. Kannst du die Streckung spüren? Halte dich hier in der Länge und stabilisiere dich.

· Verlagere nun das Gewicht auf ein Bein. Stelle den zweiten Fuß mit nach außen gewendetem Knie an oder lege ihn ans Standbein (Baum). Spüre, wie sich diese Asana auf den beiden Seiten deines Rumpfes anfühlt und wie du die Länge im Rumpf beibehalten kannst.

· Strecke zum Schluss zunächst den Arm auf der Standbeinseite nach oben und finde in die Länge. Strecke dann beide Arme gleichmäßig Richtung Decke, dabei kannst du dich vor dem Spiegel kontrollieren. Finde auch hier auf jeder Seite Länge.

· Wiederhole die Übung auf der zweiten Seite.

2. Ausgleichende Atmung

Yoga-Sequenz bei Skoliose, Gül Ruijter, Atmung in die Flanke

Diese Übung kannst du wahlweise in einem bequemen Sitz oder in Rückenlage mit angestellten Füßen machen. Atme sanft in den Brustkorb und lege dazu gerne die Hände links und rechts an die Rippen. Spüre hin: Kannst du gleichmäßig in die rechte und linke Flanke atmen? Wenn du merkst, dass deine Atmung mehr auf eine Seite zieht, dann schicke den Atem bewusst zur anderen. Dabei kannst du dich unterstützen, indem du den Arm der „engeren“ Seite lang über Kopf streckst. Das hilft dir, diese Brustkorbhälfte mehr zu öffnen und vermehrt in diese Seite zu atmen. Mache diese Übung nur einseitig.

3. Aushängen mit Gurt

Yoga-Sequenz bei Skoliose, Gül Ruijter, Aushängen mit Gurt

Mit dieser Übung erzeugst du auf passive Art eine entspannende Länge in der Wirbelsäule. Lege dazu einen Gurt mittig über die obere Kante einer Tür. Halte die Enden jeweils mit einer Hand. Lasse dich dann in eine tiefe Hocke sinken und aushängen.

4. Kindeshaltung mit ausgestreckten Armen

Yoga bei Skoliose, Gül Ruijter, Stellung des Kindes

Ziehe aus dem Vierfüßlerstand das Becken nach hinten über die Fersen und strecke die Arme lang nach vorne aus. Alternativ kannst du auch eine Rolle quer unter Stirn und Arme legen. Finde in der Haltung Länge vom Becken bis zum Kopf und unterstütze dich dabei bewusst durch deine Atmung.

5. Balance mit Block

Yoga bei Skoliose, Gül Ruijter, Balance mit Block

Setze dich mit überkreuzten Beinen auf einen oder zwei Blöcke und lege einen weiteren Block auf deinen Kopf. Beginne nun, dich bewusst zwischen den Blöcken in die Länge zu ziehen und die Wirbelsäule zu strecken. Zusätzlich kannst du den Arm auf deiner „kürzeren“ Seite nach oben strecken, um hier mehr Länge zu schaffen. Welche Seite das ist, weißt du aus Übung 2.

6. Dynamische Schulterbrücke

Gül Ruijter, Dynamische Schulterbrücke

Lege dich auf den Rücken und stelle die Füße hüftbreit an. Hebe dann einatmend das Becken und lege die Arme lang hinter dem Kopf ab. Rolle dich langsam ausatmend wieder Wirbel für Wirbel ab und nimm erst ganz zum Schluss wieder die Arme zurück neben den Körper. Wiederhole diese Bewegung mehrmals.

7. Liegendes L

Gül Ruijter, Übung Liegendes L

Strecke dann in der Rückenlage beide Beine aktiv nach oben. Wenn die Streckung so nicht möglich ist, hältst du die Knie sanft gebeugt. Stabilisiere dich bewusst in der Haltung und atme bewusst.

8. Welpen-Stellung an der Wand

Gül Ruijter, Welpen-Stellung an der Wand

Richte dich mit etwas Abstand vor einer Wand im Fersensitz ein und lege dann beide Hände mit nach oben zeigenden Fingern an die Wand. Achte dabei darauf, dass beide Hände auf gleicher Höhe sind und finde Länge in der Wirbelsäule.

9. Psoas-Dehnung im kleinen Ausfallschritt

Yoga-Praxis bei Skoliose, Gül Ruijter, Psoas-Dehnung, kleiner Ausfallschritt

Stelle aus dem Kniestand einen Fuß so vor dir auf, dass beide Knie etwa rechtwinklig gebeugt sind. Richte das Becken auf und strecke den Arm auf der Seite des abgelegten Knies lang nach oben raus. Spüre die Dehnung im vorderen Hüftbereich und lasse den Atem einige Atemzüge lang langsam fließen, bevor du zur zweiten Seite wechselst.


Gül Ruijter ist Physiotherapeutin, Yogalehrerin und Ausbilderin. Ihre Mission ist ein gesundheitsorientiertes Yoga für alle – angepasst, alltagsnah und funktionell. Erfahre mehr über Gül und ihre Arbeit unter vondermatteinsleben.de, auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast “Von der Matte ins Leben”.

Auf unserer Seite findest du noch mehr Artikel von Gül. Hier geht’s zum Beispiel zu einer 3-teiligen Reihe rund um Nervenmobilisation:

Yoga als Unterstützung bei Skoliose

Verkrümmt, verschoben, verdreht – bei einer Skoliose weicht die Wirbelsäule mehr oder minder stark von ihrer physiologischen Längsachse ab. Aber egal wie ausgeprägt diese Abweichung ist: Mit Yoga kann man viele der Beschwerden gut in den Griff bekommen. Die Yoga- und Physiotherapeutin Gül Ruijter erklärt, worauf es dabei ankommt.

Text: Gül Ruijter / Titelbild: unomat von Getty Images via Canva

Die meisten Körper in Anatomiebüchern zeigen eine perfekte Symmetrie: Füße und Beine haben die gleiche Länge, das Becken ist neutral ausgerichtet, die Wirbelsäule weist ihre doppelte S-Kurve auf und die Schultern stehen exakt auf selber Höhe. Und dann kommt die Realität: Nicht ein einziger lebendiger Körper ist vollkommen symmetrisch. Der eine ist mehr und der andere weniger asymmetrisch. Eine der häufigsten und bekanntesten Asymmetrien ist die Skoliose. In Deutschland sind fast 1 Millionen Menschen davon betroffen, Mädchen sieben Mal häufiger als Jungen. Ob und wie sehr Betroffene darunter leiden, hängt nicht nur vom Grad der Deformation ab, auch eine Reihe anderer Faktoren spielen eine wichtige Rolle, ganz besonders Muskulatur und Beweglichkeit. Deswegen kann Yoga eine lebenslange unterstützende Praxis darstellen – und das auf mehreren Ebenen.

Was ist Skoliose?

Unter einer Skoliose versteht man eine dreidimensionale Deformation der Wirbelsäule, die zu Asymmetrien im Rumpf führt. Das Krankheitsbild wird in zwei Untergruppen unterteilt, die idiopathische und die sekundäre Skoliose. Nur 10 Prozent der Skoliosen sind sekundärer Natur, was bedeutet, dass sie sich auf andere Erkrankungen zurückführen lassen, etwa Lähmungen nach einem Unfall oder Hirnschäden. Die übrigen 90 Prozent sind idiopathisch, das heißt, man kann keine genaue Ursache festmachen. Am häufigsten wird die Skoliose kurz vor oder während der Pubertät sichtbar, daher vermutet man, dass sie mit ungleichmäßigem Wachstum der Rückenmuskulatur und Wirbelkörper zusammenhängt.

Wie bei den meisten Krankheiten, gibt es auch bei Skoliosen unterschiedliche Ausprägungen und Schweregrade. Entsprechend verschieden können die Symptome sein. Häufig geht die Skoliose mit einem Schulter- oder Beckenschiefstand, nicht selten auch mit einem einseitigen Buckel im Brustkorb einher. Die Folge sind Rückenschmerzen, Verspannungen, Unbeweglichkeit und eine gestörte Wahrnehmung im Rumpf. In manchen Fällen ist der Oberkörper so deformiert, dass auch Organe wie Lungen, Herz oder die unteren Bauchorgane betroffen sind, was dann beispielsweise Kurzatmigkeit verursacht.

Ganz unabhängig vom Schweregrad gilt: Skoliose ist nicht heilbar. Es gibt aber eine Vielzahl an Möglichkeiten, um den Zustand zu verbessern oder immerhin zu erhalten, sodass die Symptome unter Kontrolle gehalten werden können. Eine operative Versteifung der Wirbelsäule oder das Tragen eines speziell angefertigten Korsetts sind nur in sehr schweren Fällen gute Optionen. Auch in diesen Fällen gilt aber, was auch auf alle weniger schwer Betroffenen zutrifft: Der Körper braucht ein lebenslanges Training für Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer, um möglichst beschwerdefrei zu leben und den Fortschritt der Verkrümmung aufzuhalten.

Wie kann Yoga bei Skoliose helfen?

Kraft, Beweglichkeit, Achtsamkeit, ein verfeinertes Körpergefühl und die Anleitung zu einer lebenslangen eigenen Praxis – alles, was Yoga ausmacht, ist demnach auch bei Skoliosen wichtig. Es liegt also auf der Hand, dass Yoga hier sehr gut und auf vielen Ebenen unterstützen kann. Dass dem auch so ist, hat eine neuere Meta-Analyse (Yoghuan Chen et al. 2023) eindrucksvoll belegt. Sie zeigte, dass Yoga bei idiopathischen Skoliosen im Vergleich zu klassischem Rumpftraining, spezieller Physiotherapie und der Schroth-Therapie die besten Ergebnisse aufweist. Das liegt vor allem an der Ganzheitlichkeit von Yoga: Dass eine gut angepasste Asana-Praxis den Bewegungsapparat günstig beeinflusst, die dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule verringern und aufhalten kann und damit auch Schmerzen verringert, ist die eine Ebene. Dazu später mehr.

Gül Ruijter, Wirbelsäule aushängen mit Gurt
Foto: Viola Halfar

Zusätzlich können gezielte Atemübungen eine Mobilisation von innen heraus darstellen. Der dabei erzeugte Raum im Brustkorb kommt vor allem Lungen und Herz zugute, was wiederum die Vitalität des gesamten Körpers positiv beeinflusst. Außerdem verbessert sich bei regelmäßiger Yogapraxis die Atem- und Körperwahrnehmung – und das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, den Rumpf auch im Alltag so gut wie möglich auf- und auszurichten. Auch wenn wir uns das energetische System des Körpers anschauen, wird klar: Die wesentlichen Dinge spielen sich entlang der Wirbelsäule ab, hier liegen nach yogischer Vorstellung die wichtigsten Chakras (Knotenpunkte) und Nadis (Energiebahnen). Eine bessere Ausrichtung der gekrümmten Wirbelsäule kann also den Energiefluss optimieren. Und es gibt noch eine weitere Ebene: mentale Stärke, Resilienz und die Verbindung mit dem eigenen Körper erzeugen einen inneren Halt, der für den lebenslangen Umgang mit dieser chronischen Erkrankung entscheidend ist – und auch hier weist eine regelmäßige Yogapraxis den Weg.

Yoga bei Skoliose – was muss man beachten?

Wenn die Wirbelsäule durch die Skoliose gewissermaßen „vorgeformt“ ist und neben ihrem natürlichen doppelten S-Schwung entlang der Mittelachse auch seitliche Ausbuchtungen oder Drehungen aufweist, kann sich die Yogapraxis in bestimmten Asanas sehr unterschiedlich anfühlen. Das gilt ganz besonders für asymmetrische Haltungen wie das Dreieck, die sitzende Drehung oder den Baum. Wenn du also spürst, dass die Skoliose die Asana auf der einen Seite einfacher macht, dann solltest du versuchen, achtsam einen Weg zu finden, der beide Seiten aneinander angleicht. Veränderungen der Haltung werden nämlich nicht nur im Bewegungsapparat geübt. Auch das Nervensystem kann dank seiner Neuroplastizität lernen, den Körper neu auszurichten. Das kann zum Beispiel im Drehsitz bedeuten, dass man auf der Seite, die leichter zugänglich ist, die Drehung bei etwa 80 Prozent der möglichen Intensität anhält. Dagegen wird die schwerer zugängliche Seite bewusst mit Fokus auf Länge und begleitende Atmung praktiziert.

Wie fast überall in der Yogapraxis lohnt es sich also auch bei der Skoliose, genau da hinzugehen, wo es unbequem oder weniger leicht ist, und sich diesem Raum sanft zu nähern. Die folgenden sechs Prinzipien zeigen dir, worauf du dabei grundsätzlich achten solltest. Vergiss bei all dem aber eines nicht: Es geht nicht darum, perfekte Symmetrie anzustreben. Jeder Körper ist mehr oder minder asymmetrisch, und nichts, was lebendig ist, ist jemals unveränderlich „perfekt“. Das eigentliche Ziel besteht darin, auch in der Asymmetrie, in diesem Körper, wie er ist, die innere Mitte, Bewusstsein und eine gute Ausrichtung zu finden.

6 Grundprinzipien
für die Yogapraxis bei Skoliose

1. Länge in der Wirbelsäule:
Aktives oder passives Längen der Wirbelsäule hilft, die Asymmetrie zu verringern und Beschwerden zu lindern.

2. Muskuläre Stabilisierung:
Um diese Länge auch in den Alltag mitnehmen zu können, braucht die Wirbelsäule Stabilität – und das geht nicht ohne eine kraftvolle Muskulatur.

3. Integration und Zentrierung:
Beckenboden, Zwerchfell und tiefe Rumpfmuskeln sind das innere Gerüst des Rumpfes. Um dich von innen heraus zu zentrieren, solltest du sie gezielt kräftigen und integrieren.

4. Atmung nutzen:
Der Atem schenkt dir nicht nur lebenswichtige Energie, er bewirkt auch mit jedem Atemzug eine Mobilisation des Rumpfes. Nutze sie, um mehr Freiheit im Brustkorb zu finden.

5. Vorsicht bei tiefen Rückbeugen und Drehungen:
Gehe generell nur über eine lange Wirbelsäule in diese Bewegungen. Übe dabei nie bis in die maximale Beweglichkeit, sondern nur so weit, wie du die Haltung aktiv kontrollieren kannst.

6. Asymmetrische Asanas angleichen:
Wenn sich eine Haltung wegen der Skoliose auf einer Seite „einfacher“ anfühlt, dann gehe auf dieser Seite nicht bis ans Limit, sondern übe beide Seiten möglichst ausgeglichen.

Hier geht’s direkt zu Teil 2 dieses Artikels – 9 sinnvolle Yoga-Übungen bei Skoliose:


Gül Ruijter ist Physiotherapeutin, Yogalehrerin und Ausbilderin. Ihre Mission ist ein gesundheitsorientiertes Yoga für alle – angepasst, alltagsnah und funktionell. Erfahre mehr über Gül und ihre Arbeit unter vondermatteinsleben.de, auf Insta @vondermatteinsleben oder in ihrem Podcast „Von der Matte ins Leben“.